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  1. #1
    Rabensang
    Rabensang ist offline
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    Heilerausrüstung für Barbaren

    Ich hoffe, dass passt hier hin, erschien mir hier am sinnigsten.
    Ich werd demnächst auf meine erste Schlachtencon fahren und werd dort mit meinem Charakter vorraussichtlich auch meine einfachen Heilerfähigkeiten nutzen müssen. Da ich nen "barbarischen" Charakter spiele (ich find das Wort so unpassen, ich geh eher so in die Richtung Indianer als in die Richtung muskelbepackter, befellter Kriegerbarbar), hab ich natürlich ein paar andere Ansprüche an die Darstellung, als die klassichen Fäntelalter-Heiler. Natürlich werd ich mehr aus der Natur nehmen müssen, zerstampfte Blätter, Äste zum Knochen schienen etc. Aber trotzdem braucht man ja noch bissl was anderes. Verbände zum Beispiel. Doch die klassischen weißen Stoffverbände finde ich für so wilde Völker weniger passend, allerdings, was nimmt man statt dessen?

    Ich habe außerdem vor, mir so eine schöne grüne Kräuterpaste zu machen (gefärbte Handcreme) und die dann in ein passendes Gefäß zu füllen. Ich habe selbstgetöpferte Gefäße (z.B. das http://fav.me/d5zhh5z), die auch super stimmig sind, aber ich weiß nicht, wie man die verschließen soll. Korken passen auf Grund der unregelmäßigen Form und Nicht-DIN-Größe der Öffnung nicht. Wie also verschließen, damit das Zeug nicht rauskommt und sich in der Tasche verteilt? Ich hab auch schon drüber nachgedacht, ein Stück Leder zu nehmen, drüber zu stülpen und dann mit nem Band zu verschließen, nur kommt mir das nicht sonderlich zuverlässig vor.

    Wunden müssen ja auch bei den Wilden mal genäht werden. Metallverarbeitung kennt mein Volk zwar auch, aber metallene Nadeln zum Wunden nähen, passt das? Aber so eine Holz- oder Knochennadel wird doch dafür ungeeingnet sein. Und wenn doch, wie stellt man sowas her?

  2. #2
    Cartefius
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    Hmm, ein bisschen schwierig, aber interessant. Ich persönlich würde ganz grundsätzlich es für sinnvoll halten, bei der Umsetzung darauf zu achten, dass das ganze auch konzepitionell "anders" ist, und nicht (wie leider sehr oft im Larp) die konventionelle 08-15-Larpheilkunde in grün. Das würde für mich z.B. heißen: Keine Wunden nähen - Das gab es zwar wohl schon im alten Ägypten, passt für mich aber eigentlich konzeptionell überhaupt nicht zu einem "Naturvolk". Wundverbände, ok, kann man machen, aber dann vielleicht ebenfalls mit wenig verarbeiteten Materialien... Vielleicht mit Bananen- oder sonstigen großen Blättern? Auch sonst müsste man kreativ nach Alternativen suchen: Eine blutstillende Packung aus Heilerde, am besten mit heilsamen Runen darauf? Ausbrennen mit einem Bällchen aus Birkenpech zum Kauterisieren (findet man sogar in Feldscherhandbüchern aus dem 16ten Jahrhundert)? Bestäuben mit Kalk? Bei Game of Thrones bekommt doch wenn ich mich recht erinnere eine Wunde bei den Dothraki erst einen Umschlag aus Schafsfell und rotem Pfeffer, nachher dann von einem anderen Heiler eine kühlende Packung aus Flusschlamm, und in irgendeinem Roman aus dem alten China den ich mal gelesen habe brennt jemand Räucherkegel auf seiner Haut ab, um sein lahmes Bein zu stärken.
    Ich könnte mir vorstellen, dass es sich lohnt, sich mal zur Inspiration ein paar Videos von afrikanischen Hexendoktoren, sibirischen Schamanen und amerikanischen Medizinmännern bei der Heilbehandlung anzuschauen, ich denke, da kommt man schnell noch auf ein paar ungewöhnliche Methoden...
    https://www.youtube.com/watch?v=yWRRG7gsuAc

  3. #3
    Desari
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    Huhu,

    Also wenn dein Volk bereits sozusagen die Metallzeit erreicht hat, spricht prinzipiell nichts dagegen, dass ihr auch schon Wunden wirklicht vernäht. Nachgewiesen ist das wie Cartefius richtig sagt bis heute allerdings in den ältesten Fällen nur in Ägypten ab 1100 v.Chr. und im antiken Griechenland resp. Rom, also schon "Hochkulturen"
    Nadeln aus Metall sind allerdings erstaunlich schwierig herzustellen und erst ca. seit dem 14. Jahrhundert in Gebrauch. Du müsstest also auf eine Nadel aus Knochen zurückgreifen. Die selbst herzustellen könnte etwas schwierig werden, da als Material meistens eher elastische Knochen, wie etwa Hasenknochen, verwendet wurden. Wo kriegt man den her? So eine Knochennadel ist dann auch nicht zu winzig, vorallem weil sie im Gebrauch gerne gebrochen sind und dann verkürzt weiterbenutzt wurden. Ich weiss nicht ob der Nutzen hier den Aufwand rechtfertigt. Vielleicht findest du ein sehr blasses Holzstück bzw. Ast? Den könntest dann entsprechend schnitzen und schleifen bis er schmal, nadelähnlich genug ist. Wenn du es besonders ursprünglich möchtest, machst du auch kein Nadelöhr sondern schlicht einen schmalen Spalt in den dann der Faden geklemmt wird. Dann vielleicht noch Oberfläche versiegeln, damit es etwas knochenartiger aussieht.
    Als Faden könnte ich mir gewachstes, gelbliches Garn vorstellen da früher oft Sehen verwendet wurde.

    Frage in den Raum: ich glaube mich zu erinnern, dass man auch mit Dornen vernähen kann? Könnte aber auch Fantasy gewesen sein. Ich find dazu auch grad nix. Ist auch schon spät
    Wegen dem Verschließen der Flaschen: vielleicht etwas festeres, wachsartiges? Mir fällt da aber grad auch nix sinnvolles ein

    Liebe Grüße,
    Desari
    Geändert von Desari (05.09.2014 um 00:25 Uhr) Grund: spät..Rechtschreibfehler..tüdelü

  4. #4
    Jutschu
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    Zu den Verbänden fällt mir grade noch die Szene aus Ronja Räubertochter ein, wo Weißmoos zur Blutstillung verwendet wurde. Das fand ich auch immer sehr stimmig. Und ich schließe mich Cartefius an: Nähen lieber sein lassen. Da geht's nicht um die Plausibilität, sondern eher drum, was anderes zu machen als gefühlt 90% der Heiler.

    Was das Tongefäß angeht: Je nachdem wie fest die Creme ist, sollte das mit dem Lederverschluss schon gehen. Die meisten Cremes sind ja derart viskos, dass die von alleine nicht irgendwo rumfließen, da geht's eher drum, dass nichts in die Creme rein gerät.
    Wo man singt, da lass dich ja nicht nieder - denn diese Biester singen immer wieder.

    Musik von und mit mir:
    http://www.youtube.com/user/malinundmusik

  5. #5
    Erla
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    Von der Sache mit dem Dinge auf der Haut verbrennen habe ich auch schonmal gelesen. Dabei handelte es sich um Beifuss, der in kleinen Kügelchen auf der Haut verbrannt wurde und was deine eine ähnliche Wirkung, wie Akupunktur hatte/haben sollte.

    Über eine Wundenverschließmethode mit dünnen Holzsplinten, oder Dornen hatte ich jetzt auch schonmal nachgedacht, ähnlich wie man Rouladen verschließt mit Zahnstochern…. ob das jetzt nachgewiesen, wirklich anwendbar ist, oder nicht ist ja fürs LARP egal, da helfen auch bei anderen Heilern Methoden, die in Wirklichkeit vielleicht mit viel Glück helfen würden. Die Frage ist nur eher wie bekommt man seinem Patienten klar gemacht, was man gerade anders macht.
    Dafür wäre vielleicht eine Wundatrape ganz gut, in der du wirklich was reinstecken kannst.

    Eine andere Möglichkeit wäre vielleicht Kleben. Hier könnte man sich eine Substanz ausdenken, die aus Pflanzen- und oder tierischen Bestandteilen besteht und eine Art Film bildet, der über der Wunde liegt und diese zusammen zieht.
    Das Zeug kann dabei durchaus nicht sehr belastbar sein, so dass es kein Wundermittel zum schnell wieder aufstehen ist und es darf auch ruhig brennen (oder ähnliches) wenn es mit der offenen Wunde in Kontakt kommt.


    Nachtrag:

    Zu deiner Verschlußproblematik: Vielleicht könnte man einen Deckel aus Rohhaut machen. Den könntest du zumindest sehr genau anpassen. Allerdings würde ich zwischen dem Gefäß und dem Überlappenden Deckel dann noch ein Tuch, oder Ähnliches, unterbringen, dass eventuell auslaufende Flüssigkeiten aufsaugen kann. Zumindest für deine Creme/Salbe sollte das Funktionieren.

    Es könnte aber auch eine Art Holzdeckel, der nur oben aufliegt und dann eben wieder eine Zwischenschicht aus Stoff hat funktionieren, der stark auf das Gefäß gepresst wird. Ich denke die Verjüngung des Gefäßes sollte dabei helfen können.
    Geändert von Erla (05.09.2014 um 08:17 Uhr)

  6. #6
    Rabensang
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    Danke, das sind schon erstmal sehr gute Ideen.

    Was Verbände angeht, Große Blätter sind glaub ich eher nicht so das passende. Wenn, dann müsste man die ja vor Ort da haben, weil man sie ja schlecht mit sich rum tragen kann. Außerdem wäre es von daher unpassend, weil mein Volk eher im nördlich-gemäßigten Klima lebt und dort solche großen Blätter kaum vorhanden sind. Außerdem, wie sollten sie mit dem Wechsel der Jahreszeiten im Winter oder wenn die entsprechenden Pflanzen schon verwelkt oder noch nicht groß genug sind dann an ihr Verbandsmaterial kommen? Zu irgendwelchen Dschungelbewohnern passt das natürlich super.

    So, kann leider momentan nicht viel zu sagen, meld mich nochmal, wenn ich mehr Zeit hab.

  7. #7
    Hana
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    Wenn der Charakter Kleidung aus Stoff trägt, sind auch Verbände aus Stoff plausibel und passend. Das muss ja nicht aus weißem, gebleichten Stoff sein, sondern kann auch gröber gewebt und naturfarben sein, Beispiel

    Ich persönlich mag Nähen als "Grundstock" der Wundversorgung auch für Naturvölker, mit Knochennadeln und z.B. Kunstsehne statt weißem Faden fände ich das sehr schick.

    Bzgl. der Salben: Wenn du etwas sehr Festes als Grundlage nimmst, z.B. Vaseline, muss das Töpfchen nicht zu fest verschlossen sein, dann ginge auch die Lederdeckel-Variante. Vaseline statt Hautcreme hat auch den Vorteil, dass es nicht so sehr nach "Salbe aus der Apotheke" aussieht, sondern mehr wie Kräuter in Fett gerührt (ggfs. Vaseline etwas gelblich färben)
    Nount und ich bloggen: Mondkunst
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  8. #8
    oliverp
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    Am besten passen Pasten, Breie, Rinden. Gesänge um die bösen Geister rauszutreiben. Am Ende alles in Feuer werfen und den Patienten reinspucken lassen; persönliche Gegenstände vergraben, kuriose Sude kochen, etc.
    Wenn geschnitten werden muß: Stein-und Vulkanglasmesser (letzteres wird heute wieder in der Augenchirugie verwendet) lassen sich gut als Larp"Waffen" abbilden.
    Gemeinsame Heilungsgesänge finde ich witzig und sehr passend, man denke an Homer Simpson in der Schwitzhütte...
    Falls du Kehlkopfgesang hinbekommst, ist der Erfolg garantiert
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
    Jean-Jacques Rousseau

  9. #9
    Rabensang
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    Kehlkopfgesang ist natürlich schön urig, das stimmt. Ist aber glaub ich eher was für Schamanen als für einen einfachen Krieger. Die können natürlich noch sehr viel mystischen Hokuspokus veranstalten. Aber bei meinem Volk ist der Glaube an die Macht von Glyphen verbreitet. Die tieferen Geheimnisse darum sind zwar auch wieder Sache der Schamanen, aber auch die Nicht-Schamanen kennen einige von denen und deren Bedeutung. Ich werd dann wohl auch Glyphen der Heilung auf die Haut malen, am Besten mit einer Mischung aus (Kunst-)Blut und Erde.

    Für die Kräutersalbe werd ich mal experimentieren. Hab mir jetzt Lebensmittelfarbe geholt und werd dann mal mit Vaseline und so fester Hautcreme versuchen, ob ich ne coole Farbe hinbekomme. Vielleicht noch bissl zerstückeltes Grünzeug rein für die Optik. Und da sollte ich mir auch keine Gedanken wegen eventuellen Unverträglichkeiten machen müssen, oder? Und ansonsten ist es sicher auch gut, wenn man direkt vor Ort irgendwelches Moos oder Kräuter sammelt, die vielleicht noch zermatscht und unter den Verband legt.

    Apropos Verbände. Das Problem ist, dass ich noch nirgendwo so Stoff in Naturfarbe gefunden hab, der billig ist. Für nen Verband sind 10 €/m echt zu dolle.

    Für den Wundverschluss bin ich mir immernoch irgendwie unschlüssig. Das Zutackern mit Dornen klingt zwar extrem cool, ist aber glaub ich dann doch bissl zu barbarisch für meine Ansprüche. Die Idee mit dem Zukleben mit irgendwelchem Harz hat aber auch was. Vielleicht kann man das auch mit Nähen kombinieren. Nur wie stellt man so ne Mischung dar? Man könnte zwar vielleicht so ne Zuckerpaste kochen, aber ich glaub, das sowas klebriges drauf schmieren doof ist, auch wenns auswaschbar ist.

  10. #10
    Stephan
    Stephan ist offline
    Grünschnabel

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    Zwecks "Wundverschluss" fand ich die Idee von Cartefius sehr nett.
    Einfach etwas Tonerde besorgen und leicht feucht auf die Wunde drücken.
    Dann mit nem Stock "Heilrunen" reinschreiben.
    Der Patient darf die Stelle erst wieder bewegen, wenn die Erde getrocknet ist.
    Das dämmt die Instantheals ein wenig.
    Drachen-Höhle Orga
    NSC-Koordination

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