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  1. #1
    Tee
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    Gambeson Detailfragen

    Ich häte ein paar Fragen zum Gambeson und dachte ich mach ein eignes Thema dafür, auf dann findet es man leichter wieder. Und im gegensatz zum kurze Fragen Thread dürft ihr gerne etwas ausholen, falls ihr möchtet ich brauche gerade Erfahrungsberichte und Input. Entschuldigt wenn die Fragen vielleicht etwas dämlich sind, aber ich hab so gar keine Ahnung von der Nutzung eines Gambeson. Danke schon mal im voraus

    Ich überlege mir für meinen Junior (und evt. später mal für mich ) einen Gambeson zu nähen.
    Material + Verarbeitung ist soweit klar (Armeewolldecke als Futter , Material nach Wahl aussen). Womit ich keine Erfahrung habe ist was sich beim Kämpfen so bewährt hat und was man besser lassen/berücksichtigen sollte.

    1. Armansatz: Beim Infos zusammentragen ist mir aufgefallen dass viele Gambeson nur aus zusammengesetzten Rechtecken bestehen. Getragen entstehen dadurch ziemliche Falten im Bereich der Achseln. Wie kommt ihr damit klar: Stört euch das in der Bewegung oder merkt man davon eh nichts. Rein gefühlsmäßig hätte ich jetzt eine normale Armkugel wie bei einem Mantel ausgeschnitten, weil ich denke dass sitzt dann besser. Wenn es keinen Unterschied machen sollte, kann ich mir das aber sparen.
    Ist es sinnvoller einen Schnitt zu wählen, bei dem der Bereich unter den Achsel ausgespart wird ? Ärml annesteln oder annähen ist wahrscheinlich bloss eine Frage der gewünschten Variabilität oder macht das auch schon Unterschiede?

    2. Bewegungsfreiheit: Gilt es sowas wie die "Bequemlichkeitsformel" auch für Gambesons (z.B. Umfang + 4cm oder etwas in der Richtung?) Sollten die gut anliegen oder etwas mehr Spielraum bieten?
    Manche Modelle sind unten etwas ausgestellt. Ist das nur Optik oder ist das sinnvoll für die Bewegungsfreiheit.

    3. Verschluss: Welche Verschlussart empfindet ihr als praktischer: Schnallen, Nesteln, Knebel, sonstwas? Müssen die Verschlüsse robuster sein als an einem normalen Kleidungsstück oder reicht "Kleidungsstandard" aus. Falls jemals eine Rüstung/Kettenhemd/wasauchimmer darüber getragen werden sollte, sollte man da was beachten (z:B: Dicke des Verschlusses?)?

    4. Steppnähte: Wirkt sich die Anordnung der Steppnähte irgendwie auf die Beweglichkeit aus?

    5. Länge: Welche Länge ist praktikabel?

    Danke schon mal.

  2. #2
    Gerwin
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    Angenestelte Arme würde ich lassen. Die Schnürung sieht eigentlich nie wirklich passend aus, und das an und abnesteln ist immer ein Problem, im Regelfall entscheidet man sich dann eh für eine Variante.

    Generell würde ich mir überlegen erst einmal gar keinen Verschluss zu verwenden. Warum überhaupt Verschluss? Das macht die Angelegenheit, insbesondere wenn man ein Kettenhemd drüber trägt, nur unnötig kompliziert.

    Die Beweglichkeit hängt primär davon ab wie flexibel dein Gambeson ist. Die meisten Gambesons die nach deiner Variante hergestellt werden fallen eher in die Kategorie "flauschig". Auch gibt es diverse Varianten mit mehr oder weniger Spiel. Bei meinen stehenden Gambeson bin ich grundsätzlich über etwas Spiel ganz froh.

    Die praktikable Länge hängt am Ende von der gewünschten Optik und dem Training des Trägers ab. Ein Gambesonjäckchen behindert natürlich weniger als eine knielange oder längere Variante. Zumindest die Knielange ist aber, auch ohne "Reitschlitz" nach einigen Übungsrunden kein Problem mehr. Eine unten ausgestellte Variante brauchst du gefühlt nur wenn du im Gambeson einen Spagat machen willst. Was relativ selten vorkommt.

  3. #3
    oliverp
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    Aloha,

    1. Armansatz: Das ist das Feintuning beim Gambesonnähen Grundsätzlich empfiehlt es sich, in der Achsel auf etwas Polsterung zu verzichten, das macht alle Varianten etwas einfacher.

    2. Bewegungsfreiheit: Hier kommts auf die Passform und die Steifigkeit an. Weite Gambesons, die man zB über den Kopf zieht, benötigen mehr Bewegungsfreiheit, als körpernahe Schnitte; die Hauptbehinderung hat man meistens in der Ellbeuge, deshalb werden Arme oft etwas dünner Ausgeführt als der Torso.

    3. Verschluss: Am schnellsten gehts natürlich, mit wenigen Schnallen, so wie sie die Massenhersteller drannieten. Das schlägt sich aber negativ auf die Passform nieder. Auch kommts auf Steifigkeit und Gewicht des Gambesons an. Nesteln sind erstmal grundsätzlich universal einsetzbar, egal ob für Unterzeug (Knöpfe, Knebel und Schnallen sind da nur nervig) oder für Unterzeug oder allein getragene Gambesons.
    Wenn aber evtl mal Rüstung drüber getragen werden soll, dann ist das Wichtigste, dass der gambeson im Schnitt der späteren Rüstung folgt und keine Falten wirft, alles andere ist untauglich.

    4. Steppnähte: Da ein Gambeson sich nicht dehnen sollte bei Tragen, spielt die Steppung keine gesonderte Rolle zu den den anderen Faktoren.

    5. Länge: Ein normaler Larpgambeson kann locker die Knie bedecken ohne zu sehr einzuschränken. Es kommt natürlich auf das gewünschte Gesamtbild an.

    Hoffe das hilft, ansonsten gern Detailfragen.
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

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  4. #4
    Edgemaen
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    Material: Kann man mit Wolldecke machen, ist dann nur vermutlich vor allem im Sommer sehr warm. Überleg, ob du nicht vielleicht mehrere Schichten Leinen nehmen möchtest. Ich zumindest fahre damit recht gut.

    1. Wie oliverp sagt. Abnestelbare Ärmel braucht man idR nicht, da man sie eh meist dran lässt. Es sei denn, du willst den Gambi auch für andere Rollen/NSC nutzen. Zudem stellen die Löcher unter den Achseln einen Schwachpunkt dar (wenn man auf so etwas Wert legt).

    2. Kommt erstmal drauf an, was du dir für einen Aketon vorstellst. Es gibt da ja etliche verschiedene Modelle, vom HoMi-Schlupfgambeson bis zum Arming Doublet.
    Die Reitschlitze oder Geren sind ab einer gewissen Länge schon sinnvoll. Selbst wenn man keinen Spagat machen will. Kommt aber auch auf die Steifheit des Gambesons an.

    3. Ist im Grunde egal. Random Schnallen sind halt... langweilig.

    4. Kann ich nicht genau sagen, dass ich niemals 2 Gambeson gleicher Stärke, aber unterschiedlicher Steppung besaß. Kann mir aber vorstellen, dass längs und quer gesteppt den Gambeson minimal beweglicher macht. Die vertikale Steppung finde ich persönlich aber schöner.

    5. Nach belieben. Bis zum Knie finde ich gut.

  5. #5
    Mario
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    @Edgemaen:
    Wie hast du die Leinenschichten vernäht um eine Polsterwirkung zu erzielen? Ich habe in meinen Diechlingen 11 Schichten Leinen verbaut, die Polstern kein Stück o.O

    @Tee: Ich denke, um einen Großteil der Fragen sinnvoll zu beantworten müsstest du eine Richtung vorgeben, in die es gehen soll... Was fändest du den Schick, bzw. soll es zu einer bestimmten Zeit passen?

  6. #6
    Edgemaen
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    Ich habe gar nichts genäht Das war Lukasz Zwierz von aketon.pl
    Das ist jetzt auch kein "Stand-Allone"-Gambeson wie jener von Gerwin, aber allemal besser als die üblichen LARP-Dinger...
    Es kommt sicherlich nicht zuletzt auch auf die Festigkeit des verwendeten Leinens an. Aber bei 11 Schichten... das ist hui...

  7. #7
    oliverp
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    Leinenlagenrüstungen polstern nicht, da sie keine nennnswerten Rückstelleigenschaften haben. Die Schutzwirkung ergibt sich im Larp durch Materialspannung und Druckverteilung, in Realitas zusätzlich durch Schnitt- und Stichhemmung durch die Fasereigenschaften.
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  8. #8
    Tee
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    (Oliverp, fast das gleiche wollte ich auch gerade tippen, nur anders formuliert)

    Danke, schon mal für die Rückmeldungen, damit komme ich schon ein Stück weiter.
    @Mario: Den Stil lege ich fest, wenn ich mir über andere Parameter klar geworden bin, zeitliche/regionale Einordnung ist mir momentan ganz egal. Mich interessieren gerade eure Erfahrungswerte in der Nutzung.

  9. #9
    oliverp
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    Ist das Hauptproblem beim Junior nicht eher das Alter und die damit einhergehende Nutzungsdauer?
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  10. #10
    Tee
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    Wenn ich das Ding schon selber nähe kann ich entsprechende Reserven einplanen

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