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Thema: Flickenkunde

  1. #1
    Felix
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    Flickenkunde

    Hallo ihr Alle
    Ich plane meinem neuen Char ein etwas "abgewetzteres" Äußeres zu verleihen und überlege daher seine Kleidung an mehreren Stellen mit Flicken zu "verschönern" (auf Grund von Kampfspuren, Insektenbefall und alllem möglichen anderem). Die Frage ist nun Folgende: Da der Char IT einen eher schmalen Geldbeutel hat, wollte ich um die Flicken aufzunähen möglicht grobe und dicke Fäden verwenden, und die Flicken mit möglichst wenigen Stichen festnähen, da der Char IT kaum nähen kann und dementsprechend auch seine Kleidung darunter zu leiden hat. Hat hier jemand Erfahrung mit Fäden für solche Fälle gesammelt oder kennt sich allgemein mit "Flickenkunde" aus, sodass er mir helfen kann?
    Ich hoffe, dass ihr mir bald weiterhelfen könnt
    Felix

  2. #2
    Cartefius
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    Ich würde es da nicht übertreiben: Wenn die Stiche zu groß werden, ist der praktische Nutzen dahin, und das ganze wirkt unrealistisch und "fake". Auch ist dicke Schnur normalerweise IT teurer als dünne. ;-)

    Das allergröbste "Garn", das mir spontan einfällt, wäre Paketschnur, die wäre aber außer für Extremfälle für mich zu grob. Recht dick wäre z.B. Baumwoll- Sticktwist oder Strickwolle, die man in ihre Einzelstränge auseinanderdreht. Wollfäden sind auch gar nicht so falsch: Mit aus dem Stoffsaum herausgetrennten Fäden zu flicken dürfte normalerweise die günstigste Methode sein.
    Schönes, festes Leinengarn in Naturfarbe ist auch hübsch, aber nicht ganz einfach zu finden, man bekommt es manchmal in Geschäften für Lederarbeiten wie z.B. "Lederkram", manchmal auch auf Flohmärkten. Einfacher zu bekommen ist Zwirn, den gibt es aber häufig nur in Schwarz und Reinweiß.
    Ansonsten wäre noch eine Möglichkeit sogenanntes "Reihgarn", das ist sehr einfacher, oft naturfarbener Baumwollfaden, den man zum Zusammenheften von Kleidung vor dem Nähen benutzt, der ist allerdings (mit Absicht) nicht sehr stabil.

  3. #3
    Nount
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    Zitat Zitat von Felix Beitrag anzeigen
    Die Frage ist nun Folgende: Da der Char IT einen eher schmalen Geldbeutel hat, wollte ich um die Flicken aufzunähen möglicht grobe und dicke Fäden verwenden, und die Flicken mit möglichst wenigen Stichen festnähen, da der Char IT kaum nähen kann und dementsprechend auch seine Kleidung darunter zu leiden hat.
    Ich stelle mir grad folgende Frage: Hast du viel Erfahrung im Handnähen?
    Vermutlich nicht, oder? Selbst ich nähe recht wenig mit der Hand, obwohl ich sehr viel mit der Maschine nähe.
    Deshalb ist es unnötig, bemüht schlecht zu nähen, denn du kannst es selbst vermutlich auch nicht besser als dein Charakter . Näh die Flicken einfach "normal" an. Und versuche, die Stiche eben nicht weit auseinander, sondern relativ nah zusammen zu setzen. Würde auch keinen möglichst dicken Faden nehmen, sondern einen nicht superfeinen, sondern ... normalen; eventuell ein bisschen dicker als normal, aber nicht extrem dick. Dein Charakter ist ja auch nicht völlig verblödet, oder?
    Bei manchen Stoffen kann man übrigens auch aus dem Stoff einen Faden herausziehen und den zum Nähen benutzen.

    Was ich außerdem wichtig finde: Mach die Flicken nicht in extremen Kontrastfarben zur Klamotte, sondern eher farblich halbwegs passend. Sonst sieht es aus wie ein Clowns-Karnevalskostüm.
    Und es wäre gut, sich erstens zu überlegen, wo sich die Kleidung am meisten abnutzt (anstatt Flicken willkürlich zu verteilen) und wo Risse o.ä. am wahrscheinlichsten sind, und zweitens dementsprechend zu überlegen, welche Form die Abnutzungsspuren haben und die Flicken nicht alle quadratisch zu machen. Siehe Clownskostüm
    Moderative Eingriffe werden von mir als solche gekennzeichnet.

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  4. #4
    Kamikaze
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    Beachte bei den Flicken, dass der Stoff nur farblich etwa zum Rest der Klamotte halbwegs passt, denn wenn du direkt den gleichen Stoff verwendest, kannst du dir die Mühe sparen, da man den Flicken dann schlicht nicht sieht, solange man nicht gezielt danach sucht.
    Am besten sollte die Struktur und auch die Farbnuance ein wenig unterscheiden.
    Das gleiche gilt auch für den Nähfaden. Zwar sieht man die Naht besser, wenn sie in einer Kontrastfarbe zum Rest des Stoffes ausgeführt ist, jedoch wirkt eine Abweichung mit Fingerspitzengefühl echter, da ja niemand absichtlich seine Klamotte verschandeln würde.
    Als Alternative bietet sich noch an, die Flicken aus dem Stoff eines anderen (dazu getragenen) Kleidungsstück zu machen. Auch da ist allerdings Fingerspitzengefühl gefordert, um den Clownskontüm-Eindruck zu vermeiden.
    Gut funktioniert auch dünnes, weiches Leder, das speziell an (theoretisch) stark beanspruchten Stellen wie Knie und Ellenbogen gut aussieht. Dieses Leder kann man dann ebenfalls wieder mit Gebrauchsspuren (z.B. ein paar Striche mit der Drahtbüsrste oder Schleifpapier) versehen, um den "Abgewetzt-Look" noch zu verstärken.

    Zum Thema Abnutzungsspuren gibt es auch einen schönen Artikel im Larpwiki: https://www.larpwiki.de/LarpDreck
    Monster und Persönlichkeiten aller Art...

    Meine Charaktere, Bastelanleitungen und mich findet ihr auch im LARP-Wiki

  5. #5
    Nount
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    Zitat Zitat von Kamikaze Beitrag anzeigen
    Beachte bei den Flicken, dass der Stoff nur farblich etwa zum Rest der Klamotte halbwegs passt, denn wenn du direkt den gleichen Stoff verwendest, kannst du dir die Mühe sparen, da man den Flicken dann schlicht nicht sieht, solange man nicht gezielt danach sucht.
    Das ist wirklich eine Gratwanderung.
    Übrigens: Bei Rissen ist es sinnvoller, die wieder zusammenzunähen, als einen Flicken drüberzumachen. Flicken sind eigentlich nur für Stellen sinnvoll, wo der Stoff sich abreibt, z.B. Ellbogen.
    Moderative Eingriffe werden von mir als solche gekennzeichnet.

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  6. #6
    oliverp
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    Zitat Zitat von Nount Beitrag anzeigen
    Mach die Flicken nicht in extremen Kontrastfarben zur Klamotte, sondern eher farblich halbwegs passend. Sonst sieht es aus wie ein Clowns-Karnevalskostüm.
    Und es wäre gut, sich erstens zu überlegen, wo sich die Kleidung am meisten abnutzt (anstatt Flicken willkürlich zu verteilen) und wo Risse o.ä. am wahrscheinlichsten sind, und zweitens dementsprechend zu überlegen, welche Form die Abnutzungsspuren haben und die Flicken nicht alle quadratisch zu machen. Siehe Clownskostüm
    Diese Punkte von Nount sind echt wichtig und machen eigentlich den gesamten Effekt aus, bei meinem ersten Versuch hatte ich damals nicht darauf geachtet und sah aus wie Pipi Langstrumpf, erspar dir das lieber.
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
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  7. #7
    bradley
    bradley ist offline
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    Zwirn ist im I-Net oft günstiger als in der Kurzwarenecke im Supermarkt. Da gibt es auch alle Farben und Sets mit verschiedenen Farben.

    Beim zusammennähen von breiten Rissen ist es manchmal ganz gut von innen noch einen Flicken gegenzusetzen. Risse entstehen oft da wo das Material ohnehin durch mechanischen Abrieb geschwächt wird zB. am Knie oder Po. Da bilden sich dann nach dem ersten Riss auch gern parallel laufende Risse im kurzen Abstand zum ersten. Die Optik viel getragener Kleidung zu erzeugen ist wie schon gesagt eine Kunst für sich.

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