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  1. #1
    Frieder
    Frieder ist offline
    Grünschnabel

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    Schnittmuster/Anleitung Wams und Weste

    Hallo an Alle,

    ich möchte mir ein paar Standard Grundkleidugnsstücke nähen die ich immer gern dabei habe: Brouche, Beinlinge, Hemd und Wams oder Weste.

    Bei Wams und Weste stellen sich dann die Frage: Welches Schnittmuster würdet ihr da empfehlen? Ich habe einen groben brauenn Wollstaff der mit Leinen oder Segeltuch gefüttert werden soll. Damit es in kalten Nächten wärmt.

    Anleitugnen die ich kenne:

    http://www.gewandungen.de/anleitungen/wams.html
    http://www.gewandnaeherin.de/gewandn...ern/weste.html

    Die Fragen: Hat Jemand noch ein schönes Schnittmuster? Hat jmd. schonmal mit Segeltuch gefüttert, ich dachte das wird dann schön schwer und warm?

    Generell finde ich sehen westen schöner aus, aber wie dann die Armee warm halten? Hat da Jemand eine passende Idee?

    Viele Grüße
    Frieder

  2. #2
    bradley
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    Also für das Wams (Doublet) hat golden pattern ein gutes Schnittmuster, das mE. auch weniger Komplex ist als der erste Link. Diese Schnittmuster sind aber nicht gratis (ca. 5-7€ als PDF). Dafür ziemlich bequem: Man gibt seine Größe an und bekommt ein Schnittmuster in Originalgröße zum Ausdrucken, das man beliebig oft ausdrucken kann. Da muss man fast nichts mehr anpassen, weshalb man mit solchen Muster deutlich schneller ist als mit den Internet-Schema-Mustern.

    Das Weste-Ärmel-Problem: Wams mit Nestelärmeln machen, dann hast du beide Varianten. Die Ösen entstehen dabei am besten durch vorsichtiges weiten und umnähen mit einer U-Scheibe auf der Rückseite. Man kann auch Ösen einnieten, das hält aber weniger gut. Verbindung mit Lederbändern, schönen Bändern mit Nestelspitzenspitzen oder braunen Baumwollschnürsenkeln mit Nestelspitzen. Je nach Geschmack, Anspruch und Art der Darstellung.

  3. #3
    Cartefius
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    Hier gibt es auch ein Schnittmuster, dürfte recht verglichbar zum ersten sein:
    http://www.companie-of-st-george.ch/...Guide_Download

    Die Ösen entstehen dabei am besten durch vorsichtiges weiten und umnähen mit einer U-Scheibe auf der Rückseite. Man kann auch Ösen einnieten, das hält aber weniger gut.
    Normalerweise ist das Einnnähen von Verstärkungsscheiben eigentlich unnötig, gerade bei Kleidung, die keine Rüstungsteile tragen muss, da reicht einfaches Aufweiten des Loches mit einem Pfriem (zur Erklärung: Man versucht absichtlich keine Stoffäden zu durchtrennen, um keine Schwachstelle zu schaffen, sondern sticht ein Loch zwischen die Fäden) und anschließendes Umnähen z.B. mit Decken- oder Knopflochstich.


    Die Fragen: Hat Jemand noch ein schönes Schnittmuster? Hat jmd. schonmal mit Segeltuch gefüttert, ich dachte das wird dann schön schwer und warm?
    Es gibt wohl historische Fälle aus der Renaissance, bei denen Segeltuch z.B. als Zwischenschicht in der Brustpartie in Wämser eingearbeitet wird, das hat aber eher den Zweck, das ganze möglichst glatt und steif wirken zu lassen. Als Schicht direkt auf der Haut, sprich als "Futter" im klassischen Sinne, würde ich hingegen kein Segeltuch nehmen, das finde ich zu rauh und zu unangenehm, und gerade bei den weichen Stellen wie den Armbeugen sieht es vermutlich auch nicht gut aus. Wenn du ein besonders schweres, warmes Wams möchtest, würde ich entweder den Oberstoff schwerer wählen, oder als Futterstoff statt dem üblichen Leinen ebenfalls einen (etwas dünneren, weichen) Wollstoff verwenden.

  4. #4
    Kamikaze
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    Anleitung für eine Bruche: https://www.larpwiki.de/RickS./Baste...tungen/Brouche
    Anleitung für frühe Beinlinge: https://www.larpwiki.de/RickS./Baste...ngen/Beinlinge (je nachdem, wie du das Wams machst, können auch hohe Beinlinge oder eine Schamlatzhose passen. Diese werden öfter genestelt und entsprechend viele Anknüpfungspunkte.)

    Für ein Westen-Schnittmuster würde ich eine alte, gebrauchte Weste zerlegen. Da hat sich meines Wissens nach nicht viel getan in der Form (abgesehen evtl. vom unteren Saum).

    Segeltuch ist nur warm, so lange es trocken ist. Da Segeltuche meist aus Baumwolle gewebt sind, verlieren sie die wärmende Wirkung bei Kontakt mit Wasser. Wenn ein Kleidungsstück wärmen soll: Wolle verwenden. Feines Wolltuch ist auch auf der Haut deutlich angenehmer als (meist grobes) Segeltuch und (an)gewalkte Wolle ist weitgehend wasserabweisend. Zudem verliert Wolle die wärmenden Eigenschaften nicht - auch wenn der Stoff mal durch nass ist.
    Geändert von Kamikaze (23.02.2015 um 22:04 Uhr)
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  5. #5
    Frieder
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    Grünschnabel

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    Vielen Dank für die Ratschläge. Ich werde dann wohl mit Leinenstoff füttern.

    Kamikaze, hast du einen Anleitung für eine Schamlatzhose. Dann auch aus gewalkter Wolle?

  6. #6
    Kamikaze
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    Eine Anleitung für eine Schamlatzhose scheitert bei mir bisher an der Umsetzung. Ich habe es bisher noch nicht geschafft ein passendes Exemplar zu machen und setze momentan völlig auf die verlinkte Beinling-Variante. Es gibt verschiedene Bücher, in denen Schnitte für Schamlatzhosen zu finden sind. Ich meine dort drin etwas entsprechendes gefunden zu haben (habe das Buch aber gerade nicht hier): http://www.amazon.de/Kleidung-Mittel...bst+anfertigen Alternativ ist der "medieval tailors assistant" auch immer einen Blick wert.
    Geändert von Kamikaze (24.02.2015 um 06:09 Uhr)
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  7. #7
    bradley
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    Man kann natürlich auch am Wams mit mehreren Schichten arbeiten und das in Mustern absteppen. Ob das noch SpäMi ist oder eher in die Renaissance gehört, weiß ich aber nicht. Sieht jedenfalls super aus, wird schön warm, aber auch viel Arbeit und nicht jede Nähmaschine schafft x-lagen Stoff.

  8. #8
    Belegond
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    Ich hab´ mehrere Schamlatzhosen nach der Anleitung im Medieval Tailor´s Assistant gemacht, die ist ziemlich gut. Das Buch gibt´s auch auf deutsch.
    Gewisser Freund, erprobtes Schwert
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  9. #9
    Dutch
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    Ich empfehle generell Sarah Thursfields "Medieval Tailor's Assistant".
    Die Infos dort helfen enorm, die nicht ganz anspruchslose Kleidung des Spätmittelalters besser zu verstehen. Dazu gehört z.B. auch das Erstellen einer persönlichen Schnittmuster-Basis, Stoffwahl, passende Kombinationen mit ergänzenden Kleidungsstücken, und kleine aber wichtige Abschlussarbeiten, wie z.B. das Einarbeiten von Nestellöchern (siehe auch der Beitrag von Cartefius).
    In dem oben bereits verlinkten "Kleidung des Mittelalters selbst anfertigen" sind manche Infos meiner Meinung nach oberflächlicher gehalten. Dass man ein paar entscheidende Dinge nicht vermittelt bekommt, merkt man aber u.U. erst beim fertiggestellten Kleidungsstück, wenn es hinten klemmt und vorne spannt, oder man wegen ungünstiger Stoffwahl nicht den Tragekomfort genießt, den das Kleidungsstück bieten könnte.

    Die englische Fassung des "Medieval Tailor's Assistant" kannst du hier herunterladen:
    http://www.strony.toya.net.pl/~kuswir/MTA.pdf

    Die deutsche Übersetzung heißt "Mittelalterliches Schneidern: Historische Alltagskleidung zwischen 1200-1500 selbst gemacht" und ist über den Buchhandel zu bekommen.

    Tschüs
    Michael
    Für mehr Western im LARP: LarpWiki: WesternLarp

    Cons, Orgas, Aktuelle Infos: Facebook-Gruppe "Western LARP Bayern"
    Gone, but not forgotten: Buffalo Hill 1888

  10. #10
    Frieder
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    Danke für die Literatur Hinweise, die sind einfach richtig super! So freue ich mich noch viel mehr auf den kommenden Stoffmarkt.

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