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  1. #1
    Hinner
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    Kettenhemden selber bauen

    Ich melde mich auch mal wieder.
    Momentan überlege ich (ohne speziellen Hintergrund) ein Kettenhemd zu bauen.
    In der Hoffnung hier bei den richtigen Leuten zu sein, habe ich einige Fragen dazu:
    Erstmal, wieviele Ringe brauche ich ca.? Ich bin knapp 2 m Groß, und habe eine Normale Statur, bin tendenziell jedoch etwas Dünner. Als Ringgröße habe ich mir so ~6-7mm überlegt, ohne genaue Pläne zu haben. Das alles mit vernieteten Gliedern. AAABBBBEEEERRRR:
    Die sind Teuer
    Richtig Teuer.
    Grob Gerechnet (Ohne wirklich einen Plan zu haben) mit 50000 Nieten von Denen Hier:
    https://www.battlemerchant.com/Kette...elt::2706.html
    Macht das dann knapp 500€
    Ein Fertiges Kettenhemd kostet knapp die Hälfte
    https://www.battlemerchant.com/Kette...r-L::2176.html

    Habe ich da einen Denkfehler?
    Und was ist der Unterschied zwischen Rund- und Keilnieten? Die Keilnieten sind ja auch noch einmal wesentlich teurer.
    Und habt ihr evtl. andere (Günstigere) Bezugsquellen?
    Und wie gut geht Selbermachen bei Flachringe, bzw. Vernieteten Ringen? und das aus Federstahl? Geht das ?

    Ganz Ganz Viele Fragen, ich freue mich auf eure Antworten...
    -Hinner

  2. #2
    Kamikaze
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    Basislektüre: https://www.larpwiki.de/Kettenhemd
    und: https://www.larpwiki.de/RickS./Baste...rw%C3%BCrkerei (Da ist auch ein Tool zur Mengenberechnung verlinkt.)


    Und wie gut geht Selbermachen bei Flachringe, bzw. Vernieteten Ringen? und das aus Federstahl? Geht das ?
    Selbermachen geht (natürlich) immer. Flachringe stellen da kein Problem dar - ob nun vernietet, oder ohne Nieten, so lange die Ringe aus halbwegs brauchbarem Stahl sind.
    Bei Federstahl wird es schon interessanter: Fertige Ringe aus Federstahl zu verflechten ist zwar idR. anstrengend, geht aber. Beim Vernieten wäre ich aber vorsichtig, da die als Federstahl verkauften Metallsorten sich oft nur schwer bearbeiten lassen. Zudem ist es in meinen Augen wenig sinnvoll Federstahlringe zu vernieten, da Federstahl einmal vernietet praktisch keine Vorteile mehr gegenüber "normalem" Stahl hat. Die Idee der Federstahlringe ist eher, hochwertigeres Metall für unvernietete Ringe zu verwenden, damit Geflechte, die eben nicht von Nieten zusammengehalten werden weniger Ringe verlieren.

    zum Preis: das verlinkte KH ist schon sehr günstig. Mein letzter Stand war, dass es vernietete Geflechte (außerhalb von Sonderangeboten) erst ab ca. 3-400€ gibt.
    Ulfberth ist dabei aber eine vernünftige Marke, der man idR. vertrauen kann.

    Hingegen hält sich die Preisersparnis tatsächlich oft in sehr engen Grenzen, weshalb es sich imho nur dann lohnt, so ein aufwändiges Projekt zu beginnen, wenn man etwas spezielles haben möchte. Z.B. andere Flechtweise(n), Verzierungen aus andersfarbigen Ringen direkt einbetten (z.B. Messingringe), oder tatsächlich einen Schnitt, den es so nicht zu kaufen gibt (z.B. Elfen-KH, spezielle Helmbrünnen, oä.).
    Dazu solltest du bedenken, dass es zwar nicht schwierig ist, ein Kettengeflecht zu erstellen - es jedoch eine langwierige Arbeit ist, bis so ein Kettenhemd fertig ist.
    Als Anhaltspunkt: Ich habe vor einigen Jahren mal selbst ein unvernietetes KH in 6in1 Flechtweise gemacht (knielang, kurzärmelig, ca. 10mm Ring-ID, ~45.000Ringe) und war über 1,5 Jahre lang mit durchschnittlich ca. 2Std/Tag beschäftigt. Allerdings habe ich damals auch die Ringe selbst gedreht.
    Geändert von Kamikaze (23.03.2016 um 05:55 Uhr)
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  3. #3
    Hinner
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    DankeDanke
    Neuberechnet komme ich jetzt "nurnoch" auf 350€ .
    Mir geht es dabei eigentlich wirklich um das selbermachen, grade, weil ich bald auch sehr viel Zeit habe (Wenn das Abi durch ist).
    Jetzt aber noch mehr Fragen. Im Larpwiki steht, dass Flachringe sich häufiger Verhaken. Wie Akut ist das Problem? nervt das nur ein wenig, oder ein wenig mehr ?
    Also : Rundringe vs. Flachringe. Preislich geben die sich ja nichts.
    Aus Federstahl sind die glaube ich garnicht, da habe ich wohl etwas durcheinander gebracht.

    PS.: ICh sehe da grade garkein Material. Wovon kann man da ausgehen?
    Geändert von Hinner (23.03.2016 um 11:29 Uhr)

  4. #4
    Edgemaen
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    Einen Ringpanzer selbst zu machen, lohnt sich in 99% der Fälle nicht. Vor allem nicht, wenn man Geld sparen will.
    Der Vorteil ist jedoch, dass man sich die Rüstung genau auf den Leib schneidern kann, also auch taillieren, was ein enormer Vorteil gegenüber der tonnenförmigen Stangenware ist.
    Wenn ich das Teil selber machen müsste, würde ich wahrscheinlich gestanzte und vernietbare Flachringe nehmen. Da spart man sich die halbe Nietarbeit. Verschweißte und vernietbare Rundringe sind natürlich optimal, aber die gibt es in den einschlägigen Shops mW nicht.

  5. #5
    Kamikaze
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    Das "verhaken-Problem" ist umstritten.
    Ich denke, das ist Gejammer auf sehr hohem Niveau. Ich selber habe ein Flachring-KH und einige Rundring-Kettenteile.
    Das Kettenhemd macht mir ab und zu (weit nicht immer) beim an- bzw. ausziehen ein wenig Probleme. Da verhaken sich dann zwei Ringe ineinander, die sich (dank der Nieten) nicht einfach aufbiegen. Dann brauche ich meist Hilfe durch eine weitere Person, um mich aus dem Teil zu befreien. Mit Rundringen hatte ich dieses Problem noch nicht, wobei ich auch kein entsprechendes KH habe, sondern eben nur kleinere Teile.
    Im "Betrieb" - also wenn es einmal angezogen ist - hatte ich bisher nur ein einziges mal ein Thema mit sich verhakenden Ringen (das KH habe ich jetzt seit gut 5 Jahren).
    Rückblickend würde ich persönlich wohl zu Rundringen greifen, wobei hier im Forum auch einige Flachring-Verfechter unterwegs sind. Wirklich schlimm habe ich das bislang allerdings nicht empfunden.


    Wenn kein Material angegeben ist hilft eigentlich nur nachfragen beim Händler, um Gewissheit zu haben.
    Meist dürfte es sich dann allerdings um standard-Baustahl handeln.

    Edgemaen hat da noch einen wichtigen Tipp in seinem Post versteckt: Ein normales 4in1-Geflecht lässt sich auch "halbmassiv" herstellen. Damit würdest du dir grob die Hälfte der Nietarbeit sparen.
    Massive Flachringe kann man z.B. im Schraubenfachhandel als "blanke Unterlegscheibe" kaufen (Vorsicht! Auf das Verhältnis zwischen Innen- und Außendurchmesser achten, damit es später auch ins Geflecht passt!)

    Ich an deiner Stelle würde erst mal mit einem "kleinen" Projekt anfangen (z.B. eine Helmbrünne), um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie aufwändig es wirklich ist. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass du es auch zu Ende machst deutlich höher, als wenn du gleich mit einem "Riesenprojekt", wie einem ganzen Panzerhemd anfängst. Viele angehende Sarwürker, die ich kenne haben ihre Projekte schon nach wenigen Wochen abgebrochen. Wäre doch schade drum, wenn du dann für hunderte € Ringe zuhause liegen hättest.
    Geändert von Kamikaze (23.03.2016 um 12:08 Uhr)
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  6. #6
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    @Edgemaen Meinst du die Hier? https://www.battlemerchant.com/Kette...elt::2429.html

    Das mit den Unterlegscheiben ist eine Prima Idee (Wenn es denn einigermaßen aussieht ).
    Was sind denn überhaupt diese 6in1 oder 8in1 Gelechte? (Bilder!! )
    UNd noch ein etwas anderer Aspekt.: Ab wann gab es denn solche Vernioeteten Kettenhemden, oder Flachringe?

  7. #7
    Kamikaze
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    Ich glaube Edgemaen ging es mehr um verschweißte Rundringe.

    Bei einem 4in1-Geflecht ist jeder Ring mit vier anderen Ringen verbunden.
    Entsprechend durchdringt beim 6in1-Geflecht jeder Ring sechs andere Ringe, und beim 8in1 eben acht.
    Das macht das Geflecht optisch dichter, aber auch schwerer.
    Hier findest du Anleitungen und Bilder zu möglichen flächig ausführbaren Geflechten: http://www.mailleartisans.org/weaves...php?tags=Sheet

    Für flächige Projekte eignen sich z.B.:
    > http://www.mailleartisans.org/weaves...play.php?key=7
    > http://www.mailleartisans.org/weaves...ay.php?key=669
    > http://www.mailleartisans.org/weaves...lay.php?key=98
    > oder auch andere Geflechte mit dem Präfix "European"

    Zur zeitlichen Einordnung:
    Bereits die alten Römer benutzten schon verschweißte Bronzeringe in ihren Geflechten. (Quelle habe ich dazu aktuell keine parat - ich meine aber mich an eine entsprechende Fernseh-Reportage zu erinnern).
    Unvernietete Geflechte sind mir in Europa historisch nicht bekannt - ebenso wie Flachring-Geflechte.
    Vernietete Rundringe kenne ich jedoch aus Quellen aus dem Hoch- bis Spätmittelalter. Ob es das im Frühmittelalter auch schon gab weiß ich gerade nicht mit Sicherheit.
    Falls Awatron noch aktiv ist und diesen Thread sieht, kann er sicherlich noch deutlich detaillierter Auskunft geben. Allerdings habe ich ihn schon länger nicht online gesehen...
    Geändert von Kamikaze (23.03.2016 um 13:02 Uhr) Grund: mehr Links
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  8. #8
    Hinner
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    Ok, Danke.
    Dann werde ich nochmal überdenken, wie ich das mache .
    Historisch korrekt liegt mir nämlich dann doch ein wenig am herzen.

  9. #9
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    Wenn du ein Kettengeflecht erstellen willst, das dem derzeitigen Stand der Geschichtsforschung entspricht, wirst du um deutlich detailliertere Nachforschungen zu deinem geplanten Projekt kaum herum kommen.
    Nicht nur, dass moderner Baustahl und historisches Eisen nur bedingt vergleichbar sind, sondern auch Be- und Verarbeitung, Niettechnik und Ringgeometrie unterscheiden sich z.T. stark - je nach Region und Zeitalter. Da können dir aber Leute aus dem Living-History-Bereich, der zu deinem Projekt passt vermutlich besser helfen, als wir hier.
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  10. #10
    Hinner
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    Öhhmmm. Danke für dden Tipp, ich schaue mal, worauf ich mich da eingelassen habe

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