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  1. #1
    Bruder Leonhardt
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    Schusswaffen-Umbau Faschingsmunition vs 4mm Zündhütchen

    Hallihallo,

    ich habe leider nirgendwo anders eine zufriedenstellende Antwort gefunden, vielleicht kann das ja jemand schnell beantworten.

    Für meinen 18 Jhdt Charakter habe ich mir eine Deko-Steinschloss-Pistole von Denix gekauft. Diese möchte ich nun modifizieren, sodass sie auch knallt, indem ein passender Stift auf der Pfanne eingeschraut wird.

    Anscheinend gibt es die Möglichkeit, sowohl Faschingsmunition (aufgetrennte Ringe oder Automatikmunition) als auch 4mm-Vorderlader-Zündhütchen zu verwenden, indem ich einfach zwei unterschiedliche Stifte zum Einschrauben herstelle.

    Wie sehen da eure Erfahrungen aus? Was verwendet ihr? Was ist wo wie zugelassen?

    Viele Grüße

    Gregor

  2. #2

  3. #3
    Bruder Leonhardt
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    rechtlich habe ich da keine Bedenken. Der Umgang mit den Vorderlader-Zündhütchen ist frei, du kannst mit denen tun und lassen was du willst, brauchst keinen Schwarzpulver-Schein etc. Ärger gibts nur, wenn du eine Schusswaffe bastelst. Also eine Bohrung zum Hauptrohr anlegst etc.

    Was genau passiert, wenn die Hütchen zur Seite aufreißen?
    Geändert von Bruder Leonhardt (30.05.2016 um 11:05 Uhr)

  4. #4
    Dutch
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    Die Zündhütchen fallen meines Wissens nicht unter Restriktionen durch das Waffengesetzt (ohne Gewähr). Man darf sie frei (ab 18?) kaufen, was aber nicht automatisch heißt, dass sie überall und jederzeit zum Einsatz kommen dürfen. "Tun und lassen was du willst" scheint mir daher zu optimistisch zu sein.

    Das nachträgliche Verändern einer vom BKA genehmigten Deko-Schusswaffe fällt dagegen sehr wohl unter das Waffengesetz, denn nach dem Verändern müsstest du den Umbau streng genommen wieder genehmigen lassen.
    Was du auf privatem, nicht öffentlichen Grund und Boden damit tust, kann der Eigentümer/Besitzer des Geländes zwar zulassen. Sobald du dich in den öffentlichen Raum begibst, hast du trotzdem etwas nicht genehmigtes Schusswaffenähnliches bei dir. Wir sind natürlich alle erwachsen und können abwägen, was wir tun. Ein Polizist im Dienst wird in diesem Punkt aber wenig Toleranz zeigen.

    Zum Aufreißen der Zündhütchen:
    Was Mario als "seitliches Aufreißen" bezeichnet, ist ein explosionsartiges Zerfetzen des Metallmantels des Zündhütchens. Das kann passieren, wenn das Zündhütchen auf einem Vollmetallstift zündet, statt auf einem hohl gebohrten Piston, durch das die Explosionsenergie normalerweise in Zündkanal und Lauf abgeführt wird. Beim Zerfetzen können sich auch Metallpartikel lösen und wie winzige Schrappnelle davonfliegen. Da man eine Waffe beim Abfeuern typischerweise auf Augenhöhe hält (auch auf der der Umstehenden), kann das buchstäblich ins Auge gehen.

    Faschingsmunition ist zwar leiser, aber in diesem Punkt auch weitaus weniger aggressiv.

    Bei den mir aktuell bekannten Western-Orgas sind Zündhütchen aus dem Schwarzpulverschießen übrigens gar nicht zugelassen. In Verbindung mit den meit verwendeten Dekowaffen sind sie zu laut, speziell in Innenräumen.


    Noch ein Hinweis zum Umbauen:
    Die meisten Dekowaffen sind aus einer Zinklegierung gegossen. Je nach Qualität kann das Material spröde und dadurch brüchig sein. Gerade der lange Hahn bei Steinschlosswaffen ist ein potenziell bruchgefährdetes Bauteil. Es würde sich anbieten, mittelfristig auf einem Marktplatz wie eGun nach einer gebrauchten Schlossplatte von einer Schwarzpulverwaffe zu suchen und diese in die Dekowaffe einzubauen. Das hält auf jeden Fall.

    Edit: Bruchgefahr aufgrud Materialschwäche hinzugefügt
    Geändert von Dutch (30.05.2016 um 13:16 Uhr)
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  5. #5
    Chevalier
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    Ich kenne durchaus Orgas, die explizit Zündhütchen als zu laut verbieten (gerade im Westernbereich), da der Unterschied doch sehr deutlich ist, und nur Faschingsmunition zulassen.
    Faschingsmunition habe ich außerdem auch generell als völlig ausreichend laut festgestellt. Allerdings gibt es da Unterschiede. Vielleicht solltest du erst die für dich passende Munition suchen (es gibt ja Ringe, Streifen, kleine und sehr große, rote, braune, blaue oder gelbe und fast alle sind sie unterschiedlich gut geeignet; müssen ausgeschnitten werden und zurechtgefeilt ggf., sind unterschiedlich laut etc.) und dann entscheiden, was du da aufbringen willst.
    ...

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  6. #6
    Mario
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    Zum Aufreißen der Zündhütchen:
    Was Mario als "seitliches Aufreißen" bezeichnet, ist ein explosionsartiges Zerfetzen des Metallmantels des Zündhütchens. Das kann passieren, wenn das Zündhütchen auf einem Vollmetallstift zündet, statt auf einem hohl gebohrten Piston, durch das die Explosionsenergie normalerweise in Zündkanal und Lauf abgeführt wird. Beim Zerfetzen können sich auch Metallpartikel lösen und wie winzige Schrappnelle davonfliegen. Da man eine Waffe beim Abfeuern typischerweise auf Augenhöhe hält (auch auf der der Umstehenden), kann das buchstäblich ins Auge gehen.
    Danke Dutch!
    Ich hatte das an Pistons beobachtet (hatte nie mit eigen-umbauten zu tun). Von daher vorsicht...

  7. #7
    Sebastiano
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    Alle Angaben ohne Gewähr !!

    @Durch

    Bezüglich dem Umbau von Dekowaffen ist zu beachten das es sich bei der im Blog um einen Vorderlader handelt,
    mit Funkenzündung und von der Bauweise her vor 1871 entwickelt.

    Daher sollten sie laut WaffG frei erwerbbar sein.
    (Achtung, gilt meines Wissens nach nicht für Perkussionsrevolver !!!)


    Da es sich bei der Muskete im Blog ja auch um eine reine Dekowaffe handelt, also bauartbedingt wegen dem Zinkguss etc
    für eine echte Waffe gar nicht tauglich, und höchst wahrscheinlich keine Beschusszeichen aufweist, würd ich mir in der Beziehung keine Sorgen machen. ( Achtung, Angaben ohne Gewähr )

    Aber mal an den Threadersteller:

    Ich selber würde für aussen eher Zündhütchen verwenden da lauter, und in Innenräumen nicht schießen oder eine andere Waffe verwenden.
    Kommt halt immer auf die Orga an
    Du musst halt bei Vorderladerzündhütchen darauf achten das die Schlagkraft des Hammers hoch genug ist, sonst passiert nix.
    Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler,
    aus denen man lernen kann, möglichst früh zu begehen.

    - Winston Churchil l-

  8. #8
    Gerwin
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    Ehe hier Menschen mit einen hobbyisten-Halbwissen nahe an die Rechtsberatung rücken :

    Frag einen Anwalt. Aber bitte jemanden der sich damit auskennt und ggf. auf Waffenrecht spezialisiert ist. Und zahl ihn. Das ist die einzige Möglichkeit eine halbwegs sichere und neutrale Bewertung zu bekommen.

    Gruß

    Gerwin

  9. #9
    Dutch
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    Auf den Deko-Waffen, die von vornherein als Deko-Waffen produziert werden, ist bereits im Guss eine BKA-Raute (bzw. etwas Vergleichbares) angebracht. Ich sehe keine großen Interpretationsspielräume, als dass hier eine Genehmigung für den Auslieferungszustand besteht. Wenn ich den verändere, wird die Deko damit zwar nicht zur Waffe. Aber was sie dann tatsächlich ist ... geben wir dem von Gerwin vorgeschlagenen Anwalt das letzte Wort.
    Du musst halt bei Vorderladerzündhütchen darauf achten das die Schlagkraft des Hammers hoch genug ist, sonst passiert nix.
    Das kann ich aus eigenen Versuchen bestätigen. Zündhütchen brauchen tatsächlich deutlich mehr Bumms, als Faschingsmunition.
    Geändert von Dutch (31.05.2016 um 12:48 Uhr)
    Für mehr Western im LARP: LarpWiki: WesternLarp

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  10. #10
    Gerwin
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    Ganz generell nur einmal: Die Sache mit dem Anwalt ist keinesfalls arrogant oder berufsbedingt gemeint. Ich würde einen entsprechenden Fall persönlich ablehnen, auch wenn hier sicher irgendwo ein Kommentar zum WaffG rumsteht. Alles was irgendeine Veränderung darstellt ist allerdings tendenziell problematisch. Dazu gehört generell sogar das "modden" von Softairwaffen. Ein Anwalt muss da zwar nicht das letzte Wort haben. Wenn mir ein (spezialisierter) Anwalt aber schriftlich das Okay gibt und ich am Ende Probleme bekomme, dann kann ich mich deutlich leichter auf einen unvermeidbaren Verbotsirrtum berufen.
    Natürlich ist das jetzt in gewisser Weise mit "Kanonen auf Spatzen geschossen". Ich kenne genug Menschen die beispielsweise einen Teleskopschlagstock führen und auch ich würde so etwas evtl. zum joggen bei Nacht mitnehmen. Man sollte sich eben nur bewusst machen wo die Risiken liegen.

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