Ergebnis 1 bis 8 von 8
  1. #1
    Nevax
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    Grünschnabel

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    Warum Latex und kein Silikon?

    Nachdem ich kürzlich etwas mit Silikon gebastelt habe, fiel mir auf, dass das Material eigentlich recht gut zu gebrauchen und einzufärben ist. Nun bin ich mir sicher, dass es einen sehr guten Grund gibt, warum man kein Silikon als Waffenüberzug nimmt, und sich stattdessen auf Latex verlässt - nur leider konnte ich diesen Grund nicht finden. Ein kurzer Test, eine Stück "Müll-Schaumstoff" mit Silikon zu überziehen brachte da leider ebenfalls keine neuen Erkenntnisse.

    Also, bitte helft mir weiter: Warum werde Waffen mit Latex überzogen und nicht mit Silikon?

  2. #2
    Kamikaze
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    Ein Grund dürfte sein, dass sich Silikon im Vergleich zu Latex viel schwerer verarbeiten lässt.
    Insbesondere glatte, "schöne" Oberflächen sind mit Latex-Sprüh-Technik heute so normal, dass Silikon auch zumindest sehr nahe an diese Oberflächengüte heran kommen müsste.
    Nun kann man Silikon (wenn man von sündhaft teuren Spezial-Silikonen mal absieht) nicht gut sprühen oder anderweitig gleichmäßige, glatte und dünne Oberflächen erzielen.
    Dazu kommt, dass Silikon im Vergleich zu Latex sehr lange zum durchhärten braucht, was die Produktion langsamer macht, bzw. größere Trocknungs-Lager voraussetzt.
    Außerdem lässt sich Latex im ausgehärteten Zustand noch gut bemalen (solange kein Topcoat drauf ist), was besonders bei künstlerischen Details wichtig ist. Auf Silikon hingegen haftet keine Farbe mehr dauerhaft. (Schmutz allerdings auch nicht.)
    Monster und Persönlichkeiten aller Art...

    Meine Charaktere, Bastelanleitungen und mich findet ihr auch im LARP-Wiki

  3. #3
    oliverp
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    Damit Silikon sich nicht bei jeder Reibung aufreibt (aufnibbelt), muß es zum einen sehr sehr glatt sein wie Kamikaze schon sagt. Dazu braucht es ne Mindeststärke von 3,5-4mm, das bedeutet viel mehr Gewicht.
    Dazu kommt, dass Silikon vs Silikon immer eine "klebrige" Angelegenheit ist und die Waffen immer tropfnass sein müssen vom Teflonspray um sich nicht gegenseitig aufzureiben.
    Versucht wird das seit 15 Jahren mindestens

    Wurfwaffen kann man zT drauß machen, aber bei der Durchhärtzeit... bietet das keine Vorteile.

    Falls du was Neues entdeckt hast, immer raus damit
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
    Jean-Jacques Rousseau

  4. #4
    Nevax
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    Ok, die Argumente klingen Valide. Was neues entdeckt habe ich wohl nicht, eher was altes wieder ausgegraben:

    Mit Silikon kann man recht schnell und schön hohle Wurfdinge erstellen, da gibts hier auch irgendwo eine lange ausführliche Anleitung zu.

    Kurzform:

    Material: Plastikform, 2 Teilig (beispielsweise Kugel, gibts Zuhauf im Baumarkt, Bastelshop etc.), Silikon (Baumarkt, 3€ / Tube, reicht für 3-4 Bälle mit 8cm Durchmesser), Acrylfarbe (im Originalthread war von Seidenfarbe die Rede)

    Möglichkeit 1 (glänzend, glatte Oberfläche): Plastikform dünn mit durchsichtigem Silikon ausstreichen, trocknen lassen. durchsichtiges Silikon mit einem kleinen Tropfen (sehr kleinen Tropfen) Farbe (in meinem Fall Violett) anmischen, nocheinmal etwas dicker auftragen, trocknen lassen, aus Form lösen, Hälften mit Silikon zusammenfügen.

    Möglichkeit 2 (Ungezügelte Energie, bspw.: Feuerball): Wie Möglichkeit 1, nur werden die Hälften vor dem zusammenkleben einmal auf links gedreht. Durch das Pinseln des Silikons entsteht so eine stark unebene Oberfläche

    Möglichkeit 3 (Matte Oberfläche): Zusatzmaterial: Eimer, Wasser, Spüli: Wasser und Spüli in den Eimer, Silikontube reinmatschen, Tropfen Silikonfarbe rein, alles durchmischen (mit der Hand, dank dem Spüliwasser klebts nicht mehr an der Hand), Silikon ausdrücken, in die Formen drücken, warten, zusammenfügen.

    (Möglichkeit 3 ist hier die schnellste Methode, sollte man aus irgendeinem Grund eine Art von Wurfgeschossen (Flaschen, Energiebälle, Kanonenkugeln etc.) Massenproduzieren wollen - Arbeitsaufwand pro Geschoss liegt geschätzt bei weniger als einer Minute)

    Möchte man keine durchsichtigen Dinge erstellen (Also keine Flaschen, Kristalle oder Magiebälle in die Knicklichter / Taschenlampen reinkönnen) kann man auch auf undurchsichtiges Silikon zurückgreifen.

    Wichtig: Nach dem bauen gut abspülen (Gerade bei Möglichkeit 1 & 2), und nur in gut belüfteten Räumen durchführen, Silikon stinkt wie hölle

    Was ich derzeit noch suche (und nicht finde, mir daher vmtl demnächst selbst zusammenkleben werde) ist eine hohle Kristallform, die ich als Gußform verwenden kann

  5. #5
    Kelmon
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    Ich glaube die ursprüngliche Anleitung dazu ist leider in den Tiefen des Internets verschwunden, was sehr schade ist. Wollte diese vor einiger Zeit mal jemandem zum nachbauen verlinken, konnte aber nur tote links finden.

    Interessant wäre, mal auszutesten, ob man Standard-Sanitärsilikon mit irgendeinem Verdünnungsmittel so flüssig bekommt, daß es sich wie Latex verstreichen lässt...wobei da dann immer noch die Frage nach dem Preis, dem Aufwand, und dem praktischen Nutzen ist. Latex "funktioniert" eben.

    Als Importware leider für uns sicherlich zu teuer, aber in den USA setzt man für den "Latex"-Waffenbau gerne PlastiDip ein, das enige sehr nette Eigenschaften haben soll. Leider kam ich bei meinem letzten USA-Besuch nicht in einem Baumarkt, um mir mal eine Dose mitzubringen. Aber das nur, um zu zeigen, daß alternative Materialien duchaus denkbar sind. Vielleicht

    Was die Gussform angeht: Möglich wäre hier ja z.B. eine zweiteilige Form von einem Kristall-Positiv aus Alginat oder ähnlichem herzustellen. Der Kunst- und Bastelbedarf hat hier vermutlich so einige interessante Dinge, gerade wenn die Form etwas permanenter sein soll.
    Geändert von Kelmon (23.03.2017 um 11:06 Uhr)
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  6. #6
    flamerius
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    Zitat Zitat von Kelmon Beitrag anzeigen
    Als Importware leider für uns sicherlich zu teuer, aber in den USA setzt man für den "Latex"-Waffenbau gerne PlastiDip ein, das enige sehr nette Eigenschaften haben soll. Leider kam ich bei meinem letzten USA-Besuch nicht in einem Baumarkt, um mir mal eine Dose mitzubringen. Aber das nur, um zu zeigen, daß alternative Materialien duchaus denkbar sind.
    PlastiDip ist in Deutschland eigentlich auch recht gut zu bekommen. Grade in der Auto-Szene wird das Zeug zum Felgen "lackieren" genutzt.
    Schau mal bei ATU oder im Baumarkt nach... meist in der Auto-Abteilung. Ich glaube sogar, PlastiDip auch schon bei Conrad gesehen zu haben.
    Alternativ bietet auch Foliatec ein ziemlich ähnliches Produkt an: https://www.foliatec.com/shop/detail...6/sCategory/28
    Von allen Dingen, die mir sind verloren gegangen, habe ich am Meisten an meinem Verstand gehangen.

  7. #7
    Kelmon
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    @flamerius: Beschaffen generell ist ja kein Problem (gibt's auch auf Amazon), nur wie gesagt der Preis eben: In den USA ist das Zeug deutlich billiger, dafür Latex teurer (ebenso Isoflex&co, die man sich bei Plastidip sparen kann).
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  8. #8
    Tesla
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    Also eine Oberflächenversiegelung brauchst Du bei Plastidip schon, Kelmon. Sonst hat es zuviel Grip und knibbelt sich von der Waffe runter, was es ja bei Autos auch tun soll. Sagen zumindest meine Amis.

    Ich habe letztens mal eine Gallone von dem Zeug bestellt um es auszuprobieren. Umd man muss auch irgendwie die Plastazote versiegeln bevor man den Plastidip benutzt, sonst füllt es die Poren und die Wffe wird deutlich härter als bei Latex (PD zum sprühen mit entsporechendem Verdünnder verflüssigt). Die meisten Amis benutzen dazu EVA, habe ich aber nich nicht ausprobiert. Wollte mal mehr Hitze per Heisslufpistole ausprobieren bevor ich EVA verbaue.

    Was sehr cool ist: wirklich gut zu bemalen, und wenn was uneben ist kann man es mit einem Lappen Lösungmittel "glattpolieren". Es ist sauschnell trocken, aber noch viel ungesünder als Latex was die Dämpfe angeht.

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