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  1. #1
    Nerestor
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    Schuppenpanzer

    Ich plane gerade mein Winterprojekt und brauche noch ein paar Ideen.

    Ich möchte gerne möglichst viel meiner Gewandung/Rüstung selber bauen. Da Plattnern aber nicht in Frage kommt und ich trotz Allem einen realen Rüstungsschutz anstrebe (Leder also nur als Trägermaterial in Frage kommt), ist der Schuppenpanzer die logische Folgerung.

    Ich gehöre zu der "Rüstung muss wiegen und soll nicht aus Plastik sein"-Fraktion. Bitte keine Prinzipdiskussion. Mir ist das nunmal wichtig und soll hier auch mit einfließen.

    Als Grundlage baue ich einen langärmligen Gambeson mit Stehkragen, der bis knapp über die Knie geht. Ausserdem Polsterungen für die Schienbeine. Vielleicht befestige ich die auch direkt an den Beinschienen. Hauptsache die stehen unter den Schienen hervor, damit der Schichtenlook gewährleistet wird.

    Da drüber kommt ein hüftlanges, langärmliges Kettenhemd. Auch hier ist ein Stehkragen geplant.

    Genug Vorgeschichte, nun zum Eigentlichen:

    Ich habe mich für die Panzerschuppen von Schuppenpanzer.de entschieden. Hauptsächlich die 6x4. Aussehen soll das Ganze vom Prinzip her etwa so. Das Trägermaterial des Torso und der Arm- und Beinschienen soll aber gehärtet sein. Der Rock, wegen der Beweglichkeit, eher nicht. Den werde ich wohl direkt auf dem Gambeson aufbringen. Er soll aber natürlich vom Material her (vor Allem farblich) zu den Anderen Teilen passen.

    Jetzt ergeben sich folgende Fragen:

    1. Wenn ich Torso und Schienen aus dickem Rüstleder baue und härte, den Rock aber aus dünnerem ungehärteten, hab ich dann ne Chance den Rock farblich anzupassen? Oder kann ich das gleich vergessen?

    2. Ne Mögliche Alternative wäre, den Torso und die Schienen in Linothorax-Bauweise zu machen und mit dünnerem Leder zu überziehen. Somit wär das Farbproblem gelöst. Hat jemand Erfahrung mit so einem Aufbau? Hab im Netz unterschiedliche Meinungen gelesen.

    3.:Wenn ich das mit wasserfestem Holzleim baue, wie verhält sich das, wenn es mal richtig nass wird? Passiert da gar nichts oder wird es weich? Btw, kann ich wasserfesten Holzleim verdünnen, damit er besser einzieht?

    4. Nachteil an nicht übelappenden Schuppen ist ja, dass die Klinge abgelenkt wird und zwischen den Schuppen eindringt. Wenn ich die Schuppen nur mit 2-3 mm Abstand anbringe und der Untergrund gehärtet ist, minimiert sich das Problem doch, oder?

    5. Ein weiteres großes Problem ergibt sich dann wohl mit dem Härten des Torso. Ich habe keine Idee, wie ich den so bauen kann, dass er mir beim Vorbeugen nicht unters Kinn haut. Ich kann ja schlecht ne Schiftung bauen, ohne nen deutlich Sichtbaren Übergang zu bilden. Hier wär ich für Beispielfotos von einteiligen Plattentorsos dankbar, die nicht soweit hochrutschen, dass sie mich rasieren.

    6. Und was kann man da gut als Helm zu tragen?

    Der Charakter ist von einfacher Herkunft und verdient sich mit Wachaufträgen und dem Eskortieren von Händlern und Reisenden seinen Lebensunterhalt. Dir Rüstung soll also nicht zu Hochwertig aussehen. Es geht mehr darum, den möglichen Angreifern zu vermittelt, dass es vielleicht doch besser ist den Eskortierten nicht zu überfallen und Heute lieber nichts zu essen als im Graben zu verbluten.

  2. #2
    Kelmon
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    Erstmal: Was Du da baust ist kein Schuppenpanzer, sondern wird im LARP-Umfeld (inkorrekterweise) Brigantine genannt.

    1. Du kannst Lederfarbe verwenden, um dies anzugleichen. Wobei ich nicht sagen kann, welches Leder gut, und welches schlecht färbbar ist.

    2. Wozu danach mit Leder überziehen?
    Ein Linothorax ist *keine* flexible Rüstung, sie ist starr. Da die Rüstung zumindest zu teilen wohl beweglich sein soll halte ich das für keine gute Wahl.

    3. Ja, kannst Du verdünnen (war aber bei mir nie nötig), nein, da sollte auch bei Nässe nichts passieren.

    4. Es bleibt dennoch eine blödsinnige Rüstung, die sich alleine daraus ergibt, daß man zu faul ist, die Metallplatten (komplizierter) überlappend zu nieten.
    Alternativ: Daraus, daß in der Neuzeit das Material weit billiger ist als Arbeitszeit.
    Alternativ: Daraus, daß Leute zuviel Bravehart gesehen haben

    5. Bau ihn eben einfach passend. Wenn er genau an Deinem Oberkörper anliegt ist es egal, wie weit Du Deinen Kopf drehst, hebst und senkst.

    6. Eisenhut?
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  3. #3
    Nerestor
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    zu 1.: Ja, dass Lederfarbe gibt war mir bewusst. :P Ich weiss nur nicht wie stark sich die Farbe bei welchem Leder verändert und ob die Chance besteht nen annähernd ähnlichen Farbton zu erhalten.

    zu 2.: Erstens sieht Leder nunmal besser aus als Leinen und zweitens hätte ich dann die Möglichkeit den Torso zweiteilig (also Brust und Rücken) zu bauen und mit einem großen Stück Leder an den Schultern wieder zu verbinden. Somit könnte ich den dann auseinander klappen um in an zu legen und dann an den Seiten schließen.

    zu 4.: Ein Glück hab ich da Gegenargumente. Die Gründe sind eigentlich, dass ich Wert drauf lege es selbst zu bauen, kein Geld für Pressblech ausgeben will, nicht extrem viel Geld für ne richtige Platte ausgeben will (vor allem weil Platte nicht so wirklich zum Char passt) und ich keine so wirkliche Vorstellung habe, wie das überlappend aussehen würde! Wo in Braveheart ist denn so ne Rüstung? Dieser "Wir laufen davon und überleben"-Lulli hat ne Lederversion à la Andracor an. Aber so wie ichs beschrieben habe gibt es keine, oder?

    zu 5.: Es geht nicht um die Kopfbewegung, sondern darum, dass der doch hoch rutscht, wenn ich den Oberkörper nach vorne Beuge, oder? (Wehe ihr macht jetzt irgendwelche Andeutungen ) Dann verkürzt sich doch der Oberkörper und der Torso wird hoch geschoben. Oder stelle ich mir das falsch vor?

    Ich würde aber gerne nochmal auf die überlappende Version zurück kommen. So wie ich mir das vorstelle, niete ich doch dann jeweils durch 4 Platten gleichzeitig, oder? Dadurch dürften die Platten zum Einen relativ weit abstehen und zweitens kann ich die Plattenreihen dann schlecht um den Körper rum bauen, weil die Nieten dann die Platten ja gerade voreinander halten. Nach dem Zusammennieten biegen dürfte auch nicht klappen, weil die Nieten dann ja die Schwachstellen sind.

  4. #4
    Leander
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    Du würdest weiterhin nur durch eine Platte nieten. Die andere Platte von oben würde nur den Rand überlappen. Das wäre dann in etwa so auf dein Trägermaterial gelegt und dann vernietet.
    "It is always a silly thing to give advice, but to give good advice is absolutely fatal." - Oscar Wilde

  5. #5
    Nerestor
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    Das funktioniert aber bei den Platten nicht.

    Und ich will ja welche haben, die nicht klappern, sondern komplett aufliegen.

  6. #6
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    Ich glaube ich habe nicht so ganz verstanden was du genau bauen willst, aber warum baust du den/die Schuppenpanzer/Brigantine nicht einfach mit Kettenringen zusammen? Das funktioniert ganz gut kann ich aus Eigenerfahrung sagen.

  7. #7
    Nerestor
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    Weil dann die Stabilität des Ganzen nur ein dünner Draht ist. Wenn man da vom realen Schutzfaktor ausgehen würde, geht da alles durch. Klinge, Pfeil oder Bolzen gleitet vom Stahl ab, rutscht in den Spalt zwischen zwei Platten und biegt den Ring auseinander. Der Effekt wäre bei Stahl auf gehärtetem Leder schon weit geringer. Beim Überlappen komplett ausgeschlossen.

  8. #8
    Hana
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    Wäre ein Lamellar vielleicht eine Alternative? Ich finde die soooo schön :wink:

    Ansonsten: Damit ein starrer Torsopanzer ohne Geschübe nicht hochrutscht, muss er kurz genug sein, d.h. eher taillenlang als hüftlang. Wenn du einen Plattenharnisch anschaust, müsste der ohne Geschübe da aufhören, wo das Geschübe anfängt.

    Bzgl. Lücken minimieren: Naja, natürlich ist das Risiko, dass eine Waffe zwischen die Platten sticht, kleiner, wenn die Abstände kleiner sind. Wenn die Waffe an den Platten abgleitet und dazwischen rutscht, passt so ein Schwert allerdings prima durch einen 2-3mm-Spalt - aber wenn du ohnehin keine realistische Rüstung möchtest, ists doch wurscht, wenn du's hübsch findest (ICH würd mich ja für den Lamellar entscheiden ... hach ... :wink: )

    viele Grüße,
    Annkathrin
    Nount und ich bloggen: Mondkunst
    Liverollenspiel im Münsterland: http://www.danglar.de

  9. #9
    Kelmon
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    Hmm...meine letzte Antwort kam nie im Forum an. doof. In dem Beitrag steckten mindestens 8 1/2 Minuten meines Lebens!

    Ich gehe jetzt eine halbe Stunde lang über die verlorene Zeit weinen, schließe mich bis dahin erstmal Hana in ihrem Vorschlag an, und schreibe später wieder mehr
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  10. #10
    Nerestor
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    So wie beim Lamellar meinte ich das, als ich von vier Platten je Niete geschrieben habe. Mit dem Leder wirkt mir das aber zu asiatisch und ich finde es komisch, dass die jeweils untere Schuppenreihe überlappt. Somit wird doch die Klinge zum Hals abgelenkt.

    Wie definierst du denn realistische Rüstung? Weil ich ja schon mehrmals geschrieben habe, dass ich ne Rüstung will, die OT nen realen Schutzwert hat.

    Ein Kompromiss könnte vielleicht sein, die Platten nur vertikal überlappen zu lassen und horizontal auf Stoß zu nieten. Dann dürfte der Wiederstand zum seitlichen Abrutschen doch kleiner sein, als der zum Eindringen zwischen den Platten. Oder rechne ich mir das jetzt so hin, wie ichs brauche?

    @ Kelmon: Sowas ist scheiße. Ich hab mal in nem Forum geschrieben, dass ständig bei der Vorschau den Text gelöscht hat. Und ich lese immer quer, bevor ich absende. Wär cool, wenn du es trotzdem nochmal zusammenfasst.

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