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  1. #1
    Alex
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    Träger für Beinzeug (Pourpoint)

    So, ich brauch mal wieder ein paar Ideen von Euch bzw. möchte wissen, ob Ihr meinen Ideen so zustimmen könnt, sie zu erweitern wisst oder es besser wisst.

    Ich habe gothisches Beinzeug von Battleheat. Jetzt bitte keine Diskussionen über den Hersteller. Wie bei Battleheat üblich, ist nicht alles getrieben, sondern manches gebogen und dafür einfach dickeres Material genommen worden, um auf Stabilität zu kommen. Das sieht nicht unbedingt schlecht aus, ist aber unnötig schwer.

    Generell sind an dem Beinzeug zwei Riemen, um sie zu befestigen. Einfach am Gürtel fest machen ist eine schlechte Idee, das zieht einem dennoch die Hose runter, gerade bei dem Gewicht. In der Vergangenheit hatte ich mir eine Art Hosenträger aus sehr breiten, gepolsterten Lederstreifen gemacht, die ich mit dem Gürtel verbunden hatte. Die sind nun leider hinüber und ich will was neues. Ich möchte von der Hosenträgeridee weg, weil die das Gewicht nahezu komplett auf die Schultern weiter geleitet haben. Da liegt aber schon ein Großteil des Gewichts der übrigen Rüstung. Zu allem Übel habe ich noch ziemlich kurze Sehnen am Hals, die immer schön gespannt zu den Schultern laufen, so dass Gewichte, die eigentlich auf den Schultern ruhen sollten, gerne auf den Sehnen liegen (Fragt mich blos nicht, wie ich das mit dem Marschgepäck bei der Bundeswehr gemacht habe, diese Erinnerung habe ich ausgeblendet).

    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich will das Gewicht auf weitere Teile des Oberkörpers verteilen. Nu bin ich nicht der erste mit der Idee und unsere Vorfahren waren nicht dumm. So weit ich das gesehen habe, wurde das am elegantesten mit einem Pourpoint gelöst. Je nach Zeitalter scheint man darunter verschiedene Dinge zu verstehen, unter anderem einem maßgeschneiderten, gepolstertem, engem Rüstungswams, wobei das Beinzeug hier angenestelt wurde. An sich eine schöne Idee, beißt sich aber mit meinem Gambeson, der leider nicht so eng anliegt. Damit fällt dieser als Träger mit Gewichtsverteilung flach. Dummer weise wurde hier schon Arbeit investiert (Meine Liebste hat zum Beispiel Nestellöcher für Jack-Chains gemacht etc) und ich bin ansonsten mit dem guten Stück zufrieden. Außerdem stehen noch ein paar Anschaffungen/Bastelarbeiten mehr an, so dass im Moment Zeit und Geld nicht da sind, bis zum Juni (Da geht es auf Con) eine solche Pourpoint zu machen oder in Auftrag zu geben.

    Jetzt hab ich aber unter dem Begriff "Pourpoint" je nach Zeitalter auch Westen gefunden, die im Prinzip die gleiche Aufgabe erledigen. Und sowas soll es nun werden, getragen unterm Gambeson. Also sowas hier:
    http://www.revivalclothing.com/14thc...pourpoint.aspx

    Als Material wollte ich ungepolstertes, dickeres Leinen nehmen, allein schon, weil der Gambeson genug wärmt. Statt Nestelschnüre wollte ich einfach zwei Löcher für die Lederriemen an dem vorhandenem Beinzeug machen. Damit das ganze sich dann in das bisherige Design meines High-Fantasy-Grenadiers einfügt, wollte ich die Mittelschließe leicht zur Seite verschieben und zum verschließen Metallschnallen nehmen und das ganze in braun und weiß halten.

    Scnittmustertechnisch wollte ich mich dabei hieran orientieren (Unten rechts), damit das gute Stück auch dem Körper sehr gut folgt:
    http://seegras.discordia.ch/Medieval.../Pourpoint.png

    bzw. Rückenteil geteilt wie hier in Figure 2:
    http://thescholarsgarret.com/artifac...aissiette.html

    Soweit ist eigentlich alles klar und durchdacht. Ich hab aber einfach gelernt, dass mehr Leute mehr wissen und es manchmal noch gute Ideen/Hinweise/Verbesserungen/Hinweise auf Denkfehler gibt, wenn man das ganze vorher nochmal zur Diskussion stellt.

    Also denn: Feuer frei.

    Grüße,
    Alex

  2. #2
    Hana
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    Ich habe auch so ein ungepolstertes Rüstwams, was ich unterm Gambeson trage, um Beinzeug dran zu befestigen. Unglaublich viel besser als am Gürtel
    Meins ist aus 2 Schichten Stoff, damit die Befestigung nicht so schnell ausreißt (ob das nötig ist, kommt sicher auf den verwendeten Stoff an), das Beinzeug ist ja recht stramm befestigt, damits nicht rutscht, d.h. es ist ein ziemlicher Zug auf der Befestigung.

    Also, klingt gut dein Plan!
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  3. #3
    Maria
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    Auf jeden Fall zwei Stoffschichten Leinen, eine Schicht verzieht sich zu stark.

    Du willst Löcher am unteren Saum haben, durch die du die Lederriemen ziehst? Könnte ausreißen, weil sehr punktuelle Belastung, da wäre es besser, sozusagen den fehlenden Riementeil (Zunge oder Schnalle) am Pourpoint anzunähen.

    Möchtest du eine ärmellose Weste oder einen richtigen Pourpoint? Falls ersteres würde ich von dem Grande-Asiette-Schnittmuster abraten. Du musst zwar die Träger auf der Schulter schmal machen (eine Quelle sagt was von "vier Finger breit"), aber ohne die Ärmel wird dieser riesige Rückenausschnitt das Kleidungsstück sehr instabil machen. Du brauchst den Stoff am Rücken auch für den "Halt", wenn du schnürst.

    Was die historische Referenz angeht, siehe hier (den Beschreibungstext!)
    http://historicenterprises.com/pourp...l?cPath=99_115

  4. #4
    luthien368
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    Als derjenige, der das Ding nähen muss frage ich zusätzlich noch:

    1. Wie kann ich das Ding verstärken / worauf muss ich achten, dass mir die Nähte nicht ausreißen? Alex hatte bei seinem Vorgängermodell aus dickem (Kunst)leder immer wieder das Problem, dass die beanspruchten Stellen schnell ausrissen, wenn man sich z.B. setzte. Oder reißt das garnicht so schnell aus wie ich es befürchte?

    2. Damit die unteren Zipfel nicht ausreißen (von Maria angesprochen), wollte ich ein Stück weicheres Leder in die unteren 10-20 cm einetzen und absteppen. Da rein entweder Nestellöcher oder die Schnallen, wie von Maria vorgeschlagen, gegennähen / nieten. Meint ihr, das hilft?


    3. Das Beinzeug wird mit einer Schnalle an dem Pourpoint befestigt. Würde es sich rentieren, das Ding auf zwei Stellen zu verteilen?


    4. Als Verschluss haben wir uns breite Pelzhaken geholt. Damit diese nicht auf den Bauch drücken, wenn der Gambi und dvtl. die Platte drauf sitzen, möchte ich grad nen breiten Gürtel / Lederstück hinter die Haken setzen. Bringt das was?


    5. Wie wird verhindert, dass der Pourpoint durch das vorne ziehende Gewicht des Beinzeuges nach vorn gezogen wird und so der Kragen am Nacken scheuert?


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  5. #5
    ro'gosh
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    Als Schnittmuster nimmste einfach nen normales 16 teiliges Wamsschnittmuster, und lässt die Arme weg.

    Dh. Vorder und Rückseiten, Rockschöße, Nacken und Kragen.

    Empfelen würde ich 2 Lagen sehr festes Leinen oder Segeltuch, und für die Rockschöße 3 Lagen.

    Schnallen sind eher weniger zu empfelen, 1. mehr punktuelle Belastung, 2. schlechterer Halt (sitzt halt lockerer) und 3. ist das mit drüber getragenen Gambesonen ungemütlicher, also lieber Nesteln, solange dauern die ja auch nicht (mit etwas Übung ca. 15min/Loch)

    Das wichtigste bleibt aber: Wie gut sitzt das Beinzeug? wenns wirklich gut gefertigt ist dürfte nur sehr wenig Gewicht auf der oberen verbindung lasten, dann braucht man evt. sogar nur 2 Lagen bei den Rockschößen.

    Leder würd ich auf keinen Fall in den Gambeson einnähen als verstärkung, dass ist viel zu steif.

    Zur letzten Frage:

    Das ganze muss extrem eng sitzen, dann liegt die Last nicht auf den Schultern sondern wird über den gesammten Körper verteilt.

    Achso und Beinzeug wird prinzipeill immer an 2 Stellen befestigt, dh. mind. 2 Nestelschnüre pro Bein.

  6. #6
    luthien368
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    Material: Wir haben Leinen in der Qualität dieses dicken Leinenstofes von Ikea besorgt (Ditte?? Aina??). Der ist zwar robust, aber ist der steif und fest genug?

    Leder wollte ich nur in den unteren Streifen, alternativ nur in die spitzen einnähen. Trotzdem zu steif?

    Warum sind Schnallen eine punktuellere Belastung als Schnüre? Oder meinst du, die würden drücken? Einzig, was ich als Vorteil sehe, ist, dass man etwas flexibler bei der Weite ist, sprich man kann ganz genau auf die Enge schnüren, was man braucht - wohingegen die Schnallen sehr präzise gesetzt werden müssten und fix sind.


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  7. #7
    Maria
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    1. Damit die Nähte nicht ausreissen, sollte das Futter nicht wie bei modernen Kleidungsstücken üblich "verstürzt" werden, sondern stattdessen flat-lining /flat-felled seams verwendet werden, wo Futter und Oberstoff als ein Teil verarbeitet werden
    http://www.mathildegirlgenius.com/Do...n2Assembly.pdf

    Als Beispiel: Das Bild hier (graues Kleid, rote Nähte).
    http://cadieux.mediumaevum.com/frontlaced-kirtles1.html

    Wenn du es richtig haltbar haben willst, musst du per Hand ran, mit backstitch/overcast als Nahtstiche (Sorry, habe wieder zuviel Englisch im Kopf...)

    2. und 3. Leder würde helfen, allerdings sind Schnallen immer besser als Löcher. Und ja, Verteilung des Zugs auf mehr Fläche würde auch helfen.

    4. Keine Ahnung

    5. Normalerweise dadurch, dass die Weste so eng sitzt (Korsettartig! Geschnürt), dass sie sich nicht viel bewegt, selbst wenn das Gewicht vorne hängt.

  8. #8
    Maria
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    Und Nesteln wären noch besser, aber wenn das Beinzeug mit Riemenaufhängung kommt...

    Aina? Habe ich als sehr locker gewebtes Leinen in Erinnerung.

  9. #9
    luthien368
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    x_x Arghs.

    @ Alex: Lesen, verstehen und bereithalten für Rückfragen:
    http://www.mathildegirlgenius.com/Do...n2Assembly.pdf

    Das mit den Schnallen werden wir uns wohl nochmal überlegen müssen, so cool die auch sind. Schaun wir mal, wie der Sitz ist...


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  10. #10
    Hana
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    Mein Rüstwams nestle ich zu Anti-Rutsch-Zwecken hinten an der Hose fest. Hat den netten Nebeneffekt, dass die Hose auch nicht rutscht
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