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  1. #1
    Dhoine
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    Die "richtige" Wolle und der Hintergrund für einen

    Hallo,

    über das Pen&Paper Rollenspiel kam ich zwangsweise auch mit dem Phänomen LARP in Berührung. Einige Kreativ- und Spielschübe später bin ich sozusagen "hochmotivierter Amateur bzw. Anfänger" in diesem Hobby.

    Um dem Einsteiger-Gedanken treu zu bleiben, geht meine momentane Char-Planung doch sehr in Richtung Streuner ohne herausragende Talente. Passend dazu soll das Äußere nah an historischen Outfits angelehnt sein - wobei ich mir in Hinblick auf Fantasy-Welten gestatte, Einflüsse von einigen Fantasy-Figuren mit einfließen zu lassen.
    Bisher ist fertig bzw. in Arbeit: naturfarbene Leinentunika, eine längere Weste aus sehr grobem, dunklen Leinen, entsprechend langer Gürtel+Tasche+Beutel, ein Paar Beinwickel, ein paar Lederriemen um zuviel Herumgefluse an Hose etc zu unterbinden, zwei Stücke schönes altes Leder für die Handgelenke+Unterarm die den gleichen Zweck erfüllen sollen und noch ein paar Kleinigkeiten. Also alles in allem recht einfach, robust und zweckmäßig.

    Nun stellt sich für mich aber folgende Frage: Radmäntel (ob Halbkreis od. Vollkreis) scheinen sich in manchen Epochen großer Beliebtheit erfreut zu haben, auch im einfachen Volk. (Meine historischen Kenntnisse sind begrenzt..*g*) Doch würde so ein schweres, wertvolles Kleidungstück zu einem Streuner passen?

    Angenommen das wäre kein Problem, komme ich zur nächsten Frage und hoffe ihr könnt mir auch hier behilflich sein: Es gibt irrsinnig viele verschiedene Arten von Wolle und Wollgewebe. Von günstig erschwinglich bis Luxustraum. Loden soll hier sehr gut für geeignet sein, doch auch da gibt es sehr viel Spielraum. Ich bin finanziell nicht sooo gut ausgestattet, möchte aber lieber in etwas Bleibendes, Wertvolles investieren, als ihn nächstes Jahr wieder ersetzen zu müssen. Außerdem würde mich interessieren, wie die Unterschiede im Wärmeverhalten ausfallen. Ich bin eine furchtbare Frostbeule -.- Da würde ich den Mantel - so denn es einer werden soll - schon gerne als "letzten Wall" gegen die Kälte, möglicherweise auch gleich als zusätzliche Decke, verwenden, was in der Stoffwahl sicherlich schwer mit hinein spielt.

    Bevor ich ewig darüber grübele, wollte ich die Erfahreneren dazu befragen. Ich hoffe ihr könnt mir ein wenig weiterhelfen.

    Schönen Abend noch,
    Dhoine

  2. #2
    Aeshma
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    Also passen tut so ein Teil siche rauch zu einem Streuner.

    Genaues über die Wollarten kann ich dir leider auch nicht sagen, hab selbst nur ein "Billigding"

    Grüße
    Aeshma

  3. #3
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    Ich verwende immer normale Mantelwolle, die man ab ca. 10 €/m bekommt. Am besten schaut man im WSV, aber dafür ist momentan halt genau die falsche Jahreszeit.

    Ein Vollkreis ist wärmer als ein Halbkreis, außerdem kann ein warmes Futter viel ausmachen.
    Moderative Eingriffe werden von mir als solche gekennzeichnet.

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  4. #4
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    Also ein einfacher Wollmantel muss nicht schwer sein und wertvoll ist der auch nicht. Für einen Streuner, der nie sicher ist, ob er diese Nacht ein Dach über dem Kopf hat, ein MUSS!
    Intoleranter Besserlaper (Harter Kern)

  5. #5
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    Zum Thema "wertvoll":
    Verwechsle nicht OT teuer mit IT teuer. In einem MA-/Fantasysetting müsste eher Baumwolle teuer sein, nicht Wolle.
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    Entspanne dich.
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  6. #6
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    Hallo Dhoine,

    Willkommen im Hobby! Einen bodenständigen ersten Charakter zu spielen halte ich auf jedne Fall für eine gute Idee, das verhindert recht gut, dass man Unmengen von Geld in eine Figur investiert, an der man dann später doch keinen Spaß hat.

    Bisher ist fertig bzw. in Arbeit: naturfarbene Leinentunika, eine längere Weste aus sehr grobem, dunklen Leinen, entsprechend langer Gürtel+Tasche+Beutel, ein Paar Beinwickel, ein paar Lederriemen um zuviel Herumgefluse an Hose etc zu unterbinden, zwei Stücke schönes altes Leder für die Handgelenke+Unterarm die den gleichen Zweck erfüllen sollen und noch ein paar Kleinigkeiten. Also alles in allem recht einfach, robust und zweckmäßig.
    Das klingt schonmal nicht schlecht, nur die Lederlappen an den Handgelenken kann ich mir aktuell noch nicht so richtig vorstellen. Grundsätzlich empfehle ich ja für Gewandung, die unterste Schicht aus Leinen und die oberen aus Wolle zu machen, das wirkt optisch solider und ist auch schön wetterfest.

    Nun stellt sich für mich aber folgende Frage: Radmäntel (ob Halbkreis od. Vollkreis) scheinen sich in manchen Epochen großer Beliebtheit erfreut zu haben, auch im einfachen Volk. (Meine historischen Kenntnisse sind begrenzt..*g*) Doch würde so ein schweres, wertvolles Kleidungstück zu einem Streuner passen?
    Natürlich st so ein Mantel alleine wegen des Stoffverbrauchs nicht ganz billig, weswegen ich auch keinen Vollkreis- sondern einen Halbkreismantel wählen würde, aber vermutlich inbesondere in grober Webart mit einer günstigen Färbung nicht unerschwinglich, und da er auf Reisen durchaus mal die Decke ersetzen kann sicherlich nicht unplausibel. Wenn dir das Kleidungsstück für den Charakter zu edel vorkommt, kannst du auch immer das ganze gezielt etwas altern, also verschmutzen und mit (geflickten) Abnutzungsspuren versehen.
    Noch ein Hinweis: Meiner Erfahrung nach sind Umhänge je nach Situation nicht wirklich immer die praktischsten Kleidungsstücke, die eignen sich hervorragend für ruhige Momente, bei denen man im Nieselregen Wache steht oder am Lagerfeuer sitzt, sind aber im Alltag, beim Kämpfen oder Rennen, oft recht hinderlich, schau einfach, wie du damit klarkommst.

    Angenommen das wäre kein Problem, komme ich zur nächsten Frage und hoffe ihr könnt mir auch hier behilflich sein: Es gibt irrsinnig viele verschiedene Arten von Wolle und Wollgewebe. Von günstig erschwinglich bis Luxustraum. Loden soll hier sehr gut für geeignet sein, doch auch da gibt es sehr viel Spielraum.
    Ich würde ebenfalls einfachen Wollstoff für Mäntel nehmen, der wird häufig als "Mantelflausch" oder "Mantelvelour" verkauft, ein gewisser Synthetikanteil schadet meiner Meinung nach auch nicht. Preislich liegst du damit meist zwischen 10 und 20 Euro pro Meter, für einen sehr einfachen Halbkreismantel kommst du mit der doppelten Stoffbreite hin (also meist 3-3,20m). Der Umhang ist dann bei 1,80m Körpergröße so etwa wadenlang, für eine Kapuze würde ich zur Sicherheit noch einen halben Meter mehr rechnen.
    Vorsicht beim Lodenkauf: Ein Großteil der Lodenstoffe, die aktuell verkauft werden, sind sogenannte Strickloden, das ist auch meist rein durch die Beschreibung nicht zu erkennen. Diese Stoffe sind als Material für lange Mäntel eher ungeeignet, weil sie sehr elastisch sind, schnell ausleiern und nicht so haltbar sind wie gewebte Stoffe. Testen kann man das indem man ein kleines Stück Stoff vor dem Kauf zwischen den Händen ein wenig in diverse Richtungen zieht, ist es merklich dehnbarer als "normaler" anderer dicker Stoff, handelt es sich vermutlich um Strickloden.

  7. #7
    Gerwin
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    Passend dazu soll das Äußere nah an historischen Outfits angelehnt sein - wobei ich mir in Hinblick auf Fantasy-Welten gestatte, Einflüsse von einigen Fantasy-Figuren mit einfließen zu lassen
    Darf ich mal fragen an welche? Das ganze liest sich nicht wie eine Mischung aus einen Fantasykonzept und einer Epoche, sondern eher wie eine wilde Mischung aus diversen Epochen und Fantasykonzepten.

    in Arbeit: naturfarbene Leinentunika, eine längere Weste aus sehr grobem, dunklen Leinen, entsprechend langer Gürtel+Tasche+Beutel, ein Paar Beinwickel, ein paar Lederriemen um zuviel Herumgefluse an Hose etc zu unterbinden, zwei Stücke schönes altes Leder für die Handgelenke+Unterarm die den gleichen Zweck erfüllen sollen und noch ein paar Kleinigkeiten. Also alles in allem recht einfach, robust und zweckmäßig.
    Leinen taugt eigentlich primär zur Unterkleidung. Gerade bei Leuten die viel frieren empfehle ich einen Wollstoff. Eine meiner besten Freundinnen die wirklich eine Frostbeule ist ist auch regelmässig froh wenn sie eine Wolltunika geliehen bekommt. Hier auf die Stoffdicke achten, da gibt es deutliche Unterschiede.

    Beinwickel sind halt immer so ein Thema. Ich persönlich würde sie weglassen weil sie einfach als mit eines der Erkennungszeichen für Wikinger und nördlich angehauchte Charaktere gelten (auch wenn sie sicher von vielen anderen genauso getragen wurden, und im Fantasybereich ist ja alles möglich). Das Leder würde ich sowohl an Armen als auch an Beinen weglassen. Wenn du eine extrem weite Hose hast...dann doch lieber die Beinwickel und kein "Ledermist".

    Dunkles Leinen halte ich bei einen Streuner für eher ungeeignet. Ein Streuner ist entweder etwas dass in Richtung Dieb geht (und fällt somit für Anfänger weg) oder schon eher etwas dass in Richtung Glücksritter geht (und damit sollte er auf bunte Kleidung setzen). Ein einzelnes sehr dunkles Kleidungsstück schluckt viel.

    Ein Umhang aus Loden ist natürlich eine feine Sache..aber teuer. Frierst du wirklich viel und willst einen absolut vollwertigen Charakter würde ich auf Loden setzen. Sonst tut es natürlich auch die Mantelwolle sehr gut.

    Generell würde ich zusätzlich zum Umhnag noch eine Gugel als Regenschutz kaufen/nähen. Mehr braucht es bei einer sinnvollen Tunika (keine Leinentunika als Oberkleidung) eigentlich nicht.

  8. #8
    Dhoine
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    Hallo und vielen Dank für die reichlichen Antworten!

    Ich meinte mit "wertvoll" schon die entsprechende Historie - dass ich davon nicht viel Ahnung habe, solltet ihr ja mitbekommen haben.

    Danke für die Stoffhinweise. @Cartefius Darauf zu achten wäre mir nun gar nicht eingefallen, danke!

    @Gerwin
    Das Ganze ist einer Melange aus Unwissen, zuviel Fantasyerfahrung (Pen&Paper, haufenweise Bücher (momentan zb der Hexer-Reihe von Sapkowski), ...) und der noch recht allgemeinen Charaktervorstellung geschuldet. Ganz zu schweigen davon, dass es zig verschiedene Veranstaltungen, Hintergründe, Genres etc gibt, sodass ich in der Planung schon ein wenig auf "Breite" gehe.

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