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  1. #1
    Uli
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    WIP - Kostüm: Obsidianischer Charakter

    Salut allerseits,

    ich plane einen obsidianischen Charakter des Earthdawn-Fantasyrollenspiels im Larp dar zu stellen. Hier ein paar Beispiele des Original-Artworks: Album bei Imageshack.us. Offensichtlich bräuchte es dazu eine aufwändige Gewandung. Obsidianer_innen erscheinen zwar oberflächlich wie humanoide Erdelementare, jedoch atmen, trinken, essen und schlafen sie, was sie im Gegensatz zu reinen Konstrukten oder Elementaren theoretisch durchgängig spielbar macht. Die Darstellung der Steinhaut, die Tragbarkeit der Gewandung und deren genaue technische Umsetzung sind also die Themen, über die ich gerne reden würde. Zur Gewandungsplanung mache ich später einen anderen Beitrag auf.

    1. Darstellung der Steinhaut
    1.1 Eine modellierte und bemalte Latexoberfläche wäre die erste Möglichkeit. Da befürchte ich jedoch Abrieb, Latexkrebs und diesen unnatürlichen Zuckerglasurglanz.

    1.2 Selbst gebaute und bemalte Platten (z.B. aus Resin) auf einem Unteranzug wären die zweite Möglichkeit. Da müsste ich allerdings eine Art Rüstung entwickeln und auf mich zuschneidern, was über meinen Fähigkeiten für ein zufrieden stellendes Ergebnis liegt, befürchte ich.

    1.3 Ich habe jedoch eine Firma gefunden, die Stein auf baumwollenem Trägerstoff befestigt und diese Matten auf allen möglichen Oberlfächen anklebt und versiegelt. Diese dritte Möglichkeit befällt mir bisher am besten, weil es eben eine echte Steinoberfläche ist. Über die verschiedenen Verarbeitungsmöglichkeiten der Matten hole ich seit einer Weile Informationen ein und lasse mir demnächst auch ein paar Proben schicken.

    2. Gewandung

    2.1 Felsartiger Körper

    2.1 Ein Ganzkörperanzug wie z. B. in diesem Beitrag als Overall mit modellierten Polstermatten (schon mehrfach in Variationen für NSC gesehen) scheidet für mich wegen der enormen Einschränkungen und der Hitzeempfindlichkeit aus.

    2.2 Maskenteile, die vereinzelt aus viel Verschleierung heraus lugen, finde ich wiederrum zu uninteressant auch wenn es als Übergangslösung für den Anfang noch denkbar wäre. Ich befürchte nämlich, dass ein obsidianisches Gesicht weniger stark wirkt als z. B. ein Reptilien- oder Säugetierkopf, da Ersterer eben weniger fremd ist als Letztere.

    2.3 Also plane ich einen Mittelweg, einen Halfsuit, wenn ich die Terminologie richtig aufgenommen habe: fingerlose Armstulpen, Beinstulpen, Weste (wohlmöglich eine Art dünnes, ärmelloses Pourpoint zum anknüpfen der Stulpen), Füße, Dreiviertelmaske.

    2.4 Muss Unterkleidung sein? Ich bin nämlich ein wärmeempfindlicher Mensch und komme bei starker Aktivität leicht ins schwitzen. Ergibt da Funktionsunterwäsche Sinn oder wäre diese übertrieben? Vielleicht sogar mit Kapuze?

    2.5 Bleibt die Frage ob, und wenn ja, wie ich versuche die imposante Statur zu imitieren, denn eigentlich sind Obsidianer_innen viel massiger und spürbar größer:

    Sollte ich aufpolstern? Ich habe bereits eine Reihe von Radsport- und Eishockeyschützern im Auge. Ich befürchte jedoch, dass diese selbst mit meisterlicher Abtarnung meine Statur einfach nur bizarr ausbeulen, anstatt mich auf fantastische Maße auf zu blasen. Hat außerdem schon jemand Erfahrungen mit vergrößernden Einlagen gemacht?

    2.6 Maskendetails: Das verdient in Zukunft eigentlich einen eigenständigen Blog. Um die längliche Kopfform dar zu stellen, denke ich über ein Mesh-Konstrukt nach, auch wenn ich da handwerklich noch keine Erfahrung habe. Besonders macht mir allerdings der Übergang an Augen und Mund Sorgen.

    2.7 Mir wurden bereits Zehenschuhe als Bastelbasis empfohlen,

    Über Gedanken, Anregungen und Kritik (zu so vielen Punkten wie möglich ^_^) würde ich mich sehr freuen.

    Uli

  2. #2
    Cartefius
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    Als Hauptproblem würde ich sehen, dass Obsidianer in meiner Vorstellung nicht nur groß und massiv, sondern auch relativ "zerklüftet" sind, eine formgebende Unterkonstruktion ist da meiner Ansicht nach ein Muss. So eine Konstruktion ist aber zwangsläufig voluminös, und damit unbeweglich und warm, hier könnte man maximal versuchen, das ganze mit vielen Luftkanälen und versteckten Öffnungen zu bauen, um die Belüftung zu optimieren, was eventuell durch die Verwendung eines sehr dünnen Trägergewebes machbar ist.

    Das von dir verlinkte Steinfurnier ist eine interessante Sache, die Frage ist halt vor allem, wie gut man es an Rundungen anpassen kann. Auf dem Bild scheint es mindestens die Steifigkeit von dickem Packpapier zu haben, was eine Verarbeitung zu Rundungen und komplexen Formen schon recht schwer machen dürfte.

    Ich hatte mal für ein ähnliches Projekt über diverse Umsetzungsmöglichkeiten für ein "Stein"-Kostüm gedacht, und mir erschien letztendlich (ohne jedoch praktische Erfahrung vorweisen zu können) eine Umsetzung aus engporigem schwarzen Waffenbauschaumstoff am vielversprechendsten, den man mit Farbe direkt einfärbt und versucht, eine realistische Steinoptik zu erreichen. Damit hätte man zwar nicht die gleiche Abriebfestigkeit wie bei einer Latexschicht, aber eine schöne matte, rauhe Optik.

  3. #3
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    Wie ich dir ja schonmal schrieb finde ich diese Sand-Stoffe definitiv interessant, sehe jedoch wenige Vorteile in der Verwendung. Den einzigen ist, dass du schöne, sehr natürliche Maserungen bekommen würdest. Nachteile sind jedoch sichtbare Nähte, teure Anschaffung, enorm aufwändige Schnittmuster (da du wahrscheinlich auch noch Körperveränderungen durch Polster machen würdest) uvm.

    Mein Vorschlag: engen Anzug kaufen (Leggins, langärmeliger Rollkragenpulli) und auf einen Tapedummy von dir ziehen. Polster aufkleben für Formveränderungen (mehr Muskeln, knubbelige Felsauswüchse, wie z.B. auf deinem Avatar).

    Nun nach und nach mit Pattex Classic bestreichen und Sand aufkleben - wie wir es schon im Kindergarten mit den Sandbildern gemacht haben Trocknen lassen und überschüssigen Sand abbürsten.

    Diese Technik gleicht so ziemlich sämtliche die Nachteile des Baumwoll-Steinstoffes aus. Es ist einfach herzustellen, hat kein aufwändiges Schnittmuster, kostengünstig, man sieht keine Nähte, es ist leicht, usw.

    Nun ggf. alles bemalen - eine gute Steinstruktur hast du schon und wenn du Ablagerungen einbringen willst kannst du nun vorsichtig mit Farbe arbeiten.

    Um die Hitzeanstauung zu verhindern empfehle ich dir die Verwendung von Teilsuits - sprich du lässt z.B. die Leggins weg und beschränkst dich auf Oberkörper, Hände und Kopf. Den Rest verkleidest du mit leichter, luftdurchlässiger Kleidung.

    Als Unterkleidung empfehle ich dir definitiv estwas, egal wie du den Aufba machst - dieser wird nämlich sehr wahrscheinlich nicht waschbar sein, und wenn du das Zeug trägst, vollschwitzt und nicht reinigen kannst wird die Sache irgendwann eklig x_x

    Die Größe wird schwierig darzustellen - da würd ich mich vielleicht eher auf Auspolsterung BEschränken - Filterschaumstoff, zwar etwas teurer in der Anschaffung, ermöglicht bei Bewegung einen Blasebalg-Effekt, das heißt er lässt die Luft im Kostüm leicht zirkulieren - auch eine Kühlweste könnte für dich interessant sein. Und ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass Unterkleidung unter sowas den Bock nicht mehr fett macht

    Für den Kopf würd ich dir eine Balaclava empfehlen, die würde sich auch wegen dem Eierförmigen Kopf anbieten.

    Als Schuhe kannst du entweder normale Schuhe bekleben oder aus z.B. Leder einen Aufbau bauen, den du auf variable Schuhe Schnallen kannst. Soll es beweglicher sein, sind Taucherschuhe zu empfehlen.

    Von Latex rate ich wieder einmal ab, auch aus deinen Gründen. Pattex Classic ist außerhalb des Waffenbaus für mich das Material der Wahl

    Hoffe, ich konnte dir ein paar Anregungen gehen.

    LG und viel Erfolg bei diesem spannenden Projekt!


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  4. #4
    Uli
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    @luthien: Danke für den Vorschlag, das behalte ich Hinterkopf, wenn die Materialproben nicht sinnvoll verarbeitbar sind. Müsste ich denn an so einem Halfsuit einen Verschluss einplanen oder bliebe die Dehnbarkeit trotz aufgeklebter Polster erhalten? Ich würde das beim Rein- und Rausschlüpfen nämlich ungerne sprengen.

    Grundsätzlich würde ich jedoch tendenziell auf die Polsterung verzichten, sollte das Ding damit alle Bequemlichkeit verlieren. Müssen meine Gegenüber ja erstmal wissen, dass Obsidianer eigentlich größer sind. ; )

  5. #5
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    Bist eben ein Zwergwüchsiger Obsidianer , und wenn man das ganze in die Breite macht geht das sicherlich vom Eindruck her gut.

  6. #6
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    Destruktiv :

    Bist eben ein Zwergwüchsiger Obsidianer , und wenn man das ganze in die Breite macht geht das sicherlich vom Eindruck her gut.
    Schlechte Idee. Ich bin dann der riesenwüchsige Zwerg und nenne mich Karotte.



    Konstruktiv:

    Wenn du zu einer Rüstung greifen willst, würde ich auf Lacrosserüstungen zurückgreifen die haben den Vorteil dass sie nicht ganz so bullig wirken wie Footballrüstungen, deutlich billiger sind, eine natürliche Bewegungsfreiheit beibehalten lassen und auch ansonsten besser geeignet sind. Footballrüstungen bei kleinen, leichten Personen lassen den Träger halt schnell grotesk wirken.

  7. #7
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    Um mir das mal bessre vorstellen zu können , wie Groß und Schwer bist du denn wenn ich fragen darf?

  8. #8
    Uli
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    @Gerwin: Auch das Destruktive nicht ganz zu Unrecht gesagt. Der obsidianische Schnitt ist nach Kanon bei 2,2 m. Dahin komme ich keinesfalls. Aber Lacrosserüstungen schaue ich mir mal an, ob sie mit Litorec bearbeitbar sind. Danke für den Tipp.

    Ich bin 1,85 m und sehr kräftig, also weitestgehend Muskeln mit einem Speckgürtel um die Hüften. Mit einem entsprechend verlängerten Kostümschädel und vielleicht kleinen Einlagen sollte ich auf etwa zwei Meter kommen. Das genügt für die Rolle, finde ich. Schließlich liegt der Kernerkennungswert in der Steinhaut und nicht bloß im Ausmaß.

  9. #9
    luthien368
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    Bzgl. Größe: Du musst dich ja nicht als Gigant polstern, es geht eher um Entmenschlichung - ein kutzer Hals, breitere Schultern, dicke Oberschenkel, gleichlange Finger ... eben das selbe, was auch der Kopf hat - seltsame felsische Knubbel, die weg vom menschlichen Aussehen gehen.

    Die Polster haben noch einen Vorteil: Sie verhindern Falten, bzw. vertuschen sie, wenn sie in "Felsspalten" sitzen. Einen hautengen Suit bekommt man nur hin, wenn man mit sehr elastischem Material arbeitet - was ich von dem Felsstoff leider nicht erwarte, allein durch den Kleber geht Elastizität verloren.

    Wenn du den Suit wirklich eng sitzen haben willst, solltest du dir einen Verschluss einbauen. Allerdings hab ich z.B. im Werwolftorso, der ja nach dieser Anleitung gebaut wurde, rundidum noch leicht Luft, jedoch sieht man das nicht.


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  10. #10
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    Schließlich liegt der Kernerkennungswert in der Steinhaut und nicht bloß im Ausmaß.
    Das ist aber meiner Ansicht nach genau der Punkt: Die Form zu verändern, nicht, einfach Unmengen von Masse aufzulegen. Das ganze muss, um der Vorlage gerecht zu werden, irgendwie eckig und kantig anmuten, die Größe halte ich da für weniger wichtig.

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