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Thema: Buchkritik

  1. #1
    Thrawn
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    Buchkritik

    Hallo,

    da ich ja irgendwann im Winter anfangen möchte ein wenig zu Basteln und nähen (neu) zu lernen, bräuchte ich mal einen Tipp of das Buch was ich habe halbwegs etwas taugt, ob die Schnittmuster halbweg "historisch angelehnt" korrekt sind.
    Vieleicht kennt das Buch ja jemand und kann was dazu sagen:

    Kleidung des Mittelalters
    Grundausstattung für den Mann

    von Wolf Zerrowski / Rolf Fuhrmann
    Zauberfeder Verlag
    Do you know the difference between an error and a mistake, Ensign? Anyone can make an error, Ensign. But that error doesn't become a mistake until you refuse to correct it.

    History is on the move. Those who cannot keep up will be left behind, to watch from a distance. And those who stand in our way will not watch at all.

  2. #2
    Maria
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    Ich kenne drei Bücher der Reihe, die "Grundausstattung für den Mann", idem "Frau" und "Kopfbedeckungen".

    Pluspunkte:
    * "halbwegs historisch angelehnt korrekt" sind sie, das kann man sagen
    * Großformatige schöne Farbbilder (Zeichnungen)
    * Grundwissen über Handnähtechniken
    * Sammlung der Standard-Schnitte (Gugel, Tunika, Kotte, Beinlinge)

    ABER: Meiner Meinung nach lohnen sich die Bücher nicht wirklich (evtl. mit Ausnahme des Kopfbedeckung- und auf jeden Fall des Schuh-Buches). Warum?

    * Sie sind für ihren Umfang teuer (etwa 10 Schnitte enthalten, die Anleitungen wie die für Nestelspitzen und Brettchenweben sind zwar gut, aber da man diese anders als zur Zeit der Erstveröffentlichung inzwischen überall - Internet - bekommt, nicht mehr notwendig).
    * Die Schnitte sind entweder so total simpler Standard, dass man sie überall kostenlos im Internet findet (z.b. Larpwiki) - und dort meist besser erklärt - oder so kompliziert (Herjolfsnes-Kleid), dass man als Laie nichts damit anfangen kann.
    * Es fehlen jegliche detaillierte Anleitungen zum Maßnehmen, Anpassen, Zusammensetzen der Schnitteile.
    * Keine Aussagen über Stoffmengen, Zuschneidepläne etc.

    Falls du dir ein Buch für historisch angelehnte Larpkleidung holen willst, hol dir lieber das von Sarah Thursfield. Das ist zwar vom Standpunkt der historischen Genauigkeit mit Vorsicht zu genießen, hat auch weniger "Ganzkörper"-Bilder, aber dafür Anleitungen für das Erstellen eines Grundschnittes, deutlich mehr unterschiedliche Kleidungsstücke und VIEL mehr Erklärungen.

    Und: Im Gegensatz zu den Zerkowski-Bänden ist nicht aller Inhalt daraus kostenlos im Internet verfügbar.

    Ich krame die Bücher immer nur dann heraus, wenn ich Anfänger, die keinen Bock auf digitale Bilder haben, etwas direkt neben den zu schneidenden Stoff legen will, was sie angrabbeln können...

  3. #3
    Numair
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    The medieval tailor's assistant von Sarah Thursfield gibt es mittlerweile auch als PDF im Netz - einfach mal googlen. Alternativ gibt es die deutsche Übersetzung für knapp 30,- € als Buch.
    Anstehende Cons: - 2013 keine Cons -

  4. #4
    Thrawn
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    Danke für die Tipps, ich schau mir das mal an mit den PDFs.
    Do you know the difference between an error and a mistake, Ensign? Anyone can make an error, Ensign. But that error doesn't become a mistake until you refuse to correct it.

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  5. #5
    WolfZ
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    Danke

    Maria, danke für die nette "Rezension"... ;-)
    Das einzige was mich "stört" ist die Aussage "halbwegs historisch angelehnt korrekt".
    Die Schnitte sind alle recherchiert,historisch korrekt und belegt .
    Wahr ist wohl, dass es mittlerweile fast alles was in den Büchern ist
    auch im Netz gibt.
    Als sie entstanden gab es allerdings gar nichts im Netz und vieles was es Heute im Netz gibt, gäbe es ohne die Bücher auch immer noch nicht.

    Gruß Wolf

  6. #6
    WolfZ
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    PS:

    Ich krame die Bücher immer nur dann heraus, wenn ich Anfänger, die keinen Bock auf digitale Bilder haben, etwas direkt neben den zu schneidenden Stoff legen will, was sie angrabbeln können...


    Na dann sind sie ja doch noch zu etwas gut.... ;-)
    Im übrigen bitte ich zu bedenken:
    1. Die Bücher sind 2002 also vor 10 Jahren entstanden ... als Kavalier frage ich jetzt nicht wie alt du damals warst..... ;-)
    2. Dafür "laufen sie im Übrigen immer noch sehr gut.
    3. Sind sie nie als das Non-Plus-Ultra gedacht gewesen, sondern als "Einstiegshilfe". Da ich damals die Webseite Gewandungen.de betrieb und ständig mit Fragen nach Schnitten gelöchert wurde.
    4. Ist es doch schön, dass es mittlerweile noch bessere Bücher zu der Thematik gibt, sowas nennt man Entwicklung und vieleicht gibt es dank dir ja bald was ultimativ Neues.

  7. #7
    Harald Ösgard
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    Ich habe mir diese Bücher vor drei Jahren auch gekauft. Es stimmt, nach einer Weile braucht man sie nicht mehr so wirklich, aber als Anfänger ist es eben schon was anderes, ob man da in ordentlich gebundenes Buch neben sich liegen hat, oder so lose Ausdrucke aus dem Internet, alle verschieden groß und nicht geordnet...

    Alles, was einem zu Beginn ein bischen mehr Sicherheit verschafft, hilft. Und wenn es nur das altmodische Gefühl ist, ein richtiges Buch in den Händen zu halten.

    Ich nehm's zwar nicht mehr in die Hand, aber immer wenn ich es im Regal sehe, huscht ein kleines Lächeln über meine Lippen und ich erinnere mich an schöne Erlebnisse... :wink:

  8. #8
    WolfZ
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    Als die Bücher , respektive der erste Band herauskam, kam die erste Rezension von der CERS (Consortium of European Re-enactment Societies).
    Da hieß es, die Bücher seien sehr empfehlenswert und man bräuchte nicht einmal Deutsch zu können um sie zu verstehen....... so ändern sich die Zeiten... ;-)

    Alle damaligen Rezensionen, auch die deutschen hier. Falls es Jemanden interessiert.
    http://www.rofur5.de/rezensionen_mawzs.htm

    In den Büchern steckt mehr als 1,5 Jahre Recherche und der arme Rolf Fuhrmann hatte bis dahin mit dem Mittelalter nichts zu tun gehabt. So musste jedes Kleidungsstück von mir selbst genäht und dann erklärt werden, damit er diese "Explosionszeichnungen" erstellen konnte.
    Das waren insgesamt drei Jahre harte Arbeit.

    Nun ja, es gab dann eine Mittelalterschwemme im Netz und Heute kann man wahrscheinlich wirklich Alles oder mehr im Internet finden. Und es gibt immer mehr "Spezialisten", die alles besser wissen und können.
    Was mich allerdings wundert, ist die Tatsache, das es immer noch kein Buch für textile Rüstungen, wie padded jacks, Gambesons usw. gibt.

    Meine Recherchen zu dem mal von mir geplanten Buch zu diesem Thema bleiben auf jeden Fall weiter in der Schublade, da ich aufgrund dieser ewigen "da gibts aber bessere Infos- Nörgelei" beschlossen habe, das dann doch die "Nörgler" sich die Arbeit machen sollen....... ;-)

  9. #9
    Maria
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    Zunächst einmal: Meine Antwort an Thrawn war von praktischen Gesichtspunkten geleitet.
    * Er ist Larper, i.e. historische Korrektheit ist zwar schön, aber mehr Schnittvarianten und Auswahl vielleicht sinnvoller.
    * Er ist Nähanfänger, weiß also noch nicht mal, ob er überhaupt beim Nähen bleibt. Daher der Hinweis auf das Internet und kostenlose Möglichkeiten.
    * Dass die Bücher historisch korrekt sind, habe ich ihnen nicht abgesprochen, ich habe, wie man an den Anführungszeichen sieht, einfach nochmal Thrawns Ansprüche zitiert und diese bestätigt.

    Lassen Sie mich erläutern, warum Ihre Antworten bei mir einen schalen Geschmack hinterlassen.
    1) Die Frage nach meinem Alter im Erscheinungsjahr 2002 dient wohl dazu, meine Glaubwürdigkeit zu diskreditieren. Falls es Sie interessiert, damals war ich 21.
    2) Ebenso die unterschwellige Behauptung, man dürfe keine Bücher über das Nähen mittelalterlicher Kleidung rezensieren, wenn man selbst nichts zu diesem Thema publiziert habe.
    3) Vorwurf der Besserwisserei und Nörgelei.

    Mein Post enthielt meine persönliche ehrliche Meinung, die ich mir aufgrund der Arbeit mit Ihren beiden Bücher im Vergleich zu der Arbeit mit dem Thursfield und Internetquellen gebildet habe.

    Dass die besprochenen Bücher Pionierleistungen sind, wird wohl niemand in Frage stellen. Ich habe sie mir schließlich damals (so um 2004) genau deswegen gekauft - nur benutze ich eben heute andere Quellen, die es inzwischen gibt.

    Und zu diesen rate ich dann auch, nicht, weil ich Ihre Bücher schlecht machen will, sondern weil ich für mich selbst gemerkt habe, dass die "Grundausstattungs"-Bände einige meiner Probleme als Nähanfängerin einfach nicht lösen konnten, z.B. "Wie setze ich jetzt eine Gere in diesen Schlitz?" "Wie füttere ich?", "Wie versäubere ich den runden Halsausschnitt?" "Bis wo mache ich die Löcher der Schnürung?" "Wie geht das denn jetzt mit der nach hinten versetzten Ärmelnaht, wie kriege ich einen Ärmelschnitt hin?" etc.

    Stehen Sie doch bitte so stolz zu Ihrem Werk, dass Ihnen eine einzige subjektive Meinung in einem Internetforum nicht den Tag verdirbt.

  10. #10
    WolfZ
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    Oh, ich bin tatsächlich stolz auf diese Arbeit und stehe auch dazu, nur keine Angst..... ;-)

    Fakt bleibt deshalb für mich und NUR das ist mir aufgestossen, das Äusserungen wie "halbwegs historisch angelehnt korrekt" und "damit sie was zum angrabbeln haben" KEINE normale Kritik sind, sondern genau diese Arbeit und die Bücher "abwerten".

    Nicht jeder kann mit jedem Buch etwas anfangen, damit kann ich durchaus leben. Und es gab immer schon Menschen, denen es zu schwer, zu leicht, nicht genau genug, zu genau und was weiss ich nicht alles war und ist.
    Das darf jeder sehen, wie er will.

    Naturgemäß sehe ich als Autor natürlich auch die angezweifelte Untauglichkeit für Anfänger anders. Gerade von Leuten, die vorher noch nie genäht haben, habe ich die positivsten Rückmeldungen über erste Erfolgserlebnisse gehabt. Allerdings auch solche, die damit nicht zurecht kamen aber die seltener. Den BURDA-Schnitt Mittelalterkleid korrekt, gibts eben (noch) nicht.

    Und richtig, wer über z.B. Korrektheit der Schnitte mit Argumenten wie "halbwegs historisch angelehnt" urteilt, muss sich dann eben auch gefallen lassen, dass ich ihm anrate doch selbst etwas besseres auf den Markt zu bringen.

    Tut mir leid aber gerade die von mir angesprochenen Äusserungen kamen dann doch sehr arrogant rüber und da konnte ich es mir nicht verkneifen genau so zu antworten.

    Gruß Wolf

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