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  1. #1
    Tee
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    Alter Hase Avatar von Tee

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    Detailfragen zu Kleid ca. 1490/ WIP

    So, damit es mit Düren dieses Jahr etwas wird, wage ich mich auch mal an ein "Tanzkleid" ran.
    Vorlage habe ich mir rausgesucht, betreibe seit ca. einem halben Jahr Bilderrecherche und habe auch schon die Stoffwahl "so gut wie" festgelegt. Nur das Kaufen der noch fehlenden Stoffe + Materialien muss ich bei einem Blick in den Geldbeutel noch etwas vertagen.

    Da es nicht historisch hundertprozent korrekt sein muss, greife ich zum Teil auch auf neuzeitliche Materialien zurück, sofern Optik und Haptik stimmt. Ich möchte dennoch versuchen dass ganze stimmig und nicht zu sehr nach Kostüm aussehen zu lassen.

    Dankbar wäre ich für Hinweise/Tipps oder auch Meinungen vor allem zu Detailpunkten, die ich mit meiner Recherche noch nicht klären konnte. Vielleicht habe ich aber auch nur falsch gesucht.

    Geplant sind:
    1. Unterkleid (feines Leinen)
    2. "Brokat"-Kleid mit langen Ärmeln (wird vermutlich ein Polyesterjaquard mit dessen Musterung und Griff ich aber vollstens zufrieden bin)
    3. Samtüberkleid mit Schlitz vorne/seitlich hochgerafft (Baumwollsamt), gefüttert mit kontrastfarbenen Moiré (welcher es wohl letztendlich wird, steht noch nicht fest)

    Schmuck: Breite Kette in stilisierter Blütenform, gedrehter Gürtel mit großen Perlen und Pomander als Abschluß,

    Kopfputz bin ich mir noch nicht sicher, tendiere momentan zu etwas schleierartigem oder in Richtung Balzo gehend, Original nach Vorlage wäre ein turbanartiges Konstrukt aus Haaren was ich aber ehrlich gesagt zu albern finde.

    Detailfragen:
    Punkt 1 Unterkleid:
    In vielen Bilder kann man sehen, dass die Menge Stoff in feinste Fältchen gefasst sind. Über deren Herstellung bin ich mir nicht ganz sicher: Ist smoken allein ausreichend elastisch? Für einen Wabenstich sind die Fältchen fast zu gerade? oder wäre eine Art Plissée das Mittel der Wahl? Hier mal ein Beispiel der Zeit bzw. etwas später:




    Der Ausschnitt der Kleider ist rechteckig. Würdet ihr den Ausschnitt des Unterkleides entsprechend auch rechteckig machen oder wie ich es auf anderen Bildern gesehen habe eher bis zum Halsansatz hoch? Die Oberkante würde dann durch die breite Kette verdeckt. Meinungen, evt. Praxiserfahrung?

    So


    oder so




    Punkt 2 - Oberkleider: Auf meiner Vorlage ist kein Verschluss vorne oder seitlich zu erkennen.
    Also wird es wohl im Rücken geschlossen werden. Eigentlich finde ich diese Rückenschnürungen an Überkleidern nicht so toll (ich will ja nicht wie ein Rollbraten aussehen).
    Wäre ein verdeckter Verschluss mit Häkchen evt. eine Lösung? Oder würdet ihr das ganz unpassend finden?
    Andere Vorschläge?
    (Die Ärmel werde ich vermutlich mit Knöpfen schließen.)

    Ich fände es schön, wenn jemand Lust hat, ein wenig Gedankenaustausch zu betreiben, manchmal grübel ich auch zu lange über etwas nach und es gibt eine einfache Lösung. Klassisches Baum + Wald Problem
    Bis dann

    Tee

  2. #2
    Kelmon
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    Re: Detailfragen zu Kleid ca. 1490

    Zitat Zitat von Tee
    In vielen Bilder kann man sehen, dass die Menge Stoff in feinste Fältchen gefasst sind. Über deren Herstellung bin ich mir nicht ganz sicher: Ist smoken allein ausreichend elastisch? Für einen Wabenstich sind die Fältchen fast zu gerade?
    Wenn es anders gemacht worden wäre, würde es mich zumindest wundern. Anders kann ich es mir auch nicht vorstellen. Vergiss bei historischen Vorlagen nicht, daß Frauen sowas von Kindesalter an gemacht haben und eben einfach entsprechend gut, schnell und sauber arbeiten konnten.

    Würdet ihr den Ausschnitt des Unterkleides entsprechend auch rechteckig machen oder wie ich es auf anderen Bildern gesehen habe eher bis zum Halsansatz hoch?
    Das ist meiner Meinung nach einfach Deine Sache, wie hochgeschlossen Du eben sein willst. Solange Du es auch bei kälteren Temperaturen in geschlossenen Räumen trägst sehe ich keinen Grund, warum man nicht etwas Haut zeigen dürfte. Beides wurde ja offensichtlich getragen, und war wohl praktikabel, oder zumindest mal in Mode.

    Auf meiner Vorlage ist kein Verschluss vorne oder seitlich zu erkennen.
    Also wird es wohl im Rücken geschlossen werden. Eigentlich finde ich diese Rückenschnürungen an Überkleidern nicht so toll (ich will ja nicht wie ein Rollbraten aussehen).
    Wäre ein verdeckter Verschluss mit Häkchen evt. eine Lösung? Oder würdet ihr das ganz unpassend finden?
    Andere Vorschläge?
    (Die Ärmel werde ich vermutlich mit Knöpfen schließen.)
    Häkchen finde ich durchaus passend, sind ja keine Erfindung der Neuzeit. Knöpfe sehen natürlich meist einfach schmucker aus, sind aber für hinten idR keine Option. Ein Nachteil von Haken ist natürlich, daß die dann auch perfekt sitzen müssen, während Du bei einer Schnürung je nach "Tagesform" des Körpervolumens mal mehr, mal weniger zug geben kannst.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  3. #3
    Tee
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    Schnürung nach "Tagesform" - finde ich gut

    Allerdings würde ich die Tagesform lieber mit der Unterwäsche herstellen als durch Oberkleidung.
    Das wirkt dann nicht ganz so wie Presswurst, wenn man wie ich keine Idealfigur hat.

  4. #4
    Kelmon
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    (Hast Du das "ca. 1490" gerade ergänzt oder habe ich das überlesen?)

    Wie dem auch sei, da würden mir dann wirklich nur noch Haken für einen Verschluss hinten in den Sinn kommen.
    Ansonsten sei wohl noch zu bemerken, daß nur weil Deine Vorlage einen Verschluss auf der Hinterseite hat, das natürlich nicht für alle Kleider dieser periode gilt.

    Nebenbei sehe ich gerade, daß Du für das Kleid einen Polyesterjaquard benutzen willst. Sicher, daß Du Dir das bei einem Tanzkleid antun willst? Also ich möchte nicht in Plastik eingepackt rumhüpfen...
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  5. #5
    Tee
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    Das hast du überlesen, ist aber nicht wirklich schlimm

    Polyester: Ja, leider. Allerdings mit Viskose Anteil, was es etwas erträglicher macht.

    Normalerweise versuche ich Polyester selbst in meiner Alltagskleidung ganz zu vermeiden. Ich hoffe ja, dass es mit Leinenunterkleid + div weiterer Unterwäsche nicht ganz so schlimm wird.

    Warum ich es dann trotzdem tue?
    Erstens habe ich leider nichts gefunden dass meine Vorstellungen in Material/Muster/Farbe/Preis besser entspricht.

    Zweitens denke ich dass durch die Glätte des Polyesters das Überkleid besser fällt und auch nichts am Unterkleid "klebt", Als Alternative mit den gleichen Eigenschaften bliebe nur Seide, aber da habe ich nichts adäquates gefunden.

    Ein Kleid liegt ja untenrum nicht an, von daher hoffe ich mal das es nicht allzu schlimm wird. Und da es ja nur einen Abend lang getragen wird muss es danach halt gewaschen werden. Was bei Polyester einfacher ist als bei Seide.

    Zu dem Verschluss:
    Klar ist von einem nicht auf alles zu Schließen.
    Aber auf den meisten Bilder die ich mir in diesem Stil rausgesucht habe, ist kaum noch Schnürung im Bereich des Oberkörpers zu finden, obwohl die Kleider selbst sehr Körpernah geschnitten sind.
    Bei manchen scheint es eine Art Haken + Ösenverschluss vorne zu geben,



    dann ist die Kante aber meist mit einem Besatz, Borte oder anderem Schmuck versehen, was bei meinem nicht der Fall ist. Deshalb die Frage ob man daher auf einen Verschluss hinten schließen könnte?

  6. #6
    bstabens
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    Wenn du dir den Tudor Tailor mal anschautest, oder die hervorragenden Bücher von Janet Arnolds, Patterns of Fashion, dann könntest du dort nachlesen, dass diese Kleider durchaus auch geschnürt waren.
    Z. B. beim Tudor Tailor wird der Schnitt eines Kleides erklärt, welches dann vorne mit einem Stecker die Schnürung verdeckt. Original wurden diese Stecker dann mit Stecknadeln am Kleid festgesteckt. Nein, da sticht man sich nicht, genaugenommen ist das eine clevere und sichere Befestigung. Man kann durch die Schnürung gut an die Form anpassen, und durch das Feststecken mit den Nadeln auch unsichtbar.
    Nicht alle sind auch im Rücken geschnürt, viele (vor allem bei Bürgerlichen) an der Seite oder eben vorne unter Stecker.

    Wenn du sowieso schon den Kompromiß eingehst, Polyesterjaquard zu nehmen, dann schnüre doch einfach vorne und arbeite eine Klappe ein, mit der die Schnürung verdeckt wird.

    Salat

  7. #7
    Tee
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    Ich weiß dass viele/die meisten? Kleider geschnürt wurden, im Rücken einfach oder auch doppelt, vorne mit und ohne Stecker etc.

    Ich wollte nur wissen, ob euch eine Schließmethode geläufig ist die ohne Schnürung auskommt, bzw. ab wann ihr diese verwenden würdet. Es soll ja trotzdem noch stimmig werden.

    Tudor (mit Stecker und dem ganzen drumrum Farthingale/ Hüftrolle etc) ist fast schon etwas zu spät.

    Meine Vorlage ist noch nicht ganz Tudor, aber nicht mehr Burgund, um es mal so pauschal auszudrücken. D.h. der ganz Unterbau, der Tudor so steif macht ist bei mir Gott sei dank noch nicht notwendig.

    Aber die Idee mit der verdeckten Klappe werde ich mal durchdenken.
    Danke dir

    Gruß
    Tee

    PS: Ist ja witzig: der Trollsmiley wird automatisch in das Wort H ü f t r o l l e eingesetzt

    edit: Habe mir nochmal das Bild mit dem Ärmel angeschaut und erst jetzt ist mir aufgefallen dass dieser mit einem umstickten Knopf geschlossen wird, von daher muss der gefältelte Bereich nicht querelastisch sein und es reicht "normales smoken" aus.

    Nachdem ich eine schöne Vorlage für eine gestickte Borte gefunden habe, habe ich mal Stickproben mit verschiedenen Garnen gemacht. Eigentlich hats mir ja lange vor dem Sticken gegraut. Aber, oh Wunder es ging besser als ich dachte. Sogar die Rückseite ist ordentlich geworden, was mich am meisten erstaunt hat. Das letzte mal das ich Kreuzstich gestickt habe, war wohl im Kindergarten, also eeeewig her.
    Jetzt freu ich mich drauf in den Mittagspausen was interessantes zu machen.

  8. #8
    Tee
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    *Puuuust: thread abstaub*

    Da Düren aktuell im Gespräch ist, muss ich hier mal weiterschreiben, auch wenn's nur winzig kleine Fortschritte sind.

    Material:
    vorhanden:
    Leinen in weiß und natur,fein -> Unterkleid, evt. Schleier, Ärmel etc.
    Jaquard in rot/gold -> Kleid

    ich denke ich werde ihn umgekehrt verwenden da rotes Dekor auf gold für die Zeit typischer ist und der Stoff beidseitig verwendbar ist
    BW Samt in Blau -> Überkleid
    gelbe Nähseide zum Sticken -> Borte am Unterkleid
    Messingblech -> Schmuck

    gefunden, aber noch nicht gekauft:
    Metall-Seiden Organza -> Besatz

    noch nicht gefunden:
    Moire in Wasserringeoptik -> Futter Oberkleid

    na ja und es fehlen immer noch ein Haufen Kleinigkeiten.

    Bei den Verschlüssen habe ich jetzt entschlossen das Kleid vorne mittig verdeckt zu schnüren, das Überkleid wird verdeckt seitlich vorne geschnürt. Das erscheint mir aufgrund meiner Recherche am sinnvollsten und so liegen die beiden Schnürungen nicht aufeinander.

    Zu der Zeit waren Schnürmieder noch nicht so verbreitet wie später in der Renaissance. Häufiger wurde die Vorderfront verstärkt/versteift (mit Filz/Pappe/Roßhaar gefüttert) damit kein Faltenwurf entsteht. Wie ich das löse muss ich im Arbeitsablauf feststellen.

    Momentan bin ich am Bau einer Schneiderpuppe nach meinem Körperabdruck, damit ich endlich vernünftig nähen/anpassen kann.
    Und ein paar Veilchen für den Schmuck habe ich auch schon aus (Halbedelstein?) Tropfen gefertigt



    Na,ja bin ja noch nicht sooo weit gekommen aber ich bin zuversichtlich

  9. #9
    Tee
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    Ich hatte mal im Kurze Fragen Thread gefragt, welches Messing sich für die Herstellung von Schmuck eignet.
    Hier:
    http://www.inlarp.de/larp-forum/kurz...25.html#185343

    Ich habe letztens dann 0,8mm Messingblech bestellt und mal ein erstes Teststück mit der Laubsäge ausgesägt.
    Fazit: 0,8mm ist für meine Zwecke zu dick. Erstens brauche ich eeeeeewig bis ich das rausgesägt habe und zweitens lässt es sich nicht mehr vernünftig in Form biegen. Ich werde mal einen zweiten Versuch mit 0,5mm und/oder mit 0,3mm machen und dann mal weitersehen.
    Drittens muss ich noch an meiner Technik arbeiten, ich verhake mich noch zu oft. Dadurch habe ich 4 Sägeblätter auf fünf Blütenblätter verbraucht. Obwohl die Grundform recht einfach ist (ähnlich einer Tudorrose)

  10. #10
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    Welche Laubsägeblätter benutzt du?

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