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  1. #1
    Rondria
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    Rüstung aus Leder/Kette im Wikinger-Stil

    Hallo,
    ich bin recht neu dabei, habe aber einen Haufen (ehrgeizige) Ideen, bin aber unsicher ob sie realisierbar sind. Eine "normale" Wiki-Darstellung habe ich schon fast beisammen, bin auch zufrieden. Nun möchte ich noch eine Ausrüstung, die etwas wehrhafter ist. Genauer - ich würde gerne eine Schildmaid darstellen. Da ein Kettenhemd recht schwer ist für eine zugegeben recht kleine Frau mit schmalen Schultern, denke ich über eine Kombination aus Leder und Kette nach. Das Schild hat ja auch einiges an Gewicht, die Axt ebenso... Außerdem lässt sich ein Kettenhemd fast gar nicht auf Figur bringen, eine Lederrüstung find ich aber zu wenig kämpferisch für das, was ich darstellen will.
    Hat jemand Erfahrungen sammeln können damit? Verschiedene Ansätze sind da, zB das Aufarbeiten von Kettenstücken auf eine Lederrüstung oder aber eine Rüstung die zur Hälfte aus Leder und zur Hälfte aus Kette besteht. Ob und wie es das gegeben hat ist mir egal, Authenzität ist eh so ne Sache und ich halte es nach dem Motto "Es muss stimmig sein, wenn mans nicht gefunden hat, heißt es nicht dass es das nicht gegeben hat."
    Hat hier jemand Erfahrungen mit so einem "Rüstungs-Hybriden"? Meinungen sind auch gern gesehn, nicht dass ich mir da den totalen Quatsch überlegt hab..
    Gruß,
    Rondria

  2. #2
    Cartefius
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    Mir ist noch nicht ganz klar, was dir vorschwebt. Figurbetonte Rüstung, sowie Lederrüstung im Allgemeinen, sind schonmal jeweils für sich nicht so wirklich "wikingertypisch", das Ergebnis würde also vermutlich stark in Richtung Fantasy-Barbarin gehen. In diesem Fall würde ich dann wohl eher zu einer sehr stark beschlagenen Lederrüstung greifen, also z.B. mit Nieten, großen Bronzeringen oder sogar Naturmaterial wie Zähnen oder Horn, und diese auch eher an den lebenswichtigen Stellen anbringen. Kettengeflecht hingegen würde ich bei so einer "festen" Rüstung wenn dann eher an den Rändern verwenden, an den Ärmeln oder unten am Saum z.B., so dass die Beweglichkeit des Materials ausgenutzt wird.

  3. #3
    Kelmon
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    Erstmal möchte ich fragen, warum es für Dich relevant ist, daß die Rüstung figurbetont ist - klar, das bietet ein Kettenhemd nicht, aber eine Rüstung soll schützen, und nicht die Kurven der Trägerin hervorheben. So oder so hat figurbetontes vermutlich nichts im stilistischen Bereich von Wikingern zu suchen, die sich nunmal typischerweise durch frühmittelalterliche, weite Schlupfgewandungen auszeichnen.
    Oder meintest Du damit, daß das Kettenhemd einfach an Dir "schlabbert"? Dann liegt das daran, daß Du Rüstungen anhattest, die einfach nicht auf Deinen Körpertyp angepasst waren. Mein Kettenhemd sitzt z.B. wie eine zweite Haut auf meinem Gambeson, aber das war auch eben genau darauf zugearbeitet worden.

    Hast Du schon über eine textile Rüstung (Gambeson) nachgedacht? So etwas unterstreicht "professioneller Kämpfer" durchaus mehr als es eine Lederrüstung tut.

    Als phantastische Varianten würden mir hier die DSA-Thorwaler Krötenhaut einfallen, eine Lederrüstung (meist eine Weste), die über und über mit Nieten besetzt ist (zu sehen u.A. auf der Photogalerie der Varsberg-Ottajasko), ebenso eine "Ringrüstung", also große Flache Ringe, die auf eine UNterlage aus Leder aufgenäht werden. (s. z.B. als frühere Bayeux-Interpretation hier).


    Zitat Zitat von Rondria Beitrag anzeigen
    "wenn mans nicht gefunden hat, heißt es nicht dass es das nicht gegeben hat."
    Für LARP ist das freilich egal (bzw. hinfällig, da Funde oder Nicht-Funde für eine Fantasywelt irrelevant sind), aber solltest Du Dich jetzt oder später mal ernst mit historischen Darstellungen beschäftigen, würde ich die Einstellung ganz schnell wieder ablegen.
    Geändert von Kelmon (17.06.2014 um 19:23 Uhr)
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  4. #4
    Gerwin
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    Ich kann dich beruhigen. Die Wahrscheinlichkeit als Frau Profikämpferin zu sein ist historisch gesehen gegen null (nicht unbedingt gleich null). Von daher gesehen ist es in deinen Fall tatsächlich egal, was man gefunden hat.

    Ansonsten kannst du auch mit Standardkettenhemden das typische Schlabbern verhindern. Die müssen halt nur (halbwegs) passen. Im Regelfall sind sie zu groß.

    Eine (gut gemachte) Lederrüstung wiegt genauso viel wie ein Kettenhemd, manchmal sogar mehr. Die einzige Rüstung die tatsächlich weniger wiegen KANN wäre ein Gambeson. Wobei ein Stand-Alone-Gambeson der tatsächlich schützt schnell an Gewichte des Kettenhemds kommt. Wenn es gar nicht anders geht, denk halt über Plastik nach.

  5. #5
    Rondria
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    Danke für eure Antworten. Dass Frauen seltener Kämpferinnen waren ist mir klar, dennoch gab es sie und das ist auch historisch gut belegt. Mir gehts nicht darum irgendwelche kurven nachzuzeichnen und Fantasy-Barbarin ist so ziemlich das letzte was ich darstellen möchte. Mir geht es mehr darum, dass es (wie von Kelmon und Gerwin richtig erkannt) nicht schlabbert und dass ich darin nicht total untergehe, sowohl gewichtstechnisch als auch von der nicht vorhandenen Passform. Für einen Mann ist es doch wesentlich einfacher ein passendes Kettenhemd zu fertigen, weil die männliche Figur eher grade ist. Wahrscheinlich werde ich mir mit einem Gambeson eine etwas "geradere" Figur formen müssen, so dass ich das Kettenhemd zum passen bekomme.

    Mein Spruch, dass es die Sachen nur nicht gegeben hat weil sie nicht gefunden wurden, ist etwas falsch verstanden worden. Mir geht es darum, dass ich nicht zwangsläufig in extrem genauen Repliken rumlaufen möchte, sondern ein wenig künsterischer Freiraum für mich einfach dazugehört. Lederrüstungen gab es, darüber brauchen wir ja nicht streiten. Kettenhemden natürlich auch. Warum also sollen beide Elemente nicht verbunden worden sei? Das meinte ich. Natürlich ist es doof, wenn man sich komplett irgendetwas ausdenkt und es als authentisch verkauft. Aber eine Kombination von vorhandenem ist durchaus legitim denke ich, oder? Falls nein - warum soll ich diese Einstellung besser wieder ablegen? Wie gesagt, ich bin recht neu dabei.

    Wenn ich später etwas Zeit finde, beschreibe ich nochmal genauer was ich meine und präzisiere meine Frage nochmal. Es ist eigentlich eher eine technische denn inhaltliche Frage

  6. #6
    Kelmon
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    Zitat Zitat von Rondria Beitrag anzeigen
    Danke für eure Antworten. Dass Frauen seltener Kämpferinnen waren ist mir klar, dennoch gab es sie und das ist auch historisch gut belegt. Mir gehts nicht darum irgendwelche kurven nachzuzeichnen und Fantasy-Barbarin ist so ziemlich das letzte was ich darstellen möchte. Mir geht es mehr darum, dass es (wie von Kelmon und Gerwin richtig erkannt) nicht schlabbert und dass ich darin nicht total untergehe, sowohl gewichtstechnisch als auch von der nicht vorhandenen Passform. Für einen Mann ist es doch wesentlich einfacher ein passendes Kettenhemd zu fertigen, weil die männliche Figur eher grade ist. Wahrscheinlich werde ich mir mit einem Gambeson eine etwas "geradere" Figur formen müssen, so dass ich das Kettenhemd zum passen bekomme.
    Ein Kettenhemd sollte sich normalerweise an die Konturen des Trägers anlegen. Ich habe jetzt natürlich keine Ahnung von Deiner Figur, aber solange Du nicht ungefähr so hoch wie breit bist, bzw. Deine BH-Größe im D+-Bereich liegt , sollte es eigentlich egal sein ob Mann oder Frau. Es gibt ja auch übergewichtige, männliche LARPer, die hier kein Problem haben. Wichtig wäre hier, wie gesagt, daß Du einfach ein entsprechend enges Kettenhemd nimmst. (Nicht zu eng, nicht zu weit).

    Mit etwas Mühe (und dem rihtigen Werkzeug) wäre es sicher auch möglich, ein Kettenhemd herzustellen, das sich an den entsprechenden Stellen verjüngt oder verbreitert. Hierzu müssen eben an der Seiten"naht" je nach Reihe eben Ringe hinzugegeben oder entfernt werden.


    Mein Spruch, dass es die Sachen nur nicht gegeben hat weil sie nicht gefunden wurden, ist etwas falsch verstanden worden. Mir geht es darum, dass ich nicht zwangsläufig in extrem genauen Repliken rumlaufen möchte, sondern ein wenig künsterischer Freiraum für mich einfach dazugehört. Lederrüstungen gab es, darüber brauchen wir ja nicht streiten. Kettenhemden natürlich auch. Warum also sollen beide Elemente nicht verbunden worden sei? Das meinte ich. Natürlich ist es doof, wenn man sich komplett irgendetwas ausdenkt und es als authentisch verkauft. Aber eine Kombination von vorhandenem ist durchaus legitim denke ich, oder? Falls nein - warum soll ich diese Einstellung besser wieder ablegen? Wie gesagt, ich bin recht neu dabei.
    Vorab: Im LARP ist "authentisch" erstmal belanglos. Was zählt, ist "ambientig", d.h. also "passt es gefühlt stilistisch in die darzustellende Welt". Das kann sich bei historisch orientierten Konzepten eben mit dem decken, was man im Living-History-Bereich erlaubterweise nimmt, umfasst aber idR. weit mehr. (Mein Knappe ist an 1340 orientiert, trägt aber z.B. Insignien eines Fantasygottes).

    Für LARP ist es also eigentlich egal, ob es Lederrüstungen gab oder nicht, oder womit Du diese kombinierst, solange es einerseits zum Stil der restlichen Ausrüstung passt und irgendwo sinnvoll zu sein scheint. Bei Lederrüstungen könnte man z.B. den eher geringen Real-Schutzwert und die gleichzeitigen IT-Kosten als Argument dagegen anbringen, warum ein Profikämpfer so etwas möglicherweise nicht tragen sollte. Was aber andererseits durch "es sieht an dem Charakter aber cool aus" oder "es existiert so in der Fantasy-Vorlage" ggf. wieder ausgeglichen werden kann. Vermutlich niemand würde einem DSA-Thorwaler seine "Krötenhaut" absprechen, bloß weil Real-Wikinger sowas nie getragen haben werden, oder es als Rüstung eher wenig sinnvoll ist.

    Aber rein auf den historischen Aspekt bezogen: Nein, Lederrüstungen gab es (im gesamten europäischen Mittelalter) mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht, und legitim ist nur das, was man belegen kann, also keine Eigenkombinationen.
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  7. #7
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    Zum Thema Kettenrüstung:

    schau mal dort: https://www.larpwiki.de/RickS./Baste...rw%C3%BCrkerei

    In diesem Artikel sind auch Tipps und Hinweise zum Kauf eines fertigen Kettenhemdes und Anleitungen zur Veränderung des selben aufgeführt.

    Zusätzlich empfehle ich, dass du dir von einem erfahrenen Kettenrüstungs-Träger das erste mal helfen lässt, wenns ums richtige Schnüren und Gürten so einer Rüstung geht. Im Idealfall schlabbert dann nichts mehr und es liegt nicht das gesamte Gewicht auf den Schultern.
    Je nachdem, wo du wohnst, finden sich mit Sicherheit Leute, die dir da vor Ort weiterhelfen können.
    Wenn du dich nicht halbwegs gut mit Leder und/oder Rüsttechnik auskennst, kannst du bei Lederrüstungen sehr viel schneller ins Klo greifen, als bei Ringpanzern. Insofern empfehle ich Anfängern gerne, zunächst die Finger von Lederrüstung (speziell von LARP-Discountern) zu lassen.
    Monster und Persönlichkeiten aller Art...

    Meine Charaktere, Bastelanleitungen und mich findet ihr auch im LARP-Wiki

  8. #8
    Tine
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    Es hat seinen Grund, warum man sagt: "Kettenhemden lügen nicht." Durch die richtige Webart und das Eigengewicht passen sich die Dinger den Körperformen an. (Was nicht in jedem Fall ein optischer Gewinn ist. ) Der Gürtel tut sein Übriges. Eine Taillierung über die Ringe oder eine "Begradigung" der Figur durch Gambeson ist unnötig. Wenn das Kettenhemd schlabbert, musst du schon ein extrem großes erwischt haben. Dann versuch einfach ein kleineres.
    SEMPER PROBUS

  9. #9
    Rondria
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    Mhm.. Doch meine Körbchengröße liegt in diesem Bereich obwohl ich sonst schlank bin. Das ist ja das Problem. Verjüngen und verbreitern hab ich auch überlegt. Aber ich fürchte das sieht blöd aus, finde auch leider keine Bilder wo man das Ergebnis mal begutachten könnte. Und ich dachte es ist wesentlich einfacher, Lederstreifen entsprechend zu verjüngen und verbreitern damit es passt. Wenn Schuppen oder Lamellen aufgenietet werden anschließend, müsste es doch ganz gut aussehen. Vor meinem geistigen Auge hat die Rüstung kurze Ärmel aus Kette und auch der Bauch/Hüftbereich ist aus Kettenmaterial. Dazwischen wechseln sich Leder und Kette ab, in Streifen oder in Quadraten, da müsste man schaun was passt.
    Mir geht es vor allem auch darum ob sich Rüstleder und Kette einfach so verbinden lassen. Kann ich die Kettenringe einfach so ins Leder drehen (vorbohren, klar..) oder mit einem Lederband beides verbinden. Das hat doch ganz sicher schon jemand versucht?!

    Lederrüstungen bei Wikingern hab ich übrigens hier gesehn: http://www.langstrofsche-stubentiger...n/repliken.htm Ist die Seite vertrauenswürdig? Ich bin noch ganz am Anfang, muss mich noch viel mehr einlesen.

    Eine Krötenhaut/ Rüstung mit Nieten-Verstärkung finde ich übrigens optisch sehr unansprechend. Das ist einfach Geschmackssache denke ich.

  10. #10
    Cartefius
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    Lederrüstungen bei Wikingern hab ich übrigens hier gesehn: http://www.langstrofsche-stubentiger...n/repliken.htm Ist die Seite vertrauenswürdig? Ich bin noch ganz am Anfang, muss mich noch viel mehr einlesen.
    Die grundsätzliche Form dieser Lamellenrüstungen ist belegt, aber meines Wissens nur mit Metall (und eventuell Horn) als Material, Lederumsetzungen sind meines Wissens nach zwar heutzutage in der Szene beliebt, aber rein spekulativ. Ganz grundsätzlich scheint auf dieser Seite so ziemlich alles, was kein Originalfund ist, als "Replik" bezeichnet zu werden, der Begriff sollte da also nicht unbedingt als "originalgetreue Replik eines bestimmten historischen Fundes" ausgelegt werden. Auch wenn die Seite recht großspurig damit wirbt, dass die Rüstungen "belegt und kein zusammnegeschustertes Phantasieprodukt" seien, ist diese Aussagen bei Exemplaren wie diesem hier eindeutig grober Unfug, andere Stücke hingegen wirken durchaus ganz hübsch.

    Das Problem bei dieser Machart ist generell: Auch diese Rüstung ist von der Form her extrem gerade und steif, noch viel mehr als dies ein Kettenhemd sein dürfte.
    Geändert von Cartefius (18.06.2014 um 18:09 Uhr)

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