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    Tarrant
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    Der kleine Larphelfer - Kleidung im Larp


  2. #2
    Cartefius
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    Huiuiui, am Thema Kleidung merkt man ja immer, wie sich die Geister scheiden, und vor allem im Larpwiki gibt es natürlich weit mehr Gedanken zu dem Thema, als man in so einem kurzen Artikel zusammenfassen könnte. Ein paar Kernpunkte will ich aber doch rausgreifen, weil ich zu sehr vielen Punkten doch ganz anders denke.

    Um aber nicht ganz aus dem Rahmen zu fallen mit seinen persönlichen Ideen kann man ganz allgemein jedoch sagen, dass man sich grob an Art und Beschaffenheit mittelalterlicher Bekleidung orientieren kann, d.h. im Wesentlichen hauptsächlich Baumwollstoffe in eher matten Farben.
    Auch wenn diese beiden Aussagen für sich genommen vielleicht gar nciht so schlecht sind, rollen sie doch in dieser Art zusammengefügt jedem historisch interessierten die Zehennägel hoch. Wenn man mal ganz grob vereinfachen wollte könnte man eher genau das Gegenteil sagen: Mittelalterliche Bekleidung war meist bunt und selten aus Baumwolle.

    Auch wenn ich mittelalterliche Mode oft sehr reizvoll finde und sie auch sicher für viele Charaktere gute Vorlagen liefert, würde ich nicht unbedingt als wichtigsten Punkt einer Larpklamotte ansehen, dass sie mittelalterlich ist. So eignen sich viele Elemente der Barockmode und späteres sehr gut vor allem für Adelsdarstellung, Kleidung aus der Antike bietet jede Menge interessante Vorlagen, und auch die Hobbits aus dem Herrn-der-Ringe-Kinofilm sehen ja in ihrer ans 19te Jahrhundert angelehnten Kleidung sehr stimmig aus. Wichtiger finde ich:

    Die Kleidung sollte nicht modern und alltäglich sondern irgendwie "altmodisch" aussehen!

    Das betrifft sowohl die Schnitte (Hose und Hemd oder Sweatshirt bis zur Taille, moderne Kragen- oder Taschenformen sind ziemlich unambientig, Gugeln, Hüte und Umhänge hingegen ungewöhnlich und damit gut), als auch die Farben (Strickmuster, Neonfarben und durchgängig schwarz sieht man heute auf jeder Straße, satte Färbungen, Metall, ungefärbtes Leder und Stickereien hingegen eher selten) und auch die Materialien (Baumwolle, Veloursleder, Pannesamt sind modern, derbe Wolle und feines Leinen hingegen eher nicht).
    Auch was die Verarbeitung angeht ist das Ziel, eine Gesellschaft darzustellen bei der man solche Dinge noch von Hand fertig und sie nicht aus der automatischen Fertigungsstraße kommen. Das bedeutet nicht, dass man nicht mit der Maschine nähen darf (denn so etwas merkt man eh nicht auf Anhieb) sondern dass man auf Dinge wie ausgedruckte Wappen, Aluschnallen, billige Industrieblechteile und Plastik verzichtet. Auch die Baumwolle, die in dem Artikel immer wieder beschworen wird ist vielleicht für sich genommen nicht völlig falsch, durch die feste Etablierung als billigen Alltagsstoff heutzutage würde ich aber immer, wenn ich die Wahl hätte, ein anderes Material benutzen - Wolle und Leinen sind auch oft vom Tragekomfort her erstaunlich überlegen.

    Die Gesinnung spielt vor allem bei Priestern eine Rolle, da es sich für diese empfiehlt ein Zeichen ihrer Gottheit mit sich zu tragen. Dieses kann man auf die Kleidung sticken oder malen, als Schmuck (Kette oder ähnliches) oder Talisman bei sich tragen oder sich mit Schminke quasi wie eine Tätowierung direkt auf die Haut malen. Aber nicht nur bei Priestern, sonder auch bei anderen Charakterklassen sollte auf dich Gesinnung geachtet werden.
    Diese Verallgemeinerung finde ich etwas weit gefasst, schließlich würde ich schätzen, dass auf den meisten Larps nicht mit einem Gesinnungssystem gespielt wird. Aber selbst wenn: Ich kann verstehen, dass es einem Priester eines weithin geachteten Ordens naheliegt, sich sein Glaubensbekenntnis quasi "ans Revers zu heften". Aber warum sich jemand böses so kleiden sollte, dass man ihn gleich als böse erkennt, ist mir schleierhaft - Schließlich hätte er doch viel einfaches Spiel, wenn er ebenfalls als Priester eines weithin geachteten Ordens aufträte! Solche Denkweise führt meines Erachtens nur zu den schwarz vermummten Ninjas in der Taverne, die sich wundern warum alle über sie lachen.

    Sicherlich ist es ein übliches Klischee in Film, Theater und Roman, dass sich innerliche Verkommenheit immer auch irgendwie äußerlich wiederspigelt, aber hier das richtige Maß zu finden erfordert mehr Überlegung, als dass man es in einem einfachen Charaktertipp zusammenfassen könnte.
    Ein erfolgversprechenderer Denkansatz wäre generell für mich, zwischen zwei Maximen abzuwägen: "Was bringt es meinem Charakter, sich so zu kleiden wie er sich kleidet?" und gleichzeitg aber auch "Wie hilft die Kleidung meines Charakters meinen Mitspielern, meine Rolle zu erkennen und einzuordnen?".

    Krieger: Metall (z.B. Platten- und Kettenrüstungen), schweres Leder (robustes Rindsleder, evtl. auch mit Nieten beschlagen oder teils mit Plattenelementen)
    Ok, das ist die Rüstung, aber wird die nicht in einem anderen Artikel behandelt? Sich nur eine Rüstung zu kaufen, festzustellen dass diese unbequem ist, und dann nichts zum Anziehen zu haben ist wohl einer der typischen Anfängerfehler. Deswegen stellt sich natürlich auch für einen Krieger die gleiche Frage nach Kleidung wie für alle anderen Charaktere auch, und ja, das bedeutet auch dass man sich ein paar Gedanken zu seinem Konzept machen muss, die über das Wort "Krieger" hinausgehen.

    Volk: normal bürgerliche Kleidung besteht aus Stoffhose und Stoffhemd und ist alles in allem sehr schlicht und einfach gehalten
    Stoffhose und Stoffhemd ist aber leider auch das, was man heutzutage im Alltag trägt, aber auch als einfaches Volk will man ja schon verkleidet aussehen. Zumindest eine Überkleidung über dem Hemd, eine Weste, ein Wams oder eine Tunika, halte ich da schon für Pflicht, und ein Hut wirkt auch immer gut. Das in dem Beitrag verlinkte Bild ( larpweilig.de/photodetails.php?key=bafcd6c6a94c9af8152d ) halte ich da für ein hervorragendes Beispiel: Das könnte in irgendeiner Kneipe irgendwo aufgenommen worden sein, dass es sich bei den beiden um kostümierte Fantasycharaktere handelt würde ich nicht erkennen, wenn ich es nicht wüsste.

    Naja, alles in allem würden mir noch viele Details einfallen, auf der anderen Seite könnte ich auch einfach aufs Larpwiki verlinken, in der sich andere Leute schon viel Mühe zu dem Thema gegeben haben.
    Geändert von Tarrant (27.08.2013 um 21:51 Uhr) Grund: Link entfernt da Seite nicht mehr verfügbar

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