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  1. #1
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    Neues Elfenkleidprojekt :) Schritt für Schritt...

    Hallo ihr Lieben!
    Ich werde hier in den folgenden Tagen für euch eine Echtzeit-Schritt-für-Schritt-Dokumentation der Entstehung eines Elfenkleids präsentieren. Sie soll nicht als Angabe, sondern als kleine Anregung dienen. So ein Kleid ist schließlich nicht nur für Elfen tragbar und lässt sich auch problemlos dem individuellen Geschmack anpassen.

    Mein Projekt ist ein ElfenKleid für eine gute Bekannte, die leider ein paar hundert Kilometer zu weit weg wohnt um am Wochenende mal eben zum Abstecken vorbeizukommen.
    Deshalb habe ich mir ein Kleid ausgedacht, dass ich in ähnlicher Form schon einmal genäht habe.
    Der Vorteil ist, dass es sich durch eine durchgängige Schnürung sehr variabel auf die jeweilige Figur der Trägerin anpassen lässt. (Natürlich habe ich die Maße der Trägerin zur Grundlage genommen.)

    Der Schnitt wird komplett selbst konstruriert ? was in diesem Fall wirklich keine allzu große Kunst ist ? es gibt ja auch fast nichts praktischeres als eine Schnürung. (und glücklicherweise habe ich jemanden im Freundeskreis, der eine ganz, ganz ähnliche Figur wie die Trägerin hat...)
    Der Schnitt ist zum Teil an mittelalterliche Vorlagen angelehnt, der Rest entstammt meiner kranken Fantasie und mag stellenweise an den einen oder anderen bekannten Fantasyfilm erinnern. *hust*

    Genaugenommen besteht das Kleid aus zwei Kleidern. Das Unterkleid ist oben gerade geschnitten, der Rockteil wird durch vier eingesetzte Geren schön weit. Die Ärmel werden bis zum Ellenbogen relativ schmal sein, ab dem Ellenbogen ?das ist seeeeehr wichtig für den Elfenlook- werden sie sehr weit und Flügelartig ? quasi Teller-Ärmel
    Material für das Unterkleid ist cremeweiße Bouretteseide von Anita Pavani, der weite Teil der Ärmel ist aus demselben Material, aber in leichterer, transparenter Qualität.

    Das Oberkleid ist etwas Besonderes ? zumindest ist es so geplant
    Es wird auf beiden Seiten durchgehend geschnürt und zwar inklusive der Ärmel. An der Ärmelunterseite und an der Stelle, an der normalerweise die Seitennaht des Kleids wäre, ist also eine Schnürung, durch die das Unterkleid hindurchblitzen wird. Ich freue mich schon auf ca 60 Metallösen. Ich hatte sogar mal geplant, die noch zusätzlich von Hand zu umsticken, aber... uffffz. Blöde Idee? Najaa, mal sehen. Ich bin mir auch noch nicht ganz sicher, ob das überhaupt praktisch wäre.

    Das Oberkleid wird bis knapp oberhalb der Knie reichen und zur Mitte hin spitz zulaufen. Es ist relativ schmal geschnitten, sodass das Unterkleid darunter majestääääätisch hervorwallt. Material ist dunkelblaues, mittelschweres Leinen ? ich liebe diesen Stoff! ? das wesentlich mehr Stand hat als die weiche Bouretteseide. Die bereits erwähnten Ärmel des Oberkleids werden nur halblang sein, also bis zu der Stelle reichen, an dem die weiten Ärmel des Unterkleids ansetzen.

    An den Ärmelabschlüssen, dem Ausschnitt und (wenn der Stoff reicht hoffentlich auch am Saum) des Oberkleids wird eine hellblaue Baumwollsamtborte genäht werden. Der Samt ist ein Reststück aus meiner Wühlkiste und ich beeeete, dass er reicht.

    Zu meiner Vorgehensweise/Allgemeine Info zu mir: Ich bin reine Autodidaktin. Die ersten Nähgrundlagen habe ich von meinen Großmüttern (eine davon ehemalige Pelznäherin) gelernt, vieles einfach durch Nähpraxis, hemmungsloses Ausprobieren, nahezu rücksichtsloses, ständiges Nachfragen und nicht zuletzt durch einschlägige Literatur und dieses Forum gelernt. Seit ein paar Jahren bin ich der Gewandungsschneiderei verfallen (ich habe wirklich schon bessers produziert als das furchtbar schiefe, offenkantige Teil, dass hier in der Galerie steht... Obwohl ? die Ärmel waren nicht ganz schlecht.), allerdings ohne dabei dem bösen A-Wort allzu viel Rücksicht zu zollen. Ich bin schließlich Rollenspieler, nicht Reenactor.
    (Ich achte aber darauf, dass ich auch auf Mittelaltermärkten tragbare Teile vorweisen kann. Man weiß schließlich nie so genau, wo es uns Spielleute so hintreibt. Und gemäß dem Sprichwort ?Know your enemy? beschäftige ich mich durchaus auch mit ?historischer? mittelalterlicher Kleidung. Wenn mich dann jemand anpöbelt, weil dies und das nicht historisch ist, kann ich wenigstens sagen: Weiß ich. War Absicht.

    Mit dem Zuschnitt beginne ich spätestens am Dienstag, dann kann es losgehen J
    Bis dahin hier eine sehr skizzenhafte ... äh.. Skizze vom geplanten Kleid und Bilder von den Stoffen.
    Nahaufnahme:


    Und nochmal die zwei Hauptstoffe:

    Und hier die skizzenhafteste Skizze seit es Skizzen gibt:


    Es folgt in den nächsten zwei Tagen eine schematische 1:10 Abbildung der Schnittteile.
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  2. #2
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    Hier kommt mein selbstgebastelter Zuschnittplan.
    Die Stoffbreite beträgt 110cm, Länge 350cm. Leider, leider sind beim Scannen die praktischen Karos verloren gegangen. Die schraffierten Flächen sind Stoffabfall.
    Um breitere Geren zu erhalten, habe ich eine Gere längs geteilt, dadurch erhalte ich tolle 75cm in der Breite, pro Gere. *glücklich seufz*


    Er ist sehr schematisch, ja, aber das Unterkleid selbst ist ja auch relativ unspektakulär geschnitten. (Hoffentlich) Raffiniert und figürlich wirds erst beim Oberkleid mit der Schnürung.
    Der Flügelteil der Ärmel fehlt auf dieser Übersicht natürlich, da er aus einem anderen Stoff zugeschniten wird (siehe Post #1). Aber mal ehrlich, zwei kreisrunde Teile auf dem Papier sind auch wenig spannend. Durchmesser ist 100cm, so viel verrate ich

    Und morgen wird auf jeden Fall zugeschnitten, je nach Zeit und Lust vielleicht auch noch mehr. Bin gespannt, wie weit ich komme - Bilder folgen definitiv morgen Abend.
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  3. #3
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    So, heute wurde endlich das Nähzimmer erfolgreich um-ent-aus-gerümpelräumt.
    Um mich selbst zu belohnen, habe ich mit meinem liebsten Kleid-teil angefangen: den Ärmeln

    Der Schnitt ist denkbar einfach: man nehme ein Stück Faden und einen Trickmarker (verschwindet nach wenigen Tagen von alleine, oder spätestens wenn man ihn mit klarem Wasser ausspült), markiere sorgfältig die Mitte des zusammengefalteten Stoffs und ziehe einen sauberen Kreis. Das Fadenende muss man dabei sorgfältig festhalten, sonst bekommt man so einen Totalschadenkreis wie hier links im Bild ? wurde natürlich noch korrigiert.


    Der nächste Schritt ? zweimal einschlagen und festnähen, aka ?säumen? - klingt so einfach, aber der verdammte, tückische Fadenlauf, macht einem bei einem kreisrunden Schnittteil wohl zwangsläufig das Leben schwer. Eigentlich hatte ich geplant, von Hand einen Rollsaum zu nähen, aber der Stoff war da anderer Meinung und setzte sich fransend zur Wehr ? dann eben doch Nähmaschine.
    Ich war stellenweise in Versuchung, den kompletten Saum mit Wondertape festzukleistern Alles in allem bin ich zufrieden mit dem Ergebnis, aber es gibt da immer so die eine oder andere Stelle, die mir natürlich sofort auffällt. Weil ich ja weiß, wo sie ist. Weil sie mich förmlich anspringt.
    Nur ist der Stoff so weich und dünn, dass ich das mit dem Trennen lieber lasse ? es franst sprichwörtlich beim anschauen. Dann werde ich wohl mit den kleinen (blöden, fiesen, gemeinen) Dellen leben müssen. Wobei, wer weiß, wie es morgen nach dem Bügeln aussieht ? Da kann ich bestimmt noch die eine oder andere Stelle begradigen bzw abrunden.

    Und hier sind sie, die zwei hübschen Flügelärmel, zuerst allein, dann zu zweit.

    [
    Ich finde der Stoff fällt superschön. *zufrieden* Aber wie gesagt, ist natürlich noch ungebügelt, da schlabbert der Saum rum und biegt und windet sich.

    Und zu guter Letzt: Ja, Rollschneider sind scharf!


    Als Nächstes folgt der Zuschnitt vom Rest des Kleids ? logisch .
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  4. #4
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    Hab mir jetzt einen Rollsaumfuß bestellt, der dürte morgen schon hier sein. Ich denke, wenn ich damit zurechtkomme mache ich dann auch die Ärmel neu - so bin ich einfach nicht ganz zufrieden damit.

    Aber der Rest sieht bisher schon ganz gut aus
    Habe bis auf die oberen Ärmelteile alles ausgeschnitten und auch schon zusammengenäht. Das heißt, alle Geren sind eingesetzt, der Rockteil ist (bis auf den Saum natürlich) soweit fertig. Was noch fehlt sind die Schulternähte, der Ausschnitt und die Ärmel eben.

    Zuerst musste ich die halbierte Gere zusammensetzen:

    Versäubert habe ich mit einer französischen Naht - mir war danach, ich mag französische Nähte, die NZ war groß genug und schaden kann es nie.

    Trotz der Mittelnaht sitzt die Gere wirklich sauber drin, finde ich. (Die Falten auf dem Bild haben nichts mit den Nähten zu tun, der Stoff lag nur so uneben da)

    Die anderen sehen auch gut aus:


    Und das ist das Kleid bisher. Ja, ich hätte es auch vom Bügel nehmen und glatt hinlegen können, aber hey. Dann hätte ich ja mitdenken müssen
    In den nächsten Tagen folgt sowieso dann ein Bild im angezogenen Zustand, da sieht man doch sowieso viel mehr, finde ich.


    Im Moment hängt das Kleid jetzt erstmal rum, damit sich die Geren aushängen, das bedeutet, dass das Kleid auf einem Kleiderbügel hängt und am unteren Saumende mit ca 70 Wäscheklammern beschwert ist. Das Problem ist nämlich, dass die Geren ja schräge Kanten haben. Und alles, was aus Stoff ist und schräge Kanten hat, dehnt sich. Nun haben wir ja vorne und hinten gerade Stoffteile und die sind mit den Keilen kombiniert, die sich aber dehnen. Wenn man jetzt einfach unten einen Saum nähen würde, dann wäre nach ein paar Tagen der Saum krumm - ganz von alleine, weil sich einige Teile des Kleids von alleine dehnen, andere nicht. Deshalb hängt man unten Gewichte dran und wartet ein paar Tage. Dann kann man es unten gerade abschneiden und einen Saum nähen, ohne dass man danach böse Überraschungen erlebt.

    Und bis dahin mache ich dann die Ärmel fertig.
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  5. #5
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    Super tipp mit den Hängen lassen... hab auch grad n Rock genäht mit geren... und es sieht furchtbar aus

  6. #6
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    Learning by doing immer positiv denken, so schiefkrumme Gewandung ist auch für was gut - sieht jedenfalls bei vielen Gelegenheiten besser aus als durchgestärkte Profischneiderkleidung

    Antje hat mal einen schwarzen Überrock für den Winter genäht, der hat sich beim Waschen so ungleichmäßig verzogen, dass sie im ersten Moment dachte, er sei futsch - total asymetrisch und wellig. Dann hat sie gemerkt, dass es über einem anderen Rock drüber eigentlich richtig fesch aussieht *G*
    http://www.larp-forum.com/imagebase/1499-3632770.jpg
    Darauf siehst du den Rock, den Schwarzen über dem weißen Unterrock - der war auch mal gleichlang
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  7. #7
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    Achsooo jetzt klärt sich das geheimnis mit dem Rock... hab nämlich scho überlegt...

    Also meine Geren sehen oben richtig schittig aus. bäh. nächstes mal schlag ich die ein, dass sie nur beim laufen aufgehen. Meine Mama zeigts mir

    Aaaaber... egal, billiger stoff, nix kaputtgemacht, und anziehen kann mans. sehr ambientig

  8. #8
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    Das sind dann aber keine Geren mehr, sondern Godets und die sind ziemlich modern.. würde ich mir gut überlegen. Ich such dir aber späer mal schnell was aus dem Hobbyschneiderforum raus, da gibts eine erstklassige Anleitung, wie man die Geren einnäht, damit es schöne Spitzen gibt.
    Muss ich nur suchen
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  9. #9
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    udn jetzt zum mitschreiben: Was sind geren?
    Ich kam, sah und rannte weg.

  10. #10
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    Das sind die Keile, die man in den Rockteil einsetzt, damit er weit wird
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