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  1. #1
    Corfia2013
    Corfia2013 ist offline
    Grünschnabel

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    2. Versuch: Mensch & Händlerin auf Durchreise

    So, nachdem ich für einen Hobbit anscheinend zu groß bin (komisch, im Alltag komm ich nirgends ran, hole auf der Arbeit immer einen Hocker und fühle mich zu klein) probiere ich erstmal einen Menschen aus.
    Nicht-Kämpfer-Charakter.
    Kein großes Drama im Hintergrund, eher ein unbeschwerter Charakter.

    Vorgestellt habe ich mir dabei eine junge Frau aus bürgerlicher Schicht, die sich wegen der Heiratsgesetze aus ihrer Heimatstadt aus dem Staub gemacht hat.
    (Ich brauche ja einen Grund, warum die alleine durch die Gegend zieht.)
    Eine Witwe darf dort maximal 16 Monate unverheiratet sein, ansonsten muss eine Geldstrafe bezahlt werden. Da sie kinderlos ist, ist sie nach dem Tod ihres Mannes in die Vormundschaft ihres Vaters zurück gekehrt (wenn sie 2 Kinder geboren hätte, dürfte sie sich selbst vertreten, erben etc).
    Dafür gibt es ein historisches Vorbild, ich habe nur die Zahlen etwas abgeändert. Mir gefiel die Idee mit dem Wiederverheiratungsgesetz
    Sie verfügt also auch über keine eigenen Geldmittel. Der Vater mag nun nicht diese Geldstrafe bezahlen und hat einen neuen Mann ausgesucht. Darauf hat die junge Frau aber keine Lust (ich denke mal, eher auf diesen speziellen Mann an sich, denn eine "Nicht heiraten!!"-Frau wollte ich da auch nicht draus machen) und macht sich auf den Weg zu einer Verwandten in einer anderen Stadt.
    Deswegen die Reise.
    Geringe Mittel hatte sie durch ihren ererbten Schmuck.
    Da sie aus einer Baumeister-Familie kommt, hat sie kein Handwerk mitgelernt und muss sich durch Handel ihren Weg finanzieren. Falls mein Charakter diese Überlegung nicht selbst entwickeln darf (unglaubhaft), habe ich auch noch 2 Zufälle an der Hand, von wem sie diesen Handels-Grundstock ertauscht hat.


    Aussehen & Kleidung:
    Ihre Kleidung soll ihre bürgerliche Herkunft spiegeln, aber irgendwie mitgenommen aussehen. Daher dachte ich an einen blauen Rock (ich stelle mir blau als besonders teure Farbe vor), den ich selbst nähe und der dann erstmal in die Sonne zum Ausbleichen gelegt wird. Die Schuhe passen nicht ganz dazu, weil es stabile "Wanderschuhe" sein sollen (da wollte ich mir etwas ambientig Aussehendes kaufen). Zum Oberteil fällt mir nicht so recht was ein, vielleicht betont einfach, und dann soll sie auf jeden Fall etwas unauffälligen aber guten Schmuck haben (letzte Vermögensreserven), der nicht ganz zu einer Händlerin passt. Vielleicht ein Haarband mit Perlen, und noch etwas kleineres. Kette wäre praktisch, aber vielleicht auch wieder zu auffällig... Ohrlöcher habe ich nicht, das würde sich ja anbieten.

    An Handelswaren dachte ich eher an Essen und Verbrauchmaterialien: Müslistangen (falls ich die selbst anfertigen und transportieren kann ohne alles mit dem Honig zu vermatschen), Gebäck, Trockenobst, sehr wenig Gewürze, Tee (nähe ich als Portionsbeutel in dünnen Stoff ein, dachte da allerdings an Kannenportion), Knöpfe, Schnüre für Fallensteller, evt Seil, evt Schreibmaterialien (nicht so viel).
    Passen würde auch Schmuck aus geflochtenem Leder, das wäre dann ein schöner Unterschied zu dem Schmuck den sie selbst trägt --> teilweise feiner angezogen als die Handelswaren hergeben.
    Die Gewürze und die Schreibmaterialien sollen schon die Highlights sein, da wird auch eher hart mit gehandelt von meiner Seite aus, weil ich wenig habe (intime - outtime könnte ich natürlich mehr besorgen, aber ich hatte das Gefühl, zuviel davon passt nicht zur Rolle).

    Outtime experimentiere ich mit Likören, aber das passt glaube ich nicht zu diesem Handelsreportoire Schade.


    Waffen:

    Einen Dolch mit ca. 30 cm Länge... Hm, das wars. Schwert passt nicht, die kann ja nüscht, niemand trägt ein Schwert nur so herum.
    Hm, vllt noch ein Knüppel unterm Mantel? Ist eigentlich eine typische "Ich kann nicht kämpfen"-Schlagwaffe.


    Leider gehe ich vermutlich alleine zu den ersten Cons, weil ich noch keine Gruppe habe.
    Ich würde gerne neben dem Ambiente-Spiel noch etwas Spionieren (wieviel Männer/Waffen haben xy? Sammeln die die Truppen?), Händler kommen ja immer überall hin, aber ich denke, das ist auf kleineren Cons eher schlecht... Außerdem müsste ich ja erstmal fremde Spieler finden, die so etwas vorhaben, das wäre auch ein ziemlicher Zufall.

    Und ich frage mich ein bisschen, wie ich mich sinnvoll im Plot involvieren könnte. Angenommen, ich treffe eine Spielergruppe, die gerade in den Wald muss. Wieso sollten die mich mitnehmen bzw. wieso sollte ich mitwollen? Kann nicht kämpfen, bin nicht wirklich geschützt (keine Rüstung), kann nicht schleichen, zum Spionieren gibts da nicht wirklich was.
    Als Spieler würde ich da gerne mitgehen, aber mir fällt es als Charakter schwer, zu einer fremden Gruppe zu sagen "Was, ihr wollt den Chronisten aus dem Mörderwald rausholen? Klasse, gehe ich mit" - wieso sollte das mein Charakter sagen? Kann ja nicht kämpfen, die Schnecke.
    Schleichen - im Wald - bestimmt auch nicht.


    Hat jemand von euch eine gute Idee oder muss ich mich dann darauf einstellen, mit diesem Charakter aufs Ambientespiel begrenzt zu sein?
    Mir ist klar, dass Nicht-Kämpfer nicht vorpreschen und als Erster eine Quest übernehmen, aber ganz außen vor wollte ich bei dem Plot nicht bleiben, falls der sich nicht in der "Stadt" abspielt...


    Das wars erstmal.
    Ich gehe mit einem Nordmann/Krieger zum Con - wir haben ein Zweckbündnis für den Weg getroffen - aber nachdem wir in der Con-Stadt einen Zwischenhalt machen, trennen sich unsere Wege eigentlich... Vielleicht ist mein "Grund" für den Wald-Aufenthalt einfach, dass ich mit ihm was mache (passenderweise genau dann, wenn er Anschluß zur Plotjagd hat) und ehe ich mich versehe, stecke ich mittendrin und wollte eigentlich gar nicht mit... Kommt mir aber so billig vor.



    Okay, was meint ihr dazu?

  2. #2
    stephan_harald
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    Hallo,
    typisches Einsteigerdrama
    Du bist ja zum ersten mal noch 1 Jahr älter als ich war, als ich 97 mit LARP Anfing... das ist aber schon mal gut. Meistens ist dann schon mal der jugendliche Überschwang raus und man konzentriert sich auf den Spass den man erlangen will.

    Fangen wir mal einfach an... Ich würde Dir ja empfehlen dich zu entscheiden ob Du lieber Kämpfen willst, oder eher nicht. Das ist für das Spiel an sich schon einmal eine wesentliche Entscheidung.

    Gehen wir mal den Weg "ich will kämpfen" dann bietet es sich ja geradezu an, eine einfache Waffe mit sich zu führen. Hier wäre ein Knüppel schon ganz ok, besser vielleicht ein Streitkolben. In der Tat ist es aber so, dass niemand sich fragen wird warum eine Händlerin überhaupt eine Waffe bei sich hat, wenn schon Bauern in Rüstung und 2 Händer rumrennen

    Aber aus einer Waffe allein wird noch keine Kämpferin. Das liegt einfach an den LARP Mechanismen, die zumindest darauf fussen das man ein bisschen Rüstung haben muss, und irgendwie auch die Defensive gebacken bekommt (damit meine ich aktiven und passiven Schutz und nicht das parieren oder Ausweichen (das eh kaum klappt im LARP Kampf ) )

    Ich würde mir dann zumindest einen Eisenhut und einen Gambeson zu legen und auf jeden Fall Handschuhe. Begründung? Braucht man nicht... ist so... wenn man eine haben will: "Es sind unsichere Zeiten mein Herr und auch eine Händlerin ist nicht dumm und lebensmüde, leider laufen die Geschäfte nicht so gut, dass ich ein Sölnerheer anwerben kann, also dache ich selbst ist die Frau".

    Dann noch einen Buckler dazu und fertig ist die Laube... damit kann man spionieren und wirkt nicht in Kämpfen absolut deplaziert. Richtig schick wirkt es wenn untern dem Gambeson noch ein schickes Kleid hervorlugt


    Gehen wir zum "ich will nicht kämpfen aber irgendwas machen" hier gibt es dann ein breites Spektrum ohne Waffen. Zum einen bietet sich der Weg der mundanen Heilerin...die werden immer gerne gesehen und gebraucht. Vielleicht war der Vater ja im Apothekarius und im Nebenerwerb Händler? Die Tochter hatte so ein wenig mitbekommen, aber fand eigentlich den Handel spannender...aber wie immer im Leben nichts läuft immer so wie man es plant...

    oder aber die Tochter hat irgendwie (man munkelt Hexenkräfte) eine Ladung sehr wertvoller Kräuter zu Staub zerfallen lassen (um mal das abgelutschte in Flammen aufgehen zu überdramatisieren), darauf entschied sich Papa die Kleine auf die Handelswalz zu schicken mit einer ordentlichen Eskorte (die leider nach und nach mangels Bezahlung mehr und mehr verschwand..) vielleicht entdeckte die Tochter auf der Reise dass sie irgendwie ihre Hand zum leuchten bringen kann oder ähnliches und schlägt eine Karriere als Zauberin ein?

    Heilerin ist immer gut, und bei Zauberin besteht die Aufgabe im Spiel vielleicht andere zu treffen und von denen eine Ausbildung zu bekommen?

    In der Tat sind Späher und Spione meistens chronisch unterbeschäftigt und solche Aufgaben werden dann meistens eh von Plotschweinen die alles können wollen wahrgenommen, oder eben von Elfen und Co

    Nur mal so komplett frei von hingeschrieben ohne Sinn und Hintergrund.

    Stephan

  3. #3
    Cartefius
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    Für mich klingt das erstmal sehr solide und ohne große Fallstricke, und sollte auf den meisten Cons gut spielbar sein. Die Hintergrundstory ist auch ok, die Flucht vor der Heirat ist ein recht häufiges, aber nicht unglaubwürdiges Motiv. Ein bisschen im Hinterkopf behalten sollte man allerdings, dass recht viele klassische Rollenspielhintergründe ziemlich gleichberechtigt sind, während Dinge wie Zwangsheirat eher nach einem ziemlich ungleichen Bild von Mann und Frau klingen. Hier müsste man sich im Idealfall überlegen, ob man sich eine bestimmte gesellschaftliche Reaktion auf das Thema wünscht und wie die aussehen soll, auf der anderen Seite spielen solche Hintergrunddetails meiner Erfahrungen nach in der Praxis meist keine sehr große Rolle.

    Was die Idee mit den Handelswaren angeht, so klingt das Sortiment ganz gut, Snacks gehen meist gut weg, andere Sachen sind ein bisschen glücksabhängig. Ob du Lust hast, längere Zeit mit dem Bauchladen umherzutingeln, musst du wissen, das ist einerseits eine nette Gelegenheit um sich mit allen bekannt zu machen, kann aber auch ein bisschen lästig und unpraktisch sein wenn es zu lang wird.

    Bei der Bewaffnung würde ich, wie auch stephan angemerkt hat, mir vorher die Frage stellen: "Will ich kämpfen?", und dann entweder aufrüsten oder nicht. Kleine Behelfswaffen wie Dolche, Knüppel oder sogar das häufige Schwert am Gürtel bringen meist gegen gerüstete und in Überzahl auftretende Gegner (was beim Larp ziemlich die Regel ist) sowieso nicht viel, so dass man häufig genausogut oder besser wegkommt, wenn man offensichtlich unbewaffnet ist. Davon abgesehen können aber Waffen auch ein nettes Detail bei der Rollendarstellung sein, vom Dolch am Gürtel der zu vielen Kostümen gut aussieht, über einen derben Knüppel der eine handfeste "Ich brat dir eins über!"-Mentalität vermittelt (zu der von dir beschriebenen Rolle aber nicht so gut passt), bis hin zu Sachen wie einem einfachen Wanderstock.

    Deine Gedanken zur Rolle im Spiel machen auch durchaus Sinn, "Spionieren" z.B. scheitert meist ganz klar daran dass es kaum etwas zu spionieren gibt, und auch die Befürchtung, ob man mit einer "Nichtskönnerrolle" zum Ambientespiel und im schlimmsten Fall zum Statistendasein verdammt ist, ist durchaus gerechtfertigt. So etwas kann man auch nicht universell beantworten: Auf manchen Cons ist das Ambientespiel der Hauptteil, auf anderen gibt es eine Menge Plot für alle möglichen Charaktere, bei dem es mehr auf Initiative als auf irgendwelche Kampffähigkeiten ankommt, auf anderen Cons hingegen kann es auch sein, dass es Schlachten für die Kämpfer, Plot für die Magier und Langweile für den Rest gibt, das habe ich alles schon erlebt. ;-)

    Oft hilft es hier in allen Fällen, sich eine Rolle zu suchen, die tatsächlich aktiv Dinge tut und andere Charaktere mitzieht, anstatt darauf zu warten dass sie sich irgendwo anschließen kann, denn dafür gibt es meist durchaus Bedarf. Falls du so etwas möchtest, würde ich den Hintergrund allerdings etwas anpassen und den Charakter zielgerichteter und aktiver machen, und auch ein großes übergeordnetes Ziel (und sei es nur "steinreich werden!") hilft da durchaus, eine Begründung zu finden warum man jetzt ein halbes Dutzend Leute zusammentrommelt um in den Wald zu gehen. Auf der anderen Seite ist das vielleicht alles für die ersten ein oder zwei Cons schon bisschen viel, da kann es auch gar nicht schlecht sein, sich erstmal ein bisschen mittreiben zu lassen und zu gucken, wie das normalerweise so läuft.

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