Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 23
  1. #1
    Ayrianira
    Ayrianira ist offline
    Grünschnabel Avatar von Ayrianira

    Ort
    Hamburg
    Alter
    26
    Beiträge
    19

    Charakterkonzept gesucht (Faun-Tierwesen)

    Ich wollte hier mal anfragen, ob ihr Ideen und Anregungen dazu habt, wie ich das Konzept meines neuesten Charakters sinnvoll umsetzen kann (bezüglich Larptauglichkeit).

    1. Rasse: Ein Faun, der allerdings nicht auf Feen-Basis sondern als ganz "bodenständiges" Tierwesen gespielt wird - keine Immunitäten und die herausragendste Fähigkeit ist wahrscheinlich noch der etwas gesteigertere Appetit auf frisches Gemüse ;-) Da ich von keinen bisher bestehenden Akkumulationen von Nicht-Fee-Faunen gehört hab, habe ich eine Rasse namens "Paan" gegründet, die aus den ländlichen Regionen Pelargoniens kommen (südlich von Aldaria, Heimatland der Waldtempler ggf. wurde davon schonmal gehört ). Soweit so gut.

    Gedacht war, dass die Rasse "zwei Seiten" hat, es gibt die ganz normalen Paan, die (aufgrund göttlicher Intervention) den Kampf verabscheuen und wenn überhaupt zu ihrer Verteidigung kämpfen und dann gibt es die Paan, die noch immer dem Einfluss des Dämons unterliegen und eben das lieben. Da das Leben aber nicht Friede-Freude-Eierkuchen ist, "halten" sich die "guten" Paan die "bösen" Paan als "Wachhund". Ergo: die "bösen" Paan werden unter Drogen gesetzt, damit sie umgänglich und gefügig sind und die "Drecksarbeit" für die "guten" Paan erledigen.
    Umsetzbar wäre dieser Ansatz, da zwei Leute in dem Grüppchen sind, die sich auf die Herstellung ebenjener "Drogen" spezialisieren.

    Andere Alternative wäre, dass alle wenn sie wollen wehrhaft sind (quasi wie bei irgendwie allen anderen Rassen ). Da davon im Spiel (abgesehen davon, wenn der "böse" Paan mal wieder eine neue Dosis Droge braucht oder ein "guter" Paan zum Kampf herausgefordert wird) vermutlich kaum etwas zu bemerken ist, ist die Frage, ob das überhaupt notwendig ist oder wie ein "krampfhafter Versuch anders zu sein" ankommt. (Optische Unterscheidung sollte von "guten" zu "bösen" Paan durch schwarze Augen (nicht die Sclera-Linsen sondern eine Nummer kleiner) und spitze untere Eckzähne geschaffen werden)

    2. Aufgabe auf Con: Einen Beruf zum Geldverdienen hab ich schon: Punzieren, weil's Spaß macht :-) Da denke ich aber wird die Anfrage eher gering sein, wenn ich nicht grade Unmengen an Leder mitnehme und daraus den Kunden Rüstung / Schmuck bastel und als Hauptkonzept ist mir das einfach zu teuer (ich gehe nicht davon aus, dass die Leute mit ihren Lederstücken kommen und die individualisiert haben wollen, zumal das nicht mit jeder Lederqualität machbar ist...)

    Da in der Gruppe eine Alchemistin, ein Druide und eine Handarbeitsdame sein werden und bis auf letztere durchaus Potential haben sich sinnvoll an einem Plot zu beteiligen, hatte ich überlegt irgendwas "nebenbei" zu können, was sinnvoll ist. Weder Druide noch Alchemist (hab ich quasi schon einen) sprechen mich da jedoch an (besonders nicht für "nebenbei"), magisch begabt sind die Huftiere nicht. Angedacht war zuerst ein Kämpfer mit Schild und Axt, um eben meine Mitpaan zu beschützen (und weil ich mal einen Charakter spielen wollte der mit mehr als einem Skalpell bewaffnet ist).
    Nach ein paar OT-Kämpfen habe ich jedoch festgestellt, dass ich im Nahkampf eine absolute Katastrophe bin , unter Freunden ist das kein Problem, aber das möchte ich den fremden Mitspielen nicht zumuten (bin halt sehr übereifrig und neige z.B. zum chargen). Da ich mir das aber nicht aberzogen bekomme (nicht ohne mir dabei den Spielspaß zu nehmen) lasse ich das lieber gleich :-)

    Als ursprüngliche Idee wollte ich Bogenschießen, das klappt auch ohne größere Unfälle und für alles Weitere sorgt die Übung, aber irgendwie macht Bogenschießen zum Schutz in meinem Kopf keinen Sinn. Oder doch?
    Was ich auch ausprobiert hatte war das Kämpfen mit dem Stab, da bin ich auch nicht zu übermütig (finde es aber auch nicht so lustig...), wäre also eine Option.

    Was eigentlich die Kernfrage sein soll:
    Ein punzierender, zum Schutz bogenschießender, Nicht-Fee-Faun?
    Oder ist das zu abstrus und verspricht nur langweiliges alleine ungebraucht in einer Ecke sitzen?
    Lieber ein ganz anderes Konzept? (Nicht-Fee-Faun ist fix)

    Kleidungstechnisch ist noch in viele Richtungen etwas offen, da bisher nur "normale" Kleidung und ein Ledermieder + Armschutz sowie ein Gambesonärmel gebastelt wurden.
    Falls das relevat sein sollte, meine bisher bespielten Charaktere: Heiler-Alchemistin (Mensch), Priesternovizin-"Bardin" (Halbelfe) und Massier-und-Haareflecht-Zigeunerin (Mensch)

  2. #2
    Kamikaze
    Kamikaze ist offline
    Alter Hase Avatar von Kamikaze

    Ort
    bei München
    Alter
    33
    Beiträge
    1.439
    Ich glaube du versuchst deinen Charakter sehr auf IT-Effizienz zu trimmen. Ich glaube jedoch nicht, dass das nötig ist. Wenn die Leute gern mit dir spielen, werden sie irgend einen Grund finden, dich am Plot zu beteiligen (vorausgesetzt, du zeigst IT Interesse und man muss nicht auf dich warten). Dein IT-Beruf ist dafür in meinen Augen zweitrangig und hauptsächlich dazu da, Leerlaufzeiten ambientegerecht füllen zu können. Mein Lastenträger kann z.B. auch primär nichts, außer Zeug schleppen und ist trotzdem immer irgendwie mit den Plottern unterwegs. Eine Spielergruppe, die in Sachen Plot aktiv ist hilft dabei allerdings ungemein, da man so (meist) rechtzeitig informiert wird, wenn es wieder los geht/sich die Kämpfer anrödeln/ein Angriff bevorsteht/whatever. Generell finde ich bodenständige Charaktere ohne Regelwerksfertigkeiten, die nicht/kaum darstellbar sind super. In Sachen Faun(a) solltest du dich mal mit Erla hier im Forum zusammenschließen. Sie spielt z.B. einen Faun und kann dir sicherlich Tipps geben. Ich persönlich hätte übrigens auch nichts gegen einen (kontrolliert!) chargenden Faun - vorausgesetzt deine Ausrüstung ist dafür geeignet (Schild kernlos, keine spitzen/scharfen/harten Gegenstände an der Klamotte, an denen man sich verletzen kann). Immerhin kann man Schafe und Ziegen ja öfters mal dabei beobachten, wie sie die Köpfe aneinander rammen.
    Geändert von Kamikaze (21.08.2014 um 05:10 Uhr)
    Monster und Persönlichkeiten aller Art...

    Meine Charaktere, Bastelanleitungen und mich findet ihr auch im LARP-Wiki

  3. #3
    Gerwin
    Gerwin ist offline
    Forenlegende Avatar von Gerwin

    Beiträge
    16.922
    Zunächst einmal halte ich den Faun eigentlich für eine gute Wahl. Dadurch dass es bereits Faune im Larp gibt ist er ein recht "attraktives" Tierwesen, und nicht die tausendste ganz individuelle Unterart. Aber, ich würde das tun, was ich jeden Tierwesendarsteller raten würde. Such dir eine Gruppe anderer (vergleichbarer) Tierwesen. Ein Faun in einer bunt zusammengewürfelten Gruppe wirkt für mich meist eher wie "da will wer sein Haustier mitschleppen" als wie "richtiger Charakter".

    Um mich persönlich deutlich mehr zu überzeugen müsste das Konzept sich halt an der Wurzel der Faunlegende orientieren. Das wäre dann die Antike. Damit verbinde ich nun nicht unbedingt Leder punzieren oder Bogenschützen, erst recht (was wichtiger ist) aber keine normale Larpkleidung. Wenn du dich aber einer bereits bestehenden Faungruppe anschließen willst, orientiere dich halt an denen, und alles ist gut. Im Regelfall ist das was da rumläuft für mich zu viel Narnia und zu wenig Sparta...aber das ist persönlicher Geschmack.

    Wovon ich auf jeden Fall absehen würde wären Charge-Attacken. Neben den üblichen Einwänden (ein chargender Faun zwingt seine Gegner zu dummen Aktionen (Waffen hochnehmen, nicht einfach am Schild abprallen lassen usw) hat dein Tierwesen einen ganz großen Nachteil. Es sieht schlechter. Immer. Gerade die Seitwärtssicht ist aber etwas, was du beim Chargen gut haben musst. Anders sieht das nur im Zweikampf aus. Da kann dann von mir aus auch der Faun wirklich seinen Kopfstoß einsetzen.

    P.S.: Nur am Rande: Generell halte ich nicht viel davon, OT-Tätigkeiten ins Larp einzubringen "weil sie Spaß machen". So wirkt der Charakter immer so zusammengewürfelt.Und, wie bereits erwähnt, punzieren ist da nicht unbedingt Nummer 1 der Fauntätigkeiten.

    P.P.S.: Übereifrigkeit ist meist im Nahkampf auch nicht das Problem (außer du bist jetzt 2 Meter groß und wiegst hundert Kilo) und Chargen in einer Schlachtreihe hast du dir höchstwahrscheinlich wenn du erstmal einer entsprechend großen und schweren Person gegenüberstehst schnell abgewöhnt.

  4. #4
    Awatron
    Awatron ist offline
    Hardcore Poster Avatar von Awatron

    Ort
    Salzburg
    Alter
    37
    Beiträge
    5.569
    Das wäre dann die Antike. Damit verbinde ich nun nicht unbedingt Leder punzieren oder Bogenschützen
    Tja, Gerwin, doof dass sogar Herkules' Attribute das Fell des Löwen, Keule, Bogen und Köcher sind. Oder anders gesagt, woran ist Achilles nochmal gestorben?
    Intoleranter Besserlaper (Harter Kern)

  5. #5
    stephan_harald
    stephan_harald ist offline
    Forenjunkie Avatar von stephan_harald

    Ort
    Mülheim an der Ruhr
    Alter
    50
    Beiträge
    2.588
    Das Interessiert doch Gerwin nicht, dessen Hauptmerkmal des Starken Mannes und der Antike ist die Keule...

  6. #6
    oliverp
    oliverp ist offline
    Forenjunkie Avatar von oliverp

    Ort
    Berlin
    Alter
    39
    Beiträge
    3.579
    Wenn man es auf Bronzezeit und frühe Eisenzeit in Europa eindampft (Theben in deren Wappen es war ging dann ja auch mit moderneren Waffen unter). Danach hat eigentlich nur noch ein verrückter römischer Kaiser seine "Herkuleskeule" mit sich rumgeschleppt.
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
    Jean-Jacques Rousseau

  7. #7
    Ayrianira
    Ayrianira ist offline
    Grünschnabel Avatar von Ayrianira

    Ort
    Hamburg
    Alter
    26
    Beiträge
    19
    "Ich glaube du versuchst deinen Charakter sehr auf IT-Effizienz zu trimmen."
    Jein. Mit meinen bisherigen Charakteren habe ich auch immer erfolgreich am Plot vorbei gespielt, aber immer etwas zu tun gehabt, darum geht es mir in erster Linie. Zum Beispiel weiß ich, wenn ich einen Heiler spiele, dass immer irgendwer verletzt oder krank ist, als Priester kann ich meine Spielergruppe immer noch mit Musik unterhalten, etc. Ich habe nur noch nicht die Larperfahrung, was handwerkliche Charaktere betrifft. Mein Freund spielt z.B. einen Knecht, dessen eigentliche Haupttätigkeit das Messerschleifen ist. Da das aber keiner braucht, macht er die Verpflegung der Spielergruppe. (Die Faun-Gruppe wäre dafür jedoch zu klein).

    "Such dir eine Gruppe anderer (vergleichbarer) Tierwesen."
    Unsere Gruppe sollte aus insgesamt vier Faunen bestehen, eventuell wollten zwei weitere sich dem Projekt noch anschließen. Ist das eine ausreichende Gruppengröße, um nicht als "entlaufenes Haustier" aufgefasst zu werden?

    "[...] erst recht (was wichtiger ist) aber keine normale Larpkleidung."
    Optisch habe ich mich (meine ich zumindest) an Erla's Kleidung orientiert. Vielleicht habe ich mich oben etwas uneindeutig ausgedrückt. Ich meinte: Mit Form, Farben und Schnitt bin ich noch nicht deutlich auf eine Rolle festgeschrieben (gut, Waldläufer fällt auf Grund der Farben schonmal raus). Es kann noch erweitert werden um Kleidung, die dann eindeutig nach XY schreit.
    Falls es interessiert Fotos davon:
    Kleidung: http://i1290.photobucket.com/albums/...psa5bf0056.jpg
    "Rüstung": http://i1290.photobucket.com/albums/...ps621a17bf.jpg

    "Generell halte ich nicht viel davon, OT-Tätigkeiten ins Larp einzubringen "weil sie Spaß machen". So wirkt der Charakter immer so zusammengewürfelt.Und, wie bereits erwähnt, punzieren ist da nicht unbedingt Nummer 1 der Fauntätigkeiten."
    Unter diesem Gesichtspunkt: wenn ich etwas handwerkliches im Larp mache, muss ich das ja auch OT können. Dementsprechend sind das doch eigentlich immer Sachen, die mir Spaß machen, weil ich mich damit in meiner Freizeit beschäftige oder nicht?
    Da ich einen "bösen" Paan spielen wollte, finde ich Lederbearbeitung gar nicht so unpassend, aber davon ab (weil es ja scheinbar auch nicht griechisch/römisch ist und ja auch nicht jeder unseren Hintergrund kennt geschweige denn Lust hat ihn zu kennen).
    Tätigkeit als Bauer schließe ich für mich von vornherein aus, da ich, außer einem Verlust des Hofes, nichts wüsste, was einen solchen dazu bringen sollte, fernab seiner Heimat zu reisen (und das ist wieder so hochdramatisch für einen Hintergrund...).
    Handwerklich blieben mir Handarbeiten und Zeichnen/Malen (meine Musik-Fähigkeiten empfinde ich nicht als ausreichend, um mehr als meine Spielergruppe damit zu unterhalten, dementsprechend würde ich das nicht als "Hauptberuf" wählen wollen). Nun assoziiere ich eher nichts davon direkt mit Griechen (Philosophen, Mathematiker, Naturwissenschaftler). Wäre es dann sinnvoller einen Schreiber zu spielen? (einen Mathematiker-Faun finde ich irgendwie auch unpassend...)

    Zum Kämpfen:
    "keine spitzen/scharfen/harten Gegenstände an der Klamotte, an denen man sich verletzen kann"
    Und genau das ist der Fall. Da ich aber meine Klamotte nicht völlig Schmucklos (und das sind in dem Fall Holzperlen) haben möchte und die Hörner auf meinem Kopf nach vorne gebogen sind, möchte ich mich, auch wenn der ein oder andere keine Probleme mit Nahkampf hat, da gerne raushalten. Zumal Kämpfen etwas ist, was ich auch gut OT machen kann, das brauche ich nicht zwangsläufig im Larp (und OT stört sich niemand daran, wenn ich z.B. Ausrutsche und erstmal Lachen muss).
    Das Kämpfen als Hauptberufung wäre eh' nicht so meins, weil das m.M.n. nur in eine militärisch organisierte Gruppe passt (womit soll ich sonst mein Geld verdienen?). Da aber zwei Tätigkeitsbereiche scheinbar nicht gerne gesehen werden, würde ich eher das Kämpfen als das "Andere" sein lassen wollen.

  8. #8
    Cartefius
    Cartefius ist offline
    Hardcore Poster Avatar von Cartefius

    Ort
    Göttingen
    Alter
    39
    Beiträge
    7.369
    Ich finde die Grundidee durchaus machbar, meinen Beobachtungen vom Conquest dieses Jahr nach scheinen sich Charaktere aus der Richtung "Pan", "Faun" oder "Satyr" auch wachsender Beliebtheit zu erfreuen. Soweit ich das mitbekommen habe, sind da die eher "weltlichen" Konzepte auch in der Überzahl, zwar sind viele der Charaktere schon leicht mythologische Waldwesen, aber in Sachen Exotik und Charakterfähigkeiten eher auf einer Linie mit Elfen, und nicht mit den Zauberkräften von Feenwesen ausgestattet. Den griechisch-römischen Aspekt erlebe ich auch kaum noch, den halte ich aber auch nicht für notwendig.

    Die Gründung einer neuen Rasse finde ich deswegen erstmal nicht unbedingt sinnvoll, im Gegenteil: Gerade in der jetzigen Situation, wo diese Art von Charakterkonzept häufiger aufzutauchen beginnt, nimmt man sich meiner Ansicht nach viel Potential wenn jeder einzelne Faun dann aus einem isolierten selbsterdachten 2-Personen-Volk ohne Verbindung zu den anderen, gleichartigen Charakteren stammt. Die Trennung mit den "guten" und "bösen" Exemplaren gefällt mir persönlich auch nicht so gut, insbesondere den Aspekt mit der göttlichen intervention (welcher Gott eigentlich?) und den dämonischen Einflüssen (welcher Dämon?) finde ich irgendwie komisch an das Konzept drangeklatscht, und auch die Umsetzung mit den spitzen Zähnen und Kontaktlinsen finde ich etwas uninspiriert. Dabei sehe ich vom Grundkonzept eigentlich gar kein so großes Problem, was einen Gegensatz zwischen gutmütigen und wilden, blutrünstigen Faunen angeht, aber ich würde das eher aus den Grundaspekten des Konzepts heraus entwickeln und nicht als externes Element einbringen:
    Erstens sind in meinem Fantasybild Wald- und Feenwesen (egal ob mit magischen Kräften oder ohne) grundsätzlich ambivalente Kreaturen, die nach menschlichen Maßstäben immer ein wenig unberechenbar sind. Hier gibt es ja viele Vorlagen, in denen sowohl Güte und Grausamkeit, sowohl Weisheit als Emotionalität die Interaktion mit Menschen bestimmen, was ja auch zu großen Teilen dem historischen Naturbild entspricht.
    Zweitens wäre da das Klischee des Ziegenbocks, dass ja das Bild nicht unerheblich prägt, ähnlich ambivalent: Einerseits sanft mit der Ziege als friedlichem Weidetier und Grasfresser, andererseits bedrohlich mit den aggressiven und brünftigen Böcken. Auch hier finde ich eine entsprechende Dualität im Verhalten eines Faun-Charakters sehr passend, und auch eine entsprechende Streuung innerhalb der Faun-Gesellschaft mit friedlichen Handwerkern (inbesondere bei weiblichen Faunen) und ungestümen, barbarischen Kriegern macht vor diesem Hintergrund Sinn, weswegen das ganze für mich sehr gut ohne Dämonen und künstlich hergestellte Sedativa auskommt. Wenn man denn den Aspekt einer Raserei und Besänftigung bespielen möchte, würde ich mich da eher bei mystisch-naturromantischen Aspekten bedienen, also mit bestimmten Riten und Mondphasen, symbolträchtigen Substanzen wie bestimmten Blumen oder Blutopfern und so weiter, und nicht mit Dingen, die handwerklich oder alchemistisch hergestellt werden.
    Auf jeden Fall passt schlussendlich für mich so ein schwarzweißer Gut-Böse-Dualismus mit Göttern und Teufeln eigentlich nicht zu Naturkonzepten, das ist für mich eher etwas für Hintergründe mit organisierten Kirchen, Rittern und Paladinen.

    Was das Punzieren angeht: Ich sehe da kein Problem, das ist glaube ich eine ganz gut umsetzbare Ambiente-Tätigkeit, und passt für mich auch ganz gut zu diesem Volk, zumindest wenn man von einer fantasymäßigen kulutrschaffenden Version wie den Narnia-Faunen und nicht von den antiken Gestalten ausgeht.

    Was das Bogenschießen angeht: Naja, Bogenschießen ist jetzt erstmal eine Kampftechnik wie jede andere auch, und macht dementsprechend auch zur Verteidigung nicht mehr oder weniger Sinn als der Kampf mit einer Nahkampfwaffe. Grundsätzlich passt ein Bogen für mich, da Jagdwaffe, ganz gut zu Faunen und Satyren, mir ist aber noch nicht ganz klar, wie jetzt dein Charakter genau angelehnt sein soll: Für einen eher friedlichen oder zumindest vom Wesen her ausgeglichenen und kontrollierten Charakter fände ich das ganz passend, für das blutrünstige Kampfmonstrum (egal ob gezähmt oder nicht) aber eher nicht. Was ich auch ein bisschen komisch finde ist die Aussage, du könntest nicht sicher und ohne Chargen kämpfen, so richtig kann ich mir das nicht vorstellen, und wenn das wirklich so ist, würde ich mich vielleicht generell eher aus Kämpfen raushalten, denn auch (und gerade) beim Bogenschießen möchte ich mich bei meinem Schlachtreihengegner eigentlich darauf verlassen können, dass der OT einen kühlen Kopf behält und nicht wild drauflosholzt. Abgesehen davon wirst du auch als Bogenschütze damit rechnen müssen, im Nahkampf angegangen zu werden, um das sichere Kämpfen kommst du also letztendlich nicht herum.

    Die Klamotte finde ich übrigens durchaus hübsch, gerade auf dem zweiten Bild (auf dem ersten scheint die Stoffqualität etwas flatterig und unschön). Bei einem Jägerkonzept fände ich auch die Farben nicht störend, Wild sieht sowiese da nicht viel von ;-).

  9. #9
    Ayrianira
    Ayrianira ist offline
    Grünschnabel Avatar von Ayrianira

    Ort
    Hamburg
    Alter
    26
    Beiträge
    19
    So, danke übrigens für die Antworten und Anregungen, das habe ich heute Vormittag ganz vergessen zu sagen :-)

    Gut, da der Faun als weltliches Wesen dann nicht so ungewöhnlich ist, wie ich bisher den Eindruck hatte, macht es durchaus Sinn, diesen dann als Rasse Faun zu spielen. Heißen diese weltlichen Faune dann auch so? Wo ist die Distanzierung zu Feen-Faunen? Gibt es das?

    Zum Konzept: gibt es schon niedergeschriebene Faun-Hintergründe? Ansonsten würde ich den ersonnenen Hintergrund in Abwandlung gerne als "kulturellen Einfluss der Herkunft" behalten wollen.
    Was "Gut" und "Böse" angeht, wollte ich mich möglichst kurz ausdrücken, um hier nicht den gesamten Hintergrund ausführlich darlegen zu müssen, was unter Umständen für viele ziemlich langweilig sein könnte. Vielleicht bekomme ich das in besseren Worten formuliert:
    In dem Land (Pelargonien) leben verschiedene Rassen mehr oder weniger friedlich, zum Teil auch miteinander. Das wesentlichste Merkmal ist ein "gemeinsamer" Glaube (wenn man in einem Land lebt, beeinflusst man sich ja häufig auch gegenseitig), der aber in den unterschiedlichen Rassen unterschiedlicher Art ist. Die Menschen sehen das als Götter (die Schöpfung erhaltend) und Dämonen (die Schöpfung zerstörend) an, während bei den Faunen die Götter eher weniger als personifizierte Energieerscheinungen sondern mehr als Eigenarten der Natur (Jahreszeiten, Tiergeister, etc.) angesehen werden (Naturgeister könnte u.U. der richtige Begriff sein).
    Warum "gut" und "böse"?
    In Menschenworten formuliert: die Faune entstanden, weil der Dämon, der selbst nur Täuschen und Verändern aber nicht neu erschaffen kann, sich irdische Diener erschaffen wollte einem Ziegenhirten mit einer seiner Ziegen einen "bösen Streich" gespielt hat. Da die Ziege durch die Macht des Dämons die Erscheinung einer Frau hatte, waren ihre Kinder von den zerstörerischen Neigungen des Dämons besessen. Die Göttin der Fruchtbarkeit hat den Faun dann ein sanftmütiges Wesen gegeben, damit diese nicht die Schöpfung zerstören. Das hatte zum Ergebnis, dass der Großteil der Faune friedliebend war und nur sehr selten noch ein Faun mit den frühreren dämonischen Eigenschaften hatte. (das bezieht sich nur auf den Glauben wie Faune entstanden sind nicht, wie es tatsächlich, biologisch zustatten gekommen ist. Ich bin mir sicher, das da irgendwann eine wissenschaftliche Abhandlung zu geschrieben wird, wie dem Urahn der humanoiden Rassen in bergigen Regionen stark behaarte Beine und zum besseren Halt Hufe gewachsen sind im Verlaufe der Jahrmillionen [IMG]file:///C:\Users\AYRIAN~1\AppData\Local\Temp\msohtmlclip1\ 01\clip_image001.gif[/IMG])

    Darauf, dass aggressives Verhalten durchaus normal sein kann, bin ich gar nicht gekommen (ich hatte immer nur Schafe vor Augen aber nicht die dazugehörigen Widder). Das würde mit dem menschlichen Glauben konform gehen (die "dämonischen" Merkmale sind erhalten geblieben) und im Naturgeister-Glauben dann die "zerstörerische" Seite der Natur sein.
    Das nach Mondphasen zu machen finde ich eine schöne Idee, dann würde für den "Druiden" kein Spiel wegfallen.

    Kämpfen: Das Bogenschießen ich zuerst als meditative Übung angedacht, die man im Ernstfall zur Verteidigung einsetzen könnte. Das wäre dann auch ein eher etwas besonnenerer Charakter gewesen, der versucht das "wilde" unter Kontrolle zu bringen und "normal" zu sein. Das blutrünstige Kampfmonstrum wäre ein anderes Charakterkonzept geworden, dass mit Axt und Schild bewaffnet ist (und auch keinen Bogen je in der Hand gehabt hätte). Wenn man den Kampf als "natürlich" integriert, besteht auch kein Bedarf mehr an der Unterscheidung zwischen "guten" und "bösen" Paan.

    Zum Chargen: vielleicht habe ich den Begriff auch falsch angewandt? So wie ich gelesen habe, zählt als Chargen jemanden mit dem Schild zu drücken. Zum Beispiel bei einem Menschen, der Sportangeln mit einer Stangenwaffe macht würde ich (zumindest versuchen) nahe ranzukommen und ihn mit dem Schild zu behindern. Dabei berührt der Schild ja durchaus den Körper des Mitspielers.
    Abgesehen davon "hüpfe" (und bevorzugte Gangart rückwärts) ich mit dieser Bewaffnung sehr viel herum und da ich das Talent habe jeden Ast oder Stein mitzunehmen rutsche ich häufiger mal aus. Ich selbst tu mir dabei nichts, aber ich möchte ungerne auf andere Menschen fallen Dazu kommt, dass meine Hufe von tiefen Kuhlen oder Abhängen wenig halten und ich dann umknicke (schon ausprobiert).
    Also: ja, ich kann kontrolliert kämpfen, habe aber an Sportangeln (überspitzt formuliert) wenig Spaß. Egal welche Bewaffnung ich machen würde (z.B. statt Axt+Schild ein Stab) müsste ich eh noch sehr viel üben, aber mir macht dynamisch mehr Spaß als statisch. Und ich will eigentlich kämpfen, wenn/weil ich Spaß daran habe, sonst würde ich immer weglaufen und hinter den netten Damen und Herren in Vollplatte verstecken vorziehen :-)

    Zum Nahkampf mit dem Bogenschießen: Weglaufen ist keine Option? Bisher hat das immer wunderbar geholfen, wenn Angreifer sich in meinen Wohlfühlumkreis bewegt haben :-) Oder wird von einem Bogenschützen erwartet, dass er auch Nahkampf betreibt? Dann brauche ich ja zwangsläufig auch eine Nahkampfwaffe...?

    Klamotte: Dankeschön :-) Zum flattrig: da kommt auch noch was drüber, wenn ich weiß, was es denn nun wird :-) (aber das ist hier ja auch gar nicht das Thema )

  10. #10
    Gerwin
    Gerwin ist offline
    Forenlegende Avatar von Gerwin

    Beiträge
    16.922
    Mensch..natürlich gab es den Bogen unter Griechen schon. Sogar schon deutlich früher. Dennoch ist Pfeil und Bogen nicht gerade dass, was man als Waffe mit dem antiken Griechenland verbindet.

    Die Kleidungsbilder haben halt mal wieder nichts mit der Antike zu tun, der Stoff wirkt mir fast etwas zu dünn für ein wildes Wesen (bei dem Kleidung ja primär Witterungsschutz ist). Da aber viele Faun so rumlaufen...warum nicht. Fügt sich gut ins Gesamtbild..kann man so lassen.

    Die Rüstung ist für mich (abgesehen vom Gambesonärme) keine Rüstung.

Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
  • BB-Code ist an.
  • Smileys sind an.
  • [IMG] Code ist an.
  • [VIDEO] Code ist an.
  • HTML-Code ist an.
(c) mit Unterstützung von Trollfelsen.de