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  1. #1
    Hana
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    Forenjunkie Avatar von Hana

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    Low-Fantasy-Kriegsmagd ... brauche Charakter-Inspiration

    Hallo!

    Ich habe bisher ausschließlich "bürgerliche" Charaktere aus Fantasyhintergründen gespielt. Ich möchte aber mal was Neues probieren, und zwar einen knechtischen Charakter: Eine Kriegsmagd.

    Mein Problem ist: Irgendwie verschwindet meine Fantasie und Inspiration, was Charaktertypen angeht, auf der Stelle, sobald ich an Low-Fantasy denke. Es ist wie verhext In meiner Vorstellung verschwimmen Low-Fantasy-Kriegsknechte zu einer gesichts- und charakterlosen Masse.

    Der Hintergrund steht soweit: Tochter eines Zöllners aus einem Landstrich in Dascon, Ceridin. Kann schreiben, ist aber dyskalkulisch - was der Nachfolge des Vaters im Weg stand. Ist daher in den Dienst eines Ritters als Kriegsmagd getreten.

    Outfit zivil
    Outfit gerüstet

    Und jetzt steh ich da und mein Charakter hat keinen Charakter ... bitte um Hilfe/Inspiration/Vorbilder!
    Nount und ich bloggen: Mondkunst
    Liverollenspiel im Münsterland: http://www.danglar.de

  2. #2
    Tee
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    Alter Hase Avatar von Tee

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    Wenn ich mir das Foto so anschaue fallen mir Begriffe wie:
    aufrichtig, ehrlich, zielstrebig, nüchtern (im Sinne von "nicht-romantisch"/gradlinig) ein.

    Welche Ziele könnte sie haben?

    Nachtrag: Vielleicht irgendeine fiktive Auszeichnung erhalten? Sowas wie die goldene Ehrenkette "ihres" Dienstherren?
    Geändert von Tee (06.01.2015 um 12:45 Uhr)

  3. #3
    Quin
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    Fingerwundschreiber Avatar von Quin

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    Spielst du den Charakter in einer Gruppe oder alleine bzw. "nur" mit 2-3 Leuten? Wie ist diese Gruppe (falls es sie gibt) zusammengesetzt? Den Ritter wird es wohl IT geben, denke ich. Wie steht sie dem gegenüber (Loyal, pragmatisch, vielleicht heimlich oder offen verehrend)? Warum dient sie dem Ritter? Ich meine, es hätte tausend andere Möglichkeiten für eine Zöllnerstochter gegeben ihr Brot zu verdienen. Wie lange will sie den "Job" machen bzw. was sind ihre Ziele? Nur vorübergehend bis sie genügend Geld hat um sich ... zu kaufen/sesshaft zu werden/etc. oder ist sie dem Ritter aus irgendwelchen Gründen bis zum Tode (oder zur "Rente" *g*) verschrieben? Ist sie verheiratet? Wenn nein, warum nicht? Wie sehen die Beziehungen zu anderen Menschen aus (egal ob Gruppenzugehörig oder IT nicht existent)? Hat sie Vorlieben, Hobbys, Passionen oder gar Besessenheiten?

    Vielleicht kommst du deinem Charakter näher, wenn du ein paar dieser Fragen überdenkst. Meiner Erfahrung nach hilft das oft, wenn man noch kein klares Bild hat. Gerade die Ziele des Charakters definieren diesen und sein Verhalten sehr stark bzw. prägen seine Handeln oder Unterlassen in den meisten Situationen.

    Vielleicht würde es einer Kriegsmagd nicht schlecht anstehen, irgendeine weitere Tätigkeit, neben dem "Kämpfen und Dienen", zu haben, der sie in ihrer Freizeit IT nachgeht um noch ein paar Münzen extra zu verdienen. Das könnte so einen Charakter aus der Masse herausheben und ihn für viele auffälliger und interessanter bzw. anspielbarer machen. Nur als kleine Anregung.

    P.S. Ja, die Idee mit der Auszeichnung finde ich nicht schlecht. Sieht man eh zu selten. Vielleicht ein auffälliger Orden für besondere Tapferkeit? Oder ein besonderes Schmuck- oder Kleidungsstück mit entsprechendem Hintergrund? Kann auch beim ersten Con IT erspielt und verliehen werden. Dann wäre sie wohl von da an für ihre Mitspieler "XY, die Tapfere", die besonderes Ansehen genießt oder mit der man sich besser nicht anlegt. Einen gewissen Ruf erarbeiten sozusagen.
    Geändert von Quin (06.01.2015 um 15:58 Uhr)

  4. #4
    Tee
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    Ich dachte eher das die Auszeichnung ein Ziel sein könnte: Man kann immer wieder darauf zu sprechen kommen das das doch das höchste/Beste/erstrebenswerteste sei. Laut sein Handeln abwägen, welches wohl besser geeiegnet wäre um die begehrte Trophäe zu erhalten. Vielleicht auch Aktionen ablehnen, um nicht die ersehnten Lorbeeren zu verlieren etc.

  5. #5
    Quin
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    Sorry, da habe ich dich missverstanden. Aber das klingt auch nach ner guten Motivation. Dann wäre der Charakter wohl eher ambitioniert, denke ich. Wie weit sie dann dafür geht wäre durchaus ein interessanter Spielansatz für die Gruppe, aber für Aussenstehende wohl eher weniger spannend.

  6. #6
    Cartefius
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    Hmmja, der Hintergrund gibt ja so noch nicht so viel her, und ich verstehe das Problem mit der Klamotte: Das wirkt alles sehr hübsch, stimmig und solide, aber eben auch sehr "normal", ohne herausstechende Merkmale.

    Deswegen wäre für mich erstmal der wichtigste Ansatz, zu überlegen, was der Charakter eigentlich für prägende Merkmale haben könnte, die ihn von anderen Kriegsmagden abheben. So wie es aktuell klingt, sind Kultur (low-Fantasy-Mittelalter) und Stand (mittel) ja bereits recht "mittelmäßig", weswegen ich jetzt bei ein oder zwei anderen Dingen nach Extremen suchen würde: Sauber, dreckig, kampferfahren, verwöhnt, geldgierig, nobel, religiös, spleenig, irgendwas in dieser Richtung halt. Mit Dascon kenne ich mich auch nicht so gut aus, gibt es da irgendwelche herausstechenden kulturellen Eigenheiten?

  7. #7
    Justav
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    Wie soll denn das Verhältnis zur bzw das Verhalten gegenüber Höhergestellten im Allgemeinen und deinem Ritter im besonderen sein? Als Knecht/Magd ist man ja auf der sozialen Hackordnung eher am untersten Ende verortet. Das hängt natürlich auch stark von den Mitspielern ab, wenn der Ritter eher der "kollegiale Typ" ist sehen die Möglichkeiten anders aus als bei einem betont "aristokratischen" Ritter. Mal einige Schlagworte:

    "Unterwürfig", entweder freudig-freiwillig oder aufgesetzt-gezwungen.
    "Vorlaut", entweder auch im Angesicht des Vorgesetzten oder nur hinter dessen Rücken.
    "Dienstbeflissen, aber selbstbewusst-schlitzohrig"
    "Brav und gehorsam, aber faul"
    ...

    Es sollte halt i-wie die "dienende Stellung" unterstreichen, und da gibt es genug passende Klischeebilder. Dabei steht wohl zuerst das Spiel in der eigenen Gruppe bzw dem eigenen Herren/Lady im Vordergrund (und da sollte das IT wie OT reinpassen), aber es überträgt sich ja auch auf eine Menge anderer Spielsituationen.

    Wobei sich die Vorgeschichte für mich nach einem deutlichen sozialen Abstieg anhört. Ein Zöllner ist doch schon ein recht "gehobener" Beruf, im Gegensatz zum einfachen Schweinehirten oder Tagelöhner. Ist das gewollt?
    So long

    Justav

  8. #8
    Chevalier
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    Es kommt doch irgendwie drauf an, was sonst so in der Gruppe an Charakteren zu finden ist, ob es da eine Lücke gibt. Wenn schon drei Frauenhelden rumlaufen braucht man keinen vierten. Und wenn schon viele Schreiben können ist das Gegenteil davon, also nicht mal den eigenen Namen lesen zu können, sinnvoll. Und wenn alle brave Ceriden sind, die darum wetteifern, wer lauter singen kann, sollte man sich überlegen ob man da nicht selbst eher gar nicht so dran glaubt und vielleicht durch das Leid von Kämpfen desillusioniert wurde, ohne das offen zuzugeben natürlich. Alle sind Miesepeter? Dann sei der fröhliche, naive Sonnenschein.

    Du verstehst, was ich meine, Hana? Ich finde eben, man muss wissen, wie deine Gruppe tickt, um dir da noch mehr zu helfen.
    ...
    Liebensteiner Mohnfest 2019 - 15.-17.11.2019 (Spießknecht Olivier Bulain)

  9. #9
    Surkan
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    Mh - jetzt hab ich den ganzen Nachmittag nachgedacht und kann ich verstehen. Erst dachte ich auch, dass kann doch nicht so schwer sein. Aber irgendwie ist es doch nicht so einfach.

    Hier mal die Dinge dir mir durch den Kopf gegangen sind:

    Kleidung - gerüstet:
    Vielleicht kann man den Rock gegen eine "gerüstete" Variante tauschen. Ich hab zwar keine genaue Ahnung wie so etwas aussehen könnte. Aber ein Rock aus Leder mit drauf genieteten verstärken "Lederplatten" könnte gut aussehen. Kann ja auch einer zum drüber ziehen sein. Als grobes Bild hab ich den Unterteil einer Robe im Kopf die vorne und hinten geschlitzt ist.

    Kleidung - zivil
    Ist denke ich vollkommen ok. Könnte evtl. noch etwas mehr Richtung Kriegshandwerk gehen. z.B. kein Kleid sondern einen Rock aus derberen Stoff. Immerhin ist es in einem Feldlager meist nicht besonders sauber. Vielleicht auch noch einen dickeren Gürtel wo man das ein oder andere "Kriegsgerät/-Zubehör" dranhängen kann.

    zum Charakter
    wie bei den meisten Charas die irgendwo "in der Mitte" angesiedelt sind, kannst du versuchen durch bestimmte extreme Charakterzüge dich von der Masse abzuheben oder hervorzustechen. Z.B. könntest du durch eine derbe Art haben (in Sachen Sprache, Ansichten, Auftreten)

  10. #10
    Calum MacDaragh
    Calum MacDaragh ist offline
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    Claus Raasted hat in einem seiner Artikel für die Larp-Aufsatzsammlungen zum Mittelpunkt mal den "Pedro-Effekt" beschrieben. Das ist in kurz jemand, der nicht weiß, was ein Klischee ist und ganz unvoreingenommen Input zu einem PLot oder dessen Charakteren gibt.

    Also beispielsweise:

    - Was, wenn sie herausfindet, dass sie gar nicht die Tochter ihres Vaters ist?
    - Schuld: Die geliebte Schwester / Mutter / Freundin stirbt, sie fühlt sich schuldig und verlässt die Familie.
    - Suche nach Anerkennung: Der jüngere Bruder ist geschickt im Umgang mit Zahlen und sticht sie aus, jetzt will sie dem Vater beweisen, dass sie etwas kann.
    - Sucht: Aus Angst vor dem eigenen Scheitern trinkt sie zuviel und begeht ein Verbrechen. Jetzt bittet sie eine Freundin, in der Taverne auf die Acht zu geben, damit sich das nicht wiederholt.
    - Zweifel: Der Glaube an den Eynen bietet ihr keinen Trost, sie wendet sich heimlich der Dame vom See zu und verehrt diese - muss aber aufpassen, dass niemand davon erfährt.

    Etc.

    Generell sind Chakatere interessant, die Brüche in der Entwicklung haben. Das sieht man mittlerweile auch in Dailysoaps wie GZSZ. Der Charakter will etwas erreichen, schafft das nicht, orientiert sich um, sucht sich ein neues Ziel. Also z.B. Luke Skywalker, will ein Jedi werden um den Tod seines Vaters zu rächen, erkennt seine tragische Verwechslung (der Böse IST sein Vater), orientiert sich um und will den Vater nun retten. Sympathisch werden Charaktere, wenn sie irgendetwas besonders gut können, wenn ihnen ein Missgeschick passiert oder wenn sie anderen Charakteren in Not helfen.

    Deine Geschichte ist einfach zu glatt. Die Zahlenschwäche ist zwar eine gute Idee, hat aber keine Konsequenz. Low Fantasy heißt ja bloß keine über Gebühr fantastischen Elemente, Menschen mit allen Stärken und Schwächen hast Du ja trotzdem.
    Was, wenn sie den Vater um seinen Job gebracht hat, weil sie die Bücher falsch geführt hat und der sitzt jetzt im Turm. Sie sammelt ihren Sold, um ihn freizukaufen - dann hat das eine Relevanz und sorgt gleichzeitig für Motivation.
    Na diobair caraid's a charraid!
    www.daracha.de

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