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  1. #1
    Fedescius von Belhanka
    Fedescius von Belhanka ist offline
    Grünschnabel

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    Überarbeitung meines Magiers

    Da ich gestern ein paar Rückfragen erhalten habeMache ich hiereinfach mal ein neues Thema auf. Da ich meinen Magier überarbeiten möchte kannich Tipps und Feedback ohnehin so früh wie möglich gebrauchen.
    Zum Charakter: Ich bespiele den Charakter jetzt seit etwa 12Jahren. Er ist ein Absolvent der Akademie in Al’Anfa. Für die nicht DSAler: Dasist eine kampfmagie-betonte Akademie der schwarzen Gilde, die sowohlSchiffsmagier als auch Leibmagier ausbildet. Im vorliegenden Fall handelt essich um einen Leibmagier. Da sich in der LARP-Realität praktisch niemals jemandeinen Leibmagier zulegen wollte war ich in letzter Konsequenz ein seltenzaubernder Kampfmagier, der viel Zeit damit verbracht hat seinen Adeptenauszubilden. Nach einer Weile wurde er zum Leiter einer „Kanzlei zur Bekämpfungvon Schwarzmagie und kultistischer Umtriebe“ ernannt, d.h. er jagt pöhse Hexenund Schwarzmagier und bekämpft die üblichen magischen Gegner (untote, Dämonen,etc.).
    In den letzten paar Jahren hab ich diesen Charakterallerdings nur selten bespielt, im letzten gar nicht mehr, da war ich liebermit meinem historisch angehauchten Wikinger-Händler unterwegs. Das hatte zweiGründe: 1. Hatte mein Kumpel von damals mit LARP aufgehört und ohne Adept hatsich das Konzept (sadistischer Lehrmeister) nicht mehr so rund spielen lassen.Zum anderen ging der Trend immer mehr zum DKWDDK und ich hab mich mit derschnellen Spruchzauberei – 1,2 –Du bist Tod- zunehmend weniger wohl gefühlt,hatte aber auch keine gescheite Idee für coole Umsetzungen, was gerade beiKampfmagiern auch ziemlich schwierig ist (Wenn auch nicht unmöglich, wie einigegezeigt haben).

    2 Anmerkungen:

    1. Ich spiele den Charakter nicht nur aufAventurischen Cons
    2. Da der Charakter häufig Monate bis Jahre nichtnach Aventurien kam lege ich auch keinen Wert darauf, dass man ihm denAventurier bzw. Al’Anfaner ansieht. Stattdessen ist mir wichtiger, dass man dasKonzept „(Schwarz-)Magier“ erkennt.
    3. (Für nicht DSAler: Schwarzmagier bedeutet inAventurien lediglich Freidenkertum, weniger Skrupel in der Forschung etc. abernoch lange nicht Dämonologe oder ähnliches. Schwarzmagier sind trotzdem „legale“Mitglieder der Aventurischen Gildenmagier und durch deren recht geschützt undkein noch so fanatischer Inquisitor kann einem etwas wollen, nur weil manSchwarzmagier ist. Häufig umgeben sie sich nur mit dem Schein des Bösen, umungestört forschen zu können. Unterm Strich dürfte in der schwarzen Gildedennoch am meisten „Verbotenes“ praktiziert werden, da es praktisch keineKontrolle der Mitglieder gibt.

    Zum Ende hin sah mein Charakter dann so aus:

    (Bilder 1+2 im Anhang)

    Mittlerweile trage ich dazu noch eine phrygische Mütze ausgefettetem Wildleder, davon habe ich aber grade kein Bild.
    Jetzt habe ich wieder große Lust auf meinen Magier bekommen.Durch die bald zweijährige Pause bietet sich eine gute Gelegenheit ihn etwas zuüberarbeiten und den Magieschwerpunkt etwas von der Spruchmagie wegzubekommen.Für aventurische Zauberer ist ein Zweitstudium durchaus üblich, wodurch derZauberer ein zweites Spezialgebiet erhält. Ich habe kurz über Artefaktmagie undmagische Analyse nachgedacht, allerdings scheint mir dies grade bei den DKWDDK-Magiern sehr beliebt zu sein, weil es sich so gut darstellen lässt. Blöderweisebraucht man selten mehr als einen Analysemagier… Daher wollte ich etwasanderes.Inzwischen habe ich beschlossenmeinen Magier das Zweitstudium in Brabak absolvieren zu lassen, eine schwarzeAkademie für Nekromanten und Dämonologen. Der Hintergedanke ist der, dass bei DSAdie Zuverlässigsten ENTschwörungen umgekehrte BEschwörungen sind, weilman hier auch von Paraphernalia, wahrem Namen, Sternkonstellationen etc.profitiert (im Gegensatz zum pauschalen Pentagramma (=Exozismus)), d.h. diebesten ENTschwörer sind theoretisch die gut ausgebildeten BEschwörer. Dazuhaben mich 2 Argumente bewogen:

    1. Ich mochte schon früher den Kontrast zwischendem Umstand einerseits magische Verbrecher zu jagen und andererseits, besondersbei der lichten Fraktion, selbst immer wieder Verdachtsmomente zu erregen. Dashat mir eine Menge Spaß gemacht.
    2. Austreibungen sind per Definition schon Rituale,ebenso Bann- und Schutzkreise etc. Dadurch ist das Spruchzaubereiproblemhinfällig.

    Es soll also ein Exorzist aus der schwarzen Gilde werden.Allerdings tatsächlich ohne heimliche Dämonenbeschwörungen oderdergleichen. Maximal würde ich evtl. mit Geistern oder Toten sprechen, u.A.auch um Nachforschungen bei magischen Vergehen anzustellen (wenn ich in meinenMitteln nicht einen Tick weitergehe als der Durchschnitt könnte ich mir dieschwarze Gilde sonst ja auch sparen).
    SO, und jetzt wollte ich die oben aufgeführte Ausrüstungüberarbeiten. Der Gedanke: Der Charakter ist geistig mittlerweile so sehr vonseinen Aufgaben und Studien gefesselt, dass er den Sinn für die Welt drumherumETWAS verliert und so z.B. sein Äußeres Erscheinungsbild vernachlässigt. (Inder Realität auch bei längjährigen Professoren zu beobachten) Also allesnicht ganz so neu wirken, sondern auch verschlissen, löchrig, ausgebleicht etc.Ich wollte weg von den Armschienen, weildie mir inzwischen zu kämpferisch anmuten. Allerdings will ich auch keineblanken Hemdsärmel. Als ich beim Hobbit dann wieder Gandalf in seiner Robegesehen habe (die auch Löcher hat) wollte ich sowas auch haben, nur in schwarz.

    (Anhang)

    Das braune Lederteil und die Gugel würden bleiben für (An-)Reisenund wenn’s durch die Hecke geht als Klamottenschoner oder bei Regen. Die Ärmelwären dann die Robenärmel. Ansonsten würde ich z.B. für in die Taverne oderwenns gemütlicher sein soll das Lederzeug ablegen und durch eine Gugel aus demgleichen groben Material wie die Robe ersetzen wollen. Evtl. noch so eine Art schweresilberne Amtskette mit Pentagramm oder ähnlichen dazu. Ich kann hierbei wiegesagt auch schlichten Robe/Gugel-Kombinationen viel abgewinnen und finde dakann man bei entsprechendem Stoff auch den Ranz gut darstellen. Hier noch zweiBespiele: Beides keine Schwarzmagier oder Magier, aber optisch durchaus passen.Dazu sieht meiner Meinung nach auch keiner davon, ebenso wie Gandalf, nachAnfänger aus, ganz im Gegenteil:

    (Bilder 4+5 im Anhang)
    Die Frage wird sein welche Stoffe geeignet sind und woherich die bekomme. Auch ein bißchen Schafsfellbesatz wie bei Grima könnte ich mirvorstellen, dass lässt sich schön „entedeln“, damit es ranzig aussieht. Ideen?
    Weiterhin trocknet grade neben mir eine Lino-Scheide fürmein Bannschwert. Ich überlege noch, ob ich die nur mit schwarzem Leder bezieheoder auch Knochen etc. dran machen soll um die Mystik zu unterstreichen und einbißchen mehr mit dem Licht zu kokettieren.
    Außerdem schreibe ich grade an einem Magierbuch überNekromantie und Dämonen. Das soll IT ein besonders fieses konfisziertes Werksein, mit dem ich jedoch Nachforschungen über dessen Besitzer anstellen muss.Das würde ich dann noch in Leder einwickeln und mit ner dicken Kette mitIT-tauglichem Vorhängeschloss (wo bekommt man sowas?) sichern, damit niemandsich die verbotenen Inhalte einsehen kann. Den Schlüssel hätte ich dann aneiner kette unter der Robe. Ich will paar Effekte einbauen (z.B. unsichtbareZeichen mit Schwarzlichfarbe) und mich mit ein paar „lichtis“ und Kollegen überdie verkommenen Inhalte ereifern können, Rat bei evtl. auch Priestern suchenund das Teil generell auch dazu nutzen ein bißchen auf die Lichtis zuzugehenund Bereitschaft zur Zusammenarbeit anzudeuten.
    So, soweit erstmal, voll lang geworden irgendwie. Wenn ihrMeinungen und Anregungen zu dem geschriebenen habt bin ich dankbar für jedekonstruktive Äußerung. Auch wenn ihr noch zusätzliche Ideen habt für Irgendwas,was noch zu dem Charakter passen könnte freue ich mich sehr.
    Viele Grüße


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  2. #2
    Besserwisserboy
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    Daß schwarze Roben alleine etwas langweilig und nichtssagend aussehen, hatte ich dir ja bereits geschrieben. Ich war immer der Meinung, daß gerade DSA-Magier eine gewissen Vorgabe was ihre Klamotten und auch deren Zustand betrifft haben, da sie ja teilweise auch für rituelle Zwecke wichtig sind.
    Wenn du schon ein Schwert tragen willst, würde ich darauf achten, daß der Rest sehr nach Magier ausschaut.
    Sonst wirkt es auf Außenstehende eher wie zusammengewürfelt. Wenn schon Schwarz würde ich es sehr pompös gestalten, mit vielen magischen Amuletten und evtl. Stickereien. Eine zweite Farbe würde ich auf jeden Fall reinbringen.
    Das Wichtigste an einem Magier ist für mich eine passende Kopfbedeckung, damit du nicht mit einem Priester oder ähnlichem verwechselt wirst. DSA-typisch würde ich Spitzhut oder Widderkappe nehmen (gerade für Beschwörer).
    Schwarz lässt sich viel schwerer verranzen als andersfarbige Stoffe. Ich würde ganz davon abgehen, wenn es schon ein altgedienter Magier ist, sollte er genügend Geld haben sich anständige Kleidung zu besorgen. Für einen verwirrten Professor wirkst du noch zu jung. Wenn du wirklich einen verwahrlosten Eindruck machen möchtest, müsstest du auch unrasiert und mit fettigen Haaren rumlaufen. Wobei die meisten SC das nicht einmal mitbekommen würden und dich OT für schmuddelig halten könnten.
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

  3. #3
    Surkan
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    Bitte repariere deine Leertaste...

    Laut Codex Albyricus gibt es Kleidervorschriften für Gildenmagier. Detaillierte Informationen gibt es meines Wissens nach nicht. Kern ist aber, dass ein Magier als solches zu Erkennen sein muss. Von daher würde ich mich auf klassische Magierbilder beschränken. Also Gugel weg und Spitzhut auf. Wenn der aus dickem Loden oder aus Leder ist, ist der auch Wasserdicht.
    Dann eine Ritualrobe (im Gepäck), eine Alltagsrobe (drunter) und eine Reiserobe (drüber). Die Ritualrobe einfach aber schön verziert. Da heißt es "klotzen nicht kleckern". Die Alltagsrobe kann von prunkvoll bis einfach sein und ist vorwiegend praktisch, sollte aber nicht heruntergekommen aussehen. Immerhin ist ein Magier ein gewisser Stand. Die Reiserobe am besten aus Loden der auch etwas abgewetzt aussehen kann. Muss auch keine Verzierungen haben.

    Grundsätzlich ist noch zu sagen, dass auch Schwarzmagier andere Farben außer schwarz tragen dürfen. Im P&P lässt sich damit natürlich besser spielen (der Novadi Schwarzmagier mit weiten weißen Gewändern ;-). Im Larp würde ich auch eher auf dunkle Farben setzen.

    Edit:
    Achja. Ein Ritualschwert muss man nicht am Gürtel tragen. Es ist in erste Linie ein Ritualgegenstand.

  4. #4
    Cartefius
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    Ich mag die Grundidee für den Charakter, ich bin ja durchaus ein Freund von klar definierten Magierkonzepten, und gerade bei DSA kann der "Schwarzmagier" ja eigentlich recht klassisch rübergebracht werden. Ich würde für eine weitere Entwicklung des Charakters wichtig halten, zu überlegen, in welche Richtung er grundsätzlich gehen soll. Aktuell sehe ich verschiedene Optionen, die du präsentierst, und die gehen für mich nicht unbedingt gut zusammen bzw. passen nicht gut zu dem beschriebenen Konzept.

    Fangen wir erstmal mit dem an, was vorhanden ist: Bei dem Magier, wie du ihn aktuell präsentierst finde ich das Outfit von einem allgemeinen Standpunkt her gar nicht schlecht, das mit dem Leder ist eine nette Idee, und gerade den Stab finde ich schön gemacht und sehr hilfreich dabei, den Charakter im üblichen Fantasykontext deutlich als "Magier" hinzustellen. Auch wirkt die Ausrüstung auf mich erstmal recht vollständig und aufeinander abgestimmt, kein Teil sticht grob negativ heraus oder wirkt planlos dazuimprovisiert.

    Jetzt kommt das große "Aber": Hätte man mich aber gebeten, den Charakter anhand der Klamotte (aventurisch) einzuordnen, so hätte ich auf einen sehr bodenständigen, hemdsärmeligen Magier (oder Eleven) aus einer der kleinen Akademien in den ländlicheren Gebieten Aventuriens getippt, selbst ein bäuerlicher Druide oder Hexer wäre (bis auf Stab und Schwert) für mich nicht unplausibel gewesen. Die Kliedung wirkt sehr schlicht, robust, fast derb, die sonstigen Accessoires wie Gürtel, Amulett und Taschen sind von der Machart her auch sehr einfach.
    Vor diesem Hintergrund finde ich auch Stab und Schwert vom Stil her zwar schön, aber recht unpassend zu den anderen Sachen: Beide sind sehr schnörkelig, der Stab schon geradezu barock verziert, und heben sich damit deutlich vom Rest ab.

    Damit passt der Eindruck des Kosüms, so wie es jetzt ist, für mich nicht wirklich zur beschriebenen Rolle: Grundsätzlich stelle ich mir den normalen aventurischen Magier standesbewusster und mit mehr Augenmerk auf Repräsentation vor, und gerade Al'Anfa ist für mich eine Gegend, bei der nochmal besonders viel Wert auf Autorität, Ritual und Pomp gelegt wird. Auch bei der Beschreibung der Tätigkeit als magischer Ermittler würde ich eigentlich eine strenge, zumindest dem Buchstaben nach gesetzeskonforme Erscheinung erwarten, bei der z.B. (anders vielleicht bei anderen Subjekten der Schwarzen Gilde) die Richtlinien des Codex Albyricus penibel eingehalten würden (soweit das im Larp-Kontext Sinn macht, mehr dazu später).

    Die Gedanken zum Thema "sichtbar als Schwarzmagier erkennbar sein" würde ich im großen und ganzen so unterschreiben, ich halte das auch für die reizvollste Art, die Sache anzugehen. Dinge wie ein wenig abgerissenes, zerschlissenes Outfit kann hier gut passen, um einen gewissen Aspekt der Ungepflegtheit und Gedankenlosigkeit rüberzubringen, und auch in anderen Aspekten kann man versuchen, ähnliches zu versuchen. Sich allerdings Knochen an die Schwertscheide zu hängen finde ich zu plump, und auch im Rahmen eines aventurischen Schwarzmagiers eher unplausibel.

    Die beiden von dir gezeigten Beispielbilder für die Weiterentwicklung gehen für mich stark in unterschiedliche Richtungen: Während Grima auf dem dritten Bild sich ganz gut mit meiner Vorstellung einer solchen Rolle deckt, weil dessen Aussehen gleichzeitig prunkvoll und aufwändig, aber auch schmierig und verlottert ist, zeigt das Bild vom GoT-Maester auf dem vierten Bild in eine ganz andere Grundrichtung: Dessen Robe wirkt auf mich mit ihrem groben abgenutzen Material, dem schlichten Schnitt und der tristen Farbe mehr als Zeichen von Demut und Askese. Das fände ich im aventurischen Kontext passend z.B. für einen nostrianischen Borongeweihten (ich habe einen solchen Tischrollenspielcharakter, der genau so eine Robe trägt), aber nicht für einen Al'Anfaner oder Gildenmagier, und schon gar nicht für eine Mischung aus beidem. ;-)

    Deswegen wäre mein Vorschlag: Du brauchst Prunk, und zwar am besten in einer düsteren, leicht verlotterten Form. Ein Problem, das hierbei auftritt ist, dass ich es sehr schwierig finde, Al'Anfa oder Brabak stilistisch so festzulegen, dass ich sagen würde: "So, das ist ein typisches Merkmal der Kleidung dieser Regionen!". Dinge, die öfter mal in dem Kontext fallen, sind Spanien in der Epoche der Konquistadoren und der Armada, ein bisschen Piratenflair, und tulamidisch (im realweltlichen Sinne z.B. osmanische) Einflüsse. Umsetzen könnte man dies vielleicht durch viel Schwarz und Rot, aber in edlen Stoffen wie Samt, schwarzer Spitze und blutroter Seide, Stickerei und barocken Schmuck, und steife, wattierte und gepostere Schnitte mit hohen Krägen, steifen Schultern und ähnlichem, wobei man aufpassen muss, dass das ganze nicht nach Dracula aussieht. Die Idee mit dem Buch finde ich gut (altmodische dicke Schlösser bekommt man inzwischen für wenig Geld bei diversen Mittelalterversendern, allerdings sind diese sehr groß und sperrig, als Alternative würde ich ein antikes Vorhängeschloss von Ebay empfehlen), bei dem Bannschwert würde ich vielleicht versuchen, das noch mehr wie einen Ritualgegenstand und noch weniger wie eine Waffe aussehen zu lassen, z.B. indem man es nicht zugbereit in einer Scheide, sondern in einem kompletten Futteral oder sogar Holzkasten mit anderen Ritual-Paraphenalia trägt.

  5. #5
    Fedescius von Belhanka
    Fedescius von Belhanka ist offline
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    Hallo,
    erst mal danke für die teils sehr umfangreichen Antworten
    @all: Es kamen jetzt mehrfach Anmerkungen bezüglich typisch aventurischer Darstellung, z.B. Spitzhut/Widderkappe oder die verschiedenen Gewänder bzw. Al'Anfanisch. Da ich diesen Einwand schon erwartet hatte habe ich gleich reingeschrieben:

    1. "Ich spiele den Charakter nicht nur auf Aventurischen Cons
    2. Da der Charakter häufig Monate bis Jahre nicht nach Aventurien kam lege ich auch keinen Wert darauf, dass man ihm den Aventurier bzw. Al’Anfaner ansieht. Stattdessen ist mir wichtiger, dass man das Konzept „(Schwarz-)Magier“ erkennt. "


    Als Kopfbedeckung habe ich mir zwischenzeitlich eine Phrygische Kappe genäht, welche mir sehr gut gefällt, jedenfalls zum obengenannten Outfit. IT verfügt der Charakter natürlich über die vorgeschriebenen Gewänder, das oben dargestellte ist die Reisegewandung, mit der er auf Nachforschungen, Reisen, ab durch die Hecke geht. Das hier nicht nur Wolle/Loden, sondern gleich Leder gewählt wurde hat auch mit dem bisherigen Spezialgebiet des Charakters (Kampf) zu tun. Zudem ists mal was Anderes und ich finde die Optik von Spitzhüten ein bissl... dämlich. (außer bei Hexen und Gandalf

    @BWB:
    "Ich würde ganz davon abgehen, wenn es schon ein altgedienter Magier ist, sollte er genügend Geld haben sich anständige Kleidung zu besorgen."
    - Das ist IT tatsächlich ein Problem. Nachdem der Charakter ohnehin aus gutem Hause stammt und nun seit etwa 10 Jahren als Lehrkraft auch nicht schlecht verdient sollte er eigentlich eher reich/wohlhabend sein. Das passt natürlich kaum zu verschlissener Optik, daher die Idee mit dem Weltfremden gehabe, das auf Äußerlichkeiten keinen Wert legt. Ist natürlich für Gildenmagier eher unüblich und für Al'Anfaner erst recht. Das ich zu jung wirke kann natürlich sein (das hört man mit 34 auch nicht soo oft , aber ich meinte auch nicht unbedingt alters-senil.

    "Wobei die meisten SC das nicht einmal mitbekommen würden und dich OT für schmuddelig halten könnten."
    - Das wäre kein Problem. Auf die Meinung von Leuten, die sich aufgrund der IT-Auftritte meines Charakters eine OT-Meinung über mich als Person bilden gebe ich ohnehin nichts. Die haben lediglich das Hobby noch nicht verstanden.

    @Surkan:
    erst mal sorry für die fehlenden Leerzeichen. Ist mir gar nicht aufgefallen und wundert mich ehrlich gesagt selbst...
    "Laut Codex Albyricus gibt es Kleidervorschriften für Gildenmagier"
    - Ich weiß, und ich versuche auch grob dem zu entsprechen. Tatsächlich hatte ich gehoft die obige Darstellung ginge als REISErobe durch. MMn ist der Charakter auch für jeden gleich als Magier zu erkennen: (Leder-)Robe, Magisches Symbol als Kette, Magierstab, Gildensiegel. Spitzhüte mag ich nicht, die finde ich albern.

    "Die Ritualrobe einfach aber schön verziert. Da heißt es "klotzen nicht kleckern".
    - Meines Wissens ist die Beschwörerrobe (die auch bei Entschwörungen herhalten muss) eine einfache Robe aus schwarzem Leinen, mit langen Armen und knielang OHNE irgendeine Art von Verzierungen. Ob man das schön findet sei mal dahingestellt. Ich würde z.B. auf das knielang verzichten, weil ich nicht finde, dass ein paar dürre haarige Männerwaden das Gesamtbild sichtbar aufwerten
    Die von mir gewünschte nächste Gewandung wäre quasi das, was Du als Alltagsrobe bezeichnest und die würde ich, wie gesagt, auch gerne anstelle des Hemds/ der Armschienen drunter tragen. In gemütlichen Momenten oder der Taverne, wo's trocken und warm ist, würde ich dann die übergeworfene Reiserobe weglassen. So eine Art einfaches Ausgehgewand. Für offizielle Anlässe insbesondere auf Bällen/Akademien wäre dann eigentlich eine Art Prunkrobe fällig, aber sowas habe ich ehrlich gesagt nicht, weil das in meinem LARP praktisch nicht vorkommt.

    "Im Larp würde ich auch eher auf dunkle Farben setzen."
    - Daher ja größtenteils dunkelbraun und schwarze Akzente (Gürtel/Ärmel). Das war auch mein Gedanke.

    @Cartefius: Danke für den ausführlichen Beitrag.
    "Die Kleidung wirkt sehr schlicht, robust, fast derb"
    -Das ist wie oben geschrieben Absicht, weil es die Reiserobe sein soll. Wie gesagt geht es mir jetzt auch darum eine schönere Lager/Tavernen-Kluft zu finden. Für An-/Abreise, Ausflüge in die Hecke oder absehbare Kämpfe würde ich dann immer die reiserobe nutzen, macht im guten Tuch ja auch keinen Sinn.

    "Während Grima auf dem dritten Bild sich ganz gut mit meiner Vorstellung einer solchen Rolle deckt, weil dessen Aussehen gleichzeitig prunkvoll und aufwändig, aber auch schmierig und verlottert ist..."
    - Ja, ist für mich auch die Idealbesetzung einer solchen Optik bisher. Wobei es schwierig sein dürfte die Unterrobe, die er unter dem Mantel trägt zu immitieren, vor allem, wenn es nicht irgendwie nach Goth oder ähnlichem aussehen soll. Da fehlt mir ein bißchen die Idee. Mit dem Maester hast Du mich überzeugt.

    "Ein Problem, das hierbei auftritt ist, dass ich es sehr schwierig finde, Al'Anfa oder Brabak stilistisch so festzulegen, dass ich sagen würde: "So, das ist ein typisches Merkmal der Kleidung dieser Regionen!".
    - Das Problem hatte ich auch und außer den Konquistadorendingens (was ich optisch nicht mag) ist mir auch wenig eingefallen. Aber es ist mir, wie gesagt, auch nicht so wichtig in Al'Anfaner Kluft rumzulaufen, da der Charakter ohnehin selten in Aventurien ist. Wie ein Schwarzmagier soll es idealerweise aussehen.

    "Sich allerdings Knochen an die Schwertscheide zu hängen finde ich zu plump, und auch im Rahmen eines aventurischen Schwarzmagiers eher unplausibel."
    - Das war so ein erster Gedanke, wie man das "okkulte" an der Klinge unterstreichen könnte und gleichzeitig einen kleinen Verweis auf Brabak hat. Natürlich sollte es nicht irgendwie plump oder schamanisch wirken... für weitere Ideen dazu bin ich auch dankbar, das mit der eigenen Kiste ist schonmal ein guter Ansatz, wenn man es bei einer Entschwörung schön als paraphernalium hin-dekorieren möchte. Danke dafür.

    "Die Gedanken zum Thema "sichtbar als Schwarzmagier erkennbar sein" würde ich im großen und ganzen so unterschreiben..."
    -hast Du sonst noch Ideen, wie man das Klischee noch mehr unterstreichen könnte? Komponenten oder sonst was? Also, ohne jetzt gleich Dämonen zu anzurufen?

    Zum Buch: Danke noch für den Hinweis mit dem Schloss. Eine Frage: Man liest ja hin und wieder von einer Thesisdarstellung in "komplizierten geometrischen Mustern....bla". So habe ich die natürlich im Gespräch auch umschrieben. Da ich nun grade dieses Buch schreibe würde ich gerne auch einige Thesen einbauen. Allerdings fehlt mir ne gute/schöne Idee für die Umsetzung: Hat sich hier schon mal jemand an sowas versucht?
    Weiterhin auch danke für jeden Imput
    Viele Grüße

  6. #6
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    Ein paar lose Gedanken dazu:

    Zitat Zitat von Fedescius von Belhanka Beitrag anzeigen
    @BWB:
    [I]"Ich würde ganz davon abgehen, wenn es schon ein altgedienter Magier ist, sollte er genügend Geld haben sich anständige Kleidung zu besorgen." [/I

    - Das ist IT tatsächlich ein Problem. Nachdem der Charakter ohnehin aus gutem Hause stammt und nun seit etwa 10 Jahren als Lehrkraft auch nicht schlecht verdient sollte er eigentlich eher reich/wohlhabend sein. Das passt natürlich kaum zu verschlissener Optik, daher die Idee mit dem Weltfremden gehabe, das auf Äußerlichkeiten keinen Wert legt. Ist natürlich für Gildenmagier eher unüblich und für Al'Anfaner erst recht. Das ich zu jung wirke kann natürlich sein (das hört man mit 34 auch nicht soo oft , aber ich meinte auch nicht unbedingt alters-senil.
    Das ist auch OT ein Problem. Das Konzept „Mein Charakter hat einen repräsentativen Stand, kümmert sich aber nicht um entsprechende Kleidung“ funktioniert im Larp m.M.n. nicht. Denn es wirkt nicht nach Konzept, sondern nach Ausrede dafür, sich nicht um teure/aufwändige Kleidung bemühen zu müssen.

    Sowas erinnert leider viel zu sehr an die zigfach von jungen Anfängern gehörte Ausrede "Mein Charakter ist adlig, aber verarmt/lange von zu Hause weg, deshalb trage ich doch bloß die billige Mytholon-Baumwollkleidung!"

    Nota bene: Damit möchte ich dir nicht Faulheit unterstellen. Aber dieses Konzept wurde von zu vielen als Ausrede für Faulheit missbraucht, um noch nutzbar zu sein.
    Die Konsequenz? Aufwändige Kleidung, die abgenutzt aussieht, funktioniert. Schlichte Kleidung, die abgenutzt aussieht, funktioniert nicht für so einen Charakter.
    Auch bei der Reiserobe rate ich davon ab, auf Verzierungen zu verzichten, wenn man sowas längere Zeit trägt und nicht nur kurz zur Anreise.
    Denn: Abenteuercons sind ja eigentlich alle eine Reisesituation - da ist es für die Wirkung unerheblich, ob der Charakter eine Prunkrobe für Hofhaltungen besitzt; man sieht ihn nur (oder überwiegend) in der einen Robe und daher sollte diese Robe auch eine gewisse Wirkung haben.

    Übrigens: Stoffe mit Flor wie Samt lassen sich besser abranzen als dünne Baumwolle oder Leinen. Weil Material zum Abschaben da ist

    @Surkan:
    erst mal sorry für die fehlenden Leerzeichen. Ist mir gar nicht aufgefallen und wundert mich ehrlich gesagt selbst...
    "Laut Codex Albyricus gibt es Kleidervorschriften für Gildenmagier"
    - Ich weiß, und ich versuche auch grob dem zu entsprechen. Tatsächlich hatte ich gehoft die obige Darstellung ginge als REISErobe durch. MMn ist der Charakter auch für jeden gleich als Magier zu erkennen: (Leder-)Robe, Magisches Symbol als Kette, Magierstab, Gildensiegel. Spitzhüte mag ich nicht, die finde ich albern.
    Das winzige Kettchen ist nicht als "Magisches Symbol" zu erkennen, sowas trägt jeder zweite Ein Gildensiegel sehe ich nicht, weiß aber auch nicht, wie sowas aussieht.
    Eine Robe an sich sieht schon nach Magier aus, allerdings bewirkt Leder gerade das Gegenteil (wenn die Robe so schlicht geschnitten ist wie deine). Leder sieht mehr nach Handwerker/körperlich arbeitendem Menschen aus. Auch wenn ich die Ledergugel sehr schön finde. Deshalb würde ich da mit magisch aussehenden Verzierungen gegenwirken.

    Wenn man ein Outfit ähnlich dem von Grima umsetzen will: Ich empfehle Verzierungen in Schwarz auf Schwarz (ein ganz dunkles Grau wäre wohl noch besser). Wenn man nicht wie der Wochenendgruftie aussehen will, sollte man keine Spitze nehmen, sondern strukturierte Stoffe. Die sind leider sehr schwer zu kriegen, i.d.R. muss man selber ran: Z.B. großflächigere Stickereien, Kordelstickereien, Applikationen …
    Kostet natürlich sehr viel Zeit, aber schön strukturierte Stoffe, gerade in Schwarz, findet man leider sehr sehr selten (ich suche seit Jahren …).

    "Sich allerdings Knochen an die Schwertscheide zu hängen finde ich zu plump, und auch im Rahmen eines aventurischen Schwarzmagiers eher unplausibel."
    - Das war so ein erster Gedanke, wie man das "okkulte" an der Klinge unterstreichen könnte und gleichzeitig einen kleinen Verweis auf Brabak hat. Natürlich sollte es nicht irgendwie plump oder schamanisch wirken...
    Eine „zivilisiertere“ Version von Knochen sind Knochenperlen, die es in allen möglichen Formen (rund, kreisförmig, länglich-stiftförmig …) und verschiedenen Farben gibt. Z.B. in Form von magischen Zeichen gelegt und festgenäht.
    Moderative Eingriffe werden von mir als solche gekennzeichnet.

    Entspanne dich.
    Lass das Steuer los.
    Trudle durch die Welt.
    Sie ist so schön.
    (Kurt Tucholsky)

  7. #7
    Surkan
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    Zitat Zitat von Fedescius von Belhanka Beitrag anzeigen
    "Die Ritualrobe einfach aber schön verziert. Da heißt es "klotzen nicht kleckern".
    - Meines Wissens ist die Beschwörerrobe (die auch bei Entschwörungen herhalten muss) eine einfache Robe aus schwarzem Leinen, mit langen Armen und knielang OHNE irgendeine Art von Verzierungen. Ob man das schön findet sei mal dahingestellt. Ich würde z.B. auf das knielang verzichten, weil ich nicht finde, dass ein paar dürre haarige Männerwaden das Gesamtbild sichtbar aufwerten
    Ja das hab ich auch noch im Hinterkopf. Wobei ich aber glaube ich auch schon anderes gelesen habe.
    Ich versuche das mal klar darzustellen. Eine einfache einfarbige Robe ohne Verzierungen finde ich aber gerade im Larp doof. Ein Ritual ist meist ein bedeutendes Ereignis und da sollte ALLES gut aussehen. So eben auch der Magier.
    Mit einfach aber schön verziert meine ich konkret, einfacher Schnitt, einfarbig, dünne aber kunstvolle Verzierung an Ärmeln und Kragen. So etwas wie aufgestickte Sterne und Symbole bitte in keinem Fall (m.M.n. auch nicht auf anderen Kleidungsstücken). Das ganze bitte auch Bodenlang.


    "Im Larp würde ich auch eher auf dunkle Farben setzen."
    - Daher ja größtenteils dunkelbraun und schwarze Akzente (Gürtel/Ärmel). Das war auch mein Gedanke
    Ich dachte eher am Schwarz, Anthrazit, Dunkelgrau, ganz dunkles Blau. Keine Naturtöne wie Braun.


    "Die Gedanken zum Thema "sichtbar als Schwarzmagier erkennbar sein" würde ich im großen und ganzen so unterschreiben..."
    -hast Du sonst noch Ideen, wie man das Klischee noch mehr unterstreichen könnte? Komponenten oder sonst was? Also, ohne jetzt gleich Dämonen zu anzurufen?
    Wie du schon selber geschrieben hast, ist gerade der aventurische Schwarzmagier mehr durch seine "eigenen Wertevorstellungen" gekennzeichnet. Das ist ja auch der Grund, warum von einigen "lichten" Personen vor euch immer gewarnt wird ;-) ("Das böse im Vorborgenen" oder "Der Wolfs im Schafspelz").
    Von daher würde ich äußerlich gar nicht so viel mehr machen. Mach das mehr durchs Spiel. Geht super. Einfach durch abwegige Vorschläge, fragwürdige Moralvorstellungen und Meinungen dein Umfeld verunsichern. Gerade wenn es um Plotlösungen geht, kannst du durch dein Spiel deine "dunkle Seite" zeigen. Und du wirst feststellen, dass es genug Spieler gibt, die deinen Vorstellungen vielleicht gar nicht so abgeneigt sind. Und wenn die am nächsten Tag dann gegen dich wettern, kannst du sie schön mit ihrem eigenen Vorstellungen und Meinungen vorführen *inerinnerungschwelgen*

    Zum Buch: Danke noch für den Hinweis mit dem Schloss. Eine Frage: Man liest ja hin und wieder von einer Thesisdarstellung in "komplizierten geometrischen Mustern....bla". So habe ich die natürlich im Gespräch auch umschrieben. Da ich nun grade dieses Buch schreibe würde ich gerne auch einige Thesen einbauen. Allerdings fehlt mir ne gute/schöne Idee für die Umsetzung: Hat sich hier schon mal jemand an sowas versucht?
    Ja. Und ich hab es irgendwann aufgegeben. Das liegt aber vor allem daran, dass ich ein allgemeingültiges Konzept für die grafische Darstellung von Zaubern erstellen wollte. Das war etwas zu viel.
    Mach es einfach frei Schnauze. Gerade im Larp hast du ja nicht so viele Zauber. Außerdem macht es durchaus Sinn die grafische Darstellung immer wieder zu überarbeiten. (z.B. nach einem fehlgeschlagenem Ritual)

  8. #8
    Cartefius
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    Ich glaube, ich verstehe was du meinst, Fedescius, sehe das aber anders, bzw. sollte den Gedankenganz dahinter vielleicht ein bisschen ausführen.

    Wenn du schreibst, dass du einen Schwarzmagier, einen Aventurier, einen Al'Anfaner spielen willst, dann finde ich das gut, denn diese Konzepte geben zumindest grob einen Stil vor, den man umsetzen kann, und sind für die Mitspieler erkennbar. Jetzt bin ich mir natürlich der Limitationen von DSA als Vorlage für Larpcharaktere durchaus bewusst: Viele Hintergrundvorgaben sind sehr vage definiert, widersprüchlich oder machen im Rahmen einer buchstabengetreuen Larpumsetzung keinen Sinn. Die simple, knielange Leinenrobe ist da ein gutes Beispiel, so etwas sieht in der Realität halt einfach blöd aus, weswegen es dort und auch bei anderen Dingen (Akademiesiegel in der Handfläche z.B.) oft angebracht sein kann, nach schöneren, kreativeren oder besser umsetzbaren Lösungen zu suchen.

    Was ich aber wichtig finde: All diese Abweichungen und Entscheidungen gegen den "Kanon" machen nur dann Sinn, wenn sie ein klares Ziel vor Augen haben und damit eine bessere oder zumindest gleichwertige Alternative darstellen. Ein "ich will keinen Aventurier spielen", "ich will nicht als Al'Anfaner erkennbar sein" oder "ich will den Wohlstand des Charakters nicht deutlich in der Gewandung aufgreifen" ist zwar grundsätzlich legitim, dabei darf es meiner Meinung nach nicht bleiben.
    Die gleiche Argumentation hat man nämlich z.B. auch häufig bei der Diskussion über das für und wider historischer Vorlagen, und solange die Leute da Aussagen wie "Ich will Fantasy machen!" nur als Negierung von historischen Vorgaben sehen, ohne etwas interessantes als Ersatz anbieten können, kommen dann die häufigen Einsteigerkostüme raus, die einfach völlig langweilig, unstimmig und inspirationslos aussehen.

    Das ist in geringerem Maße auch bei deinem aktuellen Kostüm das Problem: Klar, das Outfit genügt formal den (sowieso eher weit gefassten) Anforderungen an eine Codex-konforme "Reiserobe". Aber was bietet es als Alternative zu dem Ansatz einer "klassischen" Magierrobe (edel, mit arkanen Symbolen bestickt, Trompetenärmel, hoher Kragen, schwerer Stoff etc.) an? Die Stilelemente, die ich da hineininterpretieren würde, wären Einfachheit, Robustheit, Bodenständigkeit, ländlich-schlichte Herkunft, derbes Material, Eignung als Kleidung für harte Arbeit, also alles Sachen, die dem klassischen Magierbild eher entgegenlaufen. Für einen entsprechenden Charakter (einfacher Dorfmagier aus Nostria, Draconiter-Novize auf Wildnisexpedition) könnte diese Lösung eine gleichwertige Ergänzung oder sogar eine bessere Alternative zu diesem klassischen Stil sein, aber zu der Beschreibung, die du von der gewünschten Rolle und damit Wirkung des Charakters gibst, passt das für mich nicht.

    Selbst bei der Anforderung, nach allgemeiner Fantasyauffassung oder dem strengeren Codex Albyricus als Magier erkannt zu werden, ist das meiner Meinung nach schon grenzwertig: Das Haupterkennungsmerkmal ist da der Stab (welcher zwar sehr hübsch und auch "magisch", mit seinem Kristall für eine strenge DSA-Auslegung eigentlich schon wieder eher ungewöhnlich ist), und ansonsten nur der lange, leicht kuttenähnliche Schnitt von Mantel und Gugel, welcher aber auch zu vielen Fantasy-Druiden, Geoden, Geweihten, Priestern oder ähnlichen Charakteren passen würde, auf dem ersten Bild könnte man dich sogar wenn man sich den Stab wegdenkt mit Schwert, offenem Haar, Armschienen und Ledergugel für einen der vielen Aragorn-ähnlichen Waldläufer halten. Das macht für mich die eigentlich ganz ordentliche Gewandung für diesen Charakter nicht optimal.

    Mein Ansatz wäre jetzt, eine vollständige "Alltagesgewandung" zu kreieren, die klar zum Charakterkonzept "Al'Anfanischer Schwarzmagier" passt, und die einen Grundstock sowohl für Rituale, als auch für gesellschaftliches Anlässe, als auch für das "Rumabenteuern" im Freien dienen kann. Hier kann man ggf. noch überlegen, ob man diese dann mit Zusätzen wie warmer Unterkleidung, einer repräsentativen Schmuckstücken, Überwürfen und Kopfbedeckungen oder der bereits vorhandenen Ledergugel an wechselnde Umstände wie Winterwetter, Szenen bei denen man Eindruck schinden muss oder Waldspaziergänge bei strömendem Regen anpasst. So eine Klamotte hätte den Vorteil, auch außerhalb von DSA-Cons das Charakterkonzept "schwarzmagier" klar rüberzubringen.

    obei es schwierig sein dürfte die Unterrobe, die er unter dem Mantel trägt zu immitieren, vor allem, wenn es nicht irgendwie nach Goth oder ähnlichem aussehen soll. Da fehlt mir ein bißchen die Idee.
    hast Du sonst noch Ideen, wie man das Klischee noch mehr unterstreichen könnte? Komponenten oder sonst was? Also, ohne jetzt gleich Dämonen zu anzurufen?
    Das ist nicht ganz einfach, aber spannend, irgendwie geht es ja darum, den Charakter unterschwellig unangenehm wirken zu lassen, aber gleichzeitig nicht den Holzhammer zu schwingen.
    Einfachster Startpunkt wäre natürlich die Farbwahl: Hier kommt man an Schwarz kaum vorbei, wobei man das ganze natürlich auf ein ganzes Spektrum düsterer Farben erweitern kann: Dunkelrot, Dunkelgrün, Dunkelviolett, dunkle Braun- und Grautöne... Hier hat man den Nachteil, dass Schwarz eine beliebte Billig-Standardfarbe ist, davon müsste man versuchen, sich abzuheben, was meiner Ansicht nach am Besten durch die Verwendung hochwertiger, edler Materialien geht: Wolltuch, Samt, Seide, mit schöner Textur oder dezent gemustert, Verarbeitungsdetails wie Stickereien (aber Ton in Ton anstatt kontrastreich-grell), Fütterung, Steppung, Wattierung, Raffung, und so weiter.
    Ein weiterer bereits erwähnter Punkt ist Schmutz bzw. Alterung. Beides wirkt leicht unangenehm und unterstützt einen Eindruck von Achtlosigkeit und dem Umgang mit "unschönen Dingen".

    Bei den Dämonenartefakten müsste man schauen, was denn eigentlich das "unschöne" daran sein soll. Einerseits könnte man direkt mit entsprechenden Inhalten arbeiten, also Textpassagen, die in diese Richtung gehen, Zeichnungen und Formeln, die auf Teufel und Dämonen hindeuten, und so weiter. Zackelige oder spinnenartige Runen, Schrift in rotbrauner Tinte, lesbare Dämonnenamen oder lateinische Begriffe, all solche Dinge wirken gut.
    Ein Schritt weiter wäre die Verwendung von Substanzen, die eigentlich hellhörig machen müssten, die man aber natürlich geschmackvoll verpackt und hübsch sachlich (bis hin zu irreführend) etikettiert aufbewahren kann: Eine Phiole mit Blut, eine Kette aus Knochenperlen, ein Döschen Graberde oder Knochenstaub, ein Fetzen Rattenfell, Haarsträhnen eines Erhängten, Fingernägel eines Verräters, ausgerissene Spinnenbeine, ein Häufchen Asche, in dem man noch Reste eines liturgischen Textes erkennen kann...
    Bilder oder Präparate von zweifelhaften oder deformierten Kreaturen können diesen Eindruck ebenfalls unterstreichen.
    Auch bei der sonstigen Ausstattung kann man eine gewisse Tabulosigkeit darstellen, bzw. im Gespräch erwähnen: Die feinen Lederhandschuhe, bei den man die Geschmeidigkeit des Leders neugeborener Lämmer preist, oder das Instrumentarium, das mit diversen scharfen Messern, Sonden, Kanülen und Brandeisen darauf hindeutet, dass man damit sehr unangenehme Dinge tun kann.

    Eine extrem gute, wenn auch nicht ganz einfach nachzumachende Inspirationsquelle für solche Objekte sind z.B. die Arbeiten von AlexCF:
    http://www.merrylinmuseum.com/index/

    Eine Frage: Man liest ja hin und wieder von einer Thesisdarstellung in "komplizierten geometrischen Mustern....bla". So habe ich die natürlich im Gespräch auch umschrieben. Da ich nun grade dieses Buch schreibe würde ich gerne auch einige Thesen einbauen. Allerdings fehlt mir ne gute/schöne Idee
    Da würde ich einfach mal nach frühneuzeitlichen Werken suchen, z.B. aus den Bereichen der Alchemie oder Kabbala, die stellen vermutlich die Inspiration für solche Thesisdiagramme dar. Hana, die auch hier im Forum schreibt, hat da aktuell eine größere Sammlung für ein Alchemiebuch, und ich hätte da auch schonmal die eine oder andere Abbildung in dem Stil gemacht.

  9. #9
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    ALSO...Laut Codex Albyricus (DSA 3) soll ein Magier 5 Kleidungsstücke haben: Reisegewand, Leichtes Gewand, Großes Gewand, Beschwörungsgewand und das Festgewand. Das Reisegewand soll eine einfache Kutte sein, aber als Schwarzmagier darfst du freier wählen, doch eigentlich hält sich Al`Anfa streng an den Codex. Das leichte Gewand braucht man für Beherrschung, das Große für Verwandlung von Be- und Unbelebten. Also brauchst du eigentl. nur 3 Gewänder.(Ganz genau wolltest du es ja nicht)

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