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  1. #1
    Chevalier
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    Sklavenbefreiung

    Ich lagere das mal aus, um Gunthers Charthread etwas zu entlasten.

    Zitat Zitat von Gerwin Beitrag anzeigen
    Das ist eine Frage von Respekt. Respektierst du meinen zugelassen Charakterwunsch (und mischst dich deshalb nicht durch eine Handlung in mein Spiel ein die mein Spiel zerstört) respektiere ich deinen zugelassenen Charakterwunsch (und versuche mit meinen Sklavenjäger erst gar nicht dich zu fangen, der bringt seine Beute mit, siehe oben).

    Respektierst du meinen Charakterwunsch nicht (und meinst eine teilweise blödsinnige Befreiungsaktion zu starten) teilst du mir damit mit "ich lass mich drauf ein" und hast somit jeglichen Respekt bezüglich der Freiheit deines Charakters verspielt. Ganz einfach.
    HÄ? Du spielst Sklavenjäger und erwartest keiner wird sich dagegenstellen und dir Sklaven abjagen wollen? Und verliere deswegen den Respekt um meinen Charakter? Was ist denn das für eine Sichtweise? Verurteilst du auch Paladine zum Charaktertod, weil sie gegen Nekromanten vorgehen und Priester, die gegen Dämonen vorgehen?

    Dein Charakterwunsch ist doch vollkommen provokant auf Konflikt ausgelegt, oder siehst du das nicht? Wenn du das nicht siehst vergisst du die Gegebenheiten im Larp, bei der nunmal ein Zwerg Orks nicht mag und ein Hochelf kaum einen Dunkelelf akzeptieren kann und ein Dieb als Konzept von allen kaum Freundlichkeit zu erwarten hat. Möchte mich irgendwer davon überzeugen, dass dies nicht zum Klischee im Larp gehört? Unabhängig von etwaigen realen Vorbehalten gegen Sklavenhaltertum. Ich hätte gedacht ein Sklavenjäger ist ein Spielangebot. Also für Leute, die Sklaven spielen wollen, Sklaven im Spiel erwerben wollen genauso wie für Sklavenbefreier, ohne diese zu bestrafen. Und sage jetzt bitte nicht es hätte was mit Konsequenz zu tun. das Argument ist über die Jahre ziemlich ausgelutscht worden.

    Desweiteren zum Thema Thorwaler: es ist eine heilige Pflicht Sklaven zu befreien. Natürlich folgen dem nicht alle Thorwaler, aber das tut deren Status erheblichen Abbruch.
    ...
    Liebensteiner Mohnfest 2019 - 15.-17.11.2019 (Spießknecht Olivier Bulain)

  2. #2
    Gabel
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    Auf die Gefahr hin, es selbst nicht besser verstanden zu haben: Ich glaube, Gerwins Äußerung bezog sich auf die Freiheit deines Charakters, nicht auf deinen Charakter im Ganzen. Dann ergibt es freilich auch durchaus Sinn: Wenn du einen zentralen Aspekt eines anderen Konzepts angreifst, musst du natürlich hinnehmen, dass du mit genau diesem Aspekt auch in vollem Umfang konfrontiert wirst, hier konkret: Du kannst selbst mit deiner Gefangennahme, deinem Weiterverkauf und allem anderen, was zum Sklavenspiel gehört, zumindest in dem Maße rechnen, in dem es sich beim LARP umsetzen lässt.
    Und ja, wenn der Paladin den Nekromanten wegen seiner Missachtung der Totenruhe(und wohl noch ein paar anderer Sachen) angreift, sollte er sich darauf einstellen, dass der Nekromant im Falle seines Ablebens mit ihm ebenso verfährt wie mit jedem anderen Toten.
    Freilich sollte man sich in beiden Fällen darauf einstellen, dass der andere Spieler ein wenig Theater macht oder nicht mitspielt, aber das ist dann Inkonsequenz seinerseits, mit der er sich auch selbst abfinden muss.

    Thorwaler würde ich übrigens ausklammern, die spielen sich mit Sklavenjägern auch nicht anders als Drow mit Elfen oder Hexenjäger mit Hexen. In allen genannten Fällen definiert sich das Konzept nicht zuletzt durch die Ablehnung des anderen, manche mehr, manche weniger, aber letztlich alle irgendwie.

  3. #3
    Gerwin
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    Dein Charakterwunsch ist doch vollkommen provokant auf Konflikt ausgelegt, oder siehst du das nicht?
    Auch wenn eine Diskussion mit dir auf Grund absoluter voreingenommenheit eigentlich fast keinen Sinn macht: Sicher ist mein Charakter auf Konflikt ausgelegt. Konflikt bedeutet aber "für beide Seiten zum verlieren offen" und nicht "ich putz den mal weg". Ich hab generell nichts gegen Sklavenbefreier wenn sie nicht eine reine OT-Notwendigkeit nutzen. Natürlich geht meine Sklavin alleine in die Stadt wenn sie das will. Grund hierfür ist einzig und alleine eine OT-Notwendigkeit. Beispielsweise dem Umstand dass sie einen gewissen Barden anhören will. Teilweise geht das aber (aus Rücksicht auf Brachialkonsequenzler) so weit, dass mein Beute einen Zweitcharakter für solche Situationen mitgemacht hat während ihr Erstcharakter dann ordentlich verschnürrt im Zelt lag.

    Wer das Spiel annimmt und gut spielt, der ist mir immer willkommen. Er muss nur damit rechnen dass ich jetzt nicht hergehe und sage "ja..klar..nehmt meine Sklavin, edler weißer Ritter...sofort". Und er muss damit rechnen dass bei mir Kämpfe nicht ausgewürfelt oder durch Stein/Schere/Papier gelöst werden, sondern ausgekämpft. Kommt er (oder sie) damit zurecht und ist auch bereit die Konsequenzen ihres Handelns gegebenenfalls zu tragen, ist alles gut. Dummerweise gibt es aber eine ganze Reihe von Rollenspielern die (zumindest meiner Erfahrung nach, und allzu viele Personen die wirkliches Sklavenjäger und Sklavenspiel konsequent betreiben gab es zumindest vor dem EE eigentlich nie) die eben als glänzender Befreier aus der Szene rausgehen wollen, nicht aber akzeptieren dass der Befreier auch mal was "aufs Maul" bekommen kann und damit letztendlich das Schicksal das "zu befreeinden" teilt.

    Ich bin gerne bereit jeden Menschen danach Möglichkeiten zu geben aus der Situation wieder schnell und heil herauszukommen, sei dass durch Flucht, durch freikaufen oder durch ähnliche Situationen. Wozu ich nicht bereit bin (was aber leider schon vereinzelt vorkam) ist meinen Charakter zum NSC degradieren zu lassen, damit dann jeder Rytter der sein Ego mal ein wenig aufpolieren will Sklaven befreien kann ohne die entsprechenden Folgen zu fürchten. Dann würde ich mich als NSC anmelden, deutlich weniger bezahlen und deutlich weniger Liebe in den Charakter stecken. Kurz gesagt, ich bin gerne bereit Gerwin auch (mal) bei einen guten Befreiungsversuch draufgehen zu lassen, würde ihn aber meist dennoch weiterspielen. Zu einem guten Befreiungsversuch gehört aber für mich auch, dass die Gegenseite mit dem Fehlschlagen des Versuchs (und dem tragen der Konsequenzen) rechnen muss. Wer nun das Spielangebot "Befreiungsversuch" startet willigt damit automatisch in das Spielangebot "Sklavenrolle ausprobieren" ein. Das nicht jeder auf Con in dieses Spielangebot einwilligt (und damit ein potenzielles Opfer ist) liegt nur am Respekt gegenüber der Rolle meines gegenübers. Sobald er eingreift stellt er sich mit mir auf eine Ebene und muss dann halt auch (zumindest kurzzeitig) auf diesen Respekt verzichten. "Befreiung ja, selbst dabei gefangen werden NEIN" ist für mich kein akzeptables Spielangebot.

    Wirkliche Befreiungsversuche (im größeren Maßstab) passen in meinen Augen eigentlich nur auf Cons auf denen auch wirkliche Sklavenjagd (im größeren Maßstab) erlaubt ist.

  4. #4
    Chevalier
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    Nur ob ich das richtig erstehe: du würdest, in aller Konsequenz, deinen Charaktertod akzeptieren? Weil ich, wäre ich ein Sklavenbefreier, nämlich nie so blöd wäre zu glauben einen Sklavenhändler/-jäger einen Sklaven abzujagen und zu glauben er würde damit aufhören Sklaven zu fangen/verkaufen und sich nicht revanchieren wollen. Dann wäre es nur logisch dich zu töten (so wie man auch NSC als Nekromanten, Räuber, Chaoskultisten als böse Konzepte tötet ohne darüber lange nachzudenken).

    Und JEDER Spieler hat Respekt verdient. Egal wie er ein Spielkonzept interpretiert. Nur weil jemand mein Spielkonzept nicht so versteht wie ich das selbst tue berechtigt mich das in irgendeiner Weise ihn zu irgendwas zwingen zu wollen und wenn er das nicht will zu etwas negativem abzustempeln. Genauso wenig wie man, weil du dieses Charkonzept immer wieder selbst anbringst, als Ritter jeden zu Unterwürfigkeit zwingen kann, der nicht von Adel ist, nur weil er mich anspricht.

    Larp ist für mich einerseits ein Spiel miteinander und andererseits auch ein idealisiertes Bild, in dem nicht derjenige gut aussieht, der seine selbstdefinierte Konsequenz bis zum bitteren Ende auslebt, sondern derjenige der im Spiel gut aussieht. Genausowenig wird dein Sklavenjäger im Spiel besonders glänzen, wenn er Leuten den Respekt abspricht, weil sie tatsächlich gewagt haben in einer aus ihrer Sicht logischen Weise auf sein Spiel eingehen, aber eben keine Lust haben (warum auch immer) ihr leben im Spiel als Sklave zu fristen. Ich will auch keinen Untoten spielen, wenn mich ein Nekromant umbringt. Ich halte auch keine NSC-Räuber länger als nötig gefangen oder foltere Gefangene, um an Informationen zu gelangen, obwohl das logisch wäre. Aber wenn jemand ein bestimmtes Spiel jemand anderem aufzuzwingen will (und da ist es mir egal ob SC oder NSC) halte ich stets für doof.

    Aber vielelicht liegt es auch besonders daran, dass ich persönlich diese ganze Entwicklung klassisch-bösartige Charaktere spielen zu wollen (Chaosanhänger, Dunkelelfen, Orks, Sklavenhalter usw. usf.) nicht nachvollziehen kann. Was früher Antagonisten zum SC-Helden war ist heute selbst SC und darf nicht mehr einfach getötet werden, weil man als Spieler da eben nicht einfach andere Spieler tötet. Da traten früher solche Konflikte gar nicht erst auf.
    ...
    Liebensteiner Mohnfest 2019 - 15.-17.11.2019 (Spießknecht Olivier Bulain)

  5. #5
    Gerwin
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    Gegenfrage: Würden die gleichen Leute es akzeptieren wenn ich (warum auch immer) keine Lust auf mein Ableben hätte und deshalb (warum auch immer) bei einen verlorenen Angriff sagen würde "hah..hat nicht geklappt..ich X mich hier mal weg und tauche mit der Sklavin im Lager wieder auf?" Wäre das schönes Spiel? Kaum.

    Ein Sklavenjäger ist für mich an sich kein "böser Charakter". Warum auch? Selbst im weichgespülten DSA spielt Sklaverei als gesellschaftlicher Motor durchaus eine Rolle. Aber ja, im schlimmsten Fall würde ich auch einen Charaktertod hinnehmen. Und zwar immer dann wenn ich den Eindruck habe, dass mein gegenüber sich auch auf das Spiel einlassen würde. Wenn du nicht ganz so den "ich muss hier alles gegen Gerwin verteidigen" White Knight Modus fahren würdest, dann wäre dir längst aufgefallen, dass nicht ich es bin der hier brachial die eigene Spielweise durchdrückt. Wie bereits des öfteren geschrieben lasse ich jeder Person auch die Möglichkeit einer Flucht. Wenn sich mein gegenüber dabei besonders Larp-unerfahren (oder besonders dumm) anstellt, dann notfalls sogar auf eine Art und Weise die schon fast primitiv ist (Orginalszene: "Nein, du bleibst jetzt hier sitzen.......ich habe dich im Auge...denk daran *sprichts und holt sich 500 Meter weiter ein Bier, unterhält sich noch und wundert sich dann* Nanu..der war doch eben noch hier?!") Das ist eine Rücksichtnahme die ich nicht einmal vom gegenüber erwarte. Wenn der meint unbedingt sein "ich muss hier die Sklaven befreien" durchzudrücken...von mir aus gerne. Daraus können schöne Spiele entstehen.

    Das "ich muss hier die hübsche Sklavin befreien..klappts bin ich der große Held, klappts nicht...passiert auch nichts...gnihihihi" Spielansatz ist aber weder für mich als Herrn noch in einer Sklavenrolle in irgendeiner Art und Weise interessant. Das ist für mich ein reines "schau mal wie toll mein Chara ist....". Ich erwarte nun von niemanden dass er nach einen gescheiterten Befreiungsversuch den Rest des Cons mit gesenkten Kopf irgendwo angekettet rumsitzt. Meine 5 Minuten hätte ich aber schon irgendwie gerne. Diese 5 Minuten haben auch alle Spieler nach einen erfolgreichen Befreiungsversuch meines Testsklavencharas bekommen. Auch wenn dieser Befreiungsversuch weder für mich, noch für den Sklavenhalter in irgendeiner Weise attraktiv war. Meine Güte, die hatten dann ihre 5 Minuten Spaß und Erfolg, danach haben wir eben an einer anderen Ecke des Cons weitergespielt. Ist doch schön wenn die Spaß haben. Genauso bricht sich kein "Befreier" einen aus der Krone wenn er mir mal eine kurze Zeit opfert. Dass jetzt jemand "gezwungen" wurde während eines Cons über einen längeren Zeitraum in eine (unerwünschte) Sklavenrolle zu schlüpfen habe ich nie erlebt.

    Von tatsächlichen Zwang mal ganz abgesehen.

    P.S.: Mal ganz davon abgesehen dass Menschen wie Du (sprich Menschen die offenbar nach ihren Aussagen zu urteilen bisher weder eine Sklavenrolle gespielt haben noch an einer derartigen Rolle Interesse haben) das Spiel in 95 Prozent aller Fälle eh nicht als solches bemerken würden. Das meine ich übrigens gar nicht böse. Im gegenseitigen Interesse waren wir eigentlich, zumindest beim letzten wie auch bei geplanten Cons, immer daran interessiert ein wenig "unterm Radar" zu fliegen. Ich sehe wenig Sinn darin uninteressierten Spielern diese Art des Spiels aufzuzwingen. Wer generell Interesse am Spiel rund um Sklaverei hat (sei es jetzt als heldenhafter Befreier, neues Opfer, weiterer Jäger oder phillosophischer Diskussionspartner) der ist für gewöhnlich irgendwann auf meine wechselnde Begleitung und mich aufmerksam geworden. Wer kein Interesse hat geht einfach weiter und fragt allenfalls noch was die eigenartigen Zeichen am Halsring bedeuten. Auch darauf gibt es sehr charmante Antworten.

    Zum ausleben irgendwelcher BDSM-Phantasien muss ich zum Glück keine Cons besuchen. Das Spiel ereignet sich zu 90 Prozent im Kopf und der (unbeobachteten) Interaktion mindestens zweier eingeweihter Spieler, die restlichen 10 Prozent sind (mit Absicht) so gewählt, dass sich niemand gezwungen sehen muss zu handeln. Weder OT noch IT. Inklusive der (theoretisch anwesenden) Person die tatsächlich Opfer "realer Sklaverei" war. Ausnahmen sind hier Cons die eh eher bunt gemischt sind wie größere Veranstaltungen. Da ist das Spiel auch ein wenig intensiver. Da triffst du aber auch auf Drow, Dämoninnen, Orks usw. Bisher waren wir auch dort immer eher harmlos.
    Geändert von Gerwin (02.03.2015 um 22:32 Uhr)

  6. #6
    Sadayori
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    Zitat Zitat von Chevalier Beitrag anzeigen
    Aber vielelicht liegt es auch besonders daran, dass ich persönlich diese ganze Entwicklung klassisch-bösartige Charaktere spielen zu wollen (Chaosanhänger, Dunkelelfen, Orks, Sklavenhalter usw. usf.) nicht nachvollziehen kann. Was früher Antagonisten zum SC-Helden war ist heute selbst SC und darf nicht mehr einfach getötet werden, weil man als Spieler da eben nicht einfach andere Spieler tötet. Da traten früher solche Konflikte gar nicht erst auf.
    Ich finde es tatsächlich etwas hart, einen Sklavenhalter in eine Reihe mit klassischen Bösewichten wie Dunkelelfen und Nekromanten zu stellen. Sklaverei war eben wirklich in vielen Kulturen normal und das Leben der meisten Sklaven vermutlich auch gar nicht so schlecht. Es gibt außerdem im Larp genügend Konzepte, zum Beispiel alle die historisch angelehnte Römer oder Griechen bespielen, bei denen Sklaverei durchaus zum Hintergrund gehört, auch wenn es vielleicht keine bespielten Sklaven gibt.

    Wenn man im Larp eine "böse" Rolle spielt, muss man meiner Meinung nach auch mit den Konsequenzen klarkommen. Als Ork, Drow oder Nekromant kann das auch schon mal der Tod sein, zumindest aber massive Anfeindungen. Ebenso muss man als Sklavenhalter damit rechnen, in Gegenden, wo das verboten ist, Ärger zu bekommen, und sollte das vielleicht nicht an die große Glocke hängen, um Ärger zu vermeiden. So macht Gerwin das ja wohl auch. Und als Sklavenjäger muss man bedenken, dass man eben in Gegenden, wo Sklaverei verboten ist, keine Sklaven jagen kann, ohne deswegen Probleme zu bekommen. Das wäre ja dort ein Verbrechen und man müsste mit entsprechender Strafe rechnen. Als Entführer wird man auch mal erschlagen. Deshalb fände ich es schwierig, einen potentiellen Sklavenbefreier, der aber verliert, dann auch (wenn auch nur kurzfristig) zu versklaven. Sich gegen einen Angriff verteidigen ist eine Sache, man könnte ihn dann auch vor irgendwelche lokale Autoritäten bringen, aber wenn man ihn in einem Land, wo das verboten ist, versklavt, kriegt man vermutlich mit noch mehr Leuten Ärger.
    "Wenn ich doch nur ein Schwert hätte!"

  7. #7
    Tigerle
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    Zitat Zitat von Sadayori Beitrag anzeigen
    Ebenso muss man als Sklavenhalter damit rechnen, in Gegenden, wo das verboten ist, Ärger zu bekommen, und sollte das vielleicht nicht an die große Glocke hängen, um Ärger zu vermeiden.
    Die logische Konsequenz dieser Aussage ist aber auch, dass ein Sklavenbefreier in Gegenden, in denen Sklaverei erlaubt ist, auch Ärger bekommen kann. Es stellt sich damit die Frage, ob auf einer Con Sklaverei per se ingame verboten oder erlaubt ist. Nehmen wir beispielsweise Conquest oder DF. Kannst du es da spontan sagen?
    So wie ich es verstehe, ist das Problem, dass die meisten Spieler einen Char spielen, der zwar aus einem Hintergrund entstammt, welcher Charaktere ermöglichen soll, die für das gute stehen. In diesen Hintergründen ist häufig UNGESCHRIEBEN festgelegt, dass Sklaverei verboten ist, weil die Spieler selber dies als "gut™" definieren. Und dies übertragen diese dann auch automatisch auf jede Con, bei der sie mitspielen. Fair dagegen wäre es, wenn aus der Tatsache, dass bei einer Con nicht explizit erwähnt ist, dass Sklaverei ingame verboten ist, dies auch nicht so gehandhabt wird.

    P.S.: Dieser Post basiert zum Teil auf Vermutungen, da ich mangels Erfahrung noch nicht sicher sagen kann, ob sich meine Erfahrungen aus dem P&P auch so problemlos auf Larp übertragen lassen.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Sadayori Beitrag anzeigen
    Ich finde es tatsächlich etwas hart, einen Sklavenhalter in eine Reihe mit klassischen Bösewichten wie Dunkelelfen und Nekromanten zu stellen. Sklaverei war eben wirklich in vielen Kulturen normal und das Leben der meisten Sklaven vermutlich auch gar nicht so schlecht. Es gibt außerdem im Larp genügend Konzepte, zum Beispiel alle die historisch angelehnte Römer oder Griechen bespielen, bei denen Sklaverei durchaus zum Hintergrund gehört, auch wenn es vielleicht keine bespielten Sklaven gibt.
    Da kommt es drauf an:
    Wenn der Charakter Sklavenhalter ist und seine Sklaven nicht quält, gehört er nicht unbedingt in diese Reihe.
    Wenn der Charakter Sklavenhändler bzw. -jäger ist, also selbst Leute versklavt, gehört er schon dazu.
    Es geht ja nicht unbedingt um missliebige Konzepte, sondern Konzepte, die eine direkte Bedrohung für andere Charaktere sind.

    Schwierig ists, wenn das IT-Land, in dem der Con stattfindet, keine Position bezieht zum Thema Sklaverei. Was sehr häufig der Fall ist.
    [Zumindest bezieht das Land nicht so Stellung, dass der Conbesucher es erfährt - es gibt sehr wenige Länder mit ausgearbeiteten Gesetzen. Was im Hintergrund inoffiziell so bekannt ist, weiß ich ja i.d.R. nicht.]

    In diesem Fall stehen beide Parteien nämlich so ziemlich im luftleeren Raum - es ist halt eine Grauzone.
    Meine Charaktere werden daher maximal dann Sklaven befreien, wenn diese darum bitten. Aber eher durch Freikaufen als durch Gewalt. Eben wegen des OT-Problems, wenn der Sklavenspieler seinen Charakter als Sklaven spielen wollte.

    Richtig problematisch finde ich es, andere Charaktere zu versklaven. Da spielen, ähnlich wie bei Krankheit und Folter, OT-Komponenten mit rein, die man schlecht ausblenden kann: Man zwingt jemand anderen in eine Position der Macht- ud Hilflosigkeit. Das ist auch eine Form der Demütigung - das findet nicht jeder toll. Und man wird für eine Zeitspanne, die man nicht selbst bestimmen kann, aus dem Spiel genommen bzw. stark darin eingeschränkt.

    Der Unterschied zu einem Angriff ist: Man kann sich nicht so einfach da rauswinden. Mal ehrlich, ein Angriff hat im Larp i.d.R. wenig Konsequenzen: Man lässt sich fix heilen und gut is'. Man muss nur überhaupt eine Reaktion zeigen - welche, ist egal. I.d.R. erfährt der Gegner nicht, ob man jetzt 10 Minuten oder 5 Stunden "verwundet" gespielt hat; man kann die Dauer und Schwere selbst bestimmen. Kommt ja keiner und kontrolliert.
    Auf Großcons hat selbst der Tod keine großen Konsequenzen.

    Zitat Zitat von Tigerle Beitrag anzeigen
    So wie ich es verstehe, ist das Problem, dass die meisten Spieler einen Char spielen, der zwar aus einem Hintergrund entstammt, welcher Charaktere ermöglichen soll, die für das gute stehen. In diesen Hintergründen ist häufig UNGESCHRIEBEN festgelegt, dass Sklaverei verboten ist, weil die Spieler selber dies als "gut™" definieren. Und dies übertragen diese dann auch automatisch auf jede Con, bei der sie mitspielen. Fair dagegen wäre es, wenn aus der Tatsache, dass bei einer Con nicht explizit erwähnt ist, dass Sklaverei ingame verboten ist, dies auch nicht so gehandhabt wird.
    So einfach ist das nicht. Normalerweise kennt man die Landesgesetze schlicht nicht. Da ist es genauso falsch anzunehmen, dass Sklaverei verboten ist, wie, dass sie erlaubt ist. Man weiß es einfach nicht. Und da ist es nur logisch, von seinen eigenen, bekannten Gesetzen auszugehen.
    Es ist ja nicht alles erlaubt, nur weil man die Gesetze nicht kennt.
    Geändert von Nount (03.03.2015 um 14:10 Uhr)
    Moderative Eingriffe werden von mir als solche gekennzeichnet.

    Entspanne dich.
    Lass das Steuer los.
    Trudle durch die Welt.
    Sie ist so schön.
    (Kurt Tucholsky)

  9. #9
    Hana
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    Zitat Zitat von Nount Beitrag anzeigen
    Schwierig ists, wenn das IT-Land, in dem der Con stattfindet, keine Position bezieht zum Thema Sklaverei. Was sehr häufig der Fall ist.
    [Zumindest bezieht das Land nicht so Stellung, dass der Conbesucher es erfährt - es gibt sehr wenige Länder mit ausgearbeiteten Gesetzen. Was im Hintergrund inoffiziell so bekannt ist, weiß ich ja i.d.R. nicht.]

    In diesem Fall stehen beide Parteien nämlich so ziemlich im luftleeren Raum - es ist halt eine Grauzone.
    Das ist genau das Problem mit Sklaverei: Es ist ein Element, was eigentlich nicht so richtig in ans Mittelalter angelehnte Settings wie den üblichen Fantasy-Mischmasch passt, sondern in die Antike oder Neuzeit gehört - die meisten Fantasy-Charaktere könnten daher z.B. Leibeigene einordnen, Leibeigenschaft ist Teil vieler mittelalterlicher Settings (wenn auch i.d.R. nicht spielrelevant, sondern nur im Hintergrund), der Charakter kann das mögen oder ablehnen und das Thema ist simpel.

    Bei den meisten Fantasylarp-Settings wissen aber nichtmal einheimische Charaktere, ob Sklaverei eigentlich erlaubt oder verboten ist - die meisten Landesorgas haben sich da keine Gedanken drum gemacht, weil für sie das Thema nie relevant war.
    Und dann weiß man meist nichtmal: Ist verboten, was nicht explizit erlaubt ist, oder ist erlaubt, was nicht explizit verboten ist? Und steht dumm da ...

    Abhilfe könnte natürlich bringen, zu sagen "Gut, ich spiele Charaktere mit Sklaverei-Thema nur in Hintergründen, wo das Thema geregelt ist", aber da gibts vermutlich nicht viel ... sinnvoll könnte sein, bei der Anmeldung die Orga zu bitten, Stellung zu nehmen, ob Sklaverei in dem Setting erlaubt oder verboten ist und diese Information auch den anderen Spielern zugänglich zu machen.

    Dann weiß der Sklavenhalter-Spieler: Aha, IT bin ich im Recht - und ich kann auch erwarten, dass mich die Mitspieler in Ruhe lassen, wenn sie sich an örtliche Gesetze halten. Oder: IT tue ich etwas Verbotenes und muss damit rechnen, dass in mein Konzept eingegriffen wird (wie es eben auch sonstige Spieler, die IT Verbrecher spielen, tun müssen - z.B. Diebesspieler).
    Nount und ich bloggen: Mondkunst
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  10. #10
    bradley
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    Naja Gerwin sagte doch bereits das es ein Großcon-Ding ist. Da laufen dann auch die ganzen guten Orks, Drow und der ganze Gewandungfasching rum.

    Auf den 08/15 mittelalterlich angelehnten Fantasy-Cons find ich es aber auch unpassend, da würde ich schon davon ausgehen das es keine Sklaven sondern höchstens Leibeigene gibt. Ausnahme wäre der Sklave ist Teil eines eigenen Lagers oder einer Delegation, da gibt es einen IT Grund den nicht zu befreien, wenn es IT nicht klug wäre sich mit dem Lager anzulegen oder mit der Delegation verhandelt werden muss.

    Einzelner Sklavenjäger ohne diesen Background steht aber vor lauter IT und OT Problemen, denn selbst wenn Sklaverei in dem Land erlaubt ist, wer sagt denn das _er_ einfach so Leute versklaven darf? Auch wenn die Leute ihn angegriffen haben, würde er dabei schließlich die lokale Autorität umgehen und sich selbst zum Richter machen. In Ländern in denen Sklaverei verboten ist wird die Sache zum Heimlichtuer-Konzept über das der Sklave selbst schweigen müsste. Aber warum? macht er den Mund vor der Autorität auf, ist er IT frei -und muss aus OT-Gründen dennoch bei seinem Herrn lagern...

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