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  1. #1
    FranjoVonBuchen
    FranjoVonBuchen ist offline
    Grünschnabel

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    Betrügerehepaar - grundsätzliche Fragen zur Machbarkeit

    Hallo ihr Lieben,

    meine Frau und ich sind noch ziemliche LARP-Neulinge und haben uns hier registriert, um vielleicht die eine oder andere Frage zum Thema Charaktere stellen zu können.
    Wir beide besitzen einfache Kostüme, meine Frau ein Magd-Kostüm und ich ein einfaches Leinenhemd mit einfacher Hose . Wir haben damit auch schon ein paar Tavernenabende mitmachen können, zu denen uns Bekannte mitgenommen haben. Da wir immer Spaß hatten, wollen wir nun unsere Charaktere etwas vertiefen und haben uns schon ein kleines Konzept einfallen lassen und wollen nun wissen, ob wir das so machen können wie wir uns das vorstellen.
    Wir möchten gerne zwei arme Reisende spielen, die ein wenig - wie soll man sagen? - zwielichtig wirken und einen Korb (Beutel, was auch immer) voller seltener Gegenstände mit sich führen. Auf unseren Reisen sammeln wir verschiedenste Objekte, die wir den Menschen, die wir treffen, als großartige Dinge anpreisen und sie ihnen so intime verkaufen wollen.
    All diese Dinge sind jedoch garnicht so toll wie wir sie angepriesen haben - beispielsweise preisen wir ein seltenes Drachenei an, aus welchem, sofern man es in eine Wasserschale legt, ein riesiger Drache wachsen soll. (Ihr kennt doch sicher diese Dinoeier, die man ins Wasser legen kann und daraufhin schlüpft ein Dinosaurier aus ihnen). Statt eines riesigen Drachen bekommen die Leute jedoch eine mickrige Eidechse geboten.
    Wir wollen als angebotene Waren Scherzartikel kaufen und diese dann als dubiose Waren für das Spiel benutzen. Können wir das überhaupt machen? Ist das LARP-tauglich? Das Dinoei wird eh erst zu Hause benutzt werden können. Es gibt jedoch noch weitere Scherzartikel, die wir ins Auge gefasst haben, z. B. ein Pulver, welches Getränke aufschäumen lässt oder "Wurmpillen", die Gümmiwürmer in Getränken schlüpfen lassen.
    Wenn das alles überhaupt geht, sollten wir dann unsere "Kunden" vorwarnen, indem wir kurz outtime gehen und ihnen mitteilen, dass unser Artikel gleich ihr Getränk "verhunzen" wird oder sollen wir einen Zettel dazuschreiben und sie so aufklären, was die da erworben haben?
    Generell bräuchten wir auch einmal eine Hilfe, wie mit LARP-Geld gerechnet wird. Bzw. bräuchten wir eine kleine LARP-Geld-Kunde (Wieviel Geld ist für ein armes Betrügerehepaar realistisch, wie sind die einzelnen Geldwerte. Wieviel Kupfer sind ein Gold usw.)

    Viele Liebe Grüße und Danke für eure Mühen

    Franjo mit Gattin

  2. #2
    Turis
    Turis ist offline
    Fingerwundschreiber Avatar von Turis

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    Hi,
    als ich den Titel gelesen habe, hatte ich erst an sowas wie Bonnie & Clyde gedacht und war gespannt, wie man das mittelalterlich umsetzen würde
    Nunja, das mit den Scherzartikeln hat leider auch so seine Probleme: Ich habe IT als Charakter kaum eine Chance dem Schwindel nicht zu erliegen, es sei denn, ich spiele nicht mit euch. Alles, was einen OT-Hinweis benötigt, wird direkt unschön, weil es Telling verlangt. Und wenn ich zu Hause den Schwindel bemerke, dann fühle ich mich nicht nur IT, sondern evtl. auch OT betrogen. Sehr schwieriges Thema!

    Larp-Geld ist so eine Sache, was den Wert angeht. Eigentlich hieß es früher (auf den Cons wo ich war), dass 10 Kupfer=1 Silber und 10 Silber=1 Gold. Aber der Wechselkurs existiert eigentlich nicht und ist auch noch IT von Land zu Land unterschiedlich. Niemand gibt dir 10 Münzen für eine, egal welche Farbe sie hat. Das hat den einfachen Grund, dass jede Münzenart OT das gleiche kostet (sagen wir mal: ca. 30 cent - also würdest du 3€ gegen 30cent tauschen ;-)). Grundsätzlich halte ich Kupfer für die derzeit sinnvollste Währung, da man am meisten damit spielt (Glücksspiel, kleine Dinge bei Händlern etc).

    Mit OT-Scherzartikeln muss man aufpassen, dass sie nicht genau danach auch aussehen. Ich fände das sehr störend für das Ambiente, wenn ich es klar als Scherzartikel identifizieren könnte. Aber da werdet ihr hier sicher noch verschiedene Meinungen und Ideen zu hören.

  3. #3
    Besserwisserboy
    Besserwisserboy ist offline
    Alter Hase Avatar von Besserwisserboy

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    Für mich wäre als erstes entscheidend, wie die Scherzartikel aussehen. Oftmals sehen Rieseneier ja nach dem aus was sie sind: riesige Plastikeier!
    Straußeneier sehen realistischer aus kosten aber auch 12 Euro/Stück, die ihr sicherlich nicht OT weggeben wollt.
    Also würde ich etwas suchen was OT günstig ist und IT einigermaßen gut aussieht. Gefälschte Reliquien z.B.. Das Blut eines Heiligen in einer billigen, aber ambientigen kleinen Flasche, Fingerknochen usw.
    Wenn ihr Ware mit Effekten verkaufen wollt, die einer OT-Erklärung bedürfen, würde ich einen IT Beipackzettel als Gebrauchsanweisung beilegen und darunter die OT-Infos schreiben. Das vermeidet zumindest ein längeres OT-Erklärungsgespräch.
    Ansonsten sollten die Gimmicks aber auch ohne Anweisungen Idiotensicher sein. Sprich einem Trank keine Substanzen die für Allergiker oder trockene Alkoholiker gefährlich sein könnten usw.
    Wobei die meisten Spieler so schlau sein dürften keine Flüssigkeiten zu trinken, von denen sie nicht wissen was sie OT eigentlich sind...

    Bei den Preisen wäre ich ein wenig vorsichtig und würde sie nicht zu hoch veranschlagen. Sonst habt ihr vielleicht bald IT dutzende von Goldmünzen eure eher einfache Kleidung passt aber dann nicht mehr zum Konzept!
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

  4. #4
    Dutch
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    Der Witz an Klein-Betrügereien dieses Stils ist meiner Ansicht nach, dass der Kunde das Gefühl vermittelt bekommt, etwas unglaublich Außergewöhnliches und dadurch Wertvolles nur jetzt und hier zu einem einmalig günstigen Preis zu erhalten. Neugier (IT wie OT) und das Gefühl, jetzt ein einmaliges Schnäppchen machen zu können, dürften IT wie OT den Kaufanreiz bilden.

    Das ganze ist natürlich nur dann wirklich ein ernstzunehmender witziger Spielansatz, wenn die Ware ins Setting passt und so attraktiv aussieht, dass bei den Spielern ein echtes Interesse entsteht.
    Darüber hinaus gilt das gleiche, was z.B. auch bei Scharlatanen, Wundermittel-Händlern oder Heiligen-Devotionalien-Verkäufern gilt: Auftreten und Aussehen müssen ganz einfach überzeugend und glaubwürdig gemacht sein. Hier ist auch eine gute Portion Schauspielerei gefragt. Und wie bei allen Händler-Charakteren ein gewisses Talent zum "Vertriebler".

    Bonny und Clyde waren übrigens keine Betrüger:
    "Bonnie und Clyde waren ein Gangsterduo, das während der Weltwirtschaftskrise durch den Mittleren Westen der Vereinigten Staaten reiste und mit anderen bandenmäßig Lebensmittelgeschäfte, Tankstellen und kleinere Banken auf dem Land überfiel und dabei 14 Morde (hauptsächlich an Polizisten) verübte." (http://de.wikipedia.org/wiki/Bonnie_und_Clyde)

    Tschüs
    Michael
    Für mehr Western im LARP: LarpWiki: WesternLarp

    Cons, Orgas, Aktuelle Infos: Facebook-Gruppe "Western LARP Bayern"
    Gone, but not forgotten: Buffalo Hill 1888

  5. #5
    Naramag
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    Das Problem hatte ich auch bei dem Konzept meines Heilers und Alchemisten. Ich wollte kleine Tinkturen und Mittelchen verkaufen, die gegen sonstwas helfen. Problem: IT bestehen diese Mittelchen aus wirkungslosen Zutaten, OT bestehen diese Mittelchen ebenfalls aus wirkungslosen Zutaten. Nächstes Problem: Ein IT wirksames Mittelchen besteht OT auch aus wirkungslosen Zutaten... ergo: wie unterscheide ich den IT-wirksamen Heiltrank vom dem IT-unwirksamen Heiltrank? Ohne einen Beipackzettel würde da wirklich nix gehen. Allerdings wäre das, genau wie der Verkauf von Reliquien die einzigen betrügerischen Geschäfte, die man wirklich auf ner Con machen könnte.

  6. #6
    Nount
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    So ein Konzept sollte man m.M.n nur mit einiger Larperfahrung spielen - es ist etwas heikel mit der IT-/OT-Wirksamkeit bzw. -Unwirksamkeit ... das muss man erstmal rüberbringen, ohne dass es andere stört, und das ist selbst für Fortgeschrittene nicht so einfach.

    Zum Geld kann man leider keine konkreten Angaben machen, weil das wirklich auf jedem einzelnen Con völlig anders gehandhabt wird, ebenso von jeder Gruppe und jedem Charakter. Es gibt Söldner, die fordern ein Goldstück pro Tag, andere sind mit zwei Kupferstücken zufrieden und beide halten das für einen völlig üblichen Tageslohn ...
    Moderative Eingriffe werden von mir als solche gekennzeichnet.

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    (Kurt Tucholsky)

  7. #7
    Naramag
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    Ich werde mir für meinen Heiler noch eine Preisliste machen, die so ein wenig nach einer interessanten Seite von McOnis gestalten werde. Hier ist die Seite: http://handelskontor.mconis.de/index...ontent&coID=41, kennen wahrscheinlich einige. Ich werde halt die Dienstleistungen auflisten, daneben der Kupferpreis und dann der Bierpreis, wobei ich von meiner Seite von einem Preis von 1 Kupfer pro Bier ausgehen werde.
    Es wäre schön, wenn Orgas auf ihren Seiten da auch mal drauf eingehen würden und angeben würden, was das Geld in ihrer Spielwelt wert ist.
    Es gibt Cons, da gibt es tolle Währungssysteme, manche auch mit Papiergeld und sowas, aber keiner weiß, wieviel was wert ist, nicht mal die Orga konnte sagen, was ich mir denn nun von 1.000 Einheiten der örtlichen Währung kaufen kann... 1.000 Bier, 500 Bier oder nur 10?

  8. #8
    Nount
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    Naramag, Larp ist keine Wirtschaftssimulation. Solange es nur für wenige Charakterarten die Möglichkeit gibt, tatsächlich Geld einzunehmen, können realistische Preistabellen nicht funktionieren. Schließlich kosten Larpmünzen nicht wenig OT-Geld. Ich gehe von 30-40 Cent pro Münze aus - wer möchte denn einem Söldner ca. 6 € pro Tag in Larpgeld zahlen? So viel wären die in der Tabelle aufgeführten 16 Kupfermünzen in Euro wert (bei einer Person gehts ja noch, aber i.d.R. werden doch mehrere auf einmal angeheuert).
    Oder 30 € für einen Trank. Das ist fern jeder Realität, es sei denn, man spielt mit Papiergeld (ist aber sehr selten und viele, mich inklusive, finden Papiergeld nicht schön).

    Ich würd mir an deiner Stelle gut überlegen, ob du wirklich die dort aufgeführten Preise übernehmen willst. Meinst du ernsthaft, jemand möchte 9-12 € für die Versorgung einer Wunde zahlen?

    Beim aktuellen OT-Preis von Münzen kann man gut Preise von bis zu 3 Münzen (egal, ob 3 Kupfer oder 3 Silber) nehmen, deutlich mehr wird schwierig.
    Moderative Eingriffe werden von mir als solche gekennzeichnet.

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  9. #9
    Gerwin
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    Gegenfrage: Mit welcher Berechtigung verkauft ein Heiler überhaupt irgendetwas? Auf den allermeisten Cons die irgendwo zwischen Abenteuer und Krieg liegen hat der einfach zu funktionieren. Denkst du ehrlich dass derjenige der vorher vermöbelt wurde um dich als Nichtkämpfer zu schützen begeistert wäre wenn du ihn dann sagst "12 Kupfer bitte". Der Wechsel von Münzen im größeren Still funktioniert wenn ich etwas entsprechendes dafür erhalte. Das kann ein gewisser OT-Wert sein (Bücher, handbeschriebenes Papier, Pfeile usw) aber auch eine entsprechende Gegenleistung (wenn sich jemand eine Stunde lang um meine Waden kümmert bin ich durchaus bereit ein paar Münzen zu "opfern".) Ebenso hatte bisher kaum jemand Probleme damit für einen mehrstündigen persönlichen Schutz auch ein paar Münzen mit OT Wert springen zu lassen. Für "ich wickel da mal nen Verband drum" oder "ich gebe einen Heiltrank" wäre ich nicht bereit auch nur eine Münze zu zahlen. Ausser der Heiler zahlt mich vorher auch für meine Tätigkeit.

  10. #10
    Langer
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    Eben. Es sei denn, du bringst das Geld selbst vor dem Time-In in Umlauf, drückst also ein paar Leuten deine Münzen in die Hand und sagst "Damit könnt ihr bei mir im Spiel was kaufen". Auf diese Weise kannst du dir Spiel generieren, nur eben nicht das Geld anderer Leute erspielen (es sei denn sie legen freiwillig noch was drauf).

    Der Aufwand für Münzbeschaffung- und Verteilung bleibt dann natürlich an dir selbst hängen. Und auch wenn du die Spieler bittest, dir nach dem Con deine übrigen, nicht von ihnen ausgegebenen Münzen zurückzugeben, wird es der eine oder andere immer mal vergessen, weshalb ein gewisser Schwund dann auch auf dein eigenes Konto ginge.


    Ansonsten sehe ich das eher wie Gerwin: Münzen nimmt man nur durch einen gewissen OT-Gegenwert der Leistung ein, zB. durch den Verkauf kleiner Leckereien oder Krimskrams wie Bildchen und Nestelschnüre oder "echte" Dienstleistungen wie Massagen, Zuber, Brennholzbeschaffung; oder vielleicht mal als kleinen Obolus (man wirft mal einem Bettler oder Straßenmusiker eine Kupfermünze zu).

    Wenn deine einzige Gegenleistung aus "Spiel generieren" besteht - das finden deine Mitspieler auf Con sicherlich auch woanders, und zwar umsonst.




    Zumindest, was Durchschnittscons betrifft. Es gibt auch Cons mit ausgeprägtem Wirtschaftsspiel, eigener fester Währung etc. Vielleicht wäre das für eurer Charaktere eher etwas. Da kann ich aber nicht viel zu sagen, weil ich persönlich IT-Wirtschaftssysteme nur im Endzeitgenere bespielt habe.
    Dummheit wird mein Henker sein.

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