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  1. #1
    Siobhan
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    cerisicher Priester friedländisch-lyrischer Prägung

    Hi,

    nach vielen Jahren Pause habe ich es doch endlich wieder geschafft einen alten höfischen Charakter auszugraben und einen Kumpel animiert mal auf seine erste Con mitzukommen.


    Nach einigen Überlegungen (respektabel zu wirken ohne 4-5 Outfits mitschleifen zu müssen) wird er einen ceridischen geistlichen in den Diensten meiner Eleonora spielen, der vornehmlich als ihr Privatsekretär und als Beichtvater fungiert. Soweit so schön...

    Outfit ist auch ausklamüsert:
    Soutane, Mozetta (Schulterkragen), Talar ohne Ärmel (dieser lange Latz halt), Zigulum (Schärpe) und Pileolus (Käppie) dazu noch einen Umhang

    Farben: Soutane in heller Farbe, Rest in einer Kontrastfarbe.
    Stoffe:
    Soutane Leinen oder Wolle (ggf. bekommen die Ärmel noch einen Samtbesatz), Mozetta, Talar ohne Ärmel und Pileolus wendegenäht in Samt und Leinen/Wolle
    2x Zigulum eins aus Leinen/Wolle und eins aus Satin oder sonst seidenähnliches
    Umhang Wolle

    So jedenfalls die Idee... außer es gibt jetzt großen Aufschrei, dass das Outfit für einen ceridischen Geistlichen zu pompös sei.


    Jo, zur spielerischen Darstellung würde ich ihm gern ein paar handfestere praktische Tipps geben... als ihm nur die Manifeste und heiligen Kärtchen um die Ohren zu hauen.

    Nachdem es bei mir selbst schon lange her ist und ich bzw. mein Charakter sich bislang weitestgehend erfolgreich um ceridische Messen im höfischen Bereich gedrückt hat...

    Gibt es zur Gestaltung einer Messe z.B. Rituale oder bestimmte Abläufe?
    Irgendwelche passenden liturgischen Utensilien?


    Welche kleinen Sünden/Makel sind für einen ceridischen Geistlichen noch okay ohne dass sich dies zu einem absoluten No Go erwächst... und die Rolle damit quasi nicht mehr ernst genommen wird.

    Freue mich über jede Art von Anregungen

    Also dann liebe Grüße
    Siobhan

  2. #2
    Dutch
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    Der Eyne weilet unter uns ... und auch mit dir.

    Ich selbst habe vor drei Jahren einen Priester aus dem Orden des heiligen Hilarius gebaut, der aus gut betuchter Familie des niederen Adels kommt und im schönen Aturien lebt und lehrt. Mittlerweile ist er zweimal im Pilgerlager des Epic Empires sowie auf einigen anderen Cons gespielt worden und funktioniert sehr gut.

    Ein ceridischer Geistlicher, der sich an einem adeligen Hof bewegt, darf meiner Meinung nach auch etwas Wohlstand ausstrahlen.

    Allerdings würde ich entsprechend der Rolle den passenden ceridischen Orden für den Priester wählen. Was sich dann wieder auf die Farbgestaltung der Gewandung auswirkt.
    Die ceridische Kirche unterscheidet ja verschiedene Orden, die alle an der Gestaltung ihres Habit zu erkennen sind. So sind die Hilariusiten meist komplett schwarz gekleidet (als Zeichen der Trauer über den Tod des Propheten), Bannkreuzer kleiden sich eher in weiß mit rot, Prätoriusaner sind die klassischen Wandermönche in brauner Kutte, um mal drei der Orden zu nennen. Andere ceridisch geprägte Länder kennen noch weitere lokale Orden, die z.T. auch aktiv bespielt werden.

    Für einen Berater und Beichvater bei Hofe würde ein Hilariusit gut passen. Dieser Orden gilt nicht nur als besonders mächtig und einflussreich, er gilt auch als reich und ist den Mächtigen dieser Welt zugewandt.
    Um einen Hilariusiten darzustellen, sollte die Soutane (soweit sichtbar) ebenfalls schwarz sein. Sonst wäre das Outfit zu wenig definiert. Kontrastierende Farben hat der Hilariusit eher nicht, wenn man vom goldgelben Augenkreuz mit lilienförmigen Kreuzbalkenenden absieht.

    Deinen Wohlstand kannst du aber durch die Wahl der Materialien (z.B. feine Wolle, Samt, ...) und auch mit der Fütterung der Kleidungsstücke ausdrücken. Eine schwarze Houppelande anstelle eines schlichten Mantels signalisiert allein schon durch ihren üppigen Faltenwurf, dass ihr Träger sich einen oppulenten Einsatz von Stoff leisten kann. In Verbindung mit einem roten Seidenfutter wird es dann schon beinahe dekadent.

    Bei Ceridischen Messen mag es bestimmte Abläufe geben, aber ich habe während der Recherche für meinen Geistlichen nichts Verbindliches gefunden. Daher habe ich mich mit anderen Priesterspielern unterhalten und mich im wesentlichen für folgenden Ablauf entschieden:
    Begrüßende Worte, ein Gebet sprechen, ein Lied singen, eine auf das Tagesgeschehen angepasste Predigt, das Oh Eyner beten, noch ein Lied singen, Schlussworte, Segen, Verabschiedung der Gemeinde und Kollekte einsammeln.
    Dieses Grundgerüst kann man passend zum Anlass verkürzen oder erweitern.

    Für spezielle Anlässe (Eheschließung, Erleuchtungsfeier, Wägung, ...) gibt es feste Liturgien mit ausformulierten Texten und Gebeten. Auch feste Gebete, Bannflüche, Segenssprüche und natürlich Lieder gibt es.

    Da das Ceridentum eine der am weitesten ausgearbeiteten und von einer relativ breiten Anhängerschaft bespielten LARP-Religionen ist, sollte man als Priesterspieler die Ceridische Theologie kennen und im Spiel korrekt anwenden. Auch die Gebete, Lieder und Liturgien solltest du im Spiel zum Einsatz bringen. Das ist gerade bei den ersten Einsätzen des Charakters etwas anspruchsvoller, weil man diese Sachen nicht nur zusammentragen, sondern auch lernen und anwendbar parat haben muss. Dafür bist du in der einmaligen Situation, als Priester auf größeren Cons tatsächlich auch eine Gemeinde zu haben, wenn du Andachten oder Messen hältst. Manchmal sogar mit Anhängern anderer Religionen, weil die ganz einfach neugierig auf die "Show" sind.

    Eigentlich konnte man alle Materialien noch bis vor einem Jahr im Internet abrufen (inkl. MP3-Dateien für die Lieder), z.B. hier: http://www.nebellegenden.de/
    Leider ist die Site des Nebellegenden e.V. und das Ceridenwiki seit Monaten down. Im LARPwiki kannst du noch ein paar Infos zum Ceridentum finden. Der Großteil der Infos ist aber zurzeit nicht greifbar. Die Betreuer arbeiten meines Wissens daran, dass die Seite wieder online gehen kann, aber ein Zeitpunkt ist noch nicht benannt.

    Solltest du Schwierigkeiten haben, die Materialien zu bekommen, gib Bescheid. Ich kann dir aus meinen Beständen das eine oder andere zukommen lassen.

    Tschüs
    Michael
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  3. #3
    Siobhan
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    Hi Michael,

    ui.. Aturien sagt mir natürlich was ;-).... wobei meine Eleonora Castoso bespielt aber bei Gelegenheit mit den Aturianern reisen wird.
    Auf jeden Fall vielen lieben Dank für deine Tipps, für den Beichtvater :-)


    Für einen Berater und Beichvater bei Hofe würde ein Hilariusit gut passen. Dieser Orden gilt nicht nur als besonders mächtig und einflussreich, er gilt auch als reich und ist den Mächtigen dieser Welt zugewandt.
    Um einen Hilariusiten darzustellen, sollte die Soutane (soweit sichtbar) ebenfalls schwarz sein. Sonst wäre das Outfit zu wenig definiert. Kontrastierende Farben hat der Hilariusit eher nicht, wenn man vom goldgelben Augenkreuz mit lilienförmigen Kreuzbalkenenden absieht.
    Hilarisuit, war auch meine Idee (zumindest würde ich meinem Kumpel das so vorschlagen) .... nachdem ich nur eine Ordensbeschreibung lediglich bei den Helogoniern gefunden hatte, die wohl von einer anderen Ordenstracht ausgehen... wo finde ich denn die Beschreibung der Ordenstrachten und Ordensregeln?
    In den Tiefen meiner alten Festplatte habe ich noch eine cerideninfo von den Nebellegenden gefunden. Die Datei ist allerdings mit Sicherheit 10-11 Jahre alt... zu den Ordenstrachten habe ich da nichts gefunden. ....


    Deinen Wohlstand kannst du aber durch die Wahl der Materialien (z.B. feine Wolle, Samt, ...) und auch mit der Fütterung der Kleidungsstücke ausdrücken. Eine schwarze Houppelande anstelle eines schlichten Mantels signalisiert allein schon durch ihren üppigen Faltenwurf, dass ihr Träger sich einen oppulenten Einsatz von Stoff leisten kann. In Verbindung mit einem roten Seidenfutter wird es dann schon beinahe dekadent.
    Houppelande ist natürlich etwas Feines... hmm ... ich werde es mal vorschlagen.... und mal nach einem Schnitt suchen....
    Bei Ceridischen Messen mag es bestimmte Abläufe geben, aber ich habe während der Recherche für meinen Geistlichen nichts Verbindliches gefunden. Daher habe ich mich mit anderen Priesterspielern unterhalten und mich im wesentlichen für folgenden Ablauf entschieden:
    Begrüßende Worte, ein Gebet sprechen, ein Lied singen, eine auf das Tagesgeschehen angepasste Predigt, das Oh Eyner beten, noch ein Lied singen, Schlussworte, Segen, Verabschiedung der Gemeinde und Kollekte einsammeln.
    Dieses Grundgerüst kann man passend zum Anlass verkürzen oder erweitern.
    Super !! Dankeschön.

    Leider ist die Site des Nebellegenden e.V. und das Ceridenwiki seit Monaten down
    Ja, das ist total ärgerlich... nach Ralfs Tipp, habe ich noch ein bisschen was bei den Oschenheimern gefunden... und das was die Helegonier festgelegt haben scheint nicht einfach so leicht übertragbar zu sein...


    Für spezielle Anlässe (Eheschließung, Erleuchtungsfeier, Wägung, ...) gibt es feste Liturgien mit ausformulierten Texten und Gebeten. Auch feste Gebete, Bannflüche, Segenssprüche und natürlich Lieder gibt es.
    Wäre natürlich toll wenn ich den ganzen Krams dem Mathias an die Hand drücken könnte. Hmm... die Lyrier mit Tobias S.... und so gibt es ja noch... oder?

    Also dann liebe Grüße
    Siobhan

  4. #4
    Dutch
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    Das Helegonische Ceridentum ist auf weiten Strecken vergleichbar mit dem lyrisch-friedländischen. Aber bei einigen Details und speziell bei den Ordenstrachten weichen sie ab.
    Soweit ich mich erinnere, besteht die Ordenstracht der Hilariusiten aus Talar/Robe, Überwurf, Skapulier und Gugel, alles in schwarz. Nur das Augenkreuz mit den Lilienbalken ist in goldgelb gehalten. Sehr viel mehr stand im Ceridenwiki auch nicht drin.

    Bei meinem aturianischen Hilariusiten habe ich das etwas ins Modische variiert, weil die Aturianer den Ruf haben, dass sie modisch regelrecht extrovertiert sind. Ich habe mich allerdings nicht für den in Aturien top-aktuellen Renaissance-Stil entschieden, sondern für den etwas altmodischeren spätmittelalterlichen Stil. Das Ergebnis ist eine Robe, die von oben bis zur Hüfte körperbetont eng sitzt und stark gepuffte Schultern hat. Erst unterhalb der Hüfte weitet sich das Gewand und legt sich in zahllose Falten. Auf der Brust wird das ganze mit Nesteln geschnürt. Dazu kommt bei schlechtem oder kalten Wetter die obligatorische Gugel mit ultralanger Seidelbinde, ganz im gotischen Stil. Nach aturianischen Maßstäben ist das old fashioned. Nach lyrischen Maßstäben wäre es für einen Priester unverschämt modisch. In so einer Robe steckt ziemlich ziemlich viel Fummelei mit Abstecken, Probieren, neu Abstecken, wieder Probieren drin, bis alles sitzt.

    Die Lyrier mit Tobias S. u.a. gibt es natürlich noch. Wenn du dorthin Kontakte hast, kannst du alle benötigten Infos sicher auch von dort bekommen.

    Tschüs
    Michael
    Geändert von Dutch (28.04.2015 um 13:06 Uhr)
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