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  1. #1
    Schorsch vom Wald
    Schorsch vom Wald ist offline
    Grünschnabel

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    Frage Anfänger-Bla-Bla: Söldnerkonzept vermutlich zum Tausendsten

    Hey,

    bin ein absoluter Anfänger was Fantasy-/Mittelalter-LARP (naja nicht ganz; vor 7 Jahren mal zwei jahre lang Softair-LARP/Reenactement gespielt) und überlege mir gerade wie den mein Charakter so sein soll. Ich möchte mich einfach mal grob auf das Konzept Söldner einschießen. Warum? Ich denke, dass ein Charakter mit dem Konzept zum einen Ausbaufähig ist und falls ich mal Lust auf was anderes habe, kann ich einen Teil, bzw. das ganze Gerödel weiterverwenden.

    Hintergrund:
    Dritter Sohn aus kleinem und absolut unbedeutenden Landadel. Da die Erbfolge ihn als dritten Sohn natürlich erstmal benachteiligt muss er sich als Söldner verdingen. Basis-Kampffähigkeiten hat der Charakter von einem alten Waffenknecht des Elternhauses erlernt. Er schnappt sich also was in der dürftigen Waffenkammer übrig ist und macht sich auf die Suche nach Feldherren, etc. mit entsprechendem Bedarf

    So weit, so einfach. Ist vermutlich ein eher langweiliges Konzept (da es bestimmt 1:1 öfter vorkommt), hat aber den Charme, dass ich das wahrscheinlich gut darstellen kann. Ich habe mal während des Studiums ein halbes Jahr lang Fechtunterricht genommen. Das lässt sich bestimmt nicht komplett übernehmen, aber die Situation, jemandem mit einer Waffe ggü. zu stehen ist mir nicht fremd.

    Ausrüstung
    Ausrüstungsmäßig habe ich noch nichts eingekauft. Ich habe aber ein paar Überlegungen angestellt, was in mein für LARP festgelegtes Budget passen würde:

    - einfaches Kettenhemd, nur unter den Achseln vernietet; ob geölt oder brüniert bin ich mir noch nicht sicher
    - Gambeson, vermutlich naturfarben
    - Beinschienen
    - Helm (hier bin ich mir noch absolut unsicher welchen Helmtypus ich nehmen soll)
    - Schwert und Schild (keine großen Schnörkel, eher was schlichtes damit es zum Charakter passt)
    - Dolch (?; absolut unschlüssig, ich habe da immer eine Assoziation zu höherem Adel im Kopf, also irgendwie unpassend)
    - Gürteltaschen, etc. für Kleinkram (Münzen, etc.)
    - Artikelbrief (macht der Sinn? Meine Freundin kalligrafiert ganz schön und würde mir sowas bestimmt total schick anfertigen)

    Für sonstige Anlässe dann eben noch eine Tunika (evtl. + Untertunika) statt Kampfgerödel.

    Was ich nicht tun möchte?
    Hundertprozentig korrektes/authentisches Reenactment. Warum? Weil ich sowas schon mal gemacht habe und mir dass das ganze Hobby vermiest hatte. Der letzte Funken Eigenwilligkeit ist - bei mir - nicht durch "Aber so ist das nicht authentisch!" totzukriegen .
    Außerdem mag ich nicht als Bauer/mit wenig Ausrüstung anfangen: Ich kenne mich selbst doch schon lange genug, dass ich weiß: Wenn ich ohne große/eigene Ausrüstung anfange und zur ersten Con fahre nervt mich das dort so sehr, dass ich während der ganzen Zeit denken muss: "Wenn du wieder zuhause bist musst du einkaufen".


    Zum eigentlichen Punkt: Mir ist es zwar gerade auch langweilig, aber ich schreibe den ganzen Kram nicht nur deswegen : Über ein Feedback zum Charakter wäre ich ganz froh. Über den ein oder anderen Tipp zur Ausrüstung auch gerne.
    Geändert von Schorsch vom Wald (20.05.2016 um 12:14 Uhr)

  2. #2
    Levold
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    Hallo Schorsch,

    welcome back im Hobby und willkommen im Forum :-)
    Ich persönlich finde das Konzept gar nicht so schlecht. Gefällt mir auf jeden Fall besser als "Eltern von Orks getötet und nun auf Rachefeldzug" oder "Ich spiele einen Magier mit verfluchter Seele, der von einem Halbengel und einem Dämon gezeugt wurde. Deswegen bin ich immun gegen... und wirke jeglichen Zauber mit Maximaleffekt... blahblah" ;-)
    Die Ausrüstung finde ich okay, evtl. würde ich die sogar noch ein bisschen runtertunen, was Waffen und Rüstzeug betrifft. Denn so wie es für mich klingt, soll dein Charakter eher am "unteren Ende der Nahrungskette" starten. Dann könnte/ sollte die Ausrüstung gerne ein wenig abgerockt aussehen.
    Was ich auch wichtig finde für einen Söldner: Anschluss an eine Gruppe.
    Natürlich gibt es im Fantasy-Genre immer wieder den Typ "Einsamer Wolf", der alleine loszieht und sich so sein Gold verdingt. Das sind aber immer eher Abenteurer, die auch für Gold losziehen. Der typische Söldner ist in meinen Augen aber eher ein Herdentier. Gruppen, die ihre Kampfkraft gegen Gold einem anderen Herrn zur Verfügung stellen. Hast du dazu schon Überlegungen gemacht oder dich bereits einer Gruppe angeschlossen?
    Das bietet auch Entwicklungsmöglichkeiten für den Charakter, z.B. darüber den Eintritt in ein reguläres Heer.
    Artikelbreif finde ich übrigens eine sehr schöne Idee, auch wenn du den vermutlich nicht so oft aus der Tasche ziehen wirst. Aber die Details machen den Charakter, gell?! ;-)

  3. #3
    Cartefius
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    Klingt erstmal so durchaus solide, ich sehe keine groben Schnitzer, allerdings fehlt dem Charakter auch noch für meine Begriffe ein bisschen die "Geschmacksrichtung", vieles wirkt sehr standardmäßig und austauschbar.

    Bei der Ausrüstung wäre mein erster Tipp: Du zählst jetzt fast ausschließlich Waffen und Rüstung auf, und die Kleidung nur am Rande und als Nachsatz. Ich würde die Sache andersherum angehen: Sorge erstmal dafür, dass der Charakter genug Kleidung für einen ganzen Con und für verschiedene Wetterlagen hat, überleg dir eine Lösung für Ober- und Unterkleidung, Kopfbedeckung, Schuhe. Du wirst typischerweise die meiste Zeit eines üblichen Cons herumlaufen, ohne bis an die Zähne bewaffnet und gerüstet zu sein.

    Der zweite Punkt wäre, dass ich bei der Zusammenstellung der Ausrüstung einen klaren Stil wählen würde. Alle Sachen, die du aktuell aufzählst, klingen für mich sehr nach einfacher und neutraler Larpladen-Standardware, die zwar zu recht vielen Charakteren passt, aber deshalb auch kein klares Konzept ausstrahlt. Deswegen würde ich da klare Eckpunkte wählen, an denen man die Ausrüstung ausrichten kann: Das kann ein Technologielevel, eine Kultur, eine militärische Waffengattung, ein sozialer Stand, oder sogar bestimmte Charaktereigenschaften (wie z.B. protzig, penibel, melancholisch, abergläubisch...) sein.

  4. #4
    Levold
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    Mit der Kleidung muss ich Cartefius recht geben.
    Auch in punkto Standardware hat Cartefius recht. Aber das finde ich zum Einstieg nicht ganz so dramatisch, besonders wenn du sagst, du willst den Charakter sich noch entwickeln lassen. Falls du eine Idee hast, wie dein Söldner rüberkommen soll, würde ich den direkt so ausrichten (z.B. Landsknecht).
    Falls du noch keine richtige Idee hast, würde ich durchaus generisch aus dem Larpladen zusammenschustern und dann mal schauen, wo es so hingehen soll. Allerdings finde ich für eine überzeugende Darstellung langfristig eine Linie wichtig.

  5. #5
    Schorsch vom Wald
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    Grünschnabel

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    "Larpladen-Standardware" trifft es recht gut. Ich denke gerade für dein Einstieg ist es sinnvoll ein wenig Standardware anzuschaffen. Einfach um für den Fundus einen gewissen Grundstock zu haben.

    Charaktereigenschaften habe ich mir schon überlegt. Der Charakter soll einen Hauch Professionalität ausstrahlen. Er weiß, dass das Kriegshandwerk sein Geschäft ist und geht auch dementsprechend nüchtern dran wenn es um Kampf und Krieg geht - natürlich gegen Bezahlung. Vom Stand her eben im niederen und unbedeutenden Landadel angesiedelt, nichts besonderes, vom Bildungsgrad minimal über dem eines einfachen Bauern. Aufgrund dessen ist der Charakter auch ein Stück gegenüber Dingen wie Magie/ Zauberei kritisch, bzw. distanziert.

    Von der Zeit her orientiere ich mich halbwegs am 11./12. Jhd.; Ich habe das aber absichtlich nicht geschrieben, da ich ja durchaus Fantasy-LARP spielen möchte und kein Reenactment


    Vielleicht habe ich da eine gewisse Softair-LARP Bias. Dort sind relativ viel komplett aufgerüstet durch die Gegend. Ich werde mir auf jeden Fall ein bis zwei Untertunikas und ein bis zwei grüne oder rote Tunikas als normale Oberbekleidung anschaffen. Ebenso ein paar Hosen. Ich gehe momentan davon aus, dass Hosen für beide Anlässe getragen werden können (Gesellschaft und Kampf). Ebenso die Schuhe.

    Nur welchen Hut? Ich weiß, Blöder Hut Credo und so: Gugel ist ja ganz witzig, aber es liest sich für mich als hätten das ziemlich viele. Ansonsten vielleicht eine einfache Haube. Wenn ihr Vorschläge habt, gerne her damit!

  6. #6
    Levold
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    Gugel und auch Bundhauben sind historische Standardkopfbedeckungen.
    Bundhauben wurden, zusammen mit weiteren Bedeckungen, auch unter Helmen getragen. Wenn du also einen Helm tragen möchtest, ist die Bundhaube keine schlechte Wahl.
    Ich habe beides: eine Gugel für meinen Kämpfer/ Schmied. Der trägt aber auch keinen Helm und die Gugel ist für mich im Gelände die etwas praktischere Wahl (besserer Schutz vor Wind und Wetter). Mein Heiler, der es eher zurückhaltend angehen lässt und auch schonmal mit Kind unterwegs ist, trägt seine Bundhaube.
    Beides kann passen und stimmig sein. Kommt eben auf deinen Charakter an.

  7. #7
    Dutch
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    Bei der Aufzählung deiner Ausrüstung habe ich allerdings auch spontan gedacht: Da hat einer den Onlineshop eines LARP-Ausstatters geöffnet und sich im mittelpreisigen Segment durch die Ausrüstung geklickt.
    Allerdings verkaufen die LARP-Ausstatter in der Regel nur Dinge, keine Charakterkonzepte. Deshalb ist das alles extrem generisch und muss erst durch individuelle Einzelleistung "wachgeküsst" werden.
    Je mehr man aus dem großen Pool der generischen Kleidungstücke, Waffen und Ausrüstung herausfischt, desto schwieriger wird das meiner Meinung nach, weil automatisch der Anteil individueller kreativer Eigenleistung kleiner wird.

    Eigentlich liegt die Sache einfach: Du kannst dir die genannten Dinge alle beschaffen und hast dann einen Fundus, mit dem du auf Fantasy-Cons fahren kannst und niemand wird etwas Schlechtes darüber sagen.

    Charakter hat das ganze aber noch nicht. Es wirkt eher mechanisch: "Ich spiele einen Söldner, dafür brauche ich neben Klamotten auch Waffen und Rüstung."

    Im Einzelfall frage ich mich auch, wie weit es mit dem Reenactment denn gegangen ist. Die Wahl von Tuniken als Gewandung und Kettenhemd als Rüstung legt z.B. bestimmte Helmtypen nahe. Als Ex-Reenacter dürftest du sicher ein paar Bildbände oder andere Unterlagen haben, die passende Helme zeigen.

    Tschüs
    Michael
    Für mehr Western im LARP: LarpWiki: WesternLarp

    Cons, Orgas, Aktuelle Infos: Facebook-Gruppe "Western LARP Bayern"
    Gone, but not forgotten: Buffalo Hill 1888

  8. #8
    Schorsch vom Wald
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    Ich glaub du verstehst das falsch. Wir haben Softair-LARP gespielt und das ganze hat sich dann zu Military Reenactment weiterentwickelt. US Army 3rd Infantry Division ("Rock of the Marne") aus 2004/2005 :-) Da geht mehr über Google-Bilder Suche als über Bildbände

    Das hat mit Mittelalter/Fantasy ungefähr soviel zu tun wie Pudding mit Fahrradreifen

    /Edit: Und mir ist das ganze Reenactment relativ bald auf den Senkel gegangen: "Auch wenn es praktisch ist, darfst du das nicht verwenden, weil is' nicht issued."
    Geändert von Schorsch vom Wald (20.05.2016 um 14:08 Uhr)

  9. #9
    Kamikaze
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    Hallo und willkommen!

    Diesen Larpwiki-Artikel kennst du vermutlich schon: https://www.larpwiki.de/Charaktertipps/S%C3%B6ldner
    Den hier wohl eher nicht: https://www.larpwiki.de/Ausr%C3%BCst...dungGrundlagen (warum Gugeln und Hüte eigentlich so toll sind)
    Hier gibt's Info zum Thema Rüstung: https://www.larpwiki.de/R%C3%BCstungsF%C3%BChrer
    Und hier findest du eine kleine Liste mit Gruppen: https://www.larpwiki.de/LarpGruppen (wenn du uns verrätst, in welcher Ecke der Republik du lebst, können wir da evtl. auch gezielter Hinweise geben, falls du das willst. )

    Die Idee "Ich lege mir einen Grundfundus an generischem Zeug an" ist an sich wohl nicht die verkehrteste. Allerdings wirst du feststellen, dass sich generisches Zeug ganz automatisch ansammelt.
    So wie ich das verstanden habe, möchtest du die Rolle ohnehin zunächst mal ausprobieren. Evtl. macht es dafür Sinn, zunächst als NSC eine Con zu besuchen und das Konzept dort (evtl. sogar mit geliehenem Material) zu testen. Nicht selten stellen Einsteiger (und teils auch erfahrene LARPer) bei solchen Gelegenheiten fest, dass Rollen, die im Kopf total super waren in Realitas nicht der Bringer sind und im Gegenzug Rollen, die total öde und doof klingen richtig Spaß machen können. Ich z.B. spiele inzwischen liebend gern einen Trossknecht, der ein absolutes Weichei ist. Klingt doof, macht aber irre Spaß (mir zumindest).
    Trotzdem ist das Konzept an sich nicht schlecht (wenn auch wie du richtig vermutet hast sehr häufig vertreten). Allerdings liegt genau darin auch die Schwierigkeit: Weshalb sollte ein adliger/reicher Charakter dich in Dienst nehmen? Kämpfer gibt es auf den meisten Cons weitaus genug, und oftmals zudem noch gut organisierte Söldnergruppen, die dir schnell die Schau (respektive den Auftrag) stehlen. Da solltest du dir also Gedanken machen, wie du aktiv(!) dafür sorgen kannst, dass du auch Söldnerspiel findest/bekommst.

    Zu Tunika und Kettenrüstung würde z.B. ein Eisenhut gut passen: https://www.larpwiki.de/EisenHut
    falls du dich allerdings einer Gruppe anschließen willst, solltest du dich in Sachen Ausrüstung evtl. an diese anpassen, um ein schlüssiges Gesamtbild ab zu geben.
    Monster und Persönlichkeiten aller Art...

    Meine Charaktere, Bastelanleitungen und mich findet ihr auch im LARP-Wiki

  10. #10
    Schorsch vom Wald
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    Hi!

    Meine Idee war eben erstmal eine etwas langweiligere ("Standard")-Rolle zu spielen um in die Welt reinzukommen. Ich werde erstmal mit ein zwei Bekannten auf eine Con fahren und mir dann mit den entsprechenden Erfahrungen eine passende Gruppe suchen. Der Charakter muss jetzt so wie er ausgearbeitet muss ja so nicht auf Ewigkeiten bestehen.

    Ich glaube nach ein wenig Spielerfahrung werde ich einen neuen längerfristige Charakter schaffen. Das hat sich damals beim Softair-LARP schon bewährt, kann also hier nicht falsch sein

    PS: Bin aus Augsburg, schreibe dir mal ne Nachricht.
    Geändert von Schorsch vom Wald (20.05.2016 um 16:12 Uhr)

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