Ergebnis 1 bis 8 von 8
  1. #1
    Miray
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    Grünschnabel

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    Der schlechteste Magier der Welt... aller Welten!

    Hallo,
    ich möchte meinen bereits gespielten Charakter, der bisher äußerst talentlos war ♥, langsam in einen Magier verwandeln. Allerdings in einen ausgesprochen schlechten Magier, der aber gern andere Charaktere bzw. deren Spieler erheitert. Hierzu dachte ich mir, dass ich z.B. übertrieben dramatisch einen Feuerball-Zauber aufsage und dann aber nur kleine Blümchen aus Stoff über mich selbst werfe (in meinem Kopf klang das witziger...). Mir ist klar, dass derlei nach dem ersten Mal nicht mehr witzig ist und es auf großen Cons ohnehin niemand bemerkt, aber grundsätzlich könnte ich absichtliche Fehlzauber einbauen und andere Spieler spielen dann trotzdem noch mit mir?
    Meine Spielgruppe besteht aus anderen Anfängen, die bei meinen Ideen gern die Augen rollen - diese Idee gefällt mir jedoch sehr; meine Mitspieler fürchten allerdings, andere Spieler würden dies negativ auffassen - und nun weiß ich, dass dieses Forum nicht für die gesamte Spielerschaft spricht, aber würde da oft passieren, dass das von uns so gefürchtete "Ich würde den Spieler ausgrenzen"-Szenario passiert? ... das hat bisher nur in der Theorie im Gespräch mit erfahrenen LARPern stattgefunden... sorry wenn das so wirr beschrieben ist, ich hoffe, ihr könnt mir irgendwie folgen. Ich möchte das Hobby nicht veralbern und durchaus so ernst wie es mir möglich ist betreiben, allerdings bin ich schon ein wenig komisch...

  2. #2
    oliverp
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    Hallo Miray,

    in den meisten Spielumfeldern wird eine leichte (!) grundlegende (!) Selbstironie durchaus akzeptiert, manchmal auch geschätzt.

    Wasserspritzblümchen und "BÄM-Torte-ins-Gesicht-Humor" hingegen ist spezieller und wird je nach Umfeld gefeiert oder ausgegrenzt.

    Ich selbst schätze immer ein Augenzwinkern und finde klischeehaft zerstreute Magier meist sehr nett; das von dir beschriebene Szenario würde ich aber meiden. Sehr intensiv meiden. Der Grund hierfür ist, dass leicht ironische Charaktere auch noch anderen, ernsthafteren Charakteren Raum lassen, sie bei einer gewissen Subtilität sogar noch fördern. Deine Idee karikiert aber jede mögliche betroffene Spielszene, unabhängig vom Wunsch deiner Mitspieler.
    Stell dir einfach mal den Film "300" vor, in dem ständig eine Zirkusclown mit Clownhupe auf einem Dreirad um Leonidas im Kreis herumfährt. Wem der Beteiligten macht das Spaß außer dem Zirkusclown?

    Liebe Grüße,

    Oliver
    Geändert von oliverp (20.09.2016 um 22:21 Uhr)
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
    Jean-Jacques Rousseau

  3. #3
    Jeremias
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    Kurz vom Handy aus:

    Ich habe krass unfähige Magierkonzepte in meinem Umfeld vor allem auf speziellen Lehrveranstaltungen (Magierkonvent, Magierakademie) erlebt. Dort sollte das ein Einstieg sein, der dann im Spiel langsam abnimmt.

  4. #4
    Benutzer755
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    In irgendeinem der Regelbücher für LARP, das ich mal gelesen habe, stand, daß jeder Zauber bei der SL angemeldet werden muß, weil die ein Säckchen mit Murmeln dabei hat. Schwarze und weiße Murmeln. Je nach Höhe der Erfahrungswerte/Punkte/Meistergrade/whatever gab es mehr schwarze bzw. weiße Murmeln. Der Zaubernde zog dann blind eine aus dem Säckchen und sah dann an der Farbe, ob es funktioniert hat oder er gepatzt. So etwas könnte man sich ja auch für einen "schlechten" Magier überlegen. Ab und zu sollte schon etwas richtig laufen. Und wenn etwas schief läuft, dann immer noch in etwa so, wie es intendiert war. Sprich...der Feuerball fällt Dir auf die Füße. Oder er verbrennt Dich oder oder oder...wenn Du Taschenspielertricks beherrscht, fände ich es sogar ein, zweimal cool, wenn statt dem Feuerball etwas anderes aus dem Ärmel rollt. Dabei solltest Du aber in Rolle bleiben und überrascht sein, oder "Nicht schon wieder" sagen. Du bist ja nicht der schlechteste Magier mit Absicht, sondern Du willst der beste sein, aber es will halt nicht klappen.

    LG
    Benutzer755
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  5. #5
    Kelmon
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    Mir schwebte es selbst einmal vor, einen inkompetenten Magier zu spielen - ich glaube für das Klischee gibt's einfach zu viele bekannte Vorlagen.

    Ich würde darin kein grundsätzlichen Problem sehen, nur - wie die anderen schon sagen - würde ich eher klamaukige Fehlzauber vermeiden. Es sei denn vielleicht, daß es zur aktuellen Stimmung passt: Ssowas kann bei einer Feieratmosphäre durchaus mal für passendes Gelächter sorgen, wenn's aber darum geht, die Horden des Bösen(tm) zurückzuschlagen, kann sowas schnell die Atmosphäre verderben.

    Um Dein Beispiel aufzugreifen: Der Feuerball muß sich ja nicht (immer) in Blumen verwandeln. Der kann ja auf Dich zurückschlagen und Dich ein bisschen ankokeln, wonach Du entweder zu Boden gehst oder wegläufst. Auch wenn er stattdessen eine Wasserfontäne ist würde das für mich in nicht-klamaukige Fehlzauber reinfallen.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  6. #6
    Turis
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    Die gute Magie-Darstellung ist schon ein schwieriges Thema, da finde ich es noch schwieriger darzustellen, dass man eigentlich Effekt X zu erwarten hätte, aber Effekt Y raus kommt. Bei DragonSys (was du, glaube ich gelesen zu haben, bespielst), würde man wohl z.B. beim Feuerball eine Formel, eine Gestik und eine Komponente erwarten, also z.B. den Wurf eines Objekts, dass möglichst eine gute Darstellung für einen Feuerball ist. Dies würde jedoch wegfallen, weil du plötzlich Blumen hoch wirfst, dich selbst mit ner Wasserbombe nass machst oder sonst was tust, also müssten deine Mitspieler allein aus der Formel und der Gestik erkennen können, dass du eigentlich einen Feuerball zaubern wolltest, aber es wohl nicht geklappt hat. Ansonsten würde man als Außenstehender doch immer erwarten, dass das schon korrekt war und du bist halt ein komisches Wesen, dass eben im Kampf Blumen herbeizaubert (Darstellung für Liebes / Freundschafts / Frieden-Zauber??).
    Oder gehen wir weg vom Feuerball: Einen Patzer beim Heilzauber kann man quasi nur per Telling den Leuten OT mitteilen ("Es heilt nicht, es tut nur mehr weh")... Ich finde das daher sehr schwer es so darzustellen, dass du nicht "allen" erklären musst, dass der Zauber schief gegangen ist. Und es einfach nicht zu erklären, sondern es IT vertuschen zu wollen, hat für mich die gleiche Problematik inne, wie das IT-Verkleiden.

    Abseits dessen kann man durch Inkompetenz natürlich auch schnell in die Schublade gesteckt werden, dass man unbrauchbar für den Plot ist. Und aus der Sache kommt man dann nur schwer wieder raus (was auf einer typischen Abenteuercon dir vielleicht viel Spaß nehmen kann). Was ich sehr schade finde!

    Ich finde es übrigens sehr gut, wenn Magie nicht das Schweizertaschenmesser ist, da es eigentlich etwas unberechenbares / mystisches haben sollte, weshalb ich das Konzept der bewussten Inkompetenz an sich gut finde, allerdings gibt es eben ein paar Hürden, derer man sich bewusst sein sollte.
    Geändert von Turis (22.09.2016 um 16:05 Uhr)

  7. #7
    Miray
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    Grünschnabel

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    Hallo,
    danke für eure Antworten!
    Habe das Problem verstanden und das Konzept wieder verworfen. Bestimmte Dinge funktionieren wohl nur in der Theorie. Auch wenn ich die Idee, erst vergebens einen Lichtzauber zaubern zu wollen und dann einfach routiniert zum Feuerstein zu greifen, noch immer lustig fände; aber Bauer bleibt am besten Bauer.

  8. #8
    Besserwisserboy
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    Vielleicht solltest du erst einmal beschreiben, was der Charakter vorher war. wenn ich es richtig verstanden habe spielst du den Charakter schon länger als magielosen Charakter.
    Ich spiele auch in einer Gruppe von Zauberern, die mehr oder minder eher erfolglos sind. Vom Konzept her spielen wir Akademiemagier und sehen auch so aus wie man sich einen Magier so vorstellt. Allerdings ist jeder von uns sehr spezialisiert, daß es schon großer Zufall wäre wenn gerade dessen Spezialgebiet gefragt wäre.
    Einige von denen haben auf Con auch glaube ich noch nie gezaubert, trotzdem macht es Spaß die Gruppe zu bespielen.
    Es bietet sich auch ab immer 4-5 Zauberbücher mit sich herumzuschleppen und schnell mal eben nach dem passenden Zauber zu blättern...
    Patzer hingegen würde ich nicht dem Zufall überlassen, da auch so etwas mit einem Effekt vorbereitet werden sollte.
    Wichtig ist dabei vor allem die Magie selber nie als irgend etwas lächerliches zu betrachten. Magie ist für mich etwas sehr kompliziertes und eine Sache die umständlich angegangen werden muss.
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

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