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  1. #21
    Cartefius
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    Wie schon überall angedeutet wurde die gesamte Militärführung durch die Erfindung und dann sehr rasche Weiterentwicklung von Schießpulverwaffen komplett überworfen. Und ja das ging verhältnissmäßig schnell. Warum? Weil die Dinger irgendwann wahnsinnig effektiv und erschwinglich wurden. Warum ein Schwert verwenden wenn ich eine Muskete mit Bajonett haben kann?
    Das Argument macht meiner Ansicht nach gerade im aventurischen Kontext keinen Sinn. In Aventurien führen die Thorwaler mit einem technologischen Stand von ca. 800 n.Chr. Seekriege gegen die Horasier auf einem technologischen Stand von ca. 1700 n.Chr., und gewinnen regelmäßig! Und selbst z.B. das Mittelreich und das Bornland als aventurische "Standardländer" sind in Sachen Waffentechnik und Kriegsführung auf einem Stand, in dem in der irdischen Geschichte Feuerwaffen längst weit verbreiteter Bestandteil der Kriegsführung waren. In Aventurien sind aber sowieso die verschiedenen technologischen Epochen regeltechnisch künstlich egalisiert, damit sie nebeneinander existieren können ohne dass sich z.B. fortschrittliche Waffen-, Seefahrts- oder auch Agrartechnologie sofort aventurienweit durchsetzt.

    Meiner Ansicht nach gibt es in Aventurien kein Schwarzpulver, weil Aventurien ursprünglich eine heroische "Ritter und Burgen"-Welt analog zu den romantisierenden Vorstellungen des Historismus sein sollte, und in dieses Bild gehören keine profanen Gleichmacher in Form von Feuerwaffen. Selbst als man sich im Horasreich für ein Setting entschieden hat, das in der Musketierzeit spielt, hat man diese spezielle Sonderregel beibehalten, und mit den Torsionswaffen ein ziemlich halbherziges Flickwerk betrieben. Das ist aber auch dem Zeitgeist entsprechend, als DSA entstanden ist war das Thema "realistisches Mittelalter" ja auch viel weniger populär als heutzutage.

    Was mir übrigens zu dem Thema "sich ändernder Geschmack" kürzlich aufgefallen ist: In alten Musketierfilmen benutzen Musketiere und ihre Gegner kaum Musketen oder Pistolen, es wird immer gefochten. Schaut man sich hingegen die aktuelle BBC-Serie "The Musketeers" an, so knallt und raucht es an allen Ecken, und es wird geschickt zwischen den stilistischen Mitteln der schnellen, tödlichen Feuerwaffe und dem cineastischen Fechtwaffenduell abgewechselt.

  2. #22
    Rabensang
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    Also ich hatte mal ein Interview mit irgendnem DSA-Redakteur gelesen (keine Ahnung mehr wann und wo, ist ne Weile her), da wurde explizit auf das Balancing-Problem beim Schwarzpulver hingewiesen. Aber gut, dass mit Hylailer Feuer Napalm existiert. Und wie Cartefius sagt, das Argument eines sich nicht weiter entwickelnden Aventuriens ist Unsinn angesichts einer Gesamt-Entwicklungsspanne von mehreren 1000 Jahren (Barbaren auf Bronzezeit-Niveau neben Wikingern neben Mittelalter neben früher Neuzeit). Schon allein die modernen Kriegstaktiken des Horasreichs würden viele andere DSA-Länder wegfegen.

  3. #23
    Kelmon
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    @Gerwin: Erstmal frage ich mich, wo all die vielen "jammernden" Musketiere stecken, von denen Du sprichst. Im EE-Pulvergraben - recht sicher die größte Sammelstelle für Musketiere im Deutschen LARP - begegnet man bloßem Nichtausspiel eher mit Schulterzucken. Das ist eben einfach der Normalfall. Ich habe noch nicht erlebt, daß da Leute zusammensaßen, und sich den Mund über das doofe, nichtausspielende Lager X verreißen - was man gefühlt sonstwo überall mal hat, Waffengattungsunabhängig. Nervig wird's - zumindest für mich - lediglich, wenn Leute die Feuerwaffen offensichtlich gezielt ignorieren, um dann die "Wehrlosen" zusammenzuprügeln. Sowas macht man eben nicht. Wenn ich OT irgendein Konzept nicht mag, dann kann ich dem ja auch einfach aus dem Weg gehen. Ist zwar zum Glück aber ein absoluter Ausnahmefall.

    Und nein, "ignorieren" ist nicht eine von nur zwei Möglichkeiten, dem Spiel mit Feuerwaffen zu begegnen. Wie Cartefius schon sagt - das ist es auch für keine andere Waffenart, gerade wenn nach den "Zwei Regeln" gespielt wird. Denn ich kann durchaus mit dem Feuerwaffenträger spielen, ohne direkt verwundet zu werden. Wenn mich jemand nach einem Schuss beleidigt, zusammenzuckt, oder entsetzt in meine Richtung schaut, dann ist das für mich gutes Ausspielen eines Nicht-Treffers. Es ist natürlich gut möglich, wie es auch schon gesagt wurde, daß vielen einfach nicht klar ist, daß das eine Option ist. Hier stellt sich tatsächlich das Problem, wie man dies vermitteln könnte, ohne gleich Handzettel auszuteilen. Dummerweise sind die, die sich über das Ausspielen wohl die meisten Gedanken machen, und mit gutem Beispiel vorangehen könnten, meist hinter der Feuerwaffe zu finden.

    Ich sehe jetzt nicht, warum man sich, was Feuerwaffen angeht, früher orientieren sollte. Die Leute, die keine Feuerwaffen mögen, würden auch nicht eher den Treffer aus einem westlichen Handrohr um 1300 ausspielen, oder einer chinesischen Feuerlanze um 1150. Hier kann mir niemand erzählen, daß der Unterschied zwischen Muskete und Hakenbüchse irgendwas großartig am Empfinden verändern würde - abgesehen davon, ob es zur sonstigen Ausrüstung des Charakters passt.
    Und was ist denn "zu spät"? Zu spät für was? Was auf eine Veranstaltung passt, gibt eben immer noch die Orga einer Veranstaltung vor, oder unter Umständen die bereits vorhandene Stammspielerschaft einer Veranstaltung. Das kann sein, daß dann Barock zu modern ist. Kann aber genauso sein, daß Wikinger "zu früh" sind. Was, wenn nicht "Golden Age of Piracy"-Waffen passen denn z.B. ins Blaue Lager des Drachenfestes? Natürlich sollte man als Spieler von allen Charakterkonzepten ein Auge dafür haben, ob man mit diesem Konzept auf die zu besuchende Veranstaltung passt. Und bei Konzepten, die bekanntermaßen kontrovers sind, die Orga vorher anschreiben. Ich würde meinen Musketier sicher nicht zu einem Wiki-Thing mitbringen.

    Ich für meinen Teil sehe für Feuerwaffen eine nach wie vor steigende Akzeptanz, auch wenn es langsam vorangeht. Das Norrelag, das auf einer EE-Tafelrunde vor einigen Jahren noch verkündete, daß man als Lager geschlossen Feuerwaffen ignorieren würde, hat uns Musketiere dieses Jahr als Söldner angeworben.

    @Rabensang: Naphalm war hier - vermutlich - eher nicht der Pate. https://de.wikipedia.org/wiki/Griechisches_Feuer (Offensichtlich, wenn man bedenkt, daß Hylailos das Griechenlandanalog von Aventurien ist)


    Zur aktuellen Frage des "woher": In der Tat bietet sich Warhammer an, wobei dies natürlich eine Welt ist, in der die Sache mit dem Erfinden von Feuerwaffen nicht so gut klappt, da schon vorhanden. Hier müßte man schon dazu übergehen, eine Weiterentwicklung zu spielen - oder irgendwelche seltsamen Modifikationen vorzunehmen.
    Geändert von Kelmon (19.12.2016 um 10:45 Uhr)
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  4. #24
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    Zitat Zitat von Kelmon Beitrag anzeigen
    "ignorieren" ist nicht eine von nur zwei Möglichkeiten, dem Spiel mit Feuerwaffen zu begegnen. Wie Cartefius schon sagt - das ist es auch für keine andere Waffenart, gerade wenn nach den "Zwei Regeln" gespielt wird. Denn ich kann durchaus mit dem Feuerwaffenträger spielen, ohne direkt verwundet zu werden. Wenn mich jemand nach einem Schuss beleidigt, zusammenzuckt, oder entsetzt in meine Richtung schaut, dann ist das für mich gutes Ausspielen eines Nicht-Treffers. Es ist natürlich gut möglich, wie es auch schon gesagt wurde, daß vielen einfach nicht klar ist, daß das eine Option ist. Hier stellt sich tatsächlich das Problem, wie man dies vermitteln könnte, ohne gleich Handzettel auszuteilen.
    Genau das! Das "Feuerwaffen sind zu stark!"-Argument das mir oft begegnet ist, scheint mir etwas vorgeschoben; ich nehm seit jeher den leichten Streiftreffer gern her. Dadurch halte ich etwas inne (taktischer Erfolg für den Schützen) und fordere den Schützen OT zum Kampf auf, geb ihm Zeit sich vorzubereiten. Er kann dann gern entscheiden, ob er das mitmachen will oder nicht.

    Vor vielen Jahren schon war ich auf einem Con auf dem es tatsächlich eine Art Handzettel gab, der in Hinblick auf den Abstand des Feuerwaffenschützen zum Ziel optionale Empfehlungen gab (wie Verwunderung/Deckung suchen/sich zu Boden werfen/Streifschüsse, Loch in der Mütze/rmel, etc) um ein ähnliches Ergebnis zu erreichen. Vll sollte man sowas wiederbeleben.

    Auf der anderen Seite ist es bei den Feuerwaffennutzern wichtig, dass unter keinen Umständen mehrschüssige Waffen geführt werden im normalen Fantasylarp - damit bestätigen sich nämlich dann alle ernstgemeinten und vorgeschobenen Vorurteile und Befürchtungen.
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
    Jean-Jacques Rousseau

  5. #25
    Gerwin
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    Ich sehe jetzt nicht, warum man sich, was Feuerwaffen angeht, früher orientieren sollte. Die Leute, die keine Feuerwaffen mögen, würden auch nicht eher den Treffer aus einem westlichen Handrohr um 1300 ausspielen, oder einer chinesischen Feuerlanze um 1150. Hier kann mir niemand erzählen, daß der Unterschied zwischen Muskete und Hakenbüchse irgendwas großartig am Empfinden verändern würde - abgesehen davon, ob es zur sonstigen Ausrüstung des Charakters passt.
    Willkommen beim ersten. Unpassende Waffe UND unpassende Kleidung ist eine blöde Alternative.

    Kann aber genauso sein, daß Wikinger "zu früh" sind
    [

    Vollkommen korrekt. Da man allerdings aus einen Wikinger (anders als aus einen Musketier) recht unproblematisch einen generischen Charakter machen kann wenn das passiert...stellt sich das Problem meist nicht. Vor einen "richtigen" Wikinger würde ich aber tatsächlich nachfragen.

    Wie Cartefius schon sagt - das ist es auch für keine andere Waffenart, gerade wenn nach den "Zwei Regeln" gespielt wird. Denn ich kann durchaus mit dem Feuerwaffenträger spielen, ohne direkt verwundet zu werden.
    Und nun frag einmal, abseits von Forenlarp und Wikianern, wie viele Larper die "zwei Regeln" kennen. 5 %? 10 %? Vielleicht 20 %? Mit Realismus können die meisten aber irgendwas anfangen. Und die Wahrscheinlichkeit dass der Musketenschütze nun immer (oder auch nur 2 von 3 malen) daneben schießt..naja. Warum sollte "erschrecken" bei weit verbreiteten Musketen auf Con eine Alternative sein? Selbst mein Charakter kennt das IT . Und natürlich hat es keine Waffengattung gerne wenn sie ignoriert wird. Bei keiner Waffengattung gibt es jedoch auch in so großen Maßstab Spieler die sagen "völlig unpassend....wenn ich es nicht ignoriere ist mein Congefühl geschädigt". Deswegen ist das ganze ja so kontrovers.

    Aber natürlich gibt es Möglichkeiten damit umzugehen OHNE sich nun gegenseitig auf den Schlips zu treten. Beim EE weiß ich vorher dass die Orga sowas offensichtlich "voll super" findet, und wenn ich gar keine Lust habe fahre ich halt nicht hin. Argumente wie "so stark sind die realistisch gesehen gar nicht" und "ach was....das ist ein Treffer wie ein Bogen" gelten aber zumindest bei Musketen nicht. Wie man dann als Orga damit umgeht muss natürlich jeder selbst sehen. Mir geht es da aber viel mehr um eine Störung meiner gewünschten Conatmosphäre und nicht darum, dass ich mich von irgendwelchen Musketenschützen benachteiligt fühle. Sonst müsste ich ja auch was gegen Plattenrüstungen haben.

    P.S.: aus meiner Sicht helfen Handzettel da null. Ich denke die meisten Spieler wissen schon, dass 1. der Treffer einer Muskete sehr schnell zu schweren Verletzungen führt (gegen welche zumindest ein Kettenhemd kaum schützt) aber 2. eine Muskete kein modernes Präzisionsgewehr ist welches immer trifft.

  6. #26
    Kelmon
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    Zitat Zitat von Gerwin Beitrag anzeigen
    Willkommen beim ersten. Unpassende Waffe UND unpassende Kleidung ist eine blöde Alternative.
    "Beim ersten?". Ich verstehe nicht, worauf Du damit hinauswillst. Was ich damit sagen wollte, ist, daß wenn ich nunmal einen barocken Charakter spiele, ich nicht mit einer Stangenbüchse anrücke, bloß weil es vielleicht die eine Person gibt, die das aus welchen Gründen auch immer besser fände.

    Vollkommen korrekt. Da man allerdings aus einen Wikinger (anders als aus einen Musketier) recht unproblematisch einen generischen Charakter machen kann wenn das passiert...stellt sich das Problem meist nicht. Vor einen "richtigen" Wikinger würde ich aber tatsächlich nachfragen.
    Ich rede hier durchaus von allem, was vage FrüMi-Nordisch wirkt. Denn das passt ganz sicher nicht überall hin, auch wenn es sich nicht "Wikinger" nennt. Umgekehrt kann ich einen Musketier natürlich natürlich genauso "generisch" machen, wenn eine Con z.B. keine Feuerwaffen erlaubt: Ich lasse Spitzenkragen und Muskete weg, und schon bin ich ein DSA-Streuner oder ähnliches. Nicht wenige Rollenspielhintergründe sind ja voll mit barock anmutender Kleidung. Und ich habe nicht das Gefühl, daß die für einige das Problem darstellt.

    Und nun frag einmal, abseits von Forenlarp und Wikianern, wie viele Larper die "zwei Regeln" kennen. 5 %? 10 %? Vielleicht 20 %?
    Ich rede von dem Fall, daß eine Con eben diese Regeln verwendet, und nichts anderem - und da ist von Spielern zu erwarten, daß sie die geltenden Regeln kennen und befolgen. Was übrigens auch das Drachenfest eine zeitlang war, bis man wohl auf die Diskrepanz davon mit dem übrigen Regelwerk aufmerksam wurde. Aktuell ist der Passus wieder aus den DF-Regeln verschwunden, dafür arbeitet dessen Ableger "Zeit der Legenden" jetzt damit. Mit aktueller Prävalenz von DKWDDK-LARP (das sich sehr oft die Zwei Regeln mit ins Boot holt) halte ich 20%, geschweige denn 5%, für stark untertrieben.

    Ob "erschrecken" oder eine der anderen beiden (von weiteren) Möglichkeiten für genau Deinen Charakter sinnvolles Spiel darstellen ist jetzt völlige Haarspalterei. Ich weiß auch im realen Leben daß Feuerwaffen existieren, dürfte mich aber erschrecken, wenn da was knallt und eine Kugel an mir vorbeizischt. Vielleicht kannst Du ja in diesem Fall stoisch und unbewegt bleiben. Aber rein der Vollständigkeit halber: Die Besatzung des Norrelag hat schön die ganze Zeit Unkenntnis von Feuerwaffen ausgespielt. Kannst Ihnen ja mal schreiben, daß sie Ihre Nordleute total unrealistisch und inkonsequent spielen, denn sie müßten ja schon in den Vorjahren welche gesehen haben.
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  7. #27
    Gerwin
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    Den ersten der einen gewaltigen Unterschied zwischen "passt noch ins generische Fantasy" und "ist eigentlich schon zu spät" machen würde. Wirklich primitiv Feuerwaffen sind mir bisher aber tatsächlich sehr selten begegnet.

    Bist du im realen Leben Soldat oder hast viel mit Waffen oder tödlichen Situationen zu tun? Ich glaube nicht. Bin ich das? Definitiv nicht. Natürlich erschrecken wir im realen Leben. Höchstwahrscheinlich würdest du dich auch erschrecken wenn jemand mit einen Messer auf dich losgeht, und dich dabei nicht an die Fechtstunden die du vielleicht mal hattest erinnern. Wenn sich jedoch ein Berufskrieger (und hierüber reden wir ja meist) bei jeden Schuss in seiner Nähe noch erschreckt, dann hat er evtl. den falschen Beruf gewählt. Vielleicht (und davon gehe ich aus) wollten die Besatzer vom Norrelag aber auch einfach den Musketenschützen ein für diese angenehmes Spiel bitten, in der Hoffnung das gleiche zurück zu bekommen. Und sicher gibt es auch Spieler die Spaß dran haben heroisch mit der Dänaxt und freien Oberkörper auf einen Musketenschützen zuzurennen und von diesen aus vollen Lauf niedergestreckt zu werden. Kann ja auch cool sein.

    Mal ganz davon ab: Natürlich kann man immer wieder ein Erschrecken bei Qualm und Rauch ausspielen. Halte ich spätestens auf dem dritten Con mit Feuerwaffeneinsatz tatsächlich für unrealistisch. Eine völlig andere Frage wäre eine generelle Angst oder Abneigung gegenüber Feuerwaffen. Irgendwo muss man ja auch erklären warum ein halbwegs intelligenter Charakter nicht zeitnah diese überlegene Musketentechnik übernimmt.

    ABER:

    Meine Güte um denjenigen der da schießt eine gute Show zu bieten, von mir aus gerne. Kann man machen. Besonders spielwerterhöhend ist es aber für mich nicht, einfach da man damit realistisch wirklich zum "Schlachtvieh" wird. Trifft natürlich auch "in Grenzen" beim Kampf gegen Plattenträger zu. Aber die sind einfach (anders als Musketen) aus keinen Fantasybild wegzudenken.
    Geändert von Gerwin (19.12.2016 um 14:46 Uhr)

  8. #28
    Besserwisserboy
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    Meiner Erfahrung nach hat man die wenigsten Probleme wenn folgende Dinge erfüllt werden:

    - Feuerwaffen passen zum bespielten Hintergrund.
    - Feuerwaffen passen zum Charakter.
    - Feuerwaffen knallen und rauchen.
    - Feuerwaffen verschießen sichere Projektile und man merkt, daß man getroffen wird.
    - Feuerwaffen sehen gut aus.

    Es ist leichter mit Feuerwaffen akzeptiert zu werden, wenn es in dem bespielten Hintergrund auch Feuerwaffen gibt. Auf Warhammercon z.B. ja auf DSA-Cons eher nicht.

    Die Waffe sollte zum Charakter und der Rasse passen. Bei Warhammer gibt es zwar Schwarzpulverwaffen, aber nicht jeder benutzt sie. Ein Hochelf könnte zwar theoretisch eine benutzen, da sie ja in seiner Welt existiert. Es passt aber nicht zu Hochelfen.
    Selbst bei Menschen sind sie etwas besonderes und werden eben nicht von jedem zweiten einfachen Soldaten verwendet.

    Einige Spieler ignorieren Nerfknarren, weil sie nicht laut knallen und rauchen. Eine Begründung die ich akzeptieren kann.

    Andere Spieler mögen keine knallenden und Rauchenden Waffen, die keine Projektile verschießen, da sie nicht wissen ob sie denn getroffen wurden oder nicht. Auch dass kann ich irgendwie nachvollziehen.

    Feuerwaffen werden eher akzeptiert wenn sie gut aussehen und zum Spiel passen. Zumeist sind das Replika- Feuerwaffen die extra fürs Larp gebaut oder umgebaut wurden (und dementsprechend viel kosten). Nerf-Knarren sehen in Natura eher bescheiden und sehr modern aus. Da ist zumeist viel Arbeit und können nötig um sie passend aussehen zu lassen.

    Die Kombination knallt, raucht und verschießt Projektile ist eher die Seltenheit und würde wahrscheinlich am ehesten auf Akzeptanz stoßen.

    Noch ein Wort zur Sicherheit. Nerf-Pfeile könnten theoretisch ins Auge gehen. Was aber eher selten passiert. Die Gefahr schätze ich zwar als vorhanden aber gering ein. Waffen die mit Böllern, Böllerpulver oder gar echtem Schwarzpulver funktionieren sind sehr mit Vorsicht zu genießen und auf einigen Veranstaltungen völlig verboten. Ich weiss von einer Großveranstaltung auf der es zu Verletzungen damit kam und Leute ins Krankenhaus mussten.
    Wäre der Verletzte nicht Kumpel gewesen und hätte seinen Mund gehalten, wäre es an die Polizei gegangen und hätte einigen den Con vermiest...
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

  9. #29
    Cartefius
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    Meine Güte um denjenigen der da schießt eine gute Show zu bieten, von mir aus gerne. Kann man machen. Besonders spielwerterhöhend ist es aber für mich nicht, einfach da man damit realistisch wirklich zum "Schlachtvieh" wird.
    Könntest du mal klar auf den Punkt bringen, warum dich ein Pistolen- oder Musketentreffer zum "Schlachtvieh" macht, ein Treffer mit Bogen oder Armbrust hingegen nicht? Das wiederholst du sehr häufig, der Grund dafür ist mir aber immer nicht nicht klar.

    - Feuerwaffen verschießen sichere Projektile und man merkt, daß man getroffen wird.
    Der zweite Teil davon ist übrigens meiner Erfahrung nach ein klarer Nachteil der gängigen Feuerwaffenlösungen: Die Projektile sind oft so klein und leicht, dass die Getroffenen im unübersichtlichen Schlachtgetümmel die Treffer nicht merken, insbesondere wenn sie Rüstung oder dicke Kleidung tragen. Das ist neben der eher kurzen Reichweite ein Grund, weswegen diese Waffen im Larp eher weniger effektiv sind als Bogen oder Armbrust.

    Waffen die mit Böllern, Böllerpulver oder gar echtem Schwarzpulver funktionieren sind sehr mit Vorsicht zu genießen und auf einigen Veranstaltungen völlig verboten.
    Die sind ja auch, wenn der Böller zum Antrieb der Projektile dient, laut Waffengesetz problematisch, deswegen erlebe ich die fast gar nicht mehr. Einen guten Knall und Rauch erzeugt man aber nunmal am besten mit Pyrotechnik.

  10. #30
    Gerwin
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    Noch einmal für wenigleser:

    Kettenhemd schützt realistisch gesehen mit Gambeson recht gut vor Bogentreffern und vergleichsweise gut vor Armbrusttreffern.
    Kettenhemd schützt realistisch gesehen nicht vor Musketentreffern.
    Ich mag ein realistisches Spielerlebnis abseits von Windstoß und Punktezählerei.
    Ich halte nichts von Nervs oder ähnlichen Geschossen, eben WEIL sie ein realistisches Spielgefühl nehmen. Wenn jemand aus 20 Metern Entfernung mit seiner Muskete auf meinen Charakter schießt trifft er mit hoher Wahrscheinlichkeit, (noch einmal "2 Regeln" oder "meine SL-Mami hat gesagt" treten hier für mich hinter Realismus zurück) oder hat (maximal) einen Fehlschuss. Die geringe Reichweite ist für mich schon bei Bögen ein Ambientekiller, bei den meisten Feuerwaffengeschossen wird's noch schlimmer. DANN lieber jemand der eine schöne Waffe, von mir aus auch eine Muskete mit viel Still bedient. Da wird man dann halt auch (mal) auf größere Entfernung getroffen.

    Daneben schreibst du selbst

    "Musketen" sind sehr späte Waffen, die sehr durchschlagskräftig sind, da bringt ein 500 Jahre früheres Kettenhemd (oder auch eine fortgeschrittene Plattenrüstung) nicht mehr viel.
    Oder, kurz ausgedrückt, während ich mich bei einen Pfeiltreffern noch irgendwo im Bereich zwischen "steckt in der Rüstung fest" "hat meine allenfalls angekratzt" und "ging durch" bewege sorgt der Musketentreffer realistisch gesehen immer für einen Zustand der einen Kampf so gut wie unmöglich macht. Und spätestens wenn der Treffer dann ausgespielt wird (und man zu Boden geht) ist man Schlachtvieh.
    Geändert von Gerwin (19.12.2016 um 18:00 Uhr)

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