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  1. #11
    Blümchen
    Blümchen ist offline
    Grünschnabel Avatar von Blümchen

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    Dann Schmeiß ich glaub ich auch mal meine (vielleicht etwas direkteren als vom Großteil der Kommentierenden ) Erfahrungen in den Ring

    Zitat Zitat von oliverp Beitrag anzeigen
    Das halte ich für Wunschdenken, nicht wenige Homoexuelle meiden viele Cons wie zB Mythodea wg massiv gehäufter homophoben Äußerungen.
    Zitat Zitat von Tine Beitrag anzeigen
    @oliverp
    Tatsächlich? Auf den Cons, wo ich mich rumtreibe, ist mir sowas noch nicht untergekommen. Im Gegenteil.
    Kommt vermutlich auf die Cons und das generelle soziale Umfeld an. "Larper sind Toleranter als der Gesellschaftsdurchschnitt" kann sehr gut sein, aber auch das hat seine Grenzen. Beim Umgang mit Homosexualität habe ich bisher tatsächlich nur die üblichen "Zwei Frauen miteinander sind voll heiß" und hin und wieder homophobe Beleidigungen, vorzugsweise von den "Ganz harten Kerlen TM" (Aber was heißt hier "nur"). Das ganze wird hier natürlich durch IT/OT-Trennung verkompliziert - es ist durchaus möglich, homophobe Charaktere zu spielen, auch wenn man selbst es nicht ist, und viele Settings haben derartige Einstellungen halt einfach integriert. Da kann man geteilter Meinung drüber sein, man sollte sich vermutlich informieren, wenn man nicht mit so etwas konfrontiert werden will.

    Beim Umgang mit Transsexualität wird es (wie auch Gesellschaftlich), schwieriger - die meisten Leute gehen damit tatsächlich einigermaßen vernünftig um, aber gerade gegen Transfrauen (bei denen das bekannt/"sichtbar" ist) kriegt man dann doch hin und wieder mal dumme Sprüche oder Diskussionen zu hören - gerade in deren Abwesenheit.
    Wenn es dir ein Anliegen ist, nicht zum Ziel transphobischer Kommentare zu werden, würde ich auf jeden Fall empfehlen, den Charakter Cis zu machen, um die Transsexualität nicht als Teil des Spiels zu behandeln - das kann dann doch Leuten Ausrede genug geben, um "rein IT, natürlich" transphobisch zu werden. Zumal das Konzept in den wenigsten etablierten Settings so mitgedacht wurde, eingefügt ist und reinpasst, blöde gesagt.

    Beim Thema Crossplay wird in meiner Erfahrung allerdings auch einiges weniger heiß gegessen, als es gekocht wird. Grundsätzlich sollte immer die Frage sein "warum", aber "Ich bin tatsächlich ein Mann, seh nur nicht ganz so aus" wird von den meisten Leuten in meiner Erfahrung (Hier aus zweiter Hand) akzeptiert, auch generell hängt das viel vom Conumfeld ab, und davon, wie es gemacht ist - je ernster und mit mehr Mühe es umgesetzt wird, desdo akzeptierter. Alles Crossplay (Oder entsprechend wahrgenommene), was ich bisher erlebt habe, wurde "Ist halt so" angenommen, vielleicht mal mit einem Pronomenausrutscher.
    (Interessanterweise reicht übrigens für manche Leute nicht einmal ein Bart im Gesicht, um konsistent männliche Pronomen zu nutzen, wenn das Gesicht darunter als "weiblich" gesehen wird. Auf eine Korrektur auf das richtige Charaktergeschlecht habe ich bisher aber auch keine Diskussionen erlebt.)

    Kleine Abseite über Wortverwendungen:
    Zitat Zitat von Tine Beitrag anzeigen
    In meinem Umkreis gab und gibt es über die Jahre viele Homosexuelle und auch Transgender.
    Weil es mir sowohl als Transfrau und Germanistin ein Anliegen ist: "Ein/mehrere Transgender" ist eine blöde Formulierung.
    Hauptsächlich ist "transgender" ein Adjektiv, und die direkte Nominalisierung funktioniert so nicht. Klingt für Leute, dies wissen, halt ähnlich blöd wie "Ein Redend" oder "Ein Nass" oder so. Dazu wird sie meist als Beleidigend bzw. durch seine sonstige Verwendung als Verdinglichend empfunden.
    Jedem, dem ich kenne, und von dem ich weiß, wäre z.B. "Transperson" deutlich lieber als Formulierung

    Und @Gerwin: Statt "(Biologischer) Mann" bzw. "(Biologische) Frau" empfiehlt sich meistens die Verwendung von "Transfrau" und "Transmann". Wenn es wichtig ist, herauszustellen, dass noch "keine Schritte unternommen wurden" o.ä., kann man ja ein "unbehandelt" oder so etwas davorsetzen - ist auf jeden Fall besser, als Transfrauen als Männer zu bezeichnen und umgekehrt, was vielleicht optisch naheliegend, aber weder richtig noch angenehm ist (Die meisten Leute werden die eine versehentliche Falscheinsortierung verzeihen, solange du dich korrigierst, keine Sorge).

    (All das ist jetzt natürlich meine Persönliche Meinung, die sich halt mit der aller mir bekannten Transleute deckt. Ich kann nicht für alle sprechen, natürlich nicht.)

  2. #12
    Hana
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    Jünger aussehen ist echt kein Problem - ich gehöre auch zu den Leuten, die mit Ende 20 noch nach dem Ausweis gefragt wurden. Beim Bier kaufen ... Würde ich vermutlich auch mit über 30 noch, wenn ich nicht langsam echt viele weiße Haare hätte
    Und auch abseits von Trans-Leuten: Bei androgyn aussehenden Menschen kann es schonmal vorkommen, dass es da zu Geschlechtsverwechslungen kommt - ich habe zwei Freundinnen, die schonmal für Männer/Jungs gehalten wurden, gerade bei jungen Gesichtern passiert das halt. Wenn man da jemanden nicht einordnen kann oder verwechselt, ist das auch im Larp kein Drama, wenn man selbst keins draus macht.
    Die von Gerwin angesprochene Abneigung gegenüber Cross-Dressing kommt eher gegenüber schlecht gemachtem Cross-Dressing vor - eine Frau mit verstellter "tiefer" Stimme oder ein als Frau verkleideter Mann kann leicht etwas albern wirken, um im Larp möchte man ja (meist) eher ernsthaftes Spiel und keinen Slapstick.
    [Fun Fact: Im Harry Potter-Larp ist Crossplay völlig normal und verbreitet.]

    Dass Charaktere im Laufe des Spiels reifen und erfahrener werden, ist auch eine übliche Entwicklung, sich da vom jungen Burschen zum gestandenen Mann vorzuarbeiten lässt sich sicher auch optisch gut umsetzen.

    Zitat Zitat von oliverp Beitrag anzeigen
    Das halte ich für Wunschdenken, nicht wenige Homoexuelle meiden viele Cons wie zB Mythodea wg massiv gehäufter homophoben Äußerungen.
    Ich kann mir vorstellen, dass das auf einem Con mit mehreren tausend Teilnehmern problematischer ist als auf kleineren Cons, weil man als "Täter" da leichter untertauchen kann? Ich habe sowas noch nie erlebt, gehe aber auch eher nur auf kleine Cons und das Epic.
    Geändert von Hana (23.06.2017 um 18:30 Uhr)
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  3. #13
    Gerwin
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    Wenn es dir ein Anliegen ist, nicht zum Ziel transphobischer Kommentare zu werden, würde ich auf jeden Fall empfehlen, den Charakter Cis zu machen, um die Transsexualität nicht als Teil des Spiels zu behandeln - das kann dann doch Leuten Ausrede genug geben, um "rein IT, natürlich" transphobisch zu werden. Zumal das Konzept in den wenigsten etablierten Settings so mitgedacht wurde, eingefügt ist und reinpasst, blöde gesagt.
    Ich übersetze das mal für Nichtstudenten.
    Spiel einen männlichen Charakter, thematisiere deine transsexualität IT nicht.

    Für mich übrigens ein ganz wichtiger Punkt. Ansonsten denke ich aber dass wir wirklich zurück zur Charakterbesprechung kommen sollten. Wenn ich hier mitlese habe ich fast den Eindruck, dass Larp eine homo/transphobe Massenbewegung zu sein scheint. Und das ist Blödsinn. So lange ein Transmann (nur ums Blümchen hier recht zu machen) nicht von der Natur Körbchengröße D + mitbekommen hat ist es ziemlich unproblematisch möglich, auch ohne Behandlung, einen Cis-Mann zu spielen. Die Kleidung bewirkt hier Wunder. Und die Kleidungsvorstellung würde zumindest mich ungemein interessieren.

    @ Blümchen: Meinen Kommentar zu deiner Bitte findest du im Chatthread. Sonst wird's hier aus meiner Sicht echt etwas eigenartig.

  4. #14
    Tine
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    Weil es mir sowohl als Transfrau und Germanistin ein Anliegen ist: "Ein/mehrere Transgender" ist eine blöde Formulierung.
    Hauptsächlich ist "transgender" ein Adjektiv, und die direkte Nominalisierung funktioniert so nicht. Klingt für Leute, dies wissen, halt ähnlich blöd wie "Ein Redend" oder "Ein Nass" oder so. Dazu wird sie meist als Beleidigend bzw. durch seine sonstige Verwendung als Verdinglichend empfunden.
    Jedem, dem ich kenne, und von dem ich weiß, wäre z.B. "Transperson" deutlich lieber als Formulierung
    Finde ich lustig, weil sich die beiden "Transpersonen" aus meinem näheren Umkreis selber als "Transgender" bezeichnen. Aber ich nehm's zur Kenntnis.
    SEMPER PROBUS

  5. #15
    Blümchen
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    Zitat Zitat von Tine Beitrag anzeigen
    Finde ich lustig, weil sich die beiden "Transpersonen" aus meinem näheren Umkreis selber als "Transgender" bezeichnen. Aber ich nehm's zur Kenntnis.
    Moment, die Bezeichnung als "Transgender" ist auch so vollkommen tauglich. Mach ich auch. Das Problem, was ich meinte ist mit der Nominalisierung des Wortes als "Ein Transgender". Wenn die das machen - klar, dürfen sie, ist allgemein aber sehr unüblich und oft kritisiert aus oben genannten Gründen. Die Bezeichnungen zu benutzen, die die Personen selbst wollen, ist aber natürlich immer der beste Weg

    Aber, ja, den Rest der Diskussion vielleicht besser im Chatthread, wenn es ohnehin schon dahin ausgelagert wurde
    Geändert von Blümchen (23.06.2017 um 20:22 Uhr)

  6. #16
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    Debattiert ihr nicht am Punkt vorbei? Weidomir hat doch gar nicht angedeutet, dass sein Charakter transgender sein soll... sondern einfach nen Kerl. Nen jungen Kerl hat, weil er jung aussieht. Da sehe ich jetzt weder Erklärungs- noch Diskussionsbedarf. Klar kann er das... und sein Charakter darf dabei auch gerne unter 18 sein, auch auf ab 18 Cons. Fände ich sogar bereichernd, dann hätte man einen Jungspund, den man komplett dem Setting entsprechend anspielen kann, ohne dass man auf das OT-Alter Rücksicht nehmen muss.

    Das ganze wird hier natürlich durch IT/OT-Trennung verkompliziert - es ist durchaus möglich, homophobe Charaktere zu spielen, auch wenn man selbst es nicht ist, und viele Settings haben derartige Einstellungen halt einfach integriert. Da kann man geteilter Meinung drüber sein, man sollte sich vermutlich informieren, wenn man nicht mit so etwas konfrontiert werden will.
    Ist das nicht vollkommen wurscht? Weidomirs Charakter ist weder homo- noch transsexuell angelegt, also warum sollte er dann Probleme mit IT-Homophoben haben? Vorurteile und Konfliktspiel der Charaktere richten sich auch nur gegen den Charakter, nicht die Person. Das ist der Unterschied zwischen einem Rollenspieler... und einem Arschloch. Mein Charakter kam zwar noch nicht in die Verlegenheit, aber der ist auch mittelalterlich-konservativ und hat Vorurteile gegen alles mögliche (fantastisches und reales), dabei kommt es aber auf die Rollen an, denen er begegnet. Der Spieler ist mir da doch egal, der kann sein oder machen, was er will.
    Dummheit wird mein Henker sein.

  7. #17
    LarpTroll
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    Im Mittelalter ging man mit Transsexuellen scheinbar relaxter um als heute. Wenn konservativ-mittelalterlich korrekt, dann wäre da möglicherweise eher IT-Wohlwollen zu spielen. Da er aber einen normalen Mann spielt, gibt's auch keinen Grund für IT-Homophobie. Es sei denn, er macht Männern Avancen. Aber auch dann ist die westeuropäisch mittelalterliche Homophobie ja stark ans Christentum gebunden und wenn die IT-Religion dazu nix sagt, stellt sich die Frage, wo die Homophobie denn herkommen soll. Nichtreligiöse Gründe zur Entstehung gabs auch, z.B. als völkische Distinktion, wie auch Schweinefleischverbote entstanden sind a la "Die anderen machen sowas, wir aber nicht." Wenn dann aber der konkret bespielte Hintergrund solche Phobien gar nicht erwähnt, wird eine IT-Erklärung für IT-Anfeindungen unplausibel.

  8. #18
    oliverp
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    Zitat Zitat von Hana Beitrag anzeigen
    Ich kann mir vorstellen, dass das auf einem Con mit mehreren tausend Teilnehmern problematischer ist als auf kleineren Cons, weil man als "Täter" da leichter untertauchen kann? Ich habe sowas noch nie erlebt, gehe aber auch eher nur auf kleine Cons und das Epic.
    War dort mal ein großes Thema das viele Leute verprellt hat, in meinem Umfeld sin Homosexuelle sehr entspannt und nicken sowas ggf weg.
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
    Jean-Jacques Rousseau

  9. #19
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    Die vielen Antworten hier sind teils echt motivierend
    Weil ich noch nie irgendwelche anderen Transleute mit interesse am Larpen gefunden hab, war ich mir da nicht so sicher, ob ich überhaupt auf 'nem Con aufkreuzen sollte - die offene Diskussion ist schon echt beruhigend!
    @Langer: Genauso hatte Ich's mir vorgestellt: einen jüngeren Charakter zu spielen, auf den man aber wegen meiner "IRL"-Volljährigkeit nicht sonderlich Rücksicht nehmen muss. Ich hab mir inzwischen tatsächlich überlegt, nach ein oder zwei kleineren Larpis für größere Cons den Charakter in Richtung "Lehrling" zu schubsen, vielleicht findet sich ja irgendwo ein Völkerkundler/Barden (Skalden?)/Geschichtenerzähler, der den Dorftrottel unter die Fittiche nehmen und ihm helfen kann, seinen Durst nach neuen Geschichten zu stillen. Wobei das Pilgerlager auch recht interessant klingt.
    Um einige Dinge klarzustellen, japp, das wird in der Tat ein Cisgeschlechtlicher Charakter - ich seh keinen Sinn darin, eine äußerst moderne Thematik (d.h, mit den heute verwendeten Begriffen etc) in's Fantasyabenteuerland zu übertragen, vor allem nicht für einen ersten Charakter, der ja halbwegs leicht anspielbar sein sollte
    Eventuelle falsche Pronomen machen mir zum Glück keine Probleme, und wenn's mit IT-Anreden so ist, wie ihr's beschrieben habt, dann wird's nach einem schnellen korrigieren schon gut und vergessen sein.
    Gewandungsbilder hab ich sogar irgendwo herumliegen, die müsste ich allerdings aus den Tiefen meiner tragbaren Festplatte kramen, die irgendwo in meiner Wohnung verschollen ist...meine Gewandung wird wohl zu 90% meine MA-Markt-Kleidung: Ich hab eine braune und 'ne beige Hose aus dem Hippieladen, die als halbwegs altertümlich durchgehen könnten (strebe allerdings noch an, mir über den Sommer eine Brouche und Beinlinge zu nähen), dann ist da das übliche Schnürhemd in Leinenweiß, ein orange-brauner geißlicher aber wasserdichter Kurzumhang, sowie ein schwarzer Schlapphut und Gürtel mit zwei Taschen und einem Becher (der Becher kommt beim im-Gelände-herumrennen ab...)
    Als Schuhe hab ich momentan nur zusammengewurschtelte Ledersandalen, bei festerem Schuhwerk bin ich noch am Suchen. Jedenfalls ist alles recht schlabberig und weit, da ich nicht der größte dickste Kerl im Lande bin.
    Sieht alles recht zusammengewürfelt aus, aber 'ne schwarze Spaltlederrüstung und fancy Doppelschwerter werden hier nicht zu finden sein
    Noch eine Frage: Um eventuelle IT-Langweile zu bekämpfen und bemerkenswerte Ereignisse festzuhalten - wäre ein dünnes Blanko-Buch, mit zerfleddertem Leder eingebunden, gut für so einen wandernden Vorstadtheinz? Da ich gerne zeichne, dachte ich mir, es wäre eine ganz coole Sache, die gesammelten Geschichten meines Charakters so nah am Geschehen wie möglich festzuhalten.

    PS: @Blümchen, cool, hier auch andere Transleute zu sehen

  10. #20
    Blümchen
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    Zum Punkt "minderjähriger Charakter bei volljährigem Spieler auf Ü18" - hab ich schon erlebt. Sogar noch deutlich jünger, eine Spielerin im Endzeitbereich, die sehr fähig ist, kindlich zu wirken, und dann Charaktere Anfang der Pubertät spielt. Es kann das Spiel bereichern, durch die Anwesenheit von U18-Charakteren und die Plots die man damit machen kann auf Cons wos die Spieler nicht sind. Und zumindest auf kleineren Cons ist dann halt die OT-Annahme "Wird schon passen, wenn die hier ist", und weitergespielt.
    Du könntest natürlich mindestens IT (eventuell, auf nicht-Ü18 Cons auch OT) Probleme beim Alkoholausschank bekommen. Aber wenn du sehr jung aussiehst, gilt das eh - ob du dann deinen Perso vorzeigen oder einfach nicht trinken willst, musst du dann entscheiden und selbst rausfinden.
    Ansonsten ist es, wie andere Leute gesagt haben, auch durchaus ohne Probleme möglich, Charaktere des eigenen Alters zu spielen, selbst wenn man nicht so rüberkommt. Sieht man ja auch OT nicht jedem an. Wird vielleicht einen Moment von "Echt jetzt?" geben, aber mehr auch nicht.
    Dann ist dein Charakter halt vielleicht (noch) sehr gründlich und rasiert sich jeden Morgen glatt. Elfenspieler mit Bartwuchs rasieren sich ja (meist) auch regelmäßig, obwohl den Charakteren kein Haar wachsen kann.
    Wenn du da aber das Konzept einfach willst - kann man machen, viel Spaß damit!

    Zum Punkt Charakterentwicklung/Lehrlingsschaft: Hängt natürlich davon ab, wie gut man Leute findet, mit denen man sich entsprechend versteht - mit einer Lehrlingsschaft bindet man sich ein Stück weit an den anderen Charakter. Wenn man ungefähr im gleichen Gebiet wohnt, gleich viel Zeit hat und den gleichen Congeschmack, kann das funktionieren. Ansonsten braucht man eventuell eine Menge Ausreden, warum man selbst jetzt da ist, der Lehrmeister aber nicht. Schön gemachtes Lehrerspiel kann aber sehr bereichernd sein, und auch sehr gut Leerlaufphasen füllen.
    Entsprechende Charaktere sind auch auf vielen Cons zu finden, tendenziell sind Barden dann halt musikalisch unterwegs, und wenn du primär Geschichten sammeln willst, eher nicht die richtige Anlaufstelle. Beim Skalden stellt sich die Frage der Kultur des Charakters - das wäre halt nordisch, und würde gefühlt zu dem Rest, den du beschreibst, eher weniger passen.

    Zum Punkt Gewandung: Die Hose klingt erstmal tauglich, Bruche und Beinlinge sollten, wenn dann natürlich zur bespielten Kultur passen (Wie alle Kleidung). Nicht davon ausgehen, dass die Kombi immer die bessere wäre, es gibt durchaus viele Charaktere, wo eine weite Hose die deutlich passendere Wahl wäre (Gerade in Stiefeln kann das auch was hermachen). Kurzumhang heißt was? Geht der einfach nur bis zur Hüfte oder so? einen Hut zu haben, ist übrigens immer gut. Pluspunkte.
    Was ich dir noch wirklich ans Herz legen würde bei deiner Aufzählung ist etwas, was du über das Hemd ziehen kannst. Hemden sind erst einmal hauptsächlich Unterwäsche, und es sieht auch meistens eher aus, als würde der Charakter im Äquivalent vom Feinrippunterhemd rumlaufen, nicht im Tshirt. Verschiedene Leute sind da unterschiedlich sensibel, aber eine Tunika oder, nach der Beschreibung der sonstigen Ausrüstung vielleicht sogar eine Weste oder ein Doublet (Weil das alles eher zeitlich später klingt) könnten das ganze sehr aufwerten.
    Bei den Schuhen, wo ist dein preisliches Limit? (Und was ist deine Schuhgröße?) Da gibt es gerade im Internet einige Optionen, aber halt jeweils unterschiedlich teuer.
    Ansonsten das obligatorische: Nähen lernen ist sehr empfehlenswert, man kann zum einen gekaufte Sachen sehr schön individualisieren, zum anderen aber auch eigene, individuelle Sachen nähen - und dann genau das haben, was man für den eigenen Charakter haben will, selbst wenn es über das übliche Angebot von Mittelalter- und Larpläden hinausgeht.

    Ansonsten hier vielleicht ein Punkt zum schon angeschnittenen Kultur des Charakters: Es kann sehr förderlich sein, dir das zu überlegen, bevor du bei der Ausgestaltung viel weitermachst. Das Land, wo der Charakter herkommt, wird ihn aller Wahrscheinlichkeit nach sehr prägen, was Kleidung, Verhaltensweisen und Platz in der Gesellschaft angeht. Für die meisten Bedürfnisse gibt es da schon existente Larpländer, auch das orientieren an Hintergründen aus DSA oder anderen Pen and Paper-Rollenspielen wird gerne gemacht, ohne dass du dir da was ausdenken musst. Eine Verwurzlung in, und Betonung der Kultur kann in meiner Erfahrung sehr schönes Spiel generieren (Auch wenn hier geschlossene Settings nochmal deutlich mehr profitieren).

    Zum Punkt IT-Langeweile und Zeichnen: Irgendwas zu tun zu haben in Leerlaufphasen ist immer gut - und Bilder zeichnen ist eine durchaus taugliche Beschäftigung. Ich persönlich würde da vielleicht nicht auf zerfleddertes Leder gehen (Abgewetzt wäre etwas anderes, aber warum sollte jetzt gerade das zerfledderte Leder dagewesen sein und verwendet werden? So leicht zerfleddert das eigentlich gar nicht). Generell haben in meiner Erfahrung sehr viele Charaktere Bücher dabei, und bisher hab ichs noch nicht erlebt, dass das bei irgendwem hinterfragt wurde. Außer halt "zeig mal her".

    Zum Punkt Transleute auf Larps: Freut mich, wenn meine Anwesenheit dich beruhigen kann Wenn du noch Fragen hast, gerne auch per PN, ich hab da inzwischen einige Erfahrungen sammeln können (Und über meinen Freund und ein paar Kumpels durchaus auch Zugriff auf Erfahrungsberichte von larpenden Transmännern). Ansonsten... Japp, gibt Larpende Transleute. Nicht so viele, aber das gibts ja auch im Alltag nicht, statistische Abweichungen wären mir jetzt nicht groß bekannt. Da musst du dir keine Sorgen machen, du bist nicht der erste, bei weitem nicht. Und, ich hab bisher keine wirklichen Probleme gehabt (Auch wenn ich deutlich eher auf kleineren Cons unterwegs bin, und zu Großcons als Transperson nur sehr eingschränkt was sagen kann - als ich noch auf dem DF war, habe ich noch einen Mann gespielt.)

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