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  1. #21
    Gerwin
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    Ahja...und "seltsam und witzig" ist ein gutes Charakterkonzept? Hmm...unsere Wahrnehmung ist da durchaus ähnlich, bis auf dass ich es für falsch halte einen Charakter zu entwickeln der erstmal als "seltsam" wahrgenommen wird.

    Die Frage nach den warum bleibt aber immer noch offen. Daher mal ganz direkt: Was spricht für dich, Reddopasta dagegen einfach eine Frau als Larpcharakter zu spielen? Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Geschlecht im Larp, abseits von der Zweierbeziehung, in der Regel eine deutlich geringere Rolle spielt als im Alltag?

  2. #22
    Section31
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    Fingerwundschreiber

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    "seltsam und witzig" ist ein gutes Charakterkonzept?
    Du verwechselst hier (absichtlich) "Konzept" mit "Wirkung", das sind aber zwei grundverschiedene Dinge.
    Die Charakterkonzepte lauteten in keinem der Fälle "Ich spiele einen Charakter eines anderen Geschlechts",
    sondern hier zum Beispiel Elbenfürst, Knappe und orientalischer Händler.
    Aber um deine eigentliche Frage zu beantworten: JA, seltsame und/oder witzige Charaktere empfinde ich als
    Bereicherung meines LARPs. Nichts ödet mich mehr an als 20 nichtssagende "Abenteurer" auf einer Con.
    In God we trust, the rest we monitor

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  3. #23
    Gerwin
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    Das mit den seltsamenen oder witzigen Charakteren mag dann passen WENN 1. das Con drauf ausgelegt ist und 2. der Spieler seine Idee selbst nicht ernst nimmt. Ansonsten wäre JEDE deiner Rollen auch als Frau spielbar. Es gibt kaum eine Rolle die generell nicht mit einen weiblichen Charakter ausgefüllt werden kann (andersherum schon eher) und ein Chara wird eben nicht dadurch interessant dass ich ihm einen Bart anklebe und mein eigentliches Geschlecht (oder, um Kritik vorzubeugen, das Geschlecht dem ich optisch eindeutig zuordnenbar bin) wechsle. Ansonsten wäre mir eventuell ein gut gemachter Chara der nur auf eine eigenartige Idee kommt auch lieber. Der 21 igste Abenteurer der meint "ich will individuell sein, also Bart dran" eher nicht.

    Wobei sich mir bei Transpersonen auf Con die noch weiblich (oder männlich) aussehen eher existenzielle Fragen stellen würden. Am wichtigsten der Gang zur Toilette. Unisextoiletten sind wohl noch immer eine Seltenheit.
    Geändert von Gerwin (26.06.2019 um 22:18 Uhr)

  4. #24
    Nount
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    Hmm. Gerwin, kämst du bei einer Person, die NICHT trans ist, aber sagt, dass sie ständig mit dem anderen Geschlecht verwechselt wird (es gibt ja sehr weiblich aussehende Männer und sehr männlich wirkende Frauen - letztere etwas seltener, aber wenn sie sehr groß sind und Rüstung tragen - ist mir im Larp beides schon öfter passiert, dass ich das Geschlecht falsch zugeordnet habe und ich weiß auch von Mitspieler/innen, denen das passiert ist, sogar mir selbst in Rüstung ), auch auf die Idee, dass die Person das Geschlecht spielen soll, für das viele sie halten? Ich nicht.

    Ich sehe da kein Problem - ich empfehle einen klar geschlechtsspezifischen Charakternamen und wenn wer anders einen falsch einordnet, korrigiert man ihn halt.
    Moderative Eingriffe werden von mir als solche gekennzeichnet.

    Entspanne dich.
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  5. #25
    Gerwin
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    Du wirst lachen Nount, aber ich habe dieses aus meiner Sicht eher hinkende Argument erwartet. Ja es gibt Menschen die, obwohl sie es nicht drauf anlegen, nicht auf den ersten Blick als männlich oder weiblich zu identifizieren sind. Der Prozentsatz liegt erfahrungsgemäß irgendwo im Promillebereich, spätestens sobald jemand sich vorstellt (sprich ein paar Sätze sagt). Gerade bei männlich wirkenden Frauen ist mir da ehrlich gesagt in doch einigen Jahren Larperfahrung noch nie ein Fall untergekommen, wo nicht spätestens auf den zweiten Blick feststand "Joah...ist ne Frau". Auch bei Männern ist der Fall den du beschreibst in der Regel nicht "sieht weiblich aus" sondern "wirkt androgyn" (sprich "eine eindeutige Geschlechtszuordnung ist nicht auf den ersten Blick vorzunehmen"). Joah, gibt es, aus meiner Sicht dank aktueller Mode und beliebtern Freizeitbeschäftigungen auch eher häufiger. Wenn allerdings gesagt wird

    [quote]"
    Also ich bin ganz neu dabei und FTM Trans und habe schon ein bisschen angst vor meiner ersten Runde, weil ich leider noch recht weiblich aussehe."[/quote)

    Dann gehe ich hier davon aus, dass Reddopasta nicht in den "wirkt irgendwie androgyn, man kann auf den ersten Blick daneben liegen" Bereich fällt, sondern eben in den Bereich "eindeutig Frau". Da bin ich doch gespannt auf Beispiele von "cis-maskulinen Larpern" bei denen ich (ohne gewünschten Verkleidungseffekt) sage "eindeutig Frau".

    Im Prinzip drehen wir uns aber im Kreis. Mir geht es eigentlich nur darum klarzustellen, dass der transsexuelle der eben nicht auffallen will im Larp eine ganz einfache Möglichkeit hat. Nämlich das Geschlecht spielen welches optisch (noch) seins ist. Im Larp (zeitlich begrenztes Hobby, die geschlechtliche Zuordnung ist eigentlich egal) stelle ich mir das deutlich unproblematischer vor als im Alltag (zeitlich keine Begrenzung, die geschlechtliche Zuordnung ist häufig wichtig).

    Gruß

    Gerwin

    Nur als kleine Ergänzung: "Angst" muss niemand haben. Wovor auch. Das schlimmste was tatsächlich passieren dürfte wäre ein blöder Spruch, und da schätze ich durchaus eine Mehrheit in der Gesellschaft eher als trans-freundlich ein.
    Geändert von Gerwin (27.06.2019 um 15:41 Uhr)

  6. #26
    oliverp
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    Im Zweifelsfall ist es halt "äh...du... wie heisst du?" wenn man sich nicht sicher ist. Ich als echt Konservativer sehe da da gar kein Problem. Wenn man falsch liegt, wird man halt korrigiert; was solls.

    Wenn mein "männlichster" Freund, James (Ghanaer, 1,95, 130 kilo bei niedrigem KFA, Ex-Pro-wrestler) mir sagen würde "du ich möchte ab heute Janine genannt werden", dann wär das halt so. Tut doch keinem Weh.
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
    Jean-Jacques Rousseau

  7. #27
    Gerwin
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    Naja, die Akzeptanz von Transpersonen oder "nicht binären" ist nun nicht gerade das wofür "echt konservative" bekannt sind. Das "tut doch keinen Weh" Argument zieht da nicht. Es tut auch niemanden weh zumindest temporär einen weiblichen Charakter zu spielen. Oder sich zumindest so intensiv mit dem eigenen Kostüm zu bemühen dass man eben die gleiche Wirkung nach aussen entfaltet wie ein Cis-Mann. Da wir uns ja schon einig sind dass auch Cismänner nicht alle aussehen wie James, sollte das in den meisten Fällen möglich sein. Ein bisschen mehr als "Bart ankleben" erwarte ich dann allerdings schon. Eine Rasur und ein Kleid erlauben mir ja auch nicht glaubwürdig eine Frau dazustellen.

    Gruß

    Gerwin

    P.S.: Ehe es untergeht. Vielleicht sollte man sich mal drauf einigen dass niemand Angst haben muss.
    Geändert von Gerwin (27.06.2019 um 19:37 Uhr)

  8. #28
    oliverp
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    Doch, konservativ sein, bedeutet, die Freiheit eines jeden Einzelnen zu akzeptieren. In einer konservativen Gesellschaft wirst du Freiheit finden, in linken Systhemen immer nur Zwang.
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  9. #29
    Gerwin
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    Neben den Umstand dass ich deine sehr transfreundliche Argumentation bei der CDU/CSU in Teilen und bei der AFD komplett vermisse (und sie damit zumindest bei den stark konservativen in Deutschland nicht vorkommt) stellt sich mir eine für uns als Larper vielleicht viel interessantere Frage:

    "Warum hat eine Transperson überhaupt (aus meiner Sicht unbegründete) Bedenken beim Larpbesuch?"

    Wenn hier teilweise von Ängsten gesprochen wird würde mich schon interessieren was für Ängste da projeziert werden. Die Angst wieder in die Rolle des Geschlechts schlüpfen zu müssen welches die Gesellschaft im Alltag (noch) zuschreibt? Oder ganz konkrete bedenken alla "da spielt sicher keiner mit mir weil ich trans bin?".

    Gruß

    Gerwin

  10. #30
    oliverp
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    Konservative Kreise thematisieren Randthemen eben weniger und fokussieren sich auf die Mehrheit - die Rot-Rot-Grünen Sozialisten hier in Berlin tanzen hingegen um 3geschlechtliche Toiletten rum wie um ein goldenes Kalb und fühlen sich ganz progressiv dabei. Dabei betrifft es eine absolute Minderheit, die mit Sicherheit ihre Rechte haben soll (dafür geh ich auch gern mit auf die Straße wenn es nicht so sein sollte), aber eben nicht prägend für die Mehrheitsgesellschaft steht.

    Ohne der AFD zusprechen zu wollen: Die Homosexualität von Alice Weidel war dort nie ein großes Thema.

    Nachtrag: Welche Ängste aber konkret bestehen, interessiert mich auch, vll traut sich ja jemand Betroffener in dieser relativ anonymen Umgebung Auskunft darüber zu geben.
    Geändert von oliverp (28.06.2019 um 11:15 Uhr)
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