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  1. #1
    Soranja
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    Zigeunergruppe und ein Krieger

    hi folks

    unsere kleine gruppe (mein freund, ne kollegin, mein kleiner bruder und ich) wollen im januar an unsere erste con gehen. ich hab schon ziemlich viel an unseren charakteren rumstudiert, aber es wär schön wenn ihr euch das mal durchlest (is halt ein wenig lang bei 4 personen) und vielleicht ein paar tipps gebt. vorallem bei unserem krieger bin ich ein wenig unsicher ob sowas geht...
    schon mal vielen dank fürs lesen


    Soranja ist ein fröhliches Mädchen von 20 Jahren. Sie hat 18 Jahre bei ihrer Familie verbracht und ist mit ihnen und den anderen Familien der Gruppe umher gezogen. Ihre Familie lebt wie die meisten Zigeuner von vielen verschiedenen Arbeiten – sei es Wahrsagerei, Musik oder handwerkliche Arbeiten. Soranja hat in diesem Umfeld das Gitarrespielen gelernt, sie ist notfalls auch fähig Kleider und Ausrüstung notdürftig zu reparieren und sie kann gut mit Menschen umgehen. Eine ihrer grössten Stärken ist, dass sie sehr geduldig ist. Mit 5 jüngeren Geschwistern musste sie schon früh lernen, sich nicht immer über alles aufzuregen, so hat sie sich zu einer geduldigen und freundlichen Frau entwickelt. Sie mag die Gesellschaft anderer Menschen, hört dabei aber lieber zu als dass sie redet. Vor Gefahren schreckt sie eher zurück, stürzt sich nicht mitten ins Getümmel sondern beobachtet zuerst das Geschehen.
    Soranja liebt die Musik wie nichts anderes auf der Welt. Häufig summt sie Melodien vor sich hin oder singt gar laut heraus. Sie freut sich immer wenn sie neue Lieder hört und versucht auch gleich sich den text und die Melodie zu merken.
    Neja kam mit ihr auf diese Reise, weil die beiden schon ihr ganzes Leben lang befreundet sind und nie etwas alleine gemacht haben. Sie haben oft darüber geredet, was sie tun wollen wenn sie erwachsen sind und nun war ihnen beiden klar, dass eine Reise durch die Welt ein Erlebnis für sie wäre. Sie wollten mehr sehen als ihren Wagentross und mehr Menschen kennen lernen als ihre kleine Gruppe, so zogen sie also los.
    Ihr Jüngerer Bruder Sentj hat Soranja und Neja bei einem ihrer Gespräche belauscht und war sofort begeistert von der Idee durch die Welt zu ziehen. Soranja hat anfangs versucht ihn davon abzubringen weil er damals noch jung war, aber seine Sturheit erlaubte keinen Widerspruch. So nahmen sie ihn denn mit auf ihre Reise und versprachen den Eltern, dass sie auf ihn aufpassen würden. Mittlerweile ist Soranja sehr froh dass er mitgekommen ist, denn einen starken Mann kann man immer brauchen – und sei es nur zur Abschreckung von Wegelagern und Banditen.
    Ihre Familie und Bekannten liess Soranja bedenkenlos hinter sich. Obwohl sie ihre Eltern mag und auch gerne bei ihnen wohnte, so ist ihr Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit doch grösser als die Familienbande. Die Möglichkeit, nach einigen Jahren der Reise wieder zu ihrer Familie zurückzukehren hält sich Soranja offen. Wer weiss was das Schicksal für Soranja bereithält. Vielleicht Abenteuer? Niederlagen? Grosse Siege? Eine angesehene Stellung an einem Hof? Oder gar die grosse Liebe die sie schon seit Jahren sucht? Wir werden sehen….



    Neja ist die jüngste und auch das einzige Mädchen in der Familie. Ihre grossen Brüder haben sie einerseits immer beschützt, andererseits gab es auch viele Streitereien wo Neja natürlich ganz klar unterlegen war. Da ihr Vater die Familie verliess als sie erst 2 Jahre alt war, war sie häufig auf sich allein gestellt. Ihre Mutter hatte nur wenig zeit für die Kinder, da sie die 8-Köpfige Familie irgendwie versorgen musste.
    Neja brachte sich vieles selbst bei, so lernte sie schnell, dass einem knurrenden Magen mit ein wenig Geschick und Fingerfertigkeit auf dem Markt Abhilfe geschafft werden konnte. Schon mit 7 Jahren raufte sie sich regelmässig mit den Jungs vom Tross um Essen oder Spielzeug. Anfangs musste sie ihre Beute meist hergeben, aber mit jedem Ringkampf wurde sie stärker und bald knöpfte sie auch 3 Jahre älteren Jungs ihr Brot ab.
    Trotz ihrer manchmal eher rauen Art ist sie innerlich immer noch ein kleines, nettes Mädchen, das ein wenig Angst vor der Welt hat. So ist sie Fremden gegenüber sehr zurückhaltend, vorausgesetzt diese beleidigen sie nicht oder reizen sie sonst wie zu Rangeleien. Auch ihre Fingerfertigkeiten wendet sie nur an um zu überleben, nie würde sie sich mehr nehmen als sie benötigt.
    Ihre Freundin Soranja ist einerseits Gegenpol und gleichzeitig auch Seelenverwandte für sie. Die beiden ergänzen sich in Charakter und Fähigkeiten, haben aber grundlegend dieselben Lebenseinstellungen. Beide wollen ein spannendes und glückliches Leben führen, nicht mehr und nicht weniger.

    Sentj ist ein starker, aber gutmütiger junger Mann. Als drittes von sechs Kindern hat er gelernt, die Älteren zu respektieren, aber auch die jüngeren zu beschützen.
    Als Kind liebte er es durch die Strassen zu streunen und nutzte jeden Aufenthalt für diese Beschäftigung. Als der Wagenzug einst in einer grösseren Stadt überwinterte, freundete Sentj sich mit einem adeligen Jungen an. Die beiden trafen sich zufällig auf dem Markt, als der Junge, Theodus mit Namen, verzweifelt auf dem Markt umher irrte und nach seiner Mutter suchte. Sentj nahm sich sofort seiner an und redete beruhigend auf ihn ein. Gemeinsam suchten sie nun nach Theodus’ Mutter und fanden sie nach einigem Suchen in der Menschenmenge. Da die beiden Jungen sich sympatisch waren, trafen sie sich nun öfters draussen zum spielen. Theodus’ Vater fand es zwar nicht schicklich dass sein Sohn Umgang mit Zigeunern pflegte, doch seine Mutter mochte Sentj und erlaubte den beiden zusammen zu sein.
    Von Theodus lernte Sentj auch das lesen. Die beiden verbrachten viele Stunden in der Bibliothek des Vaters und so wurde Sentj ein ganz passabler Leser.
    Als der Winter vorbei war und die Gruppe weiter zog, verabschiedeten sich die beiden Freunde unter Tränen und schworen, einander bald wieder zu besuchen. Bisher haben sie dieses Versprechen aber noch nicht eingelöst…

    Als Sentj mit Neja und Soranja loszog, war er eben erst 15 Jahre alt und im Leben noch unerfahren. Auf der Reise entwickelte er sich dann sehr schnell, wurde selbstständiger und mauserte sich so nebenbei zu einem guten Koch. Vor allem auf die Zubereitung von Fleischgerichten versteht er sich vortrefflich, was vorallem Soranja sehr zu schätzen weiss.
    Durch sein Umfeld wurde Sentj auch sehr musikalisch und so begleitet er Soranja auch bei ihren kleinen musikalischen Darbietungen.
    Er verspricht sich von der Reise viele Abenteuer und freut sich auf neue Erlebnisse.



    Thordis wuchs in einem Dorf in den Mittellanden auf. Sein Vater ist Hufschmied und betreibt eine florierende Schmiede. Als zweitältester Sohn war von beginn an klar, dass sein älterer Bruder Elembvios die Schmiede erben würde, so konnte Thordis sich mit dem Beruf des Schwertkämpfers beschäftigen.
    Mit 16 trat er in das Königliche Heer ein und diente dort als Knappe. Nach vier Jahren in diesem Dienst stieg er in den Rang des Kriegers auf. So zog er dann einige Jahre später auf Befehl des Königs gen Westen, um die dortigen Grenzdörfer vor den vermehrten Übergriffen durch Orks zu schützen. Nach vielen Kämpfen zu beginn ihrer Ankunft wurde das Gebiet bald ruhiger und die Orks zogen sich scheinbar zurück.
    Während einer lauen Sommernacht fiel überraschend ein Okrheer in das Lager der Truppe ein. Die Hauptmänner versuchten hastig ihre Krieger zu organisieren, aber viele von ihnen fielen schon in den ersten Minuten. Thordis, der kurz vor der Ankunft der Feinde erwacht war, konnte sich eben noch sein Schwert greifen und verteidigte sich so gut wie möglich, doch hatte er gegen die orkische Übermacht keine Chance. Als ein Ork ihn bis an ein kleines Wäldchen heran zurückgedrängt hatte, tauchte aus den Schatten ein Ork-Armbrustschütze auf und tötete Thordis. Töten? Beinahe jedenfalls. Der Armbrustbolzen fuhr tief in seinen Bauch und Thordis wurde sofort ohnmächtig. Die Gegner hielten ihn für tot und beschäftigten sich gleich mit den nächsten Kriegern des Königs, die zu fliehen versuchten. Vier Stunden lag er bewusstlos am Waldrand und er wäre wohl gestorben, wenn er nicht gegen 7 Uhr morgens erwacht wäre. Thordis blinzelte und versuchte sich zu bewegen, doch ein grauenhafter Schmerz durchzuckte seine Glieder und er fiel beinahe wieder in Ohnmacht. Er lag reglos da, als er leise Stimmen hörte - menschliche Stimmen, wie er zu seiner Beruhigung feststellte. Als sie etwas näher waren, versuchte Thordis mit Rufen auf sich aufmerksam zu machen. Obwohl er seiner Kehle nur ein schwaches Stöhnen entlocken konnte, hatten ihn die Fremden bemerkt und waren schnell an seiner Seite. Eine erneute Ohnmacht liess die nächsten Stunden vergehen, in denen die Fremden ihn mühevoll ins nächste Dorf schleppten und nach einem Heiler suchten. Schwammige Erinnerungen an bittere Tränke und gedämpfte Stimmen blieben ihm von den nächsten Tagen übrig.
    Als er wieder erwachte, fand er sich in einem kleinen Zimmer in Gesellschaft von zwei jungen Frauen vor. Die beiden fragten sofort nach seinem Befinden und verlangten mehrfach zu hören, dass alles den Umständen entsprechend in Ordnung sei. Sie erzählten ihm was geschehen war und berichteten auch, dass die verbleibenden Krieger des Heers schon etliche Meilen weiter gezogen war; wohl um Verstärkung zu fordern und sich neu zu formieren.
    Als Thordis etwas später von den Frauen und ihrem Gefährten erfuhr, dass sie fahrendes Volk sind, verdüsterte sich sein Blick sofort. Sein Vater hatte ihn immer vor diesem „hinterhältigen und diebischem Pack“ gewarnt, dass überall durch die Lande zog. So begegnete er seinen Rettern mit viel misstrauen, merkte jedoch bald, dass das Essen nicht vergiftet war und auch von seinen wenigen Habseligkeiten nichts fehlte.
    Nach einer Woche in Gesellschaft der Zigeuner, liess seine Moral und sein Ehrgefühl nun sowieso nichts anderes zu, als sich bei seinen Rettern für die Hilfe zu bedanken, indem er nun ihr Leben Schützte. So zogen sie gemeinsam nach Falkenburg, denn dies war das momentane Ziel der Zigeuner.

  2. #2
    Cartefius
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    Auf jeden Fall schonmal sehr viel Text, vor allem mit viel Charakterisierung der einzelnen Personen und einem starken Schwerpunkt auf den Dingen, die in ihnen vorgehen. Das ist löblich, sich so viele Gedanken hierzu zu machen, und hilft sicherlich auch dabei, sich selbst im Spiel bestimmte Dinge vorzunehmen.

    Meiner Meinung nach wichtiger sind im Larp aber die Dinge, die man nach außen hin darstellt, bei denen man bewusst etwas tut das anderen Leuten etwas über den Charakter sagt. Wie kleidest du dich für diesen Charakter, wie redest du, wie bewegst du dich? Planst du bestimmte Aktionen, oder möchtest du bestimmte Meinungen vertreten, die ungewöhnlich sind und so etwas über deinen Charakter aussagen? Wie würdest du in einem Theaterstück oder einem Film diese Rollen besetzen und kostümieren, und welche Anweisungen würdest du den Darstellern geben, um sich voneinander abzusetzen?

  3. #3
    Soranja
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    hm... das mit den geplanten aktionen etc. is halt schwierig für mich, weil ich nicht so genau weiss wies auf der larp dann aussieht, wie der plot läuft usw.
    aber meinst du damit vielleicht auch gewisse abneigungen und vorlieben? also z.b: hat angst im dunkeln, mag keine äpfel, findet magier unsympatisch... sowas?

  4. #4
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    Solche Hintergrundgeschichten sind für drei Dinge gut:

    1. für sich selbst - man überlegt sich, was den Charakter ausmachen soll, was er schon erlebt hat, wie er auf gewisse Dinge reagieren soll. Doch wie auch beim Plot gilt - diese Geschichte überlebt meistens das IT nicht, gerade bei Anfängern. Man muss 2-3 mal auf nen Con gegangen sein, um genau zu sagen, was man gerne spielt und was nicht. Beobachtende Rollen, wie ihr sie geschrieben habt, sind da eigentlich am besten geeignet - es wird nicht viel erwartet, weder, dass ihr super kämpfen könnt, noch Magie wirken oä.

    2. zum plaudern - kommt eher selten vor, aber es passieren noch Wunder, dass sich ein Anfänger ans Feuer gesellt und fragt, wo man so her kommt. Dieser Anfänger macht diesen fehler kein zweites Mal .

    Nein, ernsthaft, man kann hier und da mal kleine Hintergrundgeschichten austauschen, aber auch kleine Details sind schön und lassen einen Char echter wirken. Wenn jemand spontan nicht mal den Namen seines Heimatlandes kennt si das schon komisch. Entweder improvisieren oder vorher ausdenken. Aber das alles gehört nicht in eine Hintergrundgeschichte für die SL, sonst bekommen die beim Lesen Sehnervkrebs

    3. für die SL - dieser Teil ist dafür gedacht, dass die SL einen kurzen Eindruck von dir als spieler/deinem Char bekommt. Es kann dazu dienen, dass unpassende Charaktere ausgesondert werden, oder sie speziell angespielt werden (SL zum NSC: "die da kann lesen, drück der die Schriftrolle in die Hand") oder sogar ein kleiner Plot auf dich abgestimmt wird (der Kerl hat IT ne Spinnenphobie, dem verpassen wir jetzt ma nen Alptraum").

    Kurzfassung: Du denkst dir 2 Geschichten aus: eine für dich, mit allem, was dir so einfällt, das zweite SEHR kurz, welches wichtige Hintergrundinfos über deinen Char bietet. Wichtige, prägende Ereignisse in dem Leben gehören dazu. Ängste, Verhaltensmuster etc.

    Am einfachsten kann man sowas schreiben, wenn man das ganze Stichpunktartig verfasst. So kommt man nicht in's Schwafeln und es kürzt sich von selbst.

    Gruß Annika


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    Nächste Cons: 06.-09.09.12 Temporia

  5. #5
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    aber meinst du damit vielleicht auch gewisse abneigungen und vorlieben? also z.b: hat angst im dunkeln, mag keine äpfel, findet magier unsympatisch... sowas?
    In gewissem Maße auch, obwohl natürlich sich die Frage stellt, wie oft eine Abneigung gegen Äpfel zu einer interessanten Spielszene führt.

    Ich gebe mal ein Beispiel: Mein letzter Charakter war nach DSA und ein bornländischer (an Osteuropa angelehnt) fahrender Händler. Jetzt könnte ich zwar eine lange Lebensgeschichte schreiben, und versuchen ein langes Psychogramm zu verfassen, aber das würde weder mir noch meinen Mitspielern viel bringen: Die Familie oder lustige Situationen aus der Kindheit kann man zu Not auch spontan erfinden wenn danach gefragt wird.
    Und was eine Beschreibung des "Wesens" des Charakters angeht: Auf dem Con spielt man ja doch immer, wenn man nicht absichtlich etwas anderes macht sich selbst, da bekommt man es kaum hin eine völlig andere Persönlichkeit rein auf ihrer Lebensgeschichte aufgebaut rüberzubringen.

    Deswegen habe ich mir da andere Dinge überlegt, die ich einfach konkreter ausspielen kann, auch wenn ich nicht danach gefragt werde.
    Das Aussehen:
    Ich bin ich, da kann ich nicht viel dran machen. Da ich auch nicht als der sportgestählte Jüngling oder knallharte Veteran durchgehe und außerdem eine Brille trage liegen mir eher gelehrte und / oder etwas alberne Rollen.
    Was mache ich draus:
    Ich verändere nicht viel: Ich trage eine Ambientebrille, die so Teil der Darstellung wird, und lasse mir den Bart länger wachsen als sonst weil Bornländer oft Bärte tragen. Eigentlich wollte ich mir noch die Schnurrbartendten hochzwirbeln, das hat dann aber doch nicht funktioniert.
    Die Klamotte:
    Hier wollte ich einen reisenden Händler und Hausierer und damit einen bürgerlich-gesetzten, aber nicht reichen Charakter spielen. Außerdem sind Eckpunkte der Kultur vorgegeben: Das Bornland ist grob an Russland/Polen angeleht und so sollte man hier entsprechende Klischees bedienen.
    Was mache ich draus:
    Deswegen trage ich dann dicke Wolle in nicht zu bunten Farben (um nicht wie ein Adliger zu wirken), mit aufgenähten Knoten- und Blumenmotiven verziert (um einen russischen Look zu bekommen) und verwende einfachen Pelz, der zu dem kalten Klima passt. Für Schnitte schaue ich mir ein paar frühmittelalterliche Rus-Reenacter an und kombiniere mit einigen Elementen aus dem 16ten Jahrhundert, um das ganze ein bisschen zu verfremden.
    Die Sprache:
    Gerade für Charaktere, die nicht von hohem Stand sind bietet es sich für mich immer an, Dialekt oder mit Akzent zu sprechen, dies hilft auch dabei, im Spiel zu bleiben und nicht "aus der Rolle zu fallen". Mein Charakter soll ein "Hans Dampf in allen Gassen" und Schwätzer sein und das irgendwie darstellen.
    Was mache ich draus:
    Ich versuche, einen osteuropäischen Akzent zu improvisieren: "Briederchen, was chast du dah schuon wieder gemaccht?". Ich spreche laut aber langsam, und gestikuliere viel und übertrieben.
    Meinungen und Weltanschaungen:
    Der Charakter soll nicht dämlich sein, aber noch nicht so viel von der Welt gesehen haben, außerdem kommt er aus recht traditionell-bornierten Verhältnissen. Er ist nicht besonders mutig, aber ein bisschen eitel.
    Was mache ich draus:
    Ich spiele Angst vor Magie und Übernatürlichem, und begegne Adligen, Magiern und Priestern mit Respekt - Ziehe den Hut, mache Platz und so weiter. Ausländern niedrigen Standes und mir fremden Sitten generell hingegen begegne ich eher skeptisch-spöttisch: "Das ist doch alles Quatsch, da sind wir noch immer ohne ausgekommen.", womit man auch immer zu Diskussionen Anlass bietet. Bei Kämpfen mache ich viel Lärm, stelle mich aber eher doof an, mache mich früh aus dem Staub und versuche mich hinterher als positiver darzustellen, als ich es war.

    Das sind eigentlich nur recht schlichte Eckpunkte, die aber dadurch auch einfach genug sind, um sie im Spiel im Kopf zu behalten. Vor allem hat man damit in sehr vielen möglichen Situationen schon einen Spielansatz, mit dem man einfach losspielen kann. Dazu kommt: Im Tischrollenspiel mögen solche überspitzt dargestellten Rollen vielleicht auf die Dauer etwas nervig werden, im Larp hingegen triffst du dutzende Spieler, oft auch noch mehrmals in neuen Rollen, da bin ich immer über jedes Detail froh, das mir im Gedächtnis bleibt.

  6. #6
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    vielen dank für die tipps. werd mich also mal dranmachen mir noch was zum konkreten verhalten der figuren auszudenken.

    wie wichtig ist es eigentlich seinen heimatort genau zu wissen? ists nicht seltsam einen charakter nach DSA zu gestalten und dann z.B. ne mittellande-kampagne zu spielen? oder machen das alle so und ich such mi am besten was aus?

  7. #7
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    Die Diskussion hatten wir kürzlich hier schonmal, das findet man bestimmt über die Suchfunktion. Generell ist es sinnvoll, im Setting zu bleiben, also DSA-Charaktere nur auf DSA-Cons und umgekehrt, und Mittellande-Charaktere nur aus einem Land der Mittellande (oder einen austauschbaren Dorf "irgendwo da hinten").

  8. #8
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    Um noch mal auf die Charaktergeschichten zurück zu kommen: Bis auf die genannten Punkte finde ich den Hintergründe der ersten drei gut. Bodenständig, nicht übertrieben, in viele Richtungen ausbaubar.

    Allein die letzte Geschichte fällt aus der Rolle und wirkt unstimmig. Ich würde den alten Kampfveteranen keinem Anfänger empfehlen. Man läuft schnell Gefahr, sich zur Lachnummer zu machen, wenn man doch hochgedienter Kämpfer in einer Armee ist, aber die Ausrüstung eher nach unterem Anfang aussieht (Was meist der Fall ist). Wenn dann NSC und andere Spieler im Kampf aufgrund längerer Kampferfahrung mit dem Charakter den Boden wischen, ist jede Glaubwürdigkeit dahin. Also: kürzer treten. Und nach dem Knappen in der Armee kommt in der Regel der einfache Soldat. Krieger klingt zwar heroischer, ist aber weder eine Berufs- noch Rangbezeichnung, sondern einfach ein Sammelbegriff für Kämpfercharaktere.

    Völlig fragwürdig wird dann auch die Aktion, dass der Charakter mit den Zigeunern mit zieht. In einer regulären Armee ist er eigentlich dazu verpflichtet, sich unverzüglich zu seiner Truppe zurück zu schlagen und zurück zu melden. Sonst ist er faktisch ein Deserteur, was sowohl bei historischen Vorlagen, als auch in der meisten Fantasyliteratur hart bestraft wurde.

    Grüße,
    Alex

  9. #9
    Soranja
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    jo, das war eben auch so mein gefühl was könntest du denn nem (OT 28jährigen) Anfänger empfehlen der unbedingt ein wenig das Schwert schwingen will?

    ich denk ma es wär auch machbar den Chara dann nicht in die Gruppe zu integrieren, man kann sich ja evtl. IT irgendwie kennenlernen oder so.

  10. #10
    Alex
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    Kommt darauf an, was er bereit ist, auszugeben. Er kann einen Söldner machen, die haben als Einzelgänger aber schon einen schwierigeren Stand. Damit man dann seinem "Beruf" nachgehen kann, sollte man dann aber schon etwas gehobenere Rüstung etc. haben, damit jemand als Grünschnabel anheuert.

    Eine andere Möglichkeit wäre einfach: In seinem Land gibt es eine Wehrpflicht und die hat er abgeleistet. Da er für das Militär einen zu eigensinnigen Kopf hat, ist er nach seiner Wehrpflicht ausgetreten. Da er bis dahin nichts gelernt hat, ist er in die Welt raus gezogen, um Abenteuer zu erleben. Er träumt davon, mal ein großer Kämpfer zu sein, vielleicht Söldner, aber bisher kriegt er nirgends so richtig den Einstieg und hält sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser. Das Geld reicht gerade so zum überleben, wenn es irgendwann mal mehr sein sollte, plant er sich eine Rüstung zuzulegen usw. usf.

    Die Frage wäre jetzt einfach: Muss es unbedingt ein Schert sein? Ein Schwert ist immer so eine Sache, eigentlich eine Profiwaffe für Berufskämpfer. Somit ist das dann immer etwas unpassend bei allen Nichtsoldaten. Da die Waffe OT am billigsten ist, ist sie am weitesten verbreitet und sorgt dann immer für ein etwas unstimmiges Bild. Kann man Deinem Freund vielleicht auch was anderes nahelegen? Eine Pieke würde schon besser zu jemanden passen, der nur kurzfristig Soldat war. Eine improvisierte Waffe, wie eine Axt, noch besser zu jemanden der auf Abenteuer aus ist und kaum Geld hat. Zumindest, wenn er obige Idee übernehmen möchte.

    Grundsätzlich: Nicht so dick auftragen. Im LARP zählt nicht das, was du auf dem Charakterbogen stehen hast, sondern, was Du wirklich (darstellen) kannst. Und so fern Dein Freund kein Abräumer im LARPschwertkampf ist, sollte er seinen Charakter nicht zum durchtrainierten Kämpfer ernennen, damit kann man sich lächerlich machen. Lieber kleiner Anfangen und dann hocharbeiten.

    Grüße,
    Alex

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