Ergebnis 1 bis 10 von 10
  1. #1
    Rob
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    Neuling Avatar von Rob

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    Individual- vs. Gruppenkonzept

    Oder anders gesagt: Wie viel Charakterkonzept braucht man als Teil einer großen, uniformen Gruppe?

    So, wie ich das sehe, ist bei steigender Gruppengröße (ein gemeinsames Auftreten, wie z. B. bei einer gut organisierten Söldnertruppe vorausgesetzt) immer weniger eigenes Konzept überhaupt möglich, weil man ohnehin nur als Teil des großen Ganzen wahrgenommen wird. Insbesondere dann, wenn mans besonders krass machen will und nur der jeweilige Anführer in Kontakt mit anderen Spielern tritt.

    Die Frage dabei ist, wie viel Spaß es den jeweiligen gesichtslosen Truppenmitgliedern macht, hauptsächlich als Staffage zu fungieren. Bei schönem Spiel untereinander und wenig OT kann ich mir das aber eigentlich ganz reizvoll vorstellen.

    Hat jemand Beispiele für funktionierende Konzepte in der Richtung?
    WWAPD?

  2. #2
    Cartefius
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    Hardcore Poster Avatar von Cartefius

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    Für diese Frage bieten sich meiner Meinung nach einige Vorlagen besonders an, bei denen einen ebenso große, gesichtslose, Gruppe bespielt wird: Militärfilme und -Serien. Ob man mehr "Band of Brothers" oder "MASH" bevorzugt bleibt dabei jedem selbst überlassen, aber man kann sich gut Anregungen holen, wie die Charaktere da so charakterisiert werden und sich für den Zuschauer dadurch unterscheiden.

    Ebenso kann man ja für größtere Larptruppen auch vom Auftreten her spezialisierte Untergruppen der eigenen Truppe aufstellen, solange das ganze durch gemeinsame Elemente (auch optisch) zusammengehalten wird sehe ich da auch keine Probleme, wenn z.B. in einer Söldnertruppe sich auch ein Diplomat, ein Trupp dreckverschmierter Schanzer, ein kleines Lazarett oder ein Trupp Schützen herausbildet.

  3. #3
    Finrod
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    Grünschnabel Avatar von Finrod

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    Man könnte sich ein wenig individualisieren indem du Kleinigkeiten an deinem Outfit veränderst bzw. was dazu machst:Sei es ein Orden oder sonst etwas.
    Dadurch kannst du deinem Charakter ja wieder ein bisschen charakterisieren.

    Du könntest evtl. auch durch eigene Charakterzüge dich ein bisschen vom Rest abheben, was ja auch öfters in Filmgruppen zu sehen ist , z.B. gewissenhaft,freundlich oder sowas

    @ Cartefius Untergruppen zu bilden ist eine super Idee.

  4. #4
    Togaras
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    Wenn man ein Gruppenkonzept hat, ist das erstmal für das Auftreten gut. Auch hilft es Anfängern gut einzusteigen, wenn einige erfahrenere Spieler dabei sind, das Gruppenkonzept zu tragen.

    Aber ein gutes Gruppenkonzept kann niemals ein Individualkonzept ersetzen. Jeder sollte soviel wie möglich Individualkonzept haben, wie möglich. Aber man kann dieses dem Gruppenkonzept anpassen und dabei helfen die erfahrenen Mitstreiter ganz sicher.

  5. #5
    Besserwisserboy
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    Fast alle Gruppen in denen ich spiele, haben ein gemeinsames großes Konzept, aber trotzdem ist jedes Mitglied in gewissem Maß individuell.
    Da gibt es halt ganz klassisch den Rookie, den religiösen Fanatiker, den Draufgänger und den alternden Duellanten und sogar den Verräter der Gruppe. Wichtig bei Gruppen finde ich allerdings, daß das Ganze nicht zu sehr zusammengewürfelt wirkt und auch Sinn ergibt. Da sollte man sich überlegen ob Orks und Drow in eine Gruppe passen oder nicht. Auch Schamnen und Waldläufer eignen sich nun mal recht schlecht als Gefolge für den Adel.
    Ich habe das Glück, daß meine Mitspieler sich auch ganz gut für ein gemeinsames gelungenes Auftreten unterordnen können. Da wird dann auch mal ein Diener, Leibeigener o.ä. gespielt um einen anderen Spieler der Gruppe "gut aussehen" zu lassen. Dabei erntet zwar meist der "chef" die Lorbeeren für die gute Darstellung von Adel, der wahre Held ist aber der herrumschwänzelnde Diener, der das Spiel aber erst möglich macht.
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

  6. #6
    Llewellian
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    Was der Besserwisserboy sagt.

    Ich möchte hinzufügen:

    Es kommt auf die Gruppe und das Konzept an. Allgemein kann man einteilen in zwei Gruppierungen:

    - Gruppe um "grosse Person"

    - Gruppe von Gleichgestellten


    Wichtig bei beiden ist, das alle Beteilligten ein gemeinsames "Grundthema" haben. Ansonsten sind es nur lose zusammengewürfelte Haufen die gemeinsam zelten.

    Damit man "heraussticht" und als "Gruppe" rüberkommt, muss man in der Bedeutung des Wortes "uniform" sein - also gleichartig.

    Ja, auch die Gruppe in Herr der Ringe war "uniform". Auch wenn es verschiedenste Charaktäre waren, sie hatten ein Ziel, traten gemeinsam auf, hatten gleiche Gegenstände mit Wiedererkennungswert (gleiche Umhänge, Schnallen) und ordneten sich alle dem ganzen unter - verfolgten also keine eigenen Ziele (wohin das führt, sieht man ja).
    Zitatklau von Steve S: "Ich bin sooooo böse, ich schlafe sogar SCHLECHT"

  7. #7
    Romarik v. Tauenrank
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    Hallo,

    also bei uns ist das so, dass wir eine größere Gruppe haben (über dreißig Leute), die das Gefolge eines Barons darstellen. Der Baron ist hierbei der klare Chef und darf ganz furchtbar toll sein. Die anderen sind seine Untergebenen, die ihn scharf aussehen lassen. Das ist zumindest die Idee nach außen.

    Nach Innen hin ist das Konzept etwas schöner und anspechender. Die Hierarchie ist klar und streng gegliedert. Uniform sind nur wenige Teile der Gruppe und zwar alleinig die zwei Leibwachengruppen des Barons. Uniformität ist ziemlich unmittelalterlich. Klar spielen wir Fantasy, aber das Mittelalter bildet bei uns oftmals die Vorlage, an die wir uns orientieren.

    Im Gefolge des Barons gibt es derzeit sechs verschiedene Gruppierungen:
    • Der Adel (Ritter und Bojaren)
      Der Heerbann (Blauröcke, Gardebanner, Miliztruppen)
      Die Jäger (bilden einen eigene Gruppe)
      Die Magier (um den Hofmagier)
      Der Klerus (der die Heiler beinhaltet)
      Der Tross (Koch, Schreiber, ggf. Mägde, Knecht etc.)
    Jede Gruppierung hat eine Art Hauptmann, der sozusagen im Planungsstab sitzt und mit dem Baron konferiert. Der Baron verteilt die Aufgaben und seine Hauptleute geben sie an die Gruppen weiter. Dieses System ist zufällig aus dem Spiel entstanden und macht uns tierisch Spaß. Natürlich darf sich das Gefolge auch selbst an den Baron wenden (im Felde wird auf Etikette gepfiffen). Der Nebeneffekt dieser bespielten Hierarchie ist, dass die einzelnen Untergruppen zu den "Plothuntern" gehören und der Baron selbst nur das Ergebnis mitbekommt. So haben die Gruppen das eigentliche Spiel, dafür darf der Baron der tolle Chef sein. Das funktioniert bei uns sehr gut. Mittlerweile studiere ich, als Spieler des Barons, auch die Charakterhintergründe meiner "Untergebenen", um ihnen von mir aus Charakterplot zu generieren, weil ich mich als Gruppenchef dafür verantwortlich fühle meinen Mitspieler das Spiel zu versüßen. Und das bringt mich zum eigentlichen Thema des Threads.

    Ich halte Charakterkonzepte einzelner innerhalb von Gruppen für sehr wichtig. Und zwar eben, damit sich nicht alles auf den Chef konzentriert und die anderen dann nur die "Statisten" sind. Das sehe ich völlig anders. Ich sehe den Chef in der Pflicht sich seinen Platz an der Sonne, seinen Anführerrang zu verdienen, indem er den anderen Spielern den Rahmen für ihr Spiel liefert. Dadurch, dass die einzelnen Gruppen das Spiel aktiv gestalten und auch "plothunting" machen, kommen vor allem die Untergebenen zum Zug. Außerdem sind alle Untergruppen von dem Baron autark (die Adeligen haben sogar eigenes Gefolge) und können auch ohne den Chef auf Con gehen, was auch immer wieder genutzt wird. So haben alle Charaktere innerhalb der Gruppe ihre eigene Geschichte, ihre eigene Vergangenheit, von der der Baron teilweise, zumindest IT, nichts ahnt. Das führt auch immer wieder zu sehr schönem Spiel zwischen dem Baron und seinen gemeinen Untergebenen. Das führt wiederrum dazu, das wir auf Con notfalls den Plot gar nicht brauchen, weil innerhalb unseres Lagers immer was los ist...und so gut wie nie OT-Blasen aufplöppen.

    Fazit: Ich bin völlig gegen Statistengefolge, das nur die "Anführerriege" toll aussehen lassen soll. Das ist riecht oftmals nach Ausbeutung der Untergebenen. Ich bin eindeitig PRO Charakterkonzept beim Gefolge und für ein dynamisches internes Gruppenspiel. Die Anführer haben die Pflicht sich ihr Gefolge zu verdienen.

    Uniformität macht es durchaus schwieriger sich aus der Masse abzuheben. Deswegen versuchen wir eine zu große Uniformität bei uns zu vermeiden. Wenn wir sie einsetzen (wie bei den Blauröcken oder beim Gardebanner), dann machen wir es aber auch richtig!

    Gruß,
    Björn
    Bespielte Charaktere:
    + Romarik von Tauenrank – galladoornischer Baron
    + Giskard von Gramswald - Knappe bei Herrn Leomar
    + Konstantin Zweischneid - Landsknecht
    + Mikahel Yowanuk – Husar "Die Sieben Säbel" (NSC)
    + Iwan Kirvanoff – Werwolf (NSC)

  8. #8
    Arthy
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    Uniformell heißt ja nicht das jeder im gleichen Waffenrock, mit gleicher Rüstung und Helm herumrennt und wie ein Klon aussieht.

    Ich denke eine Söldnergruppe, wo jeder sein Indidividualkonzept hat mit einem gut ersichtlichen Wappen als Wimpel am Gürtel ist auch ein guter Anfang für ein "einheitliches" Konzept. Natürlich ist das eher etwas für Söldnergruppierungen wie Landsknechte oder desertierte Milizgruppen. Da dürfte die Ausrüstung nämlich auch sehr unterschiedlich von Mann zu Mann aussehen.
    Es ist eine Sache, uns kommen zu sehen - und eine andere, etwas dagegen zu tun.

  9. #9
    Lorac
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    Zitat Zitat von Arthy
    ...gut ersichtlichen Wappen als Wimpel am Gürtel...
    Wobei die Dinger inzwischen fast noch inflationärer vorkommen, als der schon so verhasste Wappenlappen.
    Irgendwie uniforme Kleidung, sei es jetzt in Form eines ordentlichen Wappenrocks oder nur eines in der gesammten Gruppe vorkommenden Kleidungsstils(oder auch nur eines einzelnen Kleidungssstücks) mit passender Farbwahl sind mir da um einiges lieber.
    Why is it that whenever I go into some spooky woods, mean creatures pop up? Can't I meet deer or something?

  10. #10
    Rob
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    Ich meinte damit aber vor allem ein Gruppenkonzept, das durch völlige Uniformität hervorsticht, d. h., jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten, alle den gleichen Wappenrock, gleiche Bewaffnung, u. ä. Die Voraussetzung dafür, dass das funktioniert, ohne für den Einzelnen reizlos zu sein, ist dabei quasi intensives internes Gruppenspiel. Denn, wie in manchen der bisherigen Antworten mitschwingt, wird die Gruppe nach außen hin dabei sowieso als gesichtsloser Haufen wahrgenommen. Um sich von denen abzuheben, müsste man sich schon Charakteristika geben, die so überzeichnet sind, dass man sich die als Außenstehender gut merken kann.

    Aber, wie Björn geschrieben hat, wird dabei dann internes Spiel einfach wichtiger. Und hier treten dann auch die individuellen Unterschiede zwischen den Charakteren deutlicher zutage, während sie anderen Spielern gegenüber eigentlich egal sind, weil man, im Gegensatz zu Serien wie die von Cartefius genannten, die Charaktere nicht über viele Stunden kennenlernt und sich darum zwangsläufig merkt. Denn in der ersten Folge wirken die auch alle ähnlich.
    Das gilt besonders für große Gruppen (20+), bei denen die Uniformität auch erst richtig intensiv rüberkommt.
    WWAPD?

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