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  1. #1
    Besserwisserboy
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    Charaktere aus der Antike im LARP

    Hallo!
    In einer anderen Diskussion ist das Thema auf Charaktere aus der Antike (wie z.B. Römer und Griechen) im LARP gekommen.
    Da ich selten lange die gleichen Charaktere spiele, wird in der nächsten Saison eine Griechengruppe gegründet.
    Die Richtung wird weniger zu "300-Spartaner" tendieren, sondern eher stark historisch angehaucht sein (abgesehen davon, daß wir Muskelpanzer tragen werden).
    Weil man die Ausrüstung derzeit für solche Konzepte fast nachgeschmissen bekommt, rechne ich für eine Komplettgewandung mit nur 500 Euro.

    Da man die Griechen, ähnlich wie Römer, natürlich auf den ersten Blick als das erkennnt was sie sind, stellt sich die Frage nach dem Hintergrund!

    Die Götterwelt und Heldensagen der Griechen sind ja schon recht "fantasymäßig" und in sich auch recht schlüssig aufgebaut.
    Ich persönlich tendiere dazu, alles komplett so zu übernehmen, wie es ist.
    Sicher könnte man die Namen der Gottheiten verändern oder einen kompletten eigenen Hintergrund schreiben (was mir auch kein Problem bereiten würde). Aber meiner Meinug nach würden uns trotzdem alle Griechen nennen, auch wenn wir andere Namensgebung, für ein eigenes Volk, nach Griechenvorbild aufbauen würden.
    Außerdem wäre es bei so starker optischer Übereinstimmung weder Fisch noch Fleisch, wenn man sich nur einige Aspekte dieser Kultur herauspickt.

    Wie sieht die Allgemeinheit im Forum antike Charaktere im LARP?
    Ich sage: "Die Realität lügt....!"

  2. #2
    Kelmon
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    Es wird wohl kaum verwundern, aber ich sehe das natürlich genauso.

    Kelten, Germanen, Griechen, Römer - Praktisch jeder hat bei diesen Namen ein gewisses Bild im Kopf, und umgekehrt denkt man bei Spielern, die entsprechende Ausrüstung tragen eben sofort an den zutreffenden Namen.

    Eine Namensänderung alleine bring mMn gar nichts, weil bei spielenden wie bei angespielten natürlich der "echte" Name im Hinterkopf wäre. Wenn überhaupt wäre die Umbenennung ein spielerisches Hinderniss, weil man gerade als Zugehöriger einer anderen Antiken Gruppe nicht mehr von den anderen gewisse Wesenszüge erwarten kann. Der Römer weiß, "wie" der Kelte ist, und umgekehrt, aber was soll der "Krömer" von dem "Elten" wissen?
    Ich habe das Gefühl, daß eine Umbenennung eher zu einem "Was soll der Mist, ihr seid doch Griechen/Römer/...!" von den bislang angespielten führen würde, während die wenigen, die antike Charaktere nicht mögen uns deswegen auch nicht mehr als bisher anspielen würden.

    Ich habe auch nicht den Eindruck, daß *irgendeiner* der nicht wenigen Spieler antiker Charaktere hier eine Umbenennung als wünschenswert empfinden würde.

    Ich weiß von 2 keltischen Fantasy-Kampagnen, die eben nicht Kelten von der Erde stammen läßt, sondern vielmehr von Fantasy-Varianten derselben, und das unter geändertem geschichtlichem Hintergrund. Da werden auch Kriege in deren Heimat bespielt, die in der Realität nie stattgefunden haben. Ebenso hat die X. Legion einen ans irdische angelehnten, aber in Details unterschiedlichen Fantasy-Hintergrund (Legion samt Troß sind permanent in einer Fantasy-Welt gestrandet).

    Selbst wenn ich von "der Erde" ohne Magie etc. komme sehe ich immer noch nicht das konkrete Problem damit, in einer Fantasy-Kampagne mitzuspielen. Es ist gang und gäbe, daß Warhammer- auf Warcraft- auf DSA- auf Mittellandekampagne- auf Nicht-Mittellandecharaktere treffen. Warum nicht "die Erde" als einen weiteren LARP-Hintergrund ansehen?

    Ein Problem sehe ich da allenfalls darin, daß real existierende Religionen dann im LARP verwendet werden, wodurch gerade 1:1 übernommene Mittelalterkonzepte schwierig werden - antike Charaktere haben dieses Problem aber nicht. Zumindest halte ich es für unwahrscheinlich, auf einem LARP auf "echte" Gläubige des Cernunnos, der Freya, des Jupiter oder des Zeus zu treffen...

    Ich sehe also, wie gesagt, kein Problem damit.

    Was man tun könnte - und dies würde ich auch tatkräftig unterstützen - wäre eine in sich geschlossene LARP-Kampagne für alle bespielten antiken Völker schaffen, bei der eben "typische" bzw. identifizierende Namen beibehalten werden, man aber Geschichte und ggf. sogar Geographie grundlegend ändert. Das könnte so aussehen, daß die "Römer", angelehnt an die echten Römer um das 1. Jhd rum (wird von den meisten bespielt) einen guten Teil der Länder anderer Fraktionen belagern, "Griechenland" aber entgegen der Geschichte zur hälfte frei ist (um eigene, unabhängige Konzepte bespielen zu können) und generell gerade ein ungefähres Gleichgewicht der Kräfte herrscht, mit ständigen Grenzkonflikten.
    So als spontaner, schneller, unüberlegter Vorschlag
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  3. #3
    Cartefius
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    Ich sehe das eher kritisch. Gerade diese Mischung fester Hintergründe, bei denen Charaktere aus geschlossenen Welten alle miteinander interagieren, führt meiner Meinung nach die Einzelhintergründe ad absurdum. Wenn Sauron den Ring wiedererlangt, wird er dann auch Rom, Köln und Edinburgh in Schutt und Asche legen? Führt der Weg von Orgrimmar nach Nuln nun über die Alpen, oder kann man auch einfach duchs Auenland abkürzen? Und wenn es den Drachen Smaug zu erlegen gilt, warum ruft man nicht Siegrfried, oder eine WoW-Gilde mit Onyxia-Erfahrung? Wie erklärt man wenn der Landsknecht, der Rom geplündert und die Besitztümer des Papstes erbeutet hat, und die Legionen des römischen Kaisers sich treffen, mit Zeitreisen?

    Für mich ist der Vorteil fester Kampagnen eben, dass man entweder eine gemeinsame und abgeschlossene Hintergrundwelt bespielt, deren Grenzen relativ fest ausgelotet sind, oder eine offene, bei der der größte Teil der Landkarte neu und unerforscht ist. Ich habe zum Beispiel gerade recht viel Spaß an DSA-Larpcharakteren, würde diese aber nie auf dem Drachenfest oder einem sonstigen generischen Fantasycon spielen.

  4. #4
    Konrad
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    Ich bin diesbezüglich vielleicht ein weniger streng-konsequenter Spieler. Für mich gibt es im LARP nicht DIE eine Welt, denn aufgrund der vielen, von Cartefius bereits aufgezählten Hintergründe, passt das eben nicht.

    Mein erster Charakter stammte zum Beispiel aus dem Warhammer-Universum... Das Problem war immer: Wie erkläre ich einem Mittellande- Erden- Bewohner wo genau ich herkomme? "Aus dem Norden / Süden " ist halt immer sehr wage und in der Regel keine befriedigende Antwort.
    Ich denke, man kann sich da nur behelfen, indem man die zwar abgelatschte aber hilfreiche, "Erklärung" mit den irgendwie verbundenen Paralleluniversen nutzt. Ist zwar ein bisschen seltsam, das der Charakter permanent von Portal zu Portal stolpert, aber wie sonst soll ich mir erklären, dass ich mal in dieser Welt, mal in der anderen bin.
    Ich klammere dieses Problem daher immer ein wenig aus. Das mag nicht jeder so sehen, aber ich bin der Meinung, dass es den eigenen Spielspass erhöht, wenn man bestimmte Logikbrüche einfach akzeptiert. Man akzeptiert ja zum Beispiel auch, dass man im Kampf weder zustechen noch auf den Kopf schlagen darf. Ist zwar unlogisch, aber man akzeptiert es und spielt damit.
    Von daher habe ich mit Römern, Kelten, Wikingern, Griechen usw. überhaupt keine Probleme. Ja, es ist schon ein krasser Anachronismus, aber es ist nichts, was das Spiel meiner Meinung nach nachhaltig stört.

    Kritisch finde ich es nur dann, wenn in Kampfsituationen ein durch die Epoche verursachtes ungleichgewicht entsteht. Larp ist nunmal oftmals kriegerisch, das sieht man meiner Meinung nach schon an dem großen Anteil bewaffneter Charaktere, so dass es auch immer mal zu Duellen kommt. Während mein mittelalterlicher Charakter problemlos mit oder gegen einen römischen Legionär kämpfen kann, obwohl der ja (historisch gesehen) gut 1000 Jahre früher angesiedelt ist, ist es immer wieder nervig sich mit Piraten und piratenähnlichen Charakteren duellieren zu müssen. Weil da der Unterschied von Ungerüstet + Feuerwaffe vs. Gerüsteter Nahkämpfer doch wenig Freude bereitet. Ich frage mich dann immer, ob ich nicht mal einen Soldaten aus dem (Fantasy-)1. WK spielen sollte... Den wer zieht dann die Grenze?

    Lange Rede kurzer Sinn:
    Ich habe grundsätzlich kein Problem mit Charakteren aus fixen und / oder realen Hintergründen. Vorrausgesetzt natürlich, dass diese dann nicht versuchen ihre "Realität" auf meine zu übertragen. Aber das ist mir bisher auch noch nicht passiert.

  5. #5
    Kelmon
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    Ich denke auch irgendwie, daß Cartefius da ein Problem der Kompatibilität zwischen LARP-Kampagnen (und sogar zwischen Ländern innerhalb einer Kampagne) anspricht, die sich aber quer durch alle Hintergründe zieht und nicht die Antike alleine betrifft. In dem Sinne ist "Mittellande + DF-Hintergrund" genauso weit auseinanderliegend wie "Mittellande + Warhammer" oder "Mittellande + Pseudo-Erde".

    Logisch ist das genauso gut oder schlecht zu erklären wie die Tatsache, daß man je nach Con in einer Woche die ganzen Mittellande durchqueren muß. Unschön sind diese Paradoxa vielleicht, aber an sich leicht wegzuignorieren.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  6. #6
    Maria
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    Muss mich Cartefius anschließen.

    Die Übernahme von Sprachen, Kleidung und Gesellschaftsstruktur (Namen für Ränge) finde ich in Ordnung, die Übernahme eines kompletten Hintergrundes nicht. Mich stören Ritter, die aus "Saarbrücken" oder "Bretonien" kommen genauso wie HdR-Elfen, die über Geschehnisse im Silmarillion reden. DSA-Charaktere, die mit ihren Gottheiten betend, durch die Mittellande ziehen und Warhammer-Einheiten finde ich auch nicht berauschend.

    All diesen Charakterkonzepten ist gemein, dass sie mich sehr stark an die OT-Quellen erinneren, woher die Entlehnung stammt, mich also aus dem Spiel reißen. Und das stört mich stärker als IT-Logik-Brüche wie Reisedistanzen etc. da es aufs OT verweist.

    Es geht dabei vor allem ums "Hören und Wiedererkennen" von Ortsnamen, Götternamen, Namen berühmter fiktiver oder realer Personen, in geringerem Umfang auch "Sehen und Wiedererkennen" von Wappen/Symbolen.

  7. #7
    Ian
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    Ich finde Irdische Charaktere passen in keine Fantasy Welt, denn für mich gehört ein geschlossener Hintergrund (nämlich die gesamte Erde) dazu. Ich bin allerdings als Spieler (als NSC ist mir das komischerweise egal) auch ein Ablehner von Fantasy Elementen.
    Ich möchte auf meinen Kelten-Cons keine Trolle oder ähnliche sehen, selbst wenn sie in die keltische Mythologie passen ebenso will ich nicht, dass die Rituale von Druiden jetzt wirklich einen Punkte Effekt haben.
    Nein, ich will garkein Reenlarpment betreiben, von mir aus können im Rahmen einer geschlossenen Weltkampange auch mal Rus und Kelten gemeinsam auf die Römer einprügeln.
    Das das schwer bzw. garnicht zu verwirklichen ist ist mir bewusst (allein schon, weil dafür eventuell die Spieler fehlen).

    Die einzige Ausnahme die ich sehe sind die Großcons, auf denen nun wirklich alles geht und da fragt man einfach mal nicht, wo genau jetzt Mythodea auf der Erde liegt und gut ist. Bzw. auf dem EpicEmpires findet das ganze ja soweit ich weiß in garkeiner realen Welt statt, sondern wenn man stirbt kommt man eben wieder in seine eigene Welt zurück und lebt dort weiter.

    Gruß Ian

  8. #8
    Cartefius
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    Ich denke, man kann sich da nur behelfen, indem man die zwar abgelatschte aber hilfreiche, "Erklärung" mit den irgendwie verbundenen Paralleluniversen nutzt. Ist zwar ein bisschen seltsam, das der Charakter permanent von Portal zu Portal stolpert, aber wie sonst soll ich mir erklären, dass ich mal in dieser Welt, mal in der anderen bin.
    Ich klammere dieses Problem daher immer ein wenig aus. Das mag nicht jeder so sehen, aber ich bin der Meinung, dass es den eigenen Spielspass erhöht, wenn man bestimmte Logikbrüche einfach akzeptiert.
    Sicher, auf vielen Cons begegnen einem diese Logikbrüche, und meist muss man sie auch irgendwie akzeptieren. Ich persönlich ziehe aber sehr viel Spielspaß aus einer geschlossenen, stimmigen Hintergrundwelt, in der man nicht ständig Dinge mit göttlichem Eingreifen, Dimensionsportalen und anderen Hintergrundkonstrukten auseinandersetzen muss, sondern so weit wie möglich aus dem heraus ageieren kann, was man sieht und weiß. Deswegen gehe ich auch in letzter Zeit bevorzugt auf Cons mit einem ausgearbeiteten, geschlossenem Hintergrund, und eher ungern auf "anything goes"-Cons.

  9. #9
    Konrad
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    Bedeutet das was ihr bevorzugt aber dann nicht. dass man es so machen müsste, dass ALLE Charaktere auf dem Con z.B. aus den Mittellanden (nur als Beispiel) kommen, und auch nur solche Charaktere zugelassen sind?
    Anders kann ich mir eine komplett geschlossene Hintergrundwelt gerade nicht vorstellen.

  10. #10
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    Bedeutet das was ihr bevorzugt aber dann nicht. dass man es so machen müsste, dass ALLE Charaktere auf dem Con z.B. aus den Mittellanden (nur als Beispiel) kommen, und auch nur solche Charaktere zugelassen sind?
    Ja, genau das. Am einfachsten ist das bei geschlossenen Settings wie DSA oder Degenesis, aber es geht meist auch bei Mittellande-Cons ganz gut, wenn man eine Stammspielerschaft hat, die sich aus einigen wenigen Mittellande-Ländern rekrutiert.

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