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  1. #1
    Müsli
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    Gestatten: Bolo, Quacksalber! :D

    Hm... ich war noch nie auf ner Con, möchte aber mit ich mal auf eine gehen, also hab ich mir einfach überlegt, mit was für ner Story ich da mitmachen könnte

    Erstmal das grobe. Der Name ist... *sich beim schreiben überleg* Bolo.
    Ich mach ihn der Realistik halber einfach mal so alt wie mich, also 16.

    Story: Bolos Vater ist Landarzt in Flachhain. Bei ihm hat er schon viel gelernt, ist ihm auch ab und zu mal zur Hand gegangen, und wird entsprechend auch ein Heiler. Da er inzwischen kein Kind mehr ist, zieht er los, um Arbeit zu finden, um sich selbst zu ernähren, und um seinem Vater zu zeigen, das er es zu etwas bringt... naja, so n Bissl das übliche "Die Welt sehen" halt

    Das heisst er ist Ein Heiler, und versucht irgendwie an Geld zu kommen. Ich hatte vorgehabt, nicht nach heutigem Standard zu heilen, sondern nach Mittelalterstandard - das heisst er benutzt so total unsinnige Heilungsmethoden wie Aderlass usw, und macht auch sonst einfach mal kram, der gar Nichts bringt, aber eben dem mittelalterlichen Heilungsstandard entspricht. Wenn ein Handgelenk verstaucht ist, muss man auch den anderen Arm verschienen, damit der Druck in Beiden gleich bleibt und in den einen nicht zuviel Blut fließt - naja, so zeugs eben

    Dabei habe ich auch vor, ihn auf etwas humoristischer Basis zu spielen, also kein Heiler nach Lehrbuch, er ist eher ein quacksalber, der bei seinem Pappi ein Bissl gesehen hat und jetzt meint, er könnte heilen Also gibt er den Leuten Ratschläge, will ihnen Einläufe verpassen, wenn ihnen unwohl ist, und, am Liebsten, bei jeder Gelegenheit aufschneiden xDD

    Was die Kleidung angeht, so will ich es mir ja erstmal angucken. Also Hose und Tunika denke ich. Brauche ich sonst noch was? Vlt bissl Arztbestck, ein stumpfes Skalpell, ein paar Fläschchen mit ziemlich stinkender Medizin, Kräuterpillen, eben der Kleinkram, der das Ganze so schön detailliert macht :]

    Bewaffnung hatte ich bisher gar keine vor - erstens wegen Angucken, zweitens bin ich was Körpermotorik angeht nicht gerade der Schwertmeister
    Später vlt nen Dolch... naja ,und n bissl Kleingeld vom Vati mit aufn Weg gekriegt.

    Fehlt noch was?
    :-)

  2. #2
    Kelmon
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    Tja, da machst Du an sich genau das Gleiche wie auch mein Barbier - von daher sehe ich nicht so ganz, wieso Du Dich als Quacksalber bezeichnen willst. Denn was Du da vorhast ist eben "Heiler nach Lehrbuch".

    Denn eines solltest Du sehen: Deine Heilungsdarstellung wird nicht humoristisch oder schlecht, weil Du eben nach dem damaligen medizinischen Standard heilst - im Gegenteil. Eher denke ich, daß Du das ganze IT Bierernst sehen solltest, denn Deine Heilmethoden sind schließlich die einzig richtigen und funktionierenden.

    Ein richtiger Quacksalber sollte sich nicht nach heutigem Standard obskurer Methoden bedienen, sondern nochmal eins drauflegen und nach (pseudo-)mittelalterlich schlechtem Standard heilen. Das ist natürlich schwierig darstellbar, da die Grenze hier alles andere als klar definiert ist. Du müsstes da wohl in Extreme verfallen. ("So, und jetzt schmieren wir den Katzenkot in die Wunde und sagen drei mal die magische Formel...")

    "Einfach so aufschneiden" ist übrigens eine ganz, ganz schlechte Idee, denn auch der unfähigste Heiler dürfte wissen, das so etwas mangels Antibiotika hauptsächlich tödlich endet (wenn das auch im LARP eher vernachlässigt wird). Wenn Du natürlich auch Wundarzttätigkeiten übernimmst kommst Du um offene Wunden nicht herum, Du bist da aber wohl eher mit dem Schließen als mit dem Öffnen beschäftigt.

    Was die Ausstattung angeht: Das kannst Du ja einfach an den Arten der Eingriffe festmachen, die Du anbieten willst. Viele Informationen und Anregungen dazu finden sich im LARP-Wiki unter den Charaktertips "Heiler".
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  3. #3
    Müsli
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    Die Frage ist nur ob das von der Spielleitung dann auch wirklich angenommen wird wenn ich dem nen aderlass mache und sage die Vergiftung is weg... was das angeht kenn ich mich halt net aus, weil ich eben neu bin

    Bezüglich der Heilbereiche: Ich wusste gar nicht, dass das so stark differenziert ist im Larp. Sein Vater ist Landheiler, also ein ziemlicher Allarounder. Jetzt wo ich es weiss werd ich mir aber gerne mal deinen Link anschauen
    :-)

  4. #4
    Kelmon
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    Ob Dir das die Spielleitung abnimmt ist von Fall zu Fall unterschiedlich...Alleine durch Ausspielen eine Wirkung zu erzielen dürfte in einem Punktelosen Regelwerk (DKWDDK) leichter fallen als in Regelwerken mit Giftstufen, Giftheilung und ähnlichem.

    Generell dürfte aber gelten, daß je besser etwas ausgespielt ist, umso eher ziehst Du das Wohlwollen einer SL auf Dich. Ein *pieks* und dann 5 Minuten warten, bis das nicht dargestellte Blut ausgeflossen ist dürfte schlechter bewertet werden als eine aufwändige Darstellung mit Kunstblutpumpen, Blutegeln, etc.

    Daß die Heilbereiche im LARP eingehalten werden würde ich nicht einmal sagen. Von meiner Sicht aus wäre es erstrebenswert (da Allrounder ohne Einschränkungen irgendwo langweilig sind), letztendlich wirst Du auf einem Con aber meist schlicht auf sogenannte "Heiler" treffen.
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  5. #5
    Hilke
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    Moin!

    Heilersein ist toll, es gibt tolles Spiel, man hat viel Spaß, viel Interaktion, und überhaupt. Also - es ist toll. :wink:

    Zunächst mal was den Aderlaß und die Vergiftung angeht - solange es sich nicht um "die Plotseuche" handelt, gilt bei Heilungen von Krankehiten oder Vergiftungen meistens die Opferregel - d.h. der Spieler, den du heilst, entscheidet selbst, ob er gesund wird oder nicht. Bei nem schön gespielten Aderlass dürften da die Chancen sehr sehr gut stehen. Problematisch wird sowas eben bei der Plotseuche oder bei Regelwerken, die versuchen, alles sehr genau zu regeln. Da kann es schonmal sein, dass man als Gegenmittel ein bestimmtes Kraut braucht oder im Dungeon DAS Rezept bergen muss oder whatever. Aber Regeln sind dazu da um gedehnt zu werden, und Plotseuchen... sind eh doof, schaden dem Spiel als Heiler mehr als sie nützen und sind meistens nur langweilig (weil man als Patient dumm rumliegt, isoliert wird, nix machen kann, und als Heiler auch nicht).

    Aber gut, auch damit muss man leben wenns einem passiert, und das geht schon.

    Grundsätzlich wirst du auf Cons aber eher Verletzungen und so begegnen. Wie der kelmon schon sagt, nen Quacksalber so darzustellen, dass man seine Heilungsmethoden offensichtlich nicht ernst nehmen kann, wird schwierig. Wie wäre es mit einem Landheiler, der eben mit Kampfwunden noch nicht viel Erfahrung hat? In einer ruhigen Gegend laufen einem ja nicht gerade alle Tage Leute mit nem Pfeil im Bauch übern Weg. :wink: Dadurch könntest du dich dann an andere Heiler wenden, dir von ihnen zeigen lassen, wie man die Wunden versorgt, oder auch mal nen "Behandlungsfehler" einbauen (wobei es da auch auf den Spieler ankommt, wenn man ne dreckige Wunde zunäht ohne die Kettenringe rauszupulen, hat nicht jeder nach einem entsprechenden Hinweis Bock, am nächsten Tag wiederzukommen um sich den Abzeß aufschneiden zu lassen - manche Spieler freuen sich sehr über sowas, andre ignorieren das, damit muss man dann eben leben). :wink:

    Was die Arbeitsmaterialien angeht, finde ich Besteck aus Schaumstoff besser - Metallteile (auch mit stumpfen Klingen) würde ich nicht mit aufs Schlachtfeld nehmen wollen, und man kann nicht jeden Patienten erst zum eigenen Zelt oder zum Notlazarett schaffen bevor man ihn behandelt. Da gibts nette Sets zu kaufen, selber machen ist aber recht einfach und definitiv günstiger (man hat keinen Kernstab den man sichern muss, muss nicht viel kleben, es muss keinem Kampf standhalten, die Teile sind klein). Vor allem Nadeln verschwinden regelmäßig, davon sollte man genug dabei haben. Auch genug haben sollte man Verbände - IKEAS Bomull eignet sich sehr gut und kostet nur 2€ pro Meter (ein Verband sollte schon so 2-2,50m lang sein). Größtenteils bekommt man die Verbände von den Spielern zurück, ein bißchen Schwund ist allerdings immer. Manche Leute haben eher schicke Verbände und stempeln die mit einem Symbol, um sie wiederzuerkennen, ich persönlich reiße den Stoff einfach in Streifen und lebe mit dem Verlust. :wink:

    Eine Sache noch, die ich persönlich gaaaaaaaanz wichtig finde:
    Es gibt viele Heiler, die "nähen" mal eben fix ne Wunde über Kleidung und Rüstung. Diese Unart find ich total grauslig. Über die Kleidung kann man ja noch reden, wenn man z.B. ne Frau mit Kleid, nicht viel drunter und ner Bauchwunde vor sich hat, aber die Rüstung MUSS ab. Davon ab, einen Krieger aus Platte und Kettenhemd zu pulen bringt auch wieder ne nette Interaktion, weil man das alleine eher nicht hinbekommt und Hilfe braucht.

  6. #6
    Hana
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    Zitat Zitat von Hilke
    Was die Arbeitsmaterialien angeht, finde ich Besteck aus Schaumstoff besser - Metallteile (auch mit stumpfen Klingen) würde ich nicht mit aufs Schlachtfeld nehmen wollen, und man kann nicht jeden Patienten erst zum eigenen Zelt oder zum Notlazarett schaffen bevor man ihn behandelt.
    Ich halte stumpfe Metallteile auf dem Schlachtfeld für völlig unproblematisch, muss ich sagen ... mir hat auch noch niemand erklären können, was genau da denn passieren könnte (solange man spitze Gegenstände von den Augen fernhält).
    Und Metallbesteck ist einfach schöner ...

    viele Grüße,
    Annkathrin
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  7. #7
    Kelmon
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    Was Hana sagt. Ich kann bei diesen unsinnigen Verboten von Metall-Heilerbesteck angesichts der Tonnen von Metall, die die Spieler am Körper haben nur dern Kopf schütteln...

    Ich habe mein (noch 12 Teile vermissendes) Heilerbesteck aus Zinn gegossen. Das ist erstmal stabil, würde sich aber wohl verbiegen und brechen, wenn da jemand mit Wucht drauffällt.

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  8. #8
    Vincenté
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    das ist mal extrem schnieke, auf die Art könnte ich auch gut mein Diebeswerkzeug erweitern.
    Wie bist du bei der Herstellung vorgegangen?

  9. #9
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    Modular Ich habe Fimo-Positive für den Griff, für mittlere und lange "stangen" und alle Endstücke angefertigt (wie gesagt, noch nicht alle gegossen - da fehlen noch Löffelsonde, Aderlasssporn, Spatel,...), in einem Formkasten zusammengesetzt, Gipsformen angefertigt und dann wie üblich gegossen.
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  10. #10
    Cartefius
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    Wichtig beim Heilerspiel ist, wenn man nach Regelwerk spielt, immer, zwischen Spiel und Wirkung klar zu trennen.

    Die Wirkung hängt nämlich erstens in den meisten Punkteregelwerken nicht von der Darstellung ab, sondern davon, ob du die Fähigkeit Heilkunde besitzt, in welcher Stufe, und ob du einen vorgeschriebenen Mindestzeitraum mit der Behandlung verbringst. Das bedeutet, dass grundsätzlich komplett egal ist, wie du die Behandlung spielst, sie wirkt wenn du dich an die Regeln hältst immer, egal ob du die Wunde mit großer Kunstfertigkeit mit Salbeitinktur auswäschst und aufwändig vernähst und verbindest, oder ob du einen stinkenden Breiumschlag aus den "Pflanzen, verzehrt vom Heiligen Mammut!" daraufpappst und einen Tanz aufführst (letzteres war übrigens Teil der durchaus unterhaltsamen Methode einer befreundeten Larp-Schamanin). Ebenso kann es (leider) sein, dass ein lustloser Heiler einfach einen Mullverband aus dem Erste-Hilfe-Kasten um deine Plattenarmschiene wickelt und dir damit trotzdem mehr Punkte wiedergibt als der liebevoll ausgestattete Medicus, der dummerweise weniger Punkte investiert hat.

    Zweitens bleibt auch beim Punktespiel es immer dem Spieler überlassen, die Regeln zu seinem eigenen Nachteil abzuändern. Grundsätzlich kann dein Patient also immer sagen, dass deine Behandlung nicht gewirkt hat, und er lieber zu einem "richtigen Heiler" geht. Das kommt ab und an mal vor, wenn der Heiler oder Magier eine sehr kümmerliche Vorstellung liefert, und der Verwundete lieber noch etwas spielen möchte, ist aber selten.

    Was die Darstellung angeht, halte ich es für sehr bereichernd, sich auch mal von modernen Vorstellungen der Wundversorgung zu lösen und mal Dinge "falsch" zu machen, ähnlich wie du es schon beschrieben hast. Ich finde es immer ein bisschen schade, wenn sich unter Larpheilern sehr langweilige Standard-Verfahren durchsetzen, so wirst du bei vielen die immer gleiche Reihenfolge "anschauen-mit Alkohol reinigen-zunähen-verbinden" finden. Sowohl als "ungebildeter" Heiler mit sehr rustikalen Methoden als auch als "hochgelehrter" Medicus halte ich es hier für sinnvoll, da auch mal abweichender Meinung zu sein ("Nicht auswaschen, der heilsame Eiter muss fließen!") und auch mal einen Diskurs mit den Kollegen zu führen. Hier sollte man allerdings darauf vorbereitet sein, dass das Konzept, absichtlich "Fehler" zu machen, für viele Spieler scheinbar ungewohnt ist, und sie eher mit ungläubigem Staunen als mit Spiel reagieren, wenn man moderne Behandlungsmethoden in Frage stellt.

    Übrigens, als Nachtrag: Auch wenn die mittelalterliche Medizin sicherlich voller aus heutiger Sicht völlig hanebüchener Methoden ist und oft auch der Übergang zu Magie, Talismanen und Aberglauben fließend ist, so ist trotzdem nicht jede historische Methode Unsinn. So wurde z.B. der Aderlass vermutlich durchaus erfolgreich bei Bluthochdruck und ähnlichen Krankheitsbildern angewandt, und es wird z.B. diskutiert, ob ein niedriger Spiegel an roten Blutkörperchen nicht durchaus dazu beitragen konnte, durch Eisenmangel die Vermehrung von Erregern im Körper zu verlangsamen. Ebenso führte ein Versuch mit einem klassisches Rezept für einen Wundumschlag, bei dem verfaulendes Brot und Kuhdung gemischt wurden, wohl vermutlich dazu, dass die Schimmelpilze im Brot durch die (in der Wunde verhältnismäßig harmlosen) Verdauungsbakterien im Dung dazu angeregt wurden, große Mengen an keimtötenden Antibiotika zu produzieren.
    Deswegen: Mehr Mut zu ungewöhnlichen Behandlungsmethoden im Larp!

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