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  1. #1
    Ayrianira
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    Fragen zum Musiker, Künstler und spirituellen Heiler

    Also, ich hatte mich mal im Larp-Wiki etwas umgeschaut und auch über den Barden/Spielmann informiert, jedoch wurden nicht alle meine Fragen zu diesem Thema dort beantwortet.
    Ich würde mich generell dafür interessieren, einen musikalisch orientierten Charakter im Larp zu spielen, jedoch möchte ich nicht ausschließlich in einer Taverne sitzen und Musik machen, kann man also das Musizieren als Nebenberuf ausüben?
    Des Weiteren würde ich gerne wissen, welche gesanglichen Anforderungen an einen gestellt werden. Bisher habe ich 4 Jahre im Chor gesungen sowie 3 Solostücke aufgeführt (nach meiner eigenen Einschätzung mit durchschnittlichem Erfolg [teilweise etwas verkrampft, einmal habe ich mich durch den Verspieler der Klavierbegleitung rausbringen lassen und einen Ton zu hoch gesungen und zweimal ist mir die Stimme leicht weggebrochen]) Die Lieder waren Goodnight & my Immortal v. Evanescence und Forgiven v. Within Temptation, diese Lieder sind in einer für mich angenehmen und bevorzugten Tonlage, da ich dort die meiste Stimmliche "Kraft" habe, würden sich Lieder dieser Art auch für Larp eignen? Oder sind Lieder in diesen Tonlagen/Tonabfolgen/Tonlängen zu modern, sodass sich keine Larptauglichen Lieder finden würden?
    Außerdem hatte ich bei den Infos zu Barden/Spielleuten den Eindruck, dass man das Ganze (natürlich vom Lied anhängig) mit Unterhaltung rüberbringen muss, also nicht nur das Lied vortragen sondern das Publikum mitreißen/lockerer an die Sache rangehen? Ist dies zwingend erforderlich, sollte es so sein kann aber auch weggelassen werden oder ist der Unterhaltungsfaktor im Larp egal und kommt es dort nur auf die qualitative Umsetzung an?
    Die nächste Frage wäre, wie viel Lieder ich etwa können müsste? In diesem Forum habe ich von mindestens 10 gelesen, was mir persönlich ziemlich wenig erscheint, sollte man, was vielleicht nicht der Fall ist, ich mir aber vorstellen könnte, von jemandem aufgefordert werden, bei irgendeinem Lied mitzusingen. Daraus ergibt sich die nächste Frage, welche Lieder sollte ich können um den Anforderungen der allgemeinen Zuhörer- und Mitmusikerschaft gerecht zu werden? Kann ich zudem Lieder von Larp-Lieder-Seiten verwenden oder muss ich meine Lieder selber schreiben? Darf/Muss man Lieder von mehr oder weniger bekannten Mittelalterbands verwenden oder passt das nicht zum Larp?
    Als Begleitinstrumente zum Gesang könnte ich nur Gitarre spielen, wobei ich finde, dass diese nicht wirklich schon vom optischen, auf ein Larp passt. Gibt es leicht zu erlernende oder gitarrenähnliche Alternativen, die kein Vermögen kosten und transportabel sind? Ein Blasinstrument käme für mich nicht in Frage, da ich dann nicht gleichzeitig singen kann und es zudem bei dem angedachten Charakter zu erheblichen Spiel-Schwierigkeiten käme (mit einem Schnabel kann man meines Wissens kein Blasinstrument spielen).
    Als weitere Frage hätte ich, welche Anforderungen die Larper an einen Musiker haben, mal ganz davon abgesehen, dass die Lieder zur Situation passen sollten. Woher weiß man, wann man etwas vortragen sollte? Kommen die Leute auf einen zu und fragen einen nach einem Vortrag oder trägt man einfach ein Lied vor, wenn man es grad für passend hält? Wie regelt man es, dass die Leute, die einem nicht zuhören wollen nicht durch den Vortrag belästigt werden, sollte man eher dezenter singen und dann eben nur für den freiwilligen Zuhörerkreis oder muss man einfach drauf-los-singen und den Willen der unfreiwilligen Zuhörer ignorieren?
    Herrscht zwischen den einzelnen Spielleuten ein Konkurrenzkampf? Das soll meinen, wird man von anderen Spielleuten schlecht geredet, damit das "Publikum" fernbleibt und dem schlechtredenden Spielmann zuhört oder ist das eher ein "freundschaftlich/kameradschaftliches" Miteinander, wo man auch mal zusammen etwas vorträgt, auch wenn man normalerweise nicht zusammen spielt?
    Um zu meiner Frage vom Anfang zurück zu kommen, kann ich auch einfach ein Charakter spielen, der kein Spielmann ist (zwar die meisten bis alle Anforderungen erfüllt) aber aufgrund natürlicher Begabung (Vogel) und Begeisterung gerne bei den Spielleuten mit einstimmt und auch so mal etwas vorträgt, aber dies nicht hauptberuflich tut?
    Das wäre dann auch die Überleitung zu den Berufsfragen.
    Im Larp-Wiki habe ich keine Berufssparte "Künstler" gesehen. Wäre es also auch möglich einen Künstler auf einem Larp zu spielen, der Bilder malt (Portraits u.A.), Tonfiguren, Plüschtiere (von der Larpart abhängig wenn dies überhaupt passen würde) und Andere dekorative, künstlerisch annehmbare bis wertvolle Dinge verkauft. Wäre dies auf einem Larp überhaupt möglich? Ich würde Bilder und Tonfiguren nur ungern verschenken (ab und zu vielleicht, aber nicht dauerhaft) da ich selbst ja auch Materialkosten haben, und diese zumindest annähernd decken möchte (wenn etwas weniger reinkommt als ich dafür ausgegeben habe ist es nicht schlimm, dafür ist es ja Hobby und Ehre wenn jemand meine Sache kaufen würde). Andererseits ist Larp ja auch kein Markt, wo man seine Sachen verkaufen kann, sodass ich mir unschlüssig bin ob ich die Idee vom Verkaufen gut oder schlecht finde (aber ich kann mir vorstellen, dass es eine Rolle ist die mir Spaß macht).
    Außerdem habe ich noch ein paar Fragen zum Heiler. Könnte man auch eine Mischung aus Heiler/Kräuterkundler/Priester spielen, der über grundlegene "heilende" Kentnisse verfügt (z.B. Blutung stillen) aber eher spirituell meint, den Patienten zu "heilen" mit verschiedenen Kräuterdämpfen und Gebeten/Rituellen Sprüchen? Dies soll keineswegs eine magische Heilung sein, sondern eher abergläubischer Natur, die eigentlich eher weniger etwas nützt (außer der Glaube versetzt wirklich Berge)? Dass zum Beispiel Kräuter angewandt werden, die angeblich den Schmerz lindern, es aber nicht wirklich tun, sondern der Patient nur glaubt dass sie es tun und sich einbildet keine Schmerzen zu haben? Genauso könnte man es mit Segnungen/Kräuterdämpfen machen um den Behandelten glauben zu lassen, er sei besonders stark durch ein "Wundermittel", was eigentlich gar nicht wirkt, aber dadurch dass der Behandelte glaubt er sei mit einem Wundermittel/"Zauber" gestärkt glaubt er indirekt mehr an seine eigene Kraft und kann dadurch stärker sein.
    Das soll aber nicht so gemeint sein, dass der Charakter die Leute betrügt, sondern selber an seine Methoden glaubt, dass sie etwas bringen, diese aber wissenschaftlich totaler Humbug sind.

    Ja, also das waren ersteinmal meine Fragen zu den Berufen, ich würde mich sehr über Antworten und Ratschläge freuen

  2. #2
    Leopoldt
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    Puh,... also wo fang ich an?

    Zum Barden:
    Barde im Larp ist ansich eine wirklich tolle Sache. Er trägt einiges zu Stimmung und Atmosphäre bei, und in den Richtigen Momenten das richtige Lied kann einem schonmal Gänsehaut bereiten.
    Die Sache ist halt, dieses Gespür muss man haben, sonst kann ein Barde auch richtig Nervtötend werden.

    Zum Können:
    Gesang allein klingt fast schon zu mager um am abendlichen Lagerfeuer aufzuspielen (worum du bestimmt gebeten wirst, wenn jemand merkt dass du Musik machst). Hierfür würde sich Gitarre anbieten. Wenn du es etwas Ambientiger magst vielleicht eine Gitarrenlaute. Die hat einen Bauchigen Korpus und ein abgewinkeltes Griffbrett spielt sich aber sonst wie eine Gitarre und ist meines Wissens nach auch so gestimmt.
    Wenn du einen "richtigen" Barden spielen willst, ist das Lagerfeuer aber bestimmt nicht die einzige Möglichkeit zu spielen. Ich hab bisher einige Barden gehört die zwar gezaubert haben, aber ihre Zauber gesungen und dazu passend gestikuliert haben. Das macht, vor allem wenn es spontan kommt, einiges her.
    Für mich ist das Bardenmagie und hat mit Spiritualität erstmal nix zu tun. Es sei denn du spielst eine Priesterinn die ihre Heilsprüche singt. Dazu noch ein paar Komponenten zur Darstellung (Kräuter verbrennen find ich ne gute Idee) um das ganze abzurunden.

    Zum Liedgut:
    15 - 20 Lieder reichen dick für den Anfang. Du bist ja nicht an einer Tour am singen und spielen. Am besten kommt natürlich auswendig, oder beim Zaubern spontan improvisiert. Es wird dir aber kaum jemand übel nehmen wenn du anfangs nach Noten spielst.

    Zu musikalischen Charakteren:
    Ich hab selbst einen Charakter der ein Instrument hat aber kein Barde ist. Wenn es sich anbietet einen Barden zu begleiten ist das bestimmt möglich, hängt aber halt vom Barden ab.

    Zum Künstler:
    Das Konzept klingt interessant. Auf Großcons durchaus auch durführbar. Allerdings bin ich bei Wochendcons etwas skeptisch ob das so funktioniert. Da man dort um einiges weniger Leerlauf hat um Leute für seine Kunst zu begeistern. Und wenn du etwas mit entsprechendem Gegenwert verkaufst wird dir bestimmt niemand übel nehmen wenn du OT ein paar Groschen dafür willst.

    Gruß
    Leopoldt
    Let's eat grandpa!
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  3. #3
    Alex
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    Willkommen, angehende Kollegin. Ach Du schande... gute Dame, bitte, ein bisschen mehr Gliederung in Absätze (und anderes) und etwas weniger Fragenkatalog in ein Posting. Man kann auch nach und nach Fragen stellen. Ich versuche mal, keine Frage zu übersehen.

    Zuerst einmal schön, Dass Du Dich vorher weitesgehend informiert hast, so weit das eben möglich ist. An Deinen Detailfragen sehe ich, dass Du zumindest in Bezug auf das Hobby (noch) unsicher bist. Das ist normal. LARP kann man auch nicht zu 100% in Texten erklären, dafür ist es zu komplex. Was Deine Fragen angeht, habe ich das Gefühl, Du solltest zumindest mal als NSC auf Deine erste Con gehen, um ein Gefühl für das ganze zu bekommen. LARP kann man nicht nur aus der Theorie lernen. Um Dir aber etwas Deine Unsicherheit zu nehmen, mal ein paar Antworten und Tips.

    Mein bester Tip: Wenn Du Gesang/Musik weitergehend betreiben willst, musst Du ein dickes Fell haben und auf Tiefschläge gefasst sein. Das zumindest eine Variante, wenn Du das ganze alleine im Try-and-Error-Verfahren durchlaufen willst. Das war mein Bardenwerdegang bisher. Die andere Variante ist: Such Dir einen Meister. Einen erfahrenen Barden an den Du Dich dran hängen kannst, in Deinem Umfeld. Sowas findet sich am besten auf Con. Die meisten Barden und Spielleute nehmen gerne Lehrlinge auf.

    Man muss und sollte nicht gleich als Barde anfangen. Bardenlehrling, Abenteurerin auf Ausbildungssuche zur Musikerin oder anderweitig beruflich orientierter Charakter mit Hang zur Hobbymusikerin (sollte man vielleicht anders nennen) sind Konzepte, die völlig in Ordnung sind. Und vor allem anfängerfreundlicher als "Der Barde(TM)".

    Die Anforderung sind schwankend, je nach Publikum und wie man sich vorstellt. Wenn Du die Kräuterfrau miemst, die Abends am Feuer plötzlich die Klampfe auspackt oder beim Kräutersammeln singt, sind die Erwartungen schon viel geringer, als an eine Bardin. An einem Lagerfeuer ist man meist froh, dass jemand, der halbwegs begabt ist, was macht. In der Taverne will man Unterhalten werden, da nervt ein Barde ohne Gespür schon schneller. Am Hofe erwartet man noch was ganz anderes. Und so weiter.

    Das wichtigste, was Du als Musikerin haben musst, ist soziales Gespür, Mut, Begeisterungsfähigkeit und Zurückhaltung. Gespür dafür, was in der Situation richtig ankommt. Mut, einfach loszulegen, den "passenden Moment" nicht aus Unsicherheit verstreichen zu lassen. Mut, eine sichere Stimme zu haben, die laut genug ist, dass alle sie hören. Zurückhaltung, auch mal die Klappe zu halten, wenn Musik gerade gar nicht passend ist bzw. man nicht die passende Musik für den Augenblick hat. Das ganze ist ein Balanceakt auf mehreren Waagen gleichzeitig. Man muss das einfach mal sagen. Aber keine Panik, so lange Du keine soziale Vollversagerin bist und lernfähig halten sich die sozialen Patzer halbwegs im Rahmen. Ein erfahrener Lehrmeister, der Dir Gehör verschafft (Durch Ankündigung) und Dich in den passenden Momenten nach vorne schiebt bzw. zurück hält, hilft auch hier. Ansonsten nimmt man einer angehenden Musikerin auch eine Frage nicht krumm. Stell sie nur gezielt. Nicht "Würdet ihr gerne ein Lied hören?" sondern "Würdet ihr gerne ein fröhliches Trinklied/traurige Ballade etc. hören?". Mit Begeisterungsfähigkeit ist sowohl Deine eigene, als auch die Fähigkeit gemeint, andere mitreißen zu können. Es gibt immer mal ein "schwieriges Publikum". Der routinierte Profi-Barde, dessen Darbietung eine Show ist, wird dieses aber meist mitreißen können.

    Bitte keine Metal/Gothic-Lieder, die hauen raus. Dabei geht es weniger um die moderne Art, als um die Bekanntheit der Stücke. Wenn Du was eigenes in der Art komponierst, dass aber keiner anders kennt, als von Dir nur mit einer Gitarre begleitet, wird das in der Regel wohlwohllend aufgenommen. Ich gebe ehrlich gesagt manchmal Alternative-Rock und Mittelalter-Rock zum besten. Da ich die Lieder aber selber geschrieben habe und ich bisher keine Band gefunden habe, sie im Rock-Stil zu vertonen und keiner die Lieder in meinem Kopf kennt, kommen die erstaunlich gut an. Allein schon, weil neues Liedgut im LARP öfter mal rar ist.

    Was mich zum nächsten Punkt bringt: Nein, Du musst nicht nur eigene Lieder zum besten bringen. Aber etwas frisches Material tut Not. Das muss nicht von Dir sein, alte Liederbücher und unverbrauchte Lieder gibt es zu Hauf, die meisten Barden stürzen sich aber immer auf die gleichen Gassenhauer wie "Unter den Toren/Kalt ist die Nacht für die Söldner". Da kriegen manche Leute schon "Gehörkrebs" bei den ersten Akkorden.

    Was Du da aber an bekannten Sachen zum besten gibst, da kommt es sehr auf das Publikum an. Gerade das junge Publikum und viele Anfänger sind zum Beispiel froh, wenn sie mal was mitsingen können. Von daher wirst Du mit dem ein oder anderen "Subway to Sally"-Song was reißen können. Die "älteren Säcke" werden bei Schandmaul dann aber die Augen verdrehen. Wie fast überall gilt: Es gibt keine falschen Lieder, nur die falsche Situation. Und die resultiert aus dem Anlass, dem Hintergrund, der Situation, dem Publikum und und und. Gespür ist das wichtigste. Und

    Zu den Liedern: Wenn Du Dich auf eine Richtung spezialisierst (z.B. Lagerfeuerballaden, Tavernentrinklieder etc. pp.) reichen 10 Lieder völlig. Überleg mal, das ist eine ganze CD, ca 90 Minuten Dauerprogramm. Schöne/Gut vorgebrachte Lieder werden dann auch über eine Con gerne auch öfter Mal gehört. Wenn Du ein wildes Sammelsurium "für jede Gelegenheit" hast, reicht das weniger. Sicher kann man viel kombinieren und auch mal ein abwechslungsreiches Programm fahren, aber z.B. in der Taverne beim feiern, will keiner die "Ballade von der traurigen Zeit" hören. Und wenn man nur ein Lied hat, dass zu der Situation passt, ist nach einem Lied schon Schluss. Das passiert mir auch gelegentlich, weil ich nicht so der Typ für die üblichen Trinklieder bin. Dann einfach mal die Schnauze halten, bzw. die anderen spielen lassen und so weit es geht, mitsingen.

    Und eine Gitarre reicht völlig. Eine Gitarrenlaute, die in einer Taverne noch durch kommt, ist ein seltenes und teures Unterfangen. Fang mal mit der Gitarre an, nachrüsten kannst Du später immer noch. Die moderne Konzertgitarre ist sicher nicht der Ambienteförderer, aber akzeptiert, wie Brillen und Zahnspangen.

    Generell ist der Musikerhaufen im LARP ein geselliges Völkchen. Ausnahmen gibt es immer. Sofern in der Form des "überheblichen Musikers" als auch in der Frage "mit wem man sich gesellt". Vereinzelte arrogante Egoisten, die sich für die Krone des Musikertums halten und andere erst einmal nieder machen, hat immer mal. Genau so will aber kaum jemand mit jemanden zusammen (abwechselnd) musizieren, der kaum einen Akkord hinkriegt und eine quäkende Stimme hat. "Geübt wird Zuhause" ist hier ein beliebter Spruch. Der aber eher"Geübt wir weit weg von Publikum" heißen kann. Keiner nimmt Dir übel, wenn Du Dir auf Con Deine Klampfe packst, in den Wald rennst und alleine irgendwo übst bzw. mit Lehrmeister. Nur solltest Du das nicht im Lager oder in der Taverne machen.

    Bei Deinen ganzen Fragen ansonsten, habe ich etwas die Übersichtlichkeit verloren: Soll das alles ein und das selbe Konzept sein? Wenn ja: Das ist zu viel. LARP lebt von Spezialisten und davon, dass jeder was zu der Situation beitragen kann. Generalisten, Allrounder, "eierlegende Woll-Milch-Säue" werden da weniger gerne gesehen. Ein Haupt-Aspekt/Beruf und ein Nebeninteresse reichen.

    Dann habe ich mal eine Frage: Habe ich das richtig verstanden, dass Du als Musikerin ein Vogelwesen zu spielen gedenkst? Oder sind das mehrere Charaktere? Du siehst bei so einem Fragenblock verliert der Leser schnell die Übersicht. Generell: Von Fremdwesen wird Anfängern gerne abgeraten. Sie bedeuten erheblichen Aufwand. Du musst Deinem Gegenüber deutlich klar darstellen, dass Du ein fremdes Wesen und kein Mensch im Kostüm bist. Karnevals-Kostüme, sichtbare Bänder, die Maskenteile halten, ein paar wenige Teilkostümierungen wie ein Schnabel und sonst nichts oder eine andere Hautfarbe reichen da nicht. An Dein Kostüm würde eine hohe Anforderung gestellt werden, dass es "echt" aussieht. Das bedeutet einen erheblichen Aufwand. Das gleiche gilt für Deine Gewandung, die einer fremdartigen Kultur entsprechen müsste. Aufwand ist hier mit viel Geld oder immerhin noch mit einigem an Geld und viel Zeit/Geschick gleichzusetzen. Hinzu kommen die Anforderungen an das Spiel, wirklich etwas fremdartiges darzustellen. Um es klar zu sagen: Kaum einer will ein Mädchen sehen, dass mit Edding ein Federkleid auf einen weißen Jogginganzug gemalt hat, einen Pappmascheeschnabel mit einem Band am Kopf befestigt hat, eine Standardtunika trägt und sich wie ein Mensch unter Menschen gibt, sehen.

    Ordne also bitte noch mal Deine Charakterideen, grenze sie klar voneinander ab und frag nicht in jedem Posting gleich alle Möglichkeiten ab. Dann helfen wir Dir auch gerne weiter, OK?

    Ach ja, zur Situation von Minderjährigen im LARP hast Du Dich hoffentlich informiert, ansonsten empfehle ich dringend die Suchfunktion.

    Grüßem
    Alex

  4. #4
    Cartefius
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    Hallo,

    die Sache mit dem Vogelkostüm kommt mir bekannt vor, ich glaube, du hattest vor einer Weile schonmal einen Beitrag dazu? Auf jeden Fall finde ich es gut, dass du dir offensichtlich Gedanken gemacht und konkrete Fragen ausgearbeitet hast, auch wenn solche Beiträge ein bisschen anstrengend sind, machen sie doch auf jeden Fall mehr Sinn als die typischen halbgaren Einzeiler, die man auch immer wieder liest.

    Da ich von Musik im Allgemeinen und Bardenspiel im Speziellen wenig Ahnung habe, picke ich mir einfach mal ein paar einzelne Punkte heraus:

    Zu allererst finde ich, dass ein exotischer Charakter grundsätzlich eine exotische Kultur und damit ein umfassendes, klar von anderen abgegrenztes Konzept haben sollte. Deswegen halte ich zwar die Kombination aus einem musikalischen Vogelmenschen für durchaus machbar, eine beschnabelte Version eines typischen Larp-Gitarrenbarden, der Lieder von Subway to Sally oder Evanescence singt hingegen aber eher für unglücklich (Abgesehen davon, dass bekannte moderne Lieder meiner Meinung immer einfach zu OT für Larp sind).
    Hier fände ich es sehr sinnvoll, sich auch ein entsprechendes Musikkonzept zu überlegen, dass durch die Wahl der Instrumente, Melodien und Texte sich klar von der Masse abhebt. Das bedeutet nicht, dass du jetzt das Rad völlig neu erfinden musst, ich würde aber schon schauen, dass deine Musik ein in sich schlüssiges Konzept hat und sich so von anderen Barden abhebt.

    Wie würde deiner Meinung nach ein Vogel Musik machen? Wie würde die klingen, zu welchem Anlass würde sie vorgetragen, von was würde sie begleitet sein, wie sähe ein Instrument für eine solche Rasse aus? Eigentlich bietet sich da ja genug Raum für eigene Kreativität.

    Das soll meinen, wird man von anderen Spielleuten schlecht geredet, damit das "Publikum" fernbleibt und dem schlechtredenden Spielmann zuhört oder ist das eher ein "freundschaftlich/kameradschaftliches" Miteinander, wo man auch mal zusammen etwas vorträgt, auch wenn man normalerweise nicht zusammen spielt?
    Direkter ausgespielter Konkurrenzkampf zwischen Barden oder Spielleuten ist mir bislang noch nie begegnet, fast ein bisschen schade. Häufiger dürften da eher OT-Befindlichkeiten sein, viele Larpmusiker sind verständlicherweise pikiert, wenn man ungefragt in ihren Auftritt hineinplatzt oder ihre feine Harfenballade stundenlang mit Bongos übertönt. Üblicherweise würde ich schon davon ausgehen, dass die meisten Spieler sich aber durchaus auch über Kollegen freuen, und es eigentlich kein Problem sein sollte, entweder im Spiel oder durch kurze OT-Absprache mal einen gemeinsamen Auftritt abzusprechen.

    Zum Thema "Verkaufen von Kunsthandwerk": Ich habe das auf dem letzten Con mal versucht, und mit meinem Händlercharakter kleine Götterbildchen ähnlich wie die Ikonen der orthodoxen Kirche gemalt und verkauft, und war von der Resonanz echt überrascht. Am Schluss habe ich glaube ich fünf Stück verkauft, und musste leider einer ganzen Reihe weiterer Interessenten wegen Zeitmangel absagen. Ich halte es allerdings für sinnvoll, zwei Dinge zu beachten: Erstens würde ich versuchen, die Produkte möglichst ins Spiel zu integrieren und etwas zu suchen, das auch wirklich zur Rolle und Hintergrundwelt passt. "Normale" Plüschtiere fände ich zum Beispiel deutlich weniger ansprechend als eine "mittelalterliche" Low-Tech Version aus Stoffresten in stark vereinfachten Formen mit aus Wollgarn aufgestickten oder aus Holz geschnitzten Augen, möglichst noch mit einem netten "Sinn", z.B. das Wappentier des Fürsten anlässlich eines Turniers.
    Zweitens finde ich es schöner, wenn die Sachen vom Materialwert so niedrig gehalten sind, dass man sie auch tatsächlich ausschließlich für IT-Geld kaufen kann, bei Bildern oder Tonfiguren dürfte man da z.B. eigentlich mit Materialkosten von ein oder zwei Euro pro Stück locker hinkommen, und das ist meiner Meinung nach etwas, was zumindest ich auch durchaus mal für ein nettes Spiel abzuschreiben bereit bin.

    Zum Thema Heiler:
    Hier muss man zwischen Spiel und regeltechnischer Wirkung unterscheiden. Von den Regeln her ist erstmal egal, wie du deine Heilung tatsächlich umsetzt, und ob sie "wissenschaftlich belegbar" ist, hier kann ein Heiltanz einer Orkschamanin genau die gleiche Wirkung zeigen, wie wenn der Chirurg dich mit blitzendem Messer aufmacht und zusammennäht. Nach den meisten Regelwerken ist einzig wichtig, dass du die entsprechende Fertigkeit gekauft hast und dass du bestimmte Behandlungszeiten einhältst, während, wenn nicht nach Regelwerk sondern darstellungsbasiert gespielt wird, letztendlich alleine der Patient darüber entscheidet, welche Wirkung er ausspielen möchte.

    Im Grunde ist deswegen auch die "Theorie" hinter deiner Heilbehandlung egal, wichtig ist, dass du interessantes Spiel und eine schöne Show lieferst. Einfach nur Kräuter auf die Wunde legen und ein bisschen was murmeln ist z.B. eher langweilig, lässt sich aber durchaus zu einer Aktion ausbauen, die deinen Charakter unterstreicht und auch dem Patienten Gelegenheit zur Interaktion bietet:
    Ein Schamane könnte einen übelriechenden Brei aus einem Schrumpfkopf schöpfen, in den Mund stecken, geräushvoll zerkauen und in die Wunde spucken, das ganze mit Birkenrinde einschlagen und anschließend mit Farbe magische Muster darauf anbringen, um böse Geister fernzuhalten, wobei er die ganze Zeit singt.
    Ein Medicus würde vielleicht in einem Kräuterbuch nachschlagen, die Kräuter getrocknet aus sorgsam beschrifteten Gläsern nehmen, in einem Mörser mit sorgfältig abgemessenen Essenzen vermengen und anschließend mit einem sauberen Leinenverband bedecken, alle verwendeten Kräuter niederschreiben und direkt eine säuberliche Rechnung ausstellen.
    Ein Quacksalber hingegen könnte wortreich erstmal nach den bisherigen Wunden des Patienten fragen, dann alle beschriebenen Behandlungsmethoden lautstark wiederlegen, eine ganze Menge seltsamer Diagnosemethoden anwenden ("Schmerzt es, wenn ich Sie mit diesem Berstein in der Wunde berühre? Ja? Natürlich, hatte ich es mir doch gedacht!") um dann mit großer Geste (wärend der Patient immer ungeduldiger wartet) seine ganz spezelle eins-für-alles-Wundertinktur herauszuholen, ihre Vorzüge und exotischen Inhaltsstoffe zu beschreiben und natürlich nur gegen Vorkasse verabreichen.

    All diese Methoden sind natürlich unterschiedlich, gute Heilerspieler nehmen das allerdings als Chance wahr, auch mal Fachdiskussionen und Streitereien zwischen Anhängern unterschiedlicher Ansichten auszuspielen, was sehr lustig sein kann.
    Allerdings sollte man natürlich auch immer ein bisschen den Spieler im Auge haben, die schönste Vorstellung ist verschwendet, wenn der Patient eigentlich nur innerhalb einer Minute zurück in die Schlacht will.

    Als wichtiges Ziel würde ich auch noch auf jeden Fall sehen, dass man möglichst vollständig spielen kann, und dem Patienten keine zusätzlich "Regieanweisungen" geben muss. Denn wenn man erst mühsam out-time erklären muss, was jetzt wie wirkt, was nicht, und was nur scheinbar Wirkung A hat, in Wirklichkeit aber als Wirkung B ausgespielt werden muss, dann reißt man damit den anderen Spieler immer aus dem Spiel heraus, und das muss eigentlich nicht sein.

  5. #5
    Ayrianira
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    Also um vielleicht Unklarheiten zu beseitigen, die Fragen drehen sich jeweils um verschiedene Charakterkonzepte, wobei Barde(nlehrling) nur für den Vogelcharakter gedacht war und das Heiler/Kräuterfrau/Preister Konzept für den Vogelcharakter sowie einen potentiellen Menschencharakter gedacht war, das Künstlerkonzept nur für einen menschlichen Charakter.

    Ich hatte nicht vor, Metal/Gothic o.Ä. Lieder zu singen, wollte es nur als Beispiel geben, in welcher Stimmlage ich mich wohl fühle und ob die für Larp geeignet ist, oder ob ich das schon vom Singen her gleich vergessen kann.
    Beim Lieder selber schreiben hätte ich einige Bedenken, was Wortwahl sowie Textinhalt betrifft, damit es nicht zu modern wirkt.

    Das mit dem Aufwand um das Charakterkostüm ist mir sehrwohl bekannt, da wie Cartefius schrieb, ich zu diesem Thema bereits einen Beitrag geschrieben hatte.

    Mir schien für einen Vogelmenschen der Beruf Barde(nlehrling) sehr passend, da Vögel meist zwitschern (-> singen) und bei Vogelmenschen das Zwitschern eher dem Gesang und Spielen auf Instrumenten gewichen ist (es ging zugunsten der Entwicklung von Sprache und Kultur das Zwitschern verloren, jedoch nicht das musikalische Talent). Da man in dem Volk der Vogelmenschen den Kontakt zu "Andersartigen" meidet und somit auch das Volk dem Einfluss weitgehend von außen abschneidet, hat sich der Charakter entschlossen fortzugehen. Auf die Idee kam es durch den Kontakt zu Händlern, einer Gruppe die ganz unten auf der gesellschaftlichen Pyramide stehen, die ihr vom "tollen Leben außerhalb" erzählten. Da das Musizieren allen Vogelmenschen im Blut liegt, nutzt es der Charakter um Geld zu verdienen um über die Runden zu kommen.

    Das mit dem Heiler/Priester ist ein anderes Konzept, wo der Charakter aufgrund von schlechter Gesellschaftlicher Stellung seine Heimat verlässt, da dieser gerne Heilen möchte (und nebenbei seinen Glauben verbreiten...), es aber aufgrund seiner Geburt in einer Bauernfamilie nicht kann.

    Aber auf jeden Fall vielen Dank für eure Tipps, wobei das mit dem Barden(lehrling) so schwierig klingt, dass ich es vielleicht doch nicht ausprobieren sollte. (Ich möchte nicht viel Zeit [und Geld] in ein Konzept stecken, was ich nach dem ersten Con in die Tonne stecken kann, weil ich nicht fähig bin es richtig zu spielen).

  6. #6
    stephan_harald
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    Das wichtigste für einen Barden: Geübt wird zu Hause, auf dem Con ist das Konzert.

    Daher, sicherlich kann sich ein Barde mal auf einem Con einen neuen Griff zeigen lassen, oder auch ein neues Lied einstudieren. Er sollte aber auf dem Con das üben nur noch spielen müssen.

    Wer mit der Intuition auf ein Con geht dort das Bardentum wirklich zu lernen, macht in meinen Augen was falsch.


    Zum Thema Vogelwesen: Ich würde es wirklich erst mal vergessen. Du baust Dir da irgendwelche Luftschlösser, die Realität sieht da etwas anders aus.

    Barden ist ein wirklich schwere Rolle und was für Anfänger. Wenn dazu noch ein Fremdwesen kommt, wird der Aufwand für dich als Anfänger kaum zu meistern sein.

    Wir sprechen hier über Musikalisches Talent, dem wirklichen Beherrschen eines Instrumentes und einem hohen Zeit-, Bastel-, und Geldwaufwand für eine Fremdwesendarstellung.

    Das kann erst mal vor allem in Deinem zarten Alter nur schief gehen.

    Ich würde Dir wirklich raten, greif dieses Heiler- Priesterkonzept auf, für eine Menschen und starte erst einmal da mit. Ich bin sicher, alleine die Möglichkeiten die Du schon nach 1-2 Cons siehst, werden dich mehr als auslasten.

    Stephan

  7. #7
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    Ich finde bei einem Barden sehr wichtig, dass er auf wünsche eingehen kann, die keine konkreten Lieder sind. "Spiel uns etwas romantisches/lustiges/blabla Barde!"
    Da sollte man wenn möglich von allem was dabei haben und einschätzen können...

    Grüße
    Aeshma, zu faul war alles zu lesen =(
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    Bei Problemen gebt uns bitte im Thread "Meldungen an die Mods" Bescheid. In wirklich dringenden Fällen (oder Dingen die nicht öffentlich sein sollen) bitte auch per PM. Wir kümmern uns dann ASAP.

  8. #8
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    Obwohl man Vögeln ja nachsagt, dass sie singen, musizieren etc. fänd ich ein klar singendes und Instrumente benutzendes Vogelwesen - befremdend. Hinzu kommt, dass man Teile der Maskerade (wie Handschuhe, Vollmaske (wegen Sicht) und Mundpartie (bzgl. Klang oder auch für Flöten) weg lassen müsste. Das endet wie der Scaven-Koch, der keine Handschuhe trägt, weil er damit nicht arbeiten kann :P


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    Nächste Cons: 06.-09.09.12 Temporia

  9. #9
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    Zitat Zitat von Ayrianira
    Mir schien für einen Vogelmenschen der Beruf Barde(nlehrling) sehr passend, da Vögel meist zwitschern (-> singen) und bei Vogelmenschen das Zwitschern eher dem Gesang und Spielen auf Instrumenten gewichen ist (es ging zugunsten der Entwicklung von Sprache und Kultur das Zwitschern verloren, jedoch nicht das musikalische Talent). Da man in dem Volk der Vogelmenschen den Kontakt zu "Andersartigen" meidet und somit auch das Volk dem Einfluss weitgehend von außen abschneidet, hat sich der Charakter entschlossen fortzugehen.
    Und weil der Charakter so andersartig ist, verhält er sich wie der gewöhnlichste Barde und singt die gleichen Lieder wie alle anderen?

    Das passt überhaupt nicht zusammen. Wenn du normale Lieder singen möchtest und Larpliederbücher nutzen und Gitarre spielen, tu das bitte mit einem menschlichen Charakter.

    Ein fremdartiges Fantasywesen sollte auch wirklich fremdartige Lieder haben! Der Gesang sollte sich dann auch zwitschernd anhören, keinesfalls deutsch oder englisch sein (am besten eine Fantasysprache!), und bitte nicht das gewöhnlichste Instrument überhaupt, die Gitarre. (das soll keine Abwertung des Instruments Gitarre sein, nur ist die eben im Larp DAS Instrument, das mit riesigem Abstand am meisten vertreten ist!)
    Klar kann man irgendeine beliebige Begründung dafür finden, warum das exotische Wesen so ganz unexotisch musiziert, aber dann kann man auch gleich einen Barden im Vogelkostüm spielen.

    Tierwesen sind eine tolle Sache - aber man sollte dann nicht bei der Maske aufhören mit der Fremdartigkeit. Auch die Kleidung, die Ausrüstung, das Verhalten, einfach alles sollte fremdartig sein.
    Das ist natürlich ein hoher Anspruch und den erfülle ich selbst ja auch nicht, aber ich finde deinen Ansatz (also, das Grundkonzept) da schon grundverkehrt.

    Mfg
    Stefanie

  10. #10
    Alex
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    Zitat Zitat von stephan_harald
    Daher, sicherlich kann sich ein Barde mal auf einem Con einen neuen Griff zeigen lassen, oder auch ein neues Lied einstudieren. Er sollte aber auf dem Con das üben nur noch spielen müssen.
    Das üben als "Show" vor Publikum, ja. Aber wie ich schon schrieb: Wenn man irgendwo ins Abseits geht, dann bietet man in der Sekunde den wenigsten Spiel aber man stört deren auch nicht. Und den Barden, der mit seinem Lehrling irgendwo im Wald auf einer Lichtung sitzt, wo dieser übt, finde ich sehr stylisch, wenn ich zufällig vorbeikomme. Wobei ich dann auch schnell wieder das weite suchen kann, wenn ich will.

    Ich vergleiche das auch mit dem Magierlehrling. Wenn es an das üben von Beschwörungsformeln geht, sucht der sich auch besser eine abgelegene Stelle. Und Magierlehrlinge beim Sprüche auswendig lernen sind auch langweilig. Hier sind auch höchstens die eigentliche Prüfungen die Publikumsshows und keiner hat was dagegen, wenn die Spieler die Sprüche nicht OT zuhause auswendig lernen.

    Wer mit der Intuition auf ein Con geht dort das Bardentum wirklich zu lernen, macht in meinen Augen was falsch.
    Oh ganz falsch. Ich denke, Du beziehst Dich damit rein auf das musizieren. Aber gerade das eigentliche (LARP-)Bardentum mit seinen ganzen kleinen Ritualen etc. die wir haben, wirst Du aus keinem Buch lernen können.

    @ Ayrianira
    Ich muss mich allerdings leider weitesgehend meinen Vorschreibern anschließen, dass ich Barde und Exot in einer Rolle als sehr schwer vereinbar halte, aufgrund der Einschränkungen, die eine vernünftige Exotengewandung mit sich bringt.

    Das jedes Vogelwesen das musizieren im Blut hat, halte ich auch für Unsinn, wenn es um menschliche Vorstellungen des ganzen geht. Vogelähnliche Extremitäten wir Klauen(füße) und Flügel dürften menschliche Instrumente kein Stück entgegenkommen. Warum sollte ein Vogelwesen nach menschlichen Ermessen singen? Trällern und Gezwitscher wäre da viel passender. Oder auch Gesang, der von sowas unterbrochen wird. Eben was fremdartiges. Damit gewinnst Du sicher als Barde keinen Blumentopf, weil das für menschliche Ohren eben befremdlich wäre. Aber genau das würde eben den Exoten unterstreichen.

    Etwas am Rande: Es ist nie eine gute Idee, eine fremdartige Rasse zu definieren und dann das Ausnahmewesen zu spielen, dass menschlicher als alle seine Kollegen ist. Das führt das Konzept eines Exoten einfach sofort ad absurdum. Es ist schwer genug, fremdartig zu sein, wenn man sich da gleich selber begrenzt, ist das ganze nicht von gerade von Erfolg gekrönt.

    Grüße,
    Alex

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