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  1. #1
    Of Whiteoak
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    Charakterkonzept - "einfacher" Ritter

    Namd zusammen, Benjamin mein Name, 23 Jahre jung und mache seit 4 Jahren LARP, bin also quasi noch frisch am Werk.

    Ich bin mal so frei, meine ersten Ideen hier darzulegen, egal ob Klamotten-, Rüstungs- oder Hintergrundtechnisch.

    Der junge Recke und seine Linie sollen grad einen Schritt über bürgerlich stehen, sprich von niederstem Adel sein. Ich möchte seine Ausstattung so einfach wie möglich halten, also kein Samt, Seide, Brokat oder Sonstiges mit dem sich reiche Pfeffersäcke brüsten müssen um anderen zu zeigen "ich bin besser als du".
    Meine vorläufige "Zivil"-Gewandung soll wie folgt aussehen: Leibhemd und Bundhaube aus Leinen, natur, enge Hose/Leggins aus dunkelgrau-melierter Baumwolle (weil ich die grad da hab). Darüber eine knöchellange Cotte aus dunkelbraunem Leinen, mit einem weissen Eichenblatt (meinem Wappen) auf die linke Brust gestickt, Stehkragen, und vorn und an den Unterarmen zum zuknöpfen. Dazu noch eine Kappe (diese einfachen Zylinderförmigen Dinger, wie nennt man die gleich?) mit einem Zinn-Abzeichen drauf aus dunkelgrauer Wolle, oder wahlweise stattdessen ein Chaperon, ebenfalls aus dunkelgrauer Wolle. Sollte es mal etwas feierlicher zugehen, kommt noch eine Surcotte aus schwarzer (ja, ja, ich weiß...) Wolle mit weissen aufgestickten Eichenblättern dazu, und eine Pellerine zum knöpfen aus weisser Wolle mit eichenblattförmigen Zaddeln. Ein einfacher Langgürtel fehlt natürlich auch nicht.

    Rüstungstechnisch schwebt mir etwas in mailändischer Machart vor, mit dezentem Fäntäsytouch. Namentlich wäre das ein abgewandelter Harnisch mit 2-3 extra Bauchreifen, knielangen Beintaschen und verkürztem Brustblech, unter dem ein verlängerter Kragen mit (nicht übertriebenem) warhammermäßigem Stehkragen getragen wird. Richtung Boden geht es weiter mit Polsterdiechlingen, an denen eine Kniekachel bzw ein kompletter Kniebuckel befestigt wird, und Beinschienen mit geschlossener Wade. Die Arme werden durch genesteltes Armzeug mit kleinen Schultern geschützt, darüber kommt noch ein Paar große Überschultern, evtl. mit Klingenbrechern. Bisher konnte ich mich noch nicht so recht für eine definitive Helmart entscheiden, die Tendenz geht in Richtung Hirnhaube mit Eichenlaubkranz aus Messing. An einigen Stellen sollen auch noch mehr dezente Eichenblatt-Applikationen aus Messing angebracht werden.

    So, ich bin mir bewusst dass das einige Stilrichtungen zusammenwirft, aber in meinem Kopf siehts soweit ganz gut aus.

    Die Idee(n) hinter dem Konzept ist/sind erstmal, einen ritterlichen Charakter auf ausgewählte Abenteuercon XY zu führen, um etwas Nützliches (Geld, Bündnis/Handelspartner...) für die Länderei seiner Familie ranzuschaffen. Der Charakter an sich soll rechtschaffen und bodenständig sein, gläubig aber nicht fanatisch. Keine eierlegende Wollmilchsau, die Magie wirken kann und sich gut mit Finsteruddeln versteht, keine versnobbte Hofschranze mit Intrigenspiel +3...ich denke Ihr wisst worauf ich hinaus will.

    Eine der wenigen Meinungen, die ich bisher einholen konnte, riet mir zu allererst mal von die gewählten Farben ab, und zur Wahl von etwas feineren, gar "adligeren" Stoffen. Ich aber finde, es muss noch andere Wege geben, sich als "grade-noch-so"-Adliger vom gemeinen Volk abzuheben als durch Seide und Brokat. Warum sollte ein weitsichtiger Ritter das erwirtschaftete Geld in eine samtene Hofklamotte stecken, wenn es - auf lange Sicht - in landwirtschaftlichen oder infrastrukturellen Neuerungen besser angelegt wäre?

    Uuh, ich kleiner Rebell...
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  2. #2
    Kelmon
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    Nun, zu den Stoffen:
    Ich gebe den bisherigen "Meinungsgebern" insofern recht, daß Du Stoffe tragen solltest, die Deinem Stand entsprechen. In einer (pseudo-)mittelalterlichen Gesellschaft mit nur wenig Standessymbolen wird man versuchen, seinen Stand so gut wie es ging an allem zu zeigen, was man hatte.

    Aber: Dabei solltest Du nicht vergessen, daß ein Ritter letztendlich die niederste Stufe des Adels darstellt, und per se keinesfalls viel besser gekleidet sein muß als der nicht-bettelarme Teil der Landbevölkerung. Brokat und Samt sehe ich als etwas eher hochadeliges an - oder eben auch für entsprechend ungewöhnlich Reiche Leute aus niederen Schichten. Einem Ritter würde ich für ein besonderes Gewand vielelciht noch ein Seidenfutter geben, und das war's dann - eher fände ich Wolle als angesagt.

    Und a propos Wolle: Die würde ich Dir auch statt Leinen oder Baumwolle für Deine Cotte und die Beinlinge/Hose empfehlen.

    Was Farben angeht: Da würde ich zu etwas farbigerem als grau und braun raten - was ja "ungefärbt" bzw. "billig gefärbt" und damit eher unter Deinem Stand ist. Schwarz sehe ich da weniger als Problem an, wenn man dem Kleidungsstück später auch ansieht, daß es nicht gerade ein schwarzer billig-Anfängerlappen ist.

    Zur Rüstung: Hirnhaube mutet für mich etwas "einfach" für einen Harnisch an, wie Du ihn da beschreibst, ich hätte da wohl eher einen geschlossenen Helm genommen (oder eben einen dazu passenden mit Visier). Schaller machen sich eigentlich ganz gut zu sowas.

    Gruß,
    Dennis
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  3. #3
    Of Whiteoak
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    ...eine Schaller ist in Verbindung mit dem Kragen, so wie er in meinem Kopf aussieht, unpraktikabel, es müsste ein wirklich eng anliegender Helm sein. Hatte schon die Planung, einen Komplett-Abguss von meinem Kopf zu machen, und quasi press anliegend einen Visierhelm dazu fertigen zu lassen nach solcher Machart: Der Helm würde im wesentlich aus 3 teilen bestehen, nämlich Vorderstück (praktisch ein Blechkranz um Kiefer, Stirn etc herum), Hinterstück (deckt Hinterkopf bis vor zu den Ohren ab und ist oben per Scharnier mit dem Vorderstück verbunden) und Klappvisier (welches durch andere austauschbar ist, je nach Gesinnung der jeweiligen Rolle, zB auf einer gewissen Großcon bei Hannover...).

    Zu der Sache mit "an allem was man hat den Stand zeigen" stehe ich etwas zwiespältig. Das ist wie bei mir am Arbeitsplatz - man kann führen und motivieren durch Entsetzen, oder durch Respekt. Ich bin da eher für Letzteres. Meine Vorstellung: Die Bauern der Scholle wissen, wer da wer ist bei den Herrschaften, und sind dankbar für das was sie bekommen (oder auch mal nicht bekommen). Die Familie des Ritters soll zwar nicht auf du und du sein mit den Gemeinen, aber ein gutes und respektvolles Verhältnis pflegen.

    So wie ich das bisher kennengelernt habe, ist ein Ritter nicht zwingend das kleinste Rad am adligen Wagen, und in manchem Reich der Mittellande können sogar Bürgerliche zum Ritter geschlagen werden (in einem davon war zuletzt auch eine gewisse Königshochzeit )
    Puncto Futter - ja, das war ohnehin angedacht, allerdings nicht aus Wolle, und schon garnicht aus Seide.

    Zur Farbwahl sei gesagt, dass ich bewusst von schillernden/teuren Farben absehen wollte, um die Bescheidenheit und Genügsamkeit des Charakters, respektive seiner Linie hervorzuheben (ausserdem hab ich letztens ne Menge dunkelbraunes Leinen gekauft ). Gut, ich kann die Bw Bettlaken, die ich für umme bekomme, in beliebiger Farbe färben, aber wie gesagt, die erwählten Farben sollen Grau, Braun, Schwarz, Weiss und "natur" sein - wenn irgendwo was anderes vorkommen sollte, wie Rot oÄ, dann höchstens als Verzierung und keinesfalls flächendeckend.
    Das bringt mich grad zum erwählten Wappen: Weiss-Schwarz geviert, in jedem weissen Feld ein Schwarzes Eichenblatt, und in jedem schwarzen ein Weisses.

    So, Wolle vs. Leinen vs. Baumwolle - für den Anfang, wer hätts gedacht, bleib ich lieber bei den einfachen Varianten, eben Leinen und eingefärbte Bw Laken...in den restlichen 14 Monaten FWDL werd ich aber sicher bissl was zusammenkratzen können um die Klamotte aus "ordentlichem" Stoff nachzumachen.

    Apropos: Wolle im Sommer? Wo krieg ich so dünne Wolle her dass ich darin nich kaputt gehe nächstes Jahr?
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  4. #4
    Kelmon
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    Zitat Zitat von Of Whiteoak
    Zu der Sache mit "an allem was man hat den Stand zeigen" stehe ich etwas zwiespältig. Das ist wie bei mir am Arbeitsplatz - man kann führen und motivieren durch Entsetzen, oder durch Respekt.
    Was hat die Kleidung mit der Wesensart zu tun? Ich rede davon, daß man die Möglichkeiten, seinen Stand anzuzeigen, nutzen sollte. Dies wurde im realen Mittelalter reichlich getan, daher auch diverse Kleidungsordnungen, die teilweise vor allem zum Ziel hatten, daß die Leute sich nicht für Kleidung allzusehr in Schulden stürzen...wie relevant das für LARP ist? Schwer zu sagen. Aber da solche Dinge wie Landbesitzt oder Pferde als Statussymbol wegfallen dürfte Kleidung eher noch wichtiger werden als Statussymbol.

    So wie ich das bisher kennengelernt habe, ist ein Ritter nicht zwingend das kleinste Rad am adligen Wagen, und in manchem Reich der Mittellande können sogar Bürgerliche zum Ritter geschlagen werden (in einem davon war zuletzt auch eine gewisse Königshochzeit )
    Ritter zu sein ist kein Stand, sondern vielmehr wie eine "Vereinszugehörigkeit". Weder ist man als Hochadeliger automatisch ein Ritter, noch ist es für jemanden von niederstem Stand unmöglich, Ritter zu werden. Von daher verwundert mich das "sogar Bürgerliche". Rittertum ist nicht vererbbar, der Sohn eines Ritters *ist* Bürgerlich, und jedesmal, wen der Sohn eines Ritters zum Ritter geschlagen wird, wird eben ein bürgerlicher zum Ritter.

    Puncto Futter - ja, das war ohnehin angedacht, allerdings nicht aus Wolle, und schon garnicht aus Seide.
    Sicher, Leinen geht auch prima...

    Zur Farbwahl sei gesagt, dass ich bewusst von schillernden/teuren Farben absehen wollte, um die Bescheidenheit und Genügsamkeit des Charakters, respektive seiner Linie hervorzuheben [...] aber wie gesagt, die erwählten Farben sollen Grau, Braun, Schwarz, Weiss und "natur" sein - wenn irgendwo was anderes vorkommen sollte, wie Rot oÄ, dann höchstens als Verzierung und keinesfalls flächendeckend.
    Das hat dann aber nichts mehr mit Genügsam zu tun, sondern ist blanker Geiz. Selbst Bauern können und tun sich billigere Farben leisten. Diverse Färbepflanzen können einfach kostenlos gesammelt werden. Und das wäre jetzt die historische Realität.
    Im LARP, ohne jeglichen OT-Kosten für "schönere" Farben läuft ohnehin jeder so bunt rum wie er will - vor allem, da naturfarbene Stoffe oft schwieriger zu bekommen sind als gefärbte. Da sieht der Ritter in grau und braun gleich doppelt so abgerissen aus.

    LARP lebt von Klischees, und dem Klischee entspricht ein Ritter mit edler Kleidung.

    So, Wolle vs. Leinen vs. Baumwolle - für den Anfang, wer hätts gedacht, bleib ich lieber bei den einfachen Varianten, eben Leinen und eingefärbte Bw Laken...in den restlichen 14 Monaten FWDL werd ich aber sicher bissl was zusammenkratzen können um die Klamotte aus "ordentlichem" Stoff nachzumachen.
    Ich kann mal wieder nicht nachvollziehen, wie man gerade eine Rüstung für 500€ verkauft, die Anschaffung einer neuen, wohl mindestens ähnlich teuren Rüstung plant, aber für Kleidung dann kein Geld mehr für anständigen Stoff übrighat...Die (vermutlich leuchtend weißen) Bettlaken halte ich jedenfalls als Stoff für eher unbrauchbar. Einfärben wäre da zumindets angebracht.

    Apropos: Wolle im Sommer? Wo krieg ich so dünne Wolle her dass ich darin nich kaputt gehe nächstes Jahr?
    Ich trage immer Wolle im Sommer, da ich meine Kleidung üblicherweise nach historischen gesichtspunkten fertige - und da ist Leinen für Oberbekleidung höchst fragwürdig. Die läßt sich nämlich mit mittelalterlichen Methoden kaum färben.
    Hast Du denn schon einmal Wolle im Sommer getragen? Da wir üblicherweise keine Schafswolle mehr tragen, sondern Synthetik- oder Baumwollflauschzeug denken viele, daß Wolle im Sommer unerträglich heiß wäre - aber das ist einfach nicht so. Zumindest nicht unerträglich. Wolle läßt sich tatsächlich recht angenehm tragen.

    Mein Tip für dünnen Wollstoff wäre der Webshop von Jörg Fraske: http://www.wollstoff.de/
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  5. #5
    Of Whiteoak
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    Was hat die Kleidung mit der Wesensart zu tun? Ich rede davon, daß man die Möglichkeiten, seinen Stand anzuzeigen, nutzen sollte. Dies wurde im realen Mittelalter reichlich getan, daher auch diverse Kleidungsordnungen, die teilweise vor allem zum Ziel hatten, daß die Leute sich nicht für Kleidung allzusehr in Schulden stürzen...wie relevant das für LARP ist? Schwer zu sagen. Aber da solche Dinge wie Landbesitzt oder Pferde als Statussymbol wegfallen dürfte Kleidung eher noch wichtiger werden als Statussymbol.
    Gemeint war, dass der Ritter sich nicht durch prunkvolle oder farblich besonders hervorstechende Kleidung vom Volk abheben muss, um erkannt zu werden. In meinem Fall wäre es die Auswahl und Schnitt der Kleidung, mit dem persönlichen Wappen klar und deutlich zu erkennen - ich denke nicht dass Bauer Heinz mit Chaperon und knöchellanger geknöpfter Cotte seinen Stall ausmistet.
    Aber gut, ich erkenne an dass auch Bauern in blau und rot rumgelaufen sind, wenn das so richtig war auf den Bildern die ich so gesehn hab.

    Ritter zu sein ist kein Stand, sondern vielmehr wie eine "Vereinszugehörigkeit". Weder ist man als Hochadeliger automatisch ein Ritter, noch ist es für jemanden von niederstem Stand unmöglich, Ritter zu werden. Von daher verwundert mich das "sogar Bürgerliche". Rittertum ist nicht vererbbar, der Sohn eines Ritters *ist* Bürgerlich, und jedesmal, wen der Sohn eines Ritters zum Ritter geschlagen wird, wird eben ein bürgerlicher zum Ritter.
    Gut, bisher ging ich davon aus, historisch gesehn wär das so eine "adelig-only"-Sache gewesen. Wenn dem nich so war, auch gut.

    Das hat dann aber nichts mehr mit Genügsam zu tun, sondern ist blanker Geiz. Selbst Bauern können und tun sich billigere Farben leisten. Diverse Färbepflanzen können einfach kostenlos gesammelt werden. Und das wäre jetzt die historische Realität.
    Wieso ist das geizig, sein Geld in praktischere und nachhaltigere Dinge zu stecken als teure Kleidung?

    Im LARP, ohne jeglichen OT-Kosten für "schönere" Farben läuft ohnehin jeder so bunt rum wie er will - vor allem, da naturfarbene Stoffe oft schwieriger zu bekommen sind als gefärbte. Da sieht der Ritter in grau und braun gleich doppelt so abgerissen aus.
    Richtig, und wenn ich eben nicht so bunt rumlaufen will wie ein Landsknecht oder der Herzog von Haumichblau, werd ich das auch nicht. Und heutzutage macht es kaum noch einen Unterschied ob der Stoff den ich kaufe jetz braun oder Lila ist, preislich gesehn. Jedenfalls nach meinen Kenntnissen.
    Abgerissen, im Sinne von oft und viel unterwegs, ist sogar fast erwünscht sag ich mal. Und dass der Ritter irgendwo daheim in der Kammer noch ein "feineres" Gewand rumfliegen hat, hab ich ja nich ausgeschlossen (wenn das so rüberkam?) - es würde eben nur selten gebraucht werden.

    LARP lebt von Klischees
    /signed.

    und dem Klischee entspricht ein Ritter mit edler Kleidung.
    ...und edle Kleidung wäre natürlich farbenfrohe Wolle/Seide/Samt/Brokat in herrschaftlichem Stil, richtig?

    Ich kann mal wieder nicht nachvollziehen, wie man gerade eine Rüstung für 500€ verkauft, die Anschaffung einer neuen, wohl mindestens ähnlich teuren Rüstung plant, aber für Kleidung dann kein Geld mehr für anständigen Stoff übrighat...Die (vermutlich leuchtend weißen) Bettlaken halte ich jedenfalls als Stoff für eher unbrauchbar. Einfärben wäre da zumindets angebracht.
    Ich verkaufe die Rüstung jetzt, damit ich die neue noch dieses Jahr in Auftrag geben kann, um sie nächstes Jahr rechtzeitig fertig zu haben.
    Aktuell habe ich kein Geld, das ist richtig, das wird sich aber, jedenfalls nach meiner Planung, aber dem 15. Okt ändern, und dann wirds auch mal nicht ganz so günstige Stoffe in meiner Einkaufstüte geben.
    Aber ich schätze du hast Recht...ich sollte das ganze nicht so übers Knie brechen und schnell schnell schnell alles haben wollen :/

    Imho haben Bw Laken folgende Vorteile: Gehen nichtmehr ein, sind aus robustem Stoff und für mich in der Stov kostenlos zu haben. Nachteile, klar, sind die Laufbreite von nur knapp 1,30m und zwei eingefärbte Streifen die längs im Stoff verlaufen damit man das Laken schwerer zweckentfremden kann...

    Ich trage immer Wolle im Sommer, da ich meine Kleidung üblicherweise nach historischen gesichtspunkten fertige - und da ist Leinen für Oberbekleidung höchst fragwürdig. Die läßt sich nämlich mit mittelalterlichen Methoden kaum färben.
    Hast Du denn schon einmal Wolle im Sommer getragen? Da wir üblicherweise keine Schafswolle mehr tragen, sondern Synthetik- oder Baumwollflauschzeug denken viele, daß Wolle im Sommer unerträglich heiß wäre - aber das ist einfach nicht so. Zumindest nicht unerträglich. Wolle läßt sich tatsächlich recht angenehm tragen.
    Nein, hab ich nich, da haste mich erwischt. Trägst du die Wolle direkt auf der Haut? Das eine Teil was ich mal aus Wolle genäht hab war ziemlich kratzig am Hals und Rücken - gut, kann natürlich dran liegen dasses billige Müllolon-Wolle war von ner Tunika die ich dafür zerschnitten habe...

    Aber ich glaub ich werd wirklich mal gescheite Wolle kaufen und verarbeiten müssen um den Unterschied zu merken. Stand bisher eben nich zur Debatte bei dem geringen Sold vom Grundwehrdienst.
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  6. #6
    Kelmon
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    ...und edle Kleidung wäre natürlich farbenfrohe Wolle/Seide/Samt/Brokat in herrschaftlichem Stil, richtig?
    Seide, Samt und Brokat ist da nicht nötig - aber Wolle ist eben "Standard". Vom historischen ausgehend dürfte Wolle schließlich auch LARP-IT weit billiger sein als Leinen, denn während Wolle ein "Abfallprodukt" der Schafszucht ist, muß Leinen extra auf Feldern angebaut werden (Anstatt von Nahrungsmitteln o.ä.).
    Aber ansonsten ja - teurere Farben, teurere Schnitte (im Sinne von Stoffbedarf).

    Nein, hab ich nich, da haste mich erwischt. Trägst du die Wolle direkt auf der Haut? Das eine Teil was ich mal aus Wolle genäht hab war ziemlich kratzig am Hals und Rücken - gut, kann natürlich dran liegen dasses billige Müllolon-Wolle war von ner Tunika die ich dafür zerschnitten habe...
    Wenn Du damit diese Tunika meinst, die man z.B. als LARP-Zeit Abonent als Prämie bekam - Du armer Gut, ich glaube meine Haut hat sich inzwischen auch an die kratzigste Wolle gewöhnt, aber grundsätzlich kann man z.B. auf ebay schon günstigen, weichen Wollstoff finden. Mein letzter Glückskauf dort waren 3,5m roter Kaschmir-Wollstoff für meine neue Schamlatzhose - und ich hatte 15 Euro mit Versand bezahlt. Ausschau halten lohnt sich dort gewaltig.

    Trägst du die Wolle direkt auf der Haut?
    Sowohl auf bloßer Haut als auch (vorzugsweise) mit einem Leinenhemd. Als Ritter trage ich auch mal Leinenhemd - Leinengefütterte Wollcotta - Leinengefütterter Surcot - Seidengefütterter Wolltasselmantel mitten im Sommer. Das ist zwar nicht so angenehm wie T-Shirt und kurze Hose, aber weit, weit angenehmer als man es sich vielleicht vorstellt.

    Wenn es tatsächlich ein rein monetäres Problem ist, wenn es um den Wolleinkauf geht, können wir hier im Forum auch mit stoffsparenden Schnitten aushelfen. Habe erst kürzlich jemandem erklärt, wie er seine Robe, die mit 5m Stoff angesetzt war auch aus 2,40m herstellen kann

    Jörg Fraske (link im letzten Beitrag) versendet mWn übrigens auch Stoffproben, da kannst Du auch einfach mal testen, wie sich solche Stoffe auf blanker Haut anfühlen. Das tun aber auch viele andere Händler. Sein ganz dünner Wollstoff dürfte sich sehr gut für angenehme, sommerliche Kleidung machen, auch wenn ich ihn wohl mit Leinen füttern würde (der Stabilität wegen).

    Aber zu was anderem:
    Viel hast Du ja nun eigentlich noch nichit zu Deinem Ritter selbst gesagt - ist da schon alles klar oder willst Du da auch von uns hier eine "Charakterberatung" haben?
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  7. #7
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    Ich sehe das mit der Stoffauswahl ähnlich: Wollstoffe sind kein Problem, und ein bisschen gedeckt und nicht schreiendbunt halte ich persönlich auch für schöner. Braun und Grau würde ich persönlich aber auch eher für Charaktere niederen Standes wählen - historisch ist das zwar auch nicht korrekt, bietet aber zumindest irgendeinen groben Anhaltspunkt für die Mitspieler.

    Das Problem im Larp ist: Das Auftreten der Spieler ist so uneinheitlich, dass es regelmäßig vorkommt, dass "einfache Handwerker" besser gekleidet sind als Ritter oder soar Barone. Das einfachste Merkmal, um das noch irgendwie unterscheidbar zu machen, ist für mich dann doch die Farbwahl.

    Jetzt sehe ich aber ein, dass es einen ziemlichen Unterschied in der Wirkung des Gesamtkostüms machen würde, wenn man alles was aktuell braun und grau ist z.B. durch Grün oder Rot ersetzen würde. Zumindest eine Farbe würde ich aber doch durch eine heraldische austauschen, zum Beispiel könnte ich mir die Cotte in einem schönen, gedecktem Grün, Preußischblau oder Dunkelrot gut vorstellen.
    Außerdem würde ich sie auch auf jeden Fall in Wolle und nicht in Leinen machen, denn Wolle fällt einfach deutlich schöner, während Leinen schnell wie ein zerknitterter Sack aussehen kann. Mit kratzender Wolle hatte ich übrigens noch kein Problem, im Zweifelsfall muss man sie eben füttern.

    Was die Rüstung angeht: Was mich vor allem wundert ist die Kombination aus Beintaschen und Polsterdiechlingen, das kann ich mir irgendwie überhaupt nicht vorstellen, vor allem sind Polsterdiechlinge irgendwie ein völlig anderer Stil als der Rest der Rüstung, der sich für mich eher nach Renaissance anhört. Ich persönlich würde ja im Mailänder Stil bleiben, densieht man selten und er ist eigentlich durchaus schön, aber das ist Geschmackssache.

    Was den Helm angeht wäre der klassische Helm zu einer Mailänder Rüstung ja ein Armet, was meiner Meinung nach auch eine sehr schöne Wahl für einen Ritter wäre, sich aber nur schwer mit einem hohen Kragen kombinieren lassen dürfte. Ansonsten würde ich statt einer Hirnhaube eher eine offene, visierlose Schaller nehmen, die gibt es ja auch mit kurzem Nackenschutz, eine Hirnhaube fände ich zu knechtisch.

  8. #8
    Of Whiteoak
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    Seide, Samt und Brokat ist da nicht nötig - aber Wolle ist eben "Standard". Vom historischen ausgehend dürfte Wolle schließlich auch LARP-IT weit billiger sein als Leinen, denn während Wolle ein "Abfallprodukt" der Schafszucht ist, muß Leinen extra auf Feldern angebaut werden (Anstatt von Nahrungsmitteln o.ä.).
    Aber ansonsten ja - teurere Farben, teurere Schnitte (im Sinne von Stoffbedarf).
    Ok, jetz haste mich soweit...Wolle mit Leinen gefüttert, bei den Übergewändern.

    Wenn Du damit diese Tunika meinst, die man z.B. als LARP-Zeit Abonent als Prämie bekam - Du armer
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    Gut, ich glaube meine Haut hat sich inzwischen auch an die kratzigste Wolle gewöhnt, aber grundsätzlich kann man z.B. auf ebay schon günstigen, weichen Wollstoff finden. Mein letzter Glückskauf dort waren 3,5m roter Kaschmir-Wollstoff für meine neue Schamlatzhose - und ich hatte 15 Euro mit Versand bezahlt. Ausschau halten lohnt sich dort gewaltig.
    Gut, Wollstoff zu finden soll jetz nich das Problem sein, aber ich hab den Stoff vorher gern in der Hand, deswegen kauf ich nur selten über ebay.

    Wenn es tatsächlich ein rein monetäres Problem ist, wenn es um den Wolleinkauf geht, können wir hier im Forum auch mit stoffsparenden Schnitten aushelfen. Habe erst kürzlich jemandem erklärt, wie er seine Robe, die mit 5m Stoff angesetzt war auch aus 2,40m herstellen kann
    Schnitte finden und umsetzen is auch kein Ding, auch wenn ich mit den Laken bisher recht freizügig umgegangen bin..."2m² Verschnitt? Aaach, ich hab´s ja!"

    Jörg Fraske (link im letzten Beitrag) versendet mWn übrigens auch Stoffproben, da kannst Du auch einfach mal testen, wie sich solche Stoffe auf blanker Haut anfühlen. Das tun aber auch viele andere Händler. Sein ganz dünner Wollstoff dürfte sich sehr gut für angenehme, sommerliche Kleidung machen, auch wenn ich ihn wohl mit Leinen füttern würde (der Stabilität wegen).
    Hm, ja, nenn mich knauserig, aber 15-20€/m für "alltagsgewandung", adelig hin oder her, is schon recht happig. Der Loden von meinem Mantel kam ja grad mal auf 14€...


    Aber zu was anderem:
    Viel hast Du ja nun eigentlich noch nichit zu Deinem Ritter selbst gesagt - ist da schon alles klar oder willst Du da auch von uns hier eine "Charakterberatung" haben?
    Ne, wirklich viele Gedanken hab ich mir dazu noch nich gemacht. Vorrangig fehlen mir ein Hintergrundland, vorzugsweise mittelländisch, wo "theoretisch" englisch gesprochen wird - der gewählte Name soll nämlich, man könnts schon vermuten, Morhold of Whiteoak sein. Sollte ich mich zu einer Alternativen entscheiden, würd ich aber trotzdem die Referenz zu Eichenlaub als Wappen behalten wollen.
    In den Anfängen meiner Planung und Wahl des Rüstzeugs wollte ich mich an Bretonischen Rittern aus Warhammer Fantasy orientieren. Bin auch generell vorbelastet aus der Richtung, deswegen auch die gedeckten, "nicht bunten" Farben (ja, ich weis, warhammerbretonische Ritter tragen selbst heraldische Farben -.-).
    Die idee eines Questritters hatte mir auch sehr zugesagt, anfangs würde ich allein unterwegs sein, und aufnehmen wer auch immer sich mir anschließen würde. Die Queste an sich müsste garnichmal so ausgefallen sein, neue Bündnispartner oÄ finden wär schonmal ein Anfang (auch wenn das vllt nicht grade eine Queste im ritterlichen Sinne wäre, nich wahr?).
    Zerpflückt mich hier ruhig
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  9. #9
    Of Whiteoak
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    Das Problem im Larp ist: Das Auftreten der Spieler ist so uneinheitlich, dass es regelmäßig vorkommt, dass "einfache Handwerker" besser gekleidet sind als Ritter oder soar Barone. Das einfachste Merkmal, um das noch irgendwie unterscheidbar zu machen, ist für mich dann doch die Farbwahl.
    Jetz mal angenommen da kommt ein Kerl an, in schwerer Rüstung wie oben beschrieben, mit Heraldik und dem ganzen Zeug (unter dem Harnisch würde ich übrigens eine gevierte Cotte mit geschlitzten Ärmeln tragen, und über dem Harnisch eine Surcotte, und überall wäre mein Wappen zu sehen), noch ein oder zwei Knechte dabei - was würdet Ihr denken was das für ein Typ is? Also explizit nochmal, im Gegensatz zur vorhin beschriebenen Alltagsklamotte, würde die Gefechtsklamotte vornehmlich weiss und schwarz sein.

    Was die Rüstung angeht: Was mich vor allem wundert ist die Kombination aus Beintaschen und Polsterdiechlingen, das kann ich mir irgendwie überhaupt nicht vorstellen, vor allem sind Polsterdiechlinge irgendwie ein völlig anderer Stil als der Rest der Rüstung, der sich für mich eher nach Renaissance anhört. Ich persönlich würde ja im Mailänder Stil bleiben, densieht man selten und er ist eigentlich durchaus schön, aber das ist Geschmackssache.
    "Polster"diechling war vllt schlecht ausgedrückt, es wäre eher eine Art knielanger Beinling, der am Gürtel getragen wird, und an den eine Kniekachel oder ein geschobener Kniebuckel angeschnallt/genestelt wird. Ich hatte in letzter Zeit öfters mit Plattendiechlingen gekämpft, mag ich jetz nichmehr. Deswegen jetzt: Extra viele Bauchreifen und lange Beintaschen die ca. auf Mitte des Knies aufliegen.
    Dass da einige Stile zusammengewürfelt sind hab ich ja schon geschrieben...

    Was den Helm angeht wäre der klassische Helm zu einer Mailänder Rüstung ja ein Armet, was meiner Meinung nach auch eine sehr schöne Wahl für einen Ritter wäre, sich aber nur schwer mit einem hohen Kragen kombinieren lassen dürfte. Ansonsten würde ich statt einer Hirnhaube eher eine offene, visierlose Schaller nehmen, die gibt es ja auch mit kurzem Nackenschutz, eine Hirnhaube fände ich zu knechtisch.
    Hm, statt dem hohen Kragen könnt ich natürlich auch einen mit geschobenem Hals nehmen, das lässt dann mehr Spielraum bei den Helmen...naja, darüber kann ich mir gedanken machen wenn die Rüstung da is (ja, klar, Kopf zuerst schützen - bla).
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  10. #10
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    ...na, keine Vorschläge, konstruktive Kritik oder "komm ma klar auf dein LARP du n00b"? Ich dachte ich würd hier zerpflückt werden
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