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  1. #21
    Kelmon
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    Zitat Zitat von Kelmon
    Wie gesagt gibt es heute genug Kriegswaffen im Umlauf um jeden damit zu versorgen, der eine haben will (wenn man nicht so total befriedete Gebiete wie die BRD betrachtet, aber irgendwie ist das mE kein gutes Vorbild für ein phantastisch-abenteuerliches LARP-Land). Warum das also in besagtem Fantasy-Land ein Problem sein soll erschließt sich mir nicht, wenn es nicht um besondere oder wertvolle Schwerter geht.
    Dann hör doch mal auf, der Frage auszuweichen, und beantworte mal, wo der Dörfler das Schwert herbekommen hat - und wenn von einer anderen Person, wo die es herbekommen hat?

    Wer redet denn vom gleichen Aufwand? Du hast es so dargestellt, als lägen anständige Keulen am Wegesrand, dem ist aber einfach nicht so. Es bleibt eigentlich immer ein Wanderer übrig, der entweder gar keine Polsterwaffe hat, oder sich IT um eine Bewaffnung gekümmert hat.
    Du willst uns allen Ernstes weismachen, daß ich nach 5 Minuten in einem Wald keinen Knüppel habe? Das ist lachhaft.
    Ebenso unlogisch, daß Deiner Meinung nach jemand, der keine "richtige" Waffe finden kann, einfach gar keine Waffe trägt, statt wenigstens ein kostenloses Stück Holz zu benutzen.
    Was Du einfach nicht einsehen willst, ist, daß der Wunsch nach einer besseren Waffe nunmal keine Waffe magisch herbeizaubert. Wenn Bauer Hans in die Welt zieht, und Bauer Hans hat kein Schwert, dann hat er eben kein Schwert und kann wohl auch kaum eines finden oder kaufen.

    Eine einfache Klingenwaffe wie bspw ein Kurzschwert war zu keiner Zeit ein riesig teures Gerät, sondern mehr oder minder ein Allerweltsgegenstand.
    Das ist Unsinn. Zumindest wenn wir mal davon ausgehen, daß es nicht eben üblich war, im bäuerlichen Umfeld den Gegenwert von 4 Kühen gegen eine Waffe einzutauschen.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  2. #22
    Justav
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    Zitat Zitat von Kelmon
    Dann hör doch mal auf, der Frage auszuweichen, und beantworte mal, wo der Dörfler das Schwert herbekommen hat - und wenn von einer anderen Person, wo die es herbekommen hat?
    Von jemand, der mal im Krieg gekämpft hat; oder von jemand, der es jemand gekauft, geklaut oder geerbt hat, der mal dort war. Oder von einem Schmied/Händler, der die Dinger herstellt/verkauft, weil man gerne eine Waffe im Haus hat. Oder von jemand, der das letzte Schlachtfeld der Gegend geplündert hat. Oder von jemand, der dies weiter weg tat und den Schrott dann da zu Geld machte, wo er ihn lozukriegen glaubte: Also in einem verkommenen Dorf und nicht der nächsten Stadt, wo es besseres gibt. Vielleicht gibt es auch Räuber in den Wäldern, entweder als Grund, eine Waffe zu besitzen, oder als Quelle, an eine ranzukommen. Vielleicht besteht der örtliche Oberadlige auf einer Art "Wehrpflicht" und verlangt bei seinen Dörflern Waffen. (Hier würden in der Masse Stangenwaffen oder Fernwaffen passender, aber wo eine größere Menge Kriegswaffen präsent sind wird sich auch die eine oder andere Seitenwaffe finden lassen.) Oder die Dorf-Gemeinde verlangt das von ihren Mitgliedern. Vielleicht wars aber auch ein Weihnachtsgeschenk für den Sprößling, das Papa dan einkassiert hat, als es am 25.12. beim ersten Spielversuch damit Blut und Tränen gab...

    Will sagen: Wie kommen heute zig Millionen Schuss-, ja Kriegswaffen in die Hände von Privatleuten? Sie besorgen sie sich eben irgendwo, weil sie meinen, so was zu brauchen.

    Zitat Zitat von Kelmon
    Du willst uns allen Ernstes weismachen, daß ich nach 5 Minuten in einem Wald keinen Knüppel habe? Das ist lachhaft.
    Wenn ich SL und Du Spieler wärst würde ich Dir den gönnen; wenn ich an die tatsächlichen Knüppel denke, die ich bisher in der Hand hatte und die samt und sonders aus echt hartem Knotenholz o.ä. waren: Ja, dass will ich Dir weismachen; ganz ohne zu scherzen.

    Du wirst bestimmt irgendwas finden, was "aua" macht, aber nicht das, was ich unter einer Keule bzw einem Knüppel verstehe bzw was ich mir als "Knüppel-Profi" zulegen würde; unter anderem würde das, was Du in fünf Minuten findest, keiner Metallwaffe widerstehen und wahrscheinlich nach dem dritten kräftigen Schlag abbrechen.

    Zitat Zitat von Kelmon
    Ebenso unlogisch, daß Deiner Meinung nach jemand, der keine "richtige" Waffe finden kann, einfach gar keine Waffe trägt, statt wenigstens ein kostenloses Stück Holz zu benutzen.
    Was Du einfach nicht einsehen willst, ist, daß der Wunsch nach einer besseren Waffe nunmal keine Waffe magisch herbeizaubert. Wenn Bauer Hans in die Welt zieht, und Bauer Hans hat kein Schwert, dann hat er eben kein Schwert und kann wohl auch kaum eines finden oder kaufen.
    Und was ist mit der Axt oder dem Kampfstab, die regelmäßig als vielpassender als eine Klingewaffe angepriesen werden? Das Stück Bruchholz mal dahingestellt, wer sich eine Axt besorgt kann sich auch eine einfache Klingenwaffe besorgen, den Unterschied sehe ich tatsächlich nicht ein.

    Das ist Unsinn. Zumindest wenn wir mal davon ausgehen, daß es nicht eben üblich war, im bäuerlichen Umfeld den Gegenwert von 4 Kühen gegen eine Waffe einzutauschen.
    Eben das hier gemeinte, wertvolle, von einem spezialisierten Waffenschmied gefertigte Mordgerät meinte ich nicht, habe ich immer wieder gesagt. Wer mit „Schwert“ tatsächlich nur solche Edelwaffen meint überfordert zumindest die allermeisten LARP-Anfänger gehörig, was mE nicht der Sinn eine Anfängerberatung ist. Denn das alle schwertähnlichen Klingenwaffen (=Schwerter für den Nichtfachmann) erst ab vier Kühen aufwärts zu haben waren ist nun wirklich Unsinn. Daher: Das, was der „Otto-Normal-Deutsche“ Schwert nennen würde war ein Allerweltsgerät; darauf zu bestehen, dass ein Sax, Bauernwehr o.ä. mit Schwert falsch bezeichnet ist, ist in meinen Augen schlicht albern.

  3. #23
    Trekke
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    Ich sehs kommen. Später irgendwann nach 3 oder 4 Cons wird er ein anderen Char spielen mit anderer Waffe oder vielleicht sogar gar keiner.
    Mein erster Char hatte auch das berühmte Schnürhemd, Stoffhose, Weste und ein Schwert im Gürtel...

    Ich denke mal er wird Erfahrung sammeln und sich vllt für eine Alternative Waffe interessieren. Jemand der so einen Charakter anfängt kennt eben nicht das Mittelalter von 500 bis 1700 In und Auswendig. Demnach ist man der Ansicht, auch gerade aus vielen Filmen wie nicht zuletzt Herr der Ringe, dass nunmal Schwerter die Vorrangig Präsentierten Waffen sind.

    Ich für meinen Teil würde empfehlen sich umzugucken nach einer Alternative. Nochmal zurück ans Zeichenbrett und überlegen was man genau möchte... Dann erstmal auf einen Con um zu gucken wie das denn so läuft, was machen die anderen, wie spielt man überhaupt LARP?

    Und dann guckt man mal weiter...

    Sonst eben erstmal was über das Hemd und dann kanns auch eig losgehen.

    Vorteil bei einer bis dahin noch einfachen Gewandung:
    Einige Spieler kümmern sich tatsächlich mehr um dich um dich ins Spiel zu bringen als Anfänger.

    MfG
    Trekke^____^
    Escape The World...

    ...Open The NeXt

  4. #24
    Harald Ösgard
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    Hmm... ich hab ja bis jetzt Null Ahnung von LARP und Cons...

    aber ich habe über Weihnachten das Buch "Das kupferne Zeichen" von - moment - Katia Fox gelesen.
    Darin geht es um eine Frau, die irsinig gerne Schwertschmiedin werden will. (Ja... DAS klingt etwas kontruiert, um der Storry auf die Beine zu helfen)

    ABER

    Im Roman wird gesagt, daß selbst die Schwertschmiede nicht einfach so mit enem fertigen Schwert rumrennen durften. Den das war ALLEINIGES Recht der Ritter und Berufssoldaten.

    Auf unerlaubtes Tragen eines Schwertes winkte die Todesstrafe.

    Unterstellen wir der Autorin mal, das sie für England und Frankreich gut recherchiert hat.

    Aber die Romanheldin lernt trotzdem heimlich den Schwertkampf. Nur die muss ihr Schwert halt immer V E R S T E C K E N !!!

    Wäre das nicht eine tolle Idee zur Güte für alle und außerdem mal was, was plausibel aussieht und zu Fragen anregt..

    Wickel doch das UNERLAUBTE Schwert in eine Lage "Alter" Lumpen ...
    Ist doch geil, wenn Du das Teil zB abgetarnt auf dem Rücken trägst... -- verschafft Dir fast ohne Kosten (Alter Jutesack...?) ein zusätzlichen Hinkucker zu Deiner Klamotte... Und wenn Du angegriffen wirst, weil Du so schön wehrlos aussiehst, DANN holst Du aber mal was Gescheits raus!!!

    Übrigens, den Kampf mußt Du dann halt gewinnen, denn ansonsten wirst Du aufgehängt... LOL Aber wer tot ist, der verklagt Dich nicht mehr.

    PS: Im Roman fordern zB. Klöster oder Burggrafen auch mal ne Ladung "Einfache Soldatenschwerter" an... aber auch die wurden unter Verschluß gelagert und nur im Einsatzfall an die Mannschaft vergeben.

    Ich hatte bei der Armee auch ne Kalaschnikov. Aber außer zum Putzen hab ich die nie zu Gesicht bekommen. Und wehe einer hat sein Bajonet verbummelt, da ist die ganze Truppe nicht ins Bett gegangen, bis das Ding nicht wieder auf dem Tisch lag.

    Man kann also getrost davon ausgehen, daß auch im Mittelalter rigeros durchgriffen wurde. Außer natürlich, Dein Charakter spielt in einer Zeit des totalen Chaos und der Anarchie. Da kann der schonmal an einem Schlachtfeld vorbeigekommen sein, wo keiner mehr über war um aufzzuräumen...

    HEH!!! Noch ne Idee.... Wo war das.. bei den Schotten??? Irgendwo stecken die doch die Schwerter der gefallenen als Kreuze ins Grab. (Vermutlich nur eine Filmidee, oder würde heute einer ein Motorrad einfach so rumstehen lassen???) Aber egal, wenn Du

    Die obere Hälfte Deines vorhandenen LARP-Schwertes einfach schön Rostfarben einfärbst, dann IST DAS DIE Erklärung, woher Du das Teil hast.

    Wenn ich Kelmon richtig verstehe will er Dir ja garnicht den Spaß am Schwert nehmen, es geht eben nur darum, daß jeder sofort OHNE NACHFRAGE versteht, wie der Char zu dem Teil gekommen ist.

  5. #25
    Kelmon
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    @Harald: Bitte verabschiede Dich von der modernen Sicht, daß ein Land eine in allen Dingen flächendeckende Gesetzgebung hat. Während ich es generell nicht so recht glauben mag, daß auf den Besitz eines Schwertes *irgendwo* die Todesstrafe stand, so wäre es nicht verwunderlich, Wenn Stadt A das signifikant anders als Stadt B bestraft, während sich Stadt C einen feuchten Kehricht darum kümmert.

    Desweiteren solltest Du Dich von der Ansicht verabschieden, daß der durchschnittliche historische Roman besonders viele historische Tatsachen enthält. Alleine die Wortwahl "Soldat" und daß "einfache Soldatenschwerter" geordert wurden läßt mich nicht gerade vermuten, daß da sonderlich viel Recherche im Spiel war.

    HEH!!! Noch ne Idee.... Wo war das.. bei den Schotten??? Irgendwo stecken die doch die Schwerter der gefallenen als Kreuze ins Grab. (Vermutlich nur eine Filmidee, oder würde heute einer ein Motorrad einfach so rumstehen lassen???) Aber egal, wenn Du Die obere Hälfte Deines vorhandenen LARP-Schwertes einfach schön Rostfarben einfärbst, dann IST DAS DIE Erklärung, woher Du das Teil hast.
    Mal davon abgesehen, daß das mit allergrößter Wahrscheinlichkeit Unsinn ist, daß auf diese bestimmte Art Gräber markiert wurden, macht die Kreuzsymbolik im LARP zusätzlich keinen Sinn, da Christentum i.A. nicht besipielt wird.
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  6. #26
    Harald Ösgard
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    ich wolt halt nur Brücken der Freundschaft bauen.... Hmmmm...

    Nu weiß der arme Kerl immer noch nicht, wie er sein heißgeliebtes Schwert so tragen kann, daß es stimmig rüberkommt.

    Haben die Bauern in den Bauernkriegen nun zumeist KEINE Schwerter benutzt, weil die schon nicht mehr die bevorzugte Waffe des Fußfolks war, oder weil die schlicht mehr training mit Forken, Schlegeln und Spießen hatten???

    Wie lange war überhaupt ein Schwert eine wirklich überlegene Waffe? Und wie viel mus man dafür üben, damit sie es auch wirklich ist?

    Beim englischen Langbogen hab ich viel drüber gelesen... Damit kann ein normalsterblicher höchstens hübsch Feuer anmachen...

  7. #27
    Kelmon
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    Ich würde das Schwert nicht als *die* überlegene Waffe bezeichnen, eher als *die* Allroundwaffe. Vielseitigkeit kommt eben mit dem Preis, in keiner Disziplin das ideale Mittel der Wahl zu sein.

    Was Bauern angeht: Ich will keinesfalls ein weit verbreitetes Verbot, daß Bauern keine Waffen tragen dürften, anzweifeln - nur ist eben die Frage, wie die Bestrafung dafür letztendlich aussah und wie sie durchgesetz wurde. Als "typisch mittelalterliche" Strafen würde ich idR die Zerstörung oder Wegnahme eines verbotenen Gegenstandes sehen. So wird es zumindest oft von Verstößen gegen Kleidungsgebote berichtet.

    Die Bauernkriege sind nochmal ein anderes Thema, die aufständischen Bauern dürften sich logischerweise einen Dreck darum geschert haben, daß sie keine Waffen tragen dürfen...
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  8. #28
    Harald Ösgard
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    @ Kelmon,

    naja, wenn ich mir vor Augen halte, was die Knappen für Anstalten machen mußten, um ihre Sporen und ihr Schwert zu bekommen... das würde mich nicht wundern, wenn die das echt doof finden wenn ein "Ungeweihter" einfach mal so mit so einem Teil rumrennt.

    Den das war das Mittelalter in Europa mit Sicheheit NICHT, lässig gegenüber Standesgrenzen. Und die Zeit der freien Kriegerstämme ist mit dem Feudalsystem ordentlich umgewandelt worden.

    Der Roman ist eine Übersetzung. Es gibt Rolex und es gibt 3 Euro Uhren. Es gab auch aufwendig gemachte Schwerter und es gab Massenware aus Normalstahl.

    Sonst hätte man ja ALLE mit Schwert bestatten müssen bzw. ALLE in kostbaren Truhen vererben oder aber alle NICHT...

    Es gab definitiv ne Menge Billigschrott für die unteren Ränge.

    Da die Ritter aber eben ein Schwert auch ziemlich stark als Symbol angesehen haben, wird auch der Ramsch nicht so ganz ohne Auflagen über die Massen verteilt worden sein.

    Ich mein, die haben die PFEILE einzeln gezählt...und Buch darüber geführt... Da werden die kaum bei Schwertern nen Auge zugedrückt haben.

    Zumal ein Schwert der Materialgegenwert von ner Menge Eisen ist. Jedes Eisen wurde damals noch aufwendig in Rennöfen erschmolzen und mühsam rein gehämmert... ( Du weißt das alles ...)

    Es gab sicher illegalen Waffenbesitz. Aber das war minderwertiges Zeugs und das hat jeder sicher so lange wie irgend möglich versteckt.

    Also ICH würde minderwertige Optik + verborgen getragen für plausibel bei einem Ausreißer halten.

  9. #29
    Kelmon
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    Zitat Zitat von Harald Ösgard
    Den das war das Mittelalter in Europa mit Sicheheit NICHT, lässig gegenüber Standesgrenzen. Und die Zeit der freien Kriegerstämme ist mit dem Feudalsystem ordentlich umgewandelt worden.
    Das ist - je nach Zeit und Region - mal strikter und mal lässiger gesehen worden. Es sind ja zahllose Predigten überliefert, in denen Priester sich darüber ereifern, was die Leute denn haben, was sie tragen, was sie nicht besitzen dürfen - und niemand tut etwas dagegen. Eine fällt mir da speziell ein, bei der der Priester davon erzählt, wie er Bauern gesehen hat, die in der Kleidung nicht von Rittern zu unterscheiden waren.

    Der Roman ist eine Übersetzung. Es gibt Rolex und es gibt 3 Euro Uhren. Es gab auch aufwendig gemachte Schwerter und es gab Massenware aus Normalstahl.
    Sonst hätte man ja ALLE mit Schwert bestatten müssen bzw. ALLE in kostbaren Truhen vererben oder aber alle NICHT...
    Es gab definitiv ne Menge Billigschrott für die unteren Ränge.
    Was soll denn "Normalstahl" sein? Und was sind "untere Ränge"? Da kannst nicht einfach modernes Massenproduktionsdenken 1:1 auf eine mittelalterliche Welt übertragen. Ein Schwert, das "Schrott" war, hätte es nicht durch die strikten Kontrollen der Gilden und Zünfte geschafft.
    Zwar gab es selbstverständlich mal mehr und mal weniger verzierte Schwerter, aber Qualitätskontrollen sind keine Erfindung der Neuzeit.

    Ich mein, die haben die PFEILE einzeln gezählt...und Buch darüber geführt... Da werden die kaum bei Schwertern nen Auge zugedrückt haben.
    Beziehst Du Dich da auf etwas bestimmtes? So etwas dürfte kaum universell sein. Ich denke da z.B. auch an irgendeinen Italienfeldzug, bei dem in der Vorbereitung Waffen auch mal Faßweise bestellt wurden...

    Zumal ein Schwert der Materialgegenwert von ner Menge Eisen ist. Jedes Eisen wurde damals noch aufwendig in Rennöfen erschmolzen und mühsam rein gehämmert... ( Du weißt das alles ...)
    Es gab sicher illegalen Waffenbesitz. Aber das war minderwertiges Zeugs und das hat jeder sicher so lange wie irgend möglich versteckt.
    Da ziehst Du aber einen falschen Schluß aus damaligen Gegebenheiten. In der Tat waren - anders als Heute - die Materialkosten weit höher als die Lohnkosten. Wenn man also Geld für das Material eines Schwertes hatte, hatte man auch Geld für ordentliche Arbeit.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  10. #30
    Harald Ösgard
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    Hmm.. mit Metallurgie glaube ich mich berufsbedingt etwas auszukennen

    es gibt zum einen von der Chemie her jede Menge Gründe, warum das eine Eisen besser ist als das andere.

    Dafür kann ich Dir den Roman wirklich empfehlen. Die Beschreibungen, wie die Heldin in der Schmiede arbeitet sind sehr umfassend und erscheinen mir ganz gut recherchiert.

    Es wird auch sehr einleuchtend dargestellt, daß ein Schwertschmied gegenüber einem Hufschmied eben das gewisse Gefühl für das Material voraus hatte. Der qualitätsunterschied lag also im Rohmaterial und ganz entscheidend auch im Können. Zeit ist da richtig nebensächlich.

    Wenn ich mir die Handwerker von heute so anschaue.... nicht jeder der Meister ist, ist auch ein guter Handwerker. Wird damals nicht anders gewesen sein.

    Die Qualitätsprüfung für ein Schwert gab es. Keine Frage. Aber es gab eben MINDESTanforderungen und es gab Produkte, die weitaus darüber lagen.

    Nicht umsonst wurde um das Schwertschmieden so lange ein riesiges Primborium gemacht... weil die die ganzen metallurgischen Prozesse mehr intuitiv gemeistert haben als das die so wie heute eine automatische Prozess und QS Kontrolle gehabt hätten.

    Ein Sushi Messer vom Meister in alter Tradition handgefertigt ist auch heute noch qualitätiv um Welten besser als das Sechserset zu 9,99.

    Es erscheint mir absolut plausibel, daß ein Schmied nicht das beste Material für ein 0815 Schwert vergeudet hätte. Weil dieses besondere Material - in einzelfällen sogar MEteoritengestein - eben einfach quantitativ sehr selten war. Geld hin oder her.

    Bei den Pfeilen habe ich auf die Inventurliste des Londoner Towers angespielt ... Klar wurden Pfeile in Fässern gelagert. Da die aber in Schocken (Schocks???) gebündelt waren, war das letztlich indirekt ziemlich genau gezählt. Natürlich nicht einzeln... außer vielleicht zur Strafe wenn einer bei der Wache eingepennt ist.... ;-)

    Ich glaube Du bist generell immer mehr auf das Hochmittelalter orientiert und ich mehr in der frühen Zeit... "wo noch Zucht und Ordnung" geherrscht hat... Jedes System wird nach einer Zeit brüchig und dekadent. Nicht nur die Römer. Den genannten Predigten will ich also auf keinen Fall wiedersprechen.

    Gut, wenn man bedenkt, daß ein gut gefettetes Schwert ne Weile hällt, dann hat es sicher zwischen der Zeit der freien Stammesangehörigen und der Aufspaltung der Gesellschaft in Klassen immer irgendwo versteckte Waffen gegeben.

    Wer also unbedingt ein Schwert haben wollte, der hat vermutlich auch eins bekommen können.

    Die Frage ist nur, WAS für eins und um Welchen Preis???

    Wer es heute drauf anlegt, der kriegt auch ne Kalaschnikov. Da haben die Jungs schon recht. Nur was nützt mir das heute wirklich???

    Und auch damals, mag ja sein, daß ich die ersten Eintreiber noch erschlage, aber die kleine Armee, die der Obrige dann schickt, die werde ich auch mit dem Besten Schwert der Welt nicht bezwingen. Es macht also schlichtweg keinen SINN als NICHT-Krieger ein Schwert zu haben.

    Da wäre ne Armbrust oder ein Bogen zum Wildern schon sinnvoller. Wenn auch logisch nicht gerade ungefährlich. Deshalb ja die Fallenstellerei.

    Die Frage die uns wieder zusammenbringt ist doch:

    Wozu brauch ich ein Schwert, außer ich bin ein Schwertkämpfer??? Den nur DANN bin ich nicht alleine mit meinem Schwert.

    Denn Wegelagerer in der Überzahl werden wohl auch einen einzelnen Schwertkämpfer meucheln... DIE würden dafür dann ne Keule oder nen Stein nehmen.

    Die Gruppe machts !!! - sagte der Wolf zu den Schafen.

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