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  1. #1
    Ronald
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    Grünschnabel

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    Erfahrung mit Charakterspiel - Konzeptumsetzung

    Mich beschäftigt seit längerem ein Problem mit der Umsetzung des Charakterkonzepts. Hierzu hätte ich gern einige Meinungen bzw. Anregungen von erfahrenen Larpern.

    Konkret:

    Man denkt sich eine "schöne" Hintergrundstory aus, nicht zu einfach (Orks töten Familie), aber auch nicht zu kompliziert. Wenn möglich auch eingebettet in ein Land und zieht dann auf die esten Cons. Hier ist man als Anfänger ja eher nicht die Pistensau und hält sich erstmal etwas zurück und schaut, wie der Hase läuft. Das Charakterkonzept bekommt so natürlich kaum jemand mit. Die SL wird auch nicht für jeden Spieler - wenn überhaupt - eine Anspielmöglichkeit bieten.

    Wie bekommt ihr die Charakterumsetzung hin? Geht ihr in die Vollen und bringt eure Story unter die Leute (könnte Mitspieler nerven und auch in real quatscht man nicht jeden gleich an). Hofft ihr auf eine SL, die euch und euren Charakterbogen beachtet?

    Ich gehe mal davon aus, dass nicht alle mit einer riesigen Gruppe anreisen, die dann unter sich spielt, weil sie sich kennen, was sowieso auch für alle Anderen nicht schön wäre. So selten ist das Phänomen aber auch nicht ;-)

    Ich finde jedenfalls, als Einzelner oder in einer kleinen Gruppe, ist man etwas verloren und steht auch so auf dem Con rum (nicht jeder ist der geborene Schauspieler).

    Welche positiven oder negativen Erfahrungen habt ihr schon gemacht?

  2. #2
    Leander
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    Ich sehe da eigentlich kein so großes Problem.
    Wenn das Konzept wirklich eindeutig ersichtlich ist, wird man in der Regel auch angespielt, da es wirklich immer jemanden gibt, der irgendwas gebrauchen kann.
    Ansonsten sucht man sich jemanden und spielt ihn aus irgendeinem IT-Grund an. Such dir einen Magier, dessen Hilfe du brauchst/der dir was erklärt, lass dich von einem Heiler für irgendwas behandeln (Rückenschmerzen vom letzten Marsch oder so), was nicht einmal spielrelevant sein muss, bezahle einen Barden, damit er für dich spielt, oder fachsimpel mit anderen Leuten über dein Spezialgebiet (egal welches).
    Wenn du kein Spiel findest, schaff dir selbst dein Spiel.
    "It is always a silly thing to give advice, but to give good advice is absolutely fatal." - Oscar Wilde

  3. #3
    Hana
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    Nein, normalerweise erzählt man seinen Hintergrund nicht. Der ist Mittel zum Zweck, eine Vorstellung vom Charakter zu haben, nicht die Standard-Begrüßung

    Zur Umsetzung bietet sich an:
    - passend aussehen. Passendes Zubehör mit sich rumschleppen, Klamotte und Accessoirs anpassen. Auf skurrile Details wird man schonmal angesprochen (ich habe z.B. Kojotenzähne an meinen Hut genäht, eigentlich nur aus Deko-Gründen, werde aber häufig darauf angesprochen)
    - sich vorher überlegen, welche Eigenarten der Charakter haben könnte, welche seltsamen Angewohnheiten, welche Floskeln, welche Ängste, welche Abneigungen, wie er auf typische Situationen wie Kampf, Verletzung, Heilung, Magie, wie auf Adlige, auf Fantasyrassen, auf Soldaten reagiert. Was der Charakter interessant findet, mit welchem Thema er sich auskennt.

    Um mit anderen ins Spiel zu kommen, hilft nur, über seinen Schatten zu springen und aktiv andere anzuspielen, die meisten freuen sich schließlich darüber. Auf Cons mit Plot kann man gut rumgehen und sich da erkundigen, was es Neues gibt, nach bestimmten Dingen, die man aufgeschnappt oder gesehen hat, fragen ("Hab ich da vorhin was von einem Lich gehört? Könnt ihr mir was darüber sagen?" / "Habt ihr euch schonmal diesen Schrein im Wald angeschaut? Wisst ihr, wofür der da ist?"), oder auch selbst rumgehen und alle über den aktuellen Stand der Dinge informieren. Oft wird man nicht gefragt, ob man mitkommen möchte, sondern man muss es selbst anbieten.

    Ebenso funktioniert es, wenn man etwas anzubieten hat oder andere Anspielpunkte nutzen möchte: Losgehen und loslegen. Ein Söldner muss Auftraggeber suchen, nicht warten, dass einer kommt. Wer sich als Aufgabe gesetzt hat, ein Buch über ungewöhnliche Ereignisse und Schätze in Höhlen zu schreiben oder viel über fremde Länder zu erfahren oder die Heilkunst von der Pike auf zu erlernen, sollte von sich aus rumgehen und danach fragen. Wenn man nicht so der Plotjäger-Typ ist, hilft es also, sich gezielt vorher zu überlegen, mit welchem "Anliegen" man auf die Mitspieler zugehen könnte.
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  4. #4
    Cartefius
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    Wie Hana schon gesagt hat: Ein Charakterkonzept ist dazu da, gespielt zu werden, nicht erzählt.
    Wenn du Dinge in deinem Hintergrund hast, aber nicht weißt, wie du sie in schöne Spielhandlungen umsetzen kannst, dann kannst du sie genausogut weglassen: Im Larp ist eben der Unterschied zwischen dem Bauernsohn und dem Bauernsohn, der in Wirklichkeit als Säugling gegen den Throerben ausgetauscht wurde, ohne das jemand etwas davon ahnt, gleich null.

  5. #5
    Ronald
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    Grünschnabel

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    Das ist schon alles richtig, was ihr da schreibt.

    Mir ist aufgefallen, dass die Personen, die eher etwas handwerkliches anzubieten haben (incl. Alchemie, Heilung, Magie) eher angespielt werden und interagieren, als der Söldner oder Ritter. Hier musste ich bisher eher beobachten, dass auf die nächste Schlacht gewartet wird. Kommt euch das bekannt vor?

    Mein Problem als Anfänger liegt wohl eher in dem Bereich "über den Schatten springen". Zu Beginn fällt es nicht leicht in eine Gruppe reinzuplatzen und draufloszufragen, insb. wenn die gerade (OT Blase) zusammenstehen, oder man sie spiel- und rollentechnisch nicht einordnen kann. Erfahrung bringt hier sicher was. Ich werde versuchen meinen Charakterhintergrund über Bücher, Schreibuntensilien u.s.w. etwas mehr einzubinden, bisher sehe ich eher wie der Otto-Normal-Söldner aus.

    Wie würdet ihr das spielerische Element einschätzen im Vergleich Con mit 50, 150 SC oder Großcon? Was wäre für einen etwas gehemmten Anfänger zu Beginn zu empfehlen (bzgl. Zusammenspiel, Charakterhintergrund)?

  6. #6
    Tiron
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    Man kann auf jeden Con ins Spiel kommen und wenns "nur" das Lagerinterne Spiel ist.... Einfacher ist aber wenn du einer Gruppe angehörst, da geht vieles leichter, als als Einzelspieler ( ich war ein paar Jahre einer ).

    Zum Hintergrund ist das passende schon gesagt worden. Einzig man sollte evt. etwas über seine Herkunft ( Land/Wohnort/Heimat) wissen. Die Frage "woher kommt ihr ?" kommt doch öfters vor und dann irgendwas dahinzustammeln wäre etwas blöd . Etwas über die Heimat, Sitte dort und über seine Erlebnisse berichten zu können ist auch nicht verkehrt, aber es muß IT sein. Grad für Gelegenheiten wo langeweile und damit OT Blasen entstehen können eignet sich sowas gut - IT Smalltalk eben. ( Wenn ich denke was ich noch alles an Wissen für die neue Heimat lernen muss, aua ).

    Einfach so in eine Gruppe rein zu platzen ist auch nicht gut - Mal sollte sich schon vorstellen und dann seine Frage stellen und wie ich schon erleben mußte "Reke tritt an den Tisch, fällt dem Ritter ins Wort und fragt irgendwas, ohne guten Tag oder dergleichen zu wünschen" , das die IT Reaktion schonmal heftiger ausfällt ist klar.

    Generell ist jede Gruppe ansprechbar/anspielbar und möchte das auch ( auch wenns nicht so wirkt ).

  7. #7
    Hana
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    In einer Gruppe hat man auf jeden Fall den Vorteil, dass man immer seine Gruppenmitglieder anspielen kann und das etwas Sicherheit verschafft

    Söldner sind deshalb problematisch, weil die Mehrheit der Spieler gern kämpfen möchte, deshalb wird bei der Planung des Konzepts der Bedarf an Leuten, die einem das abnehmen, selten eingeplant. Und in einer Situation "Gefahr für alle" wird sowieso erwartet, dass sich jeder von sich aus bemüht, die anwesenden Hintern zu retten, ohne eine Bezahlungs-Extrawurst zu verlangen.
    Ein bisschen "über den Schatten springen" erfordert das schon, wenn man mehr Spiel haben möchte als "in den Kämpfen mitmachen". Wenn einem Gruppen zu abweisend erscheinen, vielleicht mal gezielt nach Leuten umschauen, die auch einzeln oder nur zu zweit oder dritt rumstehen und vielleicht auch etwas verloren wirken, das wirkt vielleicht weniger abschreckend als der Trupp von 15 Mann.

    Zur Congröße:
    So klein wie möglich. 50 SC sind mir i.d.R. noch zuviel, mit maximal 30 SC ists am besten. Je weniger Spieler, desto mehr konzentriert man sich aufeinander, desto wichtiger wird der einzelne und desto mehr werden einzelne mit einbezogen. Für mich gilt fast generell: Je kleiner der Con, desto besser (okay, unter 10 Teilnehmern wirds schwierig mit der Stimmung ). Oft wird auf bei niedrigen SC-Zahlen das SC-NSC-Verhältnis ausgeglichener, was Plot und Atmosphäre dichter macht.
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  8. #8
    Harald Ösgard
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    Welche Con Größe wäre denn für das erste mal NSC die geeignete? Ich versuche zwar in einer Gruppe unterzukommen, aber vielleicht muss ich auch erstmal ganz allein los.

    [ich hoffe diese Zwischenfrage paßt noch in diesen Thread]

  9. #9
    Tiron
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    Da gibt es kaum eine ultimative Größe, hängt mehr davon ab was du machst. Auf Großcons sind NSC eher geschlossene Gruppen und eher ungeeignet als erster Einstieg.
    Kleinere Cons sind ideal, je nach der Anforderung an NSC - Mein erster Con (NSC) war mit 70 SC und 12 NSC echt gut, vor allem als NSC war alles dabei, Rollen als ORK, ENT, Spinne, Söldner und eine adelige Festrolle hab ich gespielt. Echt klasse als Einstieg.

    Als NSC auch beachten das auf sehr Kampflastigen Cons, NSC oft als "Wellen-Schwertfutter" herhate müssen, auf Ambiente- Akademiecons sieht das anders aus, am besten die Orga fragen.

  10. #10
    Hana
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    Ich denke auch, als NSC ist es wichtiger, sich nach der Art der Rollen zu erkundigen. Die häufigste Form ist m.E. "überwiegend Wellenangriffe, in den Pausen machen alle Bauern aus dem Nachbardorf und eine Handvoll NSCs (meist welche, die die Orga persönlich kennt) kriegen ne Plotrolle". NSC-Festrollen (also mehr oder weniger plotwichtige Personen oder einfach IT-Anwohner der Location, die dieser Leben einhauchen sollen) gibts auch öfter, meist sind das wenige Festrollen in Kombination mit vielen Wellen-NSC. Davon gibts nun tausend Varianten, und auf Cons, die keine Abenteuercons sind, ists meistens nochmal ganz anders ...

    Man sollte sich vorher überlegen, ob man Lust aufs Kämpfen hat oder nicht. Und ob man Lust auf "nur" kämpfen hat.

    Zumindest auf Cons, wo gekämpft wird, würde ich auch aufs SC-NSC-Verhältnis achten, zu zehnt in Wellen gegen 70 Mann anzurennen finde zumindest ich persönlich wenig erfüllend.

    So, und zu guter Letzt finde ich auch für NSC-Einsätze Cons gut, die eher kleiner sind. Je mehr Teilnehmer, desto eher geht man als Einzelner unter und desto bedeutender werden Gruppengefüge. Also, ich bin echt ein Fan von kleinen Cons
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