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  1. #1
    Hana
    Hana ist offline
    Forenjunkie Avatar von Hana

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    Was macht für euch einen Ritter aus?

    Haaaaalt! Bevor ihr auf den Antworten-Button klickt, einige Einschränkungen

    Ich mache mir momentan Gedanken, wie ich meinen Knappen-Charakter zum Ritter weiterentwickeln möchte/werde. Das Problem ist, mir fehlen Anregungen ... der Ritter, der meinen Knappen-Charakter ausbildet, macht das zwar nicht schlecht, hat aber einen sehr militärischen Einschlag und ich möchte lieber in eine etwas "romantischere" Richtung gehen.

    Ich würde nun gern wissen, wie sich eurer Meinung nach ein Ritter verhalten sollte bzw. wie man seine Ritterlichkeit erkennt. Es geht mir hier ausdrücklich nicht um die Ausstattung, dazu würd ich nochmal ein Extra-Thema aufmachen
    Was mich außerdem weniger interessiert, sind Turniere - ich habe im Moment nicht vor, Turniere zu besuchen, das interessiert mich nicht so.
    Ob eure Vorstellung historisch oder historisch-romantisch-verklärt oder auf Film oder Roman oder sonstwas basiert, ist mir egal, es geht mir um eure Vorstellung. Achja, und ich mag Klischees

    Also, was macht eurer Meinung nach einen Ritter aus ...
    - im Kampf gegen "Gezücht" (z.B. Orks, Drow, Untote)
    - wenn ein "Monster" auftaucht (z.B. Golem, Drache)
    - im Kampf gegen Räuber/finstere Kultisten/etc.
    - im Umgang mit anderen Adligen
    - im Umgang mit sonstigen Personen
    - jaja, meinetwegen auch im Kampf gegen feindliche Ritter, aber das bitte nur am Rande, feindliche Ritter treff ich echt so gut wie nie
    - wenn er herausfindet, dass ein anderer Ritter/Adliger Dreck am Stecken hat
    - allgemein und überhaupt, was ihr sonst noch wichtig findet (möglichst Larp-typische Situationen, nicht, wie er sich in der nie bespielten Burg verhält)

    Bitte bemüht euch, konkret zu sein, eine Antwort "er sollte edel sein" hilft mir nicht viel weiter, eure Meinung, was der Ritter tun sollte, wäre hilfreicher

    Nochwas: Ich bin daran interessiert, was IHR gut findet. "Mach, was dir am besten gefällt"-Postings bringen mir nicht viel, denn das mach ich sowieso

    viele Grüße und schon mal vielen Dank,
    Annkathrin

    P.S. Ich habe dasselbe auch im larper.de-Forum gepostet. Bin gespannt, wie sehr sich die Antworten ob des unterschiedlichen Klientels unterscheiden werden
    Nount und ich bloggen: Mondkunst
    Liverollenspiel im Münsterland: http://www.danglar.de

  2. #2
    Dazzer
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    Hi

    Nehme mal an dass du shcon weißt wie du zum Ritter wirst?

    Ritter ist für mich jem. der Nett, zuvorkommend, hilfsbereit, treu ergeben, jem. der sich vor hübschen Damen verbeugt.

    im Kampf gegen "Gezücht" (z.B. Orks, Drow, Untote) = standhaft bis zum letzten Atemzug schützt seine Gruppe mit dem Leben damit sie fliehen können.
    wenn ein "Monster" auftaucht (z.B. Golem, Drache)= finde nicht dass du dauernd zum Angriff übergehen musst ansonsten wie oben genannt halt.(gilt auch für Räuber.wenn räuber jedoch was klaut und du es siehst stell ihn/sie..)

    im Umgang mit anderen Adligen = auf keinen Fall arogant sondern sich so verhalten wie man das nun mal tut (nach Regeln...).

    im Umgang mit sonstigen Personen = nett hilfsbereit.
    Adliger mit dreck am stecken = stellen reden ... nur im Notfall wenn nichts mehr hilft umkloppen oder dem "König" sagen.

    MFG Dazzer (hoffe konnte etwas helfen)
    Ruhm und Ehre!
    (wir (sind zu 4)suchen Leute für eine neue oder eine bestehende LARP-Gruppe aus reutlinger Umgebung) ! (da uns keine bekannt ist: schreib einfach ne PM)

  3. #3
    Bregon
    Bregon ist offline
    Alter Hase Avatar von Bregon

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    Also, da du Klischees magst:
    Nimm den zuvorkommenden, ehren- und tugendhaften Ritter.
    Aber mMn sollte ein Ritterchar nicht so aalglatt sein, wie es immer gesagt wird.
    Zu deinen Fragen im Kampf:
    Der ehrenhafte Ritter schützt die anderen. D.h., dass du dich den Gegnern als erster entgegenwirfst.

    Sollte etwas größeres auftauchen (Drache, Golem, Troll...) solltest du deine Mitstreiter schützten und nicht kopflos losrennen.
    Schicke die, die du als nicht-angemessene Gegner für einen Drachen etc. hältst, zurück.

    Andere Adelige sind immer wichtiger als der Pöbel (insofern es denn Pöbel für dich ist). Sie müssen zuvorkommend behandelt werden.

    Wenn du einen ehrenhaften Ritter spielst, solltest du nicht grundlos töten.
    Gegner sollten deine Gnade erfahren und vor Gericht kommen.

    Also mMn darfst du aber ruhig ein bisschen garstiger sein...
    Also:
    Volk=Pöbel
    Gefolge=Kanonenfutter(ich will nicht der 1. sein, der verreckt!)
    Andere Adelige=Prahl sie in Grund und Boden (nicht nur mit Worten, sondern mit Ausrüstung/Gewandung/Geld...)

    So, mehr fällt mir vorläufig nicht ein.

    Grüße, Bregon

  4. #4
    Dennis
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    Ich geh jetzt mal vom typischen Ritterbuch-Playmobil-Tafelrunden-Romantik-Ritter aus und lass Sonderfälle wie Raubritter und so außen vor. Ich arbeite dann mal deine Punkte einzeln ab.
    - im Kampf gegen "Gezücht" (z.B. Orks, Drow, Untote)
    Selbstverständlich könnte ich mir einen Ritter dabei in der vordersten Reihe vorstellen, viel passender fände ich allerdings, wenn sich der Ritterspieler ein Ziel für den Kampf setzt, dass über "HAUT SE UM!!!" hinausgeht. Z.B. den Oberduddel zu Fall bringen, die nicht unter Waffen stehenden Spieler schützen usw. Bei genug Gefolge auch gern als Befehlshaber. Was gar nicht geht ist der Rückzug, während die eigenen Mannen noch um ihr Leben kämpfen. Der Captain verlässt als letzter das Schiff!

    - wenn ein "Monster" auftaucht (z.B. Golem, Drache)
    Das finde ich schwierig zu beantworten. Ist es "Monster", wäre es mMn des Ritters Pflicht, dem hlg. Georg nachzueifern. Ist es "Wesen", hab ich jetzt gerade mal keine Ideen.

    - im Kampf gegen Räuber/finstere Kultisten/etc.
    Da der Ritter unnötiges Blutvergießen vermeiden will, bemüht er sich um eine diplomatische Lösung, die leider auf einem Con seltenst funktionieren wird, woraufhin die Gegner bekämpft werden. Einem aufgegebenden Gegner wird selbstverständlich Gnade gewährt. Falls der Mob da nicht mitmachen will, sollte der Ritter auch mal den armen NSC beschützen.

    - im Umgang mit anderen Adligen
    Höflich, sich seines Standes dabei bewusst. Mit dem Baron redet man anders als mit dem anderen Ritter. Hier bin ich aber nicht sonderlich gut mit Ideen versorgt und hoffe auf andere mit konstruktiveren Infos und Vorschlägen.

    - im Umgang mit sonstigen Personen
    Der Ritter will ihnen nix böses. Aber jedes Gesocks muss man auch nicht an sich ran lassen. Nervige Bittsteller werden mit einer kleinen Münze höflich aufgefordert, zu entschwinden. Ansonsten gibts Ärger. Im Ning gabs mal eine Diskussion von (ich glaube) Frostie. Da gings um eine Bettlerin, die seine Dame beleidigt hatte und auch nach der höflichen Münze nicht aufgehört hatte. Da setzte es dann eine Ohrfeige. Finde ich für den Ritter i.O. immerhin muss er ja die Ehre der Dame schützen. Für dich ist das jetzt vielleicht ein bisschen blöd, aber es geht ja um den Umgang mit dem Volk.
    Ansonsten, falls genug Gefolge: Die können auch ruhig die Nachrichten an das Volk weitergeben, muss man ja nicht persönlich alles erledigen.

    - jaja, meinetwegen auch im Kampf gegen feindliche Ritter, aber das bitte nur am Rande, feindliche Ritter treff ich echt so gut wie nie
    Keine faulen Tricks, am Besten Duellsituation

    - wenn er herausfindet, dass ein anderer Ritter/Adliger Dreck am Stecken hat
    Aufforderung zur Besserung unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Sollte das nicht Gelingen, Eintreten für das Gute und Rechte (tm) und Duell fordern, Fehde anzetteln, solche Dinge.


    P.S. Ich habe dasselbe auch im larper.de-Forum gepostet. Bin gespannt, wie sehr sich die Antworten ob des unterschiedlichen Klientels unterscheiden werden Smile
    So sehr glaub ich gar nicht. Vermutlich kriegst du drüben mehr historische Quellen an den Kopf geworfen, hier erschlägt man dich mit Eisenherz

    Gruß
    Dennis, gräbt den Graben zwischen den Foren tiefer
    http://goblinbau.wordpress.com
    Manchmal blogge ich Pen&Paper Zeug

    ~zurück aus den larplosen Landen~

  5. #5
    Harald Ösgard
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    Nimmst Du auch Buchempfehlungen entgegen?

    MM. nach witmet ein Ritter sein ganzes Dasein immer einer Angebeteten. Die muß unbedingt unerreichbar sein.

    Vor jedem Kampf muss der Ritter dann nochmal am Taschentuch der Holden schnuppern und sich dann erst furchtlos ins Getümmel stürzen.

    Ein Ritter ist erst durch sein Gefolge ein richtiger Ritter.

    Ansonsten alles, was schon gesagt wurde.

  6. #6
    Leander
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    Ich kann mich den anderen eigentlich nur anschließen.
    Ich finde ja viele Vorstellungen durchaus akzeptabel (historisch oder gänzlich fantasy), am meisten sagt mir aber das "romantisch verklärte" Bild zu.
    Demnach sollte ein Ritter in jedem Kampf so kämpfen, dass er, wäre er Soldat, dafür eine Medal of Honor verdienen würde.
    Das kann dann so:
    Inzwischen war ein US-Soldat gefallen und zwei weitere schwer verwundet. Einer davon, SPC Brian Bradbury, lag dabei genau zwischen den eigenen und den feindlichen Truppen auf offener Fläche. Der Kommandant des Scharfschützenteams wollte daraufhin den Verwundeten bergen, wurde jedoch von Monti zurückgehalten da er es als zu gefährlich ansah. Stattdessen versuchte Monti selbst Bradbury zu erreichen, wurde jedoch nur wenige Meter vor ihm durch starkes MG- und RPG-Feuer zurückgeworfen. Ein zweiter Versuch scheiterte ebenso am schweren Feuer der Taliban, weshalb Monti einen dritten Versuch unternahm und erneut vorstürmte, jedoch durch die Explosion einer Granate beide Beine verlor und kurz darauf verstarb.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Jared_Christopher_Monti

    so:
    Während des Kampfes warf eine Person eine Handgranate auf Dunhams Patrouille. Um seine Kameraden zu schützen, warf sich Dunham auf die Handgranate und versuchte sich mit seinem Helm vor der Explosion zu schützen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Jason_Dunham_(Soldat)

    oder so:
    Unter völliger Missachtung der eigenen Sicherheit und des feindlichen Beschusses stand er mit gezogener Pistole vor seinem Bataillon auf und rief seinen Männern zu, ihm bei der Erstürmung zu folgen. Mit dem Gewehr und Bajonett eines gefallenen Kameraden stürmte er voran und führte die Überlebenden seines Bataillons durch den Kugelhagel über offenes Gelände in die Stellungen des Gegners. Seine heroische und tapfere Aktion inspirierte seine Männer so sehr, dass sie zur Errichtung eines kompletten Brückenkopfes auf der anderen Seite des Flusses Douve führte.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_George_Cole

    aussehen. (Anm.: Cole ist bei diesem Einsatz nicht gestorben.)

    Ich weiß nicht, ob moderne Beispiele dir unbedingt helfen, aber auf eines will ich damit hinaus: Ein Ritter sollte bereit sein sich für seine/ihre Leute zu opfern, niemals den Mut verlieren, auch wenn die Situation noch so aussichtslos ist, und wenn etwas zu gefährlich ist, um es zu tun, sollte er (oder sie) es selbst tun.
    Von seinen/ihren Leuten, sollte der Ritter nur normalen Einsatz fordern, selbst aber als glänzendes Beispiel vorangehen und im Einsatz einen Mut und eine Entschlossenheit zeigen, die weit über normale Pflichterfüllung hinausgehen (wie es im Text für die Kriterien zur Verleihung der Medal of Honor auch gesagt wird). Das Ziel des Kampfes und das Leben der eigenen Leute sind dabei stets wichtiger als das eigene Leben, sodass man durchaus bereit ist für seine Sache zu sterben.
    Für Larp wäre es vermutlich dennoch wichtig, dass man seinen Charakter nicht zu selbstmörderisch spielt (also nicht ganz so wie die Soldaten aus den Zitaten, für die Rückzug z.T. ein Fremdwort ist), denn man will ja auch etwas von seinem Charakter haben.
    Ein Ritter sollte mMn auch wenn er selbst schwerer verletzt ist, dafür sorgen, dass seine Leute zuerst behandelt werden. Zudem wäre für mich noch das Motto "kein Mann bleibt zurück" angesagt. Jeder wird wieder mit nach Hause gebracht, auch wenn er tot ist, niemand wird den Gegnern überlassen.
    Wer so einen Einsatz zeigt, braucht theoretisch nicht einmal die passende Ausrüstung.

    Ein anderer Punkt, der noch nicht angesprochen wurde, ist die Treue.
    Der Ritter sollte sowohl seinem Herren (so du denn einen Fürsten hast), als auch seinem Glauben (Religion ist bei Rittern mMn ein absolutes Muss) sowie seinen Leuten gegenüber unbedingt die Treue halten.
    Selbst wenn man mit dem Tode bedroht wird, verrät man weder seinen Herren, noch schwört man seinem Glauben ab und liefert auch seine Leute nicht ans Messer.

    Zum konkreten Umgang:
    Adel (sofern er angemessen dargestellt ist) wird auch wie solcher behandelt. Viele Larper tun dies nicht, sondern ignorieren den adeligen Status geradezu. Das ist mMn ein Unsitte gegenüber gut dargestelltem Adel und für Ritter gilt dies umso mehr (Ritter haben den Adel eben strenger zu achten).
    Für das gemeine Volk sollte immer eine Münze in der Tasche zu finden sein. Zudem sollte man sich Leute suchen, die anfallende Arbeiten gegen Geld verrichten, da ein Ritter, der die Aufgaben erledigt, die normalerweise dem Personal zustünden, wirkt wenig ritterlich.
    Die Tugenden sollten sich aber auch in der Ausrüstung widerspiegeln. Die Rüstung sollte gut in Schuss gehalten werden und vor jedem Kampf wie frisch poliert aussehen. Ein Ritter hat mMn einfach eine "strahlende" Rüstung zu tragen.
    Schön fände ich es auch vor dem Kampf zu beten und ggf. seine Waffen und/oder Rüstung vor einer großen Schlacht segnen zu lassen (auch wenn es spieltechnisch nicht relevant ist). Das drückt nochmal den tiefen Glauben und das Vertrauen in eben diesen aus. Mit den Priestern des Glaubens auf gutem Fuß zu stehen, ist ohnehin nie verkehrt für einen Ritter.
    Man könnte auch vor jeder Schlacht selbst einen Segen erhalten für den Fall, dass man stirbt (sowas wie eine prophylaktische letzte Ölung) oder ein religiöses Buch mit in den Kampf führen und vor seinem Tod (auch wenn man nur denkt, dass man sterben wird) jemanden darum bitten eine bestimmte Textstelle vorzulesen.

    Ein Problem der Darstellung von Rittern im Larp ist wohl, dass fast niemand IT Angst vor einem Kampf zu haben scheint, sodass man wirklich Schwierigkeiten bekommen dürfte heldenhaft zu wirken. Gerade diese Aura des Heldentums ist aber genau das, was man aufbauen müsste, damit man von anderen auch so behandelt wird, wie es einem Ritter zustehen würde.

    P.S.: Auch wenn es ein wenig lang geworden sein könnte, hoffe ich geholfen zu haben.
    "It is always a silly thing to give advice, but to give good advice is absolutely fatal." - Oscar Wilde

  7. #7
    Harald Ösgard
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    Ein Ritter könnte vor jedem niedergesteckten Gegner kurz mit der Waffe salutieren - also die Klinge vor die Nase halten und kurz nicken....

    Egal ob der Gegner nun verwundet oder gar tot ist. Ritter achten und "verehren" Ihre Feinde - so sie denn würdig gekämpft haben und auch so gestorben sind.

    Der ehrliche Zweikampf ist wie schon gesagt auch ein zentrales Thema des Rittertums. Stichwort: WÜRDE.

    Dazu gehört natürlich auch, daß einem Gegner immer die Chance gegeben wird, seine Waffe wieder aufzuheben, sein zerborstenes Schild zu ersetzen... bzw. falls der Gegner eben nur noch sein Messer hat, dann selber freiwillig auch waffentechnisch "downgraden".
    Oder die "Drecksarbeit" eben an das Gefolge "delegieren" und sich dabei fromm abwenden und für die arme Seele beten.

    Gegenüber "niederem Gezücht" und sonstigen Ausgeburten der Hölle kann ein Ritter mM. nach auch schonmal etwas knadenlos und beinahe fanatisch sein. Aber nicht gleich Berserker im Blutrausch. Nie unkontrolliert. Nur unbarmherzig.

    Da ja der Glaube und die Treue (auch zum Glauben)wie schon angeführt eine zentrale Rolle spielt, kann man im Kampf gegen Kreaturen, die unatürlich wider der Herrlichkeit der jeweiligen inbrunstig verehrten Gottheit sind, schonmal zu einer effizienten Killermaschine werden.

    Das sollte aber nie wie "Spaß am Töten" aussehen, sondern eher wie konsequenten Aufräumen eines total verdreckten Zimmers. Präzise, knapp, effektiv, gnadenlos und emotionlos. Gefallene, Besiegte oder geflohene "Gottlose" werden einfach durch totale Nichtbeachtung gestraft.

    Dieses Element des IGNORIERENS würde ich unbedingt einbauen.

    (Ich zitiere mein Buch zur Hundeerziehung "-- nur das Alphatier kann es sich erlauben, unpassendes Verhalten einfach auch mal zu ignorieren. "

    Ein Streuner oder Bettler MUSS sich mit jedem Input zwangläufig beschäftigen, es könnte sonst sein sofortiger Untergang sein.
    Ein Ritter aber, der darf gerne ein bischen über den Dingen "schweben". Sein grenzenloses Gottvertrauen und das Wissen, daß er den meisten Menschen schon vom Stande her weit überlegen ist, geben ihm kühles Blut.
    Damit kann er dann auch im wilden Getümmel ganz lässig die Ruhe und den Überblick bewahren. Weil er ja fest daran glaubt, daß er nicht auf triviale Weise abdanken kann. (Stell Dir einfach Schumacher vor....) Halte Dich ruhig für ein bischen unverwundbar. (Engl. Offiziere des Empires)

    Um so mehr bricht natürlich die Welt eines Ritters ein, wenn er total feige und von primitiven Gegners völlig unehrenhaft dahingemeuchelt wird. (Franz. Ritter vs. engl. Bogenschützen)

    Sollte es einem eigentlich unwürdigen einzelnem Gegner gelingen den Ritter ernsthaft anzukratzen, so wird dieser Gegner selbstverständlich dadurch gewissermaßen geadelt und fürderhin wie ein Freund gelobt. (Der rote Baron bei den Engländern). Er wird ggf. sogar unter den Schutz des Ritters gestellt. (Man sieht sich ja immer zweimal auf dem Schlachtfeld... Saladin vs. ehrenhafte Kreuzritter etc, dt. Offiziere vs. engl. Offiziere)

    Generell sollte sich ein Ritter im Schlachtfeld gegenüber all dem Greul so verhalten wie eine Lotusblüte... Als gebe es all die Schmerzensschreie und Verstümmelungen einfach garnicht. Als wäre es nur ein Schachspiel um die Ehre.

  8. #8
    Hana
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    Danke schonmal, da ist ja schon so einiges dabei, was sich verwenden lässt. Ja, über Buchempfehlungen freue ich mich

    Hey, ich bekomm grad richtig Lust aufs Ritter-Werden ...
    Nount und ich bloggen: Mondkunst
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  9. #9
    Harald Ösgard
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    Hi Hanna,

    und welche holde Maid willst Du denn dann anbeten? :lol:

    Buchempfehlungen:

    Sir Walter Scott - Der Talisman - wohl der Inbegriff von verklärter Ritterromantik

    Jan Guillou - Arn der Kreuzritter - 4 dicke Bände

    Bernhard Cornwell - Der Winterkönig -

    Die Arthussage, Lancelot, Parzifal etc....

    Sachbücher:

    Thomas Mielke - Karl der Grosse - Biografie

    liegt hier, aber noch nicht selber gelesen:

    Maurice Keen Das Rittertum - (Sachbuch)
    Dieter Breuers - Sterben für Jerusalem - (Sachbuch)

    Und ganz neu als gepriesener Bestseller: Robyn Young - Die Blutschrift - +3 weiter Bände

  10. #10
    Jocke
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    @Hana: Lass die Minne blos weg [smilie=pdt_piratz_27.gif].

    Für mich macht einen Ritter folgendes aus:

    Ein Ritter sollte sich Mutig den Monstren entgegenwerfen, einen Drachen im alleingang anzugehen ist sehr Mutig, besonders wenn der Knappe dabei ist und hinterher von der Tat berichten kann.

    Er soll das arme Volk beschützen, an Geld liegt ihm nichts und darum spendet er es lieber den armen.

    Er ist stark in seinem Glauben und geht vor jeder bevorstehenden Schlacht in Demut beten.

    Er verschont die schwachen, auch wenn es Räuber und Halsabschneider sind, er lehrt ihnen eine Lektion und Jagt sie dann davon, so das sie nie mehr die armen Leute belästigen, er würde sie aber nie Töten.

    Einen verwundeten ehrwürdigen Gegner lässt er Pflegen, auf seine Kosten, einen gefallenen ehrwürdigen Gegner erweißt er die letzte Ehre und wird ein Blutgeld an die Familie zahlen.

    Und er wird nie, nienieniemals das Schwert aus dem Stein ziehen... Das ist einem kleinen Jungen vorbehalten und keinem Ritter... irgendeiner muss sich ja Artus anschließen.

    MfG
    der Jocke

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