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  1. #41
    Josh
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    Male Munchkin und Female Munchkin
    Hm, dann spiele ich wohl gerade einen Hybriden. Ich halte Essenzen von beiden Modellen vereint.

    Aber auch zu dem, was Leander geschrieben hat: Ich habe auch einen umfangreichen Rollenspielhintergrund und bin erst letztes Jahr zum LARP gekommen.

    Beim Pen&Paper-Rollenspiel definieren sich viele Spieler mit ihren Charakteren über Zahlenwerte.

    Beim LARP definieren sie sich leider zu oft über ihre Ausrüstung.

    Wenn ich mich aber nur über Ausrüstung definiere, bin ich kein guter Charakterdarsteller, da ich meine Ausrüstung für mich sprechen lassen muss. Demnach nicht empfehlenswert.

    Als Ausnahme betrachte ich den Fall, dass die Ausrüstung selbst Teil der Geschichte des dargestellten Charakters ist und sehr wohl etwas zu erzählen hat (Artefakt) bzw. zumindest Fragen aufwirft, die beantwortet werden wollen.

    Diesen Ansatz finde ich dagegen gut und bindet die Ausrüstung mit ein, allerdings muss man es auch in diesem Punkt nicht übertreiben. Es muss nicht immer die geerbte Vollplatte des Großvaters sein, aber da ist eben Einfallsreichtum eines Jeden gefragt. Dies nur als Anreiz so nebenbei.

    Das ist vielleicht die einzige Empfehlung, die ich aussprechen kann.

    Ansonsten finde ich es einfach schade, dass sehr wenige Neulinge scheinbar Interesse am "Charakterspiel" haben und sich sehr über ihre Ausrüstung definieren. Sicherlich ermöglicht dies einen schnellen und einfachen Einstieg ins LARP, was der Hauptgrund dafür sein dürfte (Ich "habe" also bin ich...), aber wirklich intensives Rollenspiel ist mit dieser Methode nicht möglich und dies wiederum ist sehr schade.

  2. #42
    Tine
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    Zitat Zitat von Josh
    Wenn ich mich aber nur über Ausrüstung definiere, bin ich kein guter Charakterdarsteller, da ich meine Ausrüstung für mich sprechen lassen muss. Demnach nicht empfehlenswert.
    Mit Verlaub, das halte ich für Unsinn. Ich hoffe das soll jetzt nicht in die Richtung "lieber ein guter Rollenspieler in schlechter Klamotte als ein schlechter Rollenspieler in guter Klamotte" gehen. Je besser die Ausrüstung ist und je lauter sie Magier/Krieger/Schamane/Jäger/.... usw schreit, desto eher erkennt man, was der andere darstellen will und desto leichter fällt es mit dem Charakter zu interagieren. In den letzten Jahren wird zum Glück immer mehr auf die Ausrüstung geachtet und die Erkenntnis, dass man selbst die Kulisse für die anderen darstellt, setzt sich weiter durch.
    SEMPER PROBUS

  3. #43
    Cartefius
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    Wenn ich mich aber nur über Ausrüstung definiere, bin ich kein guter Charakterdarsteller, da ich meine Ausrüstung für mich sprechen lassen muss. Demnach nicht empfehlenswert.

    Als Ausnahme betrachte ich den Fall, dass die Ausrüstung selbst Teil der Geschichte des dargestellten Charakters ist und sehr wohl etwas zu erzählen hat (Artefakt) bzw. zumindest Fragen aufwirft, die beantwortet werden wollen.
    Hmm, je nach Auslegung stimme ich dir einerseits zu und bin andererseits anderer Meinung.

    Für mich ist der wichtigste Punkt, dass ein guter Spieler sich Gedanken um seine Darstellung macht, und seinen Charakter nicht nur auf dem Papier ausgestaltet. Ausrüstung ist dabei für mich ein elementarer Bestandteil der Darstellung, und sollte das Konzept des Charakters sinnvoll unterstützen. Natürlich ist es in gewissem Maße legitim, Spaß an schönen Ausrüstungsgegenständen zu haben und das Charakterkonzept auch danach auszuwählen ("Ich wollte schon immer mal eine richtig tolle Ritterrrüstung haben!"), aber das sollte man dem fertigen Konzept nicht ansehen. Auf jeden Fall halte ich es für kontraproduktiv, erst wild Ausrüstung zu kaufen, und dann irgendeine abstruse Story drumherumzuflechten, um das Sammelsurium zu rechtfertigen.

    Bleiben wir beim Beispiel mit der Rüstung: Bei einem gut ausgearbeiteten Charakter passt die Rüstung zum Konzept und unterstreicht es ganz selbstverständlich. Der Ritter in strahlender Vollplatte, der Landsknecht im Halbharnisch, der Ork in rostigem Flickwerk, bei all diesen Charakteren ist de Rüstung ein bereichernder Teil des Konzepts. Natürlich kann man einem Ausrüstungsgegenstand noch eine tiefergehende Geschichte geben, bei der der Ritter vielleicht die Rüstung von seinem Vater geerbt hat oder der Landsknecht sie sich von der Beute seines ersten Kriegszugs leisten konnte, aber das ist nicht notwendig, weil die Rüstung mit jeder Hintergrundgeschichte zum Konzept passt.

    Anders ist es hingegen, wenn da die typische Gestalt in Hemd und Hose, ohne vollständige Kleidung, ordentliche Schuhe oder auch nur einer Scheide für sein Schwert steht, aber 500 Euro an schlechtsitzendem Blech in Einheitsgröße am Leib trägt. Hier unterstreicht die Rüstung nicht den stimmigen Gesamteindruck, sie schadet ihm sogar, und keine Geschichte mit Großvaters Erbstück, dem Geschenk des dankbaren Händlers oder der glücklichen Kriegsbeute kann daran etwas ändern.

    Das ist für mich einer der wichtigsten Unterschiede vom Tischrollenspiel zum Larp: Im Tischrollenspiel sind alle Dinge, die nicht näher definiert werden, automatisch "passend". Wenn in einer DSA-Runde ein Weidener Ritter gespielt wird, dann ist er von Kopf bis Fuß Weidener Ritter, und wenn er sich aus irgendwelchen Gründen eine Echsenlederrüstung anzieht, dann ist er, seltsam aber interessant, ein Weidener Ritter in Echsenlederrüstung.
    Im Larp hingegen sind alle Punkte, denen man nicht explizit bei der Umsetzung Aufmerksamkeit schenkt, vermutlich unpassend oder maximal neutral. Einen Weidener Ritter überzeugend darzustellen erfordert hier viele kleine bewusste Anstrengungen, bei der Wortwahl, der Gestik, der Rüstung und Bewaffnung, der Art sich zu kleiden und den Vorlieben bei Speisen und Getränken. Ansonsten bleibt der Charakter immer Christian, der Student, mit einem Weidener Wappenlappen vor der Brust.

    Natürlich kann man, wenn es einem gelungen ist ein stimmiges Bild zu zeichnen, wieder in kleinen Dingen versuchen, dies wieder bewusst zu durchbrechen und Diskrepanzen einzubauen, das sollte aber auf keinen Fall der erste Schritt sein und vor allem nicht dazu dienen Ausreden für irgendwelche Notlösungen und halbgaren Zusammenstellungen zu finden.

  4. #44
    Josh
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    Zitat Zitat von Cartefius
    Ausrüstung ist dabei für mich ein elementarer Bestandteil der Darstellung, und sollte das Konzept des Charakters sinnvoll unterstützen.
    Zitat Zitat von Cartefius
    Bei einem gut ausgearbeiteten Charakter passt die Rüstung zum Konzept und unterstreicht es ganz selbstverständlich.
    Ja, das meine ich! Unterstützen ist etwas anderes, als einen Charakter komplett auf der Ausrüstung aufzubauen. Die Reihenfolge finde ich einfach fragwürdig.

    Zitat Zitat von Cartefius
    Das ist für mich einer der wichtigsten Unterschiede vom Tischrollenspiel zum Larp: Im Tischrollenspiel sind alle Dinge, die nicht näher definiert werden, automatisch "passend".
    Kommt auf die Rollenspielrunde an, aber weitestgehend gebe ich dir recht.

    Zitat Zitat von Cartefius
    Natürlich kann man, wenn es einem gelungen ist ein stimmiges Bild zu zeichnen, wieder in kleinen Dingen versuchen, dies wieder bewusst zu durchbrechen und Diskrepanzen einzubauen, das sollte aber auf keinen Fall der erste Schritt sein und vor allem nicht dazu dienen Ausreden für irgendwelche Notlösungen und halbgaren Zusammenstellungen zu finden.
    Kann ich so unterschreiben.

    Zitat Zitat von Tine
    Je besser die Ausrüstung ist und je lauter sie Magier/Krieger/Schamane/Jäger/.... usw schreit, desto eher erkennt man, was der andere darstellen will und desto leichter fällt es mit dem Charakter zu interagieren.
    Ja und nein. Erkennungswert ist wichtig, keine Frage, aber nur weil man jemanden als Magier/Krieger/Schamane/Jäger erkennt, heißt das ja nicht, das diese Person einen derartigen Charakter auch nachvollziehbar verkörpern kann. Aussehen ist eben nicht alles. Wie Cartefius bereits geschrieben hat, es kann auch sehr schnell lächerlich wirken.

    Zitat Zitat von Tine
    Je besser die Ausrüstung ist (...) desto eher erkennt man...
    Was bedeutet besser? Besser = Teurer? Oder umfangreicher? Stimmiger würde ich gelten lassen.

  5. #45
    Cartefius
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    Je besser die Ausrüstung ist und je lauter sie Magier/Krieger/Schamane/Jäger/.... usw schreit, desto eher erkennt man, was der andere darstellen will und desto leichter fällt es mit dem Charakter zu interagieren.
    Ja und nein. Erkennungswert ist wichtig, keine Frage, aber nur weil man jemanden als Magier/Krieger/Schamane/Jäger erkennt, heißt das ja nicht, das diese Person einen derartigen Charakter auch nachvollziehbar verkörpern kann. Aussehen ist eben nicht alles. Wie Cartefius bereits geschrieben hat, es kann auch sehr schnell lächerlich wirken.
    Das ist dann aber mehr eine Frage falscher Charakterwahl. Natürlich, wenn die Darstellung eines Charakters alleine auf die Zusammenstellung von toller Ausrüstung beschränkt ist, wird kein tolles Endergebnis dabei herauskommen.
    Auf der anderen Seite wäre dieser Charakter ohne die Ausrüstung ja keinen Deut besser, sondern nur ein schlechter Schauspieler in schlechtem Kostüm anstelle eines schlechten Schauspielers im guten Kostüm - letzterer kann zumindest noch als hübsches Bühnenbild dienen.

    Meiner Erfahrung nach sind aber eine gute Ausstattung und ein gutes Schauspiel nichts, wozwischen man sich entscheiden muss (auch wenn das von Leuten mit schlechter Ausstattung oft so dargestellt wird), sondern entwickeln sich im Gegensatz meistens parallel. Denn beiden liegt das gleiche Prinzip zugrunde: Sich Gedanken um die Umsetzung, um die eigene Wirkung auf ein Publikum zu machen, sich Vorbilder und Inspirationen zu suchen und Wege, sie umzusetzen.

    Die Leute, die die Ansicht vertreten "mein Kostüm ist egal, mein gutes Schauspiel macht das locker wieder wett!" machen sich meiner Erfahrung nach hingegen oft selbst was vor, und gehören auch eher zu den schlechteren als zu den besseren Schauspielern. Gleiches gilt vermutlich auch für Anhänger der Fraktion "Schauspiel ist egal, Hauptsache Kostüm!", aber diese Meinung habe ich so noch nie vertreten gehört.

  6. #46
    Josh
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    Zitat Zitat von Cartefius
    Meiner Erfahrung nach sind aber eine gute Ausstattung und ein gutes Schauspiel nichts, wozwischen man sich entscheiden muss (auch wenn das von Leuten mit schlechter Ausstattung oft so dargestellt wird), sondern entwickeln sich im Gegensatz meistens parallel. Denn beiden liegt das gleiche Prinzip zugrunde: Sich Gedanken um die Umsetzung, um die eigene Wirkung auf ein Publikum zu machen, sich Vorbilder und Inspirationen zu suchen und Wege, sie umzusetzen.
    Ja, ich denke, dem kann ich nichts mehr hinzuführen, Cartefius.

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