Ergebnis 1 bis 9 von 9
  1. #1
    Blumenmädchen
    Blumenmädchen ist offline
    Grünschnabel Avatar von Blumenmädchen

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    Erster SC:Kartographen Tochter...Fragen, Meinungen? Hilfe xX

    Hallo ihr Lieben,

    ich hab jetzt nach langem Überlegen angefangen meine Charakterbeschreibungen, Hintergründe etc zu schreiben. Dazu hab ich mich ganz ordentlich im Larpwiki informiert und auch immer mal geschaut was - nach LW - wichtig ist über den Char zu wissen.
    So.. gut. Nun bin ich zwar noch nicht ganz fertig, aber die Infos fließen gerade zu aus meinen Fingern und ich habe tatsächlich schon 2 Seiten im Word/Schriftgröße 11 geschrieben. Deshalb habe ich gerade amgefangen mich zu fragen was für Außmaße solch eine Charaktergeschichte eigentlich haben sollte? Hier im Forum habe ich bisher nur relativ kurze Zusammenfassungen und eher weniger als mehr Texte zu den vorzustellenden Charakteren gefunden.. dementsprechend frage ich mich gerade ob ich das ganze falsch angehe?

    Ich mein.. ich merke beim Schreiben, dass plötzlich eine wirklich Person entsteht und sie eine Vergangenheit hat und find wahnsinnig ineteressant quasi dabei zuzuschauen wie wirklich was hinter dem Charakter entsteht der sich gerade in meinem Kopf gebildet hat.. aber ist das überhaupt gefragt?
    Ich bin grad echt verwirrt. Ich mein.. entweder geben sich die wenigsten (Neulinge) wirklich Mühe sich tatsächlich vielschichtig über den Charakter Gedanken zu machen.. oder ich hab das ganze ein wenig missverstanden.. .
    Erm.. help ?_?

    Also bevor ich hier irgendwas poste.. hätte ich das gern gerklärt.. für mich Xx

  2. #2
    Dennis
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    Du kannst dir natürlich so viel Gedanken um den Hintergrund und das bisherige Leben deines Charakters machen, wie du nur willst. Faktisch ist eine Lebensgeschichte ausgedachter Personen in ausgedachten Landen für Außenstehende aber meistens nur als Roman interessant

    Deshalb gilt für Beratungen und als Beschreibung für die SL (die davon ja oftmals 50 - 100 Stück lesen): Kurz und knackig die Frage beantworten, was der Charakter ist, nicht aber, was er war

    Beispiel Aragorn: Aragorn ist ein Landstreicher und Grenzwächter, der sich gut in den Wäldern auskennt.
    Natürlich ist an dem Kerl viel Hintergrund dran, aber das interessiert als Larpcharakter nur den Spieler.

    Also viel Spaß beim Schreiben Aber für eine Charakterberatung reicht dann die Kurzform.

    Gruß
    Dennis
    http://goblinbau.wordpress.com
    Manchmal blogge ich Pen&Paper Zeug

    ~zurück aus den larplosen Landen~

  3. #3
    Cartefius
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    Ich persönlich schreibe keine langen Charaktergeschichten auf, könnte dir aber zu jedem meiner Charaktere eine recht kurze Konzeptbeschreibung liefern, bei der einige Eckpunkte und wichtige Charakterzüge festgelegt sind, vieles aber auch auf dem Con frei improvisert wird.

    Das Problem, das ich oft bei fremden Charaktergeschichten sehe ist nicht, dass eine lange Charaktergeschichte generell etwas falsches wäre, sondern dass viele Spieler dazu neigen, beim Schreiben die "Bodenhaftung" zu verlieren, und Geschichten zu schreiben, die im Spiel kaum Resonanz finden. Deswegen würde ich zwei Kernpunkte beim Schreiben einer solchen Geschichte im Auge behalten.

    Erstens: "Die Vergangenheit eines Charakters sollte nicht aufregender sein als seine Zukunft".
    Viele Spieler orientieren sich nämlich beim Schreiben an Geschichten, wie man sie aus der Fantasyliteratur kennt, und bei der der Protagonist schon von klein auf vom Schicksal gezeichnet und von wunderbaren Fügungen auserwählt wird, und alle möglichen Eregnisse voller Tragik und Glück durchlebt. Einige Spieler schreiben, wie ihr Charakter die ganze Familie verliert, epische Schlachten durchlebt, durch Dimensionsportale fällt, Dämonen und Drachen erschlägt und göttliche Offenbarungen, tragische Gedächtnisverluste und die verschiedensten Feinde, Gönner und Lehrmeister erlebt, bevor er überhaupt seinen ersten Contag sieht.
    Bei so einer Geschichte gibt es zwei Probleme: Erstens gibt es auf einem Larp nicht einen Protagonisten, sondern hunderte, und es wirkt sehr schnell albern wenn jeder einzelne von denen der verschollene Königssohn bzw. die verschollene Königstochter mit Gedächtnisverlust ist.
    Außerdem kann das Larpdasein für einen solchen Charakter nur den Abstieg in die Banalität bedeuten, denn schließlich hat er alle Höhen und Tiefen schon durchlebt. Noch schlimmer ist es, wenn er dem hehren eigenen Anspruch nicht gerecht wird, und der schlachtgestählte Drachentöter vom erstbesten Bauern mit der Mistforke verdroschen wird.

    Zweitens: "Wichtig ist nicht, wer dein Charakter ist, sondern was er tut."
    Oft liest man sehr komplexe Hintergründe, die aber im Detail sehr vage bleiben. Da steht dann z.B. etwas davon, dass der Charakter "schüchtern, aber auch mutig", "gerissen aber ehrenhaft", "verschlossen aber seinen Freunden gegenüber treu" ist. In der Praxis aber merkt man von diesem Konzept im Spiel nichts, denn diese Charaktere tun meist nichts, was nicht auch ihr Spieler in dieser Situaton tun würde, zeigen keine starken Gefühle, interessanten Gebräuche oder kontroversen Meinungen. Vor diesem Hintergrund wirken dann andere Charaktere, die mit ganz einfachen schauspielerischen Mitteln eine "Rolle spielen", sich aktiv verstellen und in einigen Kernpunkten auffallend und anders verhalten, plötzlich unglaublich lebendig, interessant und spannend. Grundsätzlich sollte bei jedem Punkt der Charaktergeschichte deswegen die erste und wichtigste Frage sein: "Wie spiele ich das?". Fällt einem dazu eine gute Antwort ein, sehr gut, hat man hingegen Schwierigkeiten, konkret zu werden, so sollte man sich lieber überlegen, ob man den Punkt nicht gleich streichen kann. Denn im Larp zählt nur, was deine Mitspieler von deinem Charakter erleben, und nicht was auf dem Papier steht oder was du am Lagerfeuer erzählst.

  4. #4
    Cartefius
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    Um noch auf Dennis Beispiel einzugehen: Wichtiger finde ich, insbesondere, wenn man das Konzept für sich selbst aufschreibt, tatsächlich die Umsetzung zu beschreiben.
    Also eher
    "Aragorn wirkt mit seinem unrasierten Gesicht und seiner abgetragenen Kleidung eher abgerissen, zeigt aber bei näherer Betrachtung eine geblidete Sprache und profundes Wissen über Politik und Geschichte. Er ist bewaffnet und gerüstet, ein erfahrener Kämpfer mit Einflüssen aus Gondor, verbirgt das aber und zieht mehr verstohlen und eigenbrötlerisch unter einem Decknamen durch die Landschaft. Er handelt ehrenhaft und aufrecht, und würde Personen in Not meist unentgeltlich helfen, ist aber bescheiden und steht nicht gerne im Rampenlicht."

    Aragorn ist aber schon ein schwieriges Beispiel, weil er eine Figur mit einem "Bruch" ist, die gleichzeitig Landstreicher und König ist. Solche Charaktere stehen immer vor dem Problem, beide Seiten der Medaille adequat darzustellen, insbesondere wenn sie nicht wie Aragorn ständig im Zentrum des Plots stehen.

  5. #5
    Blumenmädchen
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    Vielen Dank ihr beiden!
    Ich muss sagen.. das hat mir jetzt wirklich geholfen. Einerseits weiß ich nu bescheid was relevant für die Orgas ist und andererseits was überhaupt von Interesse ist.
    Dazu ist mir grad klar geworden dass es für mich persönlich aber ziemlich gut + interessant ist entsprechende Hintergründe vor Augen zu haben um alles stimmig zusammenzusetzen..

    Fein.. dann werd ich mich nachher/morgen mal an ne brauchbare Kurzfassung

  6. #6
    Hana
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    Ein Problem an langen Hintergründen ist mMn auch, dass je mehr da nun drin steht, desto schwieriger ist es, diese Person, die man vor Augen hat, auch tatsächlich umzusetzen. Viele Spieler, gerade Anfänger, neigen da zu seitenlangen Texten, und auf den Cons spielen sie trotzdem "ich als Magier", "ich als Söldner", oder "ich als Abenteurer".
    Das liegt daran, dass es schon nicht ganz einfach nicht, 24h und länger am Stück z.B. "naiv" zu spielen, wenn man das nicht real auch ist, den Gesprächspartner nicht sofort IT zu durchschaun, weil man OT merkt, dass da was faul ist. Und das ist nur ein einziges Wort auf dem Charakterbogen!
    Es ist eine Sache, eine Person vor Augen zu haben. Es ist eine völlig andere Sache, diese Person schauspielerisch so darzustellen, dass sie von anderen erkannt wird, und das ohne Pausen, in Stresssituationen, immer auf Anhieb, ohne die Möglichkeit, eine Szene zu wiederholen.
    Wenn man jetzt seitenlang beschreibt, wie der Charakter so ist und fühlt und denkt, müsste man, wenn man das tatsächlich umsetzen wollte, ja pausenlos nur darüber nachdenken, was man jetzt wie tun sollte.

    Auf der anderen Seite kann es durchaus hilfreich sein, sich, nachdem man ein ziemlich klares Bild vom Charakter hat, sich einige Beispielsituationen zu überlegen. Wie reagiert der Charakter, wenn Gegner aus dem Gebüsch stürmen? Wenn er verwundet wird? Wenn man ihn herablassend behandelt?
    Wichtig ist, sich hierbei nicht lang und breit zu überlegen, wie der Charakter dann denkt und fühlt, sondern wie er handelt. Und sich das nicht möglichst verträumt-romantisch und auch nicht zu heroisch-stolz auszumalen, denn es muss ja immer noch von einem "ich, planlos, unvorbereitet" dargestellt werden, es ist weder eine Romanfigur noch ein Filmheld.
    Wenn man noch was an Hintergrundgeschichte will, eignen sich am besten Anekdoten, die man gut erzählen kann. Die sollten eher heiter/unterhaltsam sein und nicht tragisch/bedeutungsschwer. Die sprichwörtliche Leiche im Keller kommt besser, wenn sie sich im Spiel ergibt, das ist viel interessanter.

    Da danach gefragt war: Ein Beispiel für einen meiner Hintergründe, den ich Orgas schicke:
    Danglarische Magiebegabte müssen ihr Heimatland verlassen, um die Praxis der Magieanwendung zu lernen (innerhalb Danglars ist das verboten). Genau deshalb ist Roxsana im Ausland.
    Da in den letzten Jahren in Danglar Krieg geherrscht hat, hat Roxsana als Feldscherin einige Erfahrung, mit Krankheiten hingegen kennt sie sich kaum aus.
    Sie hat ihre Heimat verlassen, um zu lernen, und ist dementsprechend neugierig und wissbegierig – außerdem mag sie schöne Männer.
    Außerdem habe ich noch zwei, drei Stichpunkte für mögliche Themen für "Träume", falls ich mal auf ein Con einer Orga gehe, die nicht nur für Kumpels solche "Extrawürste" macht
    Außerdem habe ich noch einen kurzen Text über den Landeshintergrund, da steht drin, dass Danglarer was gegen Pflanzenwesen und alles mögliche Grünzeug haben und dass die angebetete Gottheit keine Visionen schickt oder sonstwie eingreift. Das wars.
    Nount und ich bloggen: Mondkunst
    Liverollenspiel im Münsterland: http://www.danglar.de

  7. #7
    Kyrain
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    Meiner Erfahrung nach ist eine 2 Seiten Hintergrundgeschichte immer etwas schwierig. Überspitz könnte man sagen, niemand außer dir interessiert sich dafür. Sicher mag in dem einen oder anderen Gespräch mal Fragen über deinen Hintergrund aufkommen, aber an mehr als ein paar Sätzen, Eckdaten und vielleicht einer kleinen Anekdote sind die meisten nicht interessiert.
    Wichtig ist vor allem, das du selbst deine Hintergrundinformationen und Wesenszüge so perfekt wie möglich beherrscht um dich nicht in Widersprüche zu verstricken und da ist weniger oft mehr.
    Ich mag das Verhalten meiner Charaktere sogar auf 3-4 Wesenszüge reduzieren und dann kann man auch mal das Experiment wagen etwas entgegen seines echten Charakters zu spielen. Das sollten dann aber deutliche Eigenschaften sein oder mit Mut zur Übertreibung gespielt werden.
    Beispiel mein Soldat: dumm, ungehobelt, aggressiv, loyal zum Offizier. Da wird gerempelt, dämliche Fragen gestellt, im Kampf rumgebrüllt und anstandslos gemacht was der Chef sagt.
    Aber trotzdem ist die detailvolle Ausarbeitung natürlich immer sehr schön und auch nichts schlechtes, für meine P&P-Charaktere habe ich schon Kurzgeschichten, Manifeste, Polizei- und psychatrische Berichte, Tagebücher und Blogs geschrieben.
    Denk aber beim LARP daran es etwas zusammenzufassen. Live ist sehr oft eine gewisse Stresssituation.

  8. #8
    Josh
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    Alternativ kann man auch eine kurze Variante in Steckbriefform abgeben und eine längere Variante, mit Bezug zur Vergangenheit des Charakters. Wenn die SL gewillt ist, kann sie sich dort noch Ideen rausziehen, um den Spieler IT besser einbinden zu können und vielleicht sogar spontan einen Plot schreiben.

    Das geht sicherlich bei manchen kleinen Cons, bei großen Cons natürlich nicht.

    Von daher bin ich eher geteilter Meinung.

  9. #9
    Blumenmädchen
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    Ich danke nochmals!
    ..vorallem auch für die kleinen Beispiele!
    Ich denke ich habe da jetzt auch meine drei Kleinigkeiten zusammen und mach mich jetzt noch an die Gewandung und dann poste ichs euch mal...

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