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  1. #21
    Cartefius
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    Grmpf...ich wusste, dass das kommt. Manchmal ist es zum Haareraufen:
    "Ich will Klamotten!"
    "Welche denn?"
    "Weiß nicht!"
    "Sag mal irgendeine Vorlage."
    "Mitteleuropa 1450!"
    "Da trägt man XY."
    "Nee, das will ich nicht, ich mach doch kein Reenactment!".

    Natürlich zwingt dich niemand, eine Bruche zu tragen, wenn du nicht willst, und solange du Kleidung trägst bei der man die Unterwäsche nicht sieht ist das ganze auch weitgehend egal. Aber wenn die Frage danach ist, was man zu dieser Zeit für Kleidung getragen hat, gehört sie schon irgendwie dazu.

    Hm, als wenn ich mir die "shirts 15th century" anschaue. Dann könnte ich doch eine sog. Gewandungshemd tragen für untendrunter.
    Auch das kannst du natürlich. Wenn du allerdings mit "Gewandungshemd" das typische Leonardo-Carbone-Hemd meinst, ist das in so ziemlich allen Punkten anders als eins der auf der Seite abgebildeten 15tes-Jahrhundert-Hemden: Es hat einen Stehkragen anstelle von gar keinem Kragen, es hat gebauschte Ärmel anstelle gerader Ärmel, es hat angesetzte geknöpfte Manschetten anstatt gerader Ärmelabschlüsse, es wird mit einem durch Stahlösen gezogenen Nylonband verschlossen anstatt ohne Verschluss zu sein oder mit angenähten Stoffbändern verschlossen zu werden, es ist mit Schulterpasse geschnitten anstatt ohne, und es ist aus Baumwolle und nicht aus Leinen.
    Für mich persönlich würde ich jetzt, wenn ich bereits ein LC-Hemd habe und man den Kragen unter meiner sonstigen Klamotte nicht so sehr sieht, trotzdem das LC-Hemd tragen, da es weniger modern wirkt als ein Anzughemd oder T-Shirt, aber hier gilt halt prinzipiell das gleiche wie bei der Bruche.
    Eine weitere Frage noch: Wie war das mit den Farben? Ein Hemd in Natur oder weiß muss auf jeden Fall her. Wäre aber ein rotes zB schon zu teuer für einen Söldner? Quasi ein Astutssymbol?
    Ein in Europa sehr lange gültiges Kleidungsprinzip quer durch alle gesellschaftlichen Schichten bestand darin, zwischen "Oberbekleidung" und "Wäsche" zu trennen: Oberbekleidung wie Jacken, Beinlinge oder Gehröcke macht man aus Wolle oder anderen repräsentativen oder wetterfesten, gut in intensiven Farben einzufärbenden Stoffen, denen es aber deswegen nicht gut tat, häufig mit relativ einfachen Mitteln gewaschen zu werden. Zwischen dieser Kleidungsschicht und der Haut befand sich deswegen eine zweite Schicht, die Schweiß und Körperschmutz aufnahm, und die man häufig und intensiv waschen konnte, und das bedeutete eigentlich immer weißes Leinen oder, später, auch mal weiße Baumwolle. Das ganze findet man auch heute noch, wenn man zum feinen Abendanzug ein weißes Hemd trägt, auch wenn man natürlich längst Hemden in den buntesten Farben waschecht färben und auch feine Kaschmir- oder Seidensakkos in die Reinigung geben kann. Ein buntes Hemd wäre deswegen für eine vorneuzeitliche Kultur für mich eher ungewöhnlich, weswegen ich es nur als bewusstest Stilmittel einsetzen würde.

    Ich persönlich habe mit diesem System übrigens bei meinen Larpklamotten auch vom rein praktischen Standpunkt her sehr gute Erfahrungen gemacht: Ich habe zwei Leinenhemden und eine Leinenbruche, die man im Hochsommer wie im Winter gut auch mal ein paar Tage nacheinander auf der Haut tragen kann ohne zu stinken (unter die Bruche ziehe ich allerdings dann doch täglich eine frische moderne Unterhose ;-) ). Nach dem Con kann man diese Teile dann bedenkenlos heiß waschen, ohne dass sie abfärben oder man Probleme mit Schmutz oder Flecken hätte, während die Oberbekleidung aus Wolle gründlich gelüftet wieder in den Schrank wandern kann und nur alle paar Cons mal vorsichtig mit der Hand gewaschen wird. Ansonsten hat man nämlich auch heute das Problem, dass wirklich schöne Sachen nicht gut waschbar sind, und häufig gewaschene Sachen dadurch nicht schöner werden.

  2. #22
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    @Cartefius: Der Trend geht zur Wechselbruche.

    Eine wird gewaschen und trocknet, während die andere getragen wird. OT-Unterwäsche kann ich darum zum Glück ganz sein lassen.

    Wobei es zu der Zeit ja mWn schon eher recht modern anmutende "Slips" oder "Boxershorts" waren, statt den riesigen HoMi-Bruchen - mit dem Unterschied, daß sie eben ein Schnürband statt Gummizug hatten.

    Diese trage ich mit der Klamotte links im Bild, und die stehen moderner Unterwäsche im Tragekomfort eigentlich in nichts nach.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  3. #23
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    Das ganze ist auch mehr eine Faulheits- bzw. Kostenfrage. Ich glaub ich muss mir einfach mal noch eine nähen.

  4. #24
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    Grmpf...ich wusste, dass das kommt. Manchmal ist es zum Haareraufen:
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    Natürlich zwingt dich niemand, eine Bruche zu tragen, wenn du nicht willst, und solange du Kleidung trägst bei der man die Unterwäsche nicht sieht ist das ganze auch weitgehend egal. Aber wenn die Frage danach ist, was man zu dieser Zeit für Kleidung getragen hat, gehört sie schon irgendwie dazu.
    Tja, das kommt aber auch daher, dass der Thread engleist ist. Ich hab doch nach etwas ganz speziellem gefragt:

    Was mir aber fehlt, ist etwas, was ich über die Tunika tragen könnte. Eine Art Jacke oder so. Hat da jemand Ideen? Einen Kaftan vll? Weiß jemand, wo ich so etwas herkriegen könnte?
    Und dann krieg ich zu hören, wie Un-A es doch es, erst einen auf (ganz) spät Mittelalter zu tun und dann keine Bruche zu wollen.

    Aber immerhin hab ich gute Ideen hier bekommen. Das Doublet und die Capitanesca sind auf jeden Fall eine Überlegung wert.

  5. #25
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    Wo hat jemand außer Dir irgendwas von unauthentisch geredet?

    Wie ich bereits sagte:
    Ich kann auch nur wiederholen, was ich schon öfters sage: Egal ob historisch oder komplett phantastisch - bei der Zusammenstellung von Kleidungsstücken sich besser an einer Region, Kultur und Zeit orientieren. Ob das nun "Heiliges-Römisches-Reich-West, 1250" ist oder "Gondor, Ende des Zweiten Zeitalters".
    Wenn Du also nach Real-1450 fragst, bekommst Du auch Real-1450.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

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