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  1. #1
    Gerwin
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    Gambeson/Frühmittelalter..Ideen?

    Wie eigentlich erkennbar sein sollte...es geht um die einfache Frage eines frühmittelalterlichen Gambeson. Grund dafür ist (zugegeben) in erster Linie eine alternative für die "Tunika und Kettenhemd" Kombination zu finden welche vor allen an kälteren Tagen oder wenn es wirklich "heiß hergeht" getragen werden kann. Das Problem ist wie man den Gambeson von späteren Varianten eindeutig absetzen kann.

    Ich denke hier vielleicht an eine zusätzliche "Stopfungsschicht" um den Gambeson bulliger wirken zu lassen und so von den eher dünneren des Hochmittelalters abzugrenzen. Ansonsten bin ich aber generell erstmal nach längeren suchen für Ideen offen.

    Gruß

    Gerwin

  2. #2
    Klaufi
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    Ich denk mal, dass ein gewisses Merkmal für die hochmittelalterlichen Gambesons die Schnallen vorne sind, wenn man da andere Alternativen nimmt wirkt es gleich ganz anders, hier ansonsten auch mal ein paar Bildbeispiele, wie sowas aussehen kann:
    Hier ein paar Varianten von wojmir.pl
    Ansonsten noch dieser und dieser Versuch bei reenactment.de
    Ansonsten ist hier vielleicht noch was bei?
    Sowas kommt auch gut
    Wie in dem einen Beitrag aber auch geschrieben wird gibt es keine wirklichen Funde diesbezüglich, sodass man das Design ein wenig improvisieren muss.

  3. #3
    Gerwin
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    Erstmal danke, dass hilft schon sehr weiter. Ich bin immer wieder verwirrt von polnischen Preisen (115 Euro für einen angeblich massgeschneiderten Gambeson ist schon der Hammer). Selbst wenn da noch einmal das gleiche an Versand draufkommen würde bleibt es wohl fast im Bereich deutscher Alternativanbieter.

    Was mir persönlich auf den ersten Blick als positiv auffiel wären diese beiden Exemplare:

    http://www.reenactment.de/reenactmen...son_stoff.html

    http://www.reenactment.de/reenactmen...beson_rus.html

    Gerade das zweite in Stoff nachgebaut würde wohl einen guten Eindruck machen. Die Frage die sich mir an dem Punkt natürlich aufdrängt wäre: Warum kurzärmlig? Ist dass einfach nur dem Tragekomfort moderner "Schlachten" geschuldet oder wäre ein halbärmliger Gambeson unter einen kurzärmligen Kettenhemd in euren Augen noch vertretbar?

  4. #4
    Klaufi
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    Wie ich es von Reenactern kenne tragen die meist ihre für sich gepolsterten Lederarmschienen dazu, da würde ein Gambesonärmel drunter zu viel werden. Außerdem wäre wohl zu viel Zeug in der Armbeuge nicht so gut für die Beweglichkeit. Wenn man allerdings Warägerschienen oder so dazu tragen will könnte ich mir einen langärmligen Gambi durchaus besser vorstellen, siehe hier:

    http://api.ning.com/files/wIUYBvvOJr..._/IMG_6146.jpg

    (bitte in die Browserzeile kopieren)

  5. #5
    Gerwin
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    Jep, der ist schon mal eine richtige Hausnummer. Aus Rücksicht auf die notwendige Pflege eines Ledergambesons und meine eigene Faulheit werde ich zwar wohl auf Stoff zurückgreifen...aber die Darstellung im ning setzt wirklich Maßstäbe.

    Alternativ kommt mir im Moment noch so etwas hier in den Kopf:

    http://www.atelier-saheela.de/gambeson.html

    hat sicher auch seine Vorteile...aber irgendwie fehlt da dann wieder die entsprechende Dicke.

    Es wird aber wohl auf eine langärmlige Variante hinauslaufen nachdem ich mich entschieden habe mit einer gänzlich "historischen" Darstellung zu brechen und den Gambeson durch "Warägerlederarmschienen" im Stille dieser Beinschienen zu ergänzen.

    http://www.lederturm.de/artikel/01-0...1-03-00-09.jpg

    Weniger auf Grund des Rüstschutzes sondern eher um die Darstellung noch etwas "rund" zu machen.

  6. #6
    Klaufi
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    Der Gambi sieht wirklich etwas sehr dünn aus...
    Wo es sonst noch sehr schöne Bilder gibt:
    http://www.das-grosse-heer.de/gallery/album16

  7. #7
    Harald Ösgard
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    Hmm.. da ich ja bisher mit einem Wikinger Char geliebäugelt habe, hatte ich mich auch schon ein bischen mit der Gambeson Frage beschäftigt. Den wollte ich als "einfacher Speerkämpfer" auch ganz ohne Kette tragen.

    so ganz pauschal, stark verallgemeinernd und grenzwertig aproximierend würde ich für Gambesons aus der Übergangszeit der Antike zum Frühmittelalter wohl diese "Erkennungsmerkmale" ansetzen:

    - wenig körperbetonter Schnitt. Sprich eckig und mit winkligen Segmenten für Schultern usw. (in Anlehnung an die griechischen und römischen Rüstungen)
    - generell eher mehrere kleinere Flächen zusammengeschnürt (wegen der ansonsten erforderlichen Webstuhlbreite) als alles aus einem großen Stück

    - deutliche Trennung von Oberkörper, Taile und Beinbereich. Hier auch wieder mit Seitenblick auf die Antiken Rüstungen, der Trageweise der Waffen und dem Komfortargument beim Sitzen.

    - Frühe Polsterrüstungen würde ich auch eher steifer und dicker vermuten, da man ggf. vom Muskelpanzer oder der Linothorax (TM) zum Stoffpanzer übergegangen ist. Außerdem war die Verarbeitungsqualität möglicher weise noch nicht ganz so gut wie ein paar jundert Jahre später, weshalb die Schutzschicht einfach dicker sein mußte.

    Leder sieht immer geil aus, vor allem wenn es schön angeranzt aussieht, aber Leder ist erstaunlich schwer und ohne besondere Härtung nicht sonderlich schnittfest - wenn man es mit mehreren Lagen Stoff gleichen Gewichts vergleicht.

    Aus oben genannten Mutmaßungen und ökonomischen Abschätzungen der damaligen Leistungsfähigkeit würde ich also so einen Gambeson aus relativ grobem Stoff machen. mit eher weniger gewebten Lagen, dafür viel und fest gestopft. Vielleicht 2-3 gestopfte durchgesteppte Lagen dann wieder übereinander legen und dann nur an den Kreuzungspunkten komplett durchsteppen?
    Und eben die Segmentierung, damit man auch kleinere Stoffstücke verarbeiten konnte. Die Schulterteile Überlappend über den fast rechteckigen Brust und Rückenteil. Brust und Rücken separat, nur mit Lederschnur zusammengezogen. Und wie gesagt, ggf in der Teile neu angesetzt und den Beinschutz (bis Mitte Oberschenkel) ggf. aus mehreren Segmenten anknüppern. Damit so der antike Röckcheneffekt ein bischen noch rüberkommt. (Oder so wie bei der Samurai Rüstung)

    Soweit mein aktueller Stand meiner Überlegungen.

  8. #8
    Gerwin
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    Ich denke inzwischen steht eine "Rautensteppung" relativ fest..aus den einfachen Grund dass man so etwas beim normalen Larpgambeson noch recht selten sieht. Auch der Schnitt soll eigentlich kastenförmig werden, der wird dann doch den Gürtel wieder an der Taile betont. Die Frage die sich mir noch aufdrängt ist ob man eventuell eine dreilagige Bauweise anfertigen lässt (sprich Leinenoberfläche, Wollfilz, Leinenmittelstück, Wollfilz, Leinenunterfläche). In dem Fall kann man vielleicht ein ganz grobes, dickes Leinen für aussen wählen und einen etwas feineren Stoff für innen wenn das gute Stück doch einmal auf der Haut getragen werden soll. Ich frage mich nur ob das dreilagige System nicht etwas "extrem dick" werden würde und so die Beweglichkeit des Trägers nicht mehr gewährleistet werden kann. Versteht mich nicht falsch, ich will damit keinen Wettbewerb im Kunstturnen gewinnen...aber sich selbst die Schuhe binden können wäre schon eine nette Angelegenheit.

    Brust und Rücken separat, nur mit Lederschnur zusammengezogen. Und wie gesagt, ggf in der Teile neu angesetzt und den Beinschutz (bis Mitte Oberschenkel) ggf. aus mehreren Segmenten anknüppern.
    Du würdest einen Gambeson also sozusagen in ein voneinander abtrennbares Brust, Rücken und Beinteil aufteilen? Ist eine überlegung wert, andererseits sind Schnüre an dem Punkt wohl immer etwas unpraktisch. Ich schwanke im Moment noch zwischen seitlich angebrachten Schnallen (recht gut verborgen) oder dass ganze Ding aus "einen Stück" fertigen zu lassen. Länger als bis zur Mitte der Oberschenkel wollte ich es eh nicht schneidern lassen, denn auf Dauer muss wohl oder übel ein Knieschutz aus Leder her. Es genügt also wenn der Gambeson sozusagen ein klein wenig länger ist als das Kettenhemd (gerade soviel dass der Rand unten rausschaut). Was eventuell eine Überlegung wert wäre ist eine Lederverstärkung an den Schultern (wo eben die Kette aufliegen wird) und an den Ellenbogen.

    Verdammt...irgendwie komme ich langsam auf den Geschmack

    Gruß

    Gerwin

  9. #9
    Klaufi
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    Ich bin aj auch gerade dabei, einen neuen Gambi zu planen (diesmal aus Leder). Mein bisheriger besteht innen wie außen aus Segeltuch, welches mit 3 Lagen Umzugsdecke gepolstert wurde. Ist eine ganz gute Dicke, allerdings fällt das ding langsam auseinander und ist auch doof anzuziehen (hat ne Schnürung an einer Seite). Keine Ahnung, ob ich überhaupt noch reinpass Sind ja seit dem letzten Tragen bestimmt schon 5 Kilo mehr (verdammt, ich muss öfter auf Con).
    Also den Neuen wollte ich so machen, dass man den nicht ganz mittig schließt, sich die vorderen Teile also ein wenig überlappen, und dann mit Knebeln verschlossen werden, dazu wohl langärmlig und mit leichtem Stehkragen. Aber ich frage mich jetzt bei deinem Vorschlag: wozu noch eine Lage Leinen dazwischen? Ich werd wohl diesmal 2-3 Schichten Armeedecke für die Polsterung nehmen.

  10. #10
    Gerwin
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    Um dem Futter weniger Platz zum verteilen zu geben. Ich hätte halt gerne dass das Futter an seinen konkreten Platz (nämlich in den gesteppten rauten) bleibt was meiner Meinung nach einfacher zu gewährleisten ist wenn die Räume nach hinten recht klein sind. Die "Zwischenleinenwand" ist sozusagen eine Art Trennwand zwischen den beiden "Futterschichten" und drückt das Futter so weiter nach vorne.

    Kann sein dass die Trennwand aber im allgemeinen unnötig ist. Bei entsprechend fester Stopfung müsste es auch ohne gehen.

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