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  1. #1
    wiederdichter
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    Grünschnabel

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    Hintergrundgeschichte Fallensteller/Jäger

    Hallo zusammen,

    ich möchte mich gerne mal an einem Fallensteller - und Jägercharakter versuchen. Habe irgendwie keine Lust mehr auf Söldnern, ich bin einfach keine Schlachtreihensau Folgende Hintergrundgeschichte habe ich mir da mal zurecht gelegt:

    Bero Wolfenberg ist Sohn des Jägers Julf Wolfenberg. Er wächst in einer liebevollen Familie auf. Von seinem Vater erlernte er die Grundzüge der Jagd: das Treiben, das Aufstellen einfacher Fallen und das bejagen von Wild mit der Armbrust. Seine Mutter, die nach erfolgreicher Jagd das Fleisch zubereitete, lehrte ihn das Ausweiden und Häuten der Beute sowie das Nutzen der Felle und die Bearbeitung des Leders.

    Unter der Herrschaft von Elgast Hohenstein, Graf von Greyfenthal, wächst Bero zum Mann heran. Als der Graf stirbt, gehen dessen Ländereien an seinen Erben Baldassar Hohenstein. Der neue Graf, der seinerseits leidenschaftlich gerne zum eigenen Vergnügen Treibjagden veranstaltet, erklärt die Wildjagd zum Privileg des Adels. Wilderei stellt er unter harte Strafe. Diese fürchtet Bero. Da er aber kein anderes Handwerk erlernt hat, meldet er sich, so wie viele andere Jäger der Gegend, gezwungenermaßen zum Dienst im Jagdtross des Grafen.

    Das wenige Geld, das er dabei verdient, gibt er zum größten Teil seiner Familie, um diese durch die harten Winter zu bringen.
    Während der Jagdmonate zieht der Tross von Hof zu Hof und muss von den Bauern verpflegt werden, die selbst nicht genug zum Leben haben. In den restlichen Monaten lässt der Graf die Bauern mehrere dutzend Jagdhunde pflegen. Sie hungern für die Selbstsucht ihres Herrn. Bero erträgt diese schreiende Ungerechtigkeit kaum.

    Nach einigen Jahren bringt fahrendes Volk die Pest in die Städte und schließlich weitet sich diese auf das Land aus. Beros Eltern erkranken daran und fallen ihr bald zum Opfer. Seiner Wurzeln beraubt und mit panischer Angst vor Ansteckung mit der Pest entscheidet sich Bero zur Flucht.
    Er versucht, mit seinen Fähigkeiten genug Geld zu verdienen, um irgendwann irgendwo wieder sesshaft werden zu können.



    IT möchte ich mich um etwas Geld zu verdienen handwerklich betätigen - z.B. Alarmfallen bauen usw, eventuell auch das Flicken von Lederrüstungen - die sich meines Erachtens seltsamerweise auf den meisten Cons wie von zauberhand selbst zu regenerieren scheinen...



    Ist das eine Geschichte, mit der man unters Volk gehen kann? Ich hatte keine Lust auf noch ein Dorf, das von Orks überrannt wurde... Habt Ihr wohlgemeinte Tipps?

    Danke und Gruß
    Bero
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  2. #2
    Cartefius
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    Ich finde, die Geschichte fängt stimmig und rund an, trägt aber gegen Ende zu dick auf.

    Sag doch einfach, dass du keine Lust auf den Jagdtross hattest (da braucht man ja nichtmal hungernde Bauern, ein zu wenig waidgerechtes Jagen und schlechte Bezahlung reichen ja auch), und machst dich spontan aus dem Staub. Das ganze war aber nicht richtig gut durchdacht, und jetzt hast du Angst, dass der Graf es an deinen Eltern auslässt (was er vielleicht gar nicht tut, weil er sowieso kein Interesse hat, die Namen seiner Leibeigenen zu lernen), und versuchst genug Geld/guten Willen eines fremden Fürsten/einen beeindruckenden Jagdhund für die Gunst des Grafen zusammenzukratzen, um ihnen woanders eine neue Existenz aufzubauen.

    Der Unterschied ist recht gering, umschifft aber die ewigen toten Eltern, und bietet eventuell noch Plotaufhänger für interessierte Orgas, zum Beispiel, indem dich jemand aus der Heimat erkennt und anzuschwärzen droht, der Graf dir ein Ultimatum setzt, oder sich spontandie Chance auf eine tolle Monstertrophäe für seine Sammlung bietet.

  3. #3
    wiederdichter
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    Danke Cartefius für den Tipp,

    Guter Punkt - und ehrlich gesagt wollte ich die toten Eltern auch gerne weglassen. Ich bin auch etwas genervt von den tausenden LARP-Waisen... Allerdings habe ich die Verbindung zwischen schöner idyllischer Heimat und "abhauen und ärmlich an ungemütlichen Orten im Zelt leben" irgendwie nicht hinbekommen und bin doch wieder in das Fahrwasser gerutscht...

    Also: Gerne noch lebende Eltern, mich stört aber noch folgender Punkt:
    Lasse ich wirklich eine liebevolle Familie im Stich, nur weil ein Graf eine Form der Jagd einführt, die mir nicht passt? Bezogen auf das reale Mittelalter hätte es dann doch eine Flucht zu tausenden geben müssen. Frei nach dem Motto: "Stell Dir vor Du bist Graf und keiner bleibt da..."

    Wie bekomme ich diese Kurve? Vielleicht denke ich über den Punkt zu viel nach, aber ich glaube, dass u.A. genau so eine Entscheidung einen Charakter definiert. "Wie gehe ich mit meiner (noch lebenden und geliebten )Familie um?"

    Gruß Bero
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  4. #4
    Cartefius
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    Eine recht einfache Lösung wäre, dass es deiner Familie unter der neuen Herrschaft auch nicht gut geht, weil z.B. der Graf seine eigenen Jäger mitgebracht hat und sie ihrem alten Beruf nicht mehr nachgehen können und sich als Köhler oder ähnliches über Wasser halten müssen.

  5. #5
    wiederdichter
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    ... aber praktisch dennoch ihr eigenes kleines Einkommen erarbeiten und ich mich nicht zwangsläufig um sie kümmern muss...

    ja, hast Recht.
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  6. #6
    Gerwin
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    IT möchte ich mich um etwas Geld zu verdienen handwerklich betätigen - z.B. Alarmfallen bauen usw, eventuell auch das Flicken von Lederrüstungen - die sich meines Erachtens seltsamerweise auf den meisten Cons wie von zauberhand selbst zu regenerieren scheinen...
    Find ich nicht gut. Alarmfallen sind meist spielstörend..wenn überhaupt einsetzbar beruhen sie entweder auf OT-Technologien (Silversterknaller, in meinen Larp gibt es immer noch weder Schießpulver noch Sprengstoff) oder auf Telling.

    Ja ...Lederrüstungen flicken sich wie von selbst. Aber sie ambientig zu flicken (sowas flickt man gar nicht) ist eigentlich nicht möglich. Dass ist wie der Schmied den wir auf den letzten Mythodea getroffen haben und der sich OT darüber beschwert hat dass Metallrüstungen sich selbst "reparieren". Er kam dann aber im Rahmen seiner Darstellung auf die "glorreiche" Idee mit einen Hammer Beulen aus einer Mytholonrüstung zu schlagen. Sehr wenig ambientig.

    Der neue Graf, der seinerseits leidenschaftlich gerne zum eigenen Vergnügen Treibjagden veranstaltet, erklärt die Wildjagd zum Privileg des Adels. Wilderei stellt er unter harte Strafe. Diese fürchtet Bero. Da er aber kein anderes Handwerk erlernt hat, meldet er sich, so wie viele andere Jäger der Gegend, gezwungenermaßen zum Dienst im Jagdtross des Grafen.
    Treibjagden sind für jemanden der nicht in unser humanistisch-rosarot verklärten Gesellschaft aufgewachsen ist aber etwas völlig normales. Ebenso wie das Jagdprivileg des Adels...in meinen Augen schlechter Ansatz.

    Auch den grausam-herzlosen Adligen habe ich irgendwie schon zu oft gelesen.

  7. #7
    wiederdichter
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    [quote="Gerwin"]

    Treibjagden sind für jemanden der nicht in unser humanistisch-rosarot verklärten Gesellschaft aufgewachsen ist aber etwas völlig normales. Ebenso wie das Jagdprivileg des Adels...
    Die Geschichte mit der Rüstung finde ich ja schon irgendwie wieder lustig...

    Das mit dem Jagdprivileg ist schon richtig, allerdings sind mir auf Con so viele Jäger entgegengelaufen die im Prinzip storytechnisch "gejagt haben was sie wollten"... Das Jagdprivileg des Adels kam mir bisher irgendwie zu selten vor. Ich oute mich als nicht zwanghaft historisch orientiert Wenn neben mir ein Elf und ein Zwerg stehen, kann ich mir auch vorstellen, dass es irgendwo, in einem fernen Land, auch noch freie Jagd gibt

    Den grausamen Adligen hatte ich eigentlich schon wieder verworfen, da - denke ich - unnötig. Grundsätzlich finde ich den Ansatz dann nicht verkehrt, seine Umgebung zu verlassen, wenn die Treibjagd zur Ausrottung von Wildbestand führt und man selbst nichts mehr vors Korn kriegt.

    Alarmfallen sind meist spielstörend..wenn überhaupt einsetzbar beruhen sie entweder auf OT-Technologien (Silversterknaller, in meinen Larp gibt es immer noch weder Schießpulver noch Sprengstoff) oder auf Telling.
    Hm, meine Alarmfalle basiert auf Schnur, einer Astgabel und einer ganz normalen kleinen Glocke... aber ich verstehe Deinen Punkt.

    Gruß Bero
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  8. #8
    Gerwin
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    Die Treibjagd FÜHRT aber nicht zur Ausrottung eines Wildbestandes (zumindest nicht ohne weitere Umstände). Dann würde ich eher zu einer Abholzung greifen, zum Beispiel dass in deiner Heimat eine Entwicklung von der Jagd zur Ackerbaustruktur vollzogen wurde.

    Unwaidmannisch (oder wie es hier genannt wurde) ist die Treibjagd vor allen deswegen weil dadurch dass Tier zusätzlich "gequält" wird. Und was interessiert einen Jäger dass das Tier leidet. Ohne nun einen modernen Jäger zu nahe treten zu wollen..dass dürfte noch heute kaum einen interessieren. Da gibt es dann doch eher andere Organisationen wie Greenpeace und Co die sich dagegen aussprechen.

  9. #9
    wiederdichter
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    Dann würde ich eher zu einer Abholzung greifen, zum Beispiel dass in deiner Heimat eine Entwicklung von der Jagd zur Ackerbaustruktur vollzogen wurde.
    Ja okay, das macht Sinn, danke für den Hinweis.

    Gruß Bero
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  10. #10
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    Unwaidmannisch (oder wie es hier genannt wurde) ist die Treibjagd vor allen deswegen weil dadurch dass Tier zusätzlich "gequält" wird. Und was interessiert einen Jäger dass das Tier leidet. Ohne nun einen modernen Jäger zu nahe treten zu wollen..dass dürfte noch heute kaum einen interessieren.
    Das ist vielleicht etwa zweideutig rübergekommen: Ich meinte nicht, dass Treibjagd gleichzusetzen ist mit nicht waidgerechter Jagd, sondern dass es auch in einem Fantasyland ohne moderne Tierschutz- und Umweltschutzgedanken sicherlich auch Möglichkeiten gibt, sein Handwerk als Jäger so schlecht auszuführen, dass es gestandenen Leuten die Haare zu Berge stehen lässt. Das kann ja in der konkreten Umsetzung alles mögliche bedeuten, etwa von undifferenziertem Jagen auf sämtliche Spezies sowie Mutter- und Jungtiere, hemmungsloses Überjagen ohne anschließende Nutzung (analog zur Bisonjagd in Amerika), das Verwenden von Methoden, die die Bevölkerung gefährden, wie dem Auslegen von unzähligen gefährlichen Fallen oder dem Legen von Waldbränden, bis hin zur Jagd auf Haus- und Nutztiere der Bauern.

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