Seite 1 von 6 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 57
  1. #1
    Harald Ösgard
    Harald Ösgard ist offline
    Hardcore Poster Avatar von Harald Ösgard

    Ort
    Erlangen
    Beiträge
    6.094

    Was ist ein KONZEPT ?

    Hallo liebe INLARPer,

    Wir hatten neulich ja erst wieder hier: http://www.inlarp.de/larp-forum/anfa...45.html#140139 eine etwas kontroverse Diskussion darüber, wie man am besten sich selber - vor allem aber anderen Lesern gegenüber - eine Charakteridee beschreibt. So daß sinnvolle Beratung und Hilfe möglich ist.

    Irgendwie scheint mir hier: http://www.inlarp.de/larp-forum/krie...45.html#141894 auch wieder der Punkt erreicht, wo es optimaler hätte laufen können.

    Ich denke, wir sollten vielleicht erstmal ganz allgemein auf Anfang gehen und uns alle mal fragen:

    Was ist ein KONZEPT? Wie kommuniziere ich ein (LARP-) Konzept optimal?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Konzept

    Für mich beinhaltet schon ein frühes Stadium eines LARP-Konzeptes folgende Kategorien: (wobei die konkreten Inhalte sich selbstverständlich noch wieder ändern können)

    (1) Interaktionskonzept
    also in welcher Weise will ich später im LARP mit anderen interagieren, wie sollen die anderen perfekter Weise mit mir umgehen?
    zB: freundlich, friedlich, neutral, angsterfüllt, skeptisch, verhalten, bewundernd, agressiv, unterwürfig, anbetend, erregend, lustig, deprimierend, helfend, beschützend, usw. usw...

    (2) Aktivitätslevel
    also wie viel will ich rumwuseln, am Plot mitmachen, in jeder Schlacht sein, eben am Geschehen teilhaben?

    (3) Fitnesslevel
    also wie körperbetont soll meine Darstellung sein? Das beinhaltet Kondition wie auch u. U. die körperlichen Vorrausetzungen (Figur, Muckis)

    Wie man sehen kann, ist bis hierher noch alles offen, kann man noch jedes erdenkliche Setting und jeden erdenklichen Charakter wählen.
    Gleichwohl legen diese LEVEL I Entscheidungen die solide Basis für alles, was später noch kommt. wer sich auf LEVEL I Ebene noch nicht viele Gedanken gemacht hat, der wird später immer wieder diese Orientierungspunkte vermissen und deshalb planlos rumeiern.

    Level II Ebene:
    (1) Setting / Epoche
    hier wird es jetzt Zeit, das noch arg waberige Konstrukt aus LEVEL I schonmal in eine greifbarere "Landschaft" zu projezieren. Dabei spielen konkrete Orte und Bezüge nur dann die maßgebende Rolle, wenn man in eine bestehende Gruppe oder Conreihe rein will. Ansonsten gehts hier eher darum abzuklären, wie die Welt um die Figur drumrum überhaupt beschaffen ist.
    also: sonnige Frühlingwiese im Märchenmittelalter mit Bambi und den sieben Zwergen, zerfurchte Marsoberfläche mit trostloser lebensfeindlicher Ödnis, finsterer Wald mit vielen Augen, die einem in den Nacken brennen, hingeduckte Taverne mit flackerndem offenem Feuer, bierseeligen Gestalten,...
    Ich benutze hier absichtlich eine sehr bildliche Beschreibung, da die Umgebung natürlich auch in gewisser Interaktion mit den Bewohnern dieser Welt steht, was uns im Grunde zu den gleichen Definitionen wie bei Punkt (1) aus Level I führt, nur hier gehts eben darum, wie die Welt zu den Spielern ist und wie die Spieler zu der Welt. Viele verbinden "Mittelalter" eben einerseits mit viel wilder Natur, aber eben auch mit Rauheit und geringer Beherrschung.
    Letztlich ist das aber vor allem eine Frage des persönlichen Geschmacks, weshalb man das auch nicht groß zu diskutieren braucht.
    Gleichwohl lassen sich bestimmte Wünsche aus LEVEL I vielleicht in einem ganz anderen Setting plötzlich viel einfacher oder überhaupt erst erfüllend umsetzen, weshalb man sich hier eben auch ein Stück weit offen zeigen darf.

    (2) Archetypus
    Wenn wir nun also bis hier gekommen sind, dann läßt sich mit den Punkten aus LEVEL I und dem Setting schon recht leicht eine Auswahl bzgl. der geegneten Archetypen treffen. Dazu zähle ich jetzt auch mal die Rassen (da wo es mehr als nur die menschliche zur Auswahl gibt) sonst eben die von Klischee installierten Prototypen des jeweiligen Settings. Meistens ist das eine Kombination aus charakterlichen Merkmalen und einem Beruf. Wobei da nicht alle freien Kombinationen einen Sinn ergeben, da eben bestimmte Berufe schon einem Klischee bzgl. des Charakters unterliegen und man bestimmten Charakteren eben auch gerne bestimmte Berufe unterschieben mag.
    Allerdings ist hier auch die Chance eines Stilbruchs möglich. Denn man bricht hier wohl gemerkt ja nur mit den etapplierten Erwartungen. In sich selbst sollte man aber immer konsistent bleiben, es nützt also nicht viel hier Dinge zu ignorieren, die man selber für sich vorher schon festgelegt hat.

    (3) jetzt haben wir also einen Archetypen. Damit sollte es jetzt möglich sein, Fotos, Zeichnungen, Skizzen, Buchillustrationen gezielt zu durchforsten und für sich selber rauszufiltern, was einen intuitiv anspricht. Dabei sollte man allerdings ein bischen im Auge behalten, was man sich auf LEVEL I Ebene mal so überlegt hat. Ein schlanker Waldläufer mit leichter Ausstattung wirkt etwas seltsam, wenn er dann nur von morgens bis abends am Zapfhahn hängt, bei einem Ritter in voller Plattenrüstung ist es schwerlich nachvollziehbar, wenn der sich unterwürfig und verschüchtert an jedem Kaufmann vorbeischleicht.... usw.
    Wenn wir jetzt diese Fotos durchforstet haben, dann haben wir unweigerlich eine Menge an Klamotten, Anhängesel, Waffen und Rüstungen gesehen.

    (4) Detaillierung
    Jetzt kann man anfangen gezielt nach den Sachen ausschau zu halten, die einen optisch angesprochen haben. Denn wenn wir im Schritt vorher alles richtig gemacht haben (also intuitiv Bilder daraufhin sortiert haben, wie gut sie unsere Vorgaben aus LEVEL I visuell umsetzen und wie gut uns das persönlich anspricht), dann haben wir quasi automatisch auch rausgefiltert, welche Objekte für uns (und hoffentlich auch für die anderen) emotional aufgeladen sind, womit die meisten Menschen also bestimmte Charaktereigenschaften, Berufe und Epochen/Settings verbinden.

    Denn das ist ja das Ziel der ganzen Übung, daß wir das, was wir uns so alles schönes überlegt haben, letzten Endes als klar erkennbar an uns tragen. Und zwar ohne daß wir ein Schild mit Text drauf um den Hals brauchen.

    Und das Beste ist, man kann selbstverständlich an beliebiger Stelle in diese Kozeptentwurfsphase reinhopsen! Weil man sie ohnehin öfter als einmal durchlaufen wird. Das ist ein itterativer Prozess. Deshalb muss man auch nicht arg besorgt sein, wenn zwischendurch mal das eine nicht mehr ganz zum anderen paßt, weil man gerade an dieser Stelle doch wieder was geändert hat. Nur ganz zum Schluß, da sollte es eben alles schön passen und nahtlos ineinander laufen.

  2. #2
    Awatron
    Awatron ist offline
    Hardcore Poster Avatar von Awatron

    Ort
    Salzburg
    Alter
    37
    Beiträge
    5.569
    Unterstütze ich voll und ganz. Mir gefällt diese Idee des Konzeps!
    Intoleranter Besserlaper (Harter Kern)

  3. #3
    Kelmon
    Kelmon ist offline
    Forenlegende Avatar von Kelmon

    Ort
    Göppingen
    Alter
    39
    Beiträge
    11.122
    Kleines Problem dabei:

    Meine eigenen Konzepte entstehen in der Regel aus "zu welcher neuen Kleidung/Ausrüstung hätte ich gerade Lust"? heraus. Das Wesen des Charakters wird da erst im Nachhinein reingetan, eben passend zur Ausrüstung. Meinen Römer habe ich damals ja nicht angefangen, weil ich totales Interesse am Spiel eines Deserteurs hatte, sondern weil ich römische Ausrüstung bauen und tragen wollte.

    Die Entstehungsfolge
    "Ich will Wikinger sein" -> "Ich spiele einen griesgrämigen Kämpferveteran mit Nahkampfwaffe" (Level 1 folgt aus Level 2)

    ist eben genauso denkbar wie

    "Ich will einen griesgrämigen Kämpferveteran mit Nahkampfwaffe spielen" -> "Ich spiele einen Wikinger" (Level 2 folgt aus Level 1)


    Sinnvoller wäre es darum vielleicht, wenn man hier keine notwendige Folge ableitet, sondern einfach zwei weitestgehend voneinander getrennte Punkte als Kern der Konzeptplanung nimmt - das "Innere" und das "Äußere" bei einer Darstellung. Nach der Wahl des einen ist das andere zwar mal mehr, mal weniger eingeschränkt, innerhalb dieser Schranken kann aber beides recht unabhängig voneinander ausgearbeitet werden.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  4. #4
    Primrose
    Primrose ist offline
    Gelegenheitsschreiber Avatar von Primrose

    Ort
    Region um Hannover
    Beiträge
    245
    Ich wäre dafür, dass dieser Thread gepinnt wird, damit er nicht in der Versenkung verschwindet.
    Denn mir zumindest hilft diese Übersicht sehr und ich kann mein Konzept demnächst sicherlich wesentlich detailreicher zeigen und mir so vielleicht effektiver Hilfe holen, bei Dingen, wo ich nicht weiter weiß.
    Ich bin Künstler ich darf psychopathologische Abweichungen haben.

    Finden Analphabeten Buchstabensuppe genau so lustig wie wir?

    Unfreundlich? Ich nenne das ehrlich und direkt.

  5. #5
    Harald Ösgard
    Harald Ösgard ist offline
    Hardcore Poster Avatar von Harald Ösgard

    Ort
    Erlangen
    Beiträge
    6.094
    Genau Kelmon.

    Deshalb schrieb ich auch zuletzt, daß es eine "Entwurfsspirale" ist, ein itterativer Prozeß und es im Grunde egal ist, wo man eingestiegen ist. Man kommt eh öfter nochmal an jedem Punkt vorbei.

    Man müßte es also später mal in einer Art KREIS darstellen. Mit Sektoren. Wärend man sich (hoffentlich) höher und höher schraubt, passiert man immer mal wieder diese Sektoren. Nur dann eben auf einem "höheren Niveau" - sprich es ist klarer, genauer, konkreter.

    Das "Innere" und das "Äußere" sind dann vielleicht die zwei entscheidenden "Pole" dieser "Kreiskarte".

    Wäre ja schön, wenn am Ende sowas ähnliches wie ein KOMPASS rauskommen würde, also so, daß man schon optisch grafisch schnell und sicher "navigieren" kann.

    Einige Kulturen haben ja in ihrer Naturphilosophie bzw. REligion solche tollen Kreislauf-Darstellungen ersonnen..... aber ich denke wir haben hier im Forum auch so genug potente Leute, die sich damit auskennen, wie man solche Sachverhalte gehirnfreundlich visualisiert. :wink:

    Level ist da allerdings wirklich eine blöde Bezeichnung. Stimmt. Aber das war eh nur mal eben so als Diskussionseröffner hingetippt, da muss eh noch einiges drann geschraubt werden.
    Daher sollte man das jetzt auch noch nicht pinnen, das muss erstmal wachsen und dann muss man das eh nochmal in eine bereinigte Form bringen.

    Ich rechne damit (hoffe es) daß da eh noch einiges an Input kommt, daß ich vergessen habe bzw. daß ich selber bisher noch garnicht bedacht habe.

  6. #6
    Gerwin
    Gerwin ist offline
    Forenlegende Avatar von Gerwin

    Beiträge
    16.919
    Dass ist der 99 Thread in diese Richtung in letzter Zeit, aber dennoch nen guter Versuch. Ich befürchte aber dass jeder Larper irgendwie anders auf Konzeptsuche geht.

    Fangen wir mal an:

    (1) Interaktionskonzept
    also in welcher Weise will ich später im LARP mit anderen interagieren, wie sollen die anderen perfekter Weise mit mir umgehen?
    zB: freundlich, friedlich, neutral, angsterfüllt, skeptisch, verhalten, bewundernd, agressiv, unterwürfig, anbetend, erregend, lustig, deprimierend, helfend, beschützend, usw. usw...
    Dass Interaktionskonzept ist meiner Meinung nach das letzte das stehen muss, wenn überhaupt. Wer sind überhaupt "die anderen"? Die anderen ginge von einer komplett homogenen Spielerschar aus. Wenn ich nun (Achtung Extrembeispiel) eine Sklavenhändler mit hohen Machofaktor und großer Brutalität spiele erwarte ich von der Amazone dass sie diesen Charakter IT eher feindseelig begegnet während der FrüMi-Chara derartiges eigentlich als völlig normal und alltäglich betrachten sollte. Ein Interaktionskonzept wäre somit nur bei einer homogenen Conumgebung (ein Zeitpunkt+ein Hintergrundsland+eine einheitliche Religion) möglich.

    (2) Aktivitätslevel
    also wie viel will ich rumwuseln, am Plot mitmachen, in jeder Schlacht sein, eben am Geschehen teilhaben?
    Find ich schon eher brauchbar, wobei dass einen bei der Konzeptsuche nicht weiterhilft. Zumindest nicht oberflächlich. Ich kann genauso den aufbrausenden Wikikrieger spielen der in jeder Schlacht vorne mitmischt wie den eher zurückhaltenden Speerträger der vielleicht etwas ruhiger ist. Vom Konzept "Wikikrieger" ändert sich nichts. Lediglich die Tiefe würde den Unterschied machen, und diese Tiefe ist am Anfang nicht möglich.

    (3) Fitnesslevel
    also wie körperbetont soll meine Darstellung sein? Das beinhaltet Kondition wie auch u. U. die körperlichen Vorrausetzungen (Figur, Muckis)
    Im allgemeinen dafür, aber schwierig umzusetzen. Diverse Standardrollen setzen nun einmal eine gewisse körperliche Fitness voraus welche die meisten Larper nicht bringen (wie ein Profikrieger sehen nun einmal die wenigsten von uns aus.

    Mein Ansatz zum vorgehen bei der Konzeptbildung wäre eher ein anderer.

    1. Was will ich tun

    Und zwar hier wirklich erst einmal abstrakt. Will ich Magie wirken, Bogen schießen, kämpfen oder heilen? Ist mir bewusst dass reine Ambientecharas nicht auf jedes Con passen?

    2. Wie will ich es tun

    Habe ich ein konkretes Bild vor Augen was meine Optik betrifft? Sehnt es mich als Krieger eher nach dem barbarischen Steppenreiter, den kettenhemdtragenden Nordmann oder dem Held in Vollplatte? Will ich von der Optik her Plattenrüstungen mit Kette kombinieren..oder will ich es eher nicht?

    3. Wo will ich es tun

    Gibt es Einschränkungen welche für mich auf Consuche gelten? (öffentliche Verkehrsmittel, fehlende Freizeit, fehlende Bereitschaft für ein Con 800 km im Auto zu fahren, fehlende Fähigkeit einer derartigen Fahrt mit Arbeit am Montag).

    4. KANN ich es dort überhaupt tun

    Nicht jedes Charakterkonzept ist überall spielbar. Gibt es in der für mich erreichbaren Umgebung nur Kleincons im Pseudo-Spätmittelalter tue ich gut daran meinen Lederbarbaren, den Kettenhemdnordmann, Römer und Musketier erst einmal zu vergessen...oder mir muss bewusst sein dass mein Konzept wohl längere Anreisen erfordert.

    5. KANN ich es im speziellen tun

    Die notwendige Eigenkontrolle. Muss ich als stark kurzsichtiger Mensch unbedingt einen Bogenschützen spielen? Ist es unbedingt notwendig einen Zwerg zu spielen, auch wenn ich über 1,65 groß bin? Sollte ich unbedingt einen mittelalterlichen Rechtsgelehrten spielen wenn ich OT keine Ahnung vom Recht des Mittelalters habe und auch real nie eine Uni von innen gesehen habe sondern eher ein praktischer Mensch bin? Ist es zwangsläufig notwendig dass ich als Frau eine Ritterin spiele und damit zumindest bei manchen meiner Mitspieler für Unmut sorge, oder gibt es nicht Rollen die weniger vorbelastet sind.

    UND (ganz wichtig):

    Langen meine Resourcen um in der angestrebten Spielumgebung den Charakterwunsch umzusetzen. Ein Ritter auf Jugendherbergscons mit OT-Zimmern ist wesentlich leichter als auf einen hochambiente-Zeltcon bei dem ein großes Ritterzelt erforderlich ist (was schon ein großes Auto voraussetzen würde).
    Habe ich die finanziellen Mittel um meine Vorstellung umzusetzen. Es bringt nichts wenn mir eine gothische Vollplatte vorschwebt, ich aber nur Geld für die Plattnerey habe, es bringt nichts wenn ich zwar einen Landsknecht spielen will, aber nur über mäßige Mittel und Nähbegabung verfüge. Hier fällt einfach Konzept und Realität auseinander.


    Da dass schon wieder viel ist, breche ich hier erstmal ab.

  7. #7
    Harald Ösgard
    Harald Ösgard ist offline
    Hardcore Poster Avatar von Harald Ösgard

    Ort
    Erlangen
    Beiträge
    6.094
    Danke Gerwin.

    Die Punkte 1 und 2 lassen sich (mit ein bischen Umformulierung) meiner Meinung nach recht einfach integrieren, bzw. sind für mich gefühlt kein Wiederspruch zu meinem Ansatz.

    Die restlichen Punkte sind sehr wichtig und die hab ich bisher noch garnicht erfaßt. Danke für diesen Beitrag. Ich würde das jetzt spontan in den "Sektor" LOGISTIK reinordnen, falls keiner einen anderen Vorschlag macht.

    Damit hätten wir dann die Zwei "Pole" und je zwei "Sektoren"

    ÄUßERES
    SETTING / SPIELWELT ---------------- LOGISTIK
    I
    ------
    I
    [Punkte aus Level1]* ---------------- AUSSTATTUNG
    INNERES

    * hier fehlt noch ein aussagekräftiges Schlagwort



    In den Sektoren würden dann die Einzelpunkte stehen, in etwas wie bei einer DARTSCHEIBE. Dann ließen sich sogar konzentrisch die fortschreitenden Detailgrade andeuten. (und mit Schlagworten versehen)

    Was haltet ihr davon? Man kann dann quasi an jeder beliebigen Stelle beginnen und die einzige "Regel" ist, daß man zum Schluß eine Spirale markiert haben sollte.. (zB. durch kleine Kreuze und Verbindungslinien) Wer also ganz außen anfängt, (also sehr detailliert - wie der Kelmon mit seiner Römerklamotte) der "schraubt sich dann zum Zentrum hin, jemand anderes kann es hingegen komplett anders halten. Wer in der Mitte anfängt, der arbeitet sich dann eben in beide Richtungen vorran.

    So eine "Konzept-Map" ist jetzt natürlich nix, was man dann später unterschrieben einreichen muss - aber ich könnte mir schon vorstellen, daß es als eine Art "Checkliste" doch von Nutzen sein könnte. Zumindestens stolpert man so mal über alle Schlagwörter und vergißt wenigstens nicht komplette "Sektoren". (So wie ich zB. die Logistik verschusselt habe)

    Was man hingegen KEINESFALLS in so ein Schema bringen sollte sind MEINUNGEN! Also OB sich jetzt diese Kreuz mit jenem Kreuzchen dort gut verträgt oder affig wird, DAS sollte dann immer noch kontrovers und aktuell diskutiert werden. Also auch der Ninja Assasine sollte eine saubere Spirale einmalen können.
    Wenigstens hat er dann aber überhaupt mal alle Kategorien durchlaufen und isch dabei hoffentlich auch wirklich Gedanken gemacht.

    Wenn ich Cartefius und andere hier richtig verstanden habe, dann ist es ja oft gerade der Mangel an so einem Konzept an sich der nervt, bzw. massiv behindert - als das es nun kontroverse Ansichten zu Details sind.

  8. #8
    Cartefius
    Cartefius ist offline
    Hardcore Poster Avatar von Cartefius

    Ort
    Göttingen
    Alter
    39
    Beiträge
    7.369
    Dass Interaktionskonzept ist meiner Meinung nach das letzte das stehen muss, wenn überhaupt. Wer sind überhaupt "die anderen"? Die anderen ginge von einer komplett homogenen Spielerschar aus. Wenn ich nun (Achtung Extrembeispiel) eine Sklavenhändler mit hohen Machofaktor und großer Brutalität spiele erwarte ich von der Amazone dass sie diesen Charakter IT eher feindseelig begegnet während der FrüMi-Chara derartiges eigentlich als völlig normal und alltäglich betrachten sollte. Ein Interaktionskonzept wäre somit nur bei einer homogenen Conumgebung (ein Zeitpunkt+ein Hintergrundsland+eine einheitliche Religion) möglich.
    Das sehe ich etwas anders. Natürlich wird man im Conalltag immer eine gewisse Bandbreite an Reaktionen erleben, trotzdem schadet es meiner Ansicht nach nicht, sich ein bisschen über "Standardsituationen" klar zu werden. Ich habe zum Beispiel im Rahmen von einigen NSC-Rollen festgestellt, dass ich nicht besonders gut mit "bösen" Rollen zurechtkomme, und es mir z.B. schwer fällt, andere Leute routinemäßig im Rahmen meiner Rolle zu belügen, abzuweisen, zu drangsalieren oder ähnliches. Eine Rolle als Sklavenhalter würde ich aus dem Grund der ständigen Machtausübung und des absehbaren Konfliktpotentials mit anderen Spielern deswegen nicht ohne weiteres zum Kernpunkt meines nächsten Charakterkonzepts machen, oder nur nach sorgsamer Überlegung. Ähnliches gilt auch für andere Konzepte: Wer eher hibbelig und neugierig ist wird mit einer Rolle als Elf Probleme bekommen, wer introvertiert und konfliktscheu ist eignet sich wenig als Söldnerhauptmann. Außerdem hilft diese Überlegung unter Umständen bei einer kritischen Abschätzung, ob der Charakter überhaupt für ein Interaktionskonzept genug Stoff bietet, wenn als einziger Inhalt herauskommt "ich will dass mich alle fürchten und respektieren!" sollte man sich vielleicht nochmal zurück ans Reißbrett begeben...

    (2) Aktivitätslevel
    also wie viel will ich rumwuseln, am Plot mitmachen, in jeder Schlacht sein, eben am Geschehen teilhaben?
    Find ich schon eher brauchbar, wobei dass einen bei der Konzeptsuche nicht weiterhilft.
    Auch da würde ich teilweise widersprechen, es gibt glaube ich durchaus Rollen, die traditionell stark eingebunden und aktiv sind, und solche, die eher zürückhaltend und eigenständig sind. Zum Beispiel ist wohl bei vielen DSA-Cons weitgehend etabliert, dass Magier und Geweihte sehr plotlastige Rollen sind, die üblicherweise große Spielanteile übernehmen und an vielen Entscheidungen beteiligt sind, weswegen diese Rollen üblicherweise zahlenmäßig begrenzt und sehr begehrt sind. Auf der anderen Seite fällt es Spielern von Ambientecharakteren wie Handwerkern oft schwer, in den Plot eingebunden zu werden.

    Vorlieben in dieser Richtung bedingen zwar nicht unbedingt eine bestimmte Rollenwahl (ein Soldat kann sowohl sehr aktiv als auch sehr passiv gespielt werden), sind aber nicht unabhängig davon: Wer den ewig Siesta machenden Mexikaner oder den drohend dreinblickenden Eigenbrötler spielt muss sich nicht wundern, wenn er wenig in den Plot eingebunden wird.

    Was ich eher problematisch an diesem Aspekt finde ist, dass es für mich eigentlich gar nicht so sehr Teil eines ausgewählten "Konzepts" ist.
    Denn eigentlich gehe ich davon aus, dass die meisten Spieler sich eigentlich wünschen, viele reizvolle Spielangebote zu erhalten, in das Geschehen eingebunden und gefordert zu werden, und Spielszenen zu erleben, in denen ihr Charakter sich sinnvoll einbringen und glänzen kann. Denn sich aus dem Geschehen zurückziehen und anderen Leuten Platz machen kann man sich eigentlich immer. Deswegen würde ich diesen Aspekt eher als rollenunabhängigen Teil einer generellen Überlegung sehen, wie man sein Spiel möglichst bereichernd und befriedigend gestaltet, und nicht als bewusste Entscheidung dafür oder dagegen, und nur die Ausgestaltung auf die Rolle abstimmen.

    Ich denke, in vielen Punkten gibt es im Larp für mich zwei Aspekte: Der eine ist rollenübergreifend und beschreibt grundsätzliche und qualitative Dinge, also quasi "gutes" und "schlechtes" Spiel. Der andere ist auf die konkrete Rolle abgestimmt, also mehr in Kategorien von "passend" und "unpassend" zu sehen.
    Das ganze kann man aber nicht austauschen: Weder kann man allgemeingültig sagen, ob ein Rüstungsteil generell "gut" oder "schlecht" ist, sondern muss die Anforderung daran kennen, noch kann man umgekehrt aus der Tatsache dass eine Handlung zu einer bestimmten Rolle passt auch ableiten dass diese im Larp automatisch eine "gute Idee" ist.

  9. #9
    Harald Ösgard
    Harald Ösgard ist offline
    Hardcore Poster Avatar von Harald Ösgard

    Ort
    Erlangen
    Beiträge
    6.094
    Darf ich das so verstehen, daß Du also "Äußeres" mit dem vielleicht besser beschreibenden Wort "rollenübergreifend" tauschen würdest und dann entsprechend "Inneres" mit "rollenbezogen" ?

    Nunja, es gibt meiner Meinung nach schon Rollen, die sich leichter auch mal zurückziehen können und andere fallen dadurch eben negativer auf. Gutes Beispiel wären da ja dann die von Dir genannten DSA Magier oder Geweihte. Wenn der nun schon einen der heiß begehrten Plätze ergattert hat (weil seine Gewandung vielleicht der Orga so super gefällt und er z.B. auch in anderen Rollen der Brüller war), dann käme das wohl extrem doof, wenn der dann merkt, daß er doch nicht so gerne so im Mittelpunkt steht und sich dünne macht.

    Nicht jede kann alles spielen. Ich wollte halt etwas aufdröseln, woran das konkret liegt.

  10. #10
    Erla
    Erla ist offline
    Erfahrener User Avatar von Erla

    Beiträge
    329
    Ich denke, die Überlgeung nach der Wirkung eines Charakters sollte einfach nicht da anfangen, das man sich überlegt, wie andere reagieren sollen. Das tun sie eh nicht, dafür gibt es zuviele verschiedene Mitspieler. Man sollte sich nur Überlegen, wie der Charakter gewissen Leuten gegenüber tritt, wie er sich Fremden Personen gegenüber verhält. Viel weiter kann man eh nicht Planen.

    Und man sollte sich überlegen, wie man mit anderen (nicht mit allen, vielleicht auch nur mit einer bestimmten Art von Leuten) ins Spiel kommt. Hat man irgendwas, was einen Anknüpfpunkt für andere Beitet? BZW. Wie oder womit kann ich auf völlig Fremde zugehen und mit ihnen interagieren? Denn man sollte niemals davon ausgehen, dass die Leute zu einem kommen, egal für wie interessant man den eigenen Charakter hält.

    Und immer wieder, eigentlich nach jedem Punkt sollte stehen: Kann ich das überhaupt?

Seite 1 von 6 123 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Das Konzept des Ork-Mek
    Von Thagrag im Forum Charaktere und Konzepte
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 16.09.2014, 16:58
  2. Konzept :)
    Von Radixtrator im Forum Charaktere und Konzepte
    Antworten: 17
    Letzter Beitrag: 03.04.2013, 12:20
  3. Konzept: Weltenbummler
    Von Aeon im Forum Charaktere und Konzepte
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 06.07.2009, 12:36
  4. Krieger Konzept
    Von Roen im Forum Charaktere und Konzepte
    Antworten: 34
    Letzter Beitrag: 26.06.2009, 21:02
  5. Ein Konzept
    Von Skith im Forum Charaktere und Konzepte
    Antworten: 16
    Letzter Beitrag: 10.01.2008, 21:13

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
  • BB-Code ist an.
  • Smileys sind an.
  • [IMG] Code ist an.
  • [VIDEO] Code ist an.
  • HTML-Code ist an.
(c) mit Unterstützung von Trollfelsen.de