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  1. #1
    Naramag
    Naramag ist offline
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    Konzept - Priester & Relgion

    Soooo... dann wage ich mich mal in den Fleischwolf... Hallo zusammen, Frischfleisch ist angekommen!

    Meine Frau und ich starten grade ein neues Hobby... LARP. Obwohl... neu ist es nicht ganz, wir beschäftigen uns schon eine ganze Weile damit.
    Leider sind bisher geplante Versuche gescheitert, geplante Gruppen auseinander gebrochen, bevor es richtig losging... meist ging in der Planungsphase irgendwas schief...
    Eine gewisse Erfahrung haben wir bereits aus V:tM-Live (ich will nicht meckern, aber wir haben einfach genug davon).

    Vor allem wollen wir relativ neutrale Charaktere spielen, keine Kämpfer. Der Charakter meiner Frau soll ein Priester werden... und dabei stoßen wir auf ein kleines Problem, wenn ich das richtig sehe.

    Ich hatte das schonmal im Larpforum beschrieben und bin da auf ziemlichen Widerstand auf Basis unterschiedlicher Ansichten gestoßen. Ich hab mir aber sagen lassen, das hier die Mitgliederaktivität höher ist, daher hoffe ich, mit hilfreichem Feedback und Anregungen weiter zu kommen.

    Die zugrundeliegende Religion ist noch vollständig ausgearbeitet, orientiert sich aber etwas in Richtung Animismus und Shintoismus. Priester dieser Religion haben stark schamanistische Aspekte, allerdings ist die Darstellung eher klerikal.

    Ich versuche das mal möglichst klar zu beschreiben: Die Gläubigen dieser Religion verstehen die Welt als dual. Eine mundane Welt und eine Welt der Geister. Alles ist irgendwie beseelt und kann angebetet werden. Mit einer Prise Pratchett kann auf diese Weise ein Geist entstehen. D.h. beten genügend Leute einen Stein an, entwickelt sich ein Geist des Steins der über ein eigenes Bewußtsein verfügt.
    Aber das ist die Theorie dahinter. Essentiell ist für die Religion, dass sie eine unbegrenzte Zahl von Göttern hat. Im Sinne der Gläubigen gibt es keine Unterscheidung zwischen Gott und Geist, es sind alles Geister mit unterschiedlich viel Macht.

    Ein Priester dieser Religion widmet sich nun nicht allen, sondern einem einzelnen oder einer Handvoll Geistern. Die Art und weise, wie der Priester das macht, ist abhängig von dem gewählten Geist und die entsprechenden Rituale sollten darauf zugeschnitten werden.

    Jetzt wurde argumentiert, dass so ein Charakter ja ein Schamane ist und daher eher mit Fellen und Knochen behängt ums Feuer tanzen sollte und nicht in einer Robe oder ähnliches gekleidet eine priesterliche Aktion durchführen sollte, die im Wesentlichen einem Kleriker gleichkommt (Achtung, ich fasse hier einige der damaligen Meinungen ein bisschen überspitzt zusammen).

    Meine Frau will ihren Charakter als Priesterin eines Quell- oder Baumgeistes spielen. Ihr Kernanliegen ist Heilung, was sie eben im Rahmen von Ritualen und Gebeten darstellen will. Dabei ist das ganze eher ein ruhiges, gesittetes Schauspiel und nicht so wild, wie man es vielleicht von einem Schamanen oder Geisterbeschwörer erwarten würde.
    Zur Ausstattung gehört bei ihr eine farblich passende Robe (beige bis weiß, mit blau oder grün - ist noch in Arbeit), einige Ritualgegenstände, eine symbolische Halskette, zwei Lederbehälter mit heiligen Schriften.

    Mich würde daher nun interessieren, wie ihr die Darstellbarkeit einschätzt, die Idee der Religion, etc... Natürlich gehört zur Darstellung die schauspielerische Leistung, aber das ist schlecht zu beschreiben...

  2. #2
    Dennis
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    Ich halte es für spielbar, aber ich sehe auch, woher die andere Meinung kommt. Alles beseelt, Geister, viele Geister, noch mehr Geister, Götter als starke Geister, Animismus - das wird im Larp eben v.a. mit Schamanen in Verbindung gebracht, während "Priester" normalerweise mit einer institutionalisierten, "kultivierten" Kirche und Gesellschaft und einem oder wenigen Göttern gleichgesetzt wird. Das mag in einer Gesellschaft, deren religiöses Denken quasi komplett von einem Monotheismus geprägt wurde, auch nicht weiter verwundern.

    Es wird also - gerade mit dem "Baumgeist" - starke Überschneidungen zum Larp-Schamanismus geben und vermutlich wird deine Frau auch öfter mal auf diesen Kontrast hin angespielt werden. Da wäre es also angebracht, sich darauf vorzubereiten und sich zu überlegen, was denn nun vom Schamanen abgrenzt und warum man ein ordentlicher Vertreter des Klerus und nicht ein dahergelaufener Waldbarbar ist Ansonsten halte ich das Konzept wie gesagt für spielbar. Hier sei aber noch auf das Problem mit den Ein-Mann-Religionen hingewiesen. Wenig Gläubige, wenig Priesterspiel. Aus dieser Perspektive wäre zu überlegen, ob ihr nicht irgendwo in der Nähe Anschluss findet und den entsprechenden Glauben bespielt oder ob deine Frau nicht tatsächlich eher in die druidische/schamanische Ecke geht. Die ist nämlich etabliert, wenn auch nicht unbedingt nur als Priesterspiel.

    Gruß
    Dennis
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    ~zurück aus den larplosen Landen~

  3. #3
    Tala_Pran
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    Habt ihr euch schon im LARP Kalender umgesehen und Veranstaltungen rausgesucht?
    Oftmals gibt es schon ausgearbeitete Religionen und ein klares Verständnis von der Umsetzung.
    So wie du es beschreibst, engt ihr euch ein, bevor ihr noch wisst, worum es geht, ob es wirklich zum Hobby wird und bleiben soll.
    Priester sind schwer zu spielen und für Anfänger wenig geeignet. Eine Gruppe kann dabei helfen.
    Was mich wieder zum LARP Kalender bringt. Die SL der entsprechenden Spiele versorgt euch mit dem Regelwerk, informiert euch über die Rahmenbedingungen des Spiels und kann euch an eine Gruppe vermitteln, in die ihr reinpassen könntet.

    Sich hier jetzt mit so eine, heissen Thema die Köpfe wund zu reden, erscheint mir wenig sinnvoll. Dafür sind viel zu viele Fragen unbeantwortet.

    Wenn ihr beiden am LARP seit, was wollt ich dann den ganzen Tag tun. Wo bietet ihr den Mitspieler Andockpunkte. Wie könnt ihr dem allgemeinen Spielziel, ein tolles Wochenede zu haben, dienen. Was tragt ihr zur Erlebnistiefe bei?
    Was könnt ihr, das zur Plotlösung beiträgt. Und ist das auf den ersten Blick erkennbar?
    Tolle Hintergrundgeschichten will keiner hören und als Handout könnt ihr sie auch nicht verschicken. Ihr habt nur wenige Minuten zu beginn des Spiel, in dem ihr in die "mit dem spiel" oder "lass links liegen" Schubladen wandert.

    Bei Themengebundenen Spielen ist zwar der einzelne Teilnehmer in seinen Möglichkeiten beschränkter, z.b. DSA Geweihte; dafür ist vieles schon lange klar festgelegt und es gibt weniger Missverständnisse. Bei freiem Highfantasy treffen so viele Individualisten aufeinander, dass sie in der Masse untergehen.

    Versucht daher nicht mit biegen und Brechen das Rad neu zu erfinden und vorallen nicht aussergewöhnlich, mysteriös oder einzigartig zu sein. Das geht sehr wahrscheinlich schief.

  4. #4
    Alex.2
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    Also für mich klingt animistische Baumgeist-Priester schon sehr nach keltischen bzw. Fantasy-Druiden - vielleicht wäre das ja was?

    Mit Druiden habe ich selbst jetzt allerdings noch keine eigene Larp-Erfahrung gemacht und kann daher nicht so gut beurteilen, ob das gut ankommt.

  5. #5
    Cartefius
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    Hallo und willkommen im Hobby!

    Die Idee klingt erstmal so wie du sie beschreibst problemlos machbar, tritt in keins der üblichen Fettnäpfchen und lässt sich vermutlich in den meisten Larphintergründen spielen, ohne anzuecken.

    Die wichtige Frage bei einem Konzept ist aber natürlich immer, wie das ganze sich denn eigentlich konkret im Spiel äußert. Denn komplexe Hintergründe oder religiöse Gedankenkonstrukte alleine bringen einem im Larp nicht wirklich weiter, weil dir dein Gegenüber ja nicht hinter den Kopf gucken kann, weswegen es sein kann, dass von der ganzen komplexen Charakterstory am Schluss nichts bei den Mitspielern ankommt, oder, schlimmer noch, der Charakter völlig anders wahrgenommen wird als der Spieler ihn haben will. Das ist insbesondere im Fantasylarp, wo anders als bei Vampire üblicherweise kein gemeinsamer Hintergrund mit klarem Wiedererkennungswert ("Ah, das muss ein Nosferatu sein!") gespielt wird, sondern man maximal auf allgemeine Fantasy-Klischees Bezug nehmen kann.
    Wichtig ist also für mich, dass die Darstellung zur beabsichtigten Wirkung bzw. den gewünschten Spielinhalten passt, und dafür muss man sich meist erstmal darüber im klaren sein, wie diese Wirkung überhaupt sein soll.

    Bei priesterlichen Charakteren wären da Kernpunkte für mich erstens Rituale und Vorschriften, zweitens der Umgang mit Gläubigen und Ungläubigen, und drittens (in Fantasyhintergründen) der übernatürliche Aspekt. Diese Aspekte machen häufig die Eckpunkte des Priesterspiels aus, und es schadet auf jeden Fall nicht, sich da im voraus Gedanken um die Umsetzung zu machen.
    Der Schamane mit Talismanen, Räucherwerk, Trommeln und Tanz ist da sicherlich nicht die einzige Art, wie man so etwas aufziehen kann, illustriert aber schon ganz gut, wie so eine Rolle klare Assoziationen hervorrufen kann, das sollte wenn möglich jeder Charakter hinkriegen. Als Gefahr sehe ich nämlich immer, wenn Spieler am Ende immer nur sagen können, wie sie sich ihren Charakter nicht vorstellen, alles was übrig bleibt am Ende aber farblos, fade und austauschbar ist.

  6. #6
    Gerwin
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    Ganz gut, nur ein Problem liegt in meinen Augen vor:

    Meine Frau will ihren Charakter als Priesterin eines Quell- oder Baumgeistes spielen.
    Das kippt verdammt schnell zu einen Möchtegerngreenpeacechara der Bäume schützt und sich für reine Quellen einsetzt. So etwas ist in einer mittelalterlichen Fantasywelt in meinen Augen Schwachsinn. Auch den Kelten ist herzlich egal gewesen wenn jemand Bäume fällt, in Quellen pinkelt oder sonstige tolle Sachen macht. Mal ausgenommen von einzelnen heiligen Bäumen (und hierbei sind bestimmte Bäume gemeint und nicht ganze Baumarten).

    Ansonsten...weiter so.

  7. #7
    Justav
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    Mir gefällt das Konzept; einzig problematisch ist die "Größe" der Religion, die wohl erst mal nur aus zwei Personen besteht.

    Vorbilder könnten hier (neben dem Shintoismus) weniger die Kelten, sondern die antike griechische Religion bieten; auch hier waren die "Grenzen" zwischen Göttern und Geistern (Nymphen oder Dryaden bspw) ziemlich fließend.

    Zitat Zitat von Dennis
    Ich halte es für spielbar, aber ich sehe auch, woher die andere Meinung kommt. Alles beseelt, Geister, viele Geister, noch mehr Geister, Götter als starke Geister, Animismus - das wird im Larp eben v.a. mit Schamanen in Verbindung gebracht, während "Priester" normalerweise mit einer institutionalisierten, "kultivierten" Kirche und Gesellschaft und einem oder wenigen Göttern gleichgesetzt wird. Das mag in einer Gesellschaft, deren religiöses Denken quasi komplett von einem Monotheismus geprägt wurde, auch nicht weiter verwundern.
    Seltsam, dass es dann so wenige IT-Monotheisten gibt.

    Zitat Zitat von Dennis
    Da wäre es also angebracht, sich darauf vorzubereiten und sich zu überlegen, was denn nun vom Schamanen abgrenzt und warum man ein ordentlicher Vertreter des Klerus und nicht ein dahergelaufener Waldbarbar ist
    Du bringst hier was durcheinander: Den Wilden aussem Wald erkennt man daran, dass er eben ein Wilder aus dem Wald ist; Rückschlüsse von der Religion auf das Funktionieren einer Gesellschaft wären IT wohl nur bei spezialisierten Völkerkundlern passend...

    Will sagen: Die zivilisierte Priesterin erkennt man am Äußeren, nicht am Inhalt der Predigt...
    So long

    Justav

  8. #8
    Dennis
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    Seltsam, dass es dann so wenige IT-Monotheisten gibt. Wink
    Findest du? Wenn ich Fantasy spiele, möchte ich mich ja ein Stück weit abgrenzen. Aber dennoch sind die wenigsten IT Religionen randvoll mit Gottheiten angefüllt. Mehr als ein Pantheon von drei bis vier Göttern ist doch schon eher selten. Die weniger zivilisierten Konzepte wie Barbaren und Orks sind da schon eher voller Geister und Götter. Dazu kommt noch, dass mit den Griechen und Römern ebenfalls relativ feste Pantheoi (?) in den Vorstellungen vieler Spieler zu finden sind.
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  9. #9
    Naramag
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    Danke für den Feedback. Im Grunde ist das der Kern der Sache:

    eine zivilisierte, gebildete Priesterin, deren Glaube sich um eine Handvoll übernatürlicher Wesenheiten (um den Begriff Götter zu vermeiden) dreht, die andere Religionen und Glauben aber akzeptiert und als gleichberechtigt akzeptiert. Da es in ihrem Verständnis so viele "Gottheiten" gibt, kann selbst sowas wie ein Chaosgott einfach ein sehr mächtiges Wesen sein, von dem sie aber einfach noch nichts gehört hat.

  10. #10
    Chevalier
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    Halte ich absolut für spielbar. Wichtig ist im LARP in erster Linie der optische Eindruck. Also sollte die Gewandung schon für sich sprechen, bevor sie auch nur die gelegenheit hatte ihre Religion erklären zu müssen. Das halte ich für die eigentliche spannende Aufgabe dabei.

    Nur mal so: Einerseits gibt es ne Reihe IT-Monotheistische Religionen, andererseits suchen sich reale wie larpische monotheistische Religionen oft auch Ersatznebengötter, wie z.B. Heilige, Engel usw. Aber das sollte woanders diskutiert werden.
    ...
    Liebensteiner Mohnfest 2019 - 15.-17.11.2019 (Spießknecht Olivier Bulain)

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