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  1. #1
    Deboir
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    Hilfe bei der Umsetzung des Ersteinstieges

    Hallo,

    ich bin gänzlicher Neuling im Thema Larp und fand durch Zufall einen Artikel und die Webseite zu Mythodea. Natürlich wusste ich schon seit zig Jahren vom Bestehen der Larps etc. aber hab mich bisher nicht damit beschäftigt. Erst als ich gelesen habe, dass es sowas wie eine Story, Kampagnen etc gibt in denen jeder Teil der Geschichte werden kann, wurde ich wieder hellhörig Auch Beschreibungen von kleinen Plots und Quests wie Rituale um jemanden zu Beschwören, ein Tor zu öffnen um eventuell jemanden aus einer anderen Barriere zu retten etc. finde ich spannend.
    Das Interesse an PC Mmorpgs habe ich verloren, da ich nun etwas mit realen Kontaktmöglichkeiten suche und auch da einen Char stilvoll entwickeln und aufbauen kann.
    Ich lese mich bereits etwas in Larpwiki und einem Larp Blog hinein, um möglichst viele Anfängerfehler zu vermeiden und den Spielspass nicht zu bremsen.
    Spontan hätte ich mich für einen Char entschieden, mit dem ich bereits kämpfen oder zaubern kann. Aber wenn ich mich nicht vor einer Großcon (möchte ich zuerst besuchen) im Vorfeld in Gildenforen etc nach Kontaktmöglichkeiten suche/bemühe, stehe ich sicherlich erstmal alleine herum ohne zu wissen, womit ich beginnen soll...oder wie ich zu anderen Spielern Kontakt finde, mich einer Runde am Lagerfeuer anschließe etc.
    Mit sowas tu ich mich noch etwas schwer


    Von meiner Statur her würde kein Zwerg, großer Ritter oder Krieger passen. Ich bin eher etwas filigran Gebaut, 1.76 groß/klein und in einer Ritterrüstung würde ich untergehen ..
    Als jugendlicher hätte ich Knappe glaubhaft spielen können (bin bissl über 20).
    Meine Haar sind an beiden Seiten abrasiert und oben hab ich mittellanges schwarzgefärbtes Haar. Würde dazu rein äußerlich etwas wie Elb oder Halbelb passen? (würd ich jedoch nicht gleich beim ersten Con spielen, sondern erst schauen wie sich da andere in ihrer Rolle verhalten..sonst mach ich mich nur lächerlich und unglaubwürdig )
    Jetzt bitte nicht denken "Ohje, nicht schon wieder eine fremde Rasse die womöglich nicht gut bespielt wird und im Haufen der anderen untergehen wird"

    Ich möchte da nicht durch besondere Fähigkeiten rausstechen und auch nichts in Richtung einsamer Held auf der Suche nach Familienmörder, Dorfniederbrenner oder sonstiges Klischeezeugs ausdenken. Wie ich bereits in 2 Jahre alte Thread gelesen habe, wäre ja die halbe Welt vereinsamt oder jeder 2. auf der Suche nach seinen Peinigern und jedes 3. Dorf wäre niedergebrannt Hmm okay...zu Warhammer könnts passen oder sonstiger Kriegslocation.

    Nein im Gegenteil..ich möchte gerne sehr bescheiden anfangen und mir Fertigkeiten erst auf den Cons erarbeiten..sodass ich auch drauf zurückblicken kann und nicht schwupps einfach so schon mächtige Zauber beherrsche (Ja man merkts, ich würd gern ein klein wenig Zaubern können )
    Auch finde ich ausgelutscht, dass man immer eine Aufgabe oder Grund haben muss, welches bis in die eigene Vergangenheit zurückreicht...

    Dazu meine spontanen Einfälle:

    Um in die Welt einzutauchen könnt ich doch einfach eine Gruppe anfragen, ob sie mich durch ein missglücktes langandauerndes Ritual in die Welt holen!
    Die Gruppe muss ja noch nicht einmal was davon wissen...könnte mich an die SL wenden und wenn sie wissen, dass ein Ritual geplant sei... es schiefgehen lassen und ich tauche in der Mitte auf. So gibt es schon vorab Rätsel dazu und ich habe Kontakte, ohne dass ich mich fühle, mich irgendjemanden aufzuzwingen.
    So könnte ich eine ganz normale Vergangenheit haben bzw normal gelebt haben, gerade ein Gedicht geschrieben haben irgendwo fernab der Zivilisation in einem langweiligem Dorf und plötzlich umzingelt, verängstigt in einem Ritualkreis stehen...
    Kam das schon oft vor bzw ist das auch schon wieder ein ausgelutschtes Thema? Was anschließend meine Bestimmung wäre, weiß ich auch noch nicht Zumal ich da ja nicht auf Abenteuer ausgewesen wäre, nun dennoch mitten in einem stehe.

    Da ich wie erwähnt auch gerne zaubern würde, könnte ich durchaus magische Fähigkeiten besitzen. Da ich aber zu Anfang noch keine Zauber kennen mag, würde ich mir selbst etwas wie ein Mal auf meiner Handoberfläche aufsetzen, welches mir das Zaubern unterbindet. Ob es sich um ein Fluch handeln soll oder sonstwas, weiß ich nicht. So werden meine Fähigkeiten aber von Anfang an stark beschnitten bzw ich würde auf Hilfe angewiesen sein. Was hätte es mit dem Mal auf sich? Wäre doch auch wieder etwas um viele Spieler wie Akademiker usw. einzubeziehen. Sie durchforsten Bücher und Rollen nach Aufzeichnungen.

    Hmmm wenn ich mir das nun genau Überlege... könnte das auch eine Rolle eines NSC sein!? Aber möchte dennoch als Spieler agieren, da ich meine Figur nach und nach immer ein ganz klein wenig aufbessern möchte. Umgang mit Schwert und Schild zur Verteidigung in einer Kampfschule erlernen, oder den Besuch einer Akademie..da ich theoretisch magische Fähigkeiten besitzen müsste (falls ich irgendeine magische Rasse spielen sollte)..jedoch nicht über einfaches Feuer hinauskomme, was auf das Mal zurückzuführen wäre etc.



    Was haltet ihr davon? Wäre sowas ein guter Einstieg? Ich würds toll finden, wenn andere durch eine solche Einführung in die Spielwelt dann auch Aufgaben hätten und ich nicht einfach so aus als Wanderer auftauche, mich hinzusetze und nicht weiß was ich eigtl will

  2. #2
    Naran
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    Hallo und willkommen im Hobby,

    erstmal, wenn du uns sagst wo du herkommst gibts vielleicht den ein oder anderen aus deiner Nähe, der dich ans Händchen nehmen könnte. Im Spiel ebenso wie vorher und nachher und der vielleicht bereit ist dich auch aktiv in sein Spiel einzubinden.
    Das Kontakt finden im Spiel ist meiner Meinung nach eine der leichtesten Aufgaben im Spiel. Je nachdem wie du deinen Charakter auslegst (offen,lustig,grimmig,derb,zivilisert) findet sich quasi auf jeder Con jemand der in deine Richtung geht. Ist der Charakter eher ruppig drauf, findet er sich früher oder später mit einigen Barbaren bei Bier, Met und Gesang bis in die Nacht am Lagerfeuer. Ist er eher aristokratisch zivilisiert, sitzt er eben mit ein paar Theologen, Elfen und Rittern da und unterhält sich über das für und wider der Weltansichten oder über das ungehobelte Pack nebenan .

    Magier und Elb als Anfänger würde ich nicht machen. Um als Magier ernstgenommen zu werden, sollte man schon viel Schauspielerisches Talent besitzen und bei beiden Konzepten ist die Ausrüstung sehr aufwendig also entsprechend teuer oder du investierst sehr viel Zeit. Beides nicht zu empfehlen wenns das erste mal ist.

    Zum Klischeezeugs, in ein Ritual/Dimensionstor/Tor zu einer anderen Welt zu dem jeweiligen Conort zu gelangen ist auch schon relativ Klischee. Einfach gewandert sein ist da schon fast originell!

    Leider hast du ja keine genaue Vorstellung was du machen willst. Bevor du irgendwas machst, mach dir erstmal einen Charakter. Dafür sind solche epischen Charaktergeschichten da. Damit DU einen Aufhänger hast, wie du im Spiel auftrittst, reagierst und was du da eigentlich machst. Wo du das Gedichtschreiben erwähnst, wenn du magst kannst du ja einen ganz simplen Schreiber spielen. Da würd ich dich gleich mitnehmen, weil mein Händler z.b. ist nicht so das Genie, schreiben geht, aber halt nur was er braucht (bisschen rechnen, bisschen aufschreiben was er ge-/verkauft hat). Ist auch ein guter Grund zu reisen. Du bist Gedichteschreiber und suchst Inspiration. Oder eben einfach Schreiber und in deinem kleinen Heimatdorf gibts nicht genug arbeit für so ein Persönchen.
    Ist natürlich nichts wenn du kriegerisch Aktiv sein willst. Dann geht für die ersten Cons auch der 08/15 Söldner. Geliehene Waffe, Geliehener Gambi, paar Anfängerklamotten und ab dafür!

  3. #3
    Deboir
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    Also sollte es auch nicht zu ausfällig sein Der Gedanke dahinter durch ein fehlgeschlagenes Ritual zu erscheinen war, dass ich gleichzeitig andere Spieler beschäftigen kann und ich z.B. als Elb oder anderes Wesen einen Grund habe unter einem Haufen Menschen zu sitzen So würde gleichzeitig der Spielfluss vorangetrieben. Eigene Vorteile hätte ich keine, da wie gesagt ich keinerlei Fertigkeiten gut ausführen kann und alles nach und nach durch Hilfe anderer erlernen möchte.
    Das Zaubern selbst würde ich z.B. 1-2 Jahre unterlassen, bis das Rätsel mit dem Mal gelöst wäre, worum sich die Spieler beschäftigen müssen, die mich erst ungewollt hergeholt haben. Vielleicht tragen gar sie die Schuld So könnte ich theoretisch mit dem einen Char in Zukunft etwas Magie ausüben, oder eben auch nicht ohne später einen weiteren zu erstellen

    Ein faible für etwas extravagante Rollen habe ich da schon ein bisschen Aber wenn ich damit zu sehr ein breitgetretenes Thema einbringe, ist das auch nicht schön und man wird sicherlich schnell in die Ecke gestellt

  4. #4
    Naran
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    Dadurch das du irgendwo in bei nem komischen Ritual aufgetaucht bist, wird deine Rolle nicht extravagant... Das weiß ja keiner, ausser dir. Und ein Gespräch mit:"Ich bin ja zufällig bei so nem Ritual aufgetaucht" zu beginnen stell ich mir auch nicht supi dupi vor. Aber deine Sache, ich rate nur davon ab.

    Willst du unbedingt einen Elben oder irgendwas anderes nicht Menschenmässiges darstellen?

  5. #5
    Hana
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    Re: Hilfe bei der Umsetzung des Ersteinstieges

    Einmal kurz zur Frisur, sonst vergess ich's nachher:
    Du meinst sowas in der Art?
    Nein, ein Undercut passt nicht besonders gut zu Fantasy-Elfen. Eigentlich passt die Frisur überhaupt nicht ins Fantasy-Larp, weil es ein moderner Schnitt ist, dazu ein auffälliger (für Cyberpunk hingegen wär es cool). Ich würde raten, die Frisur unter einer Kopfbedeckung zu verstecken und für eine Elfenrolle, wenn du mal eine spielst, eine Perücke zu tragen.

    Deine Rollenidee ist ein bisschen problematisch. Als NSC machbar, allerdings werden solche Rollen meist an erfahrene Spieler vergeben, selten an Anfänger.
    Als SC wäre das Problem: Die SL ist üblicherweise mit ihrem eigenen Plot beschäftigt und hat nicht unbedingt Kapazitäten frei für Sonder-Plots von Spielern. Rituale finden oft eher gegen Ende des Cons statt, willst du bis dahin im Zimmer/Zelt rumsitzen? Und dann ist noch nicht gesagt, dass es zum Ritual passt, dass dabei irgendwer irgendwoher teleportiert wird ...
    Das Mal ist auch was: Kann sein, dass sich da Leute mit beschäftigen - kann aber auch sein, dass das keinen interessiert. Damit eine Bibliothek zu dem Thema da ist, müsstest du eine mitbringen

    Momentan bist du ein bisschen auf der Schiene "Ich mach ein Mysterium aus meinem Auftreten, dann beschäftigen sich die anderen mit mir" - als sinnvoll hat es sich erwiesen, sich zu überlegen, wie man selbst auf andere Spieler zugehen kann im Spiel, wie man sich mit den anderen beschäftigen kann. Bei einem Magier könnte das z.B. die Suche nach einem Lehrmeister sein (selbst wenn kein potentieller Meister vor Ort ist, könnte man dann z.B. andere Magier fragen, wie sie dereinst ihren Meister gefunden haben).
    Nount und ich bloggen: Mondkunst
    Liverollenspiel im Münsterland: http://www.danglar.de

  6. #6
    Deboir
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    Auf eine Perrücke oder extensions zum "anheften" wäre ich dann wohl angewiesen. Hatte zwar einmal 30-40cm lange Haare, aber diese nun gekürzt. Leider zu häufig nen Glätteisen benutzt

    156237_441314639211898_100000000968730_1669872_919 379562_n.jpg (0 KB)

    Ich wirke meist etwas androgyn, aber sollten Elben nicht gerade so sein? Zweihandwaffen würden z.B. an mie deplaziert aussehen... schönes verziertes Schwert hingegen nicht Kleine verschlungene Verzierungen etc. mag ich ebenfalls. Gibt es u.A. Waldelben mit entsprechenden Gesichtsverzierungen usw.? Meine Haare färbe ich dann blond.



    Hm ja jetzt im nachhinein empfinde ich mein Setting auch zu plump. Wär zwar sicherlich lustig ein kleiner Teil einer Story zu werden und dann ganz schnell Kontakte zu haben, aber sowas sollt man eher NSCs vorbehalten, die das dann auch durch schuspielerisches Können entsprechend darbieten können. Schließlich wollen die Spieler auch was Geboten bekommen

    Das mit dem Mal auf der Hand und Entzug der Zauberfertigkeiten würde ich gern beibehalten. Da ich gern Magiekundig wäre, aber dann von Anfang an eine Schwachstelle habe die ich alleine nicht überwinden kann. Perfekt bin ich keinesfalls und das soll auch mein Char nicht sein So könnte ich auch zu einem Lehrmeister gehen und um Rat bitten. Aber auch bei sowas müsste die SL informiert werden? Schließlich könnt sonst keiner Helfen oder daran arbeiten. Und kleine Fehler zu haben gibt doch erst Spannung und spornt zur Interaktion an, als wenn ich alles könnte. Sowas möcht ich schon gern mit einbringen und andere können sich da einmischen, anstatt mich zu heilen ausversehn mit einem Fluch belegen oder sonstiges. Wird nicht gerade sowas gesucht? Meiner Meinung nach macht das doch ein Rollenspiel aus

    Als Rasse fühl ich mich den Elben hingezogen, aber wenns Äußerlich so ganz un garnich passt, wäre das ja eher sinnlos. Dann muss ich mich mal weiter durchlesen, welche Alternativen es sonst so gibt. Aber viele Cons außerhalb der großen Veranstaltungen sind meist in Tavernen. Und wenn da hauptsächlich Söldner, Krieger etc anzutreffen sind, ists bestimmt schwer zu erklären was man als Elb dort zu suchen hat?!

    Sind meine Ziele oder Erwartungen einfach zu hoch gesteckt? Wenn ich von Anfang an alles falsch mach, hat auch keiner Spass daran und dann würds sicherlich mein erstes Con bleiben. Würd ich gern vermeiden.

    Ich erkundige mich mal genauer über alle Rassen und Klassen, wie diese sich Verhalten und dargestellt werden. Erstmal vielen Dank für eure Antworten

    EDIT:
    und wie wäre ein Charkonzept, indem ich mich z.B. selbst an Magie versucht habe, es aus mangelnder Erfahrung nach hinten losging und ich mich selbst verzaubert habe? So taucht erstmal das besagte Mal auf und nach und nach verwandel ich mich. Z.B. wird nach und nach meine Haut dunkler oder sonstige Dinge, die eventuell auch ansteckend wirken könnten. Vielleicht das aus mir eine Art Mischung aus Waldelb und Baum wird... so müsste ich mir natürlich entsprechend jedesmal mehr hinzuschminken, baumartige Strukturen aufsetzen..
    ein Nachteil wäre dann u.a. dass ich sehr empfindlich gegenüber Feuerschaden wäre.
    Aber damit keine Epedemie ausbricht, müsste auch bei so einem Konzept alles mit einem SL abgesprochen werden? Haltet ihr solche Charakterkonzepte für sinnvoll? (wenn ich das ganze natürlich glaubhaft ausspiele)

  7. #7
    Cartefius
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    Hallo und willkommen im Hobby!

    du scheinst dich ja aktuell noch in der Phase des "Brainstorming" zu befinden, was sicherlich keine schlechte Sache ist. Da viele Einsteigerberatungen in den gleichen Bahnen verlaufen, zitiere ich an dieser Stelle einfach mal einen Text, den ich kürzlich in einem anderen Thread zum Thema "Charaktereigenschaften" gepostet hatte, vielleicht ist der trotz seiner Länge auch für dich nicht uninteressant:

    (Zitat Anfang
    Im gegenteil ich möchte einen Charakter erschaffen der von beginn an etwas besonderes hat, etwas magisches wenn man das so ausdrücken will. Holzfäller ist gewöhnlich und etwas einfach. Auch wenn dies am Anfang ratsamer ist möchte ich aber einen etwas anspruchsvolleren Charakter erschaffen.
    So etwas hatte ich mir schon gedacht. Das ist auch ein sehr nachvollziehbarer Gedanke, was ich aber (auch schon im Vorstellungsthread) zu vermitteln versuche ist, dass du dabei vermutlich teilweise von falschen Vorstellungen über den Liverollenspiel-Alltag ausgehst. Ich versuche das ganze nochmal ausführlich zu beschreiben:

    Ob ein Charakter im Larp "interessant" oder "uninteressant" ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, läuft aber in vielen Fällen auf eine Weise, die ein bisschen umgekehrt zu dem ist, was man sich (insbesondere als Anfänger) so vorstellt. Im Larp zählt für die Wirkung einer Rolle nur das, was man als Außenstehender im Spiel wahrnimmt, und das ist eine Summe aus den Eigenschaften des Spielers, seines (realen oder geschauspielerten) Verhaltens, und seiner Ausstattung.

    Sehr vielen Spielern, auch solchen, die schon seit Jahren dieses Hobby betreiben, fällt es schwer, ihren Charakter "interessant" und "einzigartig" zu gestalten, weil ihnen häufig die Mittel fehlen, um dies in Schauspiel und Ausrüstung umzusetzen, und damit jeder Charakter zu 90 Prozent man selbst, nur mit anderen Klamotten und anderen Punktefertigkeiten ist. Deswegen greifen sie dann zu stilistischen Mitteln, mit denen Figuren in Filmen und Romanen interessant gemacht werden: Zum Beispiel besondere Fähigkeiten ("vom mächstigsten Schwertmeister persönlich ausgebildet"), exotische Völker ("ein Mitglied des uralten Volkes der Elben, elegant, weise und tödlich"), Magie ("einer der wenigen Begabten, die die Kräfte des Kosmos ihrem Willen unterwerfen"), Adel ("der Königssohn im Exil"), Tragik ("die Familie von Räubern massakriert") oder eine außergewöhnliche Persönlichkeit ("Wanderer zwischen den Welten, innerlich zerrissen").
    Wenn, so ist die Logik, diese Rollenbeschreibung schon spannend und interessant ist, dann muss das Spielerlebnis mit einem solchen Charakter auch aufregend und außergewöhnlich sein.

    Das Problem ist: Das funktioniert meistens nicht. Zwar gibt es im Larp durchaus solche herausragenden Figuren, und viele von denen schaffen es auch tatsächlich, eindrucksvoll und außergewöhnlich zu wirken, dies ist aber keine Folge ihres interessanten Konzepts, sondern der interessanten Umsetzung desselben. Neben diesen Einzelexemplaren gibt es aber unzählige, die zwar gerne besonders interessant sein wollen, aber leider in der Praxis nur langweilig, unglaubwürdig und austauschbar wirken, weil ihnen, wie oben schon beschrieben, das Handwerkszeug für die Umsetzung fehlt.

    Schauen wir uns mal die erwähnten (zugegebenermaßen auf die spitze getriebenen) Beispiele für außergewöhnliche Charakterideen an, und was sie in Film und Roman tatsächlich so interessant macht, dann kann man erahnen, wo das Problem liegt:
    Der Schwertmeister ist ein unglaublicher Kämpfer, und kann unzählige Gegner erledigen, der Elf ist von unmenschlicher Grazie und äonenalter Weisheit durchdrungen, so dass er in jeder Situation souverän und erhaben wirkt, und der Magier kann Dinge vollbringen, von denen seine Mitmenschen nur träumen können. Im Larp ist das hingegen nicht der Fall: Niemand kämpft besser, weil er sich Schwertmeister nennt, niemand wirkt durch Gummiohren erhaben, und Magie ist nichts weltbewegendes, sondern häufig so banal wie einen Softball zu werfen oder ein Stoffbändchen um eine Waffe zu knoten, und alleine durch die Wahl des Konzepts ändert sich am Spiel für einen selber nichts, außer, dass die Ansprüche steigen.
    Gleiches gilt für die anderen Aspekte: Der Königssohn ist interessant, wenn er irgendwann heimkehrt und den Thron übernimmt, der Junge mit dem tragischen Schicksal, weil er sich seinen Peinigern stellen und seine Rache nehmen kann, der Zerrissene, weil er wieder und wieder mit den Ansprüchen zweier Welten konfrontiert und zu schwerwiegenden Entscheidungen gezwungen wird. Im Larp gibt es aber keinen heimatlichen Thron, den man besteigen kann, die Peiniger existieren nur auf dem Papier, und der Kampf der Kulturen, zwischen denen der Charakter sich hin- und hergerissen fühlt, wird vermutlich nie zum aktiven Spielinhalt werden.

    Aus diesem Grund enden viele Larp-Charaktere als hohle "Pappkameraden", die zwar etwas besonderes sein wollen, aber nicht wissen, wie. Auf der anderen Seite sind es häufig kleine und unscheinbare Details, die es schaffen, aus scheinbar banalen Figuren plötzlich denkwürdige und einzigartige Charaktere zu machen, und ich habe Cons erlebt, auf denen eine intensiv gespielte Magd oder ein einfaches Mitglied einer Räuberbande mehr Eindruck hinterlassen haben als alle versammelten Großmeister, Vampirjäger und Paladine zusammen.

    Wenn ich deswegen für den Anfang zu eher einfachen Figuren rate, dann ist das nicht aus der Überzeugung heraus, dass im Larp immer alle als Bauern oder Handwerksburschen rumlaufen müssen, und es keine ausgefallenen Charaktere geben sollte, sondern weil man so gezwungen ist, sich von Anfang an mit der Frage auseinanderzusetzen, was so einen Charakter im Spiel überhaupt konkret ausmacht, ohne einfach nur mehr Zeilen auf dem Charakterbogen anzuhäufen. Außerdem hat man von einer solchen "einfachen" Figur aus den Vorteil, erstmal weniger im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen und sich langsam an die Sache heranzutasten.

    Gerade so Eigenschaften wie "Weisheit" und "Erhabenheit", wie man sie von Schamanen in gewisser Weise erwarten würde, sind nämlich eine schwierige Sache. Zumindest würde es mir schwer fallen, in mir einen Schalter umzulegen und plötzlich meine Außenwirkung auf "weise" und "erhaben" umzustellen, und das dürfte um so schwerer sein, je unsicherer und weniger souverän man sich in seiner Rolle fühlt.
    (Zitat Ende)

    Viele der angesprochene Punkte finde ich auch in deinem Charakterkonzept wieder, und es lohnt sich, hier gründlich anzuwägen, was einen eigentlich an einer Rolle reizt und wie man sich die Umsetzung vorstellt.
    Zum Beispiel war ich auf meinem ersten Con als Magierlehrling, und war in der Praxis von dem tatsächlichen Spielerlebnis, das diese Rolle mir bot, sehr enttäuscht. Magie im Larp ist meiner Ansicht nach häufig eine Mischung aus OT-Punkte-Fertigkeiteneinsatz zur Überwindung von regelwerkstechnischen Hindernissen (also etwas in der Richtung "Das Portal ist mit einem Zauber gesichert, wir brauchen jemand der Magie aufheben II zaubert, dann ist es auf!") und von Inszenierung, also davon, eine Show für seine Mitspieler abzuziehen. Mein erster Charakter hatte nicht viel Material für eine aufregende Inszenierung dabei, und den Regelaspekt fand ich eher fade, vor allem aber fehlte mir das mystische, übernatürliche Element, dass ich mir quasi selbstverständlich von diesem Spielaspekt versprochen hatte. Das bedeutet nicht, dass ich von Magierspiel generell abraten möchte, man sollte nur sicher gehen, dass man das bekommt, was man sich erwartet, und das ganze entsprechend ausrichtet.

    Was die Interaktionsmöglichkeiten angeht, ist es gut, dass du dir da Gedanken machst. Die Sache mit dem magischen Siegel und dem Teleportationskreis ist aber ein bisschen problematisch, weil das so eine "Spotlight"-Geschichte ist, die darauf ausgerichtet ist, dass andere Leute sich gezielt mit deinem Charakter und deiner Charakterstory auseinandersetzen. So etwas kennt man aus Büchern und Filmen, bei denen es nur einen oder wenige Protagonisten gibt, im Larp gibt es davon aber gleichzeitig Dutzende oder sogar Hunderte. Hier gleich mit einer Story einzusteigen, die sofortige Aufmerksamkeit fordert, das Spiel anderer Charaktere (z.B. das Ritual) unterbricht und bestimmt, ist etwas unglücklich. Besser sind Sachen, die Anspielmöglichkeiten eröffnen, aber auch vor allem die Möglichkeit geben, auf andere Charaktere einzugehen und Dinge als Gruppe zu lösen.

    Grundsätzlich würde ich erstmal etwas tiefer stapeln, es ist schon schwierig genug, eine Person aus einer völlig anderen Welt und Gesellschaft zu verkörpern, die einem vollkommen anderem Beruf nachgeht als man selbst, von einem Nicht-Menschen ganz zu schweigen. Da würde ich nicht sofort noch magische Flüche, um sich greifende Verwandlungen und Dimensionsreisen obendraufstapeln, auch und gerade nicht, um Alltagsfragen wie "wie komme ich eigentlich hierher" zu klären.

    Was das Elbenspiel angeht: Da scheinst du zumindest dem Foto nach ganz gute körperliche Voraussetzungen mitzubringen (wobei ich die Frisur auch irgendwie abwandeln würde), allerdings ist das nur ein Teil des Gesamtpakets: Zu Elben gehört auch noch das (schau)spielerische, was zum Beispiel in der Praxis des Spiels eines alterslosen, erhabenen und weltentrückten Wesens häufig bedeutet, auf viele nette Vernügungen zu verzichten, sowie die Ausstattungskomponente, die ebenfalls durch die anspruchsvolle Vorlage den Einstieg schwierig macht.
    So etwas kann, wenn man Lust darauf hat, sehr reizvoll sein, setzt aber auch gerade für den Einstieg die Messlatte unnötig hoch, insbesondere in Verbindung mit dem Beruf "Magier". Ich würde da erstmal mit einem einfacheren Charakter einsteigen und Elf und/oder Magier als Langzeitprojekt anlegen.

    Zuguterletzt: Natürlich gibt es im Larp viele Dinge, die man falsch machen kann oder die nicht so laufen, wie man sich das vorgestellt hat, auf der anderen Seite ist ein Con auch kein Spießrutenlauf durch eine hundertköpfige Jury von "Deutschland sucht den Superlarper". Solange man sich nicht gerade eine Rolle aussucht, die ganz bestimmte Reaktionen von ihren Mitspielern einfordert, und in deren Umsetzung total versagt, kann man die Sache auch ganz locker angehen und einfach genießen.

  8. #8
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    Der Schwertmeister ist ein unglaublicher Kämpfer, und kann unzählige Gegner erledigen, der Elf ist von unmenschlicher Grazie und äonenalter Weisheit durchdrungen, so dass er in jeder Situation souverän und erhaben wirkt, und der Magier kann Dinge vollbringen, von denen seine Mitmenschen nur träumen können. Im Larp ist das hingegen nicht der Fall: Niemand kämpft besser, weil er sich Schwertmeister nennt, niemand wirkt durch Gummiohren erhaben, und Magie ist nichts weltbewegendes, sondern häufig so banal wie einen Softball zu werfen oder ein Stoffbändchen um eine Waffe zu knoten, und alleine durch die Wahl des Konzepts ändert sich am Spiel für einen selber nichts, außer, dass die Ansprüche steigen.
    Doch, wenn sich jemand als "Schwertmeister" oder "Erzmagier" vorstellt, sollte er das können. Besser kämpfen, seine Sprüche besser darstellen. Wird eben einem Anfänger nicht möglich sein, ABER Entwicklungsmöglichkeiten sind gegeben. Wenn diese Person die Möglichkeit hat regelmässig zu trainieren, mit unterschiedlichen Personen, die unterschiedliche Kampfstile haben zu trainieren wird er irgendwann ein "Schwertmeister" sein. Das das OT passiert ist ja relativ bedeutungslos, weil wir alle wissen, dass zwischen den Cons eine gewisse Zeitspanne liegt. Diese Zeit kann er ja genutzt haben um zu trainieren. Klar ist man das am Anfang nicht, wenn man nicht unbedingt zwei Jahre investiert, um ein wunderschönes Spiel für das Zaubern oder das Kämpfen zu entwickeln. Aber ich z.b. werde eher umfallen, wenn ich das Gefühl habe, der Mann/die Frau hat viel dafür investiert und kann so wahrgenommen werden. Mit Schnürhemd und Lederhose geht das logischerweise nicht. Aber es ist möglich. Ich habe sage und schreibe EINEN Charakter getroffen, dem ich den Schwertmeister abgenommen habe. Und das war kein langjähriger Larper, sondern ein relativ junger Typ (24) der solange dafür trainiert hat (Larpkampf!). Dass er meinen nächsten Zug vorraus ahnen konnte! Ergo sowas de facto abzustreiten finde ich falsch. Wenn er viel viel Zeit und Geld investieren möchte, ist das seine Angelegenheit!

    Momentan hört sich das nach nem relativ unausgegorenen Erstlingscharakter aus. Spezialisier dich, werd ein guter Kämpfer im Larp (dazu gehört nicht nur das du alle niederdreschen kannst) oder ein guter Magier (sehr schönes Ausspielen und wissen wo die Schwächen sind). Dann kann das durchaus was werden. Lass die eierlegende Wollmilchsau (liefert alles, aber nichts richtig).

    Edit: Nehmen wir mal ein relatives Beispiel aus einem Universum das viele kennen. Celeborn aus Herr der Ringe z.b. ist ein überragender Magier, der einen der Ringe der Macht besitzt. Er greift aber nicht oder nur im absoluten Notfall zur Klinge. Glorfindel hingegen ist ein großer Krieger, der seinen Feinden auch begegnen kann, obschon sie in einer Zwischenwelt existieren (dir neun schwarzen Reiter). Tungdil aus dem Zwergen Universum ist ein großer Krieger, hat allerdings keine magischen Fähigkeiten. Alle Helden haben ihre Stärken und Schwächen. So sollte es auch sein.
    Im echten Leben kannst du ja auch nicht 200 Kilo stemmen und gleichzeitig der Sieger eines Marathons sein (mal ganz ohne Magie).

    Ausserdem: Spiel ist alles. Was ich dir IT abnehme kannst du meiner Meinung auch verkörpern. Aber ein Krieger, der in Vollplatte ganz vorne steht, erst zudrischt und dann drei Zauber raushaut, verliert deutlich an Authenzität!
    Ich will nicht behaupten das es kleine Menschen gibt die zu wirklich unglaublichen Leistungen fähig sind. Aber mit deiner Größe hätte ich körperlich keine Angst vor dir. IT meine meisten Charakter auch nicht. Aber vor einem Vollmagier, der plötzlich einen Spruch loslässt schon. Zumindest zwei meiner Charakter hätten Angst, weil sie schon Magie zu spüren bekommen haben.
    Ich muss zugeben ich habe das ein relativ beschränktes Bild. Magisch oder Heilig bedeuten meinem Krieger zumindest wenig. Heilig ist nur sein Gott, eine Waffe die von einem anderen Gott gesegnet wurde ist nichts weiter als eine Falschheit.

  9. #9
    Cartefius
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    Wenn diese Person die Möglichkeit hat regelmässig zu trainieren, mit unterschiedlichen Personen, die unterschiedliche Kampfstile haben zu trainieren wird er irgendwann ein "Schwertmeister" sein.
    Das Hauptaugenmerk liegt bei meiner Aussage aber woanders: Nämlich darauf, dass der Charakter nicht dadurch besser und interessanter wird, dass er sich "Schwertmeister" nennt oder das Training bei einem solchen in den Hintergrund schreibt.
    Wenn jemand wirklich überragend gut kämpfen kann, dann ist das eine feine Sache, der spielerische Einfluss kommt aber fast ausschließlich durch die tatsächliche Handlung, dadurch, dass er etwas tut was andere nicht tun, und der Charakter ist als Fritz der Soldat ebenso beeindruckend wie als Fritz, der Schwertmeister.

    Natürlich ist ein solcher Spieler in der Rolle eines Schwertmeisters auch besser geeignet, und ebenso gibt es die Möglichkeit, dass er im Laufe seines Spiels mit zunehmender Erfahrung besser in dem wird, was er tut. Wichtig ist aber, was er aktiv tut, um die Rolle auszugestalten, und darauf sollte bei der Charaktererschaffung das Hauptaugenmerk gelegt werden.

  10. #10
    Naran
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    Ja verstehe was du damit sagen willst, aber ich stelle mir immer unter "Schwertmeister" sowas vor wie den Klingenmeister bei Warcraft. Also ein Typ der das ganze Hauptberuflich ausübt, eventuell andere ausbildet etc.

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