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  1. #1
    Kelmon
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    Florent du Lac, Knappe

    Hallo,

    es ist wohl wieder soweit, daß ich eine neue Gewandung angehen will. Diesmal sozusagen "back to the roots" - es soll Mitte 14. Jahrhundert (vom angepeilten Kleidungsstil her würde ich 1340 sagen) und adelig werden, wie mein erster (und schon seit Ewigkeiten eingemotteter Charakter). Die Kleidung liegt damit ungefähr auf (bzw. direkt nach) dem Übergang von der "Schlabbermode" zum taillierten, und gehe dabei auch auf den jugendlich-kürzeren Saumhöhenstil. Dieser Thread wird zugegebenermaßen wohl auch einfach dem Zweck dienen, meine Gedanken zu dem Thema zu ordnen.

    Neben der Nutzung der neuen Klamotte als Burgvogt für unseren Sylvestercon will ich damit erstmal einen (ja, sehr alten) Knappen spielen, um auf Ritter umzusatteln, wenn ich mir mal eine brauchbare Rüstung leisten kann. Lustigerweise ja scheinbar auch hier und da ein historisches Problem unter Ritteranwärtern, habe ich mir sagen lassen...

    Zum Knappencharakter ist vermutlich nicht allzuviel zu sagen - ein Knappe eben, in Ausbildung bei seinem Ritter (Herrn Ulrich de Sevigny zu Reichenstein), und bis die Klamotte fertig ist habe ich mir sicher noch Marotten, Fähigkeiten und innere Einstellung ausgedacht. Vor 2013 wird dieser vermutlich ohnehin nicht bespielt.
    Der Knappe wird wohl aus Dascon (Lyrien), genauer aus der Grafschaft Vigneronne stammen. Von der Funktion in der Truppe sehe ich ihn idealerweise als Sprachrohr der Knechte beim Ritter, oder umgekehrt als der, der die Knechte etwas antreibt, wenn der Ritter selbst gerade nicht da ist. Ob das so kommt ist schwer zu sagen, da wir eigentlich auch ohne Knappen eine sehr gute Gruppendynamik hatten, die man wegen mir nicht unbedingt ändern müßte.


    Nun aber zur Kleidung:
    - 2 Hemden, mangels mir bekannter späterer Vorlagen nach St. Louis-Schnitt. Vermutlich etwas modifiziert für größere Kragenweite.
    - 2 Bruchen, davon eine nach dem "Röhrenschnitt" im Medieval Tailor's Assistant, eine andere im "Hosenschnitt", um beides nochmal unter gleichen Bedingungen auszuprobieren.
    - Beinlinge, quer zum Fadenverlauf zugeschnitten, eng, dünne Wolle, Resedagefärbt. Anders als auf diesem Bild aus dem Alexanderroman aber mit geschlossenen Füßen - sofern ich da noch einen zeitgenössischen Beleg finden kann (Was vermutlich nicht schwer sein dürfte, wenn ich ein bisschen recherchiere).
    - Grüne Cotehardie, geknöpfte Ärmel, frontale Knöpfung bis zum Schritt, stark mit Geren erweiterter Rock, Reitschlitze, Länge bis knapp über Knie, gefärbt mit Birkenblättern+Eisensulfat. Gefüttert mit gelber Seide (Birkenblätter)
    - Roter Surcot, Halbärmel mit Eingriffen und "Eselsohren" (So lang, daß man sie für ausflüge ins Gelände verknoten kann, wie ich es auf diesem Bild zu sehen glaube), vorne bis Schritt geknöpft, Reitschlitze, gefärbt mit Krapp. Füttern will ich sie mit Pelz, bin aber noch unschlüssig, ob mein gesammeltes Eichhörnchen da reinwandern soll, oder ob ich mir das noch für was anderes aufhebe...wenn nicht Pelz, dann mit weißer Wolle oder weißem Leinen gefüttert.
    - Gezaddelte Gugel, bei der Farbe bin ich mir noch unsicher, aber mit grün, rot und gelb in Gebrauch bietete sich natürlich blau an. Ggf. auch irgendwas in Mi-Parti. Wird wohl - von Zaddeln abgesehen - wie Herjolfsnes-Gugel Typ II aus dem Nörlund-Buch zugeschnitten. Vermutlich werde ich einen nur mittelmäßig dicken Wollstoff für die Gugel wählen, da die ja auch bei gutem Wetter zum Rest getragen werden soll. Das Ding soll schmuck werden, eventuell also Perlen und/oder umlaufende Linien mit Silberlahn.
    - Mantel: Vorerst kein neuer. Für wahre Sturzbäche von Regen habe ich hier noch eine graue Lodengarnache rumliegen, die zu dem Zeitpunkt zwar schon veraltet ist, woran sich aber wohl kaum jemand stören dürfte.
    - Schuhe: Vorerst keine neuen. Wendegenähte Halbschuhe habe ich ja, wenn auch keine tollen, wobei ich für LARP vermutlich meine genagelten Halbstiefel von Pohen tragen werde. Langfristig wohl noch ein paar durchbrochene Halbschuhe bzw. "Riemchenschuhe".
    - Gürtel, Gürteltasche: Beides vorhanden, eine neue Gürteltasche in der richtigen Form würde ich aber wohl noch anfertigen, wenn ich den rest der aufgeführten Dinge fertighabe.
    - Hut: Da konnte ich abseits von Juden, Narren und Hochadel nicht viel finden - abseits von umfunktionierten Gugel und dem altbekannten "Robin-Hood-Hut". Ich vermute, daß ich mir dann wohl einfach einen solchen neu zulegen werde (aber erstmal meinen alten weiterbenutze).

    So, das wäre mal der Plan.

    Auf gut Glück mal noch ein paar Fragen:
    - Im zweiten Lehnart-Band ist die Rede davon, daß der Surkot auch an den Seiten offen war, was ich ganz schmuck fände. Bei der Quelle dafür gibt er allerdings den Alexanderroman an, wo ich sowas nur mit viel Phantasie und gutem Willen aus den Figuren deuten könnte. Hat da jemand was konkreteres?
    - Mir fiel auf, daß auf Abbildungen der "ersten Generation" von Cotehardien die abgebildeten knöpfe etwas eigenwillig anmuten, im Vergleich zu den Rekonstruktionen, die man so sieht. Da gehen die Knöpfe nicht bis nach oben zum Hals, befinden sich sogar nur auf Bauchhöhe, und besitzen manchmal gewaltige Abstände. Ich vermute, eine Plastik aus der Zeit (~1340-1350) könnte mir da Klarheit verschaffen. Kennt da jemand was?
    - Und natürlich: Was haltet ihr davon?


    EDIT: Hmpf, wollte gerade die verlinkten Bilder auf meinen Webspace hochladen, aber der ist gerade nicht verfügbar. Werden nachgereicht...bis dahin das Bild als Beispiel für die Gewandung.

    EDIT2: Server funktioniert wieder, Bildverlinkung damit ebenso.
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  2. #2
    bstabens
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    Ich würde ja zu gerne deine Bilder sehen... ich seh aber nur 404s.

    Salat

  3. #3
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    Re: Burgvogt, Knappe, Ritter

    Zitat Zitat von Kelmon
    EDIT: Hmpf, wollte gerade die verlinkten Bilder auf meinen Webspace hochladen, aber der ist gerade nicht verfügbar. Werden nachgereicht...bis dahin das Bild als Beispiel für die Gewandung.
    Ich habe aber bis mein Provider das Problem behoben hat die Bilder in der entsprechenden Reihenfolge hier mal angehängt:

    [...]

    EDIT: Serverproblem wurde vom Support behoben, Bilder im ursprünglichen Posting verlinkt.
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  4. #4
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    1) Kann es sein, dass der Lehnart die Frauen-Surcots meint, wenn er von "an den Seiten offen" spricht?

    2) Ist zwar England, aber such mal hier nach Grabplatten der passenden Zeit: http://effigiesandbrasses.com/

  5. #5
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    @Maria:
    zu 1): Nein, er redet explizit von Männersurcots, da ist um die Zeit auch schon eine deutliche Geschlechtertrennung. Die Illustration zeigt auch einen Mann mit einem solchen Surkot. Nur, damit keine Mißverständnisse aufkommen: "An den Seiten offen" bedeutet in dem Fall, daß neben den Reitschlitzen vorne und hinten auch an den Seiten Schlitze von gleicher Länge, also von Hüfte bis unterem Saum, zu finden sein sollen - es bezieht sich nicht auf die stark erweiterte Öffnung unter den Achseln bei den "Höllenfenstersurcots".

    zu 2): Danke, die Seite hatte ich ganz vergessen. Leider werden die interessanten Teile auf den relevanten Platten immer mal wieder von irgendwas verdeckt, aber der Trend ist klar: Knöpfe überall recht deckend ohne großen Lücken, teilweise (bei den früheren) aber am "Rock" des Surkots größere Abstände zwischen den Knöpfen oder (noch früher) eben gar keine, so wie ich es auch tun wollte. Schön auch die Variante mit immer je zwei Knöpfen dicht beieinander, gefolgt von einer kleinen Lücke. Aber ich glaube, ich bleibe beim regelmäßigen Knopf-Lücke-Knopf-Lücke.
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  6. #6
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    Ich finde die Idee gut und bin sehr neidisch, dass du den zweiten Band hast. Der ist ja nicht mehr zu bekommen...
    Intoleranter Besserlaper (Harter Kern)

  7. #7
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    Naja, der gibt einen netten Überblick, aber wie man mal wieder sieht ist der wie auch der Erste mit Vorsicht zu geniessen, und sollte allenfalls als Ausgangspunkt für Recherche dienen. Gut, für's LARP ist es größtenteils völlig egal...
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  8. #8
    Gerwin
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    Nicht mein Zeitalter und es wäre auch nicht mein Kleidungsstill, aber sieht schon sehr schick aus. wenn es wirklich so umgestzt wird wie auf den Bildern geplant würde es mir gefallen.

  9. #9
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    Klingt gut, was du vorhast Kelmon und bei der Umsetzung mach ich mir da auch keine Sorgen Wobei ich sagen muss, dass das nix für mich ist, weils mir zusehr in die historische Schiene läuft. Zum lyrischen Umfeld passt das aber hervorragend

    Soll es dann später auch ne Rüstung ca. 1350 geben?
    Basically... RUN!

  10. #10
    Kelmon
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    Später - ja. Wenn ich eben auf Ritter umsteige. Da ich aber die Kosten für eine wirklich brauchbare Rüstung (so wie ich sie will) dieser Zeit auf Minimum 2000€+ schätze, werde ich damit noch eine Weile warten. Obwohl man mal sehen muß, was ich davon selbst bauen kann. Im Idealfall wird's eben neben Ringpanzer und Plattenrock komplettes Arm- und Beinzeug aus dicht auf eine Lederunterlage genietete Messingteile, wie es für eine ganz kurze Zeit wohl üblich war.

    Siehe dazu http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BC...Blankenburg%29
    Das wäre vom militärischen her meine Vorlage.
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