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  1. #1
    makkaal
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    Streuner, armer Glücksritter... aber trotzdem mit Potential?

    Hallo zusammen,

    nachdem ich ein wenig zu den Konzepten im Titel hier herumgeforscht habe, bin ich noch immer etwas unsicher. Da habe ich nun die Hoffnung, dass euch vielleicht noch etwas einfällt...

    Zur Zeit spiele ich noch einen Söldner mit schlappen 15 Contagen, kann also durchaus ein klein wenig Erfahrung vorweisen, doch scheint das nicht so recht zu reichen.
    Meine Hauptmotivation für einen zweiten Char liegt hauptsächlich darin, möglichst wenig Klamotte mit mir herumschleppen zu müssen, da ich nicht mit einem Auto gesegnet bin. Blöde Voraussetzung dafür, aber was soll man machen...?

    Nun bin ich des öfteren bei den Streunerkonzepten über die Idee des Glücksritters gestolpert, die mir auch gefällt - was mir nicht passt, ist das Zeitalter, in das er meist gesteckt wird: Renaissance/Barock sagt mir nämlich förmlich gar nicht zu. Hinzu kommen noch andere klare Vorstellungen:

    - Er sollte eine Art Survivalist sein, ohne gleich zum Waldläufer zu mutieren.
    - Ich mag verrückte Marotten - es ist aber schwer, sie so auszuwählen, dass sie nicht das Potential der Weiterentwicklung verwehren oder den Char isolieren. Für diesen wurde folgendes ausgewählt: 1. Weigert sich, irgendwo ohne seinen Hund hinzugehen. 2. Spricht mit besagtem Hund. 3. Besagter Hund ist unsichtbar. 4. Wird wütend, wenn er auf nichtexistenten Hund angesprochen wird.
    - Er ist elendig arm, aber nicht wehrlos.

    Mein Problem ist, dass ich unsicher bin, ob und wie ich das realisieren soll. Nachdem ich mir einige Bilder von mittelalterlichen Landstreichern angesehen habe, kommt dem das schon relativ nahe, aber mir fehlen Details.
    Ich hatte diese schönen pdfs gefunden, in denen über die (Fuß- und Kopf-)Kleidung der einfachen Leute referiert wurde, daher nehme ich eine Menge Inspiration - z.B. Rechteckmantel + Kapuze, einfache Tunika, Beinwickel. Unsicher bin ich mir bei weiterem: einfacher Klappenmantel? Kniehose oder doch eher eine normale, lange? Was tun bei kälterem Wetter?
    Vor allem fehlt mir ein Kleidungsgimmick, Feder am Hut ist zwar nett, aber irgendwie triffts das nicht.
    Als Bewaffnung suche ich z. Zt. nach einem Bauernwehr mit kleiner Parierstange, eine einfache Tartsche (wenn auch mit Metallbuckel) habe ich bereits.

    Hauptsächlich aber geht es mir darum, dass ich nicht weiß, in welche
    Richtung er sich weiterentwickeln soll, bzw. auf welche Art von Spiel ich mich konzentrieren sollte. Er soll vielleicht nicht allen krummen Dingern abgetan sein, aber ich möchte auch keinen einfachen Räuber oder (schweren) Dieb spielen.
    Mir fällt nichts ein, was den Charakter für andere "wertvoll" machen könnte, und da ich mit ihm größtenteils ohne Gruppe (höchstens mit einer OT-Bekannten) unterwegs sein würde, wäre das schon ein blödes Merkmal. An Schlachten wird er ganz sicher nicht teilnehmen, um Informationen zu "verkaufen" müsste ich erst wissen, wie man an sie herankommt, und bloßes Tagelöhnerspiel empfinde ich als etwas dröge...

    Zuletzt bin ich völlig ideenlos, was, abgesehen vom überleben, ein erspielbares Ziel sein könnte. Ich sehe, wie andere Charaktere sich erstaunlich weiterentwickeln, nicht nur durch Plot/Setting, sondern auch in sich selbst - mehr Rüstung, andere Rüstung, tolle Waffen, Fähigkeiten und Fertigkeiten... außer lesen und schreiben zu lernen fällt mir partout nichts ein, was für einen solchen Charakter erstrebenswert sein könnte.
    Vor allem aber, was materielle Entwicklung angeht: Über allem anderen steht die Prämisse, dass ich möglichst wenig zu schleppen haben möchte.

    TL;DR:
    Glücksritter gern, aber mittelalterlich:
    - Ideen für Kleidungsgimmicks?
    - Welche Art von Spiel bietet sich an? Was für Tätigkeiten (vom Tagelöhner mal abgesehen)?
    - Was könnte ihn wertvoll für andere machen?
    - Wie könnte er sich weiterentwickeln, kann so ein Charakter jemals plotrelevant sein? Wie könnte sich diese Weiterentwicklung äußern?

    Für jede Art von Feedback wäre ich sehr dankbar!
    Beste Grüße!

  2. #2
    EricPoehlsen
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    Mit dem nichtexistenten Hund kann interessant sein. Kann aber auch nervig sein, da musst du aufpassen, den Bogen nicht zu überspannen...

  3. #3
    makkaal
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    ... wie so üblich bei etwas verrückten Quirks.

  4. #4
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    Darf ich annehmen, daß Du vielleicht über die PDFs der Marca Brandenburgiensis A.D. 1260 gestolpert bist, die ich hier schon ein paar Mal geposted habe? Hier ist übrigens das Inhaltsverzeichnis der Artikel von denen, ist ja vielleicht auch für andere interessant:
    http://www.brandenburg1260.de/sachthemen.html

    Zur Kleidung:
    "Löffel am Hut" ist recht beliebt, oder vielleicht ganz generell irgendwelcher für uns moderne Menschen seltsam anmutender Kleinkram dort.
    Deinen Mantel köntest Du mit Schafsfell füttern, was dich wunderbar warm halten würde, eine gute wahl für einen nicht reichen, (pseudo-)mittelalterlichen Menschen wäre und zudem auf der Meta-Ebene kommuniziert: Der hat sich bei seiner Gewandung Mühe gegeben.
    Als Gimmick würde mir auch eine schön bestickte Pilgertasche einfallen, in der Du Dein Hab und gut mit Dir rumträgst. Als leicht "irrer Typ" dann auch gerne ein eher skurriles Motiv vielleicht. Vielleicht ein Bild von Deinem Hund? Für den weniger Stickbegeisterten bieten sich auch zahlreiche farbige Bommeln an.

    Zum Spiel:
    Solange Du keine (richtige) Kampfausrüstung hast, kein gebildeter Mensch bist, keine Magie beherrschts und auch sonst kein Con-relevantes Handwerk betreibst bin ich da auch erstmal überfragt, was Du denn außer "Handlangerdiensten" und "Bösen Dingen" so tun könntest. Also wirklich tun, im Gegensatz zu "Ich bin Leinenweber, habe aber meinen Webstuhl zuhause gelassen".

    Eine Sache, Dir mir einfällt, wäre das Pilgerdasein, dafür kannst Du meinetwegen ein bisschen spirituell-philosophisch angehaucht sein und Dich überall mit Fragen und "über-den-richtigen-Weg-rumpredigen" einmischen, wohl kaum immer gern gesehen. Wenn Du Deine Rolle als "städtischen Überlebenskünstler" anlegen willst, könntest Du auch jemanden spielen, der eben veruscht, alles zu Geld zu machen - Kleinkram zum Verkauf anbieten, Informationen verkaufen, die es anderswo umsonst gibt, Wetten eingehen, von denen Du weist, daß sie zu Deinen Gunsten ausgehen, etc.
    Ebenso eben wie erwähnt der Handwerker - vielelciht "entlaufener" Lehrling, vielleicht von reisenden Handwerkern (Kesselflicker, Scherenschleifer, Starstechern, Barbieren, etc.) was aufgeschnappt. Gerade bei den reisenden Handwerken sind die Ausrüstungsnotwenidgkeiten halbwegs gering, solange es vielleicht nicht gerade der Mühlradartige Schleifstein ist. Erfahrungsgemäß gehen selbstgedrehte Nestelschnüre weg wie warme Semmeln, haben keine großen Materialkosten, nehmen kaum Platz weg und können zur Eigenbeschäftigung vor Ort gemacht werden...

    Was ihn wertvoll macht:
    Das ist für jede Art von Charakter schwer zu sagen und hängt primär vom eigenen Spiel ab. Ich kann auch den Super-duper-Großmagier spielen - der aber motzend in der Ecke sitzt und den niemand anspielen will, Dämonenplage hin oder her.
    Ganz simple Taktik: Geh von Lager zu Lager, stell Dich vor, und sag, daß wenn die Leute irgendwas brauchen, egal was, sollen sie sich auf jeden Fall an Dich wenden. Und Du kümmerst Dich drum. Dann geh nochmal hin und frag, ob sie inzwischen irgendwas brauchen könnten. u.s.w. Nur: Werd dabei nicht regelrecht nervig. Feingefühl ist hier das Schlüsselwort.

    Weiterentwickeln:
    Solch einem Charakter stehen letztendlich sehr viele, wenn auch nciht alle Türen offen. Passend wären vermutlich weniger Karrieren, die viel rumsitzen, lernen und das Aufnehmen von viel Verantwortung beinhalten. Jemand, der gerne reist, sympathisch ist und keine Probleme mit ein bisschen Schattenspiel hat könnte aber meinetwegen ein (Geheim-)Agent in fester Anstellung irgendeiner Macht werden. Mehr in die zwiellichtigere Schiene laufend sehe ich da den Anführer einer Räuberbande oder ähnlichem. Der Pilger schließlich könnte eines Tages so sehr im Glauben versinken, daß er Wanderpriester/-Prediger wird.
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  5. #5
    makkaal
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    Hui, mit so detaillierten Tipps hatte ich nicht gerechnet.
    Danke dafür! Die Links sind klasse, da werde ich mich bei Gelegenheit mal austoben.

    Der Gedanke mit dem gefütterten Umhang hat schon Gesicht - meinst du, da ließe sich auch mit Fellimitat arbeiten? Stelle mir das ziemlich schwierig vor, bisher habe ich schon Probleme mit Säumen und Verbindungsnähten gehabt. Selbstgedrehte Nestelschnüre, sagst du... da werde ich mal nach suchen, prima Idee!

    Auch die "Taktik" herumzufragen klingt nach etwas, das er gut von der Persönlichkeit her machen könnte. Genauere Hintergründe müsste ich mir noch überlegen. Ich kann einfach nicht beurteilen, wie (gut) das Spiel abseits der Schlachten und Waszusagenhaber abläuft.

  6. #6
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    Zitat Zitat von makkaal
    Der Gedanke mit dem gefütterten Umhang hat schon Gesicht - meinst du, da ließe sich auch mit Fellimitat arbeiten?
    Da frage ich erstmal: Warum würdest Du das so tun wollen? Preis? Materialeigenschaften? "Die armen Schafe!"?
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  7. #7
    makkaal
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    Wohl am ehesten Preis und Materialeigenschaften.
    Ich hatte mir eine Papacha (russ. Fellmütze in etwas "wilderer" Form) aus Schafsfell genäht, was wegen des Leders - obwohl schon recht dünn - unangenehm zu bearbeiten war.

    Ich stelle es mir einfach sehr schwer vor, solche Fellstücke sogar noch so mit dem Umhang zu vernähen, dass es a) hält und b) brauchbar aussieht. Ich habe noch nie ein Kleidungsstück gefüttert und kann mir daher den Arbeitsaufwand nicht vorstellen.

    Wo ich deine Nachfrage nochmal so durchlese, fällt mir auf, dass ein Imitat vermutlich ähnlich teuer sein wird und mir nicht allzu viel bringen würde - da wäre ich wohl mit Loden oder Wolle besser beraten, nehme ich an.

  8. #8
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    Korrekt. Wenn es nicht um vegane Lebensweise oder ähnliches geht, würde ich sowohl wegen Eingenschaften (Wolle vs. Polyester) und Preis (gutes(!) Kunstfell ist teuer) zum Naturprodukt raten.
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  9. #9
    makkaal
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    Hm, das sind natürlich gute Argumente... Dennoch stelle ich mir das recht schwierig vor, vor allem, da ich vermutlich mehrere Fellstücke erst miteinander verbinden müsste, bis ich ein Stück von genügender Größe bekomme, um damit den Mantel zu füttern. Und wie gesagt - bei meiner Fellmütze war das schon tierisch nervenaufreibend.

    Aber die Idee behalte ich trotzdem im Hinterkopf, an sich ist das schon eine prima Sache.

    Danke nochmal dafür!

  10. #10
    Air
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    Hi makkal,

    ich hätte auch noch eine Idee. Wie wäre es einen Phexgeweihten zu spielen? Dann hättest du eine Religion, die durchaus auf Cons des öfteren auch anzutreffen ist, also zumindest 12-Göttergläubige findet man oft und auhc immer ein paar Leute, die sehr Phexgefällig sind. Dann kann man zum einen später auf der Kleriker-Linie weitergehen, wenns dir Spaß macht, oder du beschränkst dich darauf einfach nur Gläubiger zu sein und eben sehr phexisch, wie zum Beispiel Würfelspielen, Gewitzt sein, Handeln, evtl auch dieben (wenns dir OT zu heikel ist, lass es), flunkern, schelmisch sein usw.
    Phex gehört zu dem 12 Götter Zyklus aus DSA, kannst also im INternet einiges dazu finden.
    Finde daran halt schön, dass man einiges an SPielinhalt hat, den man auch ohne Plot wunderbar benutzen kann. Das kann von einer geheimen Andacht über Würfelspiel und Wetten bis hin zu einer Ausbildung zum Priester gehen. Dazu wirst du zwar einen Meister brauchen, aber der wird sich irgendwie wohl auch finden lassen.

    Liebe Grüße
    Air
    Und die Moral von der Geschicht': Mädchen, weich vom Wege nicht!
    Bleib allein und halt nicht an, traue keinem fremden Mann!
    Geh' nie bis zum bitt'ren Ende, gib Dich nicht in fremde Hände!

    Deine Schönheit zieht sie an und ein Wolf ist jeder Mann!
    Merk Dir eines: In der Nacht ist schon mancher Wolf erwacht.
    Weine um sie keine Träne, Wölfe haben scharfe Zähne!

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