Ergebnis 1 bis 8 von 8
  1. #1
    Jutschu
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    Heilerin - wurstel ich da zu viel rein?

    Erstmal vorweg: Das ist mein erster Spielercharakter im Fantasy-Larp. Bespielt wird/werden soll sie in einer lokalen Larp-Gruppe, die auch vorhat, gemeinsam auf Cons zu fahren. Wenn wir nur endlich mal zum IT-Training kämen... *seufz*

    Zum Konzept:

    Miralis Nahnu war das Ergebnis einer stürmischen Liebschaft zwischen einer Schankmaid und einem fahrenden Spielmann. Wenn auch die Verbindung nicht unbedingt gerne gesehen wurde, so hielt sie doch länger als alle glaubten (vielleicht auch wegen des Kindes).
    So kam es, dass Mira meist ihre Winter bei der Mutter und den jüngeren Geschwistern verbrachte und den Sommer über mit ihrem Vater durch die Lande zog um ihn zu unterstützen und bald auch zu begleiten. Die junge Frau fand großen Gefallen am Leben der Spielleute und alles schien darauf hinauszulaufen, dass sie bei ihrem Vater bleiben würde.

    Eines Tages wurde Miras Vater in einer Tavernenschlägerei, die auch vor dem Barden nicht haltmachte. Es schien, als würde er die Finger seiner rechten Hand nie wieder benutzen können, bis sich eine Heilerin seiner annahm.
    Mira, von dem Tun und Können der Heilerin so begeistert, beschloss, dieses Handwerk zu lernen und beschwatzte die Heilerin so lange, bis diese sie in die Lehre nahm.

    Nach ein paar Lehrjahren schloss sich Mira schließlich einer Gruppe fahrender Krieger an um auf der Reise mehr Wissen zu sammeln und gleichzeitig an den Schlagfreudigen Gesellen die perfekten Übungsobjekte zu haben. Wunden zusammenflicken und Wehwechen heilen kann sie schon recht ordentlich, aber alles was darüber hinausgeht, übersteigt ihr Wissen.

    Mira könnte man als "Löwenmutter" bezeichnen - ihre Mitreisenden und Patienten sieht sie als ihre Familie. Normalerweise ist sie fröhlich, zu Scherzen aufgelegt und immer ein Lied auf den Lippen und wenn es nichts zu tun gibt, schließt sie sich auch gerne mal den Barden an. Aber wehe, wenn es einem ihrer Schützlinge schlecht geht, oder jemand ihren Patienten etwas antun will. Dabei ist es egal, ob der Patient Freund oder Feind ist - wer krank ist, wird versorgt, keine Widerrede.

    Ausrüstungsmäßig wollte ich sie eher schlicht halten: Viele Verbände, viel Kunstblut (yay! ), Skalpell, Wundhaken, Pinzette, Nadel und Faden. Die Idee ist ja, dass sie gerade noch nicht so viel kann und sich eher an andere Heiler hängt um etwas zu lernen.

    Jetzt kommt die große Frage: Ist das eurer Meinung nach okay so? Packe ich mit den Bardenelementen nicht zuviel in den Charakter rein?
    Wo man singt, da lass dich ja nicht nieder - denn diese Biester singen immer wieder.

    Musik von und mit mir:
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  2. #2
    Kelmon
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    Ich weiß jetzt nicht, in welcher Form Du Dich da immer mal wieder irgendwelchen Barden anschließen willst - aber ein Heilerlehrling, der gleichzeitig in seiner Freizeit noch singt/ein Instrument semiprofessionell spielt, sehe ich als völlig unproblematisch an.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  3. #3
    Gerwin
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    Hm. Vom "zu viel Charakter" finde ich das persönlich wie Kelmon gänzlich unproblematisch. Ein paar kleine "Logiksprünge" sind eventuell drin. Dieses "Eltern leben getrennt voneinander und das Kind ein halbes Jahr bei der Mutter sowie ein halbes Jahr beim Vater" ist halt ein eher modernes Konzept. Man mag mich jetzt steinigen, aber höchstwahrscheinlich wäre ihre Mutter nicht allzu gut auf den Vater zu sprechen, eben weil in einer "mittelalterlichen" (!) Fantasywelt i.d.R. ein gewisser familiärer Zusammenhalt wichtig ist. Elegant aus der Sache rauskommen tust du (wenn du willst) ganz einfach. Entweder sie ist das Kind zweier fahrender Musiker, oder du ersetzt Vater durch Mutter und machst aus den Vater "irgendeinen der halt mal irgendwann auf irgendeinen Jahrmarkt irgendwas in die Mutter gesteckt hat, vor vielen Jahren". Muss jetzt nicht unbedingt sein, aber wäre so ein Ansatzpunkt

    Der zweite ist, wunden "nähen" gehört eigentlich schon nicht zum Grundhandwerk und wäre für mich logischer schon eher ausgebildeten Heilern vorbehalten. Insbesondere da das Nähen von Wunden im Regelfall entweder nicht mehr notwendig sein dürfte, oder tendenziell unnötig ist. Wofür eigentlich das Skalpel? Irgendwie hat das jeder Heiler mit dabei, ohne sich damit zu beschäftigen das dieses eher für Operationen gebraucht werden muss die NICHT am Schlachtfeld vorgenommen werden müssen. Sinnvoller wären hier improvisierte Arm und Beinschienen und eventuell ein Beißholz.

    Zwei Dinge noch zum Thema Kunstblut. Hier ist erst einmal die Frage was du willst. Willst du wahnsinnige cineastische Effekte oder willst du eine Heilerin bei der auch ein Rettungssanitäter sagen würde "ja, das nehme ich ab". Willst du letzteres solltest du dir klar machen, so viele Kampfverletzungen bei denen Unmengen (!) an Kunstblut entstehen gibt es gar nicht. Insbesondere stumpfe Hiebwaffen führen meist eher zu inneren Verletzungen als zu "jede Menge Kunstblut". Dieses "wir vergießen mal literweise" stammt nach Aussage eines Unfallsanitäters eher aus Hollywood.

    Wenn du allerdings einen eher cineastischen Umgang willst (was natürlich völlig okay und gänzlich gleichberechtigt ist) solltest du dir noch klar machen, nicht jeder deiner Mitspieler steht auf Kunstblut, insbesondere nicht an den Klamotten. Von daher würde ich vor flächenendeckenden Spritzeinsätzen erst einmal nachfragen.

    Ansonsten aber im allgemeinen eine schöne Idee. Auch wenn ich es immer wieder persönlich amüsant finde wie viele das "fahrende Volk" einen sicheren Leben in der Heimat vorziehen. Muss an bekannten Mittelalterbands liegen.

  4. #4
    Jutschu
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    Zitat Zitat von Gerwin
    Ansonsten aber im allgemeinen eine schöne Idee. Auch wenn ich es immer wieder persönlich amüsant finde wie viele das "fahrende Volk" einen sicheren Leben in der Heimat vorziehen. Muss an bekannten Mittelalterbands liegen.
    Naja, wie sollten die denn sonst auf die Cons kommen?

    Hm ja, das mit der Elternkonstellation muss ich mir nochmal genauer überlegen.

    Was das Thema Kunstblut angeht, ich hab nicht vor, jeden Patienten erstmal damit zu übergießen - ist erstens dann nur noch pampig und zweitens kann ich vollauf verstehen, dass die wenigsten ihre Gewandung voller roter Suppe haben will.
    Außerdem finde ich gezielt eingesetzte kleine Mengen viel schöner und viiiel effektvoller, als Splatter-Orgien.

    Zum Thema Skalpell: Du hast recht, das ist irgendwie unlogisch. Ist mir so vorher noch nie wirklich aufgefallen...
    Wo man singt, da lass dich ja nicht nieder - denn diese Biester singen immer wieder.

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  5. #5
    Gerwin
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    Indem sie einen Grund haben warum sie das fahrende Volk vorziehen. Hohe Schulden in der Heimat. Den Hof verzockt. Mit den fahrenden Volk aufgewachsen. Dummerweise hat der Ehemann erkannt dass du keine Jungfrau mehr bist. Du hast die Scheune des Dorfbüttels bei einen Stelldichein mit seinen Sohn abgefackelt. Die Dorfbewohner verjagen dich nach einer Hungersnot weil sie glauben dass deine Musik dafür sorgt dass Kühe nur noch saure Milch geben?

    Es wird eh selten jemand explizit nachfragen. Wenn aber finde ich es immer befremdlich wenn der gegenüber mit "Heute hier, morgen dort" Wandervogelromantik aufwartet.

    Beim Skalpel können sich ja eventuell noch einmal Mediziner zu äussern. Als Ex-Ersthelfer würde mir jedoch nur ein einziger Grund einfallen so etwas zu verwenden. Und das wäre ein Kehlenschnitt. Welcher im MA dann doch eher befremdlich ist.

  6. #6
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    Erstmal eines vorweg: Zumindest ich fasse ihren Charakter so auf, als daß dieser bereits als Lehrling von einem Meister die Grundzüge des Handwerks gelehrt bekommen hat, und nicht bloß irgendwer ist, der Stoffstücke um Wunden knoten kann.

    Zitat Zitat von Gerwin
    Der zweite ist, wunden "nähen" gehört eigentlich schon nicht zum Grundhandwerk und wäre für mich logischer schon eher ausgebildeten Heilern vorbehalten. Insbesondere da das Nähen von Wunden im Regelfall entweder nicht mehr notwendig sein dürfte, oder tendenziell unnötig ist.
    Nähen ist sogar ganz klar *das* Grundhandwerk für einen angehenden Heiler/Feldscherer. Mal vom rein spielerischen Aspekt abgesehen, nach dem diese Basistechnik viel verschiedenes Spiel ermöglicht, müßtest Du mir mal erklären, inwiefern das Nähen bei den im LARPKampf zu 95% auftretenden Schnittwunden "unnötig" wäre. Soll man klaffende Wunden mal eben so offen heilen lassen?

    Wofür eigentlich das Skalpel? Irgendwie hat das jeder Heiler mit dabei, ohne sich damit zu beschäftigen das dieses eher für Operationen gebraucht werden muss die NICHT am Schlachtfeld vorgenommen werden müssen.
    Selbstverständlich braucht man das. Wundränder müssen je nach Wunde beschnitten werden, Wunden müssen manchmal in die Breite, in die Länge, oder durch den Körper hindurch erweitert werden (Fremdkörpersuche, Pfeile und Bolzen). Das gehört alles noch zur "Erstversorgung".

    Beim Skalpel können sich ja eventuell noch einmal Mediziner zu äussern. Als Ex-Ersthelfer würde mir jedoch nur ein einziger Grund einfallen so etwas zu verwenden. Und das wäre ein Kehlenschnitt. Welcher im MA dann doch eher befremdlich ist.
    Du bist "Ex-Ersthelfer"? D.h. Du hast genau wie ich zu DRK-Zeiten einen Achtstündigen Erste-Hilfe-Kurs absolviert, der im Wesentlichen der LSM-Kurs mit ein paar "Extras" ist? Ich hoffe Du willst nicht ernsthaft damit sagen, daß Du irgendwelche nenneswerte medizinische Kenntnis zum Thema "Skalpell" und "Wundnähte" hast, ja?

    Sinnvoller wären hier improvisierte Arm und Beinschienen und eventuell ein Beißholz.
    Erfahrungsgemäß ist die Lust der Spieler, Brüche längere Zeit auszuspielen zumindest auf dauerhaft kampflastigen Cons eher gering. Da man Holz für einen Splint oder ein Beißholz ohne nenneswerte Mühe auf jeder Con vor Ort finden kann, würde ich meine Energie lieber in andere Dinge stecken, z.B. Wundattrappen.


    Ansonsten aber im allgemeinen eine schöne Idee. Auch wenn ich es immer wieder persönlich amüsant finde wie viele das "fahrende Volk" einen sicheren Leben in der Heimat vorziehen. Muss an bekannten Mittelalterbands liegen.
    Andersrum wird ein Schuh draus: LARP-Charaktere müssen nunmal zwangsläufig oft "fahrendes Volk" sein, und sind damit immer die Ausnahme gegenüber den 100 anderen mit gleichem Beruf, die zuhause bleiben und natürlich darum nie bespielt werden. Kannst ja mal erzählen, warum Dein Nordmann nicht IT-zuhause rumsitzt. Vermutlich zu oft "Männer mit Bärten" gehört, wie?
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  7. #7
    Cartefius
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    Ich finde die Elternkonstellation ziemlich unproblematisch, das ist nicht so außergewöhnlich dass es Verwunderung auslösen würde, und meiner Erfahrung nach kräht meistens nach solchen Hintergrunddetails in der Praxis eh kein Hahn.

    Was die Heildarstellung angeht, so ist übermäßiges Blutvergießen zumindest auf den Cons auf denen ich bislang war noch nie ein Problem gewesen, im Gegenteil: Die meisten Heiler benutzen überhaupt kein Kunstblut, und die, die es tun, sind aus Vorsicht, die Kostüme nicht zu beschädigen, eigentlich immer sehr vorsichtig.

    Ganz grundsätzlich würde ich aber empfehlen, zwei unterschiedliche Behandlungsarten zu planen:
    Einerseits ist da die schnelle, notfallmäßige Wundversorgung während oder direkt nach der Schlacht, bei der man schnell die Wunde einschätzt, die Blutung stillt und einen Verband oder eine Schiene anlegt, wobei man hier mit einer übersichtlichen (wegen Verlustgefahr) und sicheren (wegen Verletzungsgefahr im Getümmel) Menge von Werkeug arbeiten sollte.
    Auf der anderen Seite wäre da die ausführlichere Behandlung unter kontrolliereten Bedingungen, ber der man gut mit bearbeitbaren Wunden, scharfen Instrumenten und ähnlichem arbeiten kann.

    Außerdem würde ich noch empfehlen, dem Charakter eine klar definierten Stil, ein deutlicheres Thema zu geben. Das können so Sachen wie Stand, Kultur, oder sonstige Dinge sein, an denen man sich dann in der Umsetzung orientieren kann. Wichtig ist vor allem die Umsetzung im Spiel, also das man tatsächlich auch etwas darstellen kann, und das ganze nicht nur graue Theorie bleibt.

  8. #8
    Gerwin
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    Kannst ja mal erzählen, warum Dein Nordmann nicht IT-zuhause rumsitzt
    Gerne. Hat aufgrund einer damals vorhandenen Knieverletzung den Anschluss verloren was sich sogar bis heute Ausrüstungstechnisch auswirkt.

    Zum Rest sag ich jetzt mal nichts.

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