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  1. #1
    DieRonja
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    Grünschnabel

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    Mein erster Charakter

    Heyho,
    Ich geh im Sommer auf meine erste Con und freue mich schon darauf. Ich hab lange über mein Charakter-Konzept nach gedacht und werde: Elf-Dämon-Nymphe-Halbwolf...

    Nein, nur Spaß. Obwohl ich lange mit Elfen geliebäugelt hatte bin ich jetzt eine Heiler-Schülerin, ihr alter Meister ist gestorben und sie sucht einen neuen. Sie ist ein Mensch. Ich werde ein einfaches Kleid und Stiefel sowie Haube tragen,ich plane noch eine Tasche mit Kräutern und Salben. Was haltet ihr davon?
    Liebe Grüße ,
    Ronja
    Herr der Ringe süchtig

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  2. #2
    Kelmon
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    Hallo,

    Soweit würde ich das als problemlos spielbar einstufen.

    Einige Dinge zum Heilerdasein: Erfahrungsgemäß herrscht auf fast allen Cons wenig bis kein Bedarf, was die Behandlung von alltäglichen Wehwehchen angeht. Sprich: Der Heiler im LARP wird vor allem zur Versorgung von Schlachtfeldwunden herangezogen, und hier wieder vor allem Schnittwunden.
    Empfehlenswert ist darum für den Heiler-Einsteiger, neben Salben und Kräutern auch Nadel und Faden (Nähen der Wunde), Verbände (Am Ende so rumwickeln, daß er sitzt; am besten zuhause üben), und dann viellecht noch eine Pinzette (Säubern der Wunde von Fremdkörpern) und Kunstblut (damits netter aussieht; auf Wunsch bzw. nach Einverständnis des Behandelten) in seiner Tasche mitzuführen.
    Das kann man dann, wenn Dir die Rolle zusagt, noch mit 1000 anderen Dingen ergänzen.

    Achja, frag bei Dingen wie Nadeln und anderen metallgeräten mal die Orga, bei der Du spielst, ob es in Ordnung geht, diese bei der Wundversorgung im Kampfgebiet zu verwenden. Du kannst anbieten, eine stumpfe Sattlernadel stattdessen zu verwenden, oder auch Gerätschaften aus einem völlig sicheren Material wie Latex/Schaumstoff.

    Wenn Bei Dir der Bedarf besteht, kann man auch noch über konkretere Details zu Kleid, Haube und Stiefeln reden.

    Achja, eines solltest Du auch beachten: Mit dem oben gesagten zusammenhängend unterteilt sich die Tätigkeit eines Heilers oft in hektisches Gewusel (Ab Kampfbeginn und auch noch nach dem Kampf) und rein gar nichts zu tun zu haben (Wenn eben kein Kampf stattfand). Das im hinterkopf behaltend könntest Du Dir überlegen, was Du sonst noch so im LARP erleben willst, um quasi die Pausen zu füllen. Es ist aber eben sehr Con-abhängig, wie diese ausfallen. Da gilt für den Abenteuercon (meinetwegen Dorf wird gegen Orks verteidigt, ständig versucht der Feind durchzubrechen) etwas anderes als für eine Ambientecon (z.B. lustige Bauernhochzeit)
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  3. #3
    Naran
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    Wo grade das Ding mit dem Einverständnis aufkommt, am besten vorher kurz OT nachfragen ob es okay ist die Person anzufassen (natürlich nicht voll ins Gemächt greifen oder so ). Manche mögen es nicht von Fremden befingert zu werden, selbst wenns ums Spiel geht. Ich habe schon Leute sich beschweren hören, weil der Heiler ja ihre Wunde am Bauch freigelegt hat! Unerhört... Aber auch wenn ich sonst eindeutig dafür bin nicht alles zu eng zu sehen, würde ich da auf jeden fall erst nachfragen.

    Zudem kann man sehr leicht Latexapplikationen selber machen die wie Wunden aussehen. Diese dann einfach auf die entsprechende Stelle legen und mit Nadel und Faden quasi verschließen.

    Was auch cool wäre ist ein Weinschlauch dabei, um die Wunde auszuwaschen. Eigentlich wurde der Wein zwar gekocht bevor er auf die Wunden kam, aber ich finde es einfach schöner wenn die Wunde auch gewaschen wird, als wenn man das Ding einfach zupfriemelt. Wahrscheinlich wären nach 3 Tagen über 80% der Wunden auf Cons sonst infektiös.

    Für Ambientige Cons, wo es mehr ums Feiern, essen und trinken geht kannst du natürlich auch mal andere Fähigkeiten auspacken. Medizin gegen Bauchgrimmen z.B. wenn sich der fette Bauer mal wieder überfressen hat, oder Anti-Kater Medizin, wenn die Nacht vornedran doch viel zu wild war. KEINE echte Medizin verwenden. Du weißt nicht wie die Leute reagieren. Manche sind vielleicht auf die alltäglichsten Mittel allergisch. Für einen Aufguß würde ich z.B. getrocknete Pfefferminze nehmen, etwas Zucker rein (eventuell Kandiszucker als "Heilstein") oder gleich ne Teemischung und vielleicht sogar Milch. Natürlich nennst du das nicht Milch Zucker und Tee, sondern denkst dir irgendwelche ganz mysteriösen Namen aus, damit der gemeine Hansel denkt:"UHHH die hat aber mächtig Ahnung!". Das ganze kann dann IT natürlich trotzdem nur Tee sein und du machst viel Geld mit einfachen Mitteln.
    Mann ohne Bauch? Welch Schmach, diese Verkrüppelung!

  4. #4
    Cartefius
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    Was auch cool wäre ist ein Weinschlauch dabei, um die Wunde auszuwaschen. Eigentlich wurde der Wein zwar gekocht bevor er auf die Wunden kam, aber ich finde es einfach schöner wenn die Wunde auch gewaschen wird, als wenn man das Ding einfach zupfriemelt. Wahrscheinlich wären nach 3 Tagen über 80% der Wunden auf Cons sonst infektiös.
    Hier gibt es viele verschiedene Ansätze, die man fahren kann. Ich finde, dass sich inzwischen das stereotype Wundenauswaschen mit (oft hochprozentigem) Alkohol im Larp so weit verbreitet hat, dass ich diese Tradition bei meinen Charakteren häufig bewusst durchbreche.

    Grundsätzlich würde ich empfehlen, eine schnelle und sichere Wundversorung fürs Schlachtfeld im Repertoire zu haben, z.b. mit Kunstblut und einem Verband, und eine aufwändigere für ruhigere Situationen mit Nähen, Kräutern, Salben, Kauterisieren und ähnlichen Dingen. Maria hat kürzlich im Ning eine schöne Stufenliste gepostet, ich hoffe sie hat nichts dagegen, wenn ich sie hier mal zitiere:

    Mach dir für die Heilerin ne Prioritätenliste:

    Am wichtigsten sind Dinge wie Verbände, Salbe, Wasser, Kunstblut. In dieser Reihenfolge. Also die unterste Stufe "Erste Hilfe"-Wundversorgung.

    Plus großer geräumiger Tasche oder Rucksack. Das sind alles Sachen, die sich leicht besorgen lassen. Für die Verbände billigen Stoff zerschneiden (10-20cm breit, mindestens 1,5m lang), für das Wasser ne Plastikflasche in nem Beutel verstecken (es sei denn, du hast hübschere Behältnisse).

    Zweite Stufe: Nadel und Faden (z.B. Rundnadeln und Garn auf hübschen Holzrollen), Make-Up/Schminke (roter, brauner, schwarzer Kajal, Mastix für Fadenstückchen). Passende Kleidung (keine Flatterärmel, sondern lieber Ärmel zum Hochrollen) samt weißer Schürze.

    Dritte Stufe: Skalpell (da scheiden sich die Geister, ob es eins aus Schaumstoff oder ein stumpfes Metallexemplar sein darf), Beißholz, Schienen

    Vierte Stufe: Interaktive Wunden, Instrumente, Therapiewerkzeug, Alchemielabor, Tragetuch....

    Die ersten zwei Stufen lassen sich bestimmt noch vor April besorgen und kosten auch nicht so viel, dass es schade drum wäre, wenn die Heilerin dir wider Erwarten doch keinen Spaß macht.

    Solange du keine interaktiven Wunden hast, tust du immer so, als ob. Du tust so, also ob einen gebrochenen Arm wieder einrenkst, du ziehst Leuten das Hemd am Bauch hoch und tust so, als ob du eine Wunde nähst. Dazu kann man z.B. am Anfang gut Tücher nehmen, die einen Ausschnitt haben. Dieses "Fenster" kann man dann mit blutigem Stoff unterlegen, ist zwar keine interaktive Wunde, aber sieht schon mal ganz gut aus.

  5. #5
    DieRonja
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    Dankeschön an alle für die Tipps! Reicht die Hintergrundgeschichte? Ich werde auf jeden fall mal mich über interaktive Wunden informieren und alles besorgen was man so brauch
    Lg,
    Ronja
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  6. #6
    Cartefius
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    Die Hintergrundstory reicht, da schreiben die meisten Leute sowieso viel zu viel, im Spiel kräht da kein Hahn nach.

    Wenn du dir selber ein paar mehr Eckdaten zum Spiel geben möchtest, kann es sinnvoll sein zu definieren, was den Charakter so vom Tun her ausmacht, etwa so, wie wenn man als Regisseur einem Schauspieler eine Rolle erklären müsste. Das können so Sachen sein wie "ist sehr schüchtern, entschuldigt sich viel und schaut ungern Leuten in die Augen" oder "ist sehr handfest und derb, spricht gern laut und bäuerlich, und lehnt neue Dinge erstmal ab". Gute Ansatzpunkte sind z.B. Kultur (städtisch, ländlich, fortgeschritten, primitiv...), Stand (reich, arm, bürgerlich...), Bildung (simpel, belesen, selbstbeigebracht), und Konfliktverhalten (feige, aufschneiderisch, kämpferisch, authoritätsgläubig).

  7. #7
    oliverp
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    Hallo Ronja,

    Zitat Zitat von DieRonja
    Reicht die Hintergrundgeschichte?
    Hintergundgeschichten werden für das Spielen selbst oft überbewertet.
    Sie dienen eigentlich nur dazu, dir als Spielerin selbst Anhaltspunkte für deinen Charakter zu geben.

    Ich persönlich gestalte meine Hintergrundgeschichten mittlerweile wieder recht umfangreich, am liebsten in Kooperation mit anderen Spielern um immer stressfrei passende Anekdoten und Macken zur Hand zu haben.
    Das schliest aber nicht aus, spontan welche zu erfinden oder zu improvisieren - dazu bedarf es aber eines festen Gesamteinducks des Charakters. Dabei kann so eine Geschichte helfen, muß sie aber nicht leisten können und notwendig ist sie auch nicht - nur eine Hilfestellung.

    Gerne denke ich mir kurze Episoden aus aus dem Leben meines Charakters und notiere sie mir auch. Mir persönlich gibt es ein besseres Gefühl. Früher habe genau gegensätzlich agiert und fand das auch angenehm, aber da habe ich auch ständig gespielt. Heute gehe ich auf einen oder zwei Cons pro Jahr und hilft es mir eben weiter.

    Schaden kann eine detaillierte Hintergrundgeschichte nur, wenn man den eigenen Charakter zu eindimensional und monokausal sieht.
    Das Problem an dem Satz "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" ist, dass sich jeder für den Wald hält. OliverP

    Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen, Ihr Pisser!
    Jean-Jacques Rousseau

  8. #8
    Naran
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    Was für mich viel wichtiger ist als irgendwelche Dinge wie schüchtern etc. auf dem Bogen stehen zu haben, ist einfach das der Charakter weiß wo er herkommt. Wenn du schüchtern bist, merke ich das aus dem Spiel, wenn du es nicht so spielst, bist du es nicht. Aber wenn ich mich z.B. mit dir unterhalte und dich Frage wie dein werter Herr Papa heißt und du erstmal 20 Minuten nachdenken musst kommt das nicht so gut. Aus dem IT Spiel heraus ergibt sich so eine Situation des öfteren mal, vor allem bei einem gemütlichen Abend am Feuer, wo sich alle eben mal grade nicht von Legionen von Untoten umringt sehen, sondern einfach mal ein wenig Feiern und das Leben Leben sein lassen.

    Wenn man sich auf theologische Gespräche einlassen will kann man noch eine Religion aussuchen der der Charakter zumindest mal in teilen anhängt. Oder sich im Spiel überzeugen lassen ist natürlich auch ne Möglichkeit.
    Mann ohne Bauch? Welch Schmach, diese Verkrüppelung!

  9. #9
    DieRonja
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    Also die Namen aller für meine Hintergrundgeschichte wichtigen Charaktere und ein paar kurze Geschichten im Hinterkopf haben?
    Lg,
    Ronja
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  10. #10
    Cartefius
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    Was für mich viel wichtiger ist als irgendwelche Dinge wie schüchtern etc. auf dem Bogen stehen zu haben, ist einfach das der Charakter weiß wo er herkommt. Wenn du schüchtern bist, merke ich das aus dem Spiel, wenn du es nicht so spielst, bist du es nicht.
    Das ist meiner Meinung nach aber genau der Punkt: Viele Spieler schreiben sich ganz viel Zeug auf den Charakterbogen, in der Hoffnung, dass sie irgendjemand mal am Lagerfeuer danach fragt. Diese Information bleibt aber fast immer sinnlos, weil sie im Spiel nie eine Rolle spielt: Mich hat in 15 Jahren Larp z.B. noch nie irgendjemand nach dem Namen meines Vaters gefragt.
    Das führt dann dazu, dass die Leute zwar ganz viel Charakterhintergrund auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber überhaupt nichts greifbares "zum Spielen" haben. Das heißt, sie spielen eigentlich immer gleich, und immer sich selbst.
    Gerade bei Einsteigern ist das nicht schlimm, aber es macht viele Figuren recht langweilig und wenig erinnerungswürdig, und vor allem führt es häufig dazu, dass die Leute nach dem dritten oder vierten Charakter merken: Irgendwas fehlt, irgendwie ist das immer das gleiche, wo ist der Pepp? Oft greifen sie dann zu immer exotischeren und ausgefallenen Charakteren, bei denen aber wieder sämtliche Exotik nur auf dem Papier stattfindet, und spielen als diese wieder nur sich selbst.

    Deswegen ist mein Tipp: Halt es ruhig am Anfang einfach, aber wenn du Dinge hinzufügst, achte darauf, dass sie auch im Spiel, und nicht nur in Erzählungen, auftauchen.
    Also nicht "Mein Charakter kommt aus einem kleinen Bauerndorf", sondern "Mein Charakter kommt aus einem kleinen Bauerndorf, das bedeutet im Spiel: Er trägt derbe Bauernkleidung, kann nicht lesen und schreiben, isst bei Tisch mit dem Holzlöffel aus der großen Schüssel, und hat noch nie Elfen, Magier oder Ritter gesehen."

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