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  1. #1
    Mareile
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    Dämon in der Charakterverwandschaft

    Hy, ich würde gerne mal eure Meinung hören, damit ich weiß auf welche Reaktionen ich mich auf den nächsten Cons enstellen sollte.

    Mein Charakter war ursprünglich als Mensch geplant, damit habe ich auch schon einige Cons besucht (knapp 30 Contage). Aufgewachsen bei den Eltern bis zum 8. Lebensjahr, dann von Vater verstoßen wurden. Geriet kurz zeitig in Gefangeschaft, ihr Retter wurde ihr Mentor bis er Gewaltsam zu Tode kam. Später geriet sie an einen Dunkelpaladin, dem sie nun dient. Sie selber ist allerdings KEIN Chaosanhänger!

    Jetzt kamen wir auf die Idee, das der Vater von ihr kein Mensch sondern ein Halbdämon ist. (Der entsprechende Spieler ist von der Idee begeistert.)
    Durch ein magisches Siegel, das kurz nach der Geburt, ihr aufgebracht wurde, konnte das Erbe unterdrückt werden.
    Dieses Siegel brach jetzt und das Erbe wird langsam sichtbar. (Mutationen breiten sich langsam aus, deutlich sichtbres Adergeflecht, farbige Kontaktlinsen, später Hörnchen usw.)
    Also Kind und Vater wussten bislang nicht von dem jeweils anderen, doch der Vater kann durch eine besondere Fähigkeit nun spüren, das dort Jemand ist, der sein Blut in sich trägt, da das besagte Siegel nun gebrochen ist.

    Die Fähigkeiten werden die eines Menschen gleichbleiben, nur bei Cons mit Regelwerken wie Silbermond, werde ich Übernatürliche Nachteile dazu nehmen, damit versuche ich sogenanntes Powergaming zuvermeiden. Dies wird ja einem schnell vorgeworfen, wenn man einen solchen Exoten spielt.

    Mit diesem Charakter werde ich dann natürlich nicht mehr auf jede Con fahren können, kann ich jetzt ja schon nicht mehr durch die Gefolgschaft des Dunelpaladin. Und selbstverständlich kläre ich es auch immer vorher mit der Orga ab, ob es ins Setting passt.


    Jetzt bin ich mal auf eure Meinungen gespannt.

  2. #2
    Cartefius
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    Mein erstes, subjektives Gefühl zu dem Thema ist leider ganz klar "Oh nein, bitte nicht!". Das liegt daran, dass man die Halb- oder Vierteldämongeschichte insbesondere in Tavernenspielerkreisen extrem häufig zu lesen bekommt, mir aber im Larp eigentlich so gut wie nie eine Umsetzung untergekommen ist, die überzeugend oder auch nur irgendwie bereichernd war. Ein Teil des schlechten Rufs dieser Charakterkonzepte kommt sicherlich von dem Powegaming, das häufig damit betrieben wird, ein anderer aber auch davon, dass solche Spieler oft den Wunsch haben, ihren Charakter mit dem Brecheisen cool, gefährlich und exotisch zu machen, was häufig eher ins Lächerliche abdriftet.

    Auf der anderen Seite mag ich prinzipiell exotische Charaktere, und sehe auch durchaus darstellerisches Potential in dämonischen, mutierten oder übernatürlichen Konzepten. Solche Figuren brauchen aber eigentlich eine auf sie zugeschnittene Bühne, um zu wirken, und eignen sich deswegen oft nicht als Spielercharaktere, und sind vor allem darstellerisch eine extrem aufwändige Sache. Als Positivbeispiel fällt mir z.B. der Tieflingscharakter von "Merilfaen" aus dem Ning ein, bei der mit Kleidung, Kultur, Spielansätzen und vor allem Maske eine wirklich kreative Umsetzung gemacht wurde, das ist aber die extreme Ausnahme.

    Wenn du einen solchen Charakter spielen willst, halte ich das prinzipiell für schiwerig aber machbar, aber ich würde in diesem Fall von Grund auf neu starten und ein Konzept entwickeln, das in sich geschlossen und stimmig wirkt. Einen bereits bestehenden Menschencharakter mit irgendwelchen Hörnchen und Kontaktlinsen nachträglich auf Vierteldämon zu trimmen halte ich für keine gute Idee. Da ist die Gefahr zu groß, dass am Schluss nur wieder eine von den halbherzigen Umsetzungen dabei herauskommt, die bei mir und vielen anderen Spielern zu Unbehagen führen, wenn sie das Wort "Dämon" in einer Charakterberatung lesen.

  3. #3
    Kelmon
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    Während die Powergaming-Sache ("Ich spiele einen Mensch mit Hörnchen und habe coole Dämonenkräfte!") ja schon von Dir selbst ausgeschlossen wurde, blieben als Probleme meines Erachtens nach eben das passende Darstellen dieses Charakters und die Conauswahl.

    Letzteres hast Du ja selbst schon erkannt - wenn Du damit leben kannst, ist das prima, aber ich vermute dennoch, daß die Zahl der Veranstaltungen, bei denen man auf Spielerseite als herkennbarer Halbdämon unbehelligt rumlaufen kann, sehr klein ist.

    Bei der Darstellung wäre dann die Frage, ob Du schon gute Pläne hast, das dämonische Erbe gut darzustellen. Du darfst Dich hier vermutlich bei Deinen Vorgängern bedanken, daß die angeklebten Hörnchen niemanden mehr vom hocker reißen. Und ja, was die Vorgänger betrifft: Diese Geschichte ist leider schon sehr abgelutscht und steht bei Vielen vermutlich unter "Anfängerfehler" in ihrer Spielerbiographie.


    Und natürlich wäre da noch die Frage, was Du Dir spielerisch von einem solchen Charakter versprichst. Von den meisten Charakteren Deiner Mitspieler dürftest Du bestenfalls nicht beachtet oder ausgegrenzt werden, schlimmstenfalls landest Du auf einem Scheiterhaufen.
    Du solltest Dir also mal überlegen, wo diese Entwicklung hinführen soll, und wo Du Ansatzpunkte für Spiel mit Anderen aufbauen kannst.
    LARP-Anfänger: Schaut hier nach!

  4. #4
    Mareile
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    Danke erst mal für die schnelle Antwort.

    Also das Ende der Mutation wird wohl auf eine Halb oder 3/4 Maske hinauslaufen, vieleicht auch auf eine Klauenhand.
    Ich arbeite auch ständig an der Gewandung (auch bei meinen anderem Charakter), da mir auf jeder Con etwas einfällt was man ändern oder besser machen könnte.

    Der Spielansatz ist hauptsächlich auf unsere Spielergruppe ausgelegt und bei anderen auf Konfliktspiel.

    Mir ist durchaus bewusst, das ich falls ich ma an den Falschen gerate, ganz schnell das zeitliche segnen kann.

  5. #5
    Cartefius
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    Ich arbeite auch ständig an der Gewandung (auch bei meinen anderem Charakter), da mir auf jeder Con etwas einfällt was man ändern oder besser machen könnte.
    Der Punkt, auf den ich hinauswollte, war, dass eine Gewandung (ebenso wie andere Aspekte des Spiels) für einen dämonischen Charakter für mich normalerweise auch schon vom Grundsatz her "unmenschlich" und klar von normaler Kleidung unterscheidbar sein sollte. Ich weiß jetzt nicht, wie deine aktuelle Klamotte aussieht, aber ich stelle es mir schwer vor, so etwas aus einem normalen Kostüm für einen menschlichen Charakter durch kleine schrittweise Verbesserungen zu erzeugen.

  6. #6
    Gerwin
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    Letzteres hast Du ja selbst schon erkannt - wenn Du damit leben kannst, ist das prima, aber ich vermute dennoch, daß die Zahl der Veranstaltungen, bei denen man auf Spielerseite als herkennbarer Halbdämon unbehelligt rumlaufen kann, sehr klein ist.
    Schön wäre es, aber dank einigen Chaoscharakteren in Spielerlagern, fehlenden vorgehen gegen Anthros und anderes Getier usw. wäre ich mir da gar nicht so sicher. Spieler sind halt vorsichtig bevor sie als Spielercharaktere gegen andere Spielercharaktere vorgehen (davon ausgehend, dass es kein PvP-Con ist).

    Im allgemeinen würde ich es lassen. Der Grund dafür ist einfach. Völlig egal ob Ork, Tiefling oder Halbdämon, du nutzt damit einfach eine OT-Lücke aus. IT würde mein Charakter mit derartigen Gezücht einfach kurzen Prozess machen (was ja schade wäre um den Charakter), OT mache ich es nicht weil ich niemanden seinen geliebten Charakter wegnehmen will. Mir würde spontan maximal ein Con einfallen, bei dem ein Dämon in die Spielerschaft passt. Beim Dunkelpaladin sieht das noch ein wenig anders auch. Aber Dämonen sind eben eine Nummer für sich.

    Und je besser er gemacht ist, umso größer würde die Kluft zwischen IT-Verhalten (ihh, das Drecksvieh muss weg) und OT-Verhalten (naja, ich will dem Spieler jetzt aber nicht seinen Chara mit der coolen Maske unspielbar machen).

  7. #7
    Valerian
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    Genau das was Gerwin sagt.

    Den gleichen Konflikt habe ich unzähligemale gefochten. IT vs. OT nervt mit der zeit dann einfach nur noch und man will sich das nicht mehr antun.

    Aaaaaaaaber

    ich sehe sehr wohl eine Möglichkeit das zu spielen, das erfordert aber von dir viel Disziplin und eine Gruppe als Backup.

    Ich habe einmal ein Konzept gesehen, das mir sehr gut gefallen hat (und auch OT gut angekommen ist). Dort hat eine Spielergruppe den Schutz des Dämons übernommen und verzweifelt evrsucht, einerseits zu verhindern, dass die anderen Spieler dem Halbwesen den Garaus machen (und es gab einige wirklich gute versuche ) und gleichzeitig jemanden zu finden, der ihnen hilft den Wandel aufzuhalten. (ich nehme an den Hintergrund kann ich hier erzählen, denn die Gruppe spielt schon seit geraumer Zeit nicht mehr)

    Hintergrund der Sache war einfach, dass das Halbwesen mit der Gruppe mittels Fluch verbunden war. Man hatte sich mit den falschen Leuten angelegt und die haben halt ein wenig Ullumullu gemacht und schwupps, "wenn sich das arme Mädel komplett verwandelt, glaubt ihr alle dran". Die Story hat man natürlich nicht gross verbreitet sondern hat halt damit Werbung gemacht, dass man der aaaarmen Seele was schuldet, ihr helfen will...*insertgenericaltruisticBS* (Bitte das ist jetzt seeeeeeehr oberflächlich zusammengefasst :-x )

    Pros und Cons:

    + Konfliktspiel ist möglich (und gewollt)
    + Altrusistenspiel ist möglich (wenn die Orga mitgespielt hat)
    + Ein Konzept dass nicht overpowered war und es war (imho) nicht schlecht durchdacht
    + Internes Spiel
    + eigentlich immer ein Grund irgendwo zu sein wo sich etwas aussergewöhnliches tut

    - Es erforderte viiiel Disziplin vom Dämonenspieler.
    - Es erfordert noch mehr Disziplin von der ganzen Gruppe
    - Das Spiel mit dem generischen Plot (wegen dem du eigentlich da bist) ist eingeschränkt, weil da ja immer wer ist der dir reinspuckt. (der blöde Dämon )
    - Die Gruppe muss sich dessen gewahr sein, dass sich alles um den kleinen Ausserweltlichen dreht, das muss halt auch OT gewollt und akzeptiert sein. Abweicheln kommt da nicht gut an und zerstört in Windeseile das Konzept.
    - man muss sich bewusst sein, ist ne Gratwanderung. Dämon Tot -> neue Gruppe
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  8. #8
    Cartefius
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    Schön wäre es, aber dank einigen Chaoscharakteren in Spielerlagern, fehlenden vorgehen gegen Anthros und anderes Getier usw. wäre ich mir da gar nicht so sicher. Spieler sind halt vorsichtig bevor sie als Spielercharaktere gegen andere Spielercharaktere vorgehen (davon ausgehend, dass es kein PvP-Con ist).
    Meiner Erfahrung nach ist da das Spielerverhalten sehr uneinheitlich und wenig voraussehbar. Manchmal wird überhaupt kein Konfliktspiel betrieben, sondern sämtliche Andersartigkeit der Charaktere zur Vermeidung von OT-Streitigkeiten völlig augeblendet, manchmal ziehen Leute sofort die Waffe raus und kloppen alles um, was ihnen suspekt erscheint.
    Differenziertes und OT-kooperatives Konfliktspiel gibt es meiner Erfahrung nach leider nur sehr selten.

  9. #9
    Valerian
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    Zitat Zitat von Cartefius
    Differenziertes und OT-kooperatives Konfliktspiel gibt es meiner Erfahrung nach leider nur sehr selten.
    definiere Differenziertes und OT kooperatives Konfliktspiel?

    Was soll ich da differenzieren, und kooperativ ist man ja schon wenn man sich Gedanken drüber macht wie man mit dem Dämon umgehen soll. Oder sehe ich das falsch?
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  10. #10
    Theras
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    Was ich zusätzlich anbringen möchte: Der Charakter dient einem bösen Paladin, ist aber selbst kein Chaosanhänger? Und der duldet das? Ist jetzt religiöse Toleranz schon bei den Chaotikern angekommen?

    Stelle mir da interessante Gespräche am Lagerfeuer vor: "Du, kann ich voll gut nachvollziehen, das Du nicht mitgemacht hast, als wir neulich das Waisenhaus angezündet haben, aber fand ich total toll, dass Du während dessen meine Axt gehalten hast"

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